{"id":2678852,"date":"2026-02-25T08:15:32","date_gmt":"2026-02-25T08:15:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=2678852"},"modified":"2026-02-25T18:26:30","modified_gmt":"2026-02-25T18:26:30","slug":"die-autonomie-des-menschen-ueber-die-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/02\/die-autonomie-des-menschen-ueber-die-freiheit\/","title":{"rendered":"Die Autonomie des Menschen &#8211;  \u00dcber die Freiheit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am Anfang jeder Frage nach der M\u00f6glichkeit menschlicher Freiheit steht im Grunde das Menschenbild, das den jeweiligen Argumentationen zugrunde liegt.<\/strong><\/p>\n<p>Da ich nach meinen Corona-Publikationen (zuletzt: Virus essen Seele auf \u2013 Corona: Eine Aufarbeitung findet nicht statt) wie auch meinen antimilitaristischen Werken (zuletzt: Nur Lumpen werden \u00fcberleben &#8211; Die Ukraine, der Krieg und die antimilitaristische Perspektive) wahlweise in die N\u00e4he rechtsoffener \u201eFreiheitsfreunde\u201c ger\u00fcckt werde oder mir Putin-Freundschaft unterstellt wird, m\u00f6chte ich hier ein- f\u00fcr allemal klarstellen, dass eine Kumpanei mit rechtem, autorit\u00e4rem Denken wohl so etwa das letzte ist, was mir in den Sinn k\u00e4me und was eigentlich auch aus meinen B\u00fcchern herauszulesen ist. Aber es geht in diesen Zeiten oft (und offenkundig!) schlicht darum, unliebsame Positionen zu delegitimieren, anstatt sich mit diesen inhaltlich auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Die Sache mit der Freiheit ist aber zu wichtig, um sie autorit\u00e4ren linken Str\u00f6mungen (!) oder den Rechten zu \u00fcberlassen. Deshalb hier ein kleiner Versuch zur Kl\u00e4rung, was den rechten Freiheitsbegriff (eigentlich ein Widerspruch in sich, da rechte Freiheit sich vor allem durch ihre Begrenzung \u201eauszeichnet\u201c) von einem anarchistischen, radikaldemokratischen Freiheitsverst\u00e4ndnis unterscheidet.<\/p>\n<p>Denn es scheint eine merkw\u00fcrdige Angelegenheit mit der Freiheit zu sein. In den Corona-Jahren kritisierten viele Linke eintr\u00e4chtig an der Seite der Regierenden eine \u201e\u00fcberzogene\u201c, \u201eegoistische\u201c oder \u201esozialsch\u00e4dliche\u201c Freiheit, w\u00e4hrend populistische Rechte sich auf den W\u00e4chterturm der Freiheit aufschwangen. Dabei konnten die Rechten, wenn sie \u201eFreiheit durch Einheit\u201c oder \u201eKeine Fremdbestimmung\u201c forderten, oder sich gegen \u201eVersklavung\u201c wandten (so auf Transparenten bei \u201eQuerdenken\u201c-Demos), nur m\u00fchsam ihren v\u00f6lkisch-nationalen\/ nationalistischen Charakter der Freiheit, die sie meinten, verschleiern. Freiheit wurde, wie sich schon fr\u00fch im Jahr 2020 zeigte, von beiden Seiten gleichermassen zu einem Kampfbegriff, einem Vorwurf und einer Floskel. Freiheit hatte nun Voraussetzungen (\u201eFreiheit durch Impfen\u201c).<\/p>\n<p>In der Pandemie erschien es, Freiheit sei wie eine Pflanze, die, wenn sie sich als zu sorgebed\u00fcrftig, anspruchsvoll oder gar widerborstig erweist, auf dem Misthaufen entsorgt wird. Freiheit wurde beschr\u00e4nkt, um \u2013 vorgeblich und in der Regel, ohne die Betroffenen zuvor nach ihren Bed\u00fcrfnissen befragt zu haben \u2013 Gefahren f\u00fcr Leib und Leben abzuwehren. Faktisch wurden im Namen des Lebens damit jedoch unz\u00e4hlige Tote in Kauf genommen \u2013 auch infolge sozialer Isolation. Sicherheit wurde gegen Freiheit gesetzt \u2013 um am Ende beides zu verlieren. Gerade mit Blick auf die Pandemie ist dabei der Philosoph Baruch de Spinoza (1632-1677) in Erinnerung zu rufen: \u201eDer freie Mensch denkt \u00fcber nichts weniger nach als \u00fcber den Tod: seine Weisheit ist nicht ein Nachsinnen \u00fcber den Tod, sondern \u00fcber das Leben\u201c.<a id=\"ref-1\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#footnote-1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[1]<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Dies hat sich in den Pandemiejahren allerdings ver\u00e4ndert: die Freiheit war ersichtlich auf den Hund gekommen.