{"id":565071,"date":"2017-12-01T13:29:45","date_gmt":"2017-12-01T13:29:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=565071\/"},"modified":"2017-12-02T09:19:30","modified_gmt":"2017-12-02T09:19:30","slug":"endstation-idomeni-endstation-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2017\/12\/endstation-idomeni-endstation-deutschland\/","title":{"rendered":"Endstation Idomeni &#8211; Endstation Deutschland"},"content":{"rendered":"<p><strong>Lange wurde vor Abstimmung des Asylpakets II \u00fcber den Familiennachzug von syrischen Fl\u00fcchtlingen diskutiert. Faktisch findet kaum ein Familiennachzug statt. Zu hoch sind die H\u00fcrden. Ich habe einen Familienvater begleitet. Nach Idomeni, zur\u00fcck und noch weiter.<\/strong><\/p>\n<h3><strong>April 2016<\/strong><\/h3>\n<p>Zyad* ist ein ruhiger und geduldiger Mensch. Ein 54-j\u00e4hriger pal\u00e4stinensischer Syrer, der heute im Landkreis Rotenburg\/W\u00fcmme lebt. Der Stahlbetonbauer mit herausragenden Geschichtskenntnissen geh\u00f6rt zu jenen konservativen Muslimen, \u00fcber die in Deutschland hei\u00df diskutiert wurde. Er mochte n\u00e4mlich Frauen, die nicht zu seiner Familie geh\u00f6ren, nicht die Hand geben.<\/p>\n<p>Nach 14 Monaten in Deutschland hat er sich angepasst. Er sch\u00fcttelt mittlerweile jeder Frau die Hand. Im Integrationskurs ist er in Grammatik der Beste. \u201eSprechen ist mein Problem\u201c, sagt er von sich selbst. Verst\u00e4ndlich. Mit seinem guten Englisch geht die Verst\u00e4ndigung so einfach schneller und zu selten hat er Kontakt zu Deutschen.<\/p>\n<p>Er stammt aus dem Norden Syriens, aus Homs. Seine Eltern waren aus Pal\u00e4stina nach Syrien gefl\u00fcchtet. Nach Deutschland ist er gekommen, damit vor allem seine drei T\u00f6chter (11, 13 und 15)\u00a0sp\u00e4ter einmal studieren k\u00f6nnen. Seit 19 Jahren ist er mit der Mathematiklehrerin Yasmin* verheiratet. Gemeinsam haben sie noch einen 17-j\u00e4hrigen Sohn. Eineinhalb Jahre hatte er seine Familie nicht gesehen.<\/p>\n<p>Der Familienvater dachte, er h\u00e4tte alles getan, um seine Familie offiziell aus dem Norden Syriens nach Deutschland holen zu k\u00f6nnen. Bis dahin ist wertvolle Zeit verstrichen.<\/p>\n<p>Sechs Monate dauerte es, bis sein Asylverfahren abgeschlossen war. Danach durfte er endlich den Antrag auf Familiennachzug bei seiner zust\u00e4ndigen Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde stellen. Mit der Genehmigung in der Tasche, konnte seine Familie, die zu diesem Zeitpunkt noch in Syrien war, in der Botschaft in der T\u00fcrkei einen Termin f\u00fcr die Visa vereinbaren.\u00a0 Wartezeit: weitere sechs Monate.<\/p>\n<p>Doch so lange konnte die Familie nicht mehr warten: Die russische Offensive im Norden Syriens und eine sich immer weiter schlie\u00dfende Grenze zur T\u00fcrkei, zwangen seine Frau und Kinder Anfang Februar dazu, sich auf den Weg zu machen. In der T\u00fcrkei zu bleiben, kam f\u00fcr sie nicht in Frage. Ger\u00fcchte, die T\u00fcrkei schicke Fl\u00fcchtlinge wieder nach Syrien zur\u00fcck, machten schon l\u00e4nger die Runde. Auch ist die Versorgung dort nicht das, was man seinen Kindern zumuten m\u00f6chte. Seine Frau entschied sich deshalb, wie ihr Mann ein Jahr zuvor, \u00fcber die Balkanroute nach Deutschland zu kommen \u2013 und strandete Ende Februar im Fl\u00fcchtlingscamp Idomeni.