{"id":2687132,"date":"2026-03-24T17:27:19","date_gmt":"2026-03-24T17:27:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=2687132"},"modified":"2026-03-24T17:27:19","modified_gmt":"2026-03-24T17:27:19","slug":"gedanken-anlaesslich-des-ostermarsches-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/03\/gedanken-anlaesslich-des-ostermarsches-2026\/","title":{"rendered":"Gedanken anl\u00e4sslich des Ostermarsches 2026"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kriegst\u00fcchtig und siegf\u00e4hig? Abau des Sozialstaates? UN-Charta in den M\u00fcll?<br \/>\nNicht in unserem Namen!!!<\/strong><br \/>\nKommt alle zum Berliner Ostermarsch 2026 am Samstag, dem 4. April. Auftakt um 13 Uhr<br \/>\nMauerpark\/Oderberger Stra\u00dfe<br \/>\nMehr Infos: <a href=\"https:\/\/frikoberlin.de\/04-04-2026-berliner-ostermarsch-2026\/\">https:\/\/frikoberlin.de\/04-04-2026-berliner-ostermarsch-2026\/<\/a><br \/>\nWir treffen uns im Gewerkschaftsblock. Genaueres wird noch bekannt gegeben.<\/p>\n<p id=\"die-zeichen-stehen-auf-konfrontation\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Zeichen stehen auf Konfrontation<\/strong><\/p>\n<p>2026 wird der 5. Ostermarsch sein, der seit dem Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine veranstaltet wird. Schon vor diesem Datum existierte ein innerstaatlicher Konflikt in der Ukraine, in dem im Donbas mehr als 10 000 Menschen, in der gro\u00dfen Mehrheit Zivilisten, durch Waffen der ukrainischen Armee ums Leben kamen. Nach der sog. \u201eSonderoperation\u201c der Russischen F\u00f6deration ist der Konflikt weiter eskaliert und ist zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Russland und den Staaten der NATO geworden. Die genauen Zahlen der Toten und Verst\u00fcmmelten, der Traumatisierten und Vertriebenen ist schwer zu ermitteln, weil die Kriegsparteien zwecks Aufrechterhaltung der Kampfmoral kein Interesse an der Wahrheit haben. Eine diplomatische Perspektive zur Kriegsbeendigung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Zeichen stehen auf Eintritt in einen regelrechten Krieg, in dem die Mehrheit der in der EU versammelten Staaten darauf zuarbeitet, direkte Kriegspartei zu werden.<\/p>\n<p id=\"eine-perverse-transformation\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Eine perverse Transformation <\/strong><\/p>\n<p>Daf\u00fcr laufen die Vorbereitungen auf allen Ebenen. Der Haushalt gibt gr\u00fcnes Licht f\u00fcr den Vorrang milit\u00e4rischer Aufr\u00fcstung, die von der Schuldenbremse befreit wurde. Immer Gefechtsfeld n\u00e4her werden Man\u00f6ver durchgef\u00fchrt. Die milit\u00e4r-zivile Zusamenarbeit im Zusammenspiel mit dem Operationsplan Deutschland (OPLAN) wird auf eine reale Kriegssituation hin ausgerichtet, in der Verwaltung und Betriebe einbezogen werden und ihnen die jeweilige Rolle und Kompetenz zugewiesen wird. An die Wiedernutzbarmachung und den Neubau von Bunkeranlgen wird ebenso gedacht wie an die Verlagerung von Krankenh\u00e4usern unter die Erde. Die kriegsrelevanten Transportwege werden vorrangig in Stand gesetzt. In der Arbeitswelt r\u00fcsten zivile Betriebe, insbesonder in der kriselnden Automobilustrie und und ihren Zulieferern, verst\u00e4rkt auf die Produktion von Milit\u00e4rg\u00fctern um, was offiziell empfohlen wird. Auch die Start up-Szene wird auf r\u00fcstungsrelevante Produkte verwiesen und mit Milliarden gek\u00f6dert.