<\/p>\n<p>Dass Freiheit nun von ihren Vertreter*innen im bisherigen gesellschaftskritischen Spektrum verworfen wurde (wenn man linke Bewegungen historisch als Kraft der Freiheit in der menschlichen Geschichte ausmacht) , w\u00e4hrend sie von den bisherigen Freiheitsfeinden hochgehalten wurde, ist nur auf den ersten Blick irritierend. Beiden Seiten, Bef\u00fcrworter*innen wie Kritiker*innen der Pandemiepolitik, liegt ein doppelt reduzierter Freiheitsbegriff zugrunde. Zum einen wird Freiheit auf die b\u00fcrgerliche Freiheit reduziert, auf eine \u2013 wenigstens theoretische \u2013 Wahlfreiheit (der Konsumentscheidungen, der Parteien, des Arbeitsplatzes). Bed\u00fcrfnisse werden geschaffen (es l\u00e4sst sich k\u00f6stlich verdienen daran), um diese dann zu befriedigen \u2013 so wird Freiheit mit Bed\u00fcrfnisbefriedigung verwechselt.<\/p>\n<p>Der freie Mensch wird als Ergebnis des b\u00fcrgerlichen Staates postuliert \u2013 eine Schim\u00e4re, von der sich zu verabschieden es h\u00f6chste Zeit w\u00e4re. Dass es einen faktischen Arbeitszwang gibt, um den Lebensunterhalt zu sichern, und dass dann selbst zahllosen (noch) Arbeitsplatzbesitzenden schon aus materiellen Gr\u00fcnden Teilhabe- und Wahlm\u00f6glichkeiten vorenthalten werden, oft selbst so existentielle Dinge wie Wohnraum, f\u00e4llt bei diesem Trugbild unter den Tisch. Freiheit ist hier die Freiheit am Privateigentum, anders herum: frei ist nur, wer Eigentum hat, ansonsten ist lediglich die Unfreiheit (von der Leibeigenschaft zum Beispiel) durch eine neue Abh\u00e4ngigkeit (vom K\u00e4ufer der Arbeitskraft) ersetzt, was individuell zweifellos eine graduelle Verbesserung ist, aber eben alles andere als eine umfassende Befreiung. \u201eDie Freiheit der Wahl erlaubt dir, die Sosse zu w\u00e4hlen, mit der du gegessen werden m\u00f6chtest\u201c, spitzte es der Schriftsteller Eduardo Galeano (1940-2015) zu<a id=\"ref-2\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#footnote-2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[2]<\/a>.<\/p>\n<p>Emma Goldman brachte es einmal so auf den Punkt: \u201eIch glaube, dass Regierung, organisierte Autorit\u00e4t und Staat nur dazu dienen, Eigentum und Monopol aufrechtzuerhalten und zu sch\u00fctzen. Nutzen zeigten sie lediglich in dieser Funktion. Was ihre Funktion als F\u00f6rderer individueller Freiheit, menschlichen Wohlstands und sozialer Harmonie anbelangt, welche einzig wirkliche Ordnung darstellen, so wurde die Regierung von allen grossen M\u00e4nnern der Welt als untauglich verworfen\u201c<a id=\"ref-3\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#footnote-3\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[3]<\/a>. Wie also kann der Staat, als Garant der Kapital- und Eigentumsverh\u00e4ltnisse, als Verteidiger von Freiheit missverstanden werden?<\/p>\n<p>Ausserhalb des Eigentums sind die von der Staatsr\u00e4son zugestandenen Freiheiten begrenzt. Das Freiheit \u201egew\u00e4hrt\u201c wird, sagt schon genug \u00fcber die Sache aus, denn Freiheit kann nicht \u201egew\u00e4hrt\u201c werden, als ein rechtlicher Anspruch (und dann ebenso wieder entzogen werden), sie ist. Dies ist also, n\u00e4hme man Freiheit ernst, ein Widerspruch in sich \u2013 das \u201eRecht zur Freiheit\u201c markiert die Grenzpf\u00e4hle der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft und ihrer eingez\u00e4unten, ja verkr\u00fcppelten Zonen der Freiheit.<\/p>\n<p>Jede Partei, die bestimmte \u201eEssentials\u201c dieser Gesellschaft infragestellt, w\u00fcrde verboten, jeder entsprechenden Sozialbewegung drohte die umgehende Kriminalisierung \u2013 wie wir wissen geschieht dies bereits Menschen, die sich nur auf die Strasse kleben. Alternativen zu der Barbarei des sozial wie \u00f6kologisch zerst\u00f6rerischen Kapitalismus (gemeinwohlorientierte, nachhaltige Wirtschaftsweisen) sind ebenso wenig vorgesehen wie Alternativen zur parlamentarischen Demokratie (basisdemokratische Ans\u00e4tze oder ein R\u00e4tesystem etwa). Der Staat als Organisationsform darf nicht infrage gestellt werden, auch nicht die behauptete Alternativlosigkeit der Kriegst\u00fcchtigkeit, inklusive freiheitsentziehender Staatspflichten wie der Wehrpflicht etc.