{"id":340866,"date":"2016-07-13T17:00:46","date_gmt":"2016-07-13T16:00:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pressenza.com\/de\/?p=340866"},"modified":"2016-08-14T18:24:40","modified_gmt":"2016-08-14T17:24:40","slug":"olympia-hat-rio-die-grosse-chance-tatsaechlich-vertan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2016\/07\/olympia-hat-rio-die-grosse-chance-tatsaechlich-vertan\/","title":{"rendered":"Olympia: Hat Rio die gro\u00dfe Chance tats\u00e4chlich vertan?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Olympischen Spiele in Rio stehen unmittelbar bevor und die Welt beobachtet das Geschehen mit einer Mischung aus Am\u00fcsiertheit und Entsetzen. Rio macht den Eindruck, als h\u00e4tte es sich an der Last Olympia kr\u00e4ftig verhoben und als wolle es nun mit \u00fcbermenschlicher Kraftanstrengung \u2013 unter anderem 85.000 Sicherheitskr\u00e4ften \u2013 die von den meisten erwartete Katastrophe vermeiden.<\/strong><\/p>\n<p>Wie nur konnte man die Spiele nach Rio geben? Diese Frage ist oft zu h\u00f6ren. Doch dieser Frage schlie\u00dfen sich weitere an. Wie verantwortlich war es, der Stadt die Ausrichtung zu \u00fcberlassen? Und: Hat man die Stadt aus politischen Gr\u00fcnden vielleicht in ein offenes Messer laufen lassen? Hatte Rio \u00fcberhaupt eine faire Chance?<\/p>\n<p>Gewiss: Als 2009 Rio den Janeiro den Zuschlag erhielt, sah die Welt am Zuckerhut noch ganz anders aus. Brasilien, das ewige Land der Zukunft, schien endlich den entscheidenden Schritt machen zu k\u00f6nnen. Die Wirtschaft lief gut, politische Programme zur Armutsbek\u00e4mpfung zeigten Wirkung und selbst die gro\u00dfe Finanzkrise, die 2008\/09 Europa und die USA ersch\u00fctterte, <a href=\"http:\/\/www.dw.com\/de\/brasilien-l%C3%A4sst-die-krise-hinter-sich\/a-4964642\" target=\"_blank\">zeigte hier vergleichsweise geringe Wirkung<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Zur Zeit der Bewerbung, war Brasilien eine Macht<\/strong><\/p>\n<p>Brasilien, mit dem fr\u00fcheren Gewerkschaftsf\u00fchrer Luiz In\u00e1cio Lula da Silva als Pr\u00e4sident war der neue Star unter den Schwellenl\u00e4ndern. Und es sah sogar so aus, als w\u00fcrde es erst einmal so weitergehen k\u00f6nnen. Die derzeit heftigste Wirtschaftskrise seit fast 100 Jahren war nicht zu erahnen. F\u00fcr diese Erfolgsgeschichte war die Vergabe der Olympischen Spiele auch eine Art Belohnung und Adelsschlag: Herzlich Willkommen im Kreis der Gro\u00dfen.<\/p>\n<div id=\"attachment_340877\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-340877\" class=\"wp-image-340877 \" src=\"http:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/12805659_959494514119401_4725416919342893812_n.jpg\" alt=\"12805659_959494514119401_4725416919342893812_n\" width=\"711\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/12805659_959494514119401_4725416919342893812_n.jpg 448w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/12805659_959494514119401_4725416919342893812_n-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 711px) 100vw, 711px\" \/><p id=\"caption-attachment-340877\" class=\"wp-caption-text\">Umgestaltet f\u00fcr Olympia: Praca Mau\u00e1 im Stadtzentrum.<\/p><\/div>\n<p>Rio de Janeiro ist nicht nur die erste Stadt in S\u00fcdamerika, die Ausrichter der Spiele sein wird. Rio ist zugleich auch die erste Stadt, die nicht dort liegt, was man fr\u00fcher einmal erste Welt nannte (Europa, Nordamerika, Australien, Japan, S\u00fcdkorea). Zudem ist Brasilien kein autokratischer Staat, die Kritik an Menschenrechtsverletzungen oder Unterdr\u00fcckung von Minderheiten \u2013 obwohl gerade bei den Indigenen durchaus vorhanden \u2013 w\u00fcrde l\u00e4ngst nicht so laut sein, wie 2008 in China oder 2014 im russischen Sotschi.