<\/p>\n<p>Diese perverse Transformation wird dazu f\u00fchren, dass erstmals Hunderttausende nur dann ein verl\u00e4ssliches Auskommen haben, wenn der ungebrochene Einsatz der produzierten Waffensystem gesichert ist. Der Besch\u00e4ftigungsgrad dieses Sektors wird in keiner Weise die Verluste im zivilen Sektor ausgleichen k\u00f6nnen und die Produkte selbst enziehen sich einer sinnvollen innergesellschaftlichen Nutzung. Aus vertrauensw\u00fcrdigen Quellen wurde k\u00fcrzlich bekannt, dass die Bundesregierung f\u00fcr 2026 die Ausrufung des Spannungsfalls erw\u00e4gt, um damit einen weiteren Schritt in Richtung Kriegswirtschaft gehen zu k\u00f6nnen. Dann k\u00f6nnten all die Gesetze scharf gestellt werden, die w\u00e4hrend der Notstandsgesetze verabschiedet wurden. Damit ist noch keine allgemeine Mobilmachung verbunden, doch eine deutliche Einschr\u00e4nkung elementarer Rechte im zivilen Leben und in der Arbeitswelt werden m\u00f6glich. Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass auch der Prozess der Gleichschaltung der Medien damit l\u00fcckenloser voranschreiten wird. Bereits jetzt werden Journalisten in eine modern \u201eVogelfreiheit\u201c versetzt, wenn der Inhalt ihrer Artikel zu offensichtlich der Begr\u00fcndung staatlichen Handelns entgegensteht. Ebenfalls f\u00fcr dieses Jahr ist geplant, neu entwickelte US-Mittelstreckenwaffen auf Hyperschallbasis in Deutschland zu stationieren. Deutschland stellt das milit\u00e4rische Zielgebiet, ohne wirklichen Einfluss auf den Einsatz der Waffen zu haben. Wird dies nicht aufgegeben, wird damit die Gefahr der Entfesselung eines Weltkriegs auf europ\u00e4ischem Boden so gro\u00df sein, wie nie seit 1945.<\/p>\n<p id=\"die-bedrohungsluege\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Die \u201eBedrohungsl\u00fcge\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Auf fast allen verbreitungsstarken Kan\u00e4len wird das damit begr\u00fcndet, dass sich Russland darauf vorbereite, die europ\u00e4ischen Nachbarstaaten anzugreifen. Auch wenn dies so w\u00e4re, ist immer noch fraglich, ob es nicht sinnvollere Wege als die gigantischen Aufr\u00fcstung g\u00e4be, diese Situation zu entsch\u00e4rfen. Doch die Angelegenheit ist in Wirklichkeit viel krasser. Die angeblich beschworene Bedrohung ist nur ein Phantom, das in krassesten Farben gemalt wird, um f\u00fcr die eigenen Kriegspl\u00e4ne die Unterst\u00fctzung einer in \u00c4ngste versetzten Bev\u00f6lkerung zu bekommen. Russland hat weder die milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten noch die \u00f6konomischen Ressoucen, um einen Krieg gegen die europ\u00e4ischen NATO-Staaten aufnehmen zu k\u00f6nnen. Das milit\u00e4rische und \u00f6konomische Gewicht allein der europ\u00e4ischen NATO-Staaten gegen\u00fcber Russland ist erdr\u00fcckend. Das wissen die US-Nachrichtendienste seit Jahren und man kann das nachlesen. Und auch in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden lassen sich relevante Funktionstr\u00e4ger aus dem europ\u00e4ischen NATO-Raum dazu hinrei\u00dfen, dies zuzugeben. Es g\u00e4be auch \u00fcberhaupt keinen Sinn f\u00fcr eine derartige milit\u00e4rische Operation. Nat\u00fcrlich haben auch Repr\u00e4sentanten der Russischen F\u00f6deration dererlei Planungen ins Reich der Fantasie verwiesen. Doch l\u00fcgen sie ja angeblich, wenn sie nur den Mund aufmachen.