{"id":2693919,"date":"2026-04-19T13:46:45","date_gmt":"2026-04-19T12:46:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=2693919"},"modified":"2026-04-19T13:46:45","modified_gmt":"2026-04-19T12:46:45","slug":"vom-ende-der-hybris-der-weg-von-der-umwelt-zur-mitwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/04\/vom-ende-der-hybris-der-weg-von-der-umwelt-zur-mitwelt\/","title":{"rendered":"Vom Ende der Hybris \u2013 Der Weg von der Umwelt zur Mitwelt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Heute spricht man irrigerweise noch immer von der Umweltbewegung, die l\u00e4ngst zur Mitweltbewegung geworden ist \u2013 eine Entwicklung voller Stolpersteine, die keineswegs zu Ende ist und vor neuen, gro\u00dfen Herausforderungen steht. Totschweigen und K\u00fcnstliche Intelligenz geh\u00f6ren dazu.<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe in meinen Kreisen ein bisschen herumgefragt, ob und wie sich der pers\u00f6nliche Lebensstil in den letzten Jahrzehnten ge\u00e4ndert habe, und musste feststellen: Den Wenigsten war eine solche \u00c4nderung bewusst; den wenigsten war \u00fcberhaupt bekannt, dass es so etwas wie den westlichen Lebensstil gibt. Erst im Nachdenken stellten sich etliche Antworten ein. Daf\u00fcr musste aber zun\u00e4chst gekl\u00e4rt werden, was Lebensstil eigentlich ist. Ein alter Freund, bekannt f\u00fcr seine n\u00fcchterne Weltsicht, fasste \u201eLebensstil\u201c so zusammen: \u201eDein Lebensstil ist das, was \u00fcbrigbleibt, wenn man deine Ausreden abzieht.\u201c Das gef\u00e4llt mir schon ganz gut, nur scheint mir, kann die Frage nicht ausschlie\u00dflich so subjektiv flott beantwortet werden.<\/p>\n<h3><strong>Hybris war selbstverst\u00e4ndlich<\/strong><\/h3>\n<p>Objektiv geh\u00f6ren zum Lebensstil mein Umgang mit Stress, Geld, Arbeit, Zeit und Freizeit, mein Verhalten in allt\u00e4glichen und in Ausnahmesituationen, au\u00dferdem meine sozialen und die Mitweltbeziehungen. Wollte ich das alles im Detail behandeln, m\u00fcsste ich dazu ein Buch verfassen und keinen Essay. Da das aber auf beinahe alle relevanten Fragen zutrifft, will ich es dennoch versuchen.<\/p>\n<p>Allein, dass ich bei meiner Aufz\u00e4hlung den Begriff \u201eMitwelt\u201c \u00fcberhaupt in den Blick nehmen konnte, zeugt von meinem ge\u00e4nderten Lebensstil. Vor 50 Jahren war mein Bezug zur Mitwelt ein rein natursch\u00fctzerischer. Damals ging es zum Beispiel um Bachreinigung, Vogel- oder Kr\u00f6tenschutz, irgendwann auch um Regenwaldschutz. Ich will diese Themen damit nicht kleinreden \u2013 im Gegenteil, sie liegen mir am Herzen \u2013, aber es war doch ein verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig enger Blickwinkel damals. Das Wort Mitwelt existierte ebenso wenig wie der christliche Anspruch \u201eSch\u00f6pfung bewahren\u201c. Natur: Das war die Welt um den Menschen herum, die Umwelt. Die menschliche Hybris blieb vom Umweltschutz unangetastet.<\/p>\n<h3><strong>Vom punktuellen zum systemischen Denken<\/strong><\/h3>\n<p>Noch weiter zur\u00fcck geh\u00f6rten weder der Begriff \u201eUmwelt\u201c noch \u201e\u00d6kologie\u201c zum Alltagswortschatz. Die Thesen ihrer fr\u00fchen Denker wie Charles Darwin oder Alexander von Humboldt wurden gelegentlich in Fachkreisen diskutiert, zum Bildungsfundus der Gymnasien z\u00e4hlten sie nicht. Studieng\u00e4nge zum Thema \u00d6kologie entstanden erst in den 90er Jahren, so zum Beispiel der weltweit erste universit\u00e4re Studiengang f\u00fcr \u201e\u00d6kologische Agrarwissenschaften\u201c 1995 an der Universit\u00e4t Kassel\/Witzenhausen.