{"id":435857,"date":"2017-02-24T15:10:35","date_gmt":"2017-02-24T15:10:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=435857\/"},"modified":"2017-02-24T15:10:35","modified_gmt":"2017-02-24T15:10:35","slug":"das-christliche-abendland-nicht-verteidigungswert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2017\/02\/das-christliche-abendland-nicht-verteidigungswert\/","title":{"rendered":"Das christliche Abendland \u2013 Nicht verteidigungswert!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das\u00a0\u201eAbendland\u201c ist weder besonders christlich, noch ist es verteidigungswert. Der Historiker Reinhard Paulsen schreibt \u00fcber die Entstehung des ideologischen Kampfbegriffs, mit dem die ausgebeuteten Schichten gegeneinander aufgehetzt werden.<\/strong><\/p>\n<p>Da sind sie auf die Stra\u00dfe gegangen, die Dresdener Wutb\u00fcrger, w\u00fctend dar\u00fcber, wie sie vom politischen Establishment abgeh\u00e4ngt und von dessen Propagandamedien manipuliert werden.<\/p>\n<h4><strong>PEGIDA \u2013 Bildungsverzerrte Wutb\u00fcrger vor den Karren gespannt<\/strong><\/h4>\n<p>Aber dieses Establishment hatte seine Eisen in Form einer Rechtsau\u00dfen-Verdummungs-Politriege im Feuer. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lutz_Bachmann\" target=\"_blank\">Lutz Bachmann<\/a> lie\u00df diese Dresdener Wutb\u00fcrger schnell ins Vereinsregister als PEGIDA eintragen, als <strong>\u201ePatriotische Europ\u00e4er gegen die Islamisierung des Abendlandes\u201c<\/strong>. Schon waren alle Demonstranten vaterl\u00e4ndisch-europ\u00e4ische Verteidiger des christlichen Abendlandes gegen den Islam.<\/p>\n<p>Ich schw\u00f6re, dass wohl die allermeisten der PEGIDA-Demonstranten keine Vorstellung davon haben, was sie da eigentlich verteidigen. Sie werden nicht wissen, dass \u201echristliches Abendland\u201c immer ein \u00e4u\u00dferst dehnbarer ideologischer Kampfbegriff war, um Wut auf erw\u00fcnschte Gegner abzulenken und zu kanalisieren.<\/p>\n<p>Sie wissen nicht, dass sie sich damit kein bisschen gegen das Establishment auflehnen, sondern im Gegenteil genau die ideologischen Grundlagen dieses Staates verteidigen, von dem sie sich eigentlich verraten f\u00fchlen.<\/p>\n<h4><strong>Unser christliches Abendland: Von den Nazis \u00fcber die CDU bis zu Pegida<\/strong><\/h4>\n<p>1949, also vier Jahre nach dem umfassenden Kollaps des nationalsozialistischen Dritten Reichs beschwor der erste Bundeskanzler Adenauer in seiner ersten Regierungserkl\u00e4rung den Geist christlich-abendl\u00e4ndischer Kultur.<\/p>\n<figure id=\"attachment_38352\" class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 457px;\" data-shortcode=\"caption\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-38352\" src=\"https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/cdu-plakat-von-1946_332px-kas-kulturpolitik-bild-3145-1.jpg?w=208&amp;h=300\" sizes=\"auto, (max-width: 208px) 100vw, 208px\" srcset=\"https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/cdu-plakat-von-1946_332px-kas-kulturpolitik-bild-3145-1.jpg?w=208&amp;h=300 208w, https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/cdu-plakat-von-1946_332px-kas-kulturpolitik-bild-3145-1.jpg?w=104&amp;h=150 104w, https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/cdu-plakat-von-1946_332px-kas-kulturpolitik-bild-3145-1.jpg 332w\" alt=\"Wahlplakat CDU 1946: Rettet die abendl\u00e4ndische Kultur ....\" width=\"447\" height=\"646\" data-attachment-id=\"38352\" data-permalink=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/02\/23\/das-christliche-abendland-nicht-verteidigungswert\/cdu-plakat-von-1946_332px-kas-kulturpolitik-bild-3145-1\/\" data-orig-file=\"https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/cdu-plakat-von-1946_332px-kas-kulturpolitik-bild-3145-1.jpg\" data-orig-size=\"332,480\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"cdu-plakat-von-1946_332px-kas-kulturpolitik-bild-3145-1\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Wahlplakat CDU 1946: Rettet die abendl\u00e4ndische Kultur \u2026.&lt;br \/&gt; Ecclesia Bamberger Dom mit Kreuzfahne vor kreuzf\u00f6rmigem SED-Symbol&lt;\/p&gt; \" data-medium-file=\"https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/cdu-plakat-von-1946_332px-kas-kulturpolitik-bild-3145-1.jpg?w=208&amp;h=300\" data-large-file=\"https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/cdu-plakat-von-1946_332px-kas-kulturpolitik-bild-3145-1.jpg?w=332\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Wahlplakat der CDU von 1946. (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Abendland#\/media\/File:KAS-Kulturpolitik-Bild-3145-1.jpg\" target=\"_blank\">Wikipedia<\/a>\/<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/de\/deed.en\" target=\"_blank\">CC BY-SA 3.0 DE<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Schon drei Jahre vorher, 1946, forderten die inzwischen in der CDU organisierten gewendeten Altnazis: \u201eRettet die abendl\u00e4ndische Kultur \u2026 w\u00e4hlt Christlich-Demokratische Union\u201c (Wahlplakat). Retten vor wem?<\/p>\n<p>Bis 1945 hielt noch der deutsche Mainstream Millionen Europ\u00e4er f\u00fcr slawische, bolschewistische, j\u00fcdisch-marxistische und westlich-liberalistisch-mittelmeerische Minder- bis Untermenschen.<\/p>\n<p>Kurz vor seiner ber\u00fcchtigten Sportpalastrede im Februar 1943 peitschte Goebbels<sup><a id=\"fnref-2\" href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/02\/23\/das-christliche-abendland-nicht-verteidigungswert\/#fn-2\">2<\/a><\/sup> ein, dass der Krieg entweder von Deutschland und Europa gewonnen werde oder aber der \u201e\u00e4lteste Kulturkontinent\u201c von der \u201einnerasiatisch-bolschewistischen Welle\u201c zerst\u00f6rt und vernichtet werde. Also gegen Asiaten und Bolschewisten.