{"id":2648771,"date":"2025-10-30T13:20:40","date_gmt":"2025-10-30T13:20:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=2648771"},"modified":"2025-10-30T13:20:40","modified_gmt":"2025-10-30T13:20:40","slug":"der-hunger-der-welt-die-geopolitik-der-nahrungsmittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2025\/10\/der-hunger-der-welt-die-geopolitik-der-nahrungsmittel\/","title":{"rendered":"Der Hunger der Welt. Die Geopolitik der Nahrungsmittel"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>\u201eHunger ist kein Mangel an Nahrung, sondern zu viel Macht in zu wenigen H\u00e4nden.\u201c<br \/>\n\u201eWer den Weizen kontrolliert, kontrolliert den Frieden. Wer den Hunger kontrolliert, kontrolliert die Welt.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Nahrung ist die \u00e4lteste strategische Ressource der Menschheit \u2013 und zugleich die wichtigste f\u00fcr die Zukunft. Keine Gesellschaft \u00fcberlebt ohne Brot, Reis, Mais oder Wasser. Und doch sterben im 21. Jahrhundert, in einer Zeit, in der Wissenschaft und Technologie theoretisch genug Nahrung f\u00fcr alle bereitstellen k\u00f6nnten, Millionen von Menschen an Hunger oder leben in st\u00e4ndiger Ern\u00e4hrungsunsicherheit. Das Paradox ist brutal: Noch nie hat die Menschheit so viel produziert, noch nie so viel verschwendet \u2013 und noch nie sind so viele Menschen hungrig geblieben.<\/p>\n<p>Hunger ist nicht das Ergebnis von Knappheit. Er ist das Resultat von Konzentration und Kontrolle. Der Planet produziert mehr Getreide als er braucht, doch die Verteilung wird von Konzernen und Regierungen gelenkt, die Lebensmittel zu einer politischen und wirtschaftlichen Waffe machen. Auf den Weltm\u00e4rkten ist Getreide nicht nur Nahrung, sondern Macht. In den richtigen H\u00e4nden ern\u00e4hrt es. In den falschen H\u00e4nden l\u00e4sst es hungern.<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfm\u00e4chte wissen das genau. Weizen, Mais, Soja und Reis sind zu Druckmitteln in Kriegen, bei Sanktionen und Handelsgespr\u00e4chen geworden. Eine Hafenblockade, eine an der B\u00f6rse hochgejubelte D\u00fcrre, ein ausgesetzter Exportvertrag \u2013 Millionen Menschen sind M\u00e4chten ausgeliefert, die sie nicht beeinflussen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngere Geschichte liefert den Beweis:<\/p>\n<ul>\n<li>In der\u00a0Ukraine\u00a0wurde der Weizen zum globalen Faustpfand im Krieg.<\/li>\n<li>In\u00a0Afrika\u00a0zieht jede Preisschwankung die Schlinge der Importabh\u00e4ngigkeit enger zu.<\/li>\n<li>Und in Gaza sind Nahrungs- und Wasserblockaden zu einer Waffe geworden, die die zwischen Mauern und Luftangriffen gefangene Zivilbev\u00f6lkerung bestraft.<\/li>\n<li>Dort ist Hunger keine Folge des Krieges. Er ist Teil eines Plans.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nahrung ist l\u00e4ngst nicht mehr nur Nahrung. Sie ist W\u00e4hrung, Erpressung und Waffe zugleich. Weizen ist wertvoller als Kugeln \u2013 weil er lautlos t\u00f6ten kann.<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Die globale Landkarte der Produktion<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Erde produziert genug Getreide, um alle Menschen zu ern\u00e4hren \u2013 und es gibt immer noch \u00dcbersch\u00fcsse. Laut FAO (Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nation) erreichte die weltweite Getreideproduktion im Jahr 2023 einen Rekordwert von 2,819 Milliarden Tonnen \u2013 darunter Weizen, Mais, Reis und Gerste. Hinter diesen Tonnen steht jedoch die geballte Macht einiger weniger Staaten, die die Vorratskammern der Welt kontrollieren.<\/p>\n<p>Die Gigant:innen hei\u00dfen\u00a0USA, Brasilien, China, Indien und Russland. Gemeinsam erzeugen sie mehr als die H\u00e4lfte der globalen Getreideproduktion.<\/p>\n<ul>\n<li>Die\u00a0Vereinigten Staaten\u00a0f\u00fchren bei Mais und Soja.<\/li>\n<li>Brasilien\u00a0folgt dicht dahinter und ist inzwischen der gr\u00f6\u00dfte Agrarexporteur der Welt.<\/li>\n<li>China\u00a0und\u00a0Indien\u00a0produzieren in gewaltigen Mengen, verbrauchen jedoch fast alles selbst.<\/li>\n<li>Russland\u00a0ist zu einem zentralen Weizenlieferanten f\u00fcr Afrika und den Nahen Osten geworden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Lateinamerika\u00a0erscheint als die Kornkammer der Welt.