{"id":321628,"date":"2016-05-25T15:46:31","date_gmt":"2016-05-25T14:46:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pressenza.com\/de\/?p=321628"},"modified":"2016-05-31T15:34:43","modified_gmt":"2016-05-31T14:34:43","slug":"rueckblick-mit-dem-scheidenden-botschafter-ecuadors-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2016\/05\/rueckblick-mit-dem-scheidenden-botschafter-ecuadors-berlin\/","title":{"rendered":"R\u00fcckblick mit dem scheidenden Botschafter Ecuadors in Berlin"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am 7. April 2016 fand ein ausf\u00fchrliches Interview mit dem Botschafter der Republik Ecuador, Herrn Jorge Jurado statt. Direkt in der \u201eCity von Berlin\u201c am U-Bahnhof Kurf\u00fcrstendamm in der Joachimsthaler Stra\u00dfe befinden sich die modernen, gro\u00dfen R\u00e4ume der Botschaft. Am Eingang weht die Nationalfahne von Ecuador. Der Herr Botschafter Jurado wird sein Amt in den n\u00e4chsten Wochen abgeben. Er ist ein hoch engagierter Diplomat. Ich freute mich sehr, dieses abschlie\u00dfende Interview mit ihm im Namen unserer internationalen Nachrichtenagentur \u201ePressenza\u201c f\u00fchren zu d\u00fcrfen.<\/strong><\/p>\n<h4><strong>Immer alles gut gewesen? Nein, die Yasun\u00ed-ITT-Initiative ist gescheitert!<\/strong><\/h4>\n<p><em><strong>S.B.: Guten Tag, Herr Botschafter Jurado. Wir haben geh\u00f6rt, dass Sie als Botschafter der Republik Ecuador Ihr Amt und Ihre Akkreditierungen in n\u00e4chster Zeit abgeben werden. Wir, die Journalisten von \u201ePressenza\u201c, kennen Sie bereits als engagierten Diplomaten und Experten. Sie haben sich auf eine ganz besondere Art und Weise f\u00fcr gute Beziehungen zwischen Ecuador und Deutschland eingesetzt und die deutsche Bev\u00f6lkerung durch Ihre \u00d6ffentlichkeitsarbeit mit einbezogen. Wir bedauern, dass Sie Ihr Amt beenden werden. <\/strong><strong>Was haben Sie f\u00fcr Erfolge in den letzten Jahren realisieren k\u00f6nnen? Wie haben sich die Beziehungen zwischen Ecuador und Deutschland gestaltet? Wie sieht Ihre Bilanz aus?<\/strong> <\/em><\/p>\n<p>J.J.: Vielen herzlichen Dank f\u00fcr die M\u00f6glichkeit des Interviews bei \u201ePressenza\u201c. Wir haben schon mehrere erfolgreiche Interviews mit Pressenza gef\u00fchrt, um die \u00d6ffentlichkeit besser \u00fcber unser Land Ecuador zu informieren und um eine gr\u00f6\u00dfere Bev\u00f6lkerung erreichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das aller Wichtigste f\u00fcr mich ist aber, Ihnen erst einmal zu erz\u00e4hlen, wie unsere Arbeit hier in der Botschaft in den letzten f\u00fcnf Jahren organisiert wurde. Ich m\u00f6chte Ihnen gern die verschiedenen Arbeitsgebiete und Projekte vorstellen, auf denen wir uns sehr stark engagiert haben.<\/p>\n<p>In der R\u00fcckblende sind die Beziehungen zwischen der Republik Ecuador und der Bundesrepublik Deutschland immer sehr gut gewesen. Allerdings haben wir auch zeitweise erfahren m\u00fcssen, dass die Beziehungen teilweise etwas schwierig waren.<\/p>\n<p>Einer dieser schwierigen Momente ereignete sich ab dem Jahr 2009. Als der damalige Bundesminister f\u00fcr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bundesministerium_f%C3%BCr_wirtschaftliche_Zusammenarbeit_und_Entwicklung\">wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung<\/a> im Kabinett Merkel, sich weigerte, den einvernehmlichen Beschluss des Bundestages umzusetzen und die Yasun\u00ed-ITT-Initiative finanziell zu unterst\u00fctzen, kam es zum Tiefpunkt der Beziehungen. Es gab zahlreiche Destabilisierungskampagnen gegen die ecuadorianische Regierung. Es war nicht immer alles gut gewesen. Die <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2014\/08\/das-chevron-texaco-desaster-im-amazonas-soll-sich-nicht-wiederholen\/\" target=\"_blank\">Yasun\u00ed-ITT-Initiative<\/a> ist auch seitens der fehlenden Unterst\u00fctzung der Bundesrepublik gescheitert.<\/p>\n<p><strong><em>Wann sind Sie als Botschafter nach Deutschland gekommen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2011 bin ich daraufhin als Botschafter der Republik Ecuador nach Deutschland gekommen und habe mein Amt hier in Berlin angetreten.<\/p>\n<p>Es hat mich viel M\u00fche gekostet, aber wir haben es geschafft, dass die Beziehungen sich dann sehr gut gestaltet haben. Wir haben \u00fcberhaupt eine gro\u00dfe Unterst\u00fctzung seitens der Zivilgesellschaft in Deutschland besonders f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yasun%C3%AD-ITT-Initiative\">Yasun\u00ed-ITT-Initiative<\/a> erfahren. Diese Initiative ist aus einer international arbeitenden Nichtregierungsorganisation (NGO) mit dem Ziel entstanden, die Emissionsreduktion durch die Nichtausbeutung fossiler Brennstoffe und den besonderen Schutz der Artenvielfalt Ecuadors sowie die soziale Entwicklung im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yasuni-Nationalpark\">Yasuni-Nationalpark<\/a> voranzutreiben.<\/p>\n<h4>Der Staatsbesuch des Pr\u00e4sidenten Rafael Correa im April 2013 in der Bundesrepublik Deutschland<\/h4>\n<p><strong><em>Wann ist der Staatspr\u00e4sident Rafael Correa nach Deutschland gekommen? Was hat dies f\u00fcr Auswirkungen auf die Beziehungen beider L\u00e4nder und f\u00fcr die Initiativen gehabt?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der Besuch des Staatspr\u00e4sidenten der Republik Ecuador, Dr. Rafael Correa, fand im Jahr April 2013 in der Bundesrepublik Deutschland stand und bildete einen der H\u00f6hepunkte unserer Arbeit in den Beziehungen zwischen unseren L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Um die Zusammenh\u00e4nge besser verstehen zu k\u00f6nnen, muss ich etwas weiter ausf\u00fchren. Staatspr\u00e4sident Correa sollte eigentlich bereits im November 2010 nach Deutschland kommen, aber August 2010 kam die Aussage des damaligen Bundesministers f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dass er die Yasun\u00ed-Initiative nicht umsetzen w\u00fcrde, obwohl dies der Bundestag beschlossen hatte. Daraufhin hat sich Staatspr\u00e4sident Correa anders entschieden und sich geweigert, nach Deutschland zu kommen. Es kam in den diplomatischen und politischen Beziehungen wirklich zu erheblichen Schwierigkeiten, die wir aber sp\u00e4ter aufgearbeitet und neu erarbeitet haben. Pr\u00e4sident Correa ist dann daraufhin erst im April 2013 nach Deutschland gekommen.<\/p>\n<div id=\"attachment_321638\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-321638\" class=\"wp-image-321638 size-large\" src=\"http:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Correa-amazonas-720x357.jpg\" alt=\"Correa-amazonas\" width=\"720\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Correa-amazonas-720x357.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Correa-amazonas-300x149.jpg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Correa-amazonas-768x381.jpg 768w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Correa-amazonas.jpg 1387w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><p id=\"caption-attachment-321638\" class=\"wp-caption-text\">Rafael Vicente Correa Delgado ist ein ecuadorianischer Wirtschaftswissenschaftler und Politiker. Der 53-J\u00e4hrige ist seit dem 15. Januar 2007 Pr\u00e4sident seines Landes Ecuador. Im n\u00e4chsten Jahr wird es Wahlen geben.<\/p><\/div>\n<p><strong><em>Was haben Sie f\u00fcr den Besuch des Staatspr\u00e4sidenten Correa in Deutschland organisiert? Ich bin auch bei dem Vortrag des Staatspr\u00e4sidenten im Audimax an der Technischen Universit\u00e4t in Berlin dabei gewesen. Was k\u00f6nnen Sie uns im Einzelnen dar\u00fcber berichten?