<\/p>\n<p id=\"der-geopolitische-hintergrund\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Der geopolitische Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>Wenn der offizielle Kriegsgrund ohne stichhaltige Beweise bleibt, wie l\u00e4sst sich das Ganze dann anders erkl\u00e4ren? Womit f\u00e4ngt man an?<\/p>\n<p>Der in der Ukraine aufgeflammte Krieg ist mit Sicherheit nicht der Urgrund, der alles ins Rollen brachte. Man muss in gr\u00f6\u00dferen Zusammenh\u00e4ngen und Zeitr\u00e4umen denken. Ein sinnvoller Ausgangspunkt, um zu erkl\u00e4ren, was die Triebr\u00e4fte des Konflikts sind, ist, die Ver\u00e4nderungen zur Kenntnis zu nehmen, die sich zwischen den gro\u00dfen imperialistischen Bl\u00f6cken seit den 80er-Jahren, und verst\u00e4rkt in den beiden Jahrzehnten des neuen Jahrtausends, vollzogen haben. Besondere Bedeutung hat dabei der Aufstieg Chinas zu einer industriellen und technologischen Gro\u00dfmacht, die erstmals einen Rivalen hervorgebracht hat, der die F\u00e4higkeit hat, die USA als weltweite hegemoniale Macht zu beerben. Entscheidend dabei sind die produktiven Ressourcen, \u00fcber die die chinesische \u00d6konomie verf\u00fcgt und ihr wachsende Teile des Weltmarkts erschlie\u00dft.<\/p>\n<p>Die USA bleiben zwar die deutlich gr\u00f6\u00dfe Milit\u00e4rmacht, die es als Gewohnheitsrecht betrachtet, \u00fcberall zu intervenieren, wo ihre Interessen gef\u00e4hrdet scheinen. Doch hat diese milit\u00e4r-industrielle Dominanz in den USA auch eine Kehrseite. Die lange f\u00fchrende Position der dortigen \u00d6konomie in dem Sektoren der zivilen Industrie wurde schw\u00e4cher. Die Industrien der gro\u00dfen L\u00e4nder der EU, insbesondere Deutschlands, holten auf, wuchsen zu erkennbaren Konkurrenten heran und eroberten wachsende Marktanteile. Sie erhielten dabei staatliche Unterst\u00fctzung, deren Mittel in hohem Ma\u00dfe die Marktmacht der zivilen Wirtschaft f\u00f6rderte. F\u00fcr die Mittel vergebenden Staaten zahlte es sich aus, dass sie nicht so einen gro\u00dfen milit\u00e4rischen Kosteng\u00e4nger zu alimentieren hatten wie die USA. Das wurde auch in den US-Administrationen langsam als unerw\u00fcnschter Konkurrenznachteil betrachtet. Die Verb\u00fcndeten in Europa wurden gedr\u00e4ngt, auch mehr milit\u00e4rische Lasten zu \u00fcbernehmen. Doch aus nachvollziehbaren Gr\u00fcnden war deren Bereitschaft, dem nachzukommen erstmal gering.<\/p>\n<p id=\"die-natowelt-stellt-sich-neu-auf\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Die NATO-Welt stellt sich neu auf<\/strong><\/p>\n<p>Die US-Admistrationen Biden und Trump suchten deshalb nach einer Strategie dieses Dilemma zu beseitigen. Der geeignete Tatort f\u00fcr ihre Umsetzung wurde die Ukraine. Dabei wandeln sie interessanterweise in den Spuren der reichsdeutschen Osteuropapolitik, die die Herausl\u00f6sung der Ukraine aus dem russischen Einfluss als das zentrale Ziel ausersehen hatte die F\u00e4higkeit Russlands eine europ\u00e4ischer Macht zu sein, zu beenden.<\/p>\n<p>Durch den Maidan-Putsch wurden die Weichen auf Kriegseskalation gestellt und der deutschen Industrie durch die Sprengung von Nordstream II ein wichtiger Konkurrenzvorteil genommen und durch die verortnete \u201eZeitenwende\u201c die Basis f\u00fcr eine wirtschaftliche Kooperation mit Russsland zerst\u00f6rt. Die transatlantischen Eliten in Deutschland haben dies aus einer Situation der Schw\u00e4che hingenommen und als selbstgewollt verk\u00fcndet. Erst als die US-Regierung unter Trump begann, sich auch von ihrer Schutzmachtrolle zu verabschieden und ihre Alliierten auch auf der Ebene der Marktkonkurenz nur noch als zu schw\u00e4chende Konkurrenz behandelte, wurden auch in der deutschen Politik nach neuen Strategien im Umgang mit den USA gesucht.