{"id":387378,"date":"2016-10-22T13:07:47","date_gmt":"2016-10-22T12:07:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pressenza.com\/de\/?p=387378"},"modified":"2016-10-22T13:07:47","modified_gmt":"2016-10-22T12:07:47","slug":"juergen-graesslin-wir-alle-muessen-die-utopie-von-frieden-die-tat-umsetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2016\/10\/juergen-graesslin-wir-alle-muessen-die-utopie-von-frieden-die-tat-umsetzen\/","title":{"rendered":"J\u00fcrgen Gr\u00e4sslin: Wir alle m\u00fcssen die Utopie von Frieden in die Tat umsetzen"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2016\/10\/sezano-italien-die-kraft-der-utopie\/\" target=\"_blank\">Konferenz zur Utopie<\/a> im Monastero del Bene Comune in Sezano bei Verona, Italien, haben wir den bekannten deutschen Friedensaktivisten <a href=\"http:\/\/www.juergengraesslin.com\/\" target=\"_blank\">J\u00fcrgen Gr\u00e4sslin<\/a> getroffen und interviewt.<\/p>\n<p>Gr\u00e4sslin, Experte f\u00fcr Waffenhandel, der bereits w\u00e4hrend des <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2016\/06\/waffenindustrie-und-ethik-ein-workshop-von-pressenza-beim-global-media-forum\/\" target=\"_blank\">Deutsche Welle Global Media Forums 2016<\/a>\u00a0und zuletzt auch anl\u00e4sslich des <a href=\"http:\/\/www.pressenza.com\/de\/?s=ipb\" target=\"_blank\">International Peace Bureau Congress<\/a> mit Pressenza zusammengearbeitet hat, erinnert uns an die Notwendigkeit von Frieden. Seiner Meinung nach m\u00fcssen wir alle zusammen eine Welt ohne Waffen, Milit\u00e4r und Gewalt anstreben, Schritt f\u00fcr Schritt und damit beginnend, ein Netzwerk aller Menschen zu schaffen, die sich f\u00fcr eine bessere Zukunft engagieren.<\/p>\n<p>Wir haben auch \u00fcber Gr\u00e4sslins Recherchen zu deutschen und europ\u00e4ischen Waffenexporten gesprochen, einem massivem Gesch\u00e4ft, das Millionen vom Opfer \u00fcberall auf der Welt fordert. Deutschland, Italien, USA und Russland sind die haupts\u00e4chlich in Waffenhandel involvierten L\u00e4nder, der nur allzu oft \u00fcber die Grenzen internationaler Abkommen hinaus geht.<\/p>\n<p>J\u00fcrgen Gr\u00e4sslin und die <a href=\"http:\/\/www.aufschrei-waffenhandel.de\/\" target=\"_blank\">Antikriegskampagne \u201eAktion Aufschrei\u201c<\/a> engagieren sich daf\u00fcr, diese Art von Kriminalit\u00e4t anzuklagen, indem sie Stimmen von Opfern nach Deutschland bringen und gewaltfreie Aktionen gegen die Aggressoren, also gegen Waffenproduzenten und politische Institutionen, die diese unterst\u00fctzen, realisieren.<\/p>\n<p>Eine k\u00fcrzliche Umfrage des TNS Enmid (Februar 2016) ergab, dass um die 83 % aller Deutschen gegen Waffenexporte sind und dasselbe gilt wahrscheinlich auch f\u00fcr den Gro\u00dfteil der Menschen in Europa und dar\u00fcber hinaus. Es ist an der Zeit, alle diese Stimmen zu vereinen, sagt Gr\u00e4sslin, und zusammen daran zu arbeiten, die Utopie Frieden in die Tat umzusetzen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/tIrffrXgINM\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Transkript des Interviews:<\/p>\n<p><strong>Glauben Sie, das Frieden eine Utopie ist?