<\/p>\n<p>Erst damit begann sich der westliche Blick auf die Welt zu ver\u00e4ndern. \u00d6kologie verstand sich zunehmend als Systemwissenschaft. Es ging nicht mehr darum, vereinzelte Ph\u00e4nomene zu analysieren, sondern Systemzusammenh\u00e4nge zu verstehen. Die Natur bzw. Sch\u00f6pfung war auf einmal keine Addition von Dingen mehr (zu denen auch Pflanzen und Tiere z\u00e4hlten), sondern ein lebendiges Miteinander, zu dem auch der Mensch geh\u00f6rte.<\/p>\n<h3><strong>Und dann kam Tschernobyl<\/strong><\/h3>\n<p>Und damit ver\u00e4nderte sich unser Blick auf unser Sein und Handeln \u2013 und damit unser Lebensstil. Erich Fromms Buch \u201eHaben oder Sein\u201c entstand nicht zuf\u00e4llig 1976. Denn der neue Blick auf die Welt begann den naiven Subjekt-Objekt-Bezug \u201eMensch-Umwelt\u201c sowohl wissenschaftlich als auch ethisch als \u201eirrig\u201c einzusch\u00e4tzen. Es gab keine Handlung mehr ohne Relevanz f\u00fcr die Welt. Der Lebensstil war keine Privatsache, er hatte politische Bedeutung. So manches Jahr war ich in den 70er Jahren als Student die 160 Kilometer zu meinen Eltern mit dem Auto gefahren; alles, was f\u00fcr mich z\u00e4hlte, waren die Spritkosten. 1979 \u2013 ich hatte nicht nur Fromm gelesen, sondern auch Rachel Carsons \u201eSilent Spring\u201c \u2013 war das schon anders. Ich wurde mir meines umweltbelastenden Lebensstils allm\u00e4hlich bewusst. Bei der Bundestagswahl 1980 erhielten die Gr\u00fcnen 1,5 Prozent der Stimmen; zehn Jahre sp\u00e4ter waren es sechs Prozent. Die Umweltbewegung war entstanden, und die Anti-Atomkraft-Bewegung ebenfalls. Atomm\u00fcll, einst achselzuckend hingenommen, wurde als Problem erkannt. 1986 zog die radioaktive Wolke von Tschernobyl nach Westen, und wir mussten unsere Gem\u00fcsebeete umgraben. Mein \u00c4ltester, 1979 geboren, erinnert sich noch daran. Der Welthorizont hatte sich verd\u00fcstert, aber gleichzeitig gab es Hoffnung.<\/p>\n<h3><strong>System Change lag in der Luft<\/strong><\/h3>\n<p>Denn die Umweltbewegung wuchs weltweit. In Russland hatte sich eine Greenpeace-Sektion gegr\u00fcndet, 1997 er\u00f6ffnete Greenpeace in Hongkong, 2002 in Peking. \u201eUmweltfreundliches\u201c Verhalten war zur Gewissenssache geworden, ebenso niedriger Energieverbrauch, Vermeiden von Flugreisen und die Unterst\u00fctzung der \u00f6kologischen Landwirtschaft. Im Jahr 2000 wurde die Initiative \u201eAufbruch \u2013 anders besser leben\u201c gegr\u00fcndet, die heute in die \u201e\u00d6kologische Initiative Eine Welt\u201c integriert ist. Entstanden war der \u201eAufbruch\u201c, so die Kurzform, aus dem christlichen Netzwerk f\u00fcr Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Sch\u00f6pfung sowie durch Engagement aus dem Umfeld des \u00d6kodorfs Sieben Linden. Jetzt ging es darum, den pers\u00f6nlichen Lebensstil mit politischem Wandel zu verbinden \u2013 ein damals ganz neuer Gedanke. Die grundlegende Aufbruch-Erkenntnis: \u201eWer politische Forderungen stellt, ohne sein eigenes Leben zu ver\u00e4ndern, wird zum Heuchler; wer nur sein eigenes Leben ver\u00e4ndert, ohne sich f\u00fcr politische Ver\u00e4nderungen einzusetzen, bleibt ein Tr\u00e4umer.