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Gesinnung offenbarte dann Adenauer <sup><a id=\"fnref-1\" href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/02\/23\/das-christliche-abendland-nicht-verteidigungswert\/#fn-1\">1<\/a><\/sup>, wenn er sp\u00e4ter wiederholt vor dem \u201erussischen Koloss\u201c warnte. Und die \u201egelbe Gefahr\u201c stand ja auch weiterhin im Raum.<\/p>\n<h4><strong>Der Feind steht immer woanders und bedroht \u201euns\u201c und \u201eunsere\u201c Werte!<\/strong><\/h4>\n<p>Der Kern Europas, des \u201e\u00e4ltesten Kulturkontinents\u201c, war f\u00fcr die Nazis Gro\u00dfdeutschland, das \u201eGermanische Reich\u201c, das das Abendland in Form einer \u201eeurop\u00e4ische Gro\u00dfraumwirtschaft\u201c beherrschen sollte.<\/p>\n<p>Hinter dem Kampfbegriff des \u201echristlichen Abendlandes\u201c beziehungsweise \u201e\u00e4ltesten Kulturkontinents\u201c verbarg sich historisch immer ein Kerneuropa, dass sich in alle Richtungen gegen seine Nachbarn abgrenzte: Nach S\u00fcden gegen den islamisch gesehenen Orient, das Morgenland; nach S\u00fcdosten gegen Byzanz und die griechisch-orthodoxe Christenwelt; nach Osten gegen Slawen, Russen und Asiaten und durchgehend nach innen gegen die Juden. Was jeweils Vorrang hatte, ergab sich aus der geschichtlichen Lage.<\/p>\n<p>Im \u00dcbergang vom Dritten Reich zum Nachkriegsdeutschland wurde das \u201echristliche Abendland\u201c angepasst. Die Juden- und Islamfeindschaft wurde zur\u00fcckgestellt und daf\u00fcr der Kampf gegen die Sowjetunion, bzw. die \u201easiatischen Horden\u201c und den \u201ebolschewistischen Koloss\u201c als Hauptaufgabe eines nun rein westlichen \u201eEU- und NATO-Abendlandes\u201c propagiert, denn inzwischen hatten die USA die Ehre, auch zum christlichen Abendland gez\u00e4hlt zu werden.<\/p>\n<p>Nach Ende des Kalten Krieges r\u00fcckte wieder die Islamfeindschaft beziehungsweise die \u201eGefahr der Islamisierung des Abendlandes\u201c (PEGIDA) in den Mittelpunkt.<\/p>\n<p>Schon regelrecht kurios mutet das Grundsatzprogramm der SPD von 2007 an, nach dem unsere \u201egeistigen Wurzeln\u201c, also die des christliche Abendlandes, \u201ein j\u00fcdisch-christlicher Tradition\u201c zu suchen sind \u2013 und das angesichts der zweitausendj\u00e4hrigen Geschichte der Judenverfolgung, die ja schlie\u00dflich unseren Heiland und Gott gefoltert und umgebracht haben: Millionen Kruzifixe auf dieser Welt k\u00f6nnen da nicht irren!<\/p>\n<h4><strong>Gibt es \u00fcberhaupt ein \u201eChristliches Abendland\u201c?<\/strong><\/h4>\n<p>\u201eChristliches Abendland\u201c kann man offenbar derma\u00dfen verzerren, ideologisch passend machen, politisch ausschlachten oder sich als historisches Ornament zurechtbasteln, dass man sich ernstlich fragen muss, ob es \u00fcberhaupt so etwas wie ein \u201echristliches Abendland\u201c gibt beziehungsweise\u00a0jemals gegeben hat.<\/p>\n<p>Ja, es gab dieses \u201echristliche Abendland\u201c, nur war es etwas ganz anderes, als was Kirche, Geisteswissenschaften, herrschende Kultur und Sonntagsredner seit Jahrhunderten jeweils daraus gemacht haben.<\/p>\n<p>Nur ein ungetr\u00fcbter Blick in die Geschichte kann kl\u00e4ren helfen, was sich unter den gro\u00dfen Schlagworten \u201eAbendland\u201c und \u201echristlich\u201c im fr\u00fchen und hohen Mittelalter wirklich an glorreicher Wertebildung abgespielt hat. Vielleicht gelingt es dann sogar, unbedarften PEGIDA-Mitl\u00e4ufern ein Licht aufzustecken.<\/p>\n<h4><strong>Zusammenbruch und Einstieg in eine neue Epoche \u2013 Das \u201eAbendland\u201c im Westen<\/strong><\/h4>\n<p>Im 4. Jh. n. Chr. hatte sich das Christentum im damaligen R\u00f6mischen Reich<sup><a id=\"fnref-3\" href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/02\/23\/das-christliche-abendland-nicht-verteidigungswert\/#fn-3\">3<\/a><\/sup> als Staatsreligion durchgesetzt, wobei es sich in eine Ost- und eine Westkirche spaltete. Ostrom mit Konstantinopel<sup><a id=\"fnref-4\" href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/02\/23\/das-christliche-abendland-nicht-verteidigungswert\/#fn-4\">4<\/a><\/sup> als Herrscher- und Patriarchensitz stellte die eigentliche und direkte Kontinuit\u00e4t des r\u00f6mischen Imperiums sicher.<\/p>\n<p>Der r\u00f6mische Bischof im Westen (Papst, Papa = Vater) erkl\u00e4rte sich zum F\u00fchrer der gesamten monotheistischen Christenheit (Petrus<em>\u2013<\/em>Primat), damit gleichzeitig zum Stellvertreter des einzigen Gottes \u2013 und somit zum Zentrum der Welt.<\/p>\n<p>Der Westteil des Imperiums mit dem alten Rom und Italien ging im 4. und 5. Jh. unter. Der letzte westr\u00f6mische Kaiser wurde 476 abgesetzt. 17 Jahre sp\u00e4ter errichten die Ostgoten ihre Herrschaft und noch einmal 75 Jahre sp\u00e4ter eroberten die Langobarden<sup><a id=\"fnref-5\" href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/02\/23\/das-christliche-abendland-nicht-verteidigungswert\/#fn-5\">5<\/a><\/sup> Italien, bis schlie\u00dflich nach weiteren 230 Jahren der Frankenk\u00f6nig Karl<sup><a id=\"fnref-6\" href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/02\/23\/das-christliche-abendland-nicht-verteidigungswert\/#fn-6\">16<\/a><\/sup>, den sie \u201eden Gro\u00dfen\u201c nennen, das Langobardenreich seinem fr\u00e4nkischen Gro\u00dfreich einverleibte.