{"id":2696601,"date":"2026-04-30T00:50:29","date_gmt":"2026-04-29T23:50:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=2696601"},"modified":"2026-04-30T00:50:29","modified_gmt":"2026-04-29T23:50:29","slug":"die-zeche-fuer-beides-zahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/","title":{"rendered":"\u201eDie Zeche f\u00fcr beides zahlen\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Interview mit Peter Mertens \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Welle breiter Sozialproteste in Belgien, \u00fcber den Zusammenhang zwischen Sozialk\u00fcrzungen und Militarisierung in Europa und \u00fcber den Kampf um Alternativen.<\/strong><\/p>\n<p><em>\u00dcber die seit mehr als einem Jahr andauernde Protestwelle in Belgien gegen den Abbau von Arbeiterrechten und Sozialstandards sprach german-foreign-policy.com mit Peter Mertens. Mertens ist Buchautor und Generalsekret\u00e4r der Partei der Arbeit Belgiens (PVDA-PTB), die sich an den von den Gewerkschaften gef\u00fchrten Demonstrationen und Streiks von Anfang an beteiligt hat und aktuell in Wahlumfragen in der Hauptstadtregion Br\u00fcssel mit gut einem Viertel der Stimmen st\u00e4rkste Partei ist. Mertens urteilt, der Zusammenhang zwischen den Sozialprotesten und dem Kampf gegen die Militarisierung liege auf der Hand: \u201eEs sind dieselben Menschen, die die Zeche f\u00fcr beides zahlen\u201c; das lasse sich \u201ekaum noch ignorieren\u201c. Bei den Protesten gehe es nicht zuletzt darum, \u201edas Vertrauen der Menschen in ihre kollektive St\u00e4rke\u201c wiederherzustellen. Mertens erinnert daran, dass 1945 selbst im Westen die Macht riesiger Konzerne als eine der Hauptursachen f\u00fcr die Militarisierung und den Krieg galt. In K\u00fcrze wird sein Buch \u201eDe laatste dagen van het oude normaal\u201c (\u201eDie letzten Tage der alten Normalit\u00e4t\u201c) erscheinen. Zuletzt ver\u00f6ffentlichte er sein Werk \u201eMutiny\u201c (\u201eMeuterei\u201c).<\/em><\/p>\n<p><strong>german-foreign-policy.com<\/strong>: Seit Anfang vergangenen Jahres erlebt Belgien eine Welle massiver Proteste gegen die Regierung. Worum geht es dabei?<\/p>\n<p><strong>Peter Mertens<\/strong>: Tats\u00e4chlich begann diese Welle sehr breiter und tiefgreifender landesweiter Proteste bereits 2024, also vor 16 Monaten, als die Verhandlungen zur Bildung der gegenw\u00e4rtigen Regierung noch in vollem Gange waren. 100.000 Menschen gingen auf die Stra\u00dfe. Das hatte es zuvor noch nie gegeben. In den 16 Monaten, die seitdem vergangen sind, gab es 14 landesweite Mobilisierungen, die bisher letzte am 12. M\u00e4rz, bei der erneut 100.000 Menschen zum Protest auf die Stra\u00dfe gingen. Schon bald, am 12. Mai, wird es einen weiteren landesweiten Streik geben. Dazwischen findet am 1. Mai ein landesweiter Aktionstag statt. Es handelt sich um eine der l\u00e4ngsten Kampagnen, die die belgischen Gewerkschaften je organisiert haben, und sie ist auch in ihrer Tiefe au\u00dfergew\u00f6hnlich.<\/p>\n<p>Im Grunde geht es bei den Protesten um Fragen des t\u00e4glichen Lebens, wobei die Renten im Mittelpunkt stehen. Die Regierung will einen \u201eRentenmalus\u201c einf\u00fchren, eine Strafma\u00dfnahme f\u00fcr diejenigen, die ihre Rente vor dem 67. Lebensjahr in Anspruch nehmen. Wer das tut, k\u00f6nnte bis zu 20 Prozent seiner gesetzlichen Rente verlieren. Die gesetzlichen Renten in Belgien sind schon heute sehr gering; Deutschland hat die niedrigsten gesetzlichen Renten in Westeuropa, Belgien die zweitniedrigsten. Von dem \u201eRentenmalus\u201c werden vor allem Frauen betroffen sein. Es gibt einen Lohnstopp \u2013 sogar in Branchen, die hohe Gewinne erzielen \u2013, und es wird noch viel mehr K\u00fcrzungen geben. In der Bev\u00f6lkerung herrscht dar\u00fcber gro\u00dfe Wut. Die Proteste, die eigentlich eine gewerkschaftliche Bewegung sind, gehen sehr tief.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens \u2013 in der belgischen Presse wird kaum \u00fcber die Protestbewegung berichtet. Als es vor mehr als einem Jahrzehnt, im Jahr 2014, zu landesweiten Streiks kam, wurde in den Medien relativ ausf\u00fchrlich dar\u00fcber berichtet. Heute findet man vielleicht irgendwo in einer Zeitung, sagen wir mal auf Seite zw\u00f6lf oder so, ein Bild von den Protesten. Die mangelnde mediale Berichterstattung \u00fcber diese gro\u00dfe Bewegung ist beispiellos.<\/p>\n<p><strong>german-foreign-policy.com<\/strong>: Halten Sie die Proteste bislang f\u00fcr erfolgreich?