{"id":510218,"date":"2017-08-29T10:17:41","date_gmt":"2017-08-29T09:17:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=510218\/"},"modified":"2017-08-30T12:26:08","modified_gmt":"2017-08-30T11:26:08","slug":"renca-gebiet-temer-entscheidet-fuer-raubbau-umwelt-und-indigenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2017\/08\/renca-gebiet-temer-entscheidet-fuer-raubbau-umwelt-und-indigenen\/","title":{"rendered":"Renca-Gebiet: Temer entscheidet f\u00fcr Raubbau an Umwelt und Indigenen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Als am 9. August der internationale Tag der Indigenen gefeiert wurde, war wohl wenigen zum Feiern zumute. In Brasilien leben rund 900.000 Ureinwohner marginalisiert, ohne Lobby in einem Staat, der einst get\u00e4tigte Zugest\u00e4ndnisse inzwischen aufweicht, aush\u00f6hlt und revidiert.<\/strong><\/p>\n<p>Aus Sicht der brasilianischen Regierung sind die Ureinwohner und deren Schutzgebiete im Weg, wenn es um den wirtschaftlichen Fortschritt des Landes geht. Holzeinschlag, Ausweisung von Agrarfl\u00e4chen f\u00fcr Sojaanbau oder Viehzucht oder Bergbaugebiete \u2013 all diese Bestrebungen gehen zunehmend auf Kosten der Ureinwohner Brasiliens. Oft werden diese gewaltsam vertrieben oder gleich get\u00f6tet. Der Staat schaut dabei gerne weg. Brasilien gilt als <a href=\"http:\/\/brazzil.com\/brazil-gets-title-of-worlds-number-one-killer-of-indians-and-environmentalists\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weltmeister im T\u00f6ten von Indigenen und Umweltaktivisten<\/a>. Konkrete Beispiele f\u00fcr <a href=\"http:\/\/americasquarterly.org\/content\/gruesome-cost-brazilian-president-michel-temers-political-survival\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gewalt gegen indigene V\u00f6lker sind in diesem Text aufgez\u00e4hlt<\/a>.<\/p>\n<h4><strong>Abholzung per Dekret<\/strong><\/h4>\n<p>J\u00fcngstes Beispiel: Per Dekret verk\u00fcndete Pr\u00e4sident Michel Temer vorige Woche, ein Schutzgebiet mit einer Fl\u00e4che von 47.000 Quadratkilometern, in etwa die Gr\u00f6\u00dfe von Niedersachsen, dem Bergbau zu opfern. In der Region werden unter anderem Gold, Kupfer und seltene Erden vermutet. Dabei waren die Fl\u00e4chen seit 1984 als Schutzfl\u00e4chen ausgewiesen. 30 Jahre Umwelt-, Arten- und Indigenenschutz w\u00fcrden dadurch einen herben R\u00fcckschlag erfahren.<\/p>\n<p>\u201eRenca\u201c wird das Gebiet genannt. Das Akronym steht f\u00fcr \u201eReserva Nacional de Cobre e Associados\u201c \u2013 Nationale Reserve f\u00fcr Kupfer und andere Stoffe. Innerhalb dieses Gebiets liegen nicht weniger als neun Nationalparks und Schutzgebiete: Der Parque Nacional Montanhas do Tumucumaque, As Florestas Estaduais do Paru e do Amap\u00e1, das Reserva Biol\u00f3gica de Maicuru, die Esta\u00e7\u00e3o Ecol\u00f3gica do Jari, das Reserva Extrativista Rio Cajari, das Reserva de Desenvolvimento Sustent\u00e1vel do Rio Iratapuru und die Gebiete der indigenen St\u00e4mme der Wai\u00e3pi e Rio Paru d`Este.