<\/p>\n<p>Es schien, als h\u00e4tte das IOC alles richtig gemacht. Zumal ein Kernpunkt der Bewerbung die Behebung eines der gr\u00f6\u00dften Probleme der Stadt versprach: Die Reinigung der versifften und verklappten Guanabara-Bucht. Denn das Abwassermanagement der 7,3-Millionen-Metropole war zu jenem Zeitpunkt noch ziemlich Dritte Welt: S\u00e4mtliche Abw\u00e4sser werden in dicken Rohren ungefiltert drei Kilometer vor der K\u00fcste im Atlantik verklappt: <a href=\"http:\/\/contario.net\/noch-nicht-wettbewerbstauglich\/\" target=\"_blank\">10.000 Liter pro Sekunde. Hinzu kommen monatlich rund 340 Tonnen normaler M\u00fcll<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Hat Rio wirklich versagt?<\/strong><\/p>\n<p>Daran hat sich jedoch bis wenige Tage vor den Spielen grundlegend nichts ge\u00e4ndert. Kritiker werfen Rio nun Versagen vor, oder vielmehr eine gro\u00dfe Chance zur nachhaltigen Verbesserungen vers\u00e4umt zu haben. Die Chance bestand. Nicht nur wegen der Spiele, sondern einer ganzen Reihe von Megaevents. Den Beginn machten die Panamerica Games 2007. Es folgte der 20+-Gipfel 2012, der Weltjugendtag 2013, die Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016. Alles Veranstaltungen, die vorausschauender und kluger Planung bed\u00fcrfen. Und der gr\u00f6\u00dfte Vorwurf, den man Rio machen kann ist der, diese Abfolge an Gro\u00dfveranstaltungen jeweils einzeln betrachtet zu haben, anstatt einen gro\u00dfen Masterplan zu verfolgen, der sich \u00fcber die gesamte Spanne erstreckt.<\/p>\n<p>Aber vermutlich h\u00e4tte selbst das nicht gereicht, alle Probleme der Stadt zu l\u00f6sen und sie binnen zehn Jahre auf europ\u00e4isches Niveau zu hieven.<\/p>\n<p>2012 analysierte das \u00d6ko-Insitut gemeinsam mit Konrad-Adenauer-Stiftung unter dem Titel \u201eGreen Rio\u201c die nachhaltigen Ver\u00e4nderungen, die sich mit Blick auf die Gro\u00dfveranstaltungen eingestellt hatten (<a href=\"http:\/\/www.oeko.de\/publikationen\/p-details\/green-rio-2014\/\" target=\"_blank\">pdf zum herunterladen<\/a>). Ergebnis: Es gibt durchaus einige Lichtblicke, hier Leuchtturmprojekte genannt, jedoch fehlt es an den M\u00f6glichkeiten, diese Ans\u00e4tze in die Breite auszubauen. Eine Stadt mit gut 7 Millionen Einwohnern kann man nicht mal eben umkrempeln.<\/p>\n<p><strong>IOC kaum an Nachhaltigkeit und Umwelt interessiert<\/strong><\/p>\n<p>Das Internationale Olympische Komitee (IOC) nahm sich in den 90er-Jahren selbst in die Pflicht. 1994 wurde der Aspekt Umweltschutz als dritte Grundfeste des <a href=\"https:\/\/www.olympic.org\/sustainability\" target=\"_blank\">Olympismus in die Olympische Charta<\/a> aufgenommen, neben dem Sport und der Kultur. Seit 1995 hat das IOC eine eigene Sport- und Umweltkommission. H\u00e4tte dieser Kommission nicht schon im Vorfeld auffallen m\u00fcssen, dass einer der Kernpunkte, die Reinigung der Bucht, nicht zu schaffen sein w\u00fcrde? Umweltorganisationen kritisieren immer wieder, <a href=\"http:\/\/fairspielen.de\/olympische-spiele-und-nachhaltigkeit-es-ist-noch-viel-zu-tun\/\" target=\"_blank\">dass die Pr\u00fcfungen der Kommission nicht weitreichend genug seien<\/a>.<\/p>\n<div id=\"attachment_340884\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-340884\" class=\"wp-image-340884 \" src=\"http:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160623_084205.jpg\" alt=\"?\" width=\"784\" height=\"441\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160623_084205.jpg 448w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160623_084205-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 784px) 100vw, 784px\" \/><p id=\"caption-attachment-340884\" class=\"wp-caption-text\">Eines der Infrastrukturprojekte.<\/p><\/div>\n<p>Die Kommission darf zwar Vorschl\u00e4ge unterbreiten, bindend sind sie f\u00fcr die Gastgeberst\u00e4dte jedoch nicht.