<\/p>\n<p><strong>Peter Mertens<\/strong>: Da ist immer eine gewisse Dialektik am Werk. Zun\u00e4chst einmal gibt es eine Negation: Die Menschen sind w\u00fctend \u00fcber bestimmte Ma\u00dfnahmen des Staates. Die Tatsache, dass die Menschen ihre Wut nicht dadurch zum Ausdruck bringen, dass sie in ihren Sesseln vor dem Fernseher sitzen und ihre Pantoffeln auf ihn werfen, sondern stattdessen aktiv werden und gemeinsam auf der Stra\u00dfe etwas unternehmen, ist sehr wichtig; das ist ein bedeutender Schritt nach vorne, der oft untersch\u00e4tzt wird. Die Kunst des Organisierens, die Kunst, Menschen f\u00fcr eine Bewegung zu gewinnen, ist entscheidend.<\/p>\n<p>Sehen Sie, jeder Wutausbruch hat zwei Seiten. Da ist zum einen die Verbitterung, das Gef\u00fchl, als Einzelner machtlos zu sein. Die extreme Rechte versteht es sehr gut, das auszunutzen. Wir versuchen, die Wut und den Klassenhass \u2013 die Negation, um es so zu formulieren \u2013 in etwas Positives umzuwandeln. Das beginnt auf einer ganz grundlegenden Ebene: Man muss die Menschen davon \u00fcberzeugen, auf die Stra\u00dfe zu gehen, gemeinsam zu handeln. Das System will, dass sich die Menschen klein und machtlos f\u00fchlen. Es versucht, den Glauben an die kollektive St\u00e4rke zu zerst\u00f6ren \u2013 durch Einsch\u00fcchterung, durch Unterdr\u00fcckung. Wenn die Menschen glauben, dass ihr Handeln sinnlos ist und der Gegner unbesiegbar, dann geben sie auf. Dabei geht es um eine gezielte Manipulation, eine gezielte Verzerrung der Wahrnehmung der Menschen. Die Botschaft ist klar: Es gibt keine Alternative, man kann nichts tun, \u201esie\u201c sind zu m\u00e4chtig, alles ist bereits entschieden. Genau dagegen m\u00fcssen wir als Linke ank\u00e4mpfen. Wir m\u00fcssen das Vertrauen der Menschen in ihre kollektive St\u00e4rke wiederherstellen.<\/p>\n<p>Und wenn man die sozio\u00f6konomische Ebene betrachtet \u2013 jede Demonstration, jeder Streik hat die Regierung ein St\u00fcck weit zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Die Rentenreform wurde noch nicht umgesetzt; sie wurde dank des Drucks, den die Bewegung auf die Regierung ausge\u00fcbt hat, in mehreren Punkten bereits erheblich abgeschw\u00e4cht, auch wenn sie nicht g\u00e4nzlich aufgegeben wurde. Au\u00dferdem gibt es innerhalb der Regierung viele Widerspr\u00fcche. Ohne die Proteste w\u00e4ren diese Widerspr\u00fcche nicht so gravierend. So wird beispielsweise dar\u00fcber diskutiert, wie man mit den derzeit hohen Energiepreisen umgehen soll, die eine Folge der illegalen Kriege von Trump und Netanjahu sowie all jener in Europa sind, die diese illegalen Kriege unterst\u00fctzen. Es liegt auf der Hand, dass das Leben f\u00fcr die Menschen immer teurer wird. Ein Fl\u00fcgel der Regierung will die Sparpolitik noch versch\u00e4rfen. Der andere Fl\u00fcgel h\u00e4lt dies f\u00fcr unm\u00f6glich, was wiederum ein Erfolg der gro\u00dfen Protestbewegung ist. Ohne diese Bewegung w\u00fcrde in der Regierung v\u00f6llige Einigkeit herrschen.<\/p>\n<p>Es bleibt abzuwarten, ob die derzeitige belgische Regierung bis Ende 2026 im Amt bleiben wird. Sie steht unter gro\u00dfem Druck, innerhalb der Regierung herrscht gro\u00dfe Anspannung, und auch wenn das nicht das eigentliche Ziel der Protestbewegung war, so ist es doch eine Folge des Drucks, den sie aus\u00fcbt. Sicherlich werden die Widerspr\u00fcche innerhalb der Regierung auch durch den Druck versch\u00e4rft, den die sozialistische Gewerkschaft \u2013 eine der gr\u00f6\u00dften in Belgien \u2013 auf die fl\u00e4mischen Sozialdemokraten aus\u00fcbt, die Teil der Regierung sind. Und das ist durchaus verst\u00e4ndlich, wenn man bedenkt, dass die Sozialdemokraten an der Spitze einer Regierung stehen, die eine Politik verfolgt, die allem zuwiderl\u00e4uft, wof\u00fcr Sozialisten jemals eingetreten sind.<\/p>\n<p><strong>german-foreign-policy.com<\/strong>: Welche Rolle spielt die Militarisierung bei den Sozialk\u00fcrzungen, die die belgische Regierung der Bev\u00f6lkerung auferlegt?<\/p>\n<p><strong>Peter Mertens<\/strong>: Ich glaube, es wird immer deutlicher, dass die Regierung versucht, einen Elefanten unter den Teppich zu kehren. Das ist allerdings ziemlich schwierig, da ein Elefant ziemlich gro\u00df ist, und der Elefant im Raum \u2013 in diesem Fall das Milit\u00e4rbudget, das 2017 bei 3,9 Milliarden Euro lag \u2013 ist immer gr\u00f6\u00dfer geworden und bis 2025 auf 12,7 Milliarden Euro angewachsen \u2013 mehr als das Dreifache in nur acht Jahren. Das ist irre. Nun hat die Regierung Herrn Trump versprochen, das Milit\u00e4rbudget sogar auf 22 Milliarden Euro zu erh\u00f6hen, was 3,5 Prozent des belgischen BIP entspr\u00e4che. Die belgische Regierung kann sich nicht wie die deutsche Regierung verschulden, um auf 22 Milliarden Euro zu kommen. Sie muss das Geld in anderen Bereichen wegk\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Das zeigt sich bei den Debatten im Parlament: Jedes einzelne Ministerium ist ziemlich deprimiert \u2013 alle m\u00fcssen sie Sparma\u00dfnahmen umsetzen. Die Lage ist dramatisch. So bricht beispielsweise das Strafvollzugssystem v\u00f6llig zusammen, das Gesundheitssystem \u00e4chzt unter dem Druck der Sparma\u00dfnahmen, und das Pflegepersonal leidet unter der Arbeitsbelastung und dem chronischen Personalmangel. Jeder Minister ist also ein wenig deprimiert \u2013 au\u00dfer dem Verteidigungsminister, der vor Freude strahlt. Er kann in den kommenden Jahren Milliarden und Abermilliarden ausgeben. Die Minister sagen es selbst: Wenn sie sich zwischen Kanonen und Butter entscheiden m\u00fcssen, entscheiden sie sich f\u00fcr die Kanonen.