{"id":2677779,"date":"2026-02-19T17:17:09","date_gmt":"2026-02-19T17:17:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=2677779"},"modified":"2026-02-19T17:20:15","modified_gmt":"2026-02-19T17:20:15","slug":"sean-connor-venezuela-als-beispiel-fuer-eine-neue-kriegstaktik-mit-unermesslichen-folgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/02\/sean-connor-venezuela-als-beispiel-fuer-eine-neue-kriegstaktik-mit-unermesslichen-folgen\/","title":{"rendered":"Sean Connor: \u201eVenezuela als Beispiel f\u00fcr eine neue Kriegstaktik mit unermesslichen Folgen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der Angriff der Vereinigten Staaten auf Venezuela und eine ganze Reihe von Drohungen, sowie das Verh\u00e4ngen von Sanktionen und Strafen, wie Blockaden oder Zollerh\u00f6hungen unter anderem gegen Mexiko, Kuba, Kolumbien, Iran, Kanada, Gr\u00f6nland, stellen eine klare Bedrohung des V\u00f6lkerrechts dar und eine R\u00fcckkehr zum Recht des St\u00e4rkeren.<\/p>\n<p>Von Pablo Ruiz*<\/p>\n<p>Andererseits setzt sich die Militarisierung in Europa fort, und es ist jetzt bald vier Jahre her, dass der Krieg in der Ukraine begann, wohingegen die Bem\u00fchungen andauern, diesen Konflikt durch das Entsenden weiterer Waffen und durch die Militarisierung Europas selbst weiter fortzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Zu diesen Themen folgt ein Interview mit Sean Conner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Internationalen Friedensb\u00fcros (International Peace Bureau &#8211; IPB). Herr Conner hat einen Bachelor of Arts (BA) in Interkulturellen und Kritischen Kommunikationswissenschaften der State University of New York in Geneseo sowie einen Master of Arts (MA) in Interkulturellem Konfliktmanagement.<\/p>\n<p>Das IPB ist ein globales Netzwerk von \u00fcber 400 Organisationen aus circa 100 L\u00e4ndern, die sich gegen Krieg und Milit\u00e4rausgaben und f\u00fcr Abr\u00fcstung engagieren. Das IPB ist auch Teil des International Network Against War, Against NATO.<\/p>\n<p><strong>\u2013 Wie stehen Sie dazu, dass Chile Panzer an Deutschland verkauft, die dann eventuell in den Krieg in der Ukraine geschickt werden k\u00f6nnten? Welche Haltung sollten wir zum Krieg einnehmen? Mitwirkung oder Neutralit\u00e4t?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn das stimmt, ist das sehr besorgniserregend. Ebenso besorgniserregend ist das Ausbleiben einer Best\u00e4tigung, die mangelnde Transparenz dar\u00fcber, ob die Panzer tats\u00e4chlich geschickt wurden, und die Geheimhaltung rund um den Deal. Wenn die chilenische Regierung die Panzer in dem Wissen geschickt hat, dass sie in die Ukraine gingen, w\u00fcrde das eine Eskalation des Konflikts bedeuten und die T\u00fcr f\u00fcr eine weitere Beteiligung in der Zukunft \u00f6ffnen. Waffen in eine Kriegszone zu entsenden, tr\u00e4gt eher zu dessen Fortf\u00fchrung als zu einer friedlichen L\u00f6sung bei.<\/p>\n<p>Chile hingegen ist ein Vertragsstaat des Abkommens \u00fcber den Waffenhandel (Arms Trade Treaty \u2013 ATT), das den Verkauf oder Transfer von Waffen in Konfliktgebiete einschr\u00e4nkt. Au\u00dfenminister Alberto van Klaveren bestritt diesbez\u00fcgliche Informationen und erkl\u00e4rte, ein solcher Verkauf w\u00fcrde gegen Waffentransfergesetze versto\u00dfen.<\/p>\n<p>Anstatt Waffen zu entsenden, kommt neutralen L\u00e4nder die wichtige Rolle zu, Verhandlungen um ein Bem\u00fchen f\u00fcr Frieden und das Beenden von Kriegen zu unterst\u00fctzen. Sie sollten nicht Partei ergreifen und bei der Suche nach einer friedlichen L\u00f6sung helfen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich muss jede L\u00f6sung auf dem V\u00f6lkerrecht und dem Respekt f\u00fcr menschliche Sicherheit basieren. Jede Vereinbarung erfordert eine Verpflichtung zwischen den Parteien, und neutrale L\u00e4nder, die keine direkten Interessen haben sollten, sollten ausschlie\u00dflich bereitstehen, um zu vermitteln und eine L\u00f6sung anzustreben.