<\/p>\n<h4><strong>\u00dcber bestehende Umweltgesetze hinweg<\/strong><\/h4>\n<p>Eigentlich verbieten brasilianische Umweltschutzgesetze den Bergbau in gesch\u00fctzten Gebieten. Einzige Ausnahme: F\u00fcr ein solches Gebiet besteht ein sogenannter Managementplan. Diese sind dazu gedacht, geplante Extraktionen in halbwegs geordneten Bahnen ablaufen zu lassen und die Eingriffe zu regulieren. Laut der Naturschutzorganisation WWF besteht zurzeit aber nur f\u00fcr genau eines der neun Gebiete ein solcher Managementplan.<\/p>\n<p>Und f\u00fcr die anderen d\u00fcrften auch keine mehr angefertigt werden. Denn der Prozess braucht Zeit, es m\u00fcssten gegebenenfalls Kompromisse geschlossen werden, \u00e4hnlich wie bei einem Fl\u00e4chennutzungsplan in Deutschland. Diese Zeit will sich Temer aber nicht nehmen. Sonst h\u00e4tte er den Entschluss sicherlich nicht per Dekret vorangetrieben. So lassen sich l\u00e4stige Anh\u00f6rungen und Kompromissfindungen umgehen.<\/p>\n<h4><strong>Kritik von allen Seiten<\/strong><\/h4>\n<p>Acht Senatoren aus der Region kritisieren das Dekret. Senator Randolfe Rodrigues von der Partei Rede AP kritisiert die Pl\u00e4ne als gr\u00f6\u00dften Angriff auf den Amazonas in den letzten 50 Jahren und k\u00fcndigte an, vor den Bundesgerichtshof zu ziehen. Michel de Souza Santos vom WWF bem\u00e4ngelt das Fehlen von Dialog und Transparenz. Zudem erinnert er an die internationalen Verpflichtungen in Sachen Klimaschutz, die auch f\u00fcr Brasilien bindend sein sollten. \u201eDiese sind zu ber\u00fccksichtigen\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Als einzige Reaktion international wirklich wahrgenommen wurde ein Tweet des brasilianischen Supermodels Gis\u00e8le B\u00fcndchen. Sie sprach von einer \u201eSchande\u201c f\u00fcr Brasilien und mischte sich damit zum wiederholten Mal in diesem Sommer in die politische Debatte des Landes ein. Erst im Juni hatte sie Pr\u00e4sident Temer \u00f6ffentlich aufgefordert, bei der Legalisierung der Erschlie\u00dfung anderer Amazonasregionen von seinem Vetorecht gebraucht zu machen. Was er auch tat.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-lang=\"de\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"pt\">VERGONHA!Est\u00e3o leiloando nossa Amaz\u00f4nia! N\u00e3o podemos destruir nossas \u00e1reas protegidas em prol de interesses privados <a href=\"https:\/\/t.co\/WvtHdaKYYX\">https:\/\/t.co\/WvtHdaKYYX<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Gisele B\u00fcndchen (@giseleofficial) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/giseleofficial\/status\/900722737748090883\">24. August 2017<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Allerdings wohl kaum wegen B\u00fcndchen. Der G-20 Gipfel in Hamburg stand vor der T\u00fcre. Und Temer, innenpolitisch seit Monaten unter Dauerdruck, wollte wohl nicht auch noch auf der gro\u00dfen Weltb\u00fchne der Politik die Leviten gelesen bekommen, zumal US-Pr\u00e4sident Donald Trump wenige Wochen zuvor den Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen von Paris angek\u00fcndigt hatte. W\u00e4re die Erschlie\u00dfung beschlossen worden, h\u00e4tte dies als ein \u00e4hnliches Signal aus Brasilia gewertet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4><strong>Au\u00dfenpolitisch zahm<\/strong><\/h4>\n<p>Temers Taktik ging aber nicht auf. Beim Staatsbesuch in Norwegen kurz drauf wurde er \u00f6ffentlich abgewatscht. Die norwegische Regierung k\u00fcndigte ihm ins Gesicht an, die Zahlungen des Amazonas-Fonds um 50% zu k\u00fcrzen, weil die aktuelle brasilianische Regierung in Augen der Norweger zu wenig f\u00fcr den Schutz des Gebiets tut. Bislang zahlte Norwegen jedes Jahr 100 Mio. Euro j\u00e4hrlich f\u00fcr Umweltschutzma\u00dfnahmen in Brasilien und ist damit der gr\u00f6\u00dfte internationale Geldgeber.