<\/p>\n<p>Wir haben einen sehr weit rechts stehenden Verteidigungsminister, der sich gern als Kriegsminister bezeichnen l\u00e4sst, \u00e4hnlich wie Pete Hegseth \u2013 Theo Francken, eine sehr trumpistische Figur. Er sagt: Okay, wir m\u00fcssen das Modell der Vereinigten Staaten in Belgien \u00fcbernehmen, und wenn das bedeutet, mit der Kettens\u00e4ge gegen die sozialen Sicherheitssysteme vorzugehen, dann werden wir das tun. Wenn das bedeutet, dass die Menschen 1.000 Euro f\u00fcr eine Zahnbehandlung zahlen m\u00fcssen \u2013 ich zitiere ihn w\u00f6rtlich \u2013, dann m\u00fcssen sie eben 1.000 Euro zahlen. Seiner Meinung nach k\u00f6nnen wir uns das \u201ekubanische Modell der kostenlosen Medizin\u201c nicht mehr leisten. Die Regierung selbst verbindet also die Militarisierung mit Sparma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Vor kurzem gab es in Belgien einen Skandal. Erinnern Sie sich an die Drohnen, die vergangenes Jahr \u00fcberall in Europa gesichtet wurden? Auch in Belgien war das umfassend in den Nachrichten; irgendwann wurde sogar der nationale Flughafen in Zaventem wegen einer angeblichen akuten Bedrohung geschlossen. Uns wurde gesagt, es handele sich um russische Drohnen und wir m\u00fcssten dringend teure milit\u00e4rische Ausr\u00fcstung anschaffen, um sie abzuschie\u00dfen und uns vor der russischen Gefahr zu sch\u00fctzen. Nun hat jedoch ein aktueller Enth\u00fcllungsbericht des \u00f6ffentlich-rechtlichen Senders zwei brisante Fakten ans Licht gebracht. Die Aufnahmen der angeblichen Drohnen \u00fcber dem Flughafen Zaventem haben, wie sich herausgestellt hat, einen Polizeihubschrauber gezeigt. Und die zweite Enth\u00fcllung ist noch verbl\u00fcffender: Es scheint, dass Verteidigungsminister Theo Francken selbst diese Aufnahmen an die Presse weitergegeben hat. Nun lachen die Leute \u00fcber ihn, weil immer deutlicher wird, dass die Regierung Geschichten erfindet, um Angst zu sch\u00fcren und Milit\u00e4rausgaben zu rechtfertigen. In gewisser Weise m\u00f6chte ich unserem Kriegsminister daf\u00fcr danken, dass er die Menschen so unverbl\u00fcmt bel\u00fcgt.<\/p>\n<p><strong>german-foreign-policy.com<\/strong>: Es liegt also auf der Hand, dass die Militarisierung eng mit Sozialk\u00fcrzungen verbunden ist. Meinen Sie, dass man auch die Proteste dagegen miteinander verkn\u00fcpfen kann \u2013 also Proteste gegen die Militarisierung mit Protesten gegen K\u00fcrzungen im Sozialbereich?<\/p>\n<p><strong>Peter Mertens<\/strong>: Es sind dieselben Menschen, die die Zeche f\u00fcr beides zahlen: f\u00fcr die Kriege und f\u00fcr die Sparma\u00dfnahmen. Dieser Zusammenhang l\u00e4sst sich kaum noch ignorieren. Was bei den Milit\u00e4rausgaben hinzugef\u00fcgt wird, wird den Sozialleistungen abgezogen \u2013 es ist fast ein Verh\u00e4ltnis von eins zu eins. Das muss unser Ausgangspunkt sein.<\/p>\n<p>Und wir d\u00fcrfen den Kampf um die existenziellen Belange nicht aufgeben. Manchmal h\u00f6re ich die Frage: Lohnt es sich \u00fcberhaupt, f\u00fcr Renten und L\u00f6hne auf die Stra\u00dfe zu gehen, wenn alles in einem verheerenden Krieg zunichte gemacht wird? Meine Antwort lautet: Es lohnt sich. Ob es nun um Renten oder L\u00f6hne, um Wohnraum oder Energiepreise, um Kinderbetreuung oder Seniorenpflege geht \u2013 warum sollten wir die Arbeiterklasse den rechtsextremen Rattenf\u00e4ngern von Hameln \u00fcberlassen?<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen das aber mit dem Kampf gegen Militarisierung und Krieg verkn\u00fcpfen. Der Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital ist systemimmanent und im Kapitalismus selbst verankert. In seinem Streben nach maximalem Profit f\u00fchrt der Kapitalismus zu Krisen und Krieg. Klimakollaps, Nahrungsmittelkrisen, erdr\u00fcckende Verschuldung, wirtschaftliche und milit\u00e4rische Konflikte \u2013 der Kapitalismus hat keinen Ausweg aus diesen Herausforderungen. Nur der Sozialismus hat ihn. Das ist das Argument, das ich in meinem neuen Buch stark mache, das in K\u00fcrze erscheinen wird.