<\/p>\n<p>Mit dem Niedergang und Zusammenbruch des ausgefeilten, westr\u00f6mischen, Jahrhunderte alten Sklavenhalterimperiums machte die Geschichte in Europas Westen eine Rolle r\u00fcckw\u00e4rts in die fr\u00fchen Zeiten der Staatsentstehung aus archaischen, egalit\u00e4ren Stammesgesellschaften, die in anderen Weltgegenden, in Asien, im \u00f6stlichen Mittelmeer und im Nahen Osten schon lange pass\u00e9 waren.<\/p>\n<p>Wie im Verlauf jeder Kultur der fr\u00fchen Menschheit stieg nun auch die keltisch-germanisch-slawische Welt in die Epoche der Klassengesellschaften, Staatenbildung und Ausbeutung der gro\u00dfen Masse der Produzenten auf. Im Westen des Kontinents wurde daraus das \u201eAbendland\u201c.<\/p>\n<p>Die keltischen V\u00f6lker in Westeuropa hatten bereits unter der Herrschaft der R\u00f6mer erfahren, was Staat, Verwaltung, Milit\u00e4r und imperiales, gro\u00dfr\u00e4umiges Wirtschaften bedeuten und waren christlich-westkirchlich infiziert. Die zu jenen Zeiten durch Europa ziehenden germanischen St\u00e4mme standen an der Schwelle zu Reichsgr\u00fcndungen.<\/p>\n<p>Die alten Stammeskulturen, mit ihren druidischen und schamanischen Naturreligionen, mit Priestern und Heiligt\u00fcmern, kombiniert mit G\u00f6tterpathos wie das der Asen<sup><a id=\"fnref-7\" href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/02\/23\/das-christliche-abendland-nicht-verteidigungswert\/#fn-7\">7<\/a><\/sup> in Walhalla, waren zun\u00e4chst noch das Spiegelbild und Nachhall eines kulturellen Zusammenlebens, indem alle ohne Ausnahme zum materiellen Leben und \u00dcberleben der Gemeinschaft beizutragen hatten.<\/p>\n<p>Eine Stammesaristokratie, die sich zusehends ohne Eigenarbeit von den Ernte- und Arbeitsertr\u00e4gen \u201eihrer\u201c Bauern auf ihrem Landbesitz aushalten lie\u00df, setzte sich von den gemeinen Bauernkriegern ab und entwickelte eigene, herrschaftliche Standesinteressen.<\/p>\n<p>Die Entwicklung von Staaten bildenden Klassengesellschaften ist zugleich der Entstehungsprozess des sogenannten Abendlandes. Der hier historisch neue Klassenstaat konnte nicht mit den alten Stammeskulturen und -religionen funktionieren. Man brauchte einen neuen ideologischen \u00dcberbau, der die neu entstandenen Herrschaftsverh\u00e4ltnisse legitimierte, der den Widerstand alten egalit\u00e4ren Denkens brach und f\u00fcr eine neue, abgehobene, elit\u00e4re Kultur sorgte.<\/p>\n<h4><strong>Rolle und Aufgabe der Lateinisch-R\u00f6mischen Papstkirche<\/strong><\/h4>\n<p>Es gab bereits eine kulturelle, weltanschauliche Kraft, die eine lange Erfahrung mit Klassenstaaten und Herrschaftseliten hatte und vor Ort war: Die lateinisch-r\u00f6mische Kirche. Als Staatskirche hatte sie l\u00e4nder\u00fcbergreifende Strukturen und Zusammenhalt bis in die fernen r\u00f6mischen Westprovinzen hinein herausgebildet.<\/p>\n<p>Sie ging nicht mit den R\u00f6mern unter, sondern wurde Bestandteil von Mischkulturen vor Ort und ein entscheidender Faktor sich abzeichnender Staatenbildungen. Sie war die entscheidende Br\u00fccke in dieser Zeitenwende zwischen antiker Klassengesellschaft und sich transformierenden, nordwesteurop\u00e4ischen Stammesgesellschaften.<\/p>\n<p>Diese r\u00f6misch-katholische Papstkirche inszenierte einen gro\u00df angelegten, aggressiven Kulturkampf gegen die, ihre Religion und damit ihre Identit\u00e4t verteidigenden indigenen V\u00f6lker. Die Strategie war, die aristokratischen Eliten der germanischen V\u00f6lkerschaften zum Verrat an ihrer traditionellen Kultur zu verf\u00fchrten und sie durch die Taufe in ihr Lager zu ziehen.<\/p>\n<p>Das wurde die gro\u00dfe Zeit der Christianisierung und kirchlichen Mission. Dieser uns seit mehr als tausend Jahren parteiisch und ein\u00e4ugig auf das Edelste beschriebene Vorgang war in Wahrheit ein m\u00f6rderischer und aggressiver Kulturkampf gegen freie und nach innen noch selbstbewusste, naive und herrschaftsarme Stammesv\u00f6lkerschaften.<\/p>\n<p>Was passierte im Zuge der Christianisierung? Was hatte es mit den Missionaren, den \u201eM\u00e4rtyrern\u201c, den edlen Rittern \u00e0 la Arthur<sup><a id=\"fnref-8\" href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/02\/23\/das-christliche-abendland-nicht-verteidigungswert\/#fn-8\">8<\/a><\/sup>, seiner glorreichen Tafelrunde, der Gralssuche oder Bonifatius<sup><a id=\"fnref-9\" href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/02\/23\/das-christliche-abendland-nicht-verteidigungswert\/#fn-9\">9<\/a><\/sup>, dem \u201eApostel der Deutschen\u201c, in Wahrheit auf sich?<\/p>\n<h4><strong>Missionarischer Kulturkampf: Die Christianisierung von oben nach unten<\/strong><\/h4>\n<p>Die ersten Missionare waren irische Wanderm\u00f6nche, die aus eigenem Missionseifer, noch nicht im Auftrag der Papstkirche, auf dem Kontinent unterwegs waren. Die Riege der politischen und strategisch handelnden Missionare bestand aus f\u00fcr die damalige Zeit hochgebildeten, eloquenten Klerikern aus ber\u00fchmten Domschulen oder aus den speziell an den Grenzen eingerichteten Missionsbist\u00fcmern (Hamburg, Bremen, Utrecht, etc.). Oft zogen die Bisch\u00f6fe selber los.<\/p>\n<p>Die Missionare wurden in der Regel gastfreundlich in den paganen Gemeinschaften aufgenommen, bis man dann mit der Zeit merkte, dass die ach so um das Seelenheil besorgten Kirchenm\u00e4nner Vorreiter des expansiven Frankenstaates und seiner Panzerreiter und einer Kirchenexpansion waren, deren beider Ziel Eroberung und Unterwerfung war.