<\/p>\n<div id=\"article_inside_teaser_2\" class=\"ait1ba\">\n<p>Selbst ein offenkundig grundfalsches Rentensystem, die permanente Versch\u00e4rfung der sozio\u00f6konomischen Spaltung, eine Vergesellschaftung und Re-Kommunalisierung der Grundversorgung (zum Beispiel Wohnraum oder Verkehrsmittel) und andere eigentlich noch reformistische Stichworte sind Tabus. \u201eEine Freiheit ohne die M\u00f6glichkeit, zwischen echten Alternativen w\u00e4hlen zu k\u00f6nnen, ist keine Freiheit\u201c, mit diesen Worten kritisierte der ehemalige \u2013 aufgrund seiner Gesellschaftskritik dann entlassene \u2013 Konzernmanager Hans A. Pestalozzi (1929-2004) einen inhaltsleeren, ja missbrauchten Freiheitsbegriff. Und er f\u00fcgte hinzu: \u201eMerken wir denn nicht, dass diese Freiheit l\u00e4ngst zum Konsumzwang geworden ist?\u201c<a id=\"ref-4\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#footnote-4\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Wirkliche Freiheit w\u00e4re an einen Gesellschaftszustand gebunden, in dem niemand auf einem Grundst\u00fcck ein Schild \u201ePrivateigentum\u201c aufstellt, in dem es keine ererbten oder andere allein aufgrund der Herkunft erworbenen und in Gesetzesnormen gegossenen Privilegien gibt, in dem niemand einem anderen seine (religi\u00f6se, staatliche, \u00f6konomische\u2026) Herrschaft aufzwingt, in der sich niemand an der Arbeitskraft anderer bereichern kann. Schon diese Aufz\u00e4hlung zeigt: es ist ein weiter Weg zur Freiheit.<\/p>\n<p>Diese Engf\u00fchrung der Freiheit wird nicht nur nicht kritisiert (bei der rechten Seite des politischen Spektrums erstaunt das wenig, doch auch das linke Freiheitsverst\u00e4ndnis ist beim gr\u00f6ssten Teil dieses Milieus sehr reduziert), nein, sie wird vielfach gar nicht wahrgenommen \u2013 oder sogar noch aktiv verteidigt, indem beispielsweise die Regierung als eine Art selbstlose Schutzinstanz vor was auch immer missverstanden wird. \u201eDie Menschen wollen Freiheit, und um sie zu erreichen, begeben sie sich in die Sklaverei der Institutionen, der sie nie wieder entrinnen\u201c, notierte Leo Tolstoi (1828-1910) zutreffend in seinem Tagebuch<a id=\"ref-5\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#footnote-5\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[5]<\/a>. Polemisch gesagt: die Menschen k\u00e4mpfen f\u00fcr die Freiheit, die Art ihrer Unfreiheit selbst w\u00e4hlen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Am Anfang jeder Frage nach der M\u00f6glichkeit menschlicher Freiheit steht im Grunde das Menschenbild, das den jeweiligen Argumentationen zugrunde liegt (und sei es nur, um damit Ausbeutung und Herrschaft zu legitimieren). Deshalb seien hier einige Kernaussagen zusammengefasst.<\/p>\n<p>Der englische Staatstheoretiker Thomas Hobbes (1588-1679) betrachtete den Menschen als Hauptfeind des Menschen, deshalb br\u00e4uchte es einen institutionell abgesicherten Gesellschaftsvertrag, um das Funktionieren der Gesellschaft zu gew\u00e4hrleisten. Ein starker Staat, der das Arsenal hat, die erw\u00fcnschte Ordnung auch durchzusetzen, wird so zu einer Notwendigkeit. Rund einhundert Jahre sp\u00e4ter versuchte der franz\u00f6sisches Philosoph Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) diese folgenschwere Behauptung, die den Menschen unter einen permanenten Generalverdacht stellt, mit seinem positiven Menschenbild zu entkr\u00e4ften: \u201eDer Mensch ist von Natur aus gut\u201c.<\/p>\n<p>Rousseau war also der Auffassung, dass nicht der Mensch von Grund auf b\u00f6se ist: es sind die Verh\u00e4ltnisse. Ihre Umst\u00e4nde w\u00fcrden Menschen dazu zwingen, sich anderen Menschen gegen\u00fcber schlecht zu verhalten. Die Lebensbedingungen eines Menschen bestimmen nach Rousseau also sein Handeln. Zu denken ist etwa an eine \u2013 im \u00dcbrigen staatlich abgesicherte \u2013 kapitalistische Logik, die alles und jeden in Konkurrenz zueinander setzt, was nicht gerade dem Gemeinwohl zutr\u00e4glich ist.