{"id":2684164,"date":"2026-03-14T12:28:52","date_gmt":"2026-03-14T12:28:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=2684164"},"modified":"2026-03-14T12:28:52","modified_gmt":"2026-03-14T12:28:52","slug":"der-koenig-ist-tot-es-lebe-der-koenig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/03\/der-koenig-ist-tot-es-lebe-der-koenig\/","title":{"rendered":"Der K\u00f6nig ist tot! Es lebe der K\u00f6nig?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wenn die &#8222;regelbasierte Ordnung&#8220; mit Bomben und L\u00fcgen den Iran &#8222;befreien&#8220; will \u2013 und warum Befreiung von Herrschaft alle Menschen betrifft, vom Iran bis nach Tel Aviv<\/strong><\/p>\n<p><em>von D\u00fczg\u00fcn Polat<\/em><\/p>\n<h3><strong>Die L\u00fcge, die den Krieg rechtfertigt<\/strong><\/h3>\n<p>Es ist ein altes, zuweilen eigentlich bekanntes Muster, das sich wiederholt wie ein Alptraum, dem man nicht entkommen kann. Im Juni 2025 begannen die USA und Israel mit dem, was sie euphemistisch &#8222;Operation Midnight Hammer&#8220; nannten. Hinter diesem Titel verbirgt sich nicht weniger als ein koordinierter Luftangriff auf iranische Nuklearanlagen, Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte, Kommunikationsinfrastruktur und Regierungsgeb\u00e4ude. Die Begr\u00fcndung, die in den ersten Stunden durch alle westlichen Medien lief, war einpr\u00e4gsam und vor allem einfach: Der Iran stehe &#8222;unmittelbar vor der Atombombe&#8220;. Ein paar Wochen, vielleicht Tage noch und Teheran w\u00fcrde \u00fcber funktionsf\u00e4hige Nuklearwaffen verf\u00fcgen. Die Zeit dr\u00e4nge. Man m\u00fcsse handeln, um eine allumfassende &#8222;existenzielle Bedrohung&#8220; abzuwenden.<\/p>\n<p>Doch wer genau hinsieht, wer die Zeitachsen und Entwicklungen vergleicht, wer die Aussagen der Politiker mit den Einsch\u00e4tzungen der Geheimdienste und der IAEA konfrontiert, erkennt unweigerlich die bekannte Farce. Noch im August 2024, also weniger als ein Jahr vor dem Angriff, gaben US-Geheimdienste zu Protokoll, dass der Iran &#8222;noch Jahre von der Atomwaffe entfernt&#8220; sei. Die Einsch\u00e4tzung war eindeutig sowie unumst\u00f6\u00dflich: Es gebe keine &#8222;unmittelbare nukleare Bedrohung&#8220;. Im M\u00e4rz 2025, drei Monate vor dem Krieg, best\u00e4tigte das Office of the Director of National Intelligence unter Leitung von Tulsi Gabbard: &#8222;Iran is not building a nuclear weapon.&#8220; Ajatollah Khamenei habe das Nuklearwaffenprogramm, das 2003 suspendiert wurde, nicht wieder reaktiviert.<\/p>\n<p>Die Widerlegung der Kriegsl\u00fcge kam ausgerechnet vom IAEA-Direktor selbst. Rafael Mariano Grossi sagte am 2. M\u00e4rz 2026, also nach den Angriffen durch die USA und Israel unmissverst\u00e4ndlich: &#8222;We don&#8217;t see a structured program to manufacture nuclear weapons in Iran.&#8220; Auf die explizite Frage eines Journalisten, ob der Iran &#8222;days or weeks away from building a bomb&#8220; sei, antwortete er schlicht und einfach mit: &#8222;No.&#8220; Diese Aussage eines Mannes, der kein Freund des iranischen Regimes ist, der dessen Verweigerung von IAEA-Inspektionen wiederholt scharf kritisiert hatte, h\u00e4tte die Kriegsbegr\u00fcndung zusammenbrechen lassen m\u00fcssen. Jedoch fanden die Aussagen in den Medien kaum Raum oder Wiederhall.<\/p>\n<p>Die Parallele zum Irak 2003 liegt auf der Hand, und sie ist so pr\u00e4zise, dass sie eigentlich beunruhigen sollte. Damals, am 5. Februar 2003, pr\u00e4sentierte US-Au\u00dfenminister Colin Powell vor dem UN-Sicherheitsrat angebliche Beweise f\u00fcr irakische Massenvernichtungswaffen: Satellitenbilder von angeblichen Giftgasfabriken, abgeh\u00f6rte Telefonate, Behauptungen \u00fcber Aluminiumr\u00f6hren, die angeblich f\u00fcr Atomwaffen verwendet werden sollten. Jahre sp\u00e4ter r\u00e4umte Powell selbst ein, dass diese Beweise gef\u00e4lscht bzw. bewusst falsch interpretiert waren. Diese L\u00fcge kostete \u00fcber eine Million Menschenleben, zerst\u00f6rte einen souver\u00e4nen Staat, destabilisierte zudem eine ganze Region und f\u00fchrte letztlich zur Geburt des &#8222;Islamischen Staates&#8220;.