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es ist ein offizieller Staatsbesuch gewesen. Staatspr\u00e4sident Correa hat Gespr\u00e4che sowie direkte Interviews mit Bundespr\u00e4sident Gauck, Frau Bundeskanzlerin Merkel sowie mit dem Pr\u00e4sidenten des Deutschen Bundestages Lammert gef\u00fchrt. Au\u00dferdem hat er mehrere Gespr\u00e4chsm\u00f6glichkeiten mit verschiedenen Medien und Wirtschaftsunternehmen genutzt, um die Beziehungen zu verbessern. Es ergab sich die M\u00f6glichkeit, dass er einen Vortrag an einer deutschen Universit\u00e4t halten konnte. H\u00f6hepunkt bildete dann dieser hervorragende Vortrag Correas an der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Technische_Universit%C3%A4t_Berlin\">Technischen Universit\u00e4t Berlin<\/a>.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mich recht herzlich bedanken bei der TU Berlin, die sich bereit erkl\u00e4rt hat, den Saal \u201eAudimax\u201c daf\u00fcr zur Verf\u00fcgung zu stellen. Das war wirklich eine sehr gute Veranstaltung, weil \u00fcber 1.700 Menschen zum Vortrag des Staatspr\u00e4sidenten gekommen waren. Der Hauptsaal H0104 war komplett voll mit interessierten Zuh\u00f6rern gef\u00fcllt. Und wir mussten die Direktionsleitung um einen zus\u00e4tzlichen H\u00f6rsaal neben dem \u201eAlumni\u201c f\u00fcr eine Video\u00fcbertragung einrichten, damit alle Interessierten den Vortrag Correas sehen konnten. Das war wirklich ein sehr wichtiger Vortrag, der durch unsere Botschaft organisiert wurde. Es war nicht nur gut f\u00fcr unsere Regierung, sondern auch f\u00fcr unsere ecuadorianische Bev\u00f6lkerung zu sehen, wie interessiert die deutsche Zivilgesellschaft ist. Dabei ist wirklich eine sehr interessante Entwicklung entstanden, weil es das erste Mal gewesen ist, dass ein Staatspr\u00e4sident eines ausl\u00e4ndischen Landes, au\u00dferhalb Europas, einen Vortrag an einer Universit\u00e4t gehalten hat, um die Entwicklung und die Politik seines Landes zu erl\u00e4utern. Es konnte sehr viele Erkenntnisse \u00fcber die Politik und die Wirtschaft in Ecuador nachvollzogen werden. Er hat auch Fragen aus dem Publikum beantwortet. Man konnte seine Meinung und seine positive Ausstrahlung \u201elive\u201c erfahren.<\/p>\n<p><strong><em>Was haben Sie f\u00fcr den Staatsbesuch mit organisiert? Waren Sie nicht ein Absolvent der TU Berlin?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Beziehungen zur TU Berlin waren immer sehr gut gewesen. Ja, ich habe dort studiert und meinen Abschluss als Diplom-Ingenieur f\u00fcr Maschinenbau und Verfahrenstechnik vor etwas l\u00e4ngerer Zeit absolviert. Das hat mich wirklich sehr gefreut, dass meine Alma Mater und die Verbundenheit mit der TU Berlin so stark gehalten hat. Und das sich meine \u201ealte\u201c Uni sich bereit erkl\u00e4rte, den Vortrag unseres Staatspr\u00e4sidenten in ihrem gr\u00f6\u00dften H\u00f6rsaal stattfinden zu lassen.<\/p>\n<p>Ich habe die Reise des Staatspr\u00e4sidenten selbstverst\u00e4ndlich mit organisiert. Der damalige Direktor der Technischen Universit\u00e4t, Herr Dr. Steinbach war vollkommen daf\u00fcr den Staatspr\u00e4sidenten zu empfangen. Im Grund genommen haben wir die Wiederbelebung der Beziehungen zwischen Ecuador und der Bundesrepublik Deutschland damit geschaffen.<\/p>\n<p><em><strong>Was gibt es \u00fcber die Gespr\u00e4che des Pr\u00e4sidenten Correa im EU-Parlament im letzten Jahr zu berichten?<\/strong> <\/em><\/p>\n<p>Ja, Staatspr\u00e4sident Correa hat als Vorsitzender der Organisation aller lateinamerikanischen und karibischen L\u00e4nder (CELAC) eine wichtige Konferenz im letzten Jahr im EU-Parlament in Br\u00fcssel abgehalten. Er stimmte der Bitte seitens der Bundesregierung wichtigen Gespr\u00e4chen zu. Es konnten zwischen Frau Bundeskanzlerin Merkel und ihm viele Probleme gekl\u00e4rt werden. Es war ein sehr interessantes und intensives Gespr\u00e4ch. Die dazu beigetragen haben, die etwas stagnierende Situation in den Beziehungen zu verbessern und wieder in Gang zu setzen. Wir hatten sechs Monate zuvor erhebliche Probleme mit einer Reise von deutschen Parlamentariern gehabt, die nicht genug koordiniert wurden und deswegen abgesagt werden musste. Es gilt in diesem Zusammenhang hervorzuheben, dass auffallend viele der ecuadorianischen Gespr\u00e4chspartner der Parlamentarier Organisationen oder Personen waren, die in der Vergangenheit mittels Realit\u00e4tsverzerrung, bisweilen durch rechtswidrige Verleumdung und mit der Absicht, politischen Schaden und einen Ansehensverlust der ecuadorianischen Regierung zu erzeugen, die ecuadorianische Regierung attackiert haben. Diese geplanten Termine und Unterredungen deutscher Abgeordneter mit Personen, die jenseits der demokratischen Streitkultur agieren, sind nicht mit dem Ministerium f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten und menschliche Mobilit\u00e4t Ecuadors koordiniert worden. Informationen sollten Abgeordnete bei einer offiziellen Parlamentarierreise von mehreren Stellen, auch staatlichen, einholen und nicht ausschlie\u00dflich von der Oppositionsseite. Man darf nicht vergessen, dass Ecuador hierbei seit 2007 eine absolute Vorreiterrolle hat durch die Yasun\u00ed-Initiative, die unter anderem wegen einer fehlenden Unterst\u00fctzung der Bundesrepublik Deutschland gescheitert ist sowie aufgrund der Initiative bez\u00fcglich der Kompensation vermiedener CO2-Nettoemissionen von Entwicklungsl\u00e4ndern, welche ebenfalls die \u00f6kologischen Schulden der Industriel\u00e4nder ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Erst durch die Gespr\u00e4che mit Frau Merkel und Pr\u00e4sident Correa in Br\u00fcssel im vergangenen Jahr hat sich die Situation verbessert. Daran haben wir sehr intensiv gearbeitet.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"EtcE3AXUSM\"><p><a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2015\/06\/ecuadors-bevolkerung-fordert-keine-gewalt-und-steht-hinter-prasident-correa\/\">Ecuadors Bev\u00f6lkerung fordert \u201ekeine Gewalt\u201c und steht hinter Pr\u00e4sident Correa<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Ecuadors Bev\u00f6lkerung fordert \u201ekeine Gewalt\u201c und steht hinter Pr\u00e4sident Correa&#8220; &#8212; Pressenza\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2015\/06\/ecuadors-bevolkerung-fordert-keine-gewalt-und-steht-hinter-prasident-correa\/embed\/#?secret=fRLKtTnA81#?secret=EtcE3AXUSM\" data-secret=\"EtcE3AXUSM\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<h4><strong>Die Stellungnahmen und \u00d6ffentlichkeitsarbeit der Botschaft \u00fcber die Politik der Regierung in Ecuador<\/strong><\/h4>\n<div id=\"attachment_321645\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-321645\" class=\"wp-image-321645 size-full\" src=\"http:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/correa2.jpg\" alt=\"correa2\" width=\"634\" height=\"437\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/correa2.jpg 634w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/correa2-300x207.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><p id=\"caption-attachment-321645\" class=\"wp-caption-text\">Staatspr\u00e4sident Correa hat sich ein Hauptziel gesetzt, die Armut durch die richtige die Bildungs- und Wirtschaftspolitik zu bek\u00e4mpfen. Ecuador konnte die Armutsgrenze in den letzten Jahren enorm senken. (Bild: Botschaft der Rep. Ecuador, Tobias Baumann)<\/p><\/div>\n<p><em>\u00a0<\/em><strong><em>Was f\u00fcr Stellungnahmen aus den deutschen Medien mussten Sie korrigieren, damit die Wahrheit \u00fcber die Politik der ecuadorianischen Regierung klargestellt wird? Wie viele?