<\/p>\n<p>Rousseau sah diesbez\u00fcglich gesellschaftsanalytisch klarer als etwa der Philosoph Immanuel Kant. Kant (1724-1804) sah den Menschen zwar aufgrund seiner F\u00e4higkeit zur Vernunft als ebenfalls zur Freiheit f\u00e4hig an, betonte aber auch die \u201eNatur des Menschen\u201c, ein Spannungsfeld also zwischen Willensfreiheit und Biologismus, wo Freiheit zwar m\u00f6glich ist, nicht zwangsl\u00e4ufig aber immer zum Guten f\u00fchren muss, siehe seine Schrift \u201e\u00dcber das radikale B\u00f6se in der menschlichen Natur\u201c (1792). In seinem Sp\u00e4twerk \u201eZum ewigen Frieden\u201c (1795) greift er als Korrektiv auf politischer Ebene dann auch v\u00f6lkerrechtlichen Gedanken vor, die erst gut hundert Jahre sp\u00e4ter nach und nach umgesetzt wurden.Die Erkenntnisse aus der Evolutionstheorie von Charles Darwin (1809-1882), die wiederum ein Jahrhundert nach Rousseau soziobiologisch zu einem pauschalen \u201e\u00dcberleben des St\u00e4rkeren\u201c erweitert wurden, grundieren schliesslich die Durchsetzung \u00f6konomischer Interessen zu Lasten der Bev\u00f6lkerungsmehrheiten und zwingen diesen Massen dabei Handlungsweisen auf, die diese Logik noch verst\u00e4rken. Allzu oft werden diese Handlungszw\u00e4nge dann so verinnerlicht, dass sie gar nicht mehr als Zw\u00e4nge wahrgenommen werden.\u201eDie gl\u00fccklichsten Sklaven sind die gr\u00f6ssten Feinde der Freiheit\u201c, las ich vor Jahrzehnten auf einem Aufkleber. Ja, denn diese Sklaven \u2013 wie hier zugegeben zugespitzt formuliert wurde \u2013 wollen gar nicht mehr frei werden, allenfalls trachten sie nach einem Dasein als Sklavenaufseher. Wenn \u00f6konomistische Logiken das Denken in allen Lebensbereichen dominieren, ist in der Tat keine Freiheit jenseits von (nur scheinbar individualisierten) Konsumentscheidungen mehr m\u00f6glich. Der Kapitalismus erm\u00f6glicht dem oberen Prozent der Weltgesellschaft viele Freiheiten, f\u00fcr die anderen bleiben nur Brosamen. Denn was ist Freiheit ohne die Ressourcen zur Freiheit?Hochaktuell, was Octavio Paz bereits Anfang der 1980er Jahre festhielt: \u201eDer Beweis f\u00fcr die Freiheit ist kein philosophischer, sondern ein existentieller: es gibt Freiheit immer dann, wenn es einen freien Menschen gibt, immer dann, wenn ein Mensch es wagt, Nein zur Macht zu sagen\u201c<a id=\"ref-6\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#footnote-6\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[6]<\/a>. Vor dem Mut aber, Nein zur Macht zu sagen, steht die Erkenntnis der Unfreiheit.\u201eWenn sich an der politischen und wirtschaftlichen Struktur des Kapitalismus in seiner heutigen Entwicklungsphase nichts \u00e4ndert, haben wir keine Aussichten freiere Menschen zu werden\u201c, hielt der Psychoanalytiker und Ethnologe Paul Paris (1916-2009) fest<a id=\"ref-7\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#footnote-7\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[7]<\/a>. Das Beste f\u00fcr das Staats- und Konzernwohl ist entgegen weit verbreiteter Mythen eben nicht das Beste f\u00fcr die der Staats- und Kapitalgewalt unterworfenen Individuen. Neben der Makroebene des Wirtschaftssystems h\u00e4tte ein Systemwechsel auch einen Mentalit\u00e4tswechsel zur Folge, bzw. zur Voraussetzung.