<\/p>\n<h4><strong>Innenpolitisch skrupellos<\/strong><\/h4>\n<p>Innenpolitisch spielt Michel Temer ein komplett anderes Spiel. Schlie\u00dflich ist Temer \u2013 wenn es f\u00fcr ihn gut l\u00e4uft und nicht doch noch ein Amtsenthebungsverfahren seine Pr\u00e4sidentschaft beendet- nur noch ein gutes Jahr im Amt. Zu verlieren hat er nicht viel. Au\u00dferdem setzt die Regierung nicht auf nachhaltiges Tun, sondern auf schnelle Effekte \u2013 auch um das \u00f6ffentliche Meinungsbild \u00fcber sich zu verbessern. Temers Zustimmung innerhalb der Bev\u00f6lkerung liegt im einstelligen Bereich.<\/p>\n<h4><strong>Privatisierung auf Teufel komm raus<\/strong><\/h4>\n<p>Die Regierung Temer setzt auf schonungslosen Ressourcenabbau und Privatisierung. Nachdem bereits einige Flugh\u00e4fen neue Betreiber fanden (u.a. Fraport) wurde vorige Woche eine Liste mit weiteren staatlichen Betrieben \u00f6ffentlich, die die aktuelle Regierung versilbern m\u00f6chte. Darunter unter anderem die brasilianische Bundesdruckerei und den Energieversorger Eletrobras.<\/p>\n<p>Vor einigen Monaten reklamierte die Regierung ein geringes Wirtschaftswachstum f\u00fcr sich. Bei genauerem Hinsehen wurde jedoch deutlich, dass dies ausschlie\u00dflich einem massiv gesteigerten Sojaanbau geschuldet ist. 2017 ist ein Rekorderntejahr \u2013 20% mehr als 2016. Oder in absoluten Zahlen: 144 Millionen Tonnen. Brasilianisches Soja ist ein wichtiges Tierfuttermittel. Auch in Europa. Brasilianisches Soja ist zu 100% genver\u00e4ndert. Der Ernteerfolg war hoch erkauft. Die Regenwaldabholzung lag 30% \u00fcber der des Vorjahres: 8000 Quadratkilometer \u2013 gut drei Mal die Fl\u00e4che des Saarlands. Meist fanden die Abholzungen illegal statt.<\/p>\n<h4><strong>Senatorentochter beg\u00fcnstigt?<\/strong><\/h4>\n<p>Das Hauptinteresse der Bergbauunternehmen am Renca-Gebiet d\u00fcrften sich auf dem Reserva Biol\u00f3gica de Maicuru konzentrieren. Dort werden gro\u00dfe Mengen von Gold und Kupfer vermutet. Angeblich sollen neben brasilianischen Firmen vier ausl\u00e4ndische Gro\u00dfunternehmen an der Ausbeutung der Bodensch\u00e4tze interessiert sein. Das hei\u00dft im Klartext: Gewinne flie\u00dfen ins Ausland ab, w\u00e4hrend Brasilien bzw. die Bewohner der Region auf den Folgen sitzen bleiben.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-lang=\"de\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"und\"><a href=\"https:\/\/t.co\/srdjokohu4\">pic.twitter.com\/srdjokohu4<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Gisele B\u00fcndchen (@giseleofficial) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/giseleofficial\/status\/900803417584676864\">24. August 2017<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Wobei nicht ganz: 90.000 Hektar Abbaufl\u00e4che hat sich auch das brasilianische Bergbauunternehmen Boa