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es gab Destabilisierungskampagnen gegen die ecuadorianische Regierung seitens der deutschen Medien. Sie versuchten, oftmals die Unwahrheit zu verbreiten. Wir haben als Botschaft daraufhin rund 120 Stellungnahmen herausbringen m\u00fcssen, um diese verschiedenen falschen oder auch tendenzi\u00f6s unkorrekten Meldungen der Medien zu widerlegen. Das ist nicht der wichtigste Punkt unserer \u00d6ffentlichkeitsarbeit und meiner Arbeit gewesen, es ist aber f\u00fcr uns in Ecuador und f\u00fcr alle progressistischen Politiker in Lateinamerika wichtig, dass wir uns f\u00fcr die Wahrheit unserer Politik einsetzen und auch diese verbreiten und klarstellen. Diese unkorrekten Meldungen der Medien oder auch Aussagen der deutschen Politiker sind immer aus einem bestimmten Blickpunkt entstanden, der nicht immer objektiv genug gewesen ist. Es wurden oftmals die wahren Tatsachen verdreht. Das konnte ich nicht dulden und habe deswegen immer diese Richtigstellung gefordert.<\/p>\n<p>Ich habe jede M\u00f6glichkeit ausgenutzt, um unseren politischen und wirtschaftlichen Standpunkt der \u00d6ffentlichkeit nahezubringen. Ich habe Vortr\u00e4ge, Veranstaltungen und Diskussionsrunden in verschiedenen Versammlungen von B\u00fcrgervereinen, politischen Gruppen, aber auch Kirchengemeinden oder selbst kleineren Gruppen von Sch\u00fclern und Studenten, mit Veranstaltungen mit K\u00fcnstlern und Seniorengruppen gehalten.<\/p>\n<p><strong><em>Haben Sie nicht im vergangenen Jahr auch an einem Kirchentag teilgenommen? Was haben Sie dort gesagt?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, ich habe im Juni 2015 bei dem <a href=\"https:\/\/www.stuttgart.de\/kirchentag\">Evangelischen Kirchentag<\/a> als Gastredner teilgenommen. Das war f\u00fcr mich eine besondere M\u00f6glichkeit und das erste Mal, dass ich eine Rede auf einem Kirchentag gehalten habe und die Politik Ecuadors erkl\u00e4ren konnte. Ich hatte sonst nicht die M\u00f6glichkeit gehabt, an einem Kirchentag teilzunehmen. Ich war \u00e4u\u00dferst imponiert, in welcher Gr\u00f6\u00dfenordnung die Gl\u00e4ubigen zusammengekommen sind. Ich habe dann zu mehr als 4.000 Menschen auf dem Auditorium sprechen d\u00fcrfen. Es war ein sehr sch\u00f6nes und eindrucksvolles Erlebnis.<\/p>\n<p>Es fand hier eine Diskussionsrunde u.a. \u00fcber Ecuador und die Menschenrechte statt, wozu ich auch eine Stellungnahme bzw. einen offenen Brief geschrieben habe.<\/p>\n<div id=\"attachment_321666\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-321666\" class=\"wp-image-321666 size-large\" src=\"http:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Zukunft-720x345.jpg\" alt=\"Zukunft\" width=\"720\" height=\"345\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Zukunft-720x345.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Zukunft-300x144.jpg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Zukunft-768x368.jpg 768w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Zukunft.jpg 2004w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><p id=\"caption-attachment-321666\" class=\"wp-caption-text\">Im Verlagshaus des Neuen Deutschland fand die Buchvorstellung mit Klaus Blessing zu seinem Buch &#8222;Die sozialistische Zukunft &#8211; Kein Ende der Geschichte!&#8220;<\/p><\/div>\n<p><strong><em>\u00dcber was und an wen haben Sie einen offenen Brief \u00fcber den Evangelischen Kirchentag ver\u00f6ffentlicht?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es wurde ein <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2015\/07\/offener-brief-schutz-der-menschenwurde-fur-assange\/\">offener Brief<\/a> an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Armin_Laschet\">Armin Laschet<\/a>, MdL, Fraktionsvorsitzender in D\u00fcsseldorf durch mich als Botschafter der Republik Ecuador in Deutschland geschrieben und ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>In diesem offenen Brief ging es um eine \u00f6ffentliche Diskussion w\u00e4hrend des Evangelischen Kirchentages und um das diplomatische Asyl f\u00fcr Julian Assange.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df der in jedem Rechtsstaat geltenden Pr\u00e4sumtion der Unschuld (in dubio pro reo) gilt Herr Assange solange als unschuldig, wie das Gegenteil nachgewiesen ist. Bislang hat noch nicht einmal ein Verh\u00f6r in der Botschaft von Ecuador in London stattgefunden, welches Ecuador bereits vor fast vier Jahren den schwedischen Beh\u00f6rden anbot, um die Wahrheit zu ermitteln und um zugleich die Sicherheit Herrn Assanges zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Dazu habe ich Stellung bezogen und dem Herrn Armin Laschet, MdL, diesen Brief zugesandt.<\/p>\n<p>Aber ich bin auch in kleineren Gruppen hier in den Bezirken Berlins, aber auch in anderen deutschen St\u00e4dten unterwegs gewesen, die sich einmal gew\u00fcnscht haben, etwas mehr \u00fcber die Politik und die Geschichte Ecuadors zu h\u00f6ren und kennenzulernen. Es gab auch Buchvorstellungen mit den Schriftstellern und Darbietungen mit K\u00fcnstlern auf zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, die wir organisiert haben und die wir in allen m\u00f6glichen Formen benutzt haben, um die \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu st\u00e4rken.<\/p>\n<h4><strong>Stadt des Wissens<\/strong><\/h4>\n<p><strong><em>Was wurde mit der Initiative \u201eStadt des Wissens\u201c verbreitet? Was steckt dahinter?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das ist auf jeden Fall ein sehr wichtiger Teil der Politik unseres Landes, die ich unbedingt erkl\u00e4ren m\u00f6chte. Die Initiative \u201e<em>Ciudad de la Ciencia<\/em> &#8211; die Stadt des Wissens\u201c ist jetzt im vollen Aufbau, bei der \u00fcber vierzig Professoren an der Universit\u00e4t besch\u00e4ftigt sind, ein Bildungsprogramm umzusetzen. Diese Universit\u00e4t arbeitet schon mit diesen Professoren und einem Gr\u00fcnderzentrum zusammen. Es sollen hierf\u00fcr auch ein Technologie- und Industriezentrum gebaut werden.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"IzL5SMBdcC\"><p><a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2014\/10\/wissensnetzwerke-fur-das-gute-leben-buen-vivir\/\">Wissensnetzwerke f\u00fcr das Gute Leben \u2013 Buen Vivir<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Wissensnetzwerke f\u00fcr das Gute Leben \u2013 Buen Vivir&#8220; &#8212; Pressenza\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2014\/10\/wissensnetzwerke-fur-das-gute-leben-buen-vivir\/embed\/#?secret=6pvO3me8AG#?secret=IzL5SMBdcC\" data-secret=\"IzL5SMBdcC\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong><em>Wie sieht es mit der Chancengleichheit im Bildungsbereich in Ecuador aus? Was macht Ecuador besser als andere lateinamerikanische Staaten?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Den Auftrag, den wir bereits umsetzen, lautet, dass Bildung nicht vom Geldbeutel des Elternhauses abh\u00e4ngen darf. Es ist nur eine Frage der ausreichenden Kapazit\u00e4t, um die Nachfragen zu erf\u00fcllen. Wer die vorgeschriebenen Eignungspr\u00fcfungen bzw. Examen schafft, kann auch kostenlos studieren. Es ist uns wichtig, dass es eine Chancengleichheit in Ecuador gibt, denn das ist in Lateinamerika nicht selbstverst\u00e4ndlich. Aber f\u00fcr uns ist es eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass Bildung eine der wichtigsten Investitionen darstellt und zur Verf\u00fcgung gestellt werden muss. Das haben wir auch in der Bildungspolitik gezeigt. Wir stehen immer noch an der Spitze der L\u00e4nder mit den besten und meisten Bildungsabschl\u00fcssen, wenn man dies mit vielen anderen OSZE-L\u00e4ndern vergleicht. Die ist f\u00fcr uns auch eine Verpflichtung, um eine Verbesserung der Lebensbedingungen f\u00fcr unsere Bev\u00f6lkerung zu erreichen und vor allem die Armut damit zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<div id=\"attachment_321680\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-321680\" class=\"wp-image-321680 size-large\" src=\"http:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Anti-Chevron-720x540.jpg\" alt=\"Anti-Chevron\" width=\"720\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Anti-Chevron-720x540.