<\/p>\n<p id=\"die-wirklichen-kriegsziele\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Die wirklichen Kriegsziele<\/strong><\/p>\n<p>Mehr denn je wird diese Antwort darin gesehen, die EU, oder nur wesentliche Teile von ihr, als \u00f6konomischen Block auf Augenh\u00f6he mit den gro\u00dfen Konkurrenten USA und China auszubauen. Gleichzeitig wird die Weigerung Trumps, sich weiter wie bisher im Ukrainekrieg zu engagieren als Chance gesehen die eigene milit\u00e4rische Macht so aufzur\u00fcsten, dass sie die Interessen der im EU-Raum verankerten Konzerne auch weltweit milit\u00e4risch wahrnehmen kann. Dies gilt auch f\u00fcr den Ukrainekonflikt. In diesem Konflikt geht es den beteiligten M\u00e4chten nicht um hehre Werte, nicht um Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, und wie die beschworenen guten Absichten hei\u00dfen m\u00f6gen. Es geht um den Zugrif auf die Ressourcen des sich im Kreig befindlichen Landes, um die besten Ackerb\u00f6den Europas, die metallurgischen Rohstoffe und um das Kommando \u00fcber abh\u00e4ngige, und in der Not geschw\u00e4chte Arbeitskr\u00e4fte, deren Ausbeutung hohe Profite versprechen. Es geht ordnungspolitisch um die Verf\u00fcgung \u00fcber das Territorium, auf das die Konkurrenten m\u00f6glichst keinen Zugriff haben sollen. Gerade f\u00fcr Deutschland sind dies die traditionellen Expansionsgebiete in Osteuropa, die f\u00fcr einige Jahrzehnte weitgehend verschlossen geblieben waren und nun besonders dadurch begehrenswert werden, weil die deutsche Industrie in anderen Teilen der Welt starke Marktverluste hinnehmen muss, die sie gerade vor allem an die aufsteigende Industriemacht China verliert. Und da eine Gro\u00dfteil der Ressourcen und Eigentumstitel, \u00fcber die die Westukraine noch verf\u00fcgt, an die USA verpf\u00e4ndet werden, bleiben nur die, auf die das russische Milit\u00e4r jetzt noch seine Stiefel setzen kann. Die westliche Kriegsvorbereitung auf Seiten der EU zielt darauf ab, Russland zu zwingen, sie preiszugeben.<\/p>\n<p>Dies ist der reale Kern einer mittlerweile Jahrhunderte Jahre alten Herrschaftslogik kapitalistischer Eliten, f\u00fcr die das F\u00fchren von Kriegen zur Durchsetzung ihrer Interessen ein selbstverst\u00e4ndlicher Anspruch ist und eine andere Art der Konfliktregelung als weltfremd gilt. Deren ungeschminkteste Fassung repr\u00e4sentieren keineswegs die politischen F\u00fchrer Russlands und Chinas sondern der US-Pr\u00e4sident, der offen erkl\u00e4rt, er f\u00fchre Krieg, weil er schlicht die Macht dazu habe, andere zu unterwerfen. Das V\u00f6lkerrecht hat ausgedient und ist nur noch hinderlich. Doch auch Kanzler Merz kann ja bekanntlich einer solchen Praxis, \u201edie Drecksarbeit zu erledigen\u201c einiges abgewinnen.