<\/p>\n<ul>\n<li>Brasilien\u00a0und\u00a0Argentinien\u00a0dominieren bei Soja und Mais.<\/li>\n<li>Paraguay\u00a0und\u00a0Uruguay\u00a0folgen auf dem gleichen Kurs.<\/li>\n<li>Mexiko, die Wiege des Mais, ist paradoxerweise abh\u00e4ngig von US-amerikanischen Importen.<\/li>\n<li>Chile\u00a0und\u00a0Peru\u00a0exportieren Obst und Gem\u00fcse \u2013 w\u00e4hrend bei weiten Teilen der Bev\u00f6lkerung Ern\u00e4hrungsunsicherheit herrscht.<\/li>\n<li>Afrika\u00a0dagegen bleibt Nettoimporteur: \u00dcber 50 % der konsumierten Getreidemengen stammen aus dem Ausland.<\/li>\n<li>L\u00e4nder wie\u00a0\u00c4gypten\u00a0oder\u00a0Nigeria\u00a0sind stark von russischem und ukrainischem Weizen abh\u00e4ngig \u2013 und damit blockade- und sanktionsanf\u00e4llig.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Paradox ist obsz\u00f6n: Die landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4che der Erde umfasst mehr als\u00a04,8 Milliarden Hektar\u00a0\u2013 \u00fcber ein Drittel der Erdoberfl\u00e4che. Trotzdem, so sch\u00e4tzt die FAO, leiden\u00a0735 Millionen Menschen\u00a0an chronischem Hunger. Das Problem ist nicht die Produktion, sondern die Kontrolle. Und wer das Korn kontrolliert, kontrolliert das Schicksal von Millionen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Die Macht der Konzerne<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Hunger l\u00e4sst sich nicht allein durch das Handeln von Regierungen erkl\u00e4ren. Er ist vor allem das Ergebnis einer globalisierten Nahrungsindustrie, die von Konzernen gelenkt wird, f\u00fcr die Getreide kein Grundnahrungsmittel, sondern ein Spekulationsobjekt ist. Im Zentrum dieses Systems stehen vier Namen \u2013 bekannt als die \u201eABCD\u201c des Welthandels:\u00a0Archer Daniels Midland (ADM),\u00a0Bunge,\u00a0Cargill\u00a0und\u00a0Louis Dreyfus. Diese vier Agrarmultis kontrollieren \u00fcber\u00a070 Prozent des weltweiten Getreidehandels und beeinflussen damit Preise, Routen und Verf\u00fcgbarkeit, was bedeutet: Sie s\u00e4en nicht, um zu ern\u00e4hren. Sie s\u00e4en, um zu spekulieren.<\/p>\n<ul>\n<li>Cargill\u00a0erzielte 2023 einen Umsatz von\u00a0177 Milliarden US-Dollar\u00a0\u2013 mehr als das Bruttoinlandsprodukt ganzer Staaten.<\/li>\n<li>ADM\u00a0verbuchte im selben Jahr rund\u00a0101 Milliarden US-Dollar Umsatz. Bunge, urspr\u00fcnglich niederl\u00e4ndisch, inzwischen in den USA ans\u00e4ssig, fusionierte 2023 mit\u00a0Viterra\u00a0und wurde damit zum gr\u00f6\u00dften Agrarexporteur des Planeten.<\/li>\n<li>Louis Dreyfus, mit Sitz in Genf, komplettiert das Kartell \u2013 mit Gesch\u00e4ften, die weit \u00fcber Getreide hinausgehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber ABCD sind nicht mehr nur Getreideunternehmen. Ihr Einfluss erstreckt sich auf gentechnisch ver\u00e4ndertes Saatgut, D\u00fcngemittel, Transport, Versicherungen \u2013 sogar Finanzen. Sie besitzen Silos, Schiffe, H\u00e4fen und Banken. Sie k\u00f6nnen die Weltmarktpreise mit einer einzigen Exportentscheidung oder einer Wette auf dem Chicagoer Terminmarkt beeinflussen.<\/p>\n<p>Der Kontrast k\u00f6nnte sch\u00e4rfer kaum sein: W\u00e4hrend Millionen Kleinb\u00e4uerinnen und Kleinbauern ihre Ernte nicht zu fairen Preisen verkaufen k\u00f6nnen, erzielen die Agrargigant:innen\u00a0Rekordgewinne \u2013 selbst in Krisenzeiten. Als 2022 durch den Krieg in der Ukraine die Preise f\u00fcr Weizen und Mais explodierten, vervielfachten ABCD ihre Profite. Der Hunger in Afrika und im Nahen Osten war der Preis f\u00fcr ihre gr\u00fcnen Bilanzen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis ist ein stilles Monopol: Vier Konzerne entscheiden, was wo und zu welchem \u200b\u200bPreis gegessen wird. Die Kontrolle \u00fcber Lebensmittel liegt in wenigen H\u00e4nden \u2013 und diese Kontrolle ist t\u00f6dlicher als jede Waffe.