<\/p>\n<p>Wenn L\u00e4nder au\u00dferhalb Europas, insbesondere die im Globalen S\u00fcden, mehr Verantwortung f\u00fcr die F\u00f6rderung und Unterst\u00fctzung der Vermittlungsbem\u00fchungen \u00fcbernehmen w\u00fcrden, k\u00f6nnte ich mir bessere L\u00f6sungen vorstellen als die, die bereits von der Trump-Regierung vorgeschlagen wurden.<\/p>\n<p><strong>\u2013 Wie ist die Meinung des IPB zu dem Angriff auf Venezuela und zur Entf\u00fchrung von Pr\u00e4sident Maduro?<\/strong><\/p>\n<p>Dies sind nach internationalem Recht illegale Handlungen und \u00e4u\u00dferst provokativ f\u00fcr die Sicherheit und den Frieden von ganz Lateinamerika. Das Trump-Regime hat seine imperialistischen Absichten der Pl\u00fcnderung deutlich gemacht: es will Venezuelas Rohstoffe, und dar\u00fcber hinaus strebt es an, jedes Land auf dem Kontinent, das es wagt, seine Souver\u00e4nit\u00e4t und Unabh\u00e4ngigkeit zum Ausdruck zu bringen, mit Gewalt zu kontrollieren. Dies stellt eine Bedrohung f\u00fcr den Weltfrieden und die Sicherheit in der Welt dar.<\/p>\n<p>Der Angriff auf Venezuela stellt auch eine Verschiebung der Kriegstaktik dar mit unermesslichen Folgen. Die Entf\u00fchrung eines Staatsoberhaupts und seiner Frau stellt alles infrage, was wir \u00fcber Staatsbeziehungen, Kriegsrecht und diplomatische Immunit\u00e4t wissen. Es scheint, als w\u00e4re dies der letzte Nagel im Sarg vom V\u00f6lkerrecht und von internationalen Institutionen. Stattdessen treten wir in eine m\u00e4chtebasierte Phase ein.<\/p>\n<p>Viele sagen bereits, dass Trumps Handlungen von anderen Staaten wie China und Russland \u00fcbernommen werden k\u00f6nnten. Nat\u00fcrlich haben wir diese Bef\u00fcrchtungen, aber meiner Meinung nach ist es noch fragw\u00fcrdiger, dass US-Verb\u00fcndete diese Aktionen nicht einmal verurteilen k\u00f6nnen, ohne gleichzeitig auf ihre &#8218;Feinde&#8216; hinzuweisen. Ist es nicht schon schlimm genug, dass ein Verb\u00fcndeter etwas derart Illegales tut?<\/p>\n<p>Der Einsatz neuer Waffentechnologien durch die USA im Angriff auf Venezuela ist ebenfalls sehr besorgniserregend; insbesondere die Verwendung einer neuen Geheimwaffe, des &#8222;<a href=\"https:\/\/defence-network.com\/discombobulator-trump-geheimwaffe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Discombobulators<\/a>&#8222;. Diese neuen Mittel der Kriegsf\u00fchrung schaffen mehr Unsicherheit und Verwirrung. Sie markieren des Weiteren eine neue Stufe der Kriegsf\u00fchrung und Dominanz.<\/p>\n<p>Seit dem Angriff haben wir den anhaltenden Druck der USA auf Venezuela und dessen \u00d6lgesch\u00e4fte gesehen. Alle Gr\u00fcnde, die die USA zuvor zur Rechtfertigung ihres Angriffs auf Venezuela herangezogen hatten, sind verschwunden. Was nicht verschwunden ist, sind die Drohungen gegen jedes Land in der Region, das es wagt, sich gegen Trump zu stellen. Sicher ist, dass ihre imperialistischen, gegen lateinamerikanische L\u00e4nder gerichteten Ma\u00dfnahmen nicht vorbei sind.<\/p>\n<p>Jetzt bedarf es der Solidarit\u00e4t aller V\u00f6lker des Kontinents gegen diesen Krieg, um die Proklamation der CELAC von 2014 dahingehend zu bekr\u00e4ftigen, dass Lateinamerika und die Karibik eine Friedenszone sind, dass Spannungen und Meinungsverschiedenheiten durch Dialog und Diplomatie gel\u00f6st werden, und dass die Pl\u00fcnderung von Rohstoffen sowie von au\u00dfen forcierte Regimewechsel nicht toleriert werden.