<\/p>\n<p id=\"das-schicksal-der-ukraine\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Schicksal der Ukraine<\/strong><\/p>\n<p>In der westlichen Kriegsperspektive ist die Ukraine der Vorposten westlicher Freiheit an der russischen Grenze, die nur durch russische Gro\u00dfmachtr\u00e4ume bedroht ist. Unbegrenzte Freiheit und nationale Souver\u00e4nit\u00e4t kann sie danach nur genie\u00dfen, wenn sie wirtschaftlich, politisch und milit\u00e4risch Teil der westlichen Ordnung wird. Diese Argumentation ist jedoch wenig \u00fcberzeugend. Die ukrainischen Regierungen vor Maidan haben lange versucht einen Kurs zu fahren, der einerseits die traditionellen Verbindungen zu Russland aufrechterh\u00e4lt, diese anderersesits jedoch um eine \u00d6ffnung in Richtung EU erg\u00e4nzt. Auf dieser Basis h\u00e4tte der Staat ein Maximum an Souver\u00e4nit\u00e4t und Bewegungsfreiheit gehabt. Doch dieser Kurs wurde dann gewaltsam beeendet. Aber nicht, wie es die westliche Propaganda behauptet, weil Russland dies nicht geduldet h\u00e4tte. Russland hatte signalisiert, dass eine solche Orientierung nicht das zwischenstaatliche Verhh\u00e4ltnis ersch\u00fcttern k\u00f6nnte. Es war der Westen, der darauf bestand, dass die ukranische Regierung ihre Bindungen zu Russland kappt und sich vollst\u00e4ndig in die westlichen Strukturen, und nat\u00fcrlich dann auch in ihre Abh\u00e4ngigkeiten integriert. Der Maidan-Putsch sollte diese einseitige Bindung herstellen und m\u00f6glichst unwiderrufbar machen, obwohl klar war, das bedeutende Teile der dortigen Bev\u00f6lkerung dies ablehnten.<\/p>\n<p>Nach \u00fcber 4 Jahren Krieg hat das Land nicht nur viele tausend Menschenleben zu verkraften, einen starken R\u00fcckgang der Bev\u00f6lkerung und gro\u00dfe Zerst\u00f6rungen. Um die nationale Insolvenz zu verhindern und die Milliardenkredite abzuzahlen muss es im gro\u00dfen Stil bisher national betriebene Unternehmungen verkaufen und westlichem Kapital bevorrechtige Zugriffsrechte auf die eigene \u00d6konomie zugestehen. Und auch in den Gebieten des Donbass, die jetzt von Russland beherrscht werden, hat sie ihren Einfluss verloren. Vergleicht man diese Zukunftsaussichten mit dem Ma\u00df an nationaler Souver\u00e4nit\u00e4t, die der Staat nach seiner L\u00f6sung aus der Sowjetunion besa\u00df, so d\u00fcrfte klar sein, dass dies dies ein sehr schlechter Tausch gewesen ist. Dieser h\u00e4tte vermieden werden k\u00f6nnen, wenn man den in der Westukraine emporsprie\u00dfenden rechten Nationalismus rechtzeitig bek\u00e4mpft h\u00e4tte und den NATO-Einfl\u00fcsterern widerstanden h\u00e4tte. Doch genau auf ihn setzte die CIA, um ihr Ukrainespiel zum Erfolg zu bringen. Sp\u00e4testens, nachdem viele ukranische Soldaten sich dem Befehl die eigene Bev\u00f6lkerung im Donbas zu bombadieren durch Fahnenflucht entzogen, stieg in Washington der Wert der v\u00f6lkischen Verb\u00e4nde, deren Ausbildung und Anbindung man nun verst\u00e4rkt betrieb. Die russophobe Ideologie dieser zur Nazitradition stehenden Kampfverb\u00e4nde kennen solche R\u00fccksichten und menschlichen Skrupel nicht. Doch sie allein werden das Blatt nicht wenden. Die Bereitschaft der Ukrainer, in diesem Krieg ihr Leben zu opfern sinkt mit jedem Tag. Wer kann, entzieht sich dem Zugriff der Wehrbeh\u00f6rden. Wer das n\u00f6tige Geld hat, ist fein raus. Hier ist ein gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr Friedensaussichten zu finden. Denn Kriege enden so gut wie nie durch durch ein Einsehen derjenigen, die die Marschbefehle ausgeben. Sie endet in meisten F\u00e4llen dann, wenn die Soldaten nicht mehr k\u00e4mpfen wollen oder eine starke Bewegung aus der Bev\u00f6lkerung den Herrschenden die Loyalit\u00e4t verweigert.