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Anti-Chevron-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Anti-Chevron-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Anti-Chevron.jpg 816w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><p id=\"caption-attachment-321680\" class=\"wp-caption-text\">Die Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schr\u00f6ter (rechts), die Bezirksverordnete Treptow-K\u00f6penick Sabine Bock (links) sowie die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger Berlin demonstrierten am Brandenburger Tor f\u00fcr die Entsch\u00e4digung der Opfer durch den Erd\u00f6lkonzern Chevron!<\/p><\/div>\n<p><em><strong>Der US-amerikanische Erd\u00f6lkonzern Texaco (Chevron \u00fcbernahm Texaco 2001) hat zwischen 1967 und 1992 als einziges Unternehmen in Ecuador Erd\u00f6l gef\u00f6rdert und dabei weder auf die Umwelt noch auf die lokale Bev\u00f6lkerung R\u00fccksicht genommen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>In den Anf\u00e4ngen waren es zwei Unternehmen, Texaco und Gulf Oil. Mitte der 70er Jahre zog sich Gulf Oil zur\u00fcck. Texaco bildete den Kopf des Konsortiums zusammen mit dem von der ecuadorianischen Regierung neu gegr\u00fcndeten Erd\u00f6lunternehmen CEPE (staatliches ecuadorianisches Erd\u00f6lunternehmen). Ecuador selbst verf\u00fcgte damals \u00fcber keine Erfahrung in der Erd\u00f6lf\u00f6rderung im gro\u00dfen Rahmen. Die technische Leitung \u00fcbernahm deshalb vollumf\u00e4nglich Texaco. Auf der Halbinsel Santa Elena besa\u00df Ecuador seit den 40er Jahren eine kleine Raffinerie mit einigen \u00d6lfeldern, alles sehr klein. Erst 1972, als man das erste Barrel Roh\u00f6l an die Oberfl\u00e4che holte, wurde Ecuador zum Erd\u00f6lf\u00f6rderungsland.<\/p>\n<p><strong><em>Wie hoch ist der Schaden f\u00fcr die Natur und den dort lebenden Menschen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der Schaden wurde im Bezug auf die kontaminierte Fl\u00e4che quantifiziert, der aus dieser 20-j\u00e4hrigen F\u00f6rderung von 1972 bis 1992 resultierte. Alle Aktivit\u00e4ten vor 1972 bezogen sich rein auf die Erd\u00f6lsuche. Texaco f\u00fchrte 356 Erd\u00f6lbohrl\u00f6cher aus und \u00f6ffnete 1000 Gruben ohne Abdeckung. Dort hinein gab das Unternehmen R\u00fcckst\u00e4nde jeder Art, vor allem Erd\u00f6l, Bohrschlamm und verunreinigtes Wasser. Die Reinigung von 162 dieser Gruben diente als Vorwand f\u00fcr die Behauptung, als das Unternehmen das Land verlies, Texaco h\u00e4tte eine komplette Umweltsanierung durchgef\u00fchrt. Anstatt der Reinigung wurden diese Gruben aber nur mit Erde zugesch\u00fcttet. Die Regierung von Pr\u00e4sident Mahuad traf die \u00e4u\u00dferst ungl\u00fcckliche Entscheidung, den Vergleichsvertrag \u00fcber die Reinigung dieser 162 Becken zu unterschreiben. Es ist ein sehr irritierender Vertrag, da die restlichen Gruben darin nicht erw\u00e4hnt sind. Ein Vertrag, der die tats\u00e4chliche Situation unerw\u00e4hnt lie\u00df. Das Ganze war, um es etwas salopp auszudr\u00fccken, eine gro\u00dfe Bauernf\u00e4ngerei, eine Falle, in welche die Regierung Mahuad tappte.<\/p>\n<p>Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es drei verschiedene Rechtstreitigkeiten. Die Forderungen der indigenen Gemeinschaften gegen Chevron-Texaco wurde Recht gegeben und Chevron zur Zahlung von 9,5 Milliarden Dollar verurteilt und dieses Urteil wurde vom Kassationsgericht best\u00e4tigt, der h\u00f6chsten Gerichtsinstanz in Ecuador. Dieser Rechtsstreit ist abgeschlossen. Es ist aber bis heute noch kein Geld geflossen, im Gegenteil! Das Unternehmen hat mit Klagen gegen die betroffenen indigenen Gemeinschaften und mit einer Klage gegen den ecuadorianischen Staat geantwortet.<\/p>\n<p>In Deutschland existiert bereits seit einigen Jahren eine breite Zivilgesellschaft, die sich f\u00fcr den Umweltschutz und die Entsch\u00e4digung der betroffenen Bev\u00f6lkerung in Ecuador einsetzen. Dies ist ein bedeutendes Solidarit\u00e4tskomitee, EcuaSoli genannt, bei dem sich verschiedene lateinamerikanische Vereine, Gesellschaften, Experten, K\u00fcnstler und die B\u00fcrgerschaft engagieren. Sie haben mit ihren Aktivit\u00e4ten und Demonstrationen gegen den Erd\u00f6lkonzern, aber auch mit dem Beschaffen von Finanzmittel die Gerichtsprozesse am Leben zu erhalten und die legalen Hindernisse, die Chevron aufbaut, versucht zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p><strong><em>Was gibt es f\u00fcr weitere Berichte und Netzwerke zum Thema: \u201eLa Mano Sucia de Chevron\u201c (Die schmutzige Hand Chevrons)<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Zivilgesellschaft und EcuaSoli haben mit der Kampagne \u201e<em>La Mano Sucia de Chevron<\/em>\u201c einen wichtigen Beitrag zur \u00d6ffentlichkeitsarbeit geschaffen, um \u00fcber die Umweltverschmutzung zu berichten. Es waren Aktivisten von EcuaSoli in Hamburg dabei, die bei einer Tochtergesellschaft von Chevron protestiert haben und einen offiziellen Brief \u00fcbergeben haben. Es wurde im Oktober 2015 unter dem Motto \u201eDirty Hands Chevron!\u201c ein Protest an der TU Berlin gemeinsam Studenten organisiert.<\/p>\n<p>Hier ist eine faszinierende \u00d6ffentlichkeitsarbeit entstanden mit der breiten Zivilgesellschaft in Deutschland. Ich bin sehr stolz, dass wir es geschafft haben, diese Solidarit\u00e4t tatkr\u00e4ftig auf die Beine zu bringen z. B. mit EcuaSoli und die Arbeit mit anderen verschiedenen B\u00fcrgergruppen. Die ecuadorianische Bev\u00f6lkerung kann damit rechnen, dass hier sehr progressistische und sehr gewissenhafte Menschen bereit sind, sich f\u00fcr diese sehr gerechte Sache einzusetzen.<\/p>\n<p>Es war auch eine tolle Bereicherung, das so eine gro\u00dfe Breite der Zivilgesellschaft dahinter steht. Nicht nur linksorientierte Gruppen, die sich selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr die leidende Bev\u00f6lkerung einsetzen, sondern auch die gro\u00dfe Breite der Bev\u00f6lkerung und nicht nur Parteien.<\/p>\n<p>Dieser Konflikt mit Chevron zeigt, welche schlimme Entwicklung und Umst\u00e4nde auch hier in Europa entstehen k\u00f6nnten. Was Chevron versucht mit Ecuador zu machen, ist der beste Beweis einer Darstellung der Macht eines einzelnen Konzerns gegen\u00fcber einem souver\u00e4nen Staat. Leider habe ich den Eindruck, dass mit der Unterzeichnung von TTIP es auch in Europa zu dieser unbegrenzten Macht der Konzerne kommen k\u00f6nne. Die Monopolkapitalisten stehen dann wirklich \u00fcber allen und \u00fcber die Souver\u00e4nit\u00e4t der L\u00e4nder und der Bev\u00f6lkerung. Dies w\u00e4re eine Bewahrheitung des reinen puren neoliberalen Kapitalismus.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-321695\" src=\"http:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/anti-chevron2-720x478.jpg\" alt=\"anti-chevron2\" width=\"720\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/anti-chevron2-720x478.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/anti-chevron2-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/anti-chevron2-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/anti-chevron2.jpg 1012w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/p>\n<p><em><strong>Deutschlandweit gab es schon mehrfache, gro\u00dfe Demonstrationen mit \u00fcber Hunderttausend Menschen gegen TTIP. Sehen das die B\u00fcrger richtig?