\u201eDie neue Gesellschaft und der neue Mensch werden nur Wirklichkeit werden, wenn die alten Motivationen \u2013 Profit und Macht \u2013 durch neue ersetzt werden: Sein, Teilen, Verstehen; wenn der Marktcharakter durch den produktiven, liebesf\u00e4higen Charakter abgel\u00f6st wird und an die Stelle der kybernetischen Religion ein neuer, radikal-humanistischer Geist tritt\u201c, notierte der Psychoanalytiker und Sozialpsychologe Erich Fromm (1900-1980)<a id=\"ref-8\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#footnote-8\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[8]<\/a>.Zu unterscheiden ist dabei zwischen individuellen und gesellschaftlichen Lebensbedingungen, wobei diese Ebenen vielfach miteinander verwoben sind. Eine kapitalistisch verfasste, konkurrenzbasierte, patriarchale Gesellschaft ist gleich mehrdimensional strukturell gewalthaft, und dies spiegelt sich in zwischenmenschlichen, famili\u00e4ren Beziehungen, also im individuellen Lebensbereich. Das heisst nicht \u2013 um ein Beispiel zu nennen \u2013, dass jede Person, die pers\u00f6nlich Gewalt erlebte, diese auch reproduziert, die Wahrscheinlichkeit ist aber hoch, dass dies geschieht.<\/p>\n<p>Ein staatlicher Gewaltapparat setzt dem seine Drohungen entgegen, also eine destruktive Antwort auf eine destruktive Logik. Die Antwort auf angenommene, vermutete, unterstelle oder m\u00f6gliche Gewalt ist \u2013 mehr Gewalt. Rousseaus \u00dcberzeugung hingegen erm\u00f6glicht es, auf humanistische Faktoren der \u00dcberwindung von \u201eb\u00f6sen\u201c Verhaltensweisen zu setzen. Eine freie Erziehung, Kreativit\u00e4t und Selbstverwirklichung sind hier zentrale Stichworte.<\/p>\n<p>Diese eher individuell orientierten Faktoren wurden vom russischen Anarchisten Peter Kropotkin (1842-1921) um die gesellschaftliche Ebene erg\u00e4nzt: in seinem Werk mit dem sprechenden Titel \u201eGegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt\u201c stellt Kropotkin dem Darwin&#8217;schen Konkurrenzprinzip solidarische, kooperative Prinzipien entgegen. Diese auf freiwilligen Vereinbarungen beruhende Kooperation erg\u00e4nzt die individuelle Freiheit um Aspekte der Gemeinschaftlichkeit, die weit \u00fcber eine karitative Wohlt\u00e4tigkeit hinausgehen, da sie von den Betroffenen selbst in die H\u00e4nde genommen werden.<\/p>\n<p>In j\u00fcngerer Zeit griff der 1988 geborene niederl\u00e4ndische Journalist Rutger Bregman sowohl Rousseau wie auch Kropotkin auf: in seinem Buch \u201eIm Grunde gut: Eine neue Geschichte der Menschheit\u201c kritisiert Bregman ein Menschenbild, das den Menschen vor allem als selbstbezogen und gewaltbereit kennzeichnet. Darwin n\u00e4mlich (und Hobbes) sind \u00fcberholt, wie neuere evolutionsbiologische Ver\u00f6ffentlichungen zeigen, die Bregmans Thesen wissenschaftlich fundieren. Dabei geht es hier nicht um naiven Optimismus, im Gegenteil. Bregman benennt Ursachen, die heute diesem \u201eguten Menschen\u201c entgegenstehen.<\/p>\n<p>Er nennt u.a. fragw\u00fcrdiges Loyalit\u00e4tsverhalten, korrumpierende Macht und Hierarchien als Faktoren, aufgrund derer Menschen anderen Menschen Leid zuf\u00fcgen. \u201eDer Mensch ist gut\u201c ist kein Grund, beruhigt die H\u00e4nde in den Schoss zu legen. \u201eIm Grunde gut\u201c ist eine Aufforderung zum Handeln, um eine Lebensrealit\u00e4t zu ver\u00e4ndern, die diesem Guten entgegensteht \u2013 und so auch die M\u00f6glichkeit der Freiheit zur\u00fcckholt.<\/p>\n<p>Wenn wir nun davon ausgehen, die Menschen w\u00e4ren f\u00e4hig zur Freiheit, so hat das weitreichende Konsequenzen. \u201eDie Tiere (ganz zu schweigen von den Mineralien oder Pflanzen) haben keine andere Wahl, als so zu sein, wie sie sind\u2026 Eine solche bindende Veranlagung erspart ihnen zweifellos viel Kopfzerbrechen\u201c<a id=\"ref-9\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#footnote-9\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[9]<\/a>, so schrieb es der Philosoph Fernando Savater in einem Buch, das Fragen von Freiheit und Kritik Kindern nahezubringen versucht. Menschen sind zwar nicht frei im absoluten Sinn. Sie haben eine kulturelle Pr\u00e4gung, Gewohnheiten, ihnen wurden bestimmte Verhaltensweisen anerzogen und Denkweisen eingetrichtert.