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Die Vereinigten Staaten \u2013 das bewaffnete Kornhaus der Welt<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Vereinigten Staaten sind nicht nur die st\u00e4rkste Milit\u00e4rmacht \u2013 sie sind auch die f\u00fchrende Agrarmacht. Mit mehr als 400 Millionen Tonnen Getreide im Jahr 2023 dominieren sie die Produktion von Mais und Soja und z\u00e4hlen zu den gr\u00f6\u00dften Weizenexportnationen der Erde. Ihre Felder sind in gleicher Weise von strategischer Bedeutung wie ihre Flugzeugtr\u00e4ger. Jede Tonne Getreide, die Iowa oder Kansas verl\u00e4sst, st\u00e4rkt den amerikanischen Einfluss auf M\u00e4rkten, von denen das \u00dcberleben von Millionen Menschen abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Diese Agrarmacht ist alles andere als neutral. Sie st\u00fctzt sich auf ein gewaltiges\u00a0Subventionssystem von \u00fcber 30 Milliarden US-Dollar j\u00e4hrlich, das es amerikanischen Produzent:innen erm\u00f6glicht, Ernten\u00a0billiger\u00a0auf den Weltmarkt zu bringen als die lokalen Anbieter:innen vieler L\u00e4nder. Unz\u00e4hlige L\u00e4nder Lateinamerikas und Afrikas haben erlebt, wie deren Subsistenzlandwirtschaft durch subventionierten Mais und Weizen aus dem Norden ruiniert wurde. Was als sogenannte Nahrungsmittelhilfe ausgegeben wird, dient oft als\u00a0verdecktes Dumping: US-Getreide, zu Schleuderpreisen geliefert, \u00fcberschwemmt lokale M\u00e4rkte und verdr\u00e4ngt die einheimische Produktion.<\/p>\n<p>Gleichzeitig betreiben die Vereinigten Staaten eine ausgefeilte\u00a0Hunger-Diplomatie. \u00dcber das\u00a0Weltern\u00e4hrungsprogramm (WFP) und \u00fcber Handelsabkommen nutzen sie Agrar\u00fcbersch\u00fcsse, um M\u00e4rkte zu \u00f6ffnen und sich politische Gefolgschaft zu sichern. Mais und Soja werden nur unter Auflagen exportiert \u2013 wer Getreide bekommt, erh\u00e4lt gleichzeitig Druck.<\/p>\n<p>Das Paradox ist offensichtlich: Amerika baut Getreide an, um die Welt zu ern\u00e4hren \u2013 und nutzt es zugleich als Machtinstrument. Seine Felder produzieren nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch Abh\u00e4ngigkeiten. Und diese Abh\u00e4ngigkeit ist eine ebenso wirksame Waffe wie jedes andere Waffenarsenal.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong> Hunger als Waffe der Macht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Hunger ist kein Zufall. Hunger ist ein Werkzeug. Regierungen und Konzerne wissen, dass die Kontrolle \u00fcber Nahrung zugleich die Kontrolle \u00fcber ganze Bev\u00f6lkerungen bedeutet. Von der mittelalterlichen Belagerung bis hin zur modernen Wirtschaftsblockade waren Nahrungsmittel immer die leiseste, aber effektivste Waffe. Heute, in einer global vernetzten Welt, ist dieser Mechanismus raffinierter \u2013 und genauso t\u00f6dlich.<\/p>\n<ul>\n<li>Der Krieg in der\u00a0Ukraine\u00a0hat das in seiner brutalsten Form gezeigt.<\/li>\n<li>Blockaden der Schwarzmeerh\u00e4fen\u00a0lie\u00dfen 2022 den Weizenpreis um \u00fcber 40 Prozent steigen \u2013 mit verheerenden Folgen f\u00fcr L\u00e4nder in\u00a0Afrika\u00a0und im\u00a0Nahen Osten, die auf ukrainisches und russisches Getreide angewiesen sind.<\/li>\n<li>\u00c4gypten, der gr\u00f6\u00dfte Weizenimporteur der Welt, sah die Ern\u00e4hrungssicherheit von \u00fcber 100 Millionen Menschen durch einen Krieg bedroht, der nicht der seine war.<\/li>\n<li>Am\u00a0Horn von Afrika\u00a0versch\u00e4rften D\u00fcrre, Preisexplosionen und Lieferausf\u00e4lle laut WFP die Lage von \u00fcber 40 Millionen Menschen, die unter akuter Ern\u00e4hrungsunsicherheit leiden.<\/li>\n<li>Gaza ist der brutalste Beweis: Systematische Blockaden von Nahrungsmitteln und Wasser sind zu einer Kriegsmethode geworden, die eine eingeschlossene Zivilbev\u00f6lkerung bestraft. Familien m\u00fcssen mit Mindestrationen auskommen, Kinder leiden an Unterern\u00e4hrung, den Krankenh\u00e4usern fehlt es an der Grundversorgung, w\u00e4hrend Hilfskonvois aufgehalten oder bombardiert werden. Das ist keine spontane humanit\u00e4re Katastrophe. Es ist vors\u00e4tzlicher erzeugter Hunger, der als Mittel der Kontrolle und kollektiven Strafe eingesetzt wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Doch Hunger wird auch durch\u00a0Sanktionen erzeugt. Exportverbote f\u00fcr D\u00fcngemittel aus Russland oder Belarus erh\u00f6hen die Produktionskosten und er zwingen geringeren Ernten \u00a0in \u00e4rmeren L\u00e4ndern. In\u00a0Lateinamerika\u00a0wiederum haben Freihandelsabkommen viele Staaten in strukturelle Abh\u00e4ngigkeit von subventionierten Getreideimporten getrieben \u2013 und deren\u00a0Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t\u00a0untergraben.