<\/p>\n<p>Die Missionare zeigten mitunter auch eine \u00fcberhebliche, anma\u00dfende Einstellung und wurden handgreiflich und zerst\u00f6rerisch gegen ihre Gastgeber und deren Stammesheiligt\u00fcmer. Die gezielte Unterwanderung der Stammeskulturen war f\u00fcr die Gottesstreiter nicht ganz ungef\u00e4hrlich. Wenn man ihnen auf die Schliche kam, wurde mit ihnen kurzer Prozess gemacht, wie man am Schicksal des \u201eApostels der Deutschen\u201c Bonifatius sehen kann, der eigentlich Wynfreth hie\u00df, Angelsachse aus Devon war, und vom Papst den Missionskampfnamen Bonifatius (= Wohlt\u00e4ter)\u00a0erhalten hatte. Er wurde im Juni 754 von einer Friesenmenge beim Missionieren erschlagen.<\/p>\n<hr \/>\n<figure id=\"attachment_38585\" class=\"wp-caption aligncenter\" data-shortcode=\"caption\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-38585\" src=\"https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/bonifatius_donareiche.jpg?w=474\" sizes=\"(max-width: 474px) 100vw, 474px\" srcset=\"https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/bonifatius_donareiche.jpg?w=474 474w, https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/bonifatius_donareiche.jpg?w=108 108w, https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/bonifatius_donareiche.jpg?w=216 216w, https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/bonifatius_donareiche.jpg 648w\" alt=\"Bonifatius f\u00e4llt die Donareiche. 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(Bernhard Rode, 1781)&lt;\/p&gt; \" data-medium-file=\"https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/bonifatius_donareiche.jpg?w=474?w=216\" data-large-file=\"https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/bonifatius_donareiche.jpg?w=474?w=474\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Bonifatius f\u00e4llt die Donareiche der Chatten und sch\u00e4ndete damit eines der wichtigsten germanischen Heiligt\u00fcmer. (Bernhard Rode, 1781, Gemeinfrei)<\/figcaption><\/figure>\n<hr \/>\n<blockquote><p><em>\u201eAber im darauf folgenden Jahr begab er sich erneut in die wasserreiche Gegend der Friesen zu dem Zweck, das Werk der Verk\u00fcndigung zu vollenden. Als er dorthin gelangt war, und f\u00fcr einem bestimmten Tag das Volk\u00a0 zu seiner Unterweisung zusammenrief, kommt ein jeder zu seinem Aufenthaltsort, \u2013 aber nicht, um\u00a0 gleichsam dem\u00fctig das Wort des Herrn zu h\u00f6ren. Sie st\u00fcrzten sich voll feindlicher Gesinnung und mit gez\u00fcckten Waffen auf die heiligen Feiern der Predigt des Herrn, und haben den heiligen Stellvertreter Christi\u00a0 mit der blanken Waffe niedergemetzelt und\u00a0 alle seine Begleiter mit dem Schwert get\u00f6tet.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>(aus: Eigvils Vita St. Sturmi, Abt des Klosters Fulda)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<p>Diese klerikalen Reisekader handelten strategisch im Auftrag der Kirchenorganisation und mit R\u00fcckendeckung des damals noch ungeteilten und wachsenden fr\u00e4nkischen Staates, dessen K\u00f6nig sich schon 498 n. Chr. hatte taufen lassen. \u00dcberall entwickelte sich diese herrschaftlich gesteuerte Missionsarbeit \u201evon oben nach unten\u201c (der Historiker Franz Flaskamp). Zuerst taufte man immer die heidnischen Stammesf\u00fcrsten. Die lateinisch-r\u00f6mische Religion war zun\u00e4chst die Ideologie der F\u00fcrsten, der Adligen. Sie wurde als Staatskirche die kulturelle Basis der entstehenden Feudalstaaten.<\/p>\n<h4><strong>Das \u201eChristliche Abendland\u201c: Feudale St\u00e4ndestaaten<\/strong><\/h4>\n<p>Das sogenannte christliche Abendland entstand aus dieser historischen Allianz zwischen dem fr\u00e4nkischen feudalen Gro\u00dfstaat und der r\u00f6mischen Kirche. Dieses Erfolgsmodell wuchs unaufhaltsam in den Jahrhunderten des Fr\u00fch- und Hochmittelalters. Christliche Religion war der gesellschaftliche Spaltpilz, der die wachsende standesm\u00e4\u00dfige Klassenteilung der Gesellschaften ausnutzte und vertiefte. Zugleich war sie bestens geeignet, den zunehmend in Abh\u00e4ngigkeit und Rechtlosigkeit hineingeratenden unteren Volksschichten den Widerstandsgeist auszutreiben.<\/p>\n<p><strong>Beginnend mit dem fr\u00fchen Staat der Franken waren alle weiteren mittelalterlichen Staaten durch folgende Charakteristika gekennzeichnet:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>die Herausbildung einer zentralen k\u00f6niglich-staatlichen Verwaltung;<\/li>\n<li>die feudale Grundherrschaft auf der Basis von Belehnung;<\/li>\n<li>die Entwaffnung des freien Bauernkriegers zugunsten eines ritterlichen Gefolgschaftswesens;<\/li>\n<li>die absolute kriegerische Dominanz des bewaffneten, adeligen, berittenen K\u00e4mpfers.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Gesellschaft teilte sich nach Besitz und Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber alle Ressourcen in Klassen in der Form mittelalterlicher St\u00e4nde auf: einerseits die Besitzenden und herrschenden St\u00e4nde der <em>bellatores<\/em> (Krieger, Ritter) und die <em>oratores<\/em> (Betende, Kleriker); andererseits die <em>laboratores<\/em> (Arbeitende, vor allem die Masse der leibeigenen Bauern).<\/p>\n<h4><strong>Das Kerngebiet des \u201eChristlichen Abendlandes\u201c: Agressiv, Expansiv<\/strong><\/h4>\n<p>Zusammenfassend ist festzuhalten: Nachdem der erste Karolinger und der r\u00f6mische Papst Mitte des 8. Jahrhunderts eine feste Bindung eingegangen waren und nachdem Karl der Gro\u00dfe mit der Unterwerfung der Langobarden in Italien und der Sachsen im Norden ein zentrales, christlich-fr\u00e4nkisches Gro\u00dfreich im Westen des Kontinents mit teilweise ungebremster Brutalit\u00e4t konsolidiert hatte, wurde dieses Staatsgebilde und seine Nachfolgestaaten f\u00fcr die folgenden vier Jahrhunderte zu einer st\u00e4ndigen Gefahr f\u00fcr die angrenzenden, europ\u00e4ischen und erreichbaren au\u00dfereurop\u00e4ischen Gebiete.