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nicht ausw\u00e4hlen, zu welcher Zeit wir in welche Familie hineingeboren werden, ob man uns angreift oder uns \u00fcberf\u00e4hrt, ob wir sch\u00f6n sind oder krank. Trotz aller Bem\u00fchungen kann mancher Mensch nun mal nicht Profifussballer oder musikalisches Genie werden. Es l\u00e4sst sich also nicht alles von unserem Willen steuern. Dennoch k\u00f6nnen wir uns entscheiden f\u00fcr Dinge, die ausserhalb dieser Programmierung liegen. Wir sind nicht frei darin, zu entscheiden, ob wir f\u00e4hig zur Freiheit sind oder nicht. Wir sind es. Eine Termite, die desertiert, ist v\u00f6llig ausgeschlossen. Ein Mensch aber kann \u201eNein!\u201c sagen. Wir k\u00f6nnen w\u00e4hlen, wie wir mit unseren Anlagen und Neigungen sowie den uns widerfahrenden Dingen umgehen. Wir m\u00fcssen uns nicht von Medien manipulieren lassen. Wir k\u00f6nnen gehorchen \u2013 oder rebellieren. Freiheit ist eben kein Rechtszustand, sondern eine Frage der Geisteshaltung.<\/p>\n<p>Das macht die Sache in gewisser Weise noch schwerer, denn wie bringt man die Menschen dazu, die Freiheit auch zu leben, man kann sie ja schlecht zur Freiheit zwingen. \u201eWenn ihre eure Ketten nicht zerreisst \u2013 von selber brechen sie nicht!\u201c, so brachte es der von den Nationalsozialisten ermordete Anarchist Erich M\u00fchsam (1878-1934) auf den Punkt. Die Freiheit, die nicht zur Zerst\u00f6rung des Gehorsams gegen\u00fcber Herrschaftsstrukturen beitr\u00e4gt, ist des Wortes nicht wert. Freiheit schliesst dabei, auch dies ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Corona-Erfahrungen zu betonen, stets den Irrtum ein \u2013 etwas, das der Termite nicht passieren kann.<\/p>\n<p>Die umfassend verstandene Freiheit ist eine Freiheit von etwas, n\u00e4mlich zum Beispiel von patriarchaler Unterdr\u00fcckung, von Herrschaftsverh\u00e4ltnissen, kapitalistischer Ausbeutung, von einer Verwertungslogik, die allem und jedem einen Preisstempel aufdr\u00fcckt. Sie ist aber auch eine Freiheit zu etwas: zu einer selbstbestimmten Lebensweise, die empathisch die Mitmenschen einschliesst und am gemeinsamen Wohlergehen orientiert ist. Diese positive Freiheit l\u00e4sst sich nicht allein aus der Ablehnung (eingebildeter oder realer) repressiver Bevormundung ableiten, sie ist eine Frage innerer Vorstellungen und \u00dcberzeugungen, vor allem eines fortw\u00e4hrenden Bem\u00fchens um die nicht nur eigene Freiheit, sondern die Freiheit aller; die Trennlinie zu einem rechtem Freiheitsverst\u00e4ndnis, das danach trachtet, alles Unpassende\/ Irritierende\/ St\u00f6rende\/ Fremde auszublenden, wird hier hoffentlich offenkundig.<\/p>\n<p>Es geht um soziales Verbundensein, um Beziehungsweisen jenseits des unbarmherzigen Verteilungskampfes in einer Konkurrenzgesellschaft, die uns alle zu Gegner*innen der Anderen macht und so gerade das Gegenteil von Freiheit \u2013 auch von Freiheitsf\u00e4higkeit \u2013 zur Folge hat. Diese Freiheit ist eben nicht die Freiheit allein der St\u00e4rksten, wie es der Philosoph Isaiah Berlin (1909-1997) ausdr\u00fcckte: \u201eDie v\u00f6llige Freiheit der W\u00f6lfe ist der Tod der L\u00e4mmer\u201c<a id=\"ref-10\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#footnote-10\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[10]<\/a>, es ist nicht das Freiheitsverst\u00e4ndnis des argentinischen Pr\u00e4sidenten Javier Milei, der Elon Musk und die italienische neofaschistische Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni als \u201eKampfgef\u00e4hrten zur Verteidigung der Ideen der Freiheit\u201c bezeichnet<a id=\"ref-11\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#footnote-11\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[11]<\/a>.<\/p>\n<p>\u00dcberlassen wir diesen falschen Freiheitsfreunden, die ihre exklusive \u201eFreiheit\u201c als Synonym f\u00fcr schrankenlose Reichtum und schrankenlose Ausbeutung setzen, nicht l\u00e4nger den Freiheitsbegriff! Ein radikales Freiheitsverst\u00e4ndnis hat sich daran zu bemessen, ob es zum guten Leben f\u00fcr alle beitr\u00e4gt. Dieser libert\u00e4re<a id=\"ref-12\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#footnote-12\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[12]<\/a> Freiheitsbegriff schliesst Verantwortung ein \u2013 und es ist dieser Aspekt, den die einen den anderen in der Pandemiezeit absprachen, w\u00e4hrend die anderen ihn ignorierten. Jedes Individuum, das eine Wahl trifft, entscheidet in einer Gesellschaft nicht nur f\u00fcr sich (auch dann nicht, wenn der gesellschaftliche Rahmen nicht reflektiert wird), es sei denn man h\u00e4tte sich f\u00fcr eine eremitische Lebensweise entschieden.