<\/p>\n<p>Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Laut der FAO litten\u00a0735 Millionen Menschen\u00a0im Jahr 2023 an chronischem Hunger \u2013 in einer Zeit, in der die weltweite Getreideproduktion einen historischen H\u00f6chststand erreichte.<\/p>\n<p>Hunger ist also kein Mangel an Brot. Er ist ein \u00dcberma\u00df an Macht.<br \/>\nUnd wer \u00fcber das Getreide herrscht, entscheidet \u00fcber Leben und Tod.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong> Die Geopolitik des Getreides<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ackerland ist zur neuen strategischen Beute geworden. China\u00a0\u2013 mit seinen 1,4 Milliarden Menschen, aber nur rund 7 Prozent der globalen Ackerfl\u00e4che \u2013 sucht seine Ern\u00e4hrungssicherheit l\u00e4ngst\u00a0jenseits der eigenen Grenzen. Chinesische Unternehmen haben inzwischen \u00fcber\u00a0sechs Millionen Hektar\u00a0Land in\u00a0Afrika\u00a0und\u00a0Lateinamerika\u00a0gekauft oder langfristig gepachtet, insbesondere in\u00a0Sambia,\u00a0Mosambik,\u00a0Brasilien\u00a0und\u00a0Argentinien. Diese Investitionen sind alles andere als harmlos: Sie sind langfristige Liefervertr\u00e4ge, die Soja, Mais und Reis direkt nach Peking leiten \u2013 als Absicherung f\u00fcr zuk\u00fcnftige Krisen.<\/p>\n<p>Doch geht es nicht nur um China. Auch\u00a0Finanzgigant:innen wie BlackRock oder Vanguard\u00a0sind zu stillen Gro\u00dfgrundbesitzer:innen geworden. Landraub ist ein globales Ph\u00e4nomen: In den letzten zwanzig Jahren wechselten \u00fcber\u00a030 Millionen Hektar\u00a0Ackerland den Besitzer \u2013 h\u00e4ufig durch die Vertreibung lokaler Gemeinschaften. Die b\u00e4uerliche Wirtschaft von Gestern ist heute zu einer Zeile in einem Anlageportfolio geworden.<\/p>\n<p>Die Kehrseite dieser Geopolitik: D\u00fcngemittel\u00a0\u2013 ohne sie sind keine hohen Ertr\u00e4ge m\u00f6glich.<\/p>\n<ul>\n<li>Russland\u00a0z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften Produzent:innen von Stickstoff- und Kalid\u00fcnger.<\/li>\n<li>Marokko\u00a0kontrolliert \u00fcber\u00a070 Prozent der weltweiten Phosphatreserven.<\/li>\n<li>Kriege und Sanktionen lie\u00dfen die Preise 2022 um mehr als\u00a0150 Prozent\u00a0steigen, was die Agrarkosten in die H\u00f6he trieb und arme L\u00e4nder am h\u00e4rtesten traf.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der weltweite Agrarhandel \u00fcbersteigt inzwischen einen Wert von \u00fcber\u00a02 Billionen US-Dollar pro Jahr\u00a0\u2013 doch die Verteilung ist ungerecht. Getreide und Land liegen in den H\u00e4nden weniger M\u00e4chte und Finanzfonds, w\u00e4hrend hunderte Millionen Menschen auf Importe angewesen sind, die in jeder Krise gek\u00fcrzt werden k\u00f6nnen. Nahrung wird heute nicht einfach produziert \u2013 sie wird\u00a0geopolitisch gesteuert. Und wer\u00a0Saatgut, Land und D\u00fcnger\u00a0kontrolliert, kontrolliert das Spielfeld.<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><strong> Lateinamerika \u2013 Kornkammer und Labor zugleich<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Lateinamerika ern\u00e4hrt die Welt und kann dennoch die eigene Bev\u00f6lkerung nicht ern\u00e4hren.<\/p>\n<ul>\n<li>Brasilien und Argentinien sind das Herzst\u00fcck der globalen Agrarindustrie.<\/li>\n<li>2023 exportierte Brasilien 154 Millionen Tonnen Soja und 50 Millionen Tonnen Mais und etablierte sich damit als gr\u00f6\u00dfter Agrarlieferant.<\/li>\n<li>Argentinien bleibt trotz seiner Krise mit Agrarexporten im Wert von \u00fcber 40 Milliarden US-Dollar ein wichtiger Lieferant von Soja, Mais und Weizen.<\/li>\n<li>Beide L\u00e4nder fungieren als Kornkammern der Welt \u2013 w\u00e4hrend Millionen ihrer B\u00fcrger:innen von Ern\u00e4hrungsunsicherheit betroffen sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mexiko erlebt ein anderes Paradoxon: Als Wiege des Mais ist es dennoch von US-Importen abh\u00e4ngig. Das\u00a0<a href=\"https:\/\/www.google.com\/search?client=safari&amp;rls=en&amp;q=Nordamerikanische+Freihandelsabkommen&amp;ie=UTF-8&amp;oe=UTF-8&amp;ved=2ahUKEwjPubD4usaQAxVH2QIHHbJjOgEQgK4QegYIAAgAEAQ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nordamerikanische Freihandelsabkommen<\/a> NAFTA und sp\u00e4ter USMCA (United States-Mexico-Canada-Agreement) haben die strukturelle Abh\u00e4ngigkeit des Landes versch\u00e4rft. \u00dcber 40 % des mexikanischen Maisverbrauchs wird importiert \u2013 und das gr\u00f6\u00dftenteils von Washington subventioniert. Die Folge: Tausende mexikanische Kleinb\u00e4uer:innen gehen bankrott und die Abh\u00e4ngigkeiten in der Nahrungsmittelversorgung verst\u00e4rken sich.