{"id":2667914,"date":"2026-01-16T12:40:34","date_gmt":"2026-01-16T12:40:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=2667914"},"modified":"2026-01-16T12:40:34","modified_gmt":"2026-01-16T12:40:34","slug":"bienensterben-15-000-stoecke-betroffen-glyphosat-im-fokus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2026\/01\/bienensterben-15-000-stoecke-betroffen-glyphosat-im-fokus\/","title":{"rendered":"Bienensterben: 15.000 St\u00f6cke betroffen, Glyphosat im Fokus"},"content":{"rendered":"<p>Im November schlugen Imker*innen wegen eines ungew\u00f6hnlichen Bienensterbens Alarm. Daraufhin wurde eine instituts\u00fcbergreifende Arbeitsgruppe gegr\u00fcndet, bestehend aus Vertreter*innen des Ministeriums f\u00fcr Viehzucht, Landwirtschaft und Fischerei (MGAP), des Clemente Estable Instituts f\u00fcr Biologische Forschung (IIBCE), des Nationalen Instituts f\u00fcr Agrarforschung (INIA), der Universit\u00e4t der Republik (Udelar), der Ehrenkommission f\u00fcr die Entwicklung der Bienenzucht (CHDA) und des Imkereizentrums Los Espinillos. Das Team ver\u00f6ffentlichte eine Mitteilung mit neuen Informationen. So wurde unter anderem die Anzahl der betroffenen Bienenst\u00f6cke aktualisiert: Es handele sich um \u00fcber 15.000 in den Departamentos Canelones, Colonia, Durazno, Flores, Florida, Paysand\u00fa, R\u00edo Negro, San Jos\u00e9 und Soriano. Wie bereits in fr\u00fcheren Mitteilungen beschrieben, bef\u00e4nden sich diese Bienenh\u00e4user s\u00e4mtlich in landwirtschaftlichen Gebieten, in denen Raps, Weizen, Gerste, Mais, Sorghum oder <a class=\"glossaryLink\" tabindex=\"0\" role=\"link\" href=\"https:\/\/www.npla.de\/lexikon\/soja\/\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemBody&gt; Den Gro\u00dfteil der \u00fcber 250 Millionen Tonnen weltweit angebauten Sojas wird aber zu Futtermittel verarbeitet, das in der Massentierhaltung der Fleischproduktion verf\u00fcttert wird. Lateinamerika geh\u00f6rt zu den Hauptanbaugebieten des gr\u00f6\u00dftenteils genmanipulierten Sojas. Der sog. Sojag\u00fcrtel umfasst Teile von Brasilien, Argentinien, Paraguay, Bolivien und Uruguay und erstreckt sich auf etwa 50 Millionen Hektar. Das meiste lateinamerikanische Soja geht nach China, gefolgt von der Europ\u00e4ischen Union. Etwa 90 Prozent der europ\u00e4ischen Soja-Importe sind f\u00fcr die Tierhaltung bestimmt. Laut Berechnungen des Bundes f\u00fcr Umwelt und Naturschutz (BUND) wird allein f\u00fcr die deutsche Tierproduktion in Lateinamerika Soja auf circa 2,8 Millionen Hektar angebaut (in etwa die Fl\u00e4che Brandenburgs). &lt;\/div&gt;\" data-gt-translate-attributes=\"[{&quot;attribute&quot;:&quot;data-cmtooltip&quot;, &quot;format&quot;:&quot;html&quot;}]\" data-wpel-link=\"internal\">Soja<\/a> angebaut wird.<\/p>\n<p>Die Gruppe f\u00fchrte Untersuchungen in den betroffenen Bienenh\u00e4usern durch, nahm Proben von Bienen und weiteren Materialien und sandte diese an nationale Labore der Udelar \u2013 die Fakult\u00e4t f\u00fcr Chemie und das Regionale Universit\u00e4tszentrum der Nordk\u00fcste (Cenur Litoral Norte) \u2013, des IIBCE sowie des MGAP. Dar\u00fcber hinaus f\u00fchrte das INIA \u201eBiotests unter kontrollierten Bedingungen durch, um die Exposition der Bienen gegen\u00fcber bestimmten [Pflanzenschutzmitteln] zu bewerten\u201c, und schickte zw\u00f6lf Proben an ein Labor in Spanien.<\/p>\n<p>Das IIBCE stellte fest, dass die Ergebnisse \u201ees nicht zulassen, das Bienensterben typischen Bienenkrankheiten zuzuschreiben\u201c. In den Biotests, die das INIA durchf\u00fchrte, zeigte sich \u201eunter kontrollierten Bedingungen eine deutliche Bienensterblichkeit im Zusammenhang mit [den Pflanzen\u00adschutz\u00admitteln] Diquat und Paraquat\u201c. Der Text stellt jedoch klar, dass dies \u201ees nicht erlaubt, einen direkten und schl\u00fcssigen Zusammenhang mit dem beobachteten Bienensterben auf dem Feld herzustellen\u201c. In den Laboren des Cenur Litoral Norte, der Fakult\u00e4t f\u00fcr Chemie, der Generaldirektion f\u00fcr Landwirtschaftliche