<\/p>\n<p>Zumindest machte Rios B\u00fcrgermeister Eduardo Paes keinen Hehl daraus. Bereits 2014 r\u00e4umte er ein, dass dieses Ziel, warum auch immer, <a href=\"http:\/\/contario.net\/noch-nicht-wettbewerbstauglich\/\" target=\"_blank\">kaum noch zu schaffen sein w\u00fcrde<\/a>. Wenn man seitens des IOC gewollt h\u00e4tte, h\u00e4tte man sp\u00e4testens zu diesem Zeitpunkt doch die Z\u00fcgel anziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zudem gibt es die so genannte Agenda 2020. Diese besagt unter anderem, dass kommende Olympische Spiele auch den Zweck haben sollen, dauerhaft regelm\u00e4\u00dfiges Sporttreiben der Bev\u00f6lkerung zu f\u00f6rdern oder den Zugang zu Sportaktivit\u00e4ten f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung zu verbessern. Wissenschaftliche Untersuchungen, belegen das jedoch nicht, wie die Mediziner um Vagner Rosa Bizarro in dem <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.4236\/health.2016.81002\" target=\"_blank\">Aufsatz \u201eHealth, Physical Activity and the Rio de Janeiro 2016 Olympic Games: Legacy or Fallacy?<\/a>\u201c zeigt. Weder in Rio, noch in London (2012) oder Peking (2008) war dies der Fall.<\/p>\n<p><strong>Spiele in Rio nicht \u00fcbertrieben teuer<\/strong><\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der Legacy, des Erbes, von Olympischen Spielen wirft dies grunds\u00e4tzliche Fragen auf. Etwa die des Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnisses. Rio wird am Ende irgendwo zwischen 12 und 15 Mrd. Euro gekostet haben. Damit werden die Spiele im Vergleich zum Vorg\u00e4nger in London nicht wesentlich teurer gewesen sein, als die offiziell angegebenen 11 Mrd. Euro. Es gibt auch <a href=\"http:\/\/www.dailymail.co.uk\/news\/article-2092077\/London-2012-Olympics-cost-spiral-24bn--10-TIMES-higher-2005-estimate.html\" target=\"_blank\">Sch\u00e4tzungen, die von gut 28 Mrd. ausgehen<\/a>.<\/p>\n<div id=\"attachment_340891\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-340891\" class=\" wp-image-340891\" src=\"http:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160703_162621.jpg\" alt=\"Maskottchen.\" width=\"791\" height=\"445\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160703_162621.jpg 448w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160703_162621-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 791px) 100vw, 791px\" \/><p id=\"caption-attachment-340891\" class=\"wp-caption-text\">Maskottchen.<\/p><\/div>\n<p>Im Vergleich zu den<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/sport\/olympia\/article124884456\/Teurer-als-alle-bisherigen-Winterspiele-zusammen.html\" target=\"_blank\"> Winterspielen im russischen Sotschi<\/a>, die mit 50,8 Mrd. Euro Kosten so teuer waren, wie alle davor dagewesenen Winterspiele zusammen, ist Rio also kostenm\u00e4\u00dfig nicht \u00fcber Geb\u00fchr aus dem Ruder gelaufen. Aber Kritiker merken immer wieder an, dass dieses besser in das Gesundheitswesen, Bildung und Armutsbek\u00e4mpfung gesteckt worden w\u00e4re, also Kritik an der Schwerpunktsetzung.<\/p>\n<p>Eduardo Paes wird freilich nicht m\u00fcde, die<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/cities\/2016\/jul\/11\/rio-mayor-eduardo-paes-2016-olympics\" target=\"_blank\"> Errungenschaften f\u00fcr Rio<\/a> hervorzuheben. Besonders der Ausbau der Metrolinie in Richtung Barra de Tijuca darf da durchaus als Referenz gelten. Die oberirdische VLT-Bahn wird dagegen von den Carioca, den Einwohnern Rios, eher bel\u00e4chelt. Sie gilt als Prestigeprojekt.<\/p>\n<p>Zwangsumsiedlungen im Zuge von Olympia 2016 sind ebenfalls Kritikpunkt von Hilfsorganisationen, durchaus zu Recht. Aber sie sind kein Rio-spezifisches Problem.<a href=\"http:\/\/www.db-bauzeitung.de\/db-themen\/db-archiv\/maerchen-oder-realitaet\/\" target=\"_blank\"> Zwangsumsiedlungen gab es auch f\u00fcr die Spiele<\/a> in Montreal (1976), Los Angeles (1984) oder Athen (2004).<\/p>\n<p><strong>Nachhaltigkeit bislang nie erreicht<\/strong><\/p>\n<p>Der Wunsch nach Nachhaltigkeit solcher Gro\u00dfveranstaltungen ist nachvollziehbar, aber bislang im Grunde noch nie erreicht worden. Sydney, Gastgeber der Spiele 2000, galt in dieser Hinsicht als Vorzeigeobjekt. Doch auch dort stand das Olympiastadion als \u201e<strong>White Elephants<\/strong>\u201c (zu gro\u00dfe und zu teure Anlagen, die hinterher leerstehen) nach den Spielen leer, die Betreiberfirma ging pleite. Andererseits wurde viele richtig gemacht. Auch in Athen (2004) stehen seither etliche Sportst\u00e4tten leer und verfallen ungenutzt.