<\/p>\n<p>Chile und Peru gl\u00e4nzen als Vorzeigemodelle im Obst- und Gem\u00fcseexport:<\/p>\n<ul>\n<li>Ihre Trauben, Blaubeeren, Avocados und Spargel f\u00fcllen europ\u00e4ische und asiatische Superm\u00e4rkte.<\/li>\n<li>Doch der Exportboom geht einher mit einer harten Realit\u00e4t: Laut FAO sind in Chile 2,2 Millionen Menschen von mittelschwerer oder schwerer Ern\u00e4hrungsunsicherheit betroffen.<\/li>\n<li>In Peru sind es \u00fcber 15 Millionen.<\/li>\n<li>Wasser und Land werden zunehmend f\u00fcr den Export genutzt, w\u00e4hrend die arme Bev\u00f6lkerung steigenden Preisen f\u00fcr Brot, Reis und Milch ausgesetzt ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Lateinamerika ist Labor und Kornkammer zugleich: Es exportiert \u00dcberfluss und importiert Hunger. Seine Felder versorgen weit entfernte M\u00e4rkte, w\u00e4hrend seine Bev\u00f6lkerung mit unberechenbarer Politik, geringen Subventionen sowie der Macht von Konzernen konfrontiert ist, die dar\u00fcber entscheiden, was angebaut wird und f\u00fcr wen.<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li><strong> Afrika \u2013 Abh\u00e4ngigkeit und Verwundbarkeit<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Afrika ist der verwundbarste Kontinent auf der globalen Nahrungsmittelkarte. Es produziert zwar Nahrungsmittel, aber nicht genug &#8211; und als Kontinent ist Afrika strukturell importabh\u00e4ngig. \u00dcber 50 % des verzehrten Getreides stammen aus dem Ausland, was die L\u00e4nder in Geiselhaft von Preisen und Seetransportwegen bringt, die sie selbst nicht kontrollieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<ul>\n<li>Das deutlichste Beispiel ist \u00c4gypten, der weltweit gr\u00f6\u00dfte Weizenimporteur.<\/li>\n<li>J\u00e4hrlich kauft das Land 10\u201312 Millionen Tonnen, haupts\u00e4chlich aus Russland und der Ukraine.<\/li>\n<li>Der Schwarzmeerkrieg lie\u00df die Brotpreise in die H\u00f6he schnellen und zwang den Staat zu Milliardensubventionen, um Unruhen zu verhindern.<\/li>\n<li>Nigeria, Afrikas gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft, importiert immer noch mehr als die H\u00e4lfte seines Weizenverbrauchs.<\/li>\n<li>Niger, eines der \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt, ist auf Reis- und Weizenimporte angewiesen, deren Preise durch Zwischenh\u00e4ndler:innen und Z\u00f6lle in die H\u00f6he getrieben werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Verletzlichkeit des Kontinents hat Auswirkungen bei den Menschen: Laut FAO und WFP leben \u00fcber 280 Millionen Afrikaner:innen in schwerer Ern\u00e4hrungsunsicherheit \u2013 fast ein Viertel des Kontinents. Im S\u00fcdsudan, Somalia oder der Zentralafrikanischen Republik f\u00fchrt Hunger gekoppelt mit Konflikten zu chronischen Krisen.<\/p>\n<p>Staatliche Subventionen k\u00f6nnen diesem Sturm kaum standhalten:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00c4gypten gibt j\u00e4hrlich \u00fcber 5 Milliarden US-Dollar f\u00fcr Brotsubventionen aus.<\/li>\n<li>Nigeria bringt Milliarden f\u00fcr Weizenimporte auf, w\u00e4hrend die lokale Landwirtschaft verk\u00fcmmert.<\/li>\n<li>Das Ergebnis ist ein Kontinent, der in der Falle sitzt: ohne Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t, abh\u00e4ngig von ausl\u00e4ndischem Getreide und mit Millionen gef\u00e4hrdeter Menschen, wenn f\u00fcr ein paar Wochen eine Blockade oder D\u00fcrre eintritt.<\/li>\n<\/ul>\n<ol start=\"8\">\n<li><strong> Bis 2050: 9,7 Milliarden M\u00fcnder<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Planet ger\u00e4t in Bedr\u00e4ngnis: Laut UN werden bis 2050 auf der Erde 9,7 Milliarden Menschen leben \u2013 fast 2 Milliarden mehr als heute, vor allem in Afrika und Asien. Der Nahrungsbedarf wird um rund 50 % steigen. Das bedeutet: entweder muss die Effizienz verdoppelt oder es m\u00fcssen Ackerfl\u00e4chen auf Kosten von W\u00e4ldern und Dschungeln ausgeweitet werden. Die Herausforderung besteht nicht nur darin, mehr zu produzieren. Sie besteht auch darin, dies auf einem vom Klimawandel betroffenen Planeten zu tun.