<\/p>\n<p>Das europ\u00e4ische Kerngebiet \u2013 eben das ber\u00fcchtigte \u201eAbendland\u201c \u2013 lag in einer Zone, die sich von S\u00fcdostengland \u00fcber Frankreich und Deutschland nach Zentralitalien hinzog, wobei insbesondere Nordfrankreich und Norditalien den Ton angaben.<\/p>\n<p>Eroberungsaktivit\u00e4ten in die meist heidnischen Randbereiche hinein gingen vorrangig von dem Kriegeradel der jeweiligen Grenzregionen dieses Kernbereiches aus. Schottland, Wales und Irland wurden das Ziel englisch-normannischer Ritter.<\/p>\n<p>Auf der Iberischen Halbinsel wurden im Zuge der Reconquista<sup><a id=\"fnref-10\" href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/02\/23\/das-christliche-abendland-nicht-verteidigungswert\/#fn-10\">10<\/a><\/sup> in immer neuen Sch\u00fcben nach S\u00fcden die muslimischen Gebiete erobert. H\u00f6hepunkte aggressiver Expansionsbestrebungen bildeten die Kreuzz\u00fcge des westeurop\u00e4ischen r\u00f6misch-katholischen Adels nach Pal\u00e4stina.<\/p>\n<p>Die Hauptrichtung s\u00e4chsisch-deutscher Expansion im Mittelalter zeigte, geografisch bedingt, nach Osten in die slawischen Gebiete.<\/p>\n<h4><strong>Milit\u00e4raristokratie, Ritterverb\u00e4nde und kirchliche Anstachelung<\/strong><\/h4>\n<p>\u00dcberhaupt gewann das sogenannte Abendland einen gro\u00dfen Teil seiner Kraft, Stabilit\u00e4t und Gef\u00e4hrlichkeit aus dieser Symbiose zwischen einer europ\u00e4isch-zentralistischen, lateinischen Kirche und den hochger\u00fcsteten, geschulten Milit\u00e4raristokratien der Kernl\u00e4nder.<\/p>\n<p>Die Kirche sorgte f\u00fcr den umfassenden, religi\u00f6sen und weltanschaulichen Zusammenhalt der sich st\u00e4ndig in ihrem Einflussbereich untereinander bekriegenden und befehdenden, hierarchischen Ritterverb\u00e4nden.<\/p>\n<p>Sie erlangte die umfassende Macht \u00fcber die Seelen der Menschen und war in der Lage, den oben beschriebenen, inneren, sozialen Druck der feudalen Kerngesellschaften zu b\u00fcndeln und nach au\u00dfen zu richten. Mission, Verbreitung des wahren Glaubens und Rettung des Seelenheils der Heiden waren die noblen Rechtfertigungsbotschaften f\u00fcr weltliche, handfeste Ziele, n\u00e4mlich f\u00fcr Eroberung zwecks Beutemacherei und Unterwerfung zwecks Tributeintreibung.<\/p>\n<p>Die christliche Ideologie lieferte autosuggestive Anstachelung zu Landraub und Einverleibung fremder L\u00e4nder. Die Kreuzz\u00fcge, die iberische Reconquista und die immer neuen Vorst\u00f6\u00dfe\u00a0nach Osten, inklusive eines speziellen \u201eWendenkreuzzugs\u201c gegen die Slawen jenseits der Elbe Mitte des 12. Jh.s waren die Umsetzung christlichen, dogmatischen Sendungsbewusstseins.<\/p>\n<p>Warum tendierte dieses \u201echristliche Abendland\u201c zu innerer und \u00e4u\u00dferer Expansion, das hei\u00dft zu innerem Ausbau der Altl\u00e4nder und zu \u00e4u\u00dferen Eroberungen und Kolonisierungen? Warum war es so aggressiv und gef\u00fcrchtet von seinen n\u00e4heren europ\u00e4ischen und weiteren mittelmeerischen Nachbarn?<\/p>\n<h4><strong>Das \u201eChristliche Abendland\u201c \u2013 Ein explosives Gemisch<\/strong><\/h4>\n<p>Der mittelalterliche Stand der<em> laboratores<\/em>, das\u00a0hei\u00dft die Masse der die Herrschenden versorgenden arbeitenden Bev\u00f6lkerung war nur in begrenztem Umfang in der Lage, diejenigen \u00dcbersch\u00fcsse zu erwirtschaften, die die geistlichen und weltlichen Eliten ben\u00f6tigten.<\/p>\n<p>Lehen, die den adligen Vasallen oder kirchlichen W\u00fcrdentr\u00e4gern eine standesgem\u00e4\u00dfe Existenz erm\u00f6glichten, mussten entsprechend der damaligen Produktivit\u00e4t der Arbeit \u00fcber eine bestimmte Landgr\u00f6\u00dfe und Menge an Arbeitskr\u00e4ften verf\u00fcgen. Der englische Historiker Robert Bartlett ermittelte f\u00fcr 7500 englische Rittersitze durchschnittlich pro Lehen 16 bis 17 km<sup>2<\/sup>. In der Normandie kamen 1172 auf jedes der ungef\u00e4hr 2500 Ritterg\u00fcter durchschnittlich 13 oder 14 km<sup>2<\/sup> [Robert Bartlett, Die Geburt Europas aus dem Geist der Gewalt. Eroberung, Kolonisierung und kultureller Wandel von 950 bis 1350, M\u00fcnchen 1996].<\/p>\n<p>Der Gr\u00f6\u00dfe des herrschenden Adels waren also objektive quantitative Grenzen gesetzt. Land und Lehen waren begehrt. In den Kernl\u00e4ndern war der Kuchen bald verteilt und eine Ausdehnung von Besitz und Macht war in der Regel nur durch Landoptimierung per Rodung oder Trockenlegung m\u00f6glich oder ging direkt auf Kosten von Standesgenossen.<\/p>\n<p>Erstgeburtsrecht und m\u00e4nnliche Erblinien waren geeignet, das System zu stabilisieren und in machtm\u00e4\u00dfiger Balance zu halten. Sie produzierten aber in gro\u00dfer Zahl nachgeborene S\u00f6hne und T\u00f6chter auf der Suche nach standesgem\u00e4\u00dfem Auskommen. Das erkl\u00e4rt zu gro\u00dfem Teil die ewigen Fehden und K\u00e4mpfe untereinander. Nach jedem Tod eines F\u00fcrsten setzten immer wieder K\u00e4mpfe der Nachfahren um das Erbe und verschiedener Adelsh\u00e4user um die Umbesetzung von Machtpositionen ein.<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem ergab sich aus der Struktur der Milit\u00e4rorganisation. Die F\u00fchrer ben\u00f6tigten Land f\u00fcr ihre milit\u00e4rischen Gefolgsleute, sowohl als Abgeltung f\u00fcr deren Dienste als auch, um sie \u00fcber Lehen zu weiterer Heerfolge zu verpflichten.