<\/p>\n<p>Von Tag zu Tag hofften sie, dass Mazedonien seine Grenzen \u00f6ffnet. W\u00e4hrenddessen verhandelte Europa mit der T\u00fcrkei \u00fcber das Fl\u00fcchtlingsabkommen. F\u00fcr Zyad war klar, dass Mazedonien seine Politik beibeh\u00e4lt. Klar war auch, dass die Familie nicht in Idomeni bleiben konnte. Vor allem seiner \u00e4ltesten Tochter ging es dort nicht gut. Sie hat eine chronische Darmentz\u00fcndung. Eine spezielle Di\u00e4t ist dort nicht m\u00f6glich. Sie verliert viel Blut.<\/p>\n<p>Vergeblich versuchte er, seine Frau davon zu \u00fcberzeugen, in eins der offiziellen griechischen Camps zu gehen. Zu gro\u00df war die Angst, es dann nicht mehr nach Deutschland zu schaffen.<\/p>\n<p>Er schmiedete deshalb einen Plan. N\u00e4mlich \u00fcber Ostern nach Idomeni zu reisen, von dort mit seiner Familie zur deutschen Botschaft in Athen zu gehen, um die Visa f\u00fcr seine Familie zu beantragen. Von dort wollte er sie in ein anderes Fl\u00fcchtlingscamp bringen. Doch Fehlanzeige.<\/p>\n<p>Zwar hatte er alle notwendigen Dokumente im Original und die Zustimmung seiner Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde beim Botschaftstermin in Athen dabei. Doch wird aus den Visa vorerst nichts, denn alle Familiendokumente m\u00fcssen grunds\u00e4tzlich von der deutschen Botschaft in Beirut mit einem Stempel legalisiert werden. Das wusste er nicht, so wie fast alle, dort im Camp Idomeni.<\/p>\n<p><strong>\u201eWas ist die Genehmigung der Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde denn wert?\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Schon bei seinem Antrag auf Familiennachzug musste er alle Familiendokumente und P\u00e4sse \u00fcbersetzt und in Kopie vorlegen. Die Originale werden dann beim Botschaftstermin vorlegt. \u201eWas ist die Genehmigung der Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde denn wert?\u201c, fragte Zyad nun in Idomeni verzweifelt.<\/p>\n<p>Eine gute Frage, die sich auch ein Mitarbeiter einer Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde\u00a0stellt. Keine Familie, f\u00fcr die er in den letzten sieben Monaten den Familiennachzug genehmigt habe, sei bislang in Deutschland angekommen. \u201eFamiliennachzug findet faktisch nicht statt\u201c, best\u00e4tigte schon im Dezember ein leitender Landkreismitarbeiter.<\/p>\n<p>Nachgefragt beim Ausw\u00e4rtigen Amt, wurden im vergangenen Jahr 19.676 Visa f\u00fcr syrische Ehefrauen und minderj\u00e4hrige Kinder zwecks Familienzusammenf\u00fchrung erteilt. Geht man von einer Familie mit drei Kindern aus, wurden 2015 etwas \u00fcber 4.900 Familien wieder vereint. \u2013 Bei rund 101.000 anerkannten syrischen Fl\u00fcchtlingen. Eine Statistik, wie viele dieser Fl\u00fcchtlinge alleineingereiste verheiratete M\u00e4nner sind, die eine m\u00f6glichen Anspruch auf einen Familiennachzug haben, wird nicht gef\u00fchrt. Ebenso wenig existieren Zahlen dar\u00fcber, wie hoch die Zahl irakischer Familiennachz\u00fcgler ist.<\/p>\n<p>Es hat den Eindruck, als sollten die Fl\u00fcchtlinge m\u00fcrbegemacht werden, damit sie das Ziel, die Familie nachzuholen, aufgeben und zur\u00fcck zu ihren Familien gehen. Aus Zyads Bekanntenkreis hat der Erste Deutschland bereits verlassen und ist jetzt mit seiner Familie in einem der Fl\u00fcchtlingscamps im Libanon**. F\u00fcr Zyad kommt das nicht in Frage. Es geht um die Zukunft seiner Kinder. Doch gab es ein weiteres Hindernis f\u00fcr seinen Familiennachzug und, im R\u00fcckblick, noch weitere.