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen sind bereits sp\u00fcrbar: lange D\u00fcrren in der Sahelzone, verheerende \u00dcberschwemmungen in Pakistan, Hitzewellen in Europa und Nordamerika, all das f\u00fchrt zur Vernichtung von Ernten. Der Weltklimarat (IPCC) warnt: Jedes zus\u00e4tzliche Grad Erw\u00e4rmung kann die Ertr\u00e4ge von Grundnahrungsmitteln wie Weizen, Mais und Reis um bis zu 10 % verringern. J\u00e4hrlich verlieren wir derzeit 24 Milliarden Tonnen fruchtbaren Boden durch W\u00fcstenbildung.<\/p>\n<p>Die Ackerfl\u00e4che pro Kopf sinkt rapide \u2013 1960 lag sie noch bei 0,5 Hektar pro Person, heute unter 0,2 und bis 2050 wird sie auf 0,15 Hektar sinken. Der Druck auf Land wird unertr\u00e4glich werden. Hinzu kommt der Kampf ums Wasser: 70 % der menschlichen Wassernutzung entfallen auf die Landwirtschaft, und Wasserknappheit k\u00f6nnte in den kommenden Jahrzehnten Hunderte Millionen Menschen zur Flucht zwingen.<\/p>\n<p>Technologiemangel ist nicht das Problem in der Zukunft \u2013 es geht vielmehr um Souver\u00e4nit\u00e4t und Gerechtigkeit. Produzieren k\u00f6nnen wir. Die Frage ist jedoch: Wer entscheidet, was angebaut wird, f\u00fcr wen und zu welchem Preis. Angesichts von zuk\u00fcnftig fast zehn Milliarden Menschen kann Hunger zum wichtigsten Kontrollinstrument werden \u2013 oder zur Chance f\u00fcr einen neuen globalen Gesellschaftsvertrag.<\/p>\n<ol start=\"9\">\n<li><strong> Harte Zahlen zu Welthunger und Produktion im Jahr 2050<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Welt des Jahres 2050 steht in Ern\u00e4hrungsfragen an einem Scheideweg: Rund 9,8 Milliarden Menschen m\u00fcssen ern\u00e4hrt werden, w\u00e4hrend Ackerland schrumpft und Wasser zunehmend privatisiert wird. Die Zahlen sind keine Metapher, sondern der Puls der Zeit. Laut FAO litten 2024 bereits 735 Millionen Menschen an chronischem Hunger. Die Weltbank sch\u00e4tzt, dass der Nahrungsmittelbedarf zwischen 2025 und 2050 um 50 % steigen wird, die Produktion jedoch ohne technologische Revolutionen nur um 25 % steigen kann. Asien ist dann f\u00fchrend in der Produktion, doch Afrika k\u00f6nnte die Kornkammer der Zukunft werden \u2013 sofern es Infrastrukturdefizite und Klimaschocks \u00fcberwindet.<\/p>\n<p>F\u00fcr 2050 besagen die Prognosen:<\/p>\n<ul>\n<li>Afrika\u00a0wird nur etwa 60 % seiner Binnennachfrage decken k\u00f6nnen und den Rest importieren m\u00fcssen.<\/li>\n<li>Asien\u00a0wird einen Netto\u00fcberschuss an Reis, Weizen und Gem\u00fcse erzielen.<\/li>\n<li>Lateinamerika\u00a0wird bei Soja, Fleisch und Zucker f\u00fchrend sein \u2013 das jedoch bei starkem Druck auf die W\u00e4lder.<\/li>\n<li>Ozeanien und der Pazifik\u00a0werden im Vergleich zum asiatisch-pazifischen Raum nur marginale Exporteur:innen sein.<\/li>\n<li>Europa wird aufgrund von Energiekosten und Klimapolitik seine Nettogetreideproduktion reduzieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die harten Zahlen (FAO, Weltbank, OECD 2024\u20132025):<\/p>\n<ul>\n<li>AFRIKA:\u00a0Prognostizierter Bedarf \u2248 1.200 Mt, | Produktion \u2248 720 Mt | Defizit \u2248 480 Mt | Deckung \u2248 60 %<br \/>\n\u2022 Nigeria \u2192 Bedarf 150 Mt | Produktion 85 Mt | Defizit 65 Mt | Deckung 57 %<br \/>\n\u2022 \u00c4thiopien \u2192 Bedarf 90 Mt | Produktion 55 Mt | Defizit 35 Mt | Deckung 61 %<\/li>\n<li>ASIEN:\u00a0Bedarf \u2248 3.500 Mt | Produktion \u2248 3.950 Mt | \u00dcberschuss \u2248 450 Mt | Deckung 113 %<br \/>\n\u2022 Indien \u2192 Bedarf 700 Mt | Produktion 780 Mt | \u00dcberschuss 80 Mt | Deckung 112 %<br \/>\n\u2022 China \u2192 Bedarf 1.100 Mt | Produktion 1.250 Mt | \u00dcberschuss 150 Mt | Deckung 114 %<\/li>\n<li>LATEINAMERIKA: Bedarf \u2248 1.000 Mt | Produktion \u2248 1.100 Mt | \u00dcberschuss \u2248 100 Mt | Deckung 110 %<br \/>\n\u2022 Brasilien \u2192 Bedarf 250 Mt | Produktion 300 Mt | \u00dcberschuss 50 Mt | Deckung 120 %<br \/>\n\u2022 Argentinien \u2192 Bedarf 80 Mt | Produktion 100 Mt | \u00dcberschuss 20 Mt | Deckung 125 %<\/li>\n<li>EUROPA: Bedarf\u2248 600 Mt | Produktion \u2248 550 Mt | Defizit \u2248 50 Mt | Deckung 92 %<br \/>\n\u2022 Russland \u2192 Bedarf 120 Mt | Produktion 140 Mt | \u00dcberschuss 20 Mt | Deckung 117 %<\/li>\n<li>OZEANIEN + PAZIFIK:\u00a0Bedarf \u2248 150 Mt | Produktion \u2248 160 Mt | \u00dcberschuss \u2248 10 Mt | Deckung 107 %<br \/>\n\u2022 Australien \u2192 Bedarf 40 Mt | Produktion 45 Mt | \u00dcberschuss 5 Mt | Deckung 112 %<\/li>\n<li>WELT GESAMT: Bedarf \u2248 6.450 Mt | Produktion \u2248 6.580 Mt | \u00dcberschuss \u2248 130 Mt | Deckung \u2248 102 %<\/li>\n<\/ul>\n<ol start=\"10\">\n<li><strong> Das Spielbrett von Hunger und Macht <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die globalen Zahlen l\u00fcgen nicht \u2013 sie entlarven: Bis 2050 wird der Nahrungsmittelbedarf 12 Billionen US-Dollar pro Jahr \u00fcbersteigen und das auf einem globalen Markt, der heute bereits 6,8 Billionen US-Dollar (2024) bewegt. Es geht dabei nicht nur um Hunger \u2013 es geht um Gesch\u00e4ft. Die Krise entsteht nicht durch D\u00fcrre, sie entsteht durch Profit. Getreide wird in Chicago gehandelt, nicht auf den Feldern der Sahelzone.<\/p>\n<ul>\n<li>Afrika\u00a0wird zum Epizentrum des Defizits: Die landwirtschaftliche Gesamtproduktion (gesch\u00e4tzter Wert: 1 Billion US-Dollar bis 2050) deckt nur 60 % der internen Nachfrage, die auf 1,7 Billionen US-Dollar gesch\u00e4tzt wird. Der Kontinent wird j\u00e4hrlich \u00fcber 300 Milliarden US-Dollar f\u00fcr Importe ausgeben, w\u00e4hrend die Bev\u00f6lkerung die Marke von zwei Milliarden \u00fcberschreitet. Die Sahelzone k\u00f6nnte bis zu 20 % ihres Ackerlandes durch W\u00fcstenbildung verlieren. L\u00e4nder wie Nigeria werden j\u00e4hrlich 45 Milliarden US-Dollar f\u00fcr Grundnahrungsmittelimporte aufwenden. Dieser Kontinent, der einst Kolonialreiche ern\u00e4hrte, wird nahrungsm\u00e4\u00dfig von eben diesen Reichen abh\u00e4ngig sein.<\/li>\n<li>Asien\u00a0wird die Versorgung dominieren: Die landwirtschaftliche Produktion \u00fcbersteigt 4,5 Billionen US-Dollar, wobei China und Indien 60 % davon erwirtschaften werden. Der innerasiatische Handel erreicht 1 Billion US-Dollar. \u00dcbersch\u00fcsse bei Reis, Weizen und Gem\u00fcse machen die Region zur digitalen Kornkammer des Planeten. Investitionen in Pr\u00e4zisionslandwirtschaft und Biotechnologie werden j\u00e4hrlich \u00fcber 250 Milliarden US-Dollar betragen. Bis 2050 werden Peking und Neu-Delhi mehr Einfluss auf Brotpreise haben als jede westliche Hauptstadt.<\/li>\n<li>Lateinamerika wird seine Rolle als strategischer Exporteur beibehalten: Der landwirtschaftliche Gesamtwert steigt von 800 Milliarden US-Dollar (2024) auf \u00fcber 1,5 Billionen US-Dollar bis 2050 \u2013 angetrieben durch die Produktion von Soja, Fleisch, Zucker und Biokraftstoffe. Brasilien wird ein Volumen von 450 Milliarden US-Dollar erreichen, Argentinien 180 Milliarden, Mexiko 200 Milliarden. Doch 70 % des Handels werden weiterhin von den vier Agrarmultis \u2013 Cargill, ADM, Bunge und Louis Dreyfus \u2013 kontrolliert, deren Gesamtvolumen 600 Milliarden US-Dollar j\u00e4hrlich \u00fcberschreiten wird. Lateinamerika produziert Nahrung f\u00fcr 1,2 Milliarden Menschen, doch jede vierte Lateinamerikaner:in wird nicht dreimal am Tag essen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Europa\u00a0wird einen schmalen Grat beschreiten: Die Produktion sinkt um 8 % auf 900 Milliarden US-Dollar, w\u00e4hrend die Nachfrage bei rund 950 Milliarden liegen wird. Europa wird Weizen aus dem Schwarzmeerraum, Obst aus Marokko und Fleisch aus S\u00fcdamerika importieren. Umweltauflagen werden die Lebensmittelpreise um 15 % erh\u00f6hen. Agrarsubventionen wird die EU bei rund 60 Milliarden US-Dollar j\u00e4hrlich halten k\u00f6nnen \u2013 ein Luxus, den sich Afrika oder Lateinamerika nicht leisten k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Ozeanien und der Pazifik\u00a0werden eine marginale, aber profitable Exportrolle einnehmen: Australien und Neuseeland f\u00fchren die Region mit einer Produktion von 250 Milliarden US-Dollar an, darunter 30 Milliarden \u00dcberschuss an Getreide und Eiwei\u00df. Die Region wird Asien ern\u00e4hren \u2013 nicht sich selbst.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das globale Gleichgewicht wirkt auf dem Papier insgesamt stabil: Gesamtaussto\u00df 8 Billionen US-Dollar, Nachfrage 7,9 Billionen \u2013 ein technischer \u00dcberschuss von 2 %. Doch diese Zahl ist eine statistische Illusion. Die reichsten 10 % werden 80 % des Agrarhandels kontrollieren. 2050 wird der Marktwert von Weizen, Mais und Soja 1,2 Billionen US-Dollar \u00fcbersteigen, w\u00e4hrend mehr als 700 Millionen Menschen weiterhin chronisch hungern.