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Der Konflikt zwischen Ecuador mit dem Konzern Chevron ist ein sehr gutes Beispiel daf\u00fcr, wie ein einzelner Konzern mit Zivilcourage und friedlichen Protest bek\u00e4mpft werden muss. Ich bin zuversichtlich, dass diese Solidarit\u00e4t innerhalb der Bev\u00f6lkerung laufen wird und ihre Einsatzbereitschaft gegen TTIP ist bemerkenswert.<\/p>\n<p><strong><em>Was gibt es \u00fcber den Gerichtsprozess gegen den Erd\u00f6lkonzern Chevron aus Kanada und \u00fcber die Gesch\u00e4digten des zu berichten? Wie ist der aktuelle Stand?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In Kanada l\u00e4uft ein Verfahren f\u00fcr die Entsch\u00e4digung der ecuadorianischen Opfer durch Chevron. Das Gericht hat den Gesch\u00e4digten erlaubt, einen Rechtsstreit gegen den Konzern weiterzuf\u00fchren und Entsch\u00e4digungsgelder in Ecuador erhalten zu k\u00f6nnen. Die kanadische Justiz hat dieses Verfahren akzeptiert und die Prozesse laufen in diese Richtung. Ich hoffe, dass wir bald einen positiven Erfolg erleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Leider ist die milliardenschwere Entsch\u00e4digungssumme vom Erd\u00f6lkonzern Chevron-Texaco bisher noch nicht gezahlt worden. Obwohl das Gericht in Ecuador den Erd\u00f6lkonzern dazu verurteilt hat, die Entsch\u00e4digungen zu zahlen. Jetzt hat sogar der Erd\u00f6lkonzern gegen Ecuador geklagt und beim Schiedsgerichtshof in Den Haag recht bekommen. Chevron hat sich geweigert, das Urteil der souver\u00e4nen, ecuadorianischen Justiz zu akzeptieren. Die Konzerne gehen \u00fcber Leichen, Hauptsache f\u00fcr ihre eigenen profitorientierten Interessen. Es ist eine Strategie, die diese Konzerne der Bev\u00f6lkerung in Ecuador das Leben schwer machen. Damit das Urteil au\u00dferhalb von Ecuador nicht anerkannt wird, f\u00fchren sie diese Gegenprozesse und damit sie keine Entsch\u00e4digungen zahlen m\u00fcssen. Die juristischen Rechtsprinzipien werden einfach mit F\u00fc\u00dfen getreten.<\/p>\n<p><strong><em>Wie sieht der Stand bei den Prozessen von Chevron II und III aus?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der oberste Staatsanwalt Ecuadors hat eine Beschwerde gegen den Schiedsgerichtshof in Den Haag eingelegt. In erster Instanz hat der Staat Ecuador verloren. Damit konnte das erste Resultat des Verfahrens Chevron (II) gegen Ecuador widerrufen werden. Allerdings hat der Schiedsgerichtshof keine Argumente wahrgenommen bzw. ber\u00fccksichtigt. Es wurde nur im Interesse des Konzerns entschieden. Der Prozess l\u00e4uft noch weiter und ist ein sehr langwieriger.<\/p>\n<h4><strong>Bew\u00e4ltigung der Fl\u00fcchtlingspolitik und Menschenrechte in Ecuador<\/strong><\/h4>\n<p><strong><em>Was f\u00fcr Ma\u00dfnahmen hat Ecuador in Fragen der Fl\u00fcchtlingspolitik in Lateinamerika unternommen? Wie wurden die Probleme bew\u00e4ltigt? Wie viele Fl\u00fcchtlinge sind in Ecuador aufgenommen worden?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wir haben zahlreiche Ma\u00dfnahmen in der Fl\u00fcchtlingspolitik in den letzten neun Jahren erarbeitet und umgesetzt. Wir haben Hunderttausende Fl\u00fcchtlinge, die aus den benachbarten Kriegsgebieten, wie z. B. aus Kolumbien, in Ecuador empfangen k\u00f6nnen. Wir wurden mehrmals f\u00fcr unsere Fl\u00fcchtlingspolitik von der UNHCE-Stelle der Vereinten Nationen ausgezeichnet, die daf\u00fcr zust\u00e4ndig ist. Wir haben mehr als 70.000 politische Fl\u00fcchtlinge mit vollem Recht anerkannt. Etwa 120.000 Fl\u00fcchtlinge leben schon in Ecuador und werden derzeit integriert. Wir haben fast 500.000 Kolumbianer und Peruaner aufnehmen k\u00f6nnen. Obwohl wir l\u00e4ngst nicht die Politischen, noch die wirtschaftlich oder institutionellen M\u00f6glichkeiten besitzen wir in Bundesrepublik Deutschland. Aber unsere Regierung hat die Aufnahme der Fl\u00fcchtlinge garantiert, wie es auch derzeit in Europa verstanden wird. Interessant ist aber, wie aufgeschlossen die Fl\u00fcchtlinge von unserer Bev\u00f6lkerung empfangen wurden. Selbstverst\u00e4ndlich gibt es auch bei uns einige Vorteile gegen Fremde. Weil wir aber die gleiche Sprache sprechen und die Mentalit\u00e4t der Menschen sich \u00e4hnelt, ist es f\u00fcr uns einfacher die Menschen \u201eWillkommen\u201c zu hei\u00dfen. Das fast 500.000 Fl\u00fcchtlinge bei uns wohnen und arbeiten d\u00fcrfen, ist ein Paradebeispiel f\u00fcr unsere Fl\u00fcchtlingspolitik der Regierung.<\/p>\n<p><strong><em>Was w\u00fcrden Sie in der Fl\u00fcchtlingspolitik f\u00fcr Europa empfehlen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde es mir nicht erlauben, eine Empfehlung auszusprechen, aber ich beobachte sehr genau, was hier in Europa und Deutschland passiert. Es bereitet mir sehr viel Sorge, was manche Politiker von sich geben und welche rechten Str\u00f6mungen es hier gibt. Im Allgemeinen sollte man weniger Angst vor fremden Menschen haben, was aber oft gesch\u00fcrt wird. Fremde Menschen bringen meistens eine Bereicherung f\u00fcr die eigene Gesellschaft mit. Daraus k\u00f6nnen durchaus bessere Bedingungen f\u00fcr alle entstehen. Die Mischung ist immer eine Bereicherung. \u00c4ngste entstehen zumeist auch aus Unzufriedenheit und vor allem aus Unwissenheit. Sie ist leider immer sehr pr\u00e4sent, wenn es um schlechte Kommunikation gegen\u00fcber der eigenen Bev\u00f6lkerung in Bezug um die Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen geht. Menschen k\u00f6nnten sich sonst noch besser kennenlernen. Selbstverst\u00e4ndlich gibt es immer Probleme bei der Integration, die ist nicht zu leugnen. Aber die Bereicherung durch verschiedene Kulturen ist ein Vorteil f\u00fcr die Gesellschaft.<\/p>\n<p><strong><em>Zur\u00fcck zur Fl\u00fcchtlingspolitik. Die Regierung Ecuador hat einen sehr bekannten Asylsuchenden in ihrer Botschaft in London aufgenommen. Es handelt sich dabei um den Begr\u00fcnder und Chefredakteur der Internetplattform WikiLeaks, Julian Assange. Er ist im Juni 2012 in die Botschaft der Republik Ecuador geflohen, weil er bef\u00fcrchtet aus politischen Gr\u00fcnden und wegen seiner Enth\u00fcllungen \u00fcber die kriminellen Machenschaften der Regierungen von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden. Bei \u201ePressenza\u201c haben wir immer viel dar\u00fcber berichtet. Wie sieht die Situation f\u00fcr Herrn Julian Assange in der Botschaft in London aus? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Regierung von Ecuador garantiert den pers\u00f6nlichen Schutz und die Unversehrtheit von Julian Assange, solange er in unserer Botschaft in London bleibt. Alle anderen Versuche, die wir auch durchgef\u00fchrt haben, sind eine M\u00f6glichkeit zu bieten, damit eine Befragung von Julian Assange durch die schwedische Justiz durchgef\u00fchrt werden kann. Das unheimlich Schlimme daran ist, dass dieser Mensch Julian Assange, vielleicht der einzige H\u00e4ftling in der EU ist, der ohne Urteil \u00fcberhaupt gezwungen wird, in einem engen, kleinen Raum seit fast vier Jahren ohne frische Luft, regelm\u00e4\u00dfiger Bewegung und Sonnenschein bleiben zu m\u00fcssen. Es wurde seitens der schwedischen Justiz nicht einmal nachgefragt, was er nun tats\u00e4chlich gemacht haben soll oder nicht.<\/p>\n<div id=\"attachment_321673\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-321673\" class=\"wp-image-321673 size-large\" src=\"http:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Assange-transperency-720x540.jpg\" alt=\"Assange transperency\" width=\"720\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Assange-transperency-720x540.