<\/p>\n<p>Heute behaupten Donald Trump, Benjamin Netanjahu und auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der Iran sei &#8222;kurz vor der Bombe&#8220;, w\u00e4hrend ihre eigenen Geheimdienste das Gegenteil belegen. Der einzige, aber nicht irrelevante Unterschied zum Irak 2003 ist lediglich der Grad des Zynismus: Powell \u201emusste\u201c noch gef\u00e4lschte Satellitenbilder pr\u00e4sentieren, sich noch vor den UN-Sicherheitsrat begeben und eine internationale Legitimation einfordern. Heute gen\u00fcgt die blo\u00dfe Behauptung, verbreitet \u00fcber X (vormals Twitter), Fox News und die deutschen Qualit\u00e4tsmedien, die brav von &#8222;unmittelbarer Bedrohung&#8220; sprechen, ohne die Geheimdienstberichte zu erw\u00e4hnen, die das Gegenteil belegen.<\/p>\n<p>Der V\u00f6lkerrechtsbruch ist dabei so offensichtlich wie unbeachtet sogar unrelevant. Die Angriffe auf iranische Nuklearanlagen, wie sie aktuell statt\ufb01nden, versto\u00dfen gegen IAEA-Resolutionen, die bewaffnete Angriffe auf Kernanlagen ausdr\u00fccklich und unmissverst\u00e4ndlich verbieten. Sie versto\u00dfen gegen die UN-Charta, deren Artikel 2.4 alle Mitgliedstaaten verp\ufb02ichtet, &#8222;in ihren internationalen Beziehungen von der Androhung oder Anwendung von Gewalt abzusehen&#8220;. Sie versto\u00dfen gegen das humanit\u00e4re V\u00f6lkerrecht, das den Schutz von Zivilisten und ziviler Infrastruktur vorsieht. Die &#8222;Operation Midnight Hammer&#8220; als auch die aktuell laufende<\/p>\n<p><strong>\u201eOperation Epic Fury\u201c <\/strong>waren und sind ein Angriffskrieg, der Aggressionsdelikt schlechthin, de\ufb01niert als &#8222;die Verwendung von Streitkr\u00e4ften durch einen Staat gegen die Souver\u00e4nit\u00e4t, die territoriale Integrit\u00e4t oder die politische Unabh\u00e4ngigkeit eines anderen Staates&#8220;.<\/p>\n<p>Doch das V\u00f6lkerrecht erweist sich als das, was es in der imperialen Praxis ist und auch immer war: ein moralisches Gesch\u00fctz, ein Einmischungstitel gegen die Schwachen, ein l\u00e4stiger Formalismus &#8211; um den sie sich heute unter der Trump Administration nicht mehr bem\u00fchen &#8211; f\u00fcr die Starken. Die USA beanspruchen f\u00fcr sich das Recht, \u00fcberall auf der Erde &#8222;Gesch\u00e4fte&#8220; zu t\u00e4tigen, ihre &#8222;globalen Interessen&#8220; durchzusetzen und betrachten dabei souver\u00e4ne Staaten als blo\u00dfe Hindernisse, die beseitigt werden m\u00fcssen, wenn sie sich weigern, den US-Willen zu akzeptieren. Das V\u00f6lkerrecht wird nicht als universell bindende Norm anerkannt, sondern als selektives Instrument der Machtdurchsetzung. Es gilt f\u00fcr die Schwachen \u2013 f\u00fcr Serbien 1999, f\u00fcr den Irak 2003, f\u00fcr Libyen 2011 \u2013 als Rechtfertigung f\u00fcr Interventionen, w\u00e4hrend die Starken es nach Belieben missachten. Israel besitzt seit Jahrzehnten ein nichtoffizielles, aber allseits bekanntes Nuklearwaffenarsenal von gesch\u00e4tzt 80-400 Atombomben. Dabei verweigert Israel jede IAEA-Inspektion, hat den Atomwaffensperrvertrag nie unterzeichnet \u2013 und bleibt unbehelligt. Der Iran, der den Vertrag unterzeichnet hat, der bis 2018 die strengsten IAEA-Inspektionen \u00fcberhaupt akzeptierte, der nachweislich keine Nuklearwaffen besitzt, wird bombardiert?