<\/strong><\/p>\n<p>Frieden ist keine Utopie, Frieden ist eine Notwendigkeit. Wenn wir keinen Frieden haben, dann haben wir Kriege. Schauen Sie sich die Kriege an, in Afghanistan, im Irak, in Libyen, in Syrien und so weiter. Kriege sind zerst\u00f6rerisch, Kriege t\u00f6ten Millionen von Menschen. W\u00e4hrend meiner Recherche zu deutschen Waffen war ich in vielen solcher L\u00e4nder. Ich habe hunderte von Menschen getroffen und mit ihnen gesprochen, was passiert, wenn \u2013 wie in diesen Fall \u2013 deutsche Waffen in diese L\u00e4nder geliefert werden, in die H\u00e4nde von Diktaturen, die die Waffen dann gegen die Bev\u00f6lkerung in diesen L\u00e4ndern einsetzen. Was ich gesehen habe, sind hunderte von Menschen, die traumatisiert sind, sie sind alle traumatisiert, dies ist nur ein Beispiel pars pro toto. Es gibt Millionen von Menschen, die traumatisiert sind. Deshalb, wenn Krieg nicht beendet wird und wenn Frieden nicht kommt, dann wird die Welt zerst\u00f6rt. Wir brauchen die Utopie des Friedens, wir m\u00fcssen die Utopie des Friedens Schritt f\u00fcr Schritt in die Tat umsetzen. Schritt f\u00fcr Schritt bedeutet, dass man keine Schalter umlegen kann und dann wird die Welt ein besserer Ort, sondern wir brauchen viele Menschen, die f\u00fcr Frieden arbeiten, die f\u00fcr Gerechtigkeit arbeiten, f\u00fcr eine \u00f6kologisch intakte Welt und das, was wir tun m\u00fcssen, ist ein gro\u00dfes Netzwerk in der ganzen Welt aufzubauen. Ich alleine bin nicht stark genug, Sie alleine sind nicht stark genug, wir alle sind nicht stark genug. Da sind unsere Organisationen, ich spreche f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte Friedensorganisation in Deutschland, weil ich ihr Pressesprecher bin&#8230; aber es ist nicht genug. Wir m\u00fcssen ein Netzwerk f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit aufbauen, und dieser Ort, dieses Kloster, ist ein sehr guter Ort, um diese Idee der Utopie zu initialisieren. Es ist ein Zeichen, das wir in die Welt senden k\u00f6nnen. All die Menschen hier aus Italien und anderen L\u00e4ndern k\u00f6nnen nach Hause gehen und die Idee von Utopia weitererz\u00e4hlen. Vielleicht ist dies ein Anfang. Um auf Ihre Frage zur\u00fcckzukommen, Utopie sollte nicht nur eine Idee von Leuten sein, die ganz weit weg ist, wo wir sagen, wir k\u00f6nnen gar nichts machen, sondern Utopie muss in die Tat umgesetzt werden, Utopie muss Realit\u00e4t werden.<\/p>\n<p><strong>Kann Gewaltfreiheit das Engagement f\u00fcr Frieden und Abr\u00fcstung st\u00e4rken?<\/strong><\/p>\n<p>Es gab eine Umfrage in Deutschland, bei der die Leute gefragt wurden, akzeptieren Sie Waffenexporte in andere L\u00e4nder? Und 83 % sagten \u201eStoppt Waffenexporte\u201c. 83%! In Deutschland gibt es 80 Millionen Menschen, das hei\u00dft also 50 oder 60 Millionen Menschen wollen keine Waffenexporte, weil sie wissen, was mit diesen Waffen in anderen L\u00e4nder gemacht wird. Wir haben auch die Bilder dazu, wir zeigen sie, wir geben den Opfern eine Stimme, wir laden Sie ein, nach Deutschland zu kommen und zu erz\u00e4hlen, was passiert, wenn wir Waffen liefern, wenn die deutsche Regierung oder die Waffenindustrie Waffen liefert. Es gibt also viele Leute, wir sind die Mehrheit. Das Problem ist, dass die Leute sagen, macht ihr das f\u00fcr uns und dann sage ich nein, wir m\u00fcssen das zusammen machen. Wir m\u00fcssen alle auf die Stra\u00dfe