<\/p>\n<p>In Athen wies ihn die Botschaftsmitarbeiterin daraufhin, dass in zwei Monaten der Pass seines Sohnes abl\u00e4uft. Das k\u00f6nne zu einem Problem f\u00fcr ein Visum werden. Zumindest hatte Zyad den Botschaftsdolmetscher so verstanden. Erst in Deutschland zur\u00fcck konnte klargestellt werden, dass der Pass zwar noch drei Monate lang g\u00fcltig sein sollte, aber nicht muss.<\/p>\n<p>Die G\u00fcltigkeit der P\u00e4sse d\u00fcrfte generell zu einem gro\u00dfen Problem f\u00fcr den Familiennachzug werden. Die n\u00e4chsten freien Botschaftstermine, zum Beispiel in Beirut, sind im Januar 2018. Da ist die Wahrscheinlichkeit gro\u00df, dass der eine oder andere bis dahin abgelaufen ist. Eine Neubeschaffung ist nicht einfach, in manchen F\u00e4llen vielleicht auch unm\u00f6glich. Fl\u00fcchtlingshelfer und Fl\u00fcchtlinge in Deutschland erz\u00e4hlen von angeblichen Schwarzen Listen der syrischen Regierung. Wer da drauf stehe, bekommt keinen Pass.<\/p>\n<p><strong>\u201eWo Menschen wie Tiere leben\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Auch Zyads Plan, die Familie in ein anderes Camp zu bringen, misslang. Zwei wiesen die Familie, aufgrund angeblicher \u00dcberf\u00fcllung, ab, im dritten pr\u00fcgelten sich gerade Pakistani und Syrer. Dort wollten die Kinder nicht bleiben. So sind zur\u00fcck nach Idomeni gegangen, dorthin \u201ewo Menschen wie Tiere leben\u201c, wie Zyad sagte. Die Familie glaubte nicht, dass Griechenland ihre Drohung wahrmache, das Camp zu schlie\u00dfen. Erst nach deren Ank\u00fcndigung installierte die UN vorletzte Woche Klimaanlagen in den gro\u00dfen Zelten.<\/p>\n<div id=\"attachment_565462\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-565462\" class=\"wp-image-565462 size-large\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/DSC_5218-720x479.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"479\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/DSC_5218-720x479.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/DSC_5218-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/DSC_5218.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><p id=\"caption-attachment-565462\" class=\"wp-caption-text\"><em>(Bild: \u00a9 Aranka Szab\u00f3)<\/em><\/p><\/div>\n<p>Im Camp war Zyad nicht der einzige syrische Fl\u00fcchtling aus Deutschland, der seine Osterferien in der Schule dazu nutzte, um seiner Familie zu helfen. Auch Haissam* aus dem Landkreis Dithmarschen reiste dort hin und von da zur Botschaft in Athen. Auch er musste lernen, dass der Familiennachzug, wie ein Kampf gegen Windm\u00fchlen ist, denn auch auf seinen Familiendokumenten fehlte der Stempel aus Beirut. Und nun?<\/p>\n<p>Vielleicht lassen sich die Probleme von Zyad und Haissam l\u00f6sen. Die aber vieler anderer Frauen und Kinder im Camp Idomeni wohl nicht, ohne Hilfe und gutem Willen der Regierungen. Manchen fehlen P\u00e4sse, anderen die gesamten Familiendokumente. Das Geld ist nach mehr als vier Wochen Aufenthalt in Griechenland fast verbraucht. Es reicht nicht mehr, um sich diese in Syrien zu besorgen oder auch nur einen Schritt zu machen. Andere Frauen sind unverheiratet und m\u00fcssen alleine einen Weg nach Europa finden. \u201eMein Sohn hat Wasser im Kopf\u201c, erz\u00e4hlt eine Witwe. \u201eWir haben kein Geld und keine P\u00e4sse. Ich hatte gehofft, uns w\u00fcrde hier geholfen werden. Stattdessen sind wir hier gestrandet. Wohin sollen wir jetzt gehen?