<\/p>\n<h3><strong>Die moralische Maske: &#8222;Unterdr\u00fcckung&#8220; als Kriegsbegr\u00fcndung<\/strong><\/h3>\n<p>Die zweite Achse der Rechtfertigung ist ebenso alt wie zynisch: Das iranische Regime sei &#8222;repressiv&#8220;, &#8222;unterdr\u00fcckerisch&#8220;, &#8222;menschenrechtsverletzend&#8220;, eine &#8222;diktatorische Theokratie&#8220;, die ihre eigene Bev\u00f6lkerung tyrannisiere und nicht zuletzt im Januar 2026 zu tausenden ermorde. All das stimmt. Die Mullah-Diktatur unterdr\u00fcckt seit Jahrzehnten Frauen, Kurden, Bahai, politische Oppositionelle, Arbeiterstreiks, Studentenproteste, freie Gewerkschaften, unabh\u00e4ngige Medien schlichtweg alles widerst\u00e4ndige. Die Moralpolizei, die im September 2022 die Kurdin Mahsa Amini auf brutalste Weise zu Tode pr\u00fcgelte, weil sie ihr Kopftuch &#8222;falsch&#8220; trug, ist nur die Spitze eines Systems der allgegenw\u00e4rtigen Kontrolle und Gewalt durch einen, den iranischen Staat.<\/p>\n<p>Doch diese Wahrheit wird nicht erw\u00e4hnt und ausgeschlachtet um den Menschen im Iran zu helfen. Sie wird instrumentalisiert, um einen Krieg zu rechtfertigen, der diese Menschen in die n\u00e4chste vermeintlich noch gr\u00f6\u00dfere Katastrophe st\u00fcrzt. Diese Logik ist pervers und doch vertraut: Weil das Regime im Innern Gewalt anwendet, d\u00fcrfen von au\u00dfen tonnenweise Bomben fallen?<\/p>\n<p>Weil Frauen ihre Kopft\u00fccher nicht abnehmen d\u00fcrfen, m\u00fcssen Nuklearanlagen zerst\u00f6rt, Kraftwerke demoliert, Krankenh\u00e4user und Schulen bombardiert, Wasserversorgungen zerst\u00f6rt werden? Weil politische Gefangene gefoltert werden, ist es legitim, die iranische Wirtschaft mit Sanktionen zu ersticken? Betroffen von all dem ist und bleibt die gesamte Bev\u00f6lkerung, nicht nur die Regierenden.<\/p>\n<p>Die &#8222;feministische Au\u00dfenpolitik&#8220; der deutschen Au\u00dfenministerin Annalena Baerbock, die 2022 noch &#8222;konkret sp\u00fcrbare Unterst\u00fctzung&#8220; f\u00fcr die iranischen Protestierenden forderte, die den &#8222;Mut vor Ort propagandistisch bef\u00f6rderte&#8220; und die Ukrainer &#8222;in den Opfergang trieb&#8220;, m\u00fcndet 2026 unter der aktuellen Bundesregierung in die Unterst\u00fctzung eines Krieges, der iranische Frauen, M\u00e4nner und Kinder in den Tod treibt. Die &#8222;Werte&#8220; der westlichen Gemeinschaft \u2013 Menschenrechte, Demokratie, Frauenrechte \u2013 fungieren als moralische Verpackung f\u00fcr nichts anderes und offenkundigeres als imperialistische Gewalt, das Instrument der Regelbasierten Weltordnung. Sie werden dann eingefordert, wenn sie die eigenen Interessen durchsetzen helfen, und ignoriert, wenn sie im Weg stehen. Saudi-Arabien, einer der repressivsten Staaten der Welt, der Journalisten zerst\u00fcckelt, Frauen systematisch entrechtet, Minderheiten verfolgt und den Jemen mit westlichen Waffen verw\u00fcstet und zerbombt, ist ein &#8222;Partner&#8220;? Der Iran, der \u00e4hnlichen Verbrechen begeht, aber sich dem US-Imperium widersetzt, ist ein &#8222;Schurkenstaat&#8220;, der bombardiert werden muss!<\/p>\n<p>Hier offenbart sich die &#8222;regelbasierte Weltordnung&#8220; und ihre nackte Realit\u00e4t: Sie beansprucht das Monopol sowohl \u00fcber Moral als auch \u00fcber Gewalt. Wer sich <strong>ihren <\/strong>Regeln nicht f\u00fcgt, wird zum &#8222;St\u00f6renfried&#8220;, zum &#8222;Schurkenstaat&#8220;, zum legitimen Angriffsziel erkoren. Die tats\u00e4chliche statt\ufb01ndende Unterdr\u00fcckung im Iran wird zur Grundlage, zur Rechtfertigung f\u00fcr eine noch gr\u00f6\u00dfere Unterdr\u00fcckung: die imperialistische Zerst\u00f6rung eines souver\u00e4nen Staates, die Demontage seiner Infrastruktur, die Ermordung seiner Wissenschaftler und Milit\u00e4rs sowie die Verarmung seiner ganzen Bev\u00f6lkerung. Die &#8222;Befreiung&#8220; wird von au\u00dfen importiert, mit Bomben und Sanktionen, nicht von innen erk\u00e4mpft!?<\/p>\n<h3><strong>Der Prinz aus der Konservenfabrik: Die R\u00fcckkehr des Schahs<\/strong><\/h3>\n<p>W\u00e4hrend tausende Tonnen Bomben fallen und die iranische Wirtschaft kollabiert, wird in Washington, Berlin und Tel Aviv bereits die &#8222;Nachfolge&#8220; im eigenen Interesse geplant. Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs von Persien, Mohammed Reza Pahlavi, wird als &#8222;demokratische Alternative&#8220; inszeniert und dem iranischen Volk, als Hoffnungstr\u00e4ger, als die nat\u00fcrliche F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit f\u00fcr ein &#8222;befreites&#8220; Iran angepriesen.<\/p>\n<p>Ein Blick auf die Biografie dieses Mannes zeigt, was diese in den westlichen Medien sowie Gro\u00dfdemonstrationen so gehypte &#8222;Alternative&#8220; tats\u00e4chlich repr\u00e4sentiert. Reza Pahlavi wurde 1960 geboren, als Kronprinz des Schah-Regimes, das von den USA und Gro\u00dfbritannien 1953 installiert worden war, nachdem die CIA und der MI6 den demokratisch gew\u00e4hlten Premierminister Mohammad Mossadegh gest\u00fcrzt hatten. Mossadegh hatte die iranische \u00d6lindustrie verstaatlichen wollen, was den &#8222;globalen Kapitalinteressen&#8220; der westlichen \u00d6lkonzerne miss\ufb01el. Der Schah, der an seine Stelle gesetzt wurde, errichtete einen brutalen Polizeistaat, in dem die, von der CIA trainierte Geheimpolizei SAVAK Folter und Terror perfektionierte, das politische Gefangene in das ber\u00fcchtigte Evin-Gef\u00e4gnis warf, das die \u00d6leinnahmen des Landes in westliche Taschen leitete, w\u00e4hrend die eigene Bev\u00f6lkerung immer weiter Verarmung und Verelendung ausgeliefert war.<\/p>\n<p>1979 \ufb02oh die Familie Pahlavi vor der Revolution. Reza Pahlavi lebt seitdem im Exil in den USA, zun\u00e4chst in Maryland, sp\u00e4ter in Virginia. Er wurde von der CIA und konservativen Think Tanks gep\ufb02egt wie ein Reservefonds f\u00fcr schlechte Zeiten, f\u00fcr den Fall, dass das iranische Regime einmal destabilisiert werden k\u00f6nnte. Der Zeitpunkt scheint gekommen. Er hat keine demokratische Legitimation im Iran. Er hat keine Verbindung zur iranischen Gesellschaft von heute. Die zu zwei Dritteln unter 40 Jahren alte Bev\u00f6lkerung heute kennt die Schah-Zeit nur aus den Erz\u00e4hlungen ihrer Gro\u00dfeltern. Er repr\u00e4sentiert nichts als die R\u00fcckkehr zur Vor-1979-\u00c4ra: die R\u00fcckkehr des Westens als Herrschaftsmacht, die R\u00fcckkehr der \u00d6lmultis, die R\u00fcckkehr der SAVAK, nur diesmal mit moderner Technologie und unter demokratischem Gewand.<\/p>\n<p>Die Inszenierung des Prinzensohns folgt einem bew\u00e4hrten Muster der &#8222;regelbasierten Ordnung&#8220;. Wenn milit\u00e4rische Gewalt allein nicht ausreicht, um einen &#8222;St\u00f6renfried&#8220; zu brechen, folgt, damals wie heute der &#8222;Regime Change&#8220; von au\u00dfen. Nicht die Menschen im Iran sollen entscheiden, wer sie regiert, sondern die Planer in Washington, im Westen, die den passenden Kandidaten aus der \u201eKonservenfabrik\u201c holen. Die &#8222;Demokratie&#8220;, die exportiert werden soll, ist von vornherein nichts als ihre eigene Karikatur: ein Potentat, der von au\u00dfen eingesetzt wird, der keine soziale Basis im Land hat, der auf westliche Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte und Geheimdienste angewiesen ist.<\/p>\n<p>Reza Pahlavi selbst tritt als Verfechter der &#8222;Demokratie&#8220; auf, als Unterst\u00fctzer der Protestbewegung von 2022. Doch seine Agenda ist klar: die R\u00fcckkehr zum altbew\u00e4hrten, der Wiederherstellung der &#8222;gro\u00dfen Verbindung&#8220; mit den USA, die \u00d6ffnung des iranischen Marktes f\u00fcr westliches Kapital und letztlich die weitere Verarmung der Menschen im Iran. Er ist nicht die Alternative zur Mullah-Diktatur, sondern deren Spiegelbild: beide repr\u00e4sentieren Herrschaft von oben, beide basieren auf Gewalt und Ausschluss, beide dienen nicht den Interessen der iranischen Bev\u00f6lkerung, sondern denen einer kleinen Elite und ihrer ausl\u00e4ndischen Geldgeber.