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Assange-transperency-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Assange-transperency-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Assange-transperency.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><p id=\"caption-attachment-321673\" class=\"wp-caption-text\">Dies ist die Botschaft der Republik Ecuador in London, in dem sich WikiLeaks- Gr\u00fcnder Julian Assange seit 19. Juni 2012 versteckt aufh\u00e4lt, weil er bef\u00fcrchtet, in die USA ausgeliefert zu werden.<\/p><\/div>\n<p><strong><em>Es ist auch bekannt geworden, dass Julian Assange unter k\u00f6rperlichen Schmerzen leidet und diese unbedingt einer medizinischen Untersuchung in einem Krankenhaus ben\u00f6tigen. Dies wird ihm seitens der britischen Regierung verwehrt. Was konnte seitens der Botschaft gegen seine Beschwerde getan werden? Wie kann \u00fcberhaupt eine medizinische Versorgung jetzt gew\u00e4hrleistet werden, wenn er die Botschaft nicht frei verlassen darf?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, das ist wirklich sehr schlimm. Die vielen Fakten sind mir bekannt und es tut mir sehr leid. Die jetzige medizinische Versorgung von Herrn Assange erfolgt notd\u00fcrftig \u00fcber die Botschaft in London. Aber dies ist nicht dasselbe, wie eine medizinische Behandlung in einem Krankenhaus, die notwendig w\u00e4re. Das wird ihm seitens der britischen Regierung nicht gew\u00e4hrt. Die Menschenrechte von Herrn Julian Assange werden wieder mit F\u00fc\u00dfen getreten. Und das geschieht hier mitten in Europa! Das ist wirklich unglaublich ungerecht! Das ist auch der Eindruck, der bei der Bev\u00f6lkerung \u00fcber die britische Regierung entsteht.<\/p>\n<p><strong><em>Was hatte die UN-Arbeitsgruppe im Februar entschieden?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Am Freitag, 5. Februar 2016, hat die UN-Arbeitsgruppe f\u00fcr willk\u00fcrliche Inhaftierungen (<a href=\"http:\/\/www.ohchr.org\/EN\/Issues\/Detention\/Pages\/WGADIndex.aspx\">WGAD<\/a>) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/AlanJonesPA\/status\/694467877555064832\">\u00f6ffentlich ihre Entscheidung<\/a> im <a href=\"https:\/\/justice4assange.com\/IMG\/pdf\/assange-wgad.pdf\">Fall Julian Assange<\/a> gegen Gro\u00dfbritannien und Schweden bekannt gegeben. Sie h\u00e4lt den Aufenthalt von Herrn Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London f\u00fcr illegal. Die Festsetzung versto\u00dfe gegen internationale Konventionen, erkl\u00e4rte der Vorsitzende der UN-Arbeitsgruppe, welche aus f\u00fcnf Mitgliedern bestand in Genf.<\/p>\n<p>Die juristischen Aktionen Schwedens und Gro\u00dfbritanniens bestehen aus einer willk\u00fcrlichen Inhaftierung, so argumentiert die UN-Arbeitsgruppe. Zudem m\u00fcsse er f\u00fcr seinen willk\u00fcrlichen Arrest sogar entsch\u00e4digt werden, hei\u00dft es in dem UN-Gutachten.<\/p>\n<div id=\"attachment_321702\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-321702\" class=\"wp-image-321702 \" src=\"http:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Assange-UN-report.jpg\" alt=\"Assange UN report\" width=\"813\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Assange-UN-report.jpg 316w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Assange-UN-report-300x166.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 813px) 100vw, 813px\" \/><p id=\"caption-attachment-321702\" class=\"wp-caption-text\">Die UN Working Group hat best\u00e4tigt, dass das Festhalten von Herrn Julian #Assange eine ungesetzliche Verhaftung darstellt und dass dieser sofort freizulassen ist.<\/p><\/div>\n<p><em><strong>Was wird aus ihm, wenn im n\u00e4chsten Jahr Wahlen in Ecuador stattfinden? Wie sieht nun die Zukunft f\u00fcr Julian Assange aus? Wann wird es Wahlen in Ecuador geben?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Es wird im n\u00e4chsten Jahr im Februar Pr\u00e4sidentschaftswahlen in Ecuador geben. Der jetzige Staatspr\u00e4sident Rafael Correa aufgrund des ecuadorianischen Gesetzes nicht erneut kandidieren. Es wird Vieles unternommen, um die b\u00fcrgerlich demokratische Revolution der letzten neun Jahre in Ecuador weiterzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Wir sind sehr zuversichtlich, dass sich die Menschenrechte auch f\u00fcr Julian Assange durch die Entscheidung der UN-Arbeitsgruppe, die ihm die sofortige Freiheit best\u00e4tigen, erf\u00fcllen werden. Sie k\u00f6nnen vergewissert sein, dass wir alles diplomatisch und juristisch M\u00f6gliche dazu beitragen, damit er bald seine Freiheit erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Wir sind sehr stolz dar\u00fcber, was wir politisch und wirtschaftlich in den letzten neun Jahren in Ecuador erreicht haben. Diese progressistische Linie weiter fortzuf\u00fchren, wird uns helfen, mit einem neuen Kandidaten die Wahl des Pr\u00e4sidenten unserer Bewegung zu gewinnen.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"AH10T546uO\"><p><a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2015\/11\/interview-mit-dem-botschafter-von-ecuador-was-kann-europa-von-lateinamerika-lernen\/\">Interview mit dem Botschafter von Ecuador: Was kann Europa von Lateinamerika lernen?<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Interview mit dem Botschafter von Ecuador: Was kann Europa von Lateinamerika lernen?&#8220; &#8212; Pressenza\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2015\/11\/interview-mit-dem-botschafter-von-ecuador-was-kann-europa-von-lateinamerika-lernen\/embed\/#?secret=OMSp0FLmfz#?secret=AH10T546uO\" data-secret=\"AH10T546uO\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong><em>Gibt es schon einen geeigneten Kandidaten aus Ihrer demokratischen, revolution\u00e4ren Bewegung?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das ist noch nicht entschieden. Diese Hauptrichtung der demokratischen, revolution\u00e4ren Bewegung wird weiter fortgef\u00fchrt werden. Wie Sie bereits wissen, ist es derzeit in Lateinamerika sehr gef\u00e4hrlich, wie sich einige Regierungen stark nach rechts drehen und eine Oberhand bekommen. Das ist eine politische Folge der Au\u00dfenpolitik und des Drucks der USA, dem sich diese Regierungen unterwerfen. Das ist ganz klar. Man kann nicht leugnen, dass wir auch Fehler in der Politik gemacht haben, deshalb sind einige Menschen unzufrieden. Wir haben allerdings daraus gelernt und als links-progressistische Regierung sind wir weiter auf dem Weg der Erneuerung. In Ecuador sehen wir auch die Entwicklung in den anderen L\u00e4ndern Lateinamerikas, was in manchen s\u00fcdamerikanischen L\u00e4ndern geschieht, ist teilweise diktatorisch und gef\u00e4hrlich. Ich glaube, wir k\u00f6nnen sehr Vieles verbessern, bis dann die Wahlen im Februar 2017 in Ecuador stattfinden werden.<\/p>\n<h4><strong>Mehr Demokratie mit DiEM25 und eine volksnahe Wirtschaftspolitik <\/strong><\/h4>\n<p><strong><em>In Europa gibt es neue progressistische demokratische Bewegung. Sie nennt sich DiEM25 und gr\u00fcndete sich u.a. durch den ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis. Die Gr\u00fcndungsversammlung fand in Berlin statt, wo Yanis Varoufakis und auch Julian Assange (Videolink) gesprochen haben. Die Ausrichtung der politischen Prominenz ist gro\u00df. Es sind auch neben den Parteien wie die Linke, Sozialdemokraten, Gr\u00fcne, Piraten, links-progressistische Kr\u00e4fte und neue Str\u00f6mungen dabei. Was k\u00f6nnen Sie dazu sagen? Was erhoffen Sie sich von DiEM25?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich bin selbst bei der Gr\u00fcndungsversammlung im Februar von DiEM25 im Theater der Volksb\u00fchne in Berlin dabei gewesen. Es war sehr beeindruckend.