\u201c<\/p>\n<p>Der Fl\u00fcchtling Mohamad* aus Deutschland kennt sich mit den deutschen Vorschriften und den europ\u00e4ischen Asylgesetzen gut aus. F\u00fcr seinen in Deutschland lebenden Vater hat er die Formalit\u00e4ten f\u00fcr den Familiennachzug seiner Mutter und j\u00fcngeren Geschwister erledigt. Auch er kennt das Warten, die Sorge und Verzweiflung aus eigener Erfahrung. Im Dezember hatten seine Mutter und Geschwister ihren Botschaftstermin in Beirut \u201emit allen geforderten Papieren\u201c, wie er beteuert. Immer noch warten sie auf ihre Visa nach Deutschland. Im Mai sollten sie noch mal nachfragen, wurden sie im Februar von der Botschaft vertr\u00f6stet.<\/p>\n<p>Der 25-j\u00e4hrige Syrer war ebenfalls Anfang April in Idomeni. Noch nie zuvor hatte er ein Fl\u00fcchtlingscamp gesehen und war fassungslos \u00fcber die Lebensumst\u00e4nde, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit vor allem der Frauen und Kinder. Eine erz\u00e4hlte ihm, sie h\u00e4tten die Genehmigung f\u00fcr den Familiennachzug verbrannt. Schlepper h\u00e4tten ihnen gesagt, Mazedonien w\u00fcrde sie nach Griechenland zur\u00fcckschicken, h\u00e4tten sie diese bei sich. \u201eWar das richtig?\u201c, fragte sie ihn nun zweifelnd. Er hoffte, nicht nur ihr mit seinen Informationen weiterhelfen zu k\u00f6nnen. Verwundert fragte er sich, weshalb er scheinbar mehr Vertrauen genoss, als die NGO\u2019s und Regierungsorganisationen, die vor Ort waren.<\/p>\n<p><strong>Fragen \u00fcber Fragen verzweifelter Frauen<\/strong><\/p>\n<p>Zyad nahm nach f\u00fcnf Tagen, bitterlich weinend, Abschied von seiner Familie. Zur\u00fcck in Deutschland fand er nach einigen Tagen einen Mann in Beirut, der bereit ist, mit Zyads Papieren zur deutschen Botschaft zu gehen \u2013 f\u00fcr 500 Euro. Ein Verwandter aus Dubai schickte dem Familienvater das Geld.<\/p>\n<p>Doch gab es ein weiteres Problem. Der Mittelsmann ist Syrer. Doch lie\u00df die Botschaft vorrangig Libanesen zu den \u00d6ffnungszeiten rein. Sieben Stunden wartete er vergeblich vor der T\u00fcr. Deshalb k\u00fcmmert sich jetzt ein Beiruter um Zyads Papiere. Er geh\u00f6rt zu einem Netzwerk, das sich auf die Legalisierung von Dokumenten in der Botschaft spezialisiert hat. Nach zehn Tage sollten die Dokumente fertig sein. In der Summe wird die Aktion Zyad 900 Euro kosten, davon 300 f\u00fcr den Postversand.<\/p>\n<p>Doch so weit ist es nicht gekommen. Die Botschaft in Beirut sagt, die Papiere seien nicht g\u00fcltig. Einer von drei Stempeln der syrischen Beh\u00f6rden soll fehlen.\u00a0 Nach dieser Nachricht ist seine Frau in Idomeni zusammengebrochen. Seine Nerven lagen blank.<\/p>\n<div id=\"attachment_565444\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-565444\" class=\"wp-image-565444 size-large\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/DSC_5372-720x479.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"479\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/DSC_5372-720x479.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/DSC_5372-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/DSC_5372.