<\/p>\n<h3><strong>Die Kurden: Vom Stellvertreter zum Opfer, vom Opfer zum Verratenen<\/strong><\/h3>\n<p>In diesem Machtspiel werden schon wieder die Kurden als Stellvertreter instrumentalisiert \u2013 ein Volk, das seit einem Jahrhundert zwischen den M\u00fchlen verschiedener Imperialismen zermahlen wird und dessen Geschichte eine einzige Chronik des Verrats ist.<\/p>\n<p>Die Kurden sind mit sch\u00e4tzungsweise 60-70 Millionen Menschen das gr\u00f6\u00dfte staatenlose Volk der Welt. Ihr Siedlungsgebiet, Kurdistan, erstreckt sich \u00fcber die Staatsgrenzen der T\u00fcrkei, des Irak, des Iran und Syriens \u2013 genau jene Staaten, die ihre Teilung mit Waffengewalt seither aufrechterhalten. Seit dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches wurden die Kurden von allen Seiten unterdr\u00fcckt: vom t\u00fcrkischen Nationalismus, vom arabischen Baathismus, vom persischen Schiitismus. Ihre Sprache wurde verboten, ihre Identit\u00e4t geleugnet, ihre Aufst\u00e4nde niedergeschlagen.<\/p>\n<p>In diesem Kontext wurden die Kurden wiederholt als Stellvertreter f\u00fcr imperialistische Interessen rekrutiert, benutzt und verraten. Die USA (be)nutzten die kurdischen YPG (Volksverteidigungseinheiten) und YPJ (Frauenverteidigungseinheiten) in Syrien im Kampf gegen den &#8222;Islamischen Staat&#8220; ab 2014. Die kurdischen Milizen waren die effektivsten Bodentruppen gegen den IS. Sie befreiten Kobane, sie befreiten Raqqa, sie riskierten ihr Leben, w\u00e4hrend die USA aus der Luft bombardierten. Sie errichteten in Nordsyrien ein de facto autonomes Gebiet, Rojava, mit einem Experiment direkter Demokratie &#8211; angelehnt an die R\u00e4terevolution Anfang des 20. Jahrhunderts- Frauenrechten, \u00f6kologischer Planung: eine radikale Alternative zu den autorit\u00e4ren Regimen der Region.<\/p>\n<p>Als Dank wurden sie 2019 von Donald Trump an die T\u00fcrkei verraten. In einem Telefonat mit Recep Tayyip Erdo\u011fan gab Trump damals gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die t\u00fcrkische Invasion in Nordsyrien. Die USA zogen ihre Truppen ab, die Kurden wurden von der t\u00fcrkischen Armee und ihren islamistischen Milizen angegriffen, ihre St\u00e4dte bombardiert, Hunderttausende vertrieben: Die ehemals lauten Rufe \u201eBiji Obama\u201c verstummten. Die &#8222;Sicherheitszone&#8220;, die die T\u00fcrkei errichtete, wurde mit Panzern sowie Siedlern gef\u00fcllt: mit der Umsiedlung arabischer Fl\u00fcchtlinge aus anderen Teilen Syriens, mit der Demogra\ufb01e als Waffe.<\/p>\n<p>Heute, 2025\/2026, sollen die Kurden erneut als Werkzeug dienen. Im Iran werden kurdische Milizen aufger\u00fcstet, um das Regime zu destabilisieren. In Syrien sollen sie sich unter die neue Regierung von Ahmed al-Scharaa integrieren, einem Islamisten, der mit der al-Qaida verwandten HTS an die Macht kam und der nun von den USA und der T\u00fcrkei als &#8222;moderate Alternative&#8220;, als Befreiung vom schrecklichen Baschar al-Assad verkauft wird. Die Kurden sollen ihre Autonomie aufgeben, ihre Waffen niederlegen, sich in &#8222;Strukturen&#8220; eingliedern, die seither ihre eigene Existenz negieren.<\/p>\n<p>Die anstehende Planungslogik ist kalt und kalkuliert: Die Kurden sollen f\u00fcr die USA gegen den Iran, gegen Reste des IS, gegen die Feinde der westlichen Interessen k\u00e4mpfen. Dann sollen sie den Interessen der T\u00fcrkei geopfert werden, die keine autonome kurdische Entit\u00e4t an ihrer Grenze duldet. Schlie\u00dflich sollen sie in ein Syrien integriert werden, das unter islamistischer F\u00fchrung die kurdische Identit\u00e4t weiter unterdr\u00fcckt. Wer nicht spurt, wird zum &#8222;Terroristen&#8220; erkl\u00e4rt \u2013 die PKK ist in den USA, der EU und der T\u00fcrkei auf Terrorlisten, die YPG, die gegen den IS k\u00e4mpften, werden zunehmend als &#8222;mit der PKK verbunden&#8220; kriminalisiert. Wer spurt, wird verbraucht, entwaffnet, verraten.