<\/p>\n<p><strong>german-foreign-policy.com<\/strong>: Hat die Tatsache, dass die NATO ihr Hauptquartier und eine gro\u00dfe Anzahl an Mitarbeitern in Belgien hat, Auswirkungen auf die politische Lage in Ihrem Land? Wenn es um die NATO geht, befindet sich Br\u00fcssel sozusagen im Auge des Sturms.<\/p>\n<p><strong>Peter Mertens<\/strong>: Das stimmt. Was die Militarisierung angeht, kann man die Situation in Belgien nicht mit der in Deutschland vergleichen. Da w\u00e4re die Tatsache, dass die NATO ihr Hauptquartier in Br\u00fcssel hat, wo rund 4.000 Menschen besch\u00e4ftigt sind. Weitere 1.700 Menschen arbeiten bei SHAPE in Mons. Das hat erhebliche Bedeutung. Es ist milit\u00e4risch von Belang. Es macht Belgien objektiv zu einem Teil der US-Kriegsmaschinerie \u2013 das ist eine einfache Tatsache. Kriege werden von belgischem Territorium aus, von Mons aus geplant und gef\u00fchrt. Das wird oft untersch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Schauen Sie sich au\u00dferdem die neue Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten an. Sie enth\u00e4lt drei Seiten zu Europa, auf denen die Trump-Regierung ihre Strategie beschreibt, die europ\u00e4ische Einheit durch die Unterst\u00fctzung sogenannter patriotischer Kr\u00e4fte zu untergraben. Ich zitiere hier lediglich den Wortlaut, wie er in dem Dokument zu lesen ist. US-Botschaften spielen dabei eine Schl\u00fcsselrolle. Die US-Botschaft in Belgien verh\u00e4lt sich sehr aggressiv und mischt sich aktiv in die belgische Politik ein. Das ist eine neue Art von Diplomatie, sozusagen eine aggressive Anti-Diplomatie, wenn man es so formulieren will. Hinter den Kulissen spielt in Br\u00fcssel au\u00dferdem das gesamte Netzwerk der NATO und von SHAPE eine Rolle.<\/p>\n<p>Im Wahlkampf vor den Wahlen 2024 war die PVDA-PTB die einzige Partei, die sich gegen die NATO aussprach. Das war zwar nicht unser Hauptanliegen, doch die anderen Parteien und die Medien haben versucht, uns zu schw\u00e4chen, indem sie behauptet haben, wir seien eine reine Anti-NATO-Partei. Wir haben dieses Thema nicht in den Vordergrund gestellt, aber unsere politischen Gegner haben es getan \u2013 und um ehrlich zu sein, es hat sehr gut funktioniert. Heute, zwei Jahre sp\u00e4ter, k\u00f6nnen wir sagen: Diese Haltung, die NATO in Frage zu stellen und anzuerkennen, dass sie eine Kriegstreibermaschine ist \u2013 daf\u00fcr sind angesichts der j\u00fcngsten Ereignisse immer mehr Menschen offen. Die Menschen haben den \u201eGr\u00f6nland-Moment\u201c gesp\u00fcrt, als Trump verk\u00fcndete, er sei bereit, D\u00e4nemark Gr\u00f6nland abzunehmen. Die Menschen haben es wahrgenommen, als NATO-Generalsekret\u00e4r Mark Rutte einger\u00e4umt hat, die NATO sei ein Instrument amerikanischer Intervention.<\/p>\n<p>Wir haben immer die Ansicht vertreten, dass die NATO ein Instrument der USA ist, doch uns ist daf\u00fcr dann stets vorgeworfen worden, russische Propaganda zu verbreiten. Nun best\u00e4tigt der NATO-Generalsekret\u00e4r es selbst. Au\u00dferdem benimmt sich Trump wie ein Verr\u00fcckter, bezeichnet die NATO als Papiertiger, weil sie sich nicht offiziell an dem illegalen Krieg gegen den Iran beteiligt. In Wirklichkeit tun die NATO-Mitglieder das nat\u00fcrlich doch \u2013 man denke nur an Ramstein und an all die anderen amerikanischen St\u00fctzpunkte, die zur Kriegf\u00fchrung genutzt werden. Tats\u00e4chlich w\u00e4re das derzeitige Grauen des Krieges in Iran ohne Ramstein nicht m\u00f6glich. Heute zeigen Trump und die Widerspr\u00fcche unter den Imperialisten, was die NATO wirklich ist.<\/p>\n<p><strong>german-foreign-policy.com<\/strong>: In Deutschland gab es breite Schulstreiks gegen die Wehrpflicht; der n\u00e4chste ist f\u00fcr den 8. Mai geplant. Wird es auch in Belgien eine Wehrpflicht geben?<\/p>\n<p><strong>Peter Mertens<\/strong>: Hier gibt es einen freiwilligen Milit\u00e4rdienst, der vom derzeitigen Kriegsminister Theo Francken eingef\u00fchrt wurde. Sein Ministerium schickt jedem 17-j\u00e4hrigen Mann einen Brief, in dem er zur Teilnahme am freiwilligen Milit\u00e4rdienst aufgefordert wird. Das ist nur der erste Schritt, um die Menschen mental auf die Militarisierung vorzubereiten. Sehen Sie, die Regierung schickt nicht jedem Erwachsenen einen Brief, um ihn dar\u00fcber zu informieren, dass es an Pflegekr\u00e4ften, Ingenieuren und so weiter mangelt, und die Menschen zu bitten, einzuspringen. Nat\u00fcrlich tut die Regierung das nicht. Der Brief zum Thema Wehrpflicht zielt ganz klar darauf ab, die Menschen mental und emotional auf Militarisierung und Krieg vorzubereiten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die beiden Streiks, die junge Menschen in Deutschland gegen die Wehrpflicht organisiert haben, m\u00f6chte ich ihnen meinen vollen Respekt aussprechen. Wir unterst\u00fctzen sie. Unsere Jugendorganisationen versuchen, von ihnen zu lernen. Was sie tun, inspiriert uns. Es ist beeindruckend, dass sie rund 55.000 Menschen auf einer eindeutig antimilitaristischen Grundlage mobilisieren konnten. Eines der Kapitel in meinem neuen Buch erz\u00e4hlt die Geschichte der Schulstreiks in Deutschland. Es kommt gar nicht so sehr auf die Anzahl der Menschen an, die auf die Stra\u00dfe gehen, sondern vielmehr auf die Geste an sich. Jede Bewegung beginnt damit, \u201eNein\u201c zu sagen. Dieser erste Schritt ist oft schwieriger als der zweite, der f\u00fcnfte oder der sechste. Die Schulstreiks sind also wirklich eine gro\u00dfartige Sache.