<\/p>\n<p>Jede Gesellschaft ist insofern die Summe aus individuellen Teilen und Entscheidungen. Das schliesst Individualit\u00e4t nicht aus, im Gegenteil: \u201eFreiheit ist das Recht, in Ruhe gelassen zu werden\u201c<a id=\"ref-13\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#footnote-13\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[13]<\/a>. Es zeigt aber die Verbindung zwischen individuellen Entscheidungen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Dies zu ignorieren bedeutete ein Neben-, ja Gegeneinander: Egoismus in seiner negativsten Form statt Gemeinschaft. Denn diejenigen, die individuelle Freiheit verabsolutieren und soziale Freiheit dabei ignorieren, somit Selbstbestimmung lediglich f\u00fcr sich selbst geltend machen, sind Gegner*innen sozialer Emanzipation.<\/p>\n<p>Anders gesagt: individuelle Freiheit und Gemeinsinn bedingen einander beim Weg in eine befreite Gesellschaft. \u201eIch kann nicht selbstbestimmt sein in der Isolation. Ich kann nur Ich sein zusammen mit meinen Mitmenschen. Die Autonomie des Menschen, der anarchische Mensch f\u00fchrt zur Gemeinschaft\u201c<a id=\"ref-14\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#footnote-14\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[14]<\/a>. Diese Autonomie kann nur tastend voranschreitend erlangt werden, denn Freiheit muss angesichts der Deformierung durch zerst\u00f6rerische politisch-\u00f6konomische Rahmenbedingungen erst (wieder) erlernt werden. Doch wenn die in Wechselwirkung zueinander stehenden Systeme von Freiheit und Gemeinschaft wie in der Pandemiezeit gegeneinander ausgespielt werden, beginnt dabei zugleich das Ende der Freiheit und des Gemeinwohls.<\/p>\n<p class=\"author\" style=\"text-align: right;\">Gerald Gr\u00fcneklee<\/p>\n<div class=\"fussnoten\">\n<p>Von der Redaktion der \u201eGraswurzelrevolution\u201c, in der der Text \u201e\u00dcber die Freiheit\u201c urspr\u00fcnglich erscheinen sollte (und der ich u.a. durch mehrere dort erschienene Texte zum Antimilitarismus nicht unbekannt bin) kam eine knappe Absage zum Text: \u201edanke f\u00fcr das Artikelangebot. Aber der Artikel ist nix f\u00fcr uns\u201c. Diese Absage wurde um ein Veto aus dem Herausgeberkreis der Zeitung erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p><b>Fussnoten:<\/b><\/p>\n<p><a id=\"footnote-1\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#ref-1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[1]<\/a> Spinoza, Ethik, nach geometrischer Methode dargestellt (verfasst 1665, posthum ver\u00f6ffentlicht 1677)<\/p>\n<p><a id=\"footnote-2\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#ref-2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[2]<\/a> Eduardo Galeano (1997): Wandelnde Worte \u2013 Von Tr\u00e4umen, Maismenschen und Erzengeln; M\u00fcnchen: Limes, S. 71<\/p>\n<p><a id=\"footnote-3\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#ref-3\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[3]<\/a> Zit. nach Robert J. Kozljanic (Hrsg.) (2025): XI. Jahrbuch f\u00fcr Lebensphilosophie 2023\/ 2024\/ 2025; M\u00fcnchen: Albunea, S. 85<\/p>\n<p><a id=\"footnote-4\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#ref-4\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[4]<\/a> Zit. nach <a class=\"fussnoten_links\" href=\"https:\/\/www.alexk.at\/p126149682\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.alexk.at\/p126149682<\/a><\/p>\n<p><a id=\"footnote-5\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#ref-5\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[5]<\/a> Hier zitiert nach Lew Tolstoj (1991): Zeiten des Erwachens; Freiburg: Herder, S. 50<\/p>\n<p><a id=\"footnote-6\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#ref-6\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[6]<\/a> <a class=\"fussnoten_links\" href=\"http:\/\/www.luriagesellschaft.de\/media\/Darmstadt%202020%20Ausblick.