<\/p>\n<p>Die Geschichte wiederholt sich. In den 1970er Jahren unterst\u00fctzte der Schah von Persien die irakischen Kurden gegen Saddam Hussein, um den Irak zu schw\u00e4chen. Als der Schah 1975 mit Saddam einen Deal machte, wurden die Kurden im Stich gelassen, ihr Aufstand niedergeschlagen. 1991 rief George H.W. Bush die Iraker und Kurden zum Aufstand gegen Saddam auf, zog dann aber die Truppen zur\u00fcck. Die Aufst\u00e4nde wurden blutig unterdr\u00fcckt. 2003 versprachen die USA den Kurden Autonomie im neuen Irak, doch das Unabh\u00e4ngigkeitsreferendum von 2017 wurde von Bagdad mit Waffengewalt beantwortet, w\u00e4hrend die USA zuschauten.<\/p>\n<p>Die &#8222;regelbasierte Weltordnung&#8220; kennt keine Verb\u00fcndeten, nur tempor\u00e4r n\u00fctzliche Werkzeuge. Die Kurden sind f\u00fcr die USA wertvoll, solange sie k\u00e4mpfen. Sobald sie nicht mehr gebraucht werden, werden sie verhandelt, verkauft, verraten.<\/p>\n<h3><strong>Die dritte Option: Selbsterm\u00e4chtigung jenseits der Herrschaft \u2013 f\u00fcr alle Menschen<\/strong><\/h3>\n<p>F\u00fcr die Menschen im Iran, in der Region, f\u00fcr alle, die nicht zwischen den Fronten der Mullahs und des US-Imperialismus w\u00e4hlen wollen, stellt sich eine, die existenzielle Frage: Gibt es eine dritte Option? Eine, die nicht auf &#8222;Herrschaft&#8220; von oben wartet, die nach neuer, nach anderer Herrschaft ruft, sei es die der Ayatollahs, sei es die der CIA-gest\u00fctzten Prinzen, sei es die der kurdischen Stammesf\u00fchrer oder islamistischen Milizen?<\/p>\n<p>Die Geschichte der iranischen Gesellschaft bietet Antworten. Antworten, die in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung westlicher Medien systematisch \u00fcbergangen werden. Die Protestbewegung von 2022\/2023, die nach dem Mord an Mahsa Amini begann, war nicht eine &#8222;bunte Revolution&#8220;, die von au\u00dfen gesteuert wurde. Ganz im Gegenteil war sie ein autonomer Aufstand von Frauen, Studenten, Arbeitern, die sich weigerten, sich der Logik eines Entweder-Oder zu beugen. Frauen nahmen ihre Kopft\u00fccher ab in einer Gesellschaft, die das mit Gef\u00e4ngnis, Folter oder Hinrichtung bestraft. Arbeiter streikten in den \u00d6lraffinerien, trotz der Androhung von Entlassung und Verhaftung. Studenten besetzten Universit\u00e4ten, trotz der gezielten Sch\u00fcsse der Sicherheitskr\u00e4fte. Bauern protestierten gegen die fortschreitende Wasserknappheit und Umweltzerst\u00f6rung. Die Bewegung hatte kein zentrales F\u00fchrungspersonal, das man h\u00e4tte verhaften k\u00f6nnen. Sie organisierte sich horizontal, \u00fcber soziale Medien, \u00fcber lokale Netzwerke, \u00fcber Gewerkschaften und Frauenvereine ausgerichtet an den eigenen Interessen.<\/p>\n<p>Diese Bewegung wurde nicht vom Westen &#8222;befreit&#8220;! Sie wurde unter den Augen des Westens vom eigenen Regime zerschlagen. Mit Gewalt, mit Massenverhaftungen, mit Hinrichtungen, mit gezielter Folter. Der Westen, der so gerne von &#8222;Menschenrechten&#8220; spricht, sah nur zu. Die Sanktionen, die angeblich das Regime treffen sollten, trafen mit aller H\u00e4rte die Bev\u00f6lkerung. Die so gehypte &#8222;feministische Au\u00dfenpolitik&#8220; Deutschlands belie\u00df es bei Solidarit\u00e4tsbekundungen. Genauso trafen die Bomben, die 2025 \ufb01elen, nicht die Mullahs, sondern die Infrastruktur, die auch von den Protestierenden genutzt wurde.<\/p>\n<p>Doch die Bewegung von 2022 zeigte: Es gibt Widerstand, der weder die Mullahs noch die USA braucht. Es gibt eine Gesellschaft im Iran, die sich selbst organisieren kann, die eigene Forderungen artikuliert, die nicht auf &#8222;Herrschaft&#8220; von oben wartet und die ein tiefreichendes Erfahrungswissen k\u00e4mpferischer Praxis vorzuweisen hat. Diese Erfahrung ist der Keim, der Fundus einer dritten Option.