<\/p>\n<p>In Peking \u00e4nderte sich zwar nichts an Menschenrechtsverletzungen oder anderen gesellschaftlichen Missst\u00e4nden, die Bev\u00f6lkerung profitierte aber wenigsten nachhaltig von einer<a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.4236\/health.2016.81002\" target=\"_blank\"> gut ausgebauten medizinischen Infrastruktur<\/a>. London (2012) und Barcelona (1992) nutzten die Spiele, um heruntergekommene Stadtviertel aufzum\u00f6beln. Aber auch dort wurde Kritik laut, es wurde Gentrifizierung und Verdr\u00e4ngung beklagt.<\/p>\n<p><strong>St\u00e4dte wollen Olympia nicht um jeden Preis<\/strong><\/p>\n<p>Zu beobachten ist seit Kurzem ein neuer Trend. St\u00e4dte, die sich um die Austragung der Spiele bem\u00fchen, tun dies nicht mehr um jeden Preis. In Hamburg wurde die Bewerbung f\u00fcr die Spiele 2014 von den B\u00fcrgern gekippt, weil sie den Nutzen bezweifelten. Gleiches tat man im amerikanischen Boston. F\u00fcr die Winterspiele 2022 zogen Graub\u00fcnden, M\u00fcnchen, Krakau, Oslo und Stockholm ihre Bewerbung zur\u00fcck, \u00fcbrig blieben Almaty und Peking. Und schon 2018 werden die Spiele in S\u00fcdkorea stattfinden, in Pyeong Chang.<\/p>\n<div id=\"attachment_340898\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-340898\" class=\"wp-image-340898 size-large\" src=\"http:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160419_133905-720x540.jpg\" alt=\"20160419_133905\" width=\"720\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160419_133905-720x540.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160419_133905-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160419_133905-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><p id=\"caption-attachment-340898\" class=\"wp-caption-text\">Bis zum Schluss wird in rio gebaut.<\/p><\/div>\n<p>Die R\u00fcckz\u00fcge werfen die grunds\u00e4tzliche Frage nach der Sinnhaftigkeit auf, Olympische Spiele alle vier Jahre an einem anderen Ort stattfinden zu lassen, wo dann zun\u00e4chst teure Infrastruktur geschaffen werden muss, die St\u00e4dte \u00fcberlasten kann. Ein fest installierter Austragungsort, beispielsweise Athen wegen der N\u00e4he zum antiken Ursprung, h\u00e4tten einen gewissen Charme. Die Sportst\u00e4tten w\u00e4ren besser genutzt, anderswo m\u00fcsste man nicht immer alles neu aus dem Boden stampfen. In Zeiten der wirtschaftlichen Bedeutung (Marketing, Tourismus, Sponsoring) d\u00fcrfte das jedoch schwierig sein.<\/p>\n<p>Dann zumindest st\u00e4rker bestehende Infrastrukturen nutzen, statt neu bauen? In London schien dies der Fall gewesen zu sein. Wembleystadion, Wimbledon, Millennium-Dome und einige andere St\u00e4tten waren bereits vorhanden. Kostenlos waren die Spiele deshalb aber nicht.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Man kann Rio sicher den Vorwurf machen, nicht im gro\u00dfen Wurf gedacht zu haben, doch die Strukturen nun, kurz vor Beginn grunds\u00e4tzlich zu kritisieren, ist unredlich. Zumal Rio de Janeiro als Stadt unter den bisherigen Gastgeberst\u00e4dten durch einige Besonderheiten heraussticht.<\/p>\n<p>W\u00fcrde das IOC den Nachhaltigkeits- und Umweltaspekt ernst nehmen, w\u00e4ren Instrumente vorhanden, diesen auch geltend zu machen. Doch Umwelt und Nachhaltigkeit spielen beim IOC noch eine untergeordnete Rolle, Vorschl\u00e4ge sind nicht bindend.<\/p>\n<p><em>Andreas N\u00f6then schreibt regelm\u00e4ssig \u00fcber Rio auf seinem Blog <a href=\"http:\/\/hallorio.de\/\" target=\"_blank\">HALLO RIO!<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Olympischen Spiele in Rio stehen unmittelbar bevor und die Welt beobachtet das Geschehen mit einer Mischung aus Am\u00fcsiertheit und Entsetzen. 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