<\/p>\n<p>Entsprechendes gilt f\u00fcr die kirchlichen Hierarchien und Institutionen, auch wenn sich durch den Z\u00f6libat die Fragen etwas anders stellten. \u00a0Die r\u00f6mische Pr\u00e4latenkirche war von der p\u00e4pstlichen Kurie bis hinunter zu den regionalen Bist\u00fcmern und den Kl\u00f6stern ausschlie\u00dflich mit Angeh\u00f6rigen des Adels best\u00fcckt, die auf diesem Wege zu einem standesgem\u00e4\u00dfen Leben mit entsprechender Karriere fanden.<\/p>\n<p>Aber auch diese Institutionen waren von der Gr\u00f6\u00dfe ihrer Besitzungen abh\u00e4ngig und brachten missionierende Kandidaten f\u00fcr die Erschlie\u00dfung von eroberten Territorien und dem Aufbau von Herrschaften in der Fremde hervor.<\/p>\n<p>Die sich aus all diesen Aspekten ergebende chronische Knappheit von Land und Lehen war mit Sicherheit einer der Antriebskr\u00e4fte f\u00fcr die brutale Ausbeutung der h\u00f6rigen Landbev\u00f6lkerung im europ\u00e4ischen \u201echristlichen Abendland\u201c und seine gef\u00e4hrliche Eroberungs- und Expansionsdynamik.<\/p>\n<h4><strong>Zur\u00fcck zum Anfang<\/strong><\/h4>\n<p>Zur\u00fcck zum Anfang, zu den PEGIDA-Verteidigern des \u201echristlichen Abendlandes\u201c, zu dem \u00a0konservativ-deutschnationalen Selbstverst\u00e4ndnis von \u201eCDU- und CSUlern\u201c, zu unserer \u201ewestlichen Wertgemeinschaft\u201c und zu dem schweren Problem, ob nun \u00a0der Islam \u2013 oder laut SPD auch das Judentum \u2013 zum \u201echristlichen Abendland\u201c geh\u00f6rt oder ob wir es vor solchen \u201e\u00dcberfremdungen\u201c verteidigen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass klar geworden ist, dass dieses christliche Abendland die Sache von Ausbeutern und Eroberern war. Das \u201echristliche Abendland\u201c war in unserer Weltgegend der Einstieg in die allgemeine Menschheitsepoche der Staaten, die als Werkzeuge von physisch und seelisch herrschenden Eliten dazu dienten, eigene Bev\u00f6lkerungen auszubeuten, sie in Schach zu halten und fremde Gesellschaften auszurauben und zu vereinnahmen, eventuell auch auszurotten \u2013 immer und \u00fcberall seit ein paar Tausend Jahren.<\/p>\n<p>Im 17. bis ins 19. Jh. machte sich die M\u00e4chte des christlichen Abendlandes daran, den Globus zu erobern und die Menschheit mit riesigen Kolonialreichen unchristlich auszusaugen und zu \u00fcberfremden, sich als Herrinnen der Welt aufzuspielen, in imperialistischer Konkurrenz untereinander bis zum \u00c4u\u00dfersten zu gehen und gegenseitig ihre Bev\u00f6lkerungen in Kriegen zu verschlei\u00dfen.<\/p>\n<p>Immer mit Segen der Kirche f\u00fcr alle Seiten, f\u00fcr deren Kanonen und f\u00fcr jede Barbarei, sofern sie sie nicht selbst beging. Diese imperialistischen Kolonialm\u00e4chte hatten rein gar nichts mehr mit der mitunter finsteren Vergangenheit eines \u201echristlichen Abendlandes\u201c zu tun. Der islamischen Welt von Marokko bis Indonesien wurde in zwei Weltkriegen auf das \u00dcbelste mitgespielt. Sie ist niedergedr\u00fcckt, zerrissen, befindet sich in den Klauen von Weltbank, Monopolkonzernen, \u00d6lscheichs und internationalem Finanzkapital und bringt vermehrt entwurzelte Fl\u00fcchtlinge.<\/p>\n<p>In welche Verzweiflung haben die Nachfahren des \u201echristlichen Abendlandes\u201c Menschen getrieben, dass die nur noch \u201eAllahu akbar\u201c schreien k\u00f6nnen und als einzige \u00fcbrig gebliebene Waffe sich dann selbst in die Luft sprengen. Das sind die \u00e4rmsten Schweine auf diesem Planeten \u2013 denen man als erstes helfen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Und nun haben die Dresdener Wutb\u00fcrger tats\u00e4chlich Angst vor der Islamisierung des Abend-landes. Bisher war jedenfalls die geschichtliche Lage auf der Welt so, dass eher die V\u00f6lker und alle arbeitenden Bev\u00f6lkerungen S\u00fcd- und Mittelamerikas, Afrikas und Nordamerikas Grund hatten, die Herrschaftsreligion, die christlichen Eroberer und die christlichen Kolonialherren, also die Christianisierung, zu f\u00fcrchten.<\/p>\n<p>Das ist heute vorbei. Das globale Finanzkapital und die weltweit operierenden Konzerngiganten der verschiedensten Branchen haben keine Religion, geh\u00f6ren zu keiner Nation, zu keinem Staat. Sie haben diese Menschheitsepoche der scheinheiligen, ihre Herrschaft sichernden Religionen hinter sich gelassen. Ihnen ist eine in ausbeutbare Klassenstaaten parzellierende Welt eher hinderlich geworden. Sie haben mit einem Fu\u00df diese alte Welt der christlichen Abend- und islamischen Morgenl\u00e4nder bereits verlassen, w\u00e4hrend sie mit dem anderen die Welt im Ganzen und im St\u00fcck ruinieren.<\/p>\n<blockquote>\n<h2>Religion ist Opium f\u00fcr das Volk!<\/h2>\n<p><em>(Karl Marx)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die PEGIDA-Leute verteidigen sich gegen das Phantom einer Islamisierung, was immer das auch sei, vor dem sie aber dumpfe Angst empfinden. Offen gesagt, es muss alles weg: Islamisierung, Christianisierung, die Weisheiten des Korans oder die Bibel oder welche \u201eHeiligen B\u00fccher\u201c auch immer. Stellt sie alle in das Regal der Geschichtsb\u00fccher und Quellensammlungen.<\/p>\n<p>Es sollte auch dieses Gutmenschengeschw\u00e4tz \u00fcber Toleranz und menschlichem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Islam, der ja eigentlich ganz friedlich ist, oder \u00fcber unser ach so gro\u00dfes christliches N\u00e4chstenliebe-Herz aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Es gibt auf dieser Welt keine einzige wirklich tolerante Weltreligion. Alle stellen euch einen Gott vor die Nase, der euer F\u00fchrer und Herr ist und wei\u00df, wo es lang geht und den kleinen Gl\u00e4ubigen letztlich entm\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Und da die G\u00f6tter nicht reden k\u00f6nnen oder wollen, gibt es P\u00e4pste, Priester, Pastoren, Imame, Ayatollahs, Hodschas, Gurus, Dalai Lamas, Rabbis, Brahmanen, Derwische, Erleuchtete, Schamanen, Buddhas, etc. die euch alles M\u00f6gliche erz\u00e4hlen, was so ein Gott eigentlich meint.