<\/p>\n<p>In den USA ist es sehr wichtig, die Bewegung gegen die neue Monroe-Doktrin und deren Umsetzung durch Trump zu unterst\u00fctzen und zu st\u00e4rken. Und weltweit m\u00fcssen wir Regierungen dazu dr\u00e4ngen und unter Druck setzen, die Taten der Trump-Regierung zu verurteilen. Nur auf diese Weise k\u00f6nnen wir wenigstens einen Anschein von V\u00f6lkerrecht bewahren.<\/p>\n<p><strong>\u2013 Pr\u00e4sident Trump hat auch Gr\u00f6nland, Kolumbien, Kuba und Mexiko bedroht. Was ist Ihre Meinung dazu? Haben die Vereinigten Staaten das Recht, ihren Willen diesen und anderen Nationen aufzuzwingen?<\/strong><\/p>\n<p>Die USA haben keinerlei Recht, diese L\u00e4nder zu bedrohen, weder auf diesem Kontinent noch in anderen Teilen der Welt, wie sie es in Nigeria, Iran, Somalia und so weiter getan haben. Trump und sein Regime arbeiten nach einer Weltanschauung, in der die USA die st\u00e4rkste milit\u00e4rische Macht sind und daher alles tun und sich alles nehmen k\u00f6nnen, was sie vom Rest der Welt haben wollen.<\/p>\n<p>Die im November 2025 ver\u00f6ffentlichte Nationale Strategie der USA skizziert klar ihre Vision, jedes hierf\u00fcr notwendige Mittel einzusetzen, um ihren Einfluss, insbesondere auf dem amerikanischen Kontinent, auszuweiten.<\/p>\n<p>In der Strategie ist eine sehr klare Verbindung zwischen der Militarisierung der Region und ihren wirtschaftlichen Interessen zu erkennen. Die Angriffe auf Venezuela sind das erste Beispiel daf\u00fcr, und das Trump-Regime wird diese zweifellos daf\u00fcr benutzen, andere bereits bedrohte L\u00e4nder in die Knie zu zwingen.<\/p>\n<p>Innerhalb der Trump-Administration gibt es unterschiedliche Interessen in Bezug auf diese L\u00e4nder. In Gr\u00f6nland zum Beispiel gilt das Interesse seinen Rohstoffen, insbesondere seinem Reichtum an Mineralien, die die Vereinigten Staaten ben\u00f6tigen, um im Wettbewerb mit China mithalten zu k\u00f6nnen, um ihren Militarisierungsprozess aufrechtzuerhalten, und um die amerikanische Oligarchie zu bereichern. Im Fall von Kuba, Mexiko und Kolumbien hingegen geht es um den Widerstand gegen amerikanischen Druck, in Form von Alternativen, von Formen des Widerstands in wirtschaftlicher, geopolitischer und sozialer Hinsicht. Pers\u00f6nlichkeiten wie insbesondere Au\u00dfenminister Marco Rubio haben ideologische Gr\u00fcnde, die auf falschen Erz\u00e4hlungen \u00fcber Kuba beruhen.<\/p>\n<p>Im Grunde sind sie \u00fcberzeugt, dass sie die Hemisph\u00e4re und die Welt durch eine Mischung aus provokativen Handlungen und Drohungen beherrschen k\u00f6nnen, und in diesem Prozess haben sie ganz Amerika dem Risiko von Krieg und physischer, wirtschaftlicher und systematischer Gewalt ausgesetzt. Wir m\u00fcssen dies vollst\u00e4ndig und ohne Vorbehalt ablehnen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig scheint dieses Regime nicht die historische Widerstandsf\u00e4higkeit und Resilienz in Lateinamerika und der Karibik zu verstehen. Ich hoffe, dass die Bev\u00f6lkerung Amerikas die Aus\u00fcbung dieses Drucks nicht erfolgreich sein lassen wird. Doch angesichts der milit\u00e4rischen Macht der Vereinigten Staaten wird es entscheidend sein, dass die internationale Solidarit\u00e4t die Menschen in ihrem Widerstand mit vielf\u00e4ltigen und gewaltfreien Mitteln unterst\u00fctzt. Dazu geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch Widerstand innerhalb der Vereinigten Staaten, der in Reaktion auf Trumps j\u00fcngste Ma\u00dfnahmen bereits existiert und weiter w\u00e4chst.<\/p>\n<p><strong>\u2013 Frankreich ist besorgt \u00fcber Deutschlands Aufr\u00fcstung. Wie sehen Sie das?