gehen, vor Firmen wie Heckler &amp; Koch oder andere. Hier in Italien gibt es Beretta, die Kleinwaffen liefern und Kleinwaffen sind die t\u00f6dlichsten. Menschen in Kriegen und B\u00fcrgerkriegen sterben durch Kleinwaffen und Gewehre. Und Heckler &amp; Koch und Beretta sind Nummer zwei und Nummer drei in der Welt. Stellen Sie sich also vor, eine Menge des T\u00f6tens \u00fcberall auf der Welt kommt aus Deutschland und Italien. Tod kommt aus Deutschland und Italien in die Welt und wir m\u00fcssen das stoppen. Und wir sind die Mehrheit. Aber wie bringen wir die Menschen in einer gewaltfreien Aktion vor die Zentrale von Heckler &amp; Koch und Beretta, das ist die Frage.<\/p>\n<p><strong>Sie sind direkt in diese L\u00e4nder gegangen und haben die Opfer deutscher Waffen besucht. Was k\u00f6nnen Sie uns dar\u00fcber berichten und was haben Sie daraus gelernt?<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber das Schicksal dieser Menschen, \u00fcber das Leben dieser Menschen, \u00fcber die Zerst\u00f6rung, die diese Waffenexporte verursachen, wobei es keinen Unterschied macht, ob sie von Heckler &amp; Koch oder Beretta kommen, oder russische oder amerikanische Waffen sind, es ist immer das gleiche Ergebnis. Menschenleben werden zerst\u00f6rt, Familien werden zerst\u00f6rt, Traumatisierung ist kein besonderer Einzelfall in einer Familie, sie ist \u00fcberall. Und dann habe ich mir gesagt, f\u00fcr den Rest meines Lebens will ich den Opfern eine Stimme geben. Vielleicht werden einige von ihnen nach Deutschland kommen, um \u00fcber ihr Leben und die Zerst\u00f6rung ihres Lebens zu sprechen. Aber es ist nicht genug, man br\u00e4uchte auch \u00e4rztliche Hilfe. Zum Beispiel gibt es in unserer Kampagne \u201eStoppt den Waffenhandel \u2013 Aktion Aufschrei\u201c die Organisation IPPNW (Internationale \u00c4rzte f\u00fcr die Verh\u00fctung des Atomkrieges \u2013 \u00c4rzte in sozialer Verantwortung e.V.), einer Gruppe von \u00c4rzten, die 1993 den Friedensnobelpreis erhalten haben, die aus diesen L\u00e4ndern kommen und erz\u00e4hlen, was dort geschieht. Einer der \u00c4rzte kommt aus Kenia, er erz\u00e4hlte uns, dass seine Arbeit darin besteht, jeden Tag sechs Kinder zu operieren, und er beschrieb im Detail den Effekt der Munition, wenn sie auf den K\u00f6rper trifft. Er zeigte uns Bilder eines M\u00e4dchens, die den gesamten unteren Gesichtsbereich verloren hatte, kein Wangen, keine Z\u00e4hne mehr, nur ein riesiges Loch durch eine einzige Kugel. Er implantierte Metallplatten und restrukturierte die Knochen, in sechs oder sieben Operationen. Dann gibt es eine neue Phase, in der das junge M\u00e4dchen, obwohl ihr Mund zu breit ist, wieder l\u00e4chelt. So etwas kostet 5.000, 6.000 , vielleicht 10.000 Dollars, um diesem M\u00e4dchen ein Leben zu erm\u00f6glichen. Was wir also tun k\u00f6nnen, ist diesen Opfern ein Stimme zu geben und zu sagen: Stoppt Waffenexporte. Sie sind kriminell, ob sie nun legalisiert sind oder nicht, sie sind kriminell gegen die Menschen. Und meine Utopie hier bei dieser Konferenz ist, mit meinem Leben, mit unseren Leben &#8211; wir sind hunderte von Organisationen bei der Aktion Aufschrei in Deutschland &#8211; zu sagen \u201eStoppt Waffenhandel\u201c. Viele kommen aus der Friedensbewegung, aus