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><p id=\"caption-attachment-565444\" class=\"wp-caption-text\"><em>(Bild: \u00a9 Aranka Szab\u00f3)<\/em><\/p><\/div>\n<h3><strong>September 2016<\/strong><\/h3>\n<p>Das Camp Idomeni ist l\u00e4ngst ger\u00e4umt. Zyads Familie ist 15 km entfernt in einem Camp untergebracht. Die Kinder sind st\u00e4ndig krank.<\/p>\n<p>Fast sechs Monate sind seitdem vergangen. Die Papiere gingen zur\u00fcck nach Deutschland und von hier weiter nach Syrien, zwecks Beglaubigung. Doch sind sie auf dem Postweg in den Nahen Osten \u201everloren\u201c gegangen und erst im August wieder aufgetaucht. In der Zwischenzeit ist der Pass des Sohnes abgelaufen. Zyad war zwecks neuem Pass in Berlin in der syrischen Botschaft, aber sie haben ihn nach Wien geschickt. Dort sagte man, man sei nicht zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Zyad ist nur noch ein Schatten seiner selbst. D\u00fcnn, blass und in sich gekehrt.<\/p>\n<p>Ob Menschen so integriert werden k\u00f6nnen? Ob man so von ihnen eine Integrationsleistung erwarten kann, frage ich mich. Was, wenn den Familien etwas passiert und diese Fl\u00fcchtlinge nichts mehr zu verlieren haben?<\/p>\n<p>Mohamads Familie durfte mittlerweile einreisen. Doch ohne seine kleine Schwester. Sie ist mittlerweile 18 Jahre alt und durfte deshalb nicht mit ihrer Mutter und j\u00fcngeren Geschwistern mit nach Deutschland.<\/p>\n<p>Der Syrer, der seine Familie im Libanon besucht hat, w\u00fcrde gerne zur\u00fcck nach Deutschland. Es gibt dort keine Arbeit und keine Zukunft, aber ihm fehlt das Geld f\u00fcr den Flug.<\/p>\n<h3><strong>Ende Mai 2017<\/strong><\/h3>\n<p>Die Familie hatte vor wenigen Wochen ihren Termin f\u00fcr die Familienzusammenf\u00fchrung bei der UNHCR in Griechenland.<\/p>\n<p>Aus dem Familiennachzug wird Dank des Innenministers dennoch nichts. <a href=\"https:\/\/www.proasyl.de\/news\/dublin-familienzusammenfuehrung-innenministerium-deckelt-letzte-legale-wege\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mitte Mai hat er ihn eingeschr\u00e4nkt<\/a>. Bei 70 Familiennachz\u00fcglern pro Monat und Platz 105x auf der Warteliste wird das nichts mehr bis zur Vollj\u00e4hrigkeit des Sohnes. Der darf dann nicht mehr kommen.<\/p>\n<p><strong>Wie bricht man Menschen? Wie verliert man eine ganze Generation? Und wie schafft man Menschen voller Hass? \u2013 So.<\/strong><\/p>\n<p><em>*Alle Namen wurden ge\u00e4ndert<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Von Aranka Szab\u00f3 ver\u00f6ffentlicht auf <a href=\"http:\/\/imaginis.de\/cms\/2017\/05\/29\/endstation-idomeni-endstation-deutschland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">imaginis.de<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><em>\u00dcber die Autorin: <a href=\"http:\/\/imaginis.de\/cms\/ueber-mich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aranko Szab\u00f3<\/a> ist als freie Redakteurin und Pressefotografin t\u00e4tig. Sie hat verf\u00fcgt \u00fcber einen Magister in den F\u00e4chern Soziologie, Psychologie und Erziehungswissenschaften.<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lange wurde vor Abstimmung des Asylpakets II \u00fcber den Familiennachzug von syrischen Fl\u00fcchtlingen diskutiert. Faktisch findet kaum ein Familiennachzug statt. Zu hoch sind die H\u00fcrden. 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