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.luriagesellschaft.de\/media\/Darmstadt%202020%20Ausblick.pdf<\/a><\/p>\n<p><a id=\"footnote-7\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#ref-7\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[7]<\/a> Paul Parin (1977): Vom historischen Unbewussten zum psychoanalytischen Unbewussten, hier zit. nach Paul Parin (2025): Sch\u00f6nheit und Widerstand; Wien: Mandelbaum, S. 158<\/p>\n<p><a id=\"footnote-8\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#ref-8\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[8]<\/a> Erich Fromm (1981): Haben oder Sein; M\u00fcnchen: DTV, S. 192 (zuerst 1976); anders als es hier den Eindruck erwecken k\u00f6nnte, war Fromm nicht der Ansicht, durch individuelles Verhalten eine neue Realit\u00e4t schaffen zu k\u00f6nnen, war er sich doch der Pr\u00e4gung des Individuums durch gesellschaftliche Einfl\u00fcsse durchaus bewusst.<\/p>\n<p><a id=\"footnote-9\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#ref-9\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[9]<\/a> Fernando Savater (2001): Tu was du willst \u2013 Ethik f\u00fcr die Erwachsenen von morgen, Weinheim\/ Basel: Beltz &amp; Gelberg, S. 24<\/p>\n<p><a id=\"footnote-10\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#ref-10\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[10]<\/a> Zit. nach <a class=\"fussnoten_links\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2017-01\/politische-philosophie-isaiah-berlin-5vor8\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2017-01\/politische-philosophie-isaiah-berlin-5vor8<\/a><\/p>\n<p><a id=\"footnote-11\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#ref-11\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[11]<\/a> <a class=\"fussnoten_links\" href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/musk-milei-zuckerberg-silicon-valley-rothbard-neoliberalismus-freiheit-anarchokapitalismus\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/jacobin.de\/artikel\/musk-milei-zuckerberg-silicon-valley-rothbard-neoliberalismus-freiheit-anarchokapitalismus<\/a><\/p>\n<p><a id=\"footnote-12\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#ref-12\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[12]<\/a> Libert\u00e4r als Synonym f\u00fcr anarchistisch \u2013 es meint eben nicht die \u201eanarchokapitalistische\u201c Richtung der \u201eLibertarians\u201c, die einen Staat soweit abbauen wollen, dass er nur noch Garant ihrer Vorrechte gegen andere Menschen und Nationen ist, und f\u00fcr die Freiheit lediglich ein Synonym f\u00fcr wirtschaftsliberalen Egoismus ist.<\/p>\n<p><a id=\"footnote-13\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#ref-13\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[13]<\/a> Anna Schneider (2022): Freiheit beginnt beim Ich, M\u00fcnchen: DTV, S. 12; auf die liberalen Schlussfolgerungen, die die Autorin in ihrem Buch zieht, gehe ich hier nicht weiter ein, ich teile sie auch nicht.<\/p>\n<p><a id=\"footnote-14\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ueber-die-freiheit-die-autonomie-des-menschen-009558.html#ref-14\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[14]<\/a> Hans A. Pestalozzi im Radio-Interview (1989), hier nach <a class=\"fussnoten_links\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DtvOe-ziCyU\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DtvOe-ziCyU<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"artikel_footer\"><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Anfang jeder Frage nach der M\u00f6glichkeit menschlicher Freiheit steht im Grunde das Menschenbild, das den jeweiligen Argumentationen zugrunde liegt. 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