Vista Minera\u00e7\u00e3o gesichert. Den gr\u00f6\u00dften Teil der Unternehmensanteile h\u00e4lt Marina Juc\u00e1, Tochter des <a href=\"http:\/\/www.diariodocentrodomundo.com.br\/essencial\/filha-de-juca-marina-e-dona-de-mineradora-em-reserva-extinta-por-temer-na-amazonia\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Senators Romero Juc\u00e1<\/a>. Juc\u00e1 gilt nicht nur als einer der loyalen Unterst\u00fctzer und als Parteifreund Temers beim Amtsenthebungsverfahren gegen Ex-Pr\u00e4sidentin Dilma Rousseff. Anfangs war er sogar elf Tage lang Minister der \u00dcbergangsregierung Temers, <a href=\"http:\/\/hallorio.de\/2016\/05\/31\/abhoeraffaere-nun-tritt-auch-der-transparenzminister-zurueck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">stolperte jedoch nach wenigen Wochen \u00fcber eine Abh\u00f6raff\u00e4re<\/a>.<\/p>\n<p>Auch gegen ihn wird im Korruptionsprozess Lava Jato ermittelt. Dar\u00fcber hinaus war Juc\u00e1 von Mai 1986 bis September 1988 <a href=\"http:\/\/www.wald.org\/cimi\/2002\/cimid515.htm\">Pr\u00e4sident der FUNAI<\/a> (Fundacao National do Indio), die staatliche Beh\u00f6rde, die die Belange und Rechte der indigenen Bev\u00f6lkerung Brasiliens vertreten soll.<\/p>\n<h4><strong>FUNAI ausgeh\u00f6hlt<\/strong><\/h4>\n<p>Die Beh\u00f6rde verfolgte bis in die sp\u00e4ten 1980er Jahre eine Politik der Integration und Assimilation indigener V\u00f6lker, die erst sp\u00e4ter einer zunehmenden Politik der Selbstbestimmung der indigenen V\u00f6lker wich. Noch heute wird die Beh\u00f6rde von Angeh\u00f6rigen indigener V\u00f6lker teilweise kritisch gesehen, da sie sehr b\u00fcrokratisch arbeite und immer wieder Personal berufen wird, das sich offen gegen die Rechte indigener V\u00f6lker ausgesprochen hat. So sollte im Herbst 2016 ein fr\u00fcherer Milit\u00e4rgeneral aus Chef der Beh\u00f6rde eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Juc\u00e1 war w\u00e4hrend seiner Amtszeit vor allem dadurch aufgefallen, dass er den Personalapparat der Beh\u00f6rde aufgeblasen hatte. Die Zahl der Mitarbeiter stieg alleine in seinem Wahlgebiet binnen kurzer Zeit um mehr als 400 Personen.<\/p>\n<h4><strong>Zust\u00e4ndigkeit verschoben zum Wohl der schnellen Entscheidung<\/strong><\/h4>\n<p>Inzwischen wird die FUNAI vom der Regierung regelrecht entsch\u00e4rft. Anfang dieses Jahres wurde die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Beh\u00f6rde zum Justizministerium verschoben. Das gefiel selbst Offiziellen der FUNAI nicht. Sie bef\u00fcrchteten, dass dadurch Anthropologen und andere Experten von Entscheidungsprozessen ausgeschlossen und zugleich der Entscheidungsprozess beschleunigt werden sollen. Offenbar funktioniert dies bereits. Wie das schweizer <a href=\"http:\/\/www.brasilienportal.ch\/news\/indio-news\/70573-justizministerium-verkleinert-indio-territorium\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Brasilienportal<\/a> berichtet, soll die \u201cTerra Ind\u00edgena do Jaragu\u00e1\u201c im Norden Sao Paulos wieder verkleinert werden \u2013 von knapp 512 auf 3 Hektar Fl\u00e4che. Das Justizministerum kassiert damit einen Beschluss aus dem Jahr 2015 ein. Offizielle Begr\u00fcndung: Ein Verwaltungsfehler.