<\/p>\n<p><strong>Die Welt von unten betrachtet<\/strong><\/p>\n<p>Betrachtet man diese Zukunftsplanung aus der Lebensperspektive der Bev\u00f6lkerungsmehrheit, liegen ganz andere Schlussfolgerungen nahe. Die von den Herrschenden erhoffte \u201eKriegst\u00fcchtigkeit\u201c d\u00fcrfte dies mit Sicherheit nicht sein. Schlie\u00dflich riskieren Normalsterbliche ihr Leben bei dieser \u201eDrecksarbeit\u201c, ohne an ihrer Dividende teilzuhaben. Wir erwarten im schlimmsten Fall die Zerst\u00f6rung aller lebenswichtigen Infrastruktur, ohne die M\u00f6glichkeit zu haben, mit Hilfe von Kapital unser Gl\u00fcck in noch \u00fcberlebensf\u00e4higen Gebieten der Erde suchen zu k\u00f6nnen. F\u00fcr die Jugend bedeuet es eine zerst\u00f6rte Zukunft. Das Leben der heute jungen Wehrpflichtigen kann schneller vorbei sein, bevor es \u00fcberhaupt richtig begonnen hat.<\/p>\n<p>An jedem Sonntag organisiert deshalb eine Gruppe Friedensbewegter vor dem Brandenburger Tor einen Flashmob, in dem eine Kriegssituation simuliert wird, in der Menschen Opfer werden. Dann werden die bekannten SAG NEIN-Mahnworte Wolfgang Borcherts rezitiert. Zum Schluss wird ein Transparent entrollt, das den folgenden Text enth\u00e4lt: <em>\u201eKrieg ist nie die einzige Wahl, aber immer die schlechteste\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Die \u00dcberlebensf\u00e4higkeit der menschlichen Zivilisation ist durch den Klimawandel existenziell bedroht. Aufr\u00fcstung und Krieg versch\u00e4rfen diese Bedrohung, weil sie die Aufheizung der Erde weiter vorantreiben und gleichzeitig die erfoderlichen finanziellen Mittel vergeuden, die zu ihrer Bek\u00e4mpfung dringend gebraucht werden. Kriege t\u00f6ten und verst\u00fcmmeln, traumatisieren und erzeugen Hass. Sie produzieren Hungersn\u00f6te und Vertreibung. Der Kriegskurs wird auch den Sozialstaat zerst\u00f6ren, ohne den wir nicht w\u00fcrdig leben und \u00fcberleben k\u00f6nnen. Und er ist der Mutterboden f\u00fcr einen neuen Faschismus.<\/p>\n<p id=\"die-friedensbewegung-muss-sich-reorganisieren\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Friedensbewegung muss sich reorganisieren<\/strong><\/p>\n<p>Es braucht viele mutige Menschen, um den Weg in Richtung Krieg mit Erfolg zu blockieren. Die Entwicklung der letzten Jahre seit Ausbruch des offenen Krieges in der Ukraine ist daf\u00fcr leider nicht sehr ermutigend. Die Zahl der von der Friedensbewegung mobilisierbaren Menschen steht noch in keinem Verh\u00e4ltnis zur Entschlossenheit, mit der die herrschende Politik auf Kriegst\u00fcchtigkeit setzt. Das muss sich \u00e4ndern, wollen wir noch eine Chance haben, den Frieden zu erhalten. Daf\u00fcr ist es auch bitter n\u00f6tig, dass wir uns weniger mit uns selbst besch\u00e4ftigen. Unsere Differenzen d\u00fcrfen nicht das gemeinsame Handeln torpedieren. Im Mittelpunkt muss die \u00dcberzeugung stehen, dass wir gemeinsam durch Militarismus und Krieg bedroht werden und uns nur gemeinsam dagegen wehren k\u00f6nnen. Ohne Gewaltverzicht, Frieden und Verst\u00e4ndigung ist eine lebenswerte Zukunft unm\u00f6glich. Lasst uns nach der Devise verfahren, die jeweiligen Antikriegsaktivit\u00e4ten als wertvoll anzuerkennen und als Bestandtteil einer gemeinsamen Bewegung zu sehen. Wir brauchen eine Kooperation aller, die daran arbeiten wollen, den Zug in Richtung Krieg zu stoppen. Es muss Platz f\u00fcr die verschiedensten weltanschaulichen Zug\u00e4nge zu dieser Aufgabe geben. Damit steigt auch unsere F\u00e4higkeit sich in der Gesellschaft zu verankern und einen belastbaren Widerstandsraum aufzubauen.