der Bewegung f\u00fcr Menschenrechte, von der evangelischen und katholischen Kirche, und sie alle sagen: Stoppt Waffenexporte, wir sind die 83% in Deutschland. Meine Utopie ist, dass wir Schritt f\u00fcr Schritt diesem Ziel n\u00e4her kommen und es in die Tat umzusetzen, und ich glaube, das schaffen wir auch. Aber das Problem ist, das geht nicht in einem oder zwei Jahren. Wir m\u00fcssen die richtigen Schritte finden und die richtigen Friedensaktionen, gewaltfreie Aktionen gegen diese Unternehmen, gegen die Politiker, die diese Art von Politik erlauben. Was ich nach 30 Jahren Arbeit gegen Heckler &amp; Koch und solche Unternehmen sagen kann, ich habe auch viele B\u00fccher \u00fcber andere Unternehmen in Deutschland geschrieben, \u00fcber die Politiker und die Lobbyorganisationen f\u00fcr das Milit\u00e4r, um Licht in dieses dunkle Gesch\u00e4ft zu bringen, was ich sagen kann, ist, dass wir schon drei bis vier gro\u00dfe Schritte in diesen 30 Jahren geschafft haben.<\/p>\n<p><strong>Sie engagieren sich pers\u00f6nlich gegen das Gesch\u00e4ft mit Waffen. K\u00f6nnen Sie uns etwas \u00fcber Ihre Aktionen und Klagen erz\u00e4hlen?<\/strong><\/p>\n<p>Meine erste Klagen gegen Heckler &amp; Koch reichte ich in 2010 eine. Ein Whistleblower kam 2009 zu mir, er weinte am Telefon und sagte mir \u201eich war Mitglied von Heckler &amp; Koch und ich war in Mexiko und was wir da tun ist ein krimineller Akt, weil wir Gewehre liefern, vom Typ G36, das modernste von Heckler &amp; Koch, in Regionen wo es laut deutschem Gesetzt nicht erlaubt ist\u201c. Aber die Politiker sagten, Mexiko sei sicher \u2013 und das an sich ist verr\u00fcckt \u2013 aber in vier Regionen ist es nicht erlaubt. Dennoch liefert Heckler &amp; Koch die H\u00e4lfte der Waffen genau in diese Regionen. Dieser Mann sagte das also und ich fragte mich, ist das wahr? Wir trafen uns mehrmals und er sagte, er ist Christ, er wolle nicht mehr l\u00fcgen, er wolle kein Straftaten mehr begehen und er verlie\u00df Heckler &amp; Koch. Er gab mir eine Menge Dokumente, Videos, Dias und Fotos und ich glaubte ihm. Ich reichte also Klage ein, zusammen mit meinem Anwalt Holger Rothbauer, der im Bereich Waffenhandel spezialisiert ist. Wir haben viel Erfolg in den Gerichten zusammen mit Holger. Die erste Klage war also in 2010 und Holger erweiterte sie 2012 gegen das Wirtschaftsministerium, weil sie in diesen Fall involviert waren. Wir haben die Dokumente dazu, die das belegen, auch Belege von Telefonaten, Emails und so weiter, viele viele Dokumente. Es gibt Beweise, das nicht nur Heckler &amp; Koch daran interessiert war, Waffen nach Mexiko zu liefern, auch die Institutionen, die Ministerien haben Interesse daran, um die Waffenindustrie zu unterst\u00fctzen. Es ist sehr interessant, was dann geschah.. Es dauerte f\u00fcnft Jahre, bis der Staatsanwalt in Stuttgart \u201eaufwachte\u201c. Wir organisierten viele Friedensaktionen in Mexiko, zusammen mit den Opfern dort, es gab auch eine Aktion vor der Staatsanwaltschaft in Stuttgart, aber das war noch nicht genug. Wir publizierten ein Buch mit all den relevanten Dokumenten und es war immer noch nicht genug. Dann traf ich mich mit einem Filmemacher, dem bekanntesten Filmemacher zum Thema Waffenexporte in Deutschland, Daniel Harrich. Er