<\/p>\n<p>Die Ver\u00e4nderungen in einer Gesellschaft entstehen aufgrund verschiedener Situationen der Ungerechtigkeit. Wenn diese Verh\u00e4ltnisse sich zuspitzen, l\u00e4sst sich das die Bev\u00f6lkerung nicht gefallen. Sie unternimmt neue Schritte, einer Ver\u00e4nderung herbeizuf\u00fchren. Die sozialen Zust\u00e4nde sollen sich verbessern. Aber man muss immer achtsam bleiben, dass diese sozialen Bewegungen der \u201eUnzufriedenheit\u201c nicht in andere radikale Richtungen umschlagen. Es gibt sehr gute Beispiele wie mit Varoufakis in Griechenland oder auch die neuen Str\u00f6mungen in Spanien, die gegenw\u00e4rtig in Europa passieren.<\/p>\n<p>Es gibt eine neue Generation von engagierten Menschen, die mit sehr guten Argumenten und mit sehr guten Kenntnissen in der Lage sind, sehr viele gesellschaftliche Fragen zu stellen und neue Konzepte f\u00fcr eine bessere Gesellschaft zusammenzutragen. Ich hoffe sehr, dass diese Argumentation tats\u00e4chlich f\u00fcr die breite Bev\u00f6lkerung zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>Mit dieser breiten Unterst\u00fctzung und unter demokratischen Regelungen ist es m\u00f6glich, vieles zu verbessern und zu bet\u00e4tigen. Sehr klar muss aber sein, was hinter dieser Politik steht und jetzt befinden wir uns leider im neoliberalen Kapitalismus. Es gibt kaum ein Land in Lateinamerika, au\u00dfer L\u00e4nder wie Ecuador und die ALBA-Staaten, das nicht diesen neoliberalen Kapitalismus verfolgt. Und wir haben uns klar dagegen gestellt!<\/p>\n<p><strong>\u201eEconom\u00eda popular \u2013 Ein volksnahes und solidarisches Wirtschaftssystem<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Was kann Lateinamerika, die ALBA-Staaten und Ecuador aus den Erfahrungen und den Fehlern des damaligen \u201erealexistierenden\u201c Sozialismus in der DDR und dem ehemaligen Ostblock lernen? Die Produktionsmittel m\u00fcssen im Staatseigentum sein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ich stimme Ihnen zu, dass der Sozialismus ein gerechter Weg ist. Aber man darf nicht au\u00dfer Acht lassen, dass in den sozialistischen Gesellschaften bis 1990 hier in Europa auch sehr viele Fehler gemacht wurden. Dies sind auch die Erfahrungen, die man nicht mehr machen darf. Wir, in Ecuador und den ALBA-L\u00e4ndern, arbeiten an einer neuen Politik, um neue Theorie zu schaffen f\u00fcr den Sozialismus des 21. Jahrhunderts! Dieser Sozialismus, den wir uns vorstellen, ist vollkommen verschieden, als jener, der in Osteuropa existierte.<\/p>\n<p><strong><em>Der Besitz der Produktionsmittel soll beim Staat liegen, wie eine Volkswirtschaft. Wie sinnvoll war eine Planwirtschaft?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nein, nicht ganz. Der Staat soll tats\u00e4chlich die Obhut f\u00fcr die strategisch wichtigen Produktionsmittel behalten und den Besitz von gro\u00dfen Infrastrukturen wie Banken, Rohstoffe, erzeugende Industrie, aber auch in den Bereichen der Bildung, dem Gesundheitswesen und der des Bauwesens st\u00e4rken. Aber das hei\u00dft nicht, dass die Initiative des kleinen Unternehmens nicht gef\u00f6rdert wird. Der Staat ist unf\u00e4hig s\u00e4mtliche Nachfragen und Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung zu regeln. Das hat sich bis heute bewahrheitet. Dass dabei Fehler passiert sind, und die Menschen manchmal unzufrieden waren, ist die Folge einer Planwirtschaft. In Ecuador unterst\u00fctzen wir deshalb sehr das freie Unternehmertum, um z.B. der Handwerksbetriebe und der Dienstleistungen.<\/p>\n<p>Aber Infrastrukturen wie Erd\u00f6l und Bergbau geh\u00f6ren im Eigentum des Staates. Wir arbeiten in diese Richtung weiter und wollen eine h\u00f6here Beteiligung der Menschen erreichen. Wir haben es in den letzten f\u00fcnf Jahren geschafft, mehr als 1,5 Millionen Menschen von der extremen Armut direkt in eine Mittelschicht zu katapultieren. Dies ist aufgrund der direkten staatlichen Unterst\u00fctzung geschehen. Es wurden viele Mikrounternehmen direkt in Gang gesetzt.<\/p>\n<p>Wir haben einen neuen wirtschaftlichen Sektor geschaffen: \u201e<em>Econom\u00eda popular<\/em>\u201c, die wir als volksnahe und solidarische Wirtschaft bezeichnen.<\/p>\n<p>Im Bildungswesen haben wir es geschafft, dass die staatlichen Schulen kostenfrei sind. Aber es wurde eine kulturelle Sache eingef\u00fchrt, das einheitliche tragen von Schulkleidung f\u00fcr die Kinder. Es ist ein gutes Prinzip, um eine Gleichheit zu schaffen. Jedes Kind hat so eine Schuluniform und dadurch gibt es keine gesellschaftliche Trennung. Die Kinder bekommen alle ein warmes Mittagessen und die Schulb\u00fccher gestellt. Sehr Vieles davon wird von kleinen Unternehmen aus den lokalen Gemeinschaften hergestellt, geliefert und organisiert. Die M\u00fctter und Eltern haben sich zusammen organisiert und kochen nach alten, einheimischen Kochrezepten f\u00fcr die Schulkinder. Dadurch erhalten die Kinder sehr gute Nahrung als Schulspeisung und kein Fastfood. Das ist eine Leistung der M\u00fctter und dieser Kleinunternehmen.<\/p>\n<p><strong><em>Als Kommunalpolitikerin und Bezirksverordnete im Bereich Schule und Sport bin ich selbst in Berlin engagiert. Wir bem\u00fchen uns auch, eine Chancengleichheit der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zu erzielen. Wir bieten sogar einen kostenfreien Kitaplatz f\u00fcr jedes Kind ab 3 Jahren in Berlin an. Aber was mich so in Ecuador fasziniert, ist diese hohe Motivation und Lehrbereitschaft der Kinder und Studenten einen guten und bestm\u00f6glichen Bildungsabschluss zu erreichen. Das ist vor allem auch durch die Bildungspolitiker ihres Landes erreicht worden, sich f\u00fcr das lebenslange Lernen einzusetzen. Wie hat Ecuadors Regierung sich f\u00fcr die Bildungspolitik eingesetzt?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wir haben in der Bildungspolitik keine Bremse. Im letzten Jahr haben wir mehr als 14.000 Stipendien an die besten Universit\u00e4ten der Welt schicken k\u00f6nnen. Wenn die Absolventen zur\u00fcckkommen, sind sie <u>nicht<\/u> verpflichtet, f\u00fcr den Staat zu arbeiten. Hauptsache sie kehren nach Ecuador zur\u00fcck. Sie k\u00f6nnen selbst Unternehmer werden. Sie k\u00f6nnen f\u00fcr die Privatwirtschaft oder auch f\u00fcr den Staat arbeiten. Die einzige Bedingung f\u00fcr die Stipendianten ist es, wieder nach Ecuador zur\u00fcck zukommen und wenigstens die doppelte Zeit, die sie im Ausland studiert haben, hier in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen zu arbeiten. Es werden Projekte f\u00fcr diese Kleinunternehmen geschaffen, damit sie ein Startkapital und ein Darlehen haben. Die Vertr\u00e4ge schlie\u00dfen die Kleinunternehmen mit dem Staat. Sie w\u00e4ren sonst der freien Marktwirtschaft ausgeliefert.<\/p>\n<p>In den Jahren 2013 \/ 2014 hatte der Staat Ecuador mehr als 10 Milliarden US-Dollar an direkten Vertr\u00e4gen f\u00fcr diese Mikrounternehmen investiert. Das hei\u00dft, das ist die wahre F\u00f6rderung der Mikrounternehmen. Wir helfen nicht nur mit kleinen Investitionen, sondern wir haben gro\u00dfz\u00fcgig die Produktion gef\u00f6rdert und unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><strong><em>Ecuador ist einer der gr\u00f6\u00dften Mais-Produzenten?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Mais ist f\u00fcr uns eines der Grundnahrungsmittel. Ecuador ist absolut unabh\u00e4ngig vom Import von Mais. In den letzten 50 Jahren ist Ecuador absolut unabh\u00e4ngig von der Einfuhr von Mais aus den USA geworden. Es gibt dort auch viele umstrittene Unternehmen wie z.B. Monsato, die ihr Unwesen mit genmanipulierten Pflanzen getan haben.<\/p>\n<p><strong><em>In welchen Bereichen ist Ecuador ebenfalls im Export f\u00fchrend?