<\/p>\n<p>Und diese Option betrifft nicht nur den Iran. Sie betrifft alle Menschen, die unter \u00e4hnlichen Bedingungen leben \u2013 einschlie\u00dflich der Bev\u00f6lkerung in Israel. Die israelische Gesellschaft ist gefangen in einer Logik der &#8222;Sicherheit durch Dominanz&#8220;, die seit Jahrzehnten das Gegenteil von Sicherheit produziert: die Eskalation von Kon\ufb02ikten, die Radikalisierung von Gegnern, die Militarisierung des eigenen Lebens, die Unterdr\u00fcckung der Pal\u00e4stinenser, die zu einer Belastung f\u00fcr die eigene Demokratie geworden ist. Die israelische Regierung behauptet, die Bombardierung des Iran diene der &#8222;Selbstverteidigung&#8220;, doch sie produziert nur neue Bedrohungen, neue Ressentiments, neue Gewaltspiralen.<\/p>\n<p>Die Erkenntnis, dass &#8222;Sicherheit&#8220; nicht durch milit\u00e4rische \u00dcberlegenheit, nicht durch die &#8222;Full Spectrum Dominance&#8220; der USA, nicht durch Atomwaffenmonopole erreicht wird, sondern durch die Aufhebung der Unterdr\u00fcckung, durch soziale Gerechtigkeit, durch die Anerkennung der Rechte aller Menschen in der Region \u2013 diese Erkenntnis ist universell. Sie gilt f\u00fcr die Arbeiter im Iran, die gegen das Mullah-Regime streiken, ebenso wie f\u00fcr die israelischen Friedensaktivisten, die gegen die Besatzung protestieren. Sie gilt f\u00fcr die Kurden, die ihre Autonomie verteidigen, ebenso wie f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser, die gegen die Blockade von Gaza k\u00e4mpfen. Sie gilt f\u00fcr alle Menschen, die erkennen, dass ihre wirklichen Feinde nicht die &#8222;anderen&#8220; V\u00f6lker sind, sondern die Herrschaftseliten, die ihre Leben zerst\u00f6ren, ob mit religi\u00f6sem oder mit demokratischem Etikett.<\/p>\n<p>Diese Perspektive muss sich erweitern \u00fcber nationale Grenzen, \u00fcber die Trennlinien, die Imperialismus und Nationalismus errichten und n\u00e4hren. Die Kurden im Iran, im Irak, in der T\u00fcrkei, in Syrien sind ein Volk, das seit Jahrzehnten gegen vier Staaten k\u00e4mpft, die ihre Teilung aufrechterhalten. Ihre Befreiung liegt nicht in der Wahl zwischen US-Stellvertreterschaft und Unterwerfung unter Damaskus, Teheran oder Ankara. Sie liegt in der eigenen Organisierung, im Bruch mit dem System der Staaten, die ihre Existenz negieren. Das Experiment von Rojava, so unvollkommen und bedroht es war, zeigte: Eine andere Form der Gesellschaft ist nicht nur dort sondern \u00fcberall auf diesem Globus m\u00f6glich. Eine Gesellschaft ohne zentralisierte Herrschaft, ohne patriarchale Unterdr\u00fcckung, ohne kapitalistische Ausbeutung: eine freie Gesellschaft der gleichen.<\/p>\n<p>Die Arbeiter im Iran, die Frauen, die Jugendlichen, die Kurden, die Belutschen, die Azeris, die Ahwazi-Araber, die Israelis \u2013 sie alle haben ein Interesse an einer Gesellschaft, die nicht auf Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung basiert. Sie haben ein Interesse daran, ihre eigenen Ressourcen zu kontrollieren, ihre eigene Produktion zu organisieren, ihre eigenen Leben zu f\u00fchren. Diese Gesellschaft wird nicht von Reza Pahlavi kommen, nicht von Donald Trump, nicht von Friedrich Merz mit seiner &#8222;gemeinsamen Seite&#8220; im Oval Office. Sie wird nicht von kurdischen Stammesf\u00fchrern kommen, die mit Ankara oder Washington dealen. Sie muss von ihnen selbst erk\u00e4mpft werden, von unten, gegen alle Formen der Herrschaft: die der Mullahs wie die des Imperialismus, die des Nationalismus wie die des Kapitalismus.<\/p>\n<p>Die Solidarit\u00e4t, die n\u00f6tig ist, ist eben keine &#8222;humanit\u00e4re Hilfe&#8220; von oben. Sie ist die praktische Unterst\u00fctzung der Selbsterm\u00e4chtigung: die Verbreitung von Informationen, die Unterst\u00fctzung von Streiks und Protesten, die Weigerung, an den Sanktionen mitzuwirken, die Sabotage der Kriegsmaschinerie, die in den USA, in Europa, in der T\u00fcrkei, in Israel produziert und immer weiter und radikalisierter vorangetrieben wird. Sie ist die Anerkennung, dass die &#8222;Feinde&#8220; im Iran, in Kurdistan, in Pal\u00e4stina, in Israel nicht die Feinde der Menschen in den imperialen Zentren sind, sondern dass sie gemeinsame Feinde haben: die Herrschaftseliten, die ihre Leben zerst\u00f6ren, ob mit religi\u00f6sem oder mit demokratischem Etikett.