<\/p>\n<p>Vor zwei Jahren wurde in den Niederlanden eine Umfrage unter 18- bis 25-J\u00e4hrigen durchgef\u00fchrt. Dabei stellte sich heraus, dass drei Viertel von ihnen gegen die Wehrpflicht waren. Ich glaube also, dass in der j\u00fcngeren Generation immer noch das Gef\u00fchl vorherrscht, dass die Menschen instinktiv Frieden wollen. Niemand kommt mit dem Gedanken auf die Welt: \u201eIch m\u00f6chte mein Leben im Alter von 18 Jahren in einem schmutzigen, mit Senfgas gef\u00fcllten Sch\u00fctzengraben beenden\u201c. Davon tr\u00e4umt wohl kaum jemand.<\/p>\n<p><strong>german-foreign-policy.com<\/strong>: Wie gef\u00e4hrlich sch\u00e4tzen Sie die aktuelle politische Lage ein? In einer Rede haben Sie vor kurzem die \u201ef\u00fcnf D\u201c von 1945 erw\u00e4hnt und sie mit der aktuellen Situation in der EU verglichen. Das klingt ziemlich ernst.<\/p>\n<p><strong>Peter Mertens<\/strong>: Mir gef\u00e4llt der Gedanke, dass es w\u00e4hrend der Niederlage des Faschismus unter den Alliierten in Jalta eine Diskussion dar\u00fcber gab, wie man mit den Wurzeln des Faschismus umgehen solle. Nat\u00fcrlich ist der Kapitalismus die Hauptwurzel des Faschismus, und nur die Deutsche Demokratische Republik hat versucht, ihn wirklich auszurotten. Aber es ist sehr wichtig, dass es auch unter den westlichen Alliierten eine Diskussion \u00fcber die Wurzeln des Faschismus gab. Letztendlich identifizierten die Alliierten die \u201ef\u00fcnf D\u201c \u2013 demilitarisation, denazification, democratisation, decentralisation, demonopolisation, also Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Demokratisierung, Dezentralisierung, Entmonopolisierung \u2013 als Kernelemente im Kampf gegen die Hauptursachen des Faschismus. Die Entmilitarisierung war f\u00fcr Deutschland von gro\u00dfer Bedeutung. Was heute fast v\u00f6llig in Vergessenheit geraten ist, ist, dass auch eine Entmonopolisierung stattfand. Die Alliierten teilten die IG Farben unter anderem in BASF, Bayer und Hoechst auf.<\/p>\n<p>Warum? Nun, damals herrschte Einigkeit dar\u00fcber, dass die geballte Wirtschaftsmacht der gro\u00dfen Monopole eine der Hauptursachen f\u00fcr Militarisierung und Krieg war, ganz einfach weil Monopole stets nach noch h\u00f6heren Gewinnen streben. In den Monopolen herrscht ein Expansionsdrang, der tendenziell zu imperialistischen Interventionen und zu Krieg f\u00fchrt. Das Bewusstsein, dass ein Zusammenhang zwischen riesiger, konzentrierter Wirtschaftsmacht \u2013 damals etwa der Macht von Thyssen, Krupp und anderen \u2013 und Militarisierung und Krieg besteht, war 1945 und in den Jahren unmittelbar danach vorhanden. Als ich mein Buch geschrieben habe, habe ich erfahren, dass im Ahlener Programm der CDU von 1947 die Forderung enthalten war, dem kapitalistischen Streben nach Profit und Macht ein Ende zu setzen.<\/p>\n<p>Heute tut die Europ\u00e4ische Union in Bezug auf alle \u201ef\u00fcnf Ds\u201c genau das Gegenteil. Das ist verbl\u00fcffend, umso mehr, als 1945 Einigkeit \u00fcber die \u201ef\u00fcnf Ds\u201c herrschte. Gut, seien wir nicht naiv: Einigkeit in dieser Frage gab es nur wegen des Gegengewichts der UdSSR; aber sie war dennoch vorhanden. Heute f\u00f6rdert die EU Militarisierung statt Demilitarisierung, Autoritarismus statt Demokratisierung, Zentralisierung statt Dezentralisierung, gro\u00dfe Monopole statt Entmonopolisierung \u2013 man denke nur an das Gerede von den sogenannten \u201eeurop\u00e4ischen Champions\u201c. Und dann ist da nat\u00fcrlich noch die Normalisierung der extremen Rechten. Der Anti-Jalta-Kurs des europ\u00e4ischen Kapitalismus ist wirklich verbl\u00fcffend.