\u201c<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend zum \u00e4ltesten \u00d6ko-Anbauverband Demeter hatten sich in den 70ern die inzwischen gro\u00dfen Verb\u00e4nde Bioland und Naturland gegr\u00fcndet. 1991 wurden EU-weit rechtsverbindliche Vorschriften f\u00fcr Bioanbau und biologische Lebensmittel erlassen. 1990 entstand der Bundesverband Naturkost Naturwaren. Aus kleinen Biol\u00e4den mit minimalen Ums\u00e4tzen wurden im Laufe der Jahre umsatzstarke Bio-Superm\u00e4rkte: Die \u00d6kos waren im Kapitalismus gelandet, wurden sich dessen aber auch zunehmend bewusst. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schien der Westen auf ganzer Linie gesiegt zu haben, die kommunistische Idee schien tot. Doch damit war ein ideelles Vakuum entstanden, System Change lag in der Luft.<\/p>\n<h3><strong>Die Geschichte des CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdrucks<\/strong><\/h3>\n<p>Also kam, was kommen musste: Das \u201eSystem\u201c wehrte sich vehement. Mitte der 90er Jahre hatten ein Schweizer und ein kanadischer \u00d6kologe den Begriff des \u00f6kologischen Fu\u00dfabdrucks erfunden, zun\u00e4chst als wissenschaftliche Ma\u00dfeinheit f\u00fcr den Ressourcenverbrauch von Nationen, St\u00e4dten oder Lebensstilen. British Petroleum (BP), das wegen seiner hohen Mitweltbelastung massiv in der Kritik stand, aber im Jahr 2004 einen Rekordumsatz von 285 Milliarden US-Dollar einfuhr und 5,5 Milliarden Dollar an seine Aktion\u00e4re aussch\u00fctten konnte, erblickte eine einmalige Chance. Der \u00d6lmulti beauftragte die Werbeagentur Ogilvy &amp; Mather, eine Kampagne mit dem Ziel zu entwickeln, die Verantwortung f\u00fcr den Klimawandel von den \u00d6lkonzernen auf den einzelnen Verbraucher zu schieben. Statt \u00fcber einen Strukturwechsel in der Wirtschaft nachzudenken, sollten wir an Gl\u00fchbirnen denken. Budget der Kampagne: rund 200 Millionen Dollar. Damit die Verbraucher das eigene Fehlverhalten Schwarz auf Wei\u00df berechnen konnten, lie\u00df BP auch gleich einen praktischen CO<sub>2<\/sub>-Rechner programmieren. Der Plan hinter diesem Ablenkungsman\u00f6ver bzw. seiner gezielten Gehirnw\u00e4sche ging nahtlos auf; heute stellen die meisten westlichen L\u00e4nder ihren B\u00fcrgern CO<sub>2<\/sub>-Rechner kostenlos zur Verf\u00fcgung, so der Consumer Footprint Calculator der EU, der EPA Greenhouse Gas Equivalencies Calculator in den USA oder der Lifestyle Carbon Footprint Calculator der Vereinten Nationen. Keine Regierung machte und macht hingegen die Industrie f\u00fcr ihre Mitweltsch\u00e4den ernsthaft verantwortlich.<\/p>\n<h3><strong>Hoffnung Internet<\/strong><\/h3>\n<p>Ein zweischneidiges Schwert, was unseren Lebensstil angeht, ist das Internet und \u2013 davon nicht zu trennen \u2013 das Smartphone. 1995\u20131996 hatten kommerzielle Anbieter wie AOL, T-Online und CompuServe das Internet, das 1989\/90 erfunden worden war, per Modem in die Wohnzimmer gebracht. Immer schnellere Daten\u00fcbertragung (ISDN, DSL) erm\u00f6glichte Multimedia-Inhalte. Am 23. April 2005 ging das erste YouTube-Video online, 2007 schaffte Apple mit dem iPhone den Durchbruch f\u00fcr die Masse, ein Jahr sp\u00e4ter kam das erste Android-Smartphone auf den Markt. Eine Weile herrschte auch in \u00f6kologisch nachdenklichen Kreisen eine gewisse Euphorie: Mittels Internet konnte man wichtige Informationen \u00fcber Umweltsch\u00e4den grenz\u00fcberschreitend und weltweit verbreiten; Individuen und Organisationen w\u00fcrden sich vernetzen, ohne von Beh\u00f6rden, Unternehmen oder Diktaturen behindert werden zu k\u00f6nnen; einmalige, internationale und damit schlagkr\u00e4ftige B\u00fcndnisse schienen in Reichweite.