<\/strong><\/p>\n<p>Derzeit findet in Europa ein Wettbewerb zwischen Frankreich und Deutschland statt, wer die herrschende Milit\u00e4rmacht auf dem Kontinent sein wird. Frankreich erinnert sich an Deutschland in den 1930er und 40er Jahren und ist nat\u00fcrlich besorgt, dass Deutschland wieder dominant wird. Gleichzeitig sieht sich Deutschland jetzt als gel\u00e4utert und auf der richtigen Seite der Geschichte und von Menschenrechten stehend an.<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t sagt uns etwas anderes. Deutschland war neben den USA Israels st\u00e4rkster wirtschaftlicher und milit\u00e4rischer Partner w\u00e4hrend des V\u00f6lkermords im Gazastreifen. Und nicht zu vergessen Frankreichs Geschichte in der Kolonialisierung und die damit einhergehenden Menschenrechtsverletzungen. Beide L\u00e4nder haben ihre Streitkr\u00e4fte in der Vergangenheit und in den letzten Jahrzehnten f\u00fcr Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingesetzt, unter anderem zur Unterst\u00fctzung von NATO-Interventionen in Afghanistan, Irak, Libyen und anderswo.<\/p>\n<p>Einerseits geht es beim Wettbewerb zwischen Deutschland und Frankreich, den st\u00e4rksten wirtschaftlichen Kr\u00e4ften in Europa, um die Herrschaft \u00fcber Europa und \u00fcber seine Au\u00dfenbeziehungen. Aber andererseits ist dies auch eine Vorspiegelung. Beide L\u00e4nder sind tief in den Prozess der milit\u00e4rischen Integration in Europa und die vollst\u00e4ndige Militarisierung der Europ\u00e4ischen Union eingebunden. Alle NATO-Staaten mit Ausnahme Spaniens haben sich bereits verpflichtet, ihre Milit\u00e4rausgaben auf 5 % ihres BIP zu erh\u00f6hen und in die Integration der Milit\u00e4rindustrie der Unionsl\u00e4nder zu investieren.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2025 ver\u00f6ffentlichte die Europ\u00e4ische Kommission ihren Bericht &#8222;Readiness 2030&#8220;, welcher den Weg hin zu mehr Militarisierung skizziert, bei gleichzeitigen K\u00fcrzungen in Sozialprogrammen, bei der internationalen Entwicklungshilfe und mehr.<\/p>\n<p>Sie sagen, dass sie ihre Militarisierung aufgrund der Bedrohung durch Russland infolge der Invasion der Ukraine ausweiten m\u00fcssen, dass sie Menschenrechte und die regelbasierte Ordnung verteidigen wollen, und dass sie keine Kriege wollen. Gleichzeitig sprechen sie sich nicht gegen Trumps Handlungen in Venezuela aus. Das ist ein kompletter Widerspruch. Meiner Meinung nach haben die europ\u00e4ischen L\u00e4nder bereits akzeptiert, dass sich die Weltordnung ge\u00e4ndert hat, und versuchen nun, ihre eigene wirtschaftliche Dominanz durch Militarisierung zu bewahren.<\/p>\n<p>Vergessen wir nicht, dass in Deutschland, in Frankreich und in vielen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern rechtsextreme Parteien weiterhin an Popularit\u00e4t gewinnen. Und wenn diese an Macht gewinnen, k\u00f6nnen wir mit mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr Trump und seine milit\u00e4rischen Interventionen und Drohungen rechnen, sogar mit noch mehr Menschenrechtsverletzungen und der weiteren Zerst\u00f6rung des V\u00f6lkerrechts.<\/p>\n<p><strong>\u2013 In dieser turbulenten Welt setzt sich das IPB weiterhin f\u00fcr den Vorschlag ein, eine &#8222;gemeinsame Sicherheit&#8220; aufzubauen. Warum? Was beinhaltet dieser Vorschlag?<\/strong><\/p>\n<p>In diesen unsicheren und angsterf\u00fcllten Zeiten braucht die Welt Alternativen zu Militarisierung und Krieg. W\u00e4hrend viele Weltpolitiker das zerst\u00f6rerische und unmenschliche Wesen von Krieg scheinbar vergessen haben und bereit sind, V\u00f6lkerrecht und internationale Institutionen aufzugeben, haben wir es nicht vergessen. Sie wollen uns davon \u00fcberzeugen, dass Militarisierung und Abschreckung die einzigen Mittel sind, um Krieg zu vermeiden. Im Gegenteil, die Geschichte lehrt uns, dass wenn wir uns auf Krieg vorbereiten, wir fr\u00fcher oder sp\u00e4ter Krieg auch haben werden.