<\/p>\n<p><strong>german-foreign-policy.com<\/strong>: Gibt es noch Hoffnung, dass wir diese katastrophale Entwicklung aufhalten k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><strong>Peter Mertens<\/strong>: Zur Zeit fragen sich viele Menschen: Leben wir in einem Irrenhaus? Ist die Welt v\u00f6llig verr\u00fcckt geworden? Jeden Tag, wenn man aufwacht, wei\u00df man nicht, was geschehen wird, vor allem nicht, was Trump tun wird. Europ\u00e4ische Politiker behaupten, sie wollten, dass ihre L\u00e4nder autonom werden, stellen aber gleichzeitig weiterhin Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte f\u00fcr die illegalen Kriege im Nahen und Mittleren Osten zur Verf\u00fcgung. Einerseits sprechen sie sich gegen Trump aus, andererseits applaudieren sie Marco Rubios Rede auf der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz, und so geht es weiter. Niemand wei\u00df, wo wir stehen, was das Ziel ist. Warum k\u00f6nnen wir kein diplomatisches Abkommen \u2013 zumindest vorl\u00e4ufig \u2013 mit Russland schlie\u00dfen, um den Krieg in der Ukraine zu beenden? Warum unterst\u00fctzen wir Israel weiterhin, obwohl es die Zerst\u00f6rung, die es in Gaza angerichtet hat, nun auf den Libanon ausweitet?<\/p>\n<p>Ich denke, wir m\u00fcssen auf zwei Ebenen vorankommen. Es ist sehr wichtig, dass wir uns weiterhin mit den allt\u00e4glichen Problemen befassen; wir sollten diese auf keinen Fall der extremen Rechten \u00fcberlassen, sondern stattdessen versuchen, die Arbeitnehmerrechte im weitesten Sinne bestm\u00f6glich zu verteidigen. Aber wir m\u00fcssen auch das gesamte Wirtschaftssystem in Frage stellen, so wie es 1945 und unmittelbar danach geschehen ist. Wir brauchen ein Ende des Monopolkapitalismus, weil er immer einen Drang nach Expansion und Krieg in sich tr\u00e4gt. Was wir brauchen, ist Sozialismus. Was n\u00fctzt ein autonomes Europa, wenn dieses autonome Europa lediglich eine kleine Kopie der USA unter Trump ist? Was bringt es, Fregatten in den asiatisch-pazifischen Raum zu entsenden, was bringt es, deutsche U-Boote an Israel zu verkaufen? Warum um alles in der Welt sollten wir diese Art von Imperialismus nachahmen? Das haben wir doch schon hinter uns: Als Europa eine Kolonialmacht war, hat es die ganze Welt in Brand gesetzt.<\/p>\n<p>Die wahre Zukunft Europas besteht nicht darin, eine imperialistische Macht zu sein, sondern darin, ein sozialistischer Kontinent zu sein, auf dem endlich wieder normale Dinge normal sind, wie Gesundheitsversorgung, Bildung und so weiter. Es ist schwer, das System in Frage zu stellen, aber ich glaube, die Menschen wollen nicht st\u00e4ndig um allt\u00e4gliche Dinge k\u00e4mpfen, sie wollen eine wirkliche L\u00f6sung f\u00fcr ihre Probleme, sie wollen ein Ziel, f\u00fcr das es sich zu k\u00e4mpfen lohnt, und nicht nur eine kleine \u00c4nderung im Parlament, bei der man ein Komma in ein neues Gesetz einf\u00fcgt, um das Schlimmste zu vermeiden. Wir brauchen keine Kr\u00fcmel, wir brauchen nicht nur einen einzigen Laib Brot, wir brauchen eine ganze B\u00e4ckerei.<\/p>\n<p><strong>german-foreign-policy.com<\/strong>: Sie haben gerade ein neues Buch fertiggeschrieben, das bald erscheinen soll. Worum geht es darin?<\/p>\n<p><strong>Peter Mertens<\/strong>: Es hei\u00dft \u201eDie letzten Tage der alten Normalit\u00e4t\u201c und handelt einerseits von der Militarisierung Europas und andererseits von den Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Ich versuche, die These zu entwickeln, dass wir mit dem US-Imperialismus brechen m\u00fcssen, aber nicht, um, sagen wir mal, den europ\u00e4ischen Imperialismus zu befreien. Was wir stattdessen brauchen, ist ein sozialistisches Europa. Das ist das Ziel. Lassen Sie uns Klarheit schaffen in einer sich sehr schnell ver\u00e4ndernden, sehr verwirrenden und sehr gef\u00e4hrlichen Welt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Peter Mertens \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Welle breiter Sozialproteste in Belgien, \u00fcber den Zusammenhang zwischen Sozialk\u00fcrzungen und Militarisierung in Europa und \u00fcber den Kampf um Alternativen. \u00dcber die seit mehr als einem Jahr andauernde Protestwelle in Belgien gegen den&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1516,"featured_media":2696604,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9150,9142,9168],"tags":[156139,156141,114168,19976,11826,156140,148406,156138],"class_list":["post-2696601","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europa-de","category-interviews-de","category-politik","tag-abbau-von-arbeiterrechten","tag-die-letzten-tage-der-alten-normalitaet","tag-meuterei","tag-militarisierung","tag-nato-de","tag-peter-mertens","tag-sozialkuerzungen","tag-sozialproteste"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.1.