<\/p>\n<p id=\"hoffnungstraeger\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Hoffnungstr\u00e4ger<\/strong><\/p>\n<p>Zu einem gro\u00dfen Hoffnungstr\u00e4ger ist in diesem Jahr die Bewegung in der Jugend gegen die Wehrpflicht geworden, an der sich Zehntausende von Sch\u00fclern durch Streikaktionen beteiligt haben. Langsam scheinen wachsende Teile der jungen Generation zu begreifen, dass es um ihren Kopf geht und es nicht reicht, sich nur Gedanken dar\u00fcber zu machen, wie man selbst den Kopf aus der Schlinge ziehen kann. Es bedarf der Kraft einer politischen Bewegung, die sich auch der Sympathie und Unterst\u00fctzung gro\u00dfer Teile der Elterngeneration, die noch im Schatten des letzten Krieges aufgewachsen ist, erfreuen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Zu den gro\u00dfen Problemf\u00e4llen geh\u00f6ren sicher die beiden christlichen Kirchen. So haben die Spitzenfunktion\u00e4re der EKD gerade einen regelrechten Kotau vor den Kriegskurs der weltlichen Macht vollzogen und erneut Anschluss an ihre lange unr\u00fchmlichen Traditionen gesucht \u2013 eine Tradition, von der sich die Evangelische Kirche eigentlich einmal l\u00f6sen wollte. Doch auch in den Gewerkschaften ist die Situation alles andere als gut. Die Vorst\u00e4nde des DGB und seiner Einzelgewerkschaften haben sich f\u00fcr eine Art Burgfriedenspolitik entschieden, die das stille Einverst\u00e4ndnis mit der herrschenden Politik in Kriegsfragen signalisiert. Der intene Widerspruch dagegen ist unerw\u00fcnscht. Doch auch das ist nicht in Stein gemei\u00dfelt. Das beste und hoffnungsspendende Beispiel sind die gewerkschaftlichen Vertrauensleute bei Ford in K\u00f6ln, die ohne Gegenstimmen eine Erkl\u00e4rung verabschiedet haben, in der sie sich offen gegen die Umr\u00fcstung der Industriebetriebe auf R\u00fcstungsprodukte aussprechen und vor den Gefahren der hier verfolgten Politik warnen. Es spricht f\u00fcr sich, dass dieser Denkansto\u00df in einem der gro\u00dfen Produktionsstandorte der Automobilindustrie in den Medien der IG Metall vollst\u00e4ndig verschwiegen wird. Die guten gewerkschaftlichen Traditionen sind also noch nicht v\u00f6llig versch\u00fcttet.<\/p>\n<p>Den wirkungsvollsten Widerstand sehen wir bei Hafenarbeitern in Griechenland, Italien oder Belgien, die sich weigern Kriegsg\u00fcter zu verschiffen. Auch wenn eine solche Praxis in Deutschland kaum Tradition hat, ist es doch ein anspornendes Beispiel, das uns Hofffnung macht.<\/p>\n<p>Sorgen wir daf\u00fcr, dass in den betrieblichen Debatten und in der \u00d6ffentlichkeit un\u00fcbersehbar wird, das mit uns keine Kriegst\u00fcchtigkeit zu haben ist. Lasst uns das Sand im Getriebe sein.<\/p>\n<p><strong>\u201eNie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! F\u00fcr den Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit!\u201c (Schwur von Buchenwald)<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kriegst\u00fcchtig und siegf\u00e4hig? Abau des Sozialstaates? UN-Charta in den M\u00fcll? Nicht in unserem Namen!!! Kommt alle zum Berliner Ostermarsch 2026 am Samstag, dem 4. April. Auftakt um 13 Uhr Mauerpark\/Oderberger Stra\u00dfe Mehr Infos: https:\/\/frikoberlin.de\/04-04-2026-berliner-ostermarsch-2026\/ Wir treffen uns im Gewerkschaftsblock. 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