<\/p>\n<p>Diese Solidarit\u00e4t ist global oder sie ist nicht! Sie kann nicht selektiv sein, sie kann nicht sagen: Wir unterst\u00fctzen die Iraner, aber nicht die Pal\u00e4stinenser. Wir unterst\u00fctzen die Kurden, aber akzeptieren die israelische Besatzung. Sie muss alle einschlie\u00dfen, die f\u00fcr eine Gesellschaft k\u00e4mpfen, die auf Gleichheit, Freiheit und Selbstbestimmung basiert \u2013 \u00fcber alle Grenzen und Identit\u00e4ten hinweg, gegen alle Formen von Herrschaft.<\/p>\n<h3>Fazit: Die Ordnung zeigt ihr wahres Gesicht \u2013 und ihre Alternative<\/h3>\n<p>Die Bomben auf Fordow, Natanz und Isfahan im Juni 2025 waren keine &#8222;befreienden&#8220; Schl\u00e4ge. Sie waren der Ausdruck einer Ordnung, die den gesamten Planeten als &#8222;Praxisfeld und Mittel&#8220; ihrer Interessen betrachtet, die souver\u00e4ne Staaten als Hindernisse behandelt, die beseitigt werden m\u00fcssen. Und sie ist Ausdruck daf\u00fcr zu l\u00fcgen, zu bombardieren, V\u00f6lkerrecht mit F\u00fc\u00dfen zu treten und ganze Gesellschaften in die Katastrophe zu st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Die &#8222;regelbasierte Weltordnung&#8220; mit ihren Prinzen aus der Konservenfabrik, ihren verratenen Stellvertretern, ihren moralischen Masken und ihren imperialen Zielen ist das Problem und niemals Teil der L\u00f6sung. Sie bietet keine Befreiung, sondern nur die Wahl zwischen verschiedenen Formen der Unterdr\u00fcckung: die religi\u00f6se Diktatur der Mullahs oder die marktliberale Diktatur des Westens, die nationale Unterdr\u00fcckung durch Teheran oder die ethnische Zerst\u00fcckelung durch Stellvertreterkriege.<\/p>\n<p>Doch die Geschichte ist nicht vorherbestimmt. Ganz im Gegenteil: sie ist Resultat. Die Bewegungen von 2022 im Iran, das Experiment von Rojava, die Friedensbewegungen in Israel, die Arbeiterstreiks \u00fcberall in der Region zeigen: Es gibt Widerstand, der sich dem Entweder-Oder zu beugen verwehrt. Es gibt Menschen, die eine dritte Option suchen und praktizieren: die Selbsterm\u00e4chtigung von unten, die Organisierung jenseits der Herrschaft, die Solidarit\u00e4t \u00fcber Grenzen hinweg verteidigen.<\/p>\n<p>Die Zukunft liegt nicht in der Wahl zwischen Mullahs und Prinzen, zwischen Teheran und Washington, zwischen Hamas und der IDF. Sie liegt in der Erm\u00e4chtigung derer, die unter allen diesen Herrschaftsformen leiden, sich ihr verwehren. Sie liegt in der Erm\u00e4chtigung derer, die sich eine Gesellschaft vorstellen k\u00f6nnen, die auf Gleichheit, Freiheit und Selbstbestimmung basiert \u2013 nicht auf Herrschaft, sei sie religi\u00f6s oder imperial, national oder kapitalistisch, sei sie in gr\u00fcn-wei\u00df-rot oder in Blau-Wei\u00df getaucht.<\/p>\n<p>Die Stra\u00dfen von Teheran, von Sanandaj, von Mahabad haben gezeigt, dass diese Menschen existieren. Die Demonstrationen in Tel Aviv gegen die Regierung, die Friedensaktivisten, die sich mit Pal\u00e4stinensern solidarisieren, zeigen, dass sie auch dort existieren. Es gilt, ihre Stimmen zu h\u00f6ren, ihre K\u00e4mpfe zu unterst\u00fctzen, ihre Feinde zu erkennen \u2013 auch wenn diese Feinde sich als Freunde tarnen, auch wenn sie behaupten, sie handeln im Namen der &#8222;Sicherheit&#8220; oder der &#8222;Demokratie&#8220;. Die wahre Sicherheit, die wahre Demokratie, die wahre Freiheit wird nicht von oben geschenkt. Sie m\u00fcssen von unten erk\u00e4mpft werden \u2013 gegen alle Formen der Herrschaft, f\u00fcr alle Menschen, auf dem ganzen Globus. Dann rufen wir alle gemeinsam \u00fcberall auf diesem Planeten: Der K\u00f6nig ist tot! 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