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>\u201eDie Zeche f\u00fcr beides zahlen\u201c<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Interview mit Peter Mertens \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Welle breiter Sozialproteste in Belgien, \u00fcber den Zusammenhang zwischen Sozialk\u00fcrzungen und\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u201eDie Zeche f\u00fcr beides zahlen\u201c\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Interview mit Peter Mertens \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Welle breiter Sozialproteste in Belgien, \u00fcber den Zusammenhang zwischen Sozialk\u00fcrzungen und\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Pressenza\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/PressenzaItalia\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2026-04-29T23:50:29+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/resized_horizontal_960x640.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"960\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"640\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"GERMAN-FOREIGN-POLICY.com\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:creator\" content=\"@PressenzaIPA\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@PressenzaIPA\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"GERMAN-FOREIGN-POLICY.com\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"20\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/\"},\"author\":{\"name\":\"GERMAN-FOREIGN-POLICY.com\",\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#\/schema\/person\/65976e5880ee37f0ffc0cea7b0d6f456\"},\"headline\":\"\u201eDie Zeche f\u00fcr beides zahlen\u201c\",\"datePublished\":\"2026-04-29T23:50:29+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/\"},\"wordCount\":3703,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#organization\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/resized_horizontal_960x640.jpg\",\"keywords\":[\"Abbau von Arbeiterrechten\",\"Die letzten Tage der alten Normalit\u00e4t\",\"Meuterei\",\"Militarisierung\",\"NATO\",\"Peter Mertens\",\"Sozialk\u00fcrzungen\",\"Sozialproteste\"],\"articleSection\":[\"Europa\",\"Interviews\",\"Politik\"],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/\",\"url\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/\",\"name\":\"\u201eDie Zeche f\u00fcr beides zahlen\u201c\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/resized_horizontal_960x640.jpg\",\"datePublished\":\"2026-04-29T23:50:29+00:00\",\"description\":\"Interview mit Peter Mertens \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Welle breiter Sozialproteste in Belgien, \u00fcber den Zusammenhang zwischen Sozialk\u00fcrzungen und\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/resized_horizontal_960x640.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/resized_horizontal_960x640.jpg\",\"width\":960,\"height\":640},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Accueil\",\"item\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"\u201eDie Zeche f\u00fcr beides zahlen\u201c\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#website\",\"url\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/\",\"name\":\"Pressenza\",\"description\":\"International Press Agency\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#organization\",\"name\":\"Pressenza\",\"url\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#\/schema\/logo\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/pressenza_logo_200x200.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/pressenza_logo_200x200.jpg\",\"width\":200,\"height\":200,\"caption\":\"Pressenza\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#\/schema\/logo\/image\/\"},\"sameAs\":[\"https:\/\/www.facebook.com\/PressenzaItalia\",\"https:\/\/x.com\/PressenzaIPA\"]},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#\/schema\/person\/65976e5880ee37f0ffc0cea7b0d6f456\",\"name\":\"GERMAN-FOREIGN-POLICY.com\",\"description\":\"Information on German Foreign Policy Articles and photographs by german-foreign-policy.com on Pressenza do not fall under the Creative Commons license and are not reproducible in any way. \\\"Information on German Foreign Policy\\\" (german-foreign-policy.com) is compiled by a group of independent journalists and social scientists who observe, on an ongoing basis, Germany's renewed attempts to regain great power status in the economic, military and political arena.\",\"url\":\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/author\/german-foreign-policy-com\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"\u201eDie Zeche f\u00fcr beides zahlen\u201c","description":"Interview mit Peter Mertens \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Welle breiter Sozialproteste in Belgien, \u00fcber den Zusammenhang zwischen Sozialk\u00fcrzungen und","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"\u201eDie Zeche f\u00fcr beides zahlen\u201c","og_description":"Interview mit Peter Mertens \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Welle breiter Sozialproteste in Belgien, \u00fcber den Zusammenhang zwischen Sozialk\u00fcrzungen und","og_url":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/","og_site_name":"Pressenza","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/PressenzaItalia","article_published_time":"2026-04-29T23:50:29+00:00","og_image":[{"width":960,"height":640,"url":"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/resized_horizontal_960x640.