ging mit einem Team von Schauspielern nach Mexiko und drehte einen Spielfilm und auch einen Dokumentarfilm. Wir hatten die Unterst\u00fctzung der ARD. Beide Filme wurden zur Hauptsendezeit abends gesendet, sie liefen insgesamt drei Stunden, und wir hatten 6 Millionen Besucher in Deutschland f\u00fcr diese Filme. Und dann sagte der Staatsanwalt, jetzt wird es schwierig, jetzt wissen alle davon. Und so wurden zu meiner Klage schlie\u00dflich sechs Manager von Heckler &amp; Koch vor Gericht geladen. Wir werden sehen, was dann vor Gericht passiert, wenn es zur Verhandlung im Januar \/ Februar 2017 kommt. Das wird sehr interessant, denn zwei der sechs sind Topmanager bei Heckler &amp; Koch und ich finde, sie sollten ins Gef\u00e4ngnis gehen, denn das deutsch Recht ist dahingehend sehr sehr klar, es sieht ein Minimum von zwei Jahren Gef\u00e4ngnis vor. Aber Gerichte sind unsichere Orte und die Gerechtigkeit ist nicht notwendigerweise auf unserer Seite, aber es ist ein weiterer Schritt. Und nun haben wir eine wichtige Kehrwende gemacht. F\u00fcr viele Jahre und Jahrzehnte sagte man bei den Friedensbewegungen, passt auf, die ist eine gef\u00e4hrliche Arbeit. Und jetzt sagen die Manager, passt auf, es ist gef\u00e4hrlich, exportiert nicht illegal, die Friedensbewegungen k\u00f6nnten es herausfinden und jetzt gibt jetzt Whistleblowers. Es ist eine neue Situation. Und ich wage zu sagen, wir sind an einem Punkt angekommen, wo es nicht nur Heckler &amp; Koch sind, sondern auch SIG Sauer und Carl Walther, wir haben viele Klagen eingereicht, acht an der Zahl damals. Also lasst uns in dieser Richtung weitermachen. Das ist ein Beispiel f\u00fcr einen Schritt, es gibt noch viele weitere Schritte. Die Utopie ist vielleicht noch weit entfernt, aber man kann viele Schritte unternehmen, um ihr n\u00e4her zu kommen und sie in die Tat umzusetzen. Vielleicht werde ich es nicht mehr erleben, dass es keine Waffen und Milit\u00e4r mehr in dieser Welt gibt, nicht zu meiner Lebenszeit. Aber andere jungen Leute m\u00fcssen den Weg weiter gehen, unsere Kinder m\u00fcssen den Weg weitergehen. Vielleicht wird es in 50 Jahren geschehen, vielleicht in 100 Jahren. Wir m\u00fcssen Krieg abschaffen, wir m\u00fcssen Krieg ein f\u00fcr alle mal beenden. Krieg ist so verr\u00fcckt und zerst\u00f6rerisch, wir brauchen ihn nicht. Was wir brauchen ist die Utopie: eine Welt der Gerechtigkeit, eine Welt des Friedens, eine Welt voller gesunder Menschen, voller gebildeter Menschen, eine Welt der Liebe kann man sagen. Wir brauchen diese Milit\u00e4rs nicht, wir brauchen diese Waffenindustrie nicht. Und wir arbeiten alle zusammen, als ein Netzwerk, das ist wichtig f\u00fcr mich, \u00fcberall auf der Welt gegen diesen Wahnsinn des Milit\u00e4rs. Ich bin also ein Doktor gegen diesen Wahnsinn des Milit\u00e4rs.<\/p>\n<p><em>Interview von Domenico Musella<\/em><\/p>\n<p><em>Video von Dario Lo Sclazo<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzung von Evelyn Rottengatter<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der Konferenz zur Utopie im Monastero del Bene Comune in Sezano bei Verona, Italien, haben wir den bekannten deutschen Friedensaktivisten J\u00fcrgen Gr\u00e4sslin getroffen und interviewt. 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