<\/p>\n<p>Alles ist historisch entstandenes Religionsequipment, von Menschen meist sehr zweckdienlich ausgedacht und niedergeschrieben zu Zeiten, wo die Menschen noch einen sehr kleinen Wissenshorizont hatten, sprich keine Ahnung von der Welt und ihren Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten, der Massenpsychologie, der Evolution, usw. hatten.<\/p>\n<p>Sieht man von den vorstaatlichen, naturrechtlichen Religionen und Kulten ab, so sind alle Religionen Herrschaftswissen, das auf diese oder jene Weise die Ausgebeuteten und Unterprivilegierten ruhig und bei der Stange halten, beziehungsweise vor einen bestimmten, gesellschaftlich-politischen Karren spannen soll.<\/p>\n<p>Jede zu einer Organisation, zu einem Apparat, Kirche und verwalteten Hierarchie geronnene Religion wird automatisch zu einer St\u00fctze des staatlichen Systems, in das sie eingebettet ist. Ohne Staaten und ohne Klassengesellschaft kein Herrschaftswissen, keine Religion, keine Angst und Verlorenheitsgef\u00fchl in einer mich niedermachenden Welt, keine Notwendigkeit, in meiner Not von oben Trost zu bekommen.<\/p>\n<h4><strong>Liebe PEGIDA-Sympathisanten und AfD-W\u00e4hler im Land \u2026<\/strong><\/h4>\n<p>Wenn ich bei der Arbeit neben meinen afghanischen Kollegen an der Werkbank stehe, wenn ich mit meinen indischen Kollegen an einem Softwareproblem knobele, wenn meine Frau die Vorsorge bei den Kindern einer syrischen Fl\u00fcchtlingsfamilie macht, wenn wir zum Griechen essen gehen, dann geh\u00f6ren wir zusammen, dann lernen wir voneinander, dann ist es sch\u00f6n und interessant zu h\u00f6ren, wie er\/sie privat lebt, was er\/sie erlebt hat und was er\/sie so denkt. Da wird die Welt bunt unter gleichen.<\/p>\n<p>Und dann schleichst du PEGIDA-Demonstrant durch die Gegend, verteidigst irgendein Abendland von vor 1000 Jahren und meinst, die anderen nehmen dir Arbeit weg, f\u00fcr die du dir selbst eventuell viel zu schade w\u00e4rst. Nein, die Weltfinanzen, die G-7-Staaten, die Gro\u00dfkonzerne, die Weltbank hat zuerst einmal deren Arbeit in ihren L\u00e4ndern kaputtgemacht, die dortige Wirtschaft ruiniert, die Regime bestochen und am Ende in einem Stellvertreterkrieg ihnen alles zerbombt.<\/p>\n<p>Wer nimmt wem die Arbeit weg? Dieselben, die diesen Fl\u00fcchtlingen Arbeit und Existenz genommen haben, sind dieselben, die die griechische Bev\u00f6lkerung fertig machen, die der spanischen Jugend alle Zukunft nehmen, die die polnischen und lettischen Arbeitskr\u00e4fte aus England herauswerfen und die mexikanischen Arbeitskr\u00e4fte in den USA in die W\u00fcste schicken wollen. Keine Arbeit f\u00fcr uns?<\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"attachment_38911\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-38911\" class=\" wp-image-38911\" src=\"https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/das-neue-verhc3a4ltnis-zwischen-arbeiter-und-unternehmer-karikatur-aus-dem-neuen-postillon-zc3bcrich-schweiz-1896.jpg?w=474\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" srcset=\"https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/das-neue-verhc3a4ltnis-zwischen-arbeiter-und-unternehmer-karikatur-aus-dem-neuen-postillon-zc3bcrich-schweiz-1896.jpg?w=474 474w, https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/das-neue-verhc3a4ltnis-zwischen-arbeiter-und-unternehmer-karikatur-aus-dem-neuen-postillon-zc3bcrich-schweiz-1896.jpg?w=948 948w, https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/das-neue-verhc3a4ltnis-zwischen-arbeiter-und-unternehmer-karikatur-aus-dem-neuen-postillon-zc3bcrich-schweiz-1896.jpg?w=150 150w, https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/das-neue-verhc3a4ltnis-zwischen-arbeiter-und-unternehmer-karikatur-aus-dem-neuen-postillon-zc3bcrich-schweiz-1896.jpg?w=300 300w, https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/das-neue-verhc3a4ltnis-zwischen-arbeiter-und-unternehmer-karikatur-aus-dem-neuen-postillon-zc3bcrich-schweiz-1896.jpg?w=768 768w\" alt=\"Das neue Verh\u00e4ltnis zwischen Arbeiter und Unternehmer. Karikatur aus dem Neuen Postillon, Z\u00fcrich, Schweiz 1896.\" width=\"702\" height=\"595\" data-attachment-id=\"38911\" data-permalink=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/02\/23\/das-christliche-abendland-nicht-verteidigungswert\/das-neue-verhaltnis-zwischen-arbeiter-und-unternehmer-karikatur-aus-dem-neuen-postillon-zurich-schweiz-1896\/\" data-orig-file=\"https:\/\/neuedebatte.files.wordpress.com\/2017\/02\/das-neue-verhc3a4ltnis-zwischen-arbeiter-und-unternehmer-karikatur-aus-dem-neuen-postillon-zc3bcrich-schweiz-1896.jpg?w=474\" data-orig-size=\"1062,900\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"das-neue-verhaltnis-zwischen-arbeiter-und-unternehmer-karikatur-aus-dem-neuen-postillon-zurich-schweiz-1896\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Das neue Verh\u00e4ltnis zwischen Arbeiter und Unternehmer. 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Sie haben Millionen Inl\u00e4nder, die Masse der Fl\u00fcchtlinge, ausl\u00e4ndische Arbeiter in den USA, ja den ganzen Kontinent Afrika als f\u00fcr ihre perverse Wirtschaft nicht mehr lukratives, \u00fcberfl\u00fcssiges Menschenmaterial aus dem Verkehr gezogen. Gibt es auf dieser Welt nichts mehr zu arbeiten oder l\u00e4sst man uns nur nicht an die Arbeit, weil man nicht mehr genug an uns verdienen kann?