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-510227\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG-20170517-WA0004-720x486.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"486\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG-20170517-WA0004.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG-20170517-WA0004-300x203.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/p>\n<p>Das ist aus Sicht der Regierung durchaus sinnvoll. Denn betrachtet man die Landkarte stellt man fest, dass die Lebens- und <a href=\"http:\/\/www.sciencemag.org\/news\/2017\/08\/maps-reveal-how-amazon-development-closing-isolated-tribes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schutzr\u00e4ume indigener V\u00f6lker und die Gebiete mit gro\u00dfen Mineralvorkommen eine ziemlich hohe Deckung ausweisen<\/a>.<\/p>\n<h4><strong>Kontakt zur Au\u00dfenwelt kann t\u00f6dlich sein<\/strong><\/h4>\n<p>Will man also an die Bodensch\u00e4tze ran, kommt man unweigerlich mit den Ureinwohnern in Ber\u00fchrung. Bislang war es in Brasilien so geregelt, grob gesagt, dass die Schutzgebiete den V\u00f6lkern erm\u00f6glichen sollen, weiterhin in Abgeschiedenheit und ohne Kontakt zur Zivilisation leben zu k\u00f6nnen. Das ist f\u00fcr die Naturv\u00f6lker nicht unwichtig, denn Personen, die in deren Gebiet eindringen, bringen nicht selten Krankheiten und Erreger mit, die dort bis dato v\u00f6llig unbekannt waren und verheerende Wirkung haben k\u00f6nnen. Etwa vier Generationen dauert es, bis die Volksst\u00e4mme bei Au\u00dfenkontakt dauerhafte Resistenzen aufbauen k\u00f6nnen, sch\u00e4tzen Fachleute, etwa Roberta Aguiar Cerri Reis vom <a href=\"http:\/\/portalsaude.saude.gov.br\/index.php\/o-ministerio\/principal\/leia-mais-o-ministerio\/70-sesai\/9458-departamento-de-atencao-a-saude-indigena\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-cthref=\"\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=3&amp;ved=0ahUKEwj3l6iuofrVAhUow1QKHV3ABvIQFgg1MAI&amp;url=http%3A%2F%2Fportalsaude.saude.gov.br%2Findex.php%2Fo-ministerio%2Fprincipal%2Fleia-mais-o-ministerio%2F70-sesai%2F9458-departamento-de-atencao-a-saude-indigena&amp;usg=AFQjCNG6aGBtNlTQXm-q21MjchzEIW9JTg\">Departamento de Aten\u00e7\u00e3o \u00e0 Sa\u00fade Ind\u00edgena.\u00a0<\/a><\/p>\n<p>Kommen nun Bergbaufirmen und deren Mitarbeiter, schleppen sie unweigerlich Krankheiten ein, die einzelne V\u00f6lker akut bedrohen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Diese brasilianische Praxis hatte zudem eine Vorreiterrolle f\u00fcr andere s\u00fcdamerikanische L\u00e4nder, galt bislang f\u00fcr einige als Vorbild. In Peru beispielsweise handhabt man die Schutzgebietsausweisung \u00e4hnlich. Das setzt Temer nun ebenfalls aufs Spiel. Auch das Renca-Gebiet ist teilweise Schutzgebiet f\u00fcr Indigene. Dort leben die Aparai und Wayana.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als am 9. August der internationale Tag der Indigenen gefeiert wurde, war wohl wenigen zum Feiern zumute. In Brasilien leben rund 900.000 Ureinwohner marginalisiert, ohne Lobby in einem Staat, der einst get\u00e4tigte Zugest\u00e4ndnisse inzwischen aufweicht, aush\u00f6hlt und revidiert. 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