Dienstleistungen (DGSA) sowie in einem weiteren Labor in Spanien wurden 43 Proben aus 36 betroffenen Standorten analysiert.Einer der in dem Schreiben detailliert beschriebenen Punkte ist, dass \u201ein keiner der untersuchten Proben R\u00fcckst\u00e4nde weder von Paraquat noch von Diquat festgestellt wurden\u201c. Bez\u00fcglich der Proben, die an das spanische Labor gesendet wurden, sei jedoch \u201ein elf der zw\u00f6lf eingesandten Proben das Vorhandensein von Glyphosat in unterschiedlichen Konzentrationen best\u00e4tigt worden, jeweils knapp \u00fcber der Nachweisgrenze\u201c. In vier Proben seien au\u00dferdem \u201eandere Wirkstoffe\u201c nachgewiesen worden, deren Namen nicht aufgef\u00fchrt werden. Es gebe eindeutige Beweise, die durch Untersuchungen im eigenen Land und weltweit erbracht wurden, dass Glyphosat \u2013 und sogar einige seiner Ersatzstoffe \u2013 negative Auswirkungen auf Best\u00e4uber habe.<\/p>\n<p>In der Mitteilung wird darauf hingewiesen, dass die DGSA \u201eInformationen zu den Aufzeichnungen \u00fcber Verwendung und Vermarktung von Pflanzenschutzmitteln f\u00fcr das Jahr 2025 vorgelegt hat, ebenso wie Daten zur Produktion der betreffenden Kulturen\u201c. \u201eEs gab keine registrierte Verwendung von Paraquat bei Raps, was die Analysen von exportiertem Raps erg\u00e4nzt, bei denen keine R\u00fcckst\u00e4nde dieses Pflanzenschutzmittels nachgewiesen wurden\u201c, hei\u00dft es weiter im Bericht. Andererseits wird klargestellt, dass \u201edie Zeitspanne zwischen dem beobachteten Bienensterben und der vor Ort erfolgten Probenentnahme\u201c sowie \u201edie Vielfalt der miteinander in Wechselwirkung stehenden Faktoren\u201c \u201eElemente sind, die bei der Interpretation der Ergebnisse unbedingt zu ber\u00fccksichtigen sind und die Notwendigkeit unterstreichen, die laufenden Studien weiter zu vertiefen\u201c.<\/p>\n<p>Was sind die Schlussfolgerungen der instituts\u00fcbergreifenden Arbeitsgruppe? Ihre Antwort: \u201eDie gewonnenen Ergebnisse best\u00e4tigen die Umweltexposition der Bienen gegen\u00fcber verschiedenen Pflanzenschutzmitteln, lassen jedoch im Moment keine direkten kausalen Zusammenh\u00e4nge zwischen einem bestimmten Wirkstoff und den beobachteten F\u00e4llen von Bienensterben erkennen.\u201c Sie weist darauf hin, dass die Situation \u201edie Notwendigkeit verst\u00e4rkt, Forschung, \u00dcberwachung und Beobachtung zu intensivieren\u201c.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang h\u00e4lt das Team mehrere Ma\u00dfnahmen f\u00fcr dringend erforderlich. Die erste ist \u201edie Entwicklung eines Programms zur permanenten \u00dcberwachung der Bienenh\u00e4user in verschiedenen Regionen des Landes, das Probenentnahmen vor Ort und Laboranalysen einschlie\u00dft\u201c. Die zweite besteht in \u201eeiner St\u00e4rkung der F\u00e4higkeit, auf Meldungen von Bienensterben oder Beschwerden zu reagieren\u201c, sowie in der \u201eAnalyse weniger anf\u00e4lliger Materialien wie Wachs, Nektar, Pollen und Erdboden, die eine Optimierung der R\u00fcckstandserkennung erm\u00f6glichen und eine Rekonstruktion der Expositionsszenarien vereinfachen\u201c. Die dritte Ma\u00dfnahme betrifft das \u201espezielle Studium der Wirkstoffe und m\u00f6glicher Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Molek\u00fclen (Insektiziden, Herbiziden, Saatgutbeizmitteln und Bio-Inputs) unter Bedingungen, die f\u00fcr den Feldeinsatz repr\u00e4sentativ sind\u201c. Schlie\u00dflich h\u00e4lt die Gruppe auch die \u201efachkundige Begleitung von Imker*innen mit betroffenen Bienenh\u00e4usern, die Bewertung des Gesundheits- und Produktionszustands der Bienenst\u00f6cke sowie die Zusammenarbeit mit den zust\u00e4ndigen Stellen zur Analyse und Weiterverfolgung der Beschwerden\u201c f\u00fcr relevant.<\/p>\n<p><em>\u00dcbbersetzung: Christa R\u00f6pstorff<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im November schlugen Imker*innen wegen eines ungew\u00f6hnlichen Bienensterbens Alarm. 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