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"GERMAN-FOREIGN-POLICY.com","twitter_card":"summary_large_image","twitter_creator":"@PressenzaIPA","twitter_site":"@PressenzaIPA","twitter_misc":{"Verfasst von":"GERMAN-FOREIGN-POLICY.com","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"20\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/"},"author":{"name":"GERMAN-FOREIGN-POLICY.com","@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#\/schema\/person\/65976e5880ee37f0ffc0cea7b0d6f456"},"headline":"\u201eDie Zeche f\u00fcr beides zahlen\u201c","datePublished":"2026-04-29T23:50:29+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/"},"wordCount":3703,"publisher":{"@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#organization"},"image":{"@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/resized_horizontal_960x640.jpg","keywords":["Abbau von Arbeiterrechten","Die letzten Tage der alten Normalit\u00e4t","Meuterei","Militarisierung","NATO","Peter Mertens","Sozialk\u00fcrzungen","Sozialproteste"],"articleSection":["Europa","Interviews","Politik"],"inLanguage":"de"},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/","url":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/","name":"\u201eDie Zeche f\u00fcr beides zahlen\u201c","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/resized_horizontal_960x640.jpg","datePublished":"2026-04-29T23:50:29+00:00","description":"Interview mit Peter Mertens \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Welle breiter Sozialproteste in Belgien, \u00fcber den Zusammenhang zwischen Sozialk\u00fcrzungen und","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/#primaryimage","url":"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/resized_horizontal_960x640.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/resized_horizontal_960x640.jpg","width":960,"height":640},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/die-zeche-fuer-beides-zahlen\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Accueil","item":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"\u201eDie Zeche f\u00fcr beides zahlen\u201c"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#website","url":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/","name":"Pressenza","description":"International Press Agency","publisher":{"@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#organization","name":"Pressenza","url":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/pressenza_logo_200x200.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/pressenza_logo_200x200.jpg","width":200,"height":200,"caption":"Pressenza"},"image":{"@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/PressenzaItalia","https:\/\/x.com\/PressenzaIPA"]},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/#\/schema\/person\/65976e5880ee37f0ffc0cea7b0d6f456","name":"GERMAN-FOREIGN-POLICY.com","description":"Information on German Foreign Policy Articles and photographs by german-foreign-policy.com on Pressenza do not fall under the Creative Commons license and are not reproducible in any way. \"Information on German Foreign Policy\" (german-foreign-policy.com) is compiled by a group of independent journalists and social scientists who observe, on an ongoing basis, Germany's renewed attempts to regain great power status in the economic, military and political arena.","url":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/author\/german-foreign-policy-com\/"}]}},"place":"Br\u00fcssel","original_article_url":"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/10383","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2696601","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1516"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2696601"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2696601\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2696602,"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2696601\/revisions\/2696602"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2696604"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2696601"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2696601"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2696601"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}