<\/p>\n<h3><strong>Das gro\u00dfe Ziel: Verwirrung<\/strong><\/h3>\n<p>Doch auch hier siegte das Kapital. Die freie Verf\u00fcgbarkeit von Informationen \u00fcber das Internet hatte n\u00e4mlich einen entscheidenden Pferdefu\u00df. Da die Zusammenh\u00e4nge etwa in Sachen Erderw\u00e4rmung und Umweltzerst\u00f6rung au\u00dferordentlich komplex sind, siegte nicht die Menge an qualitativ hochwertiger Information, sondern die Quantit\u00e4t zurechtgestutzter, massentauglicher Information. F\u00fcr einen unkundigen Verbraucher war und ist es schier unm\u00f6glich, unter 100 scheinwissenschaftlichen Informationen die eine echte auszusortieren.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich \u00fcberlie\u00df es die mitweltzerst\u00f6rende Industrie nicht dem Zufall, was Menschen glauben sollten, und setzte \u00fcber Jahrzehnte gezielte Strategien ein, um Klimaschutzma\u00dfnahmen zu verz\u00f6gern. Hauptziel war, in das Denken von Entscheidungstr\u00e4gern und Verbrauchern einzugreifen und sie zu verwirren. Dazu dienten folgende Ma\u00dfnahmen:<\/p>\n<p><strong>1. Gezielte Desinformation und ma\u00dfgeschneiderter Zweifel [\u201eManufactured Doubt\u201c]<\/strong><\/p>\n<p>Zweifel s\u00e4en: Es wurde suggeriert, die Wissenschaft sei sich uneins, obwohl ein \u00fcberw\u00e4ltigender Konsens bestand. Think Tanks und Institute wurden finanziert, die Studien mit fragw\u00fcrdiger, aber f\u00fcr wissenschaftsferne Verbraucher glaubw\u00fcrdiger Methodik ver\u00f6ffentlichten. Wissenschaftler, oft aus fachfremden Bereichen, wurden gro\u00dfz\u00fcgig finanziert, um als \u201eunabh\u00e4ngige Skeptiker\u201c in Medien aufzutreten.<\/p>\n<p><strong>2. Lobbyismus und politische Einflussnahme<\/strong><\/p>\n<p>Klimaskeptische Politiker und Parteien wurden mit massiven Spenden unterst\u00fctzt. Mit Gesetzesblockaden wurden CO<sub>2<\/sub>-Steuern, Emissionshandel oder strengere Grenzwerte durch massive Lobbyarbeit in Br\u00fcssel und Washington bek\u00e4mpft. Sogenannte \u201eFront Groups\u201c wurden gegr\u00fcndet. Das waren seri\u00f6s klingende Organisationen wie etwa die \u201eGlobal Climate Coalition\u201c, die im Hintergrund Industrieinteressen vertraten.<\/p>\n<p><strong>3. Strategische PR und Framing<\/strong><\/p>\n<p>Neben dem beschriebenen \u201eCO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck\u201c war und ist das vor allem Greenwashing durch umweltfreundliche Alibi-Projekte, w\u00e4hrend das Kerngesch\u00e4ft weiterhin zu 95 Prozent aus fossilen Brennstoffen bestand. Ein neuer Zweig der Meinungsbeeinflussung war das sogenannte \u201eClimate Doomism\u201c. Man warnte vor dem wirtschaftlichen Kollaps oder dem Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen durch Klimaschutz.<\/p>\n<p><strong>4. Unterdr\u00fcckung interner Erkenntnisse<\/strong><\/p>\n<p>Bester Beleg f\u00fcr dieses Vernebelungsverfahren ist der sogenannte Exxon-Skandal (Exxon-Marken sind ESSO und MOBIL). Es stellte sich heraus, dass dem Gro\u00dfkonzern (Gewinn 2024: 33,7 Mrd. US-Dollar) bereits aus den 1970ern intern Dokumente vorlagen, welche die Erderw\u00e4rmung pr\u00e4zise vorausberechnet hatten. Doch anstatt die \u00d6ffentlichkeit zu warnen, investierte man Millionen, um genau diese Erkenntnisse \u00f6ffentlich systematisch l\u00e4cherlich zu machen.