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der Export von Erd\u00f6l ist immer noch sehr wichtig, aber nicht mehr so sehr, wie es vor 10 Jahren gewesen ist. Wir haben die Erd\u00f6labh\u00e4ngigkeit im Bezug auf den Staatshaushalt praktisch um die H\u00e4lfte senken k\u00f6nnen. Heute sind wir noch bis ca. 24% der Einnahmen im Staatshaushalt vom Export des Erd\u00f6ls abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Wir sind immer noch Hauptproduzent von Bananen in der Welt. Ungef\u00e4hr 49% des Weltmarktes von Agrarprodukten wie Bananen, Kaffee, Kakao, Schokolade, Blumen aber auch Meerestiere- und Fischproduktion werden von Ecuador abgedeckt. Sie werden auch bei uns produziert. Wir haben aber heute gro\u00dfe Schwierigkeiten, weil der US-Dollar stark aufgewertet wurde. Aufgrund falscher Wirtschaft- und Finanzpolitik in den Jahren ab 1992 bis 2000 sind wir eine US-Dollar-abh\u00e4ngige Gesellschaft geworden. Das hat manchmal auch Vorteile gebracht. Aber heute, wo der Dollarkurs so hoch steht, ist es f\u00fcr unsere gr\u00f6\u00dften Handelspartner Kolumbien und Peru \u00e4u\u00dfert schwierig, unsere Produkte zu kaufen. Sie haben ihre eigene W\u00e4hrung abgewertet, um sich zu sch\u00fctzen. Das k\u00f6nnen wir nicht machen. Kolumbien hat 60% ihrer W\u00e4hrung abgewertet. Die Preise unserer Produkte, die wir nach Kolumbien exportieren k\u00f6nnen, haben sich verdoppelt. Das ist f\u00fcr uns eine sehr schwierige Situation. Dies schl\u00e4gt sich auch auf unseren eigenen Erd\u00f6lexport nieder, weil das Erd\u00f6l in den anderen L\u00e4ndern wesentlich billiger geworden ist. Wir haben praktisch sieben Prozent unseres Inlandsproduktes verloren. Aber anhand der Gestaltung unserer Wirtschaftspolitik ist diese viel widerstandsf\u00e4higer geworden.<\/p>\n<p>Im letzten Jahr hat sich unser Wirtschaftswachstum um 0,3 % erh\u00f6ht. Das h\u00f6rt sich erst einmal wenig an, aber wir haben einen positiven Anstieg im Wirtschaftswachstum zu verzeichnen, trotz weltweiter Wirtschaftskrise. Im Jahr 2015 hat der Staat Ecuador hart daran gearbeitet sich weiterzuentwickeln, ohne einen Cent daf\u00fcr vom Erd\u00f6l einzusetzen. Das wissen die Wenigstens. Aber es zeigt, dass wir eine weitere unabh\u00e4ngige Wirtschaft vom Erd\u00f6l erzielen, die uns auch eine bessere Zukunft bringen wird. In diesem Jahr werden Ma\u00dfnahmen getroffen und einige Investitionen auch verlangsamt, damit das Wirtschaftswachstum weiter positiv w\u00e4chst.<\/p>\n<p>Wir arbeiten sehr stark in Richtung Bildung und mit Unternehmen zusammen. Wir hoffen, in diesem Jahr zu schaffen, ein duales Berufsausbildungssystem wie in Deutschland auch in Ecuador umzusetzen. Dazu arbeiten wir mit einem Zentrum zusammen, welches schon mit der deutschen Schule in Quito existiert und ein duales Ausbildungskonzept umgesetzt hat. Dies wird auch mit deutscher F\u00f6rderung unterst\u00fctzt und ausgebaut. Dort werden dann die Lehrer der Berufsschulen ausgebildet. Es wurde in Gespr\u00e4chen mit Studenten aus Ecuador sehr begr\u00fc\u00dft, nicht nur die \u201ereine\u201c Lehre vermittelt zu bekommen, sondern auch diese praktische Ausbildung in den Unternehmen und Institutionen kennenzulernen.<\/p>\n<p><strong><em>Wie funktioniert das?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es gibt ein gesamtes Bildungsprogramm mit \u00fcber 40 Instituten. Es fehlte uns erst an erfahrenen Lehrern, die dort unterrichten k\u00f6nnen. Wir haben jetzt diese Zentren aufgebaut, damit die Lehrer ausgebildet werden k\u00f6nnen. Ich hoffe, dass dieser Traum wahr wird, den ich hier pers\u00f6nlich entwickelt habe. Dieses Bildungsprogramm wird jetzt in unserem Land umgesetzt.<\/p>\n<p><strong><em>Zum Abschluss noch eine pers\u00f6nliche Frage, wann sind Sie nach Deutschland gekommen? Warum haben Sie gerade hier an der Technischen Universit\u00e4t in Berlin studiert? Was gef\u00e4llt Ihnen an Berlin? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es war ein Zusammenspiel von vielen seltsamen und spannenden Situationen, dass ich nach Deutschland gekommen bin. Ich spreche von der Zeit 1970 bis 1971. Es war schon komisch, dass ich auf dem Flughafen Berlin-Tegel mit einer der letzten Maschinen mit der British-European-Airways gelandet bin. Es war mitten im Hochsommer und es war hier ebenfalls sehr sch\u00f6n. Es gef\u00e4llt mir richtig gut. Und jetzt bin ich mit einigen Unterbrechungen hier in Deutschland.<\/p>\n<p>Ich bin 15 Jahre lang in Berlin geblieben. Erst 1986 bin ich wieder nach Ecuador zur\u00fcckgekehrt. Zwischenzeitlich hatte ich das gro\u00dfe Privileg, ein ausgezeichnetes Studium als Ingenieur f\u00fcr Maschinenbau und Verfahrenstechnik an der Technischen Universit\u00e4t Berlin zu genie\u00dfen. Ich war total frei, weil ich auch einmal andere Studienrichtungen kennengelernt habe. So habe ich auch Kurse an der Freien Universit\u00e4t zu Berlin wie Politikwissenschaften, Philosophie und Betriebswirtschaft belegt. Das hat mich sehr stark bereichert. Ich habe mein technisches Studium als Maschinenbau- und Verfahrenstechnik an der TU Berlin erfolgreich abgeschlossen. Ich bin dann nach dem Studium zur\u00fcck nach Ecuador gegangen. Es war keine leichte Situation f\u00fcr mich, aber es war doch eine sehr wichtige Entscheidung, um mehr Erfahrungen zu bekommen, die ich sp\u00e4ter ben\u00f6tigte.<\/p>\n<p><strong><em>Wie sieht es mit der Akkreditierung in Deutschland, aber auch mit den Nebenakkreditierungen in Luxemburg, Belgien Tschechien und Polen aus? Was machen Sie zuk\u00fcnftig?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Akkreditierungen und Nebenkreditierungen werden weiter durch meinen nachfolgenden Botschafter \u00fcbernommen. Ich habe noch keine Ahnung, aber ich hoffe, dass ich als Dozent bzw. Professor Vortr\u00e4ge an verschiedenen Universit\u00e4ten \u00fcber Ecuador abhalten werde. Aber auch auf anderen Gebieten werde ich mich engagieren.<\/p>\n<p><strong><em>Vielleicht berichten Sie uns von der Bewegung DiEM25 zwischen Europa und Lateinamerika?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich finde DiEM25 sehr interessant. Wenn ich eine Verbindungsm\u00f6glichkeit nach Lateinamerika aufbauen kann, w\u00fcrde ich das sehr gern machen. Ich bin \u00fcberzeugt, dass DiEM25 eine wirklich sehr interessante Alternative f\u00fcr die Demokratie in Europa darstellt. Mit der Erfahrung, die wir in Lateinamerika geschafft haben, k\u00f6nnen wir einiges dazu beitragen, dies hier mit einflie\u00dfen zu lassen. Ich freue mich sehr, wenn ich meine Freunde aus Deutschland in Ecuador begr\u00fc\u00dfen kann.<\/p>\n<p><strong><em>Einen herzlichen Dank f\u00fcr das intensive und ausf\u00fchrliche Interview im Namen der Redaktion von Pressenza Berlin, aber auch einen gro\u00dfen Dank von den Aktivisten von EcuaSoli soll ich \u00fcbermitteln, deren Initiativen Sie unterst\u00fctzen haben. <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ebenfalls einen herzlichen Dank an das Solidarit\u00e4tskomitee EcuaSoli und der engagierten Zivilgesellschaft in Deutschland f\u00fcr das Interesse und der Solidarit\u00e4t f\u00fcr die ecuadorianische Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-321709\" src=\"http:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Jorge-und-Sabine-720x641.jpg\" alt=\"Jorge und Sabine\" width=\"720\" height=\"641\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Jorge-und-Sabine-720x641.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Jorge-und-Sabine-300x267.jpg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Jorge-und-Sabine-768x684.jpg 768w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Jorge-und-Sabine.jpg 1170w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 7. 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