<\/p>\n<p>Die Fl\u00fcchtlinge an Land und in den Booten, die Millionen Arbeitslosen in der EU, die Arbeiter jeder Hautfarbe in den USA, die um das \u00dcberleben k\u00e4mpfenden Brasilianer in den Favelas, \u2013 wir leiden alle unter den gleichen globalen finanzkapitalistischen Verh\u00e4ltnissen, die uns St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck das Arbeits- und Lebensrecht versperren.<\/p>\n<p>Hallo ihr PEGIDA-Anh\u00e4nger und AfD-W\u00e4hler,<br \/>\nlasst euch nicht einreden ihr seid die allein Abgeh\u00e4ngten. Seid ihr nicht. Andere sind viel schlimmer abgeh\u00e4ngt. Aber richtig ist, dass immer mehr und mehr Leute abgeh\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p>Es ist mehr als dumm, wenn die Abgeh\u00e4ngten untereinander aufeinander losgehen. Und lasst euch nicht einreden, ihr seid das Volk. Seid ihr nicht, sondern nur eine kleine Abteilung auch Abgeh\u00e4ngter. Auch das mit dem Abendland k\u00f6nnt ihr abhaken. Da gibt es nichts zu retten und zu verteidigen, wie ich euch hoffentlich klarmachen konnte.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Konrad Hermann Joseph Adenauer<\/strong> (1876 \u2013 1967) war von 1949 bis 1963 der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.<\/p>\n<p><strong>Paul Joseph Goebbels<\/strong> (1897 \u2013 1945) war einer der einflussreichsten Politiker w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus, einer der engsten Vertrauten Adolf Hitlers und Reichsminister f\u00fcr Propaganda.<\/p>\n<p><strong>Der Untergang des R\u00f6mischen Reiches<\/strong> im Westen ist ein viel diskutiertes Thema der Altertumswissenschaft. Es geht um die Gr\u00fcnde f\u00fcr den allm\u00e4hlichen Niedergang des westr\u00f6mischen Reiches, das mit der Absetzung des westr\u00f6mischen Kaisers Romulus Augustulus im Jahr 476 (bzw. mit dem Tod des letzten von Ostrom anerkannten Kaisers Julius Nepos im Jahr 480) endete, wobei h\u00f6chst unterschiedliche Theorien entworfen wurden und werden. Zentral ist hierbei vor allem die Frage, ob prim\u00e4r innere Faktoren (z. B. strukturelle Probleme, angebliche Dekadenz, religi\u00f6se und soziale Umbr\u00fcche, B\u00fcrgerkriege) oder der Druck durch \u00e4u\u00dfere Angreifer (Germanen, Hunnen, Perser) f\u00fcr die Entwicklung verantwortlich zu machen sind. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Untergang_des_R%C3%B6mischen_Reiches\" target=\"_blank\">Mehr Informationen gibt es hier \u2026<\/a><\/p>\n<p><strong>Konstantinopel<\/strong> wurde um 660 v. Chr. unter dem Namen Byzantion gegr\u00fcndet. Der r\u00f6mische Kaiser Konstantin der Gro\u00dfe machte die Stadt 330 n. Chr. zu seiner Hauptresidenz und benannte sie in Nova Roma um. In der Sp\u00e4tantike beanspruchte die Stadt auch den Rang als \u201eNeues Rom\u201c. Nach dem Tod Kaiser Konstantins 337 wurde die Stadt in Constantinopolis umbenannt. Sie war Hauptstadt des Ostr\u00f6mischen Reichs und blieb dies (abgesehen von der Eroberung im Vierten Kreuzzug) ununterbrochen bis zur Eroberung durch die Osmanen 1453.<\/p>\n<p>Woher der Name der <strong>Langobarden<\/strong> stammt, ist unklar. Der langobardische Chronist Paulus Diaconus berichtet im 8. Jahrhundert von einer alten Sage. Demnach hie\u00dfen die Langobarden einstmals Winniler.<\/p>\n<p><strong>Karl der Gro\u00dfe<\/strong> (747 oder 748 \u2013 814) war von 768 bis 814 K\u00f6nig des Fr\u00e4nkischen Reichs. Bis 771 teilte er sich die Herrschaft mit seinem Bruder Karlmann. Karl der Gro\u00dfe erlangte im Dezember 800 als erster westeurop\u00e4ischer Herrscher seit der Antike die Kaiserw\u00fcrde. Er f\u00fchrte zahlreiche Krieg und baute sein Reich durch Eroberungen auf.<\/p>\n<p><strong>Asen<\/strong> sind in der der nordischen Mythologie ein kriegerisches G\u00f6ttergeschlecht, das seinen Wohnsitz in Asgard (altnord.: Heim der Asen) hat. Ihnen werden Eigenschaften wie St\u00e4rke und Macht zugeschrieben. Asen sind sterblich, sie halten sich lediglich durch \u00c4pfel der Idun, der G\u00f6ttin der Unsterblichkeit, jung.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nig Arthur<\/strong> (auch K\u00f6nig Artus) ist eine Sagengestalt, die in zahlreichen Werken des europ\u00e4ischen Mittelalters in unterschiedlichem Zusammenhang genannt und dargestellt wird. Sein Herrschaftsgebiet soll Britannien gewesen sein, wobei durch die Geschichtswissenschaft bezweifelt wird, das Artus \u00fcberhaupt ein reales historisches Vorbild hatte.<\/p>\n<p><strong>Bonifatius<\/strong> (etwa 673 bis 754 oder 755) war einer der bekanntesten Missionare und der wichtigste Kirchenreformer im Frankenreich. Aufgrund seiner umfangreichen Missionst\u00e4tigkeit im damals noch \u00fcberwiegend heidnischen Germanien wird er seit dem 16. Jahrhundert als \u201eApostel der Deutschen verehrt. Er wurde am 5. Juni 754 oder 755 am Ufer des Flusses Boorne bei Dokkum von Heiden erschlagen.<\/p>\n<p><strong>Reconquista<\/strong> (portugiesisch: R\u00fcckeroberung) ist die spanische und portugiesische Bezeichnung f\u00fcr das Entstehen und die Ausdehnung des Herrschaftsbereichs der christlichen Reiche der Iberischen Halbinsel im Mittelalter unter Zur\u00fcckdr\u00e4ngung des muslimischen Machtbereichs. Die Schlacht von Covadonga im Jahr 722 gilt als Beginn der Reconquista, die mit der Eroberung Granadas durch die Katholischen K\u00f6nige am 2. Januar 1492 endete.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das\u00a0\u201eAbendland\u201c ist weder besonders christlich, noch ist es verteidigungswert. 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