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Die massive Nutzung des Internets \u00f6ffnete die Tore weit f\u00fcr schwer kontrollierbare, gesteuerte Fehlinformation. Umgekehrt l\u00e4sst sich nach wie vor sagen, dass die M\u00f6glichkeiten der Digitalisierung auch der Mitwelt zugutekommen K\u00d6NNEN, beispielsweise durch die massive Zunahme von Home-Office-Jobs, die j\u00e4hrlich Millionen gefahrener Kilometer einsparen.<\/p>\n<h3><strong>\u00d6kologisches Jiu-Jitsu<\/strong><\/h3>\n<p>Der Erfolg der gro\u00dfindustriellen PR-Ma\u00dfnahmen war umwerfend. Nicht nur den Regierungskreisen, insbesondere in der westlichen Welt, stiegen und steigen die gez\u00fcndeten Nebelkerzen ins Gehirn; auch in meinem engen pers\u00f6nlichen Umfeld begannen Menschen zu zweifeln, ob es denn \u00fcberhaupt so etwas wie Mitweltzerst\u00f6rung, Erderw\u00e4rmung oder menschengemachten Klimawandel gebe; und ob nicht tats\u00e4chlich der Kapitalismus das beste aller Systeme und die Digitalisierung der Welt ein Segen sei; wenn nicht, k\u00f6nne man immer noch auf den Mars auswandern \u2026<\/p>\n<p>Zweifellos l\u00e4sst sich der heutige Lebensstil der Industrienationen nicht mehr ohne Digitalisierung denken, zumal deren neueste Entwicklung, die sogenannte k\u00fcnstliche Intelligenz, zu einer weiteren Beschleunigung industrieller Prozesse, zu mehr Raubbau und zu neuen Abh\u00e4ngigkeiten, ja mentaler Versklavung f\u00fchren wird. Wer sich nicht auf diese neuen Gefahren und M\u00f6glichkeiten einstellt, wird zuverl\u00e4ssig abgeh\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p>Wir werden also unseren Lebensstil weiterentwickeln und vertiefen m\u00fcssen, gerade auch deswegen, weil die Mitwelt aus dem Blick zu geraten droht \u2013 und damit die vitalen Interessen und Bed\u00fcrfnisse aller Lebewesen auf diesem Planeten. F\u00fcr unseren Lebensstil hinsichtlich der Implikationen von KI wie f\u00fcr das Internet im Allgemeinen gilt deshalb: Wenn wir ihre Funktionen wie etwa die Polarisierung, die gezielte Herstellung von Echokammern (Bubbles) und die versuchte Gehirnw\u00e4sche verstehen bzw. durchschauen, brauchen wir uns nicht von ihnen abh\u00e4ngig machen zu lassen und k\u00f6nnen sie sogar zu unserem und zum Nutzen von Mensch und Mitwelt einsetzen \u2013 eine schwierige Art von \u00f6kologischem Jiu-Jitsu, mit dem wir unseren Lebensstil anreichern sollten.<\/p>\n<p>Allen, die sich mit dem Thema intensiver besch\u00e4ftigen wollen, kann ich das Dokument \u00fcber \u201eImperiale Lebensweise\u201c als eine Art Denkgrundlage empfehlen: <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/37761981\/Imperiale_Lebensweise_Zur_Ausbeutung_von_Mensch_und_Natur_im_globalen_Kapitalismus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Imperiale Lebensweise \u2013 zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute spricht man irrigerweise noch immer von der Umweltbewegung, die l\u00e4ngst zur Mitweltbewegung geworden ist \u2013 eine Entwicklung voller Stolpersteine, die keineswegs zu Ende ist und vor neuen, gro\u00dfen Herausforderungen steht. 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