<\/p>\n<p>Deshalb pl\u00e4dieren wir in unserer Arbeit f\u00fcr Alternativen, und zwar solche, die historisch genutzt wurden. &#8222;Gemeinsame Sicherheit&#8220; als Konzept wurde w\u00e4hrend des Kalten Krieges in den 1980er Jahren geschaffen, als die Spannungen zwischen den Atomm\u00e4chten der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion einen unhaltbaren Punkt erreicht hatten.<\/p>\n<p>Der schwedische Ministerpr\u00e4sident Olof Palme rief die F\u00fchrer des Ost- und Westblocks zusammen, um Wege zu finden, die Spannungen f\u00fcr alle zu verringern. Dies f\u00fchrte zum Konzept der &#8222;gemeinsamen Sicherheit&#8220;, und der Schl\u00fcssel zu einem sichereren Gef\u00fchl bestand darin, dies gemeinsam mit dem &#8222;Feind&#8220; aufzubauen. Mit anderen Worten, ein Land oder ein Volk kann seine Sicherheit nicht in Opposition zu einem anderen Land oder einem anderen Volk schaffen. Sie m\u00fcssen sie gemeinsam aufbauen durch Entmilitarisierung, Abr\u00fcstung, Dialog und Diplomatie.<\/p>\n<p>In j\u00fcngerer Vergangenheit haben wir einen neuen Bericht \u00fcber die Relevanz einer &#8222;gemeinsamen Sicherheit&#8220; f\u00fcr das 21. Jahrhundert ver\u00f6ffentlicht. Wir leben nicht mehr im Kalten Krieg, und die Realit\u00e4ten unserer Zeit sind anders. Wir glauben jedoch, dass das Konzept angesichts des aktuellen internationalen Klimas weiterhin wichtig ist, wenn nicht sogar wichtiger als zuvor. Wir m\u00fcssen wieder entdecken, wie wir als V\u00f6lker auf diesem Planeten zusammenleben k\u00f6nnen. Basierend auf unserer Analyse der menschlichen Sicherheit, nicht der Sicherheit von Regierungen, kommen wir zu dem Schluss, dass uns die aktuelle Militarisierung in keinster Weise sicherer gemacht hat; vielmehr hat sie uns alle in gr\u00f6\u00dfere Gefahr gebracht, bis hin zur M\u00f6glichkeit eines Weltkrieges, bei dem nun Atomwaffen, neue KI-basierte Milit\u00e4rtechnologien, und vieles mehr das Leben der ganzen Welt bedrohen.<\/p>\n<p>Die meisten Regierungen auf der Welt verstehen das nicht, und es ist unsere Aufgabe, als Zivilgesellschaft, als Stimmen f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit, auf Alternativen zu dr\u00e4ngen. Es ist ein riesiges Unterfangen, das viel Koordination, viele schwierige Gespr\u00e4che und viel harte Arbeit erfordert. Doch wenn wir unser Verst\u00e4ndnis der wahren Definition von Sicherheit nicht \u00e4ndern, werden wir eine Fortsetzung oder gar Verschlechterung der globalen Situation erleben. Nicht nur Kriege, sondern auch Klimawandel, wirtschaftliche Ungleichgewichte und vieles mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>* Pablo Ruiz, Journalist, geh\u00f6rt der Beobachtungsstelle der Schule der Amerikas in Chile an, einer Organisation, die Militarisierungsfragen \u00fcberwacht. Er ist au\u00dferdem Teil der Zeitschrift El Derecho de Vivir en Paz (Das Recht, in Frieden zu leben).<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Die \u00dcbersetzung aus dem Englischen wurde von Ursula Nollenberger vom ehrenamtlichen Pressenza-\u00dcbersetzungsteam erstellt. <\/em><\/strong><a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/mitarbeiten\/\"><strong><em>Wir suchen Freiwillige!<\/em><\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Angriff der Vereinigten Staaten auf Venezuela und eine ganze Reihe von Drohungen, sowie das Verh\u00e4ngen von Sanktionen und Strafen, wie Blockaden oder Zollerh\u00f6hungen unter anderem gegen Mexiko, Kuba, Kolumbien, Iran, Kanada, Gr\u00f6nland, stellen eine klare Bedrohung des V\u00f6lkerrechts 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