<\/p>\n<p>Hunger entsteht nicht durch Knappheit, sondern durch Ungleichheit. Die Kriege von morgen werden nicht um \u00d6l gef\u00fchrt werden, sondern um Wasser, Weizen und fruchtbares Land.<\/p>\n<ul>\n<li>Afrika und S\u00fcdamerika werden die begehrten Felder sein.<\/li>\n<li>Asien das technologische Zentrum.<\/li>\n<li>Europa der ma\u00dfgebende Konsument.<\/li>\n<li>Die Vereinigten Staaten der Finanzvermittler.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nahrung wird Macht sein. Wer sie kontrolliert, entscheidet, wer isst \u2013 und wer kniet.<\/p>\n<ol start=\"11\">\n<li><strong> Erg\u00e4nzende Tabelle \u2013 Weltern\u00e4hrungsm\u00e4chte 2024\u20132035<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<td><strong>Land<\/strong><\/td>\n<td><strong>Jahresproduktion (Mio. t)<\/strong><\/td>\n<td><strong>Agrarexporte (Mrd. USD)<\/strong><\/td>\n<td><strong>Anteil am Welthandel (%)<\/strong><\/td>\n<td><strong>Hauptexporte<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>China<\/td>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1.050<\/td>\n<td>980<\/td>\n<td>15 %<\/td>\n<td>Reis, Weizen, Gem\u00fcse, Obst, Schweinefleisch<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Indien<\/td>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 780<\/td>\n<td>540<\/td>\n<td>9 %<\/td>\n<td>Reis, Weizen, Zucker, Milchprodukte, H\u00fclsenfr\u00fcchte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>USA<\/td>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 720<\/td>\n<td>1.100<\/td>\n<td>16 %<\/td>\n<td>Mais, Soja, Weizen, Fleisch, Milch<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Brasilien<\/td>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 610<\/td>\n<td>520<\/td>\n<td>8 %<\/td>\n<td>Soja, Fleisch, Zucker, Mais, Kaffee<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Indonesien<\/td>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 480<\/td>\n<td>290<\/td>\n<td>5 %<\/td>\n<td>Palm\u00f6l, Reis, Fisch, Kakao<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Russland<\/td>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 450<\/td>\n<td>260<\/td>\n<td>4 %<\/td>\n<td>Weizen, Gerste, \u00d6le, Fleisch, D\u00fcngemittel<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Mexiko<\/td>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 380<\/td>\n<td>190<\/td>\n<td>3 %<\/td>\n<td>Obst, Gem\u00fcse, Bier, Fleisch, Avocado<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Argentinien<\/td>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 360<\/td>\n<td>210<\/td>\n<td>3 %<\/td>\n<td>Soja, Mais, Fleisch, Wein, Weizen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Frankreich<\/td>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 340<\/td>\n<td>230<\/td>\n<td>3 %<\/td>\n<td>Weizen, Wein, Milchprodukte, Getreide, Zucker<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Australien<\/td>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 280<\/td>\n<td>180<\/td>\n<td>2 %<\/td>\n<td>Weizen, Fleisch, Milch, Wein, Wolle<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Top 10 gesamt:<\/strong>\u00a05.450 Mio. t | 4.500 Mrd. USD | \u2248 68 % des Welthandels mit Lebensmitteln<\/p>\n<ol start=\"12\">\n<li><strong> Das Brot der Welt<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Brot der Welt wird nicht mehr im Ofen gebacken. Sein Preis wird auf Bildschirmen ermittelt. Weizen hat eine Eigent\u00fcmer:in. Hunger nicht. Im Jahr 2025 wird mehr mit Lebensmitteln gehandelt als mit \u00d6l, und Getreide wird mehr als 30 % des globalen Rohstoffhandels ausmachen. Jede Tonne Weizen ist mehr wert als das Leben einer B\u00e4uer:in, und jede D\u00fcrre ist eine Chance f\u00fcr einen Hedgefonds.<\/p>\n<p>Der Planet kann zehn Milliarden Menschen ern\u00e4hren \u2013 und doch hungert fast eine Milliarde. Nicht wegen Mangel an Boden, sondern wegen \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Profite. Die H\u00e4lfte dessen, was wir f\u00fcr Kriege und Verschwendung ausgeben, w\u00fcrde ausreichen, den Hunger bis 2050 zu beenden. Die Zahlen belegen es \u2013 unser Gewissen verweigert es.<\/p>\n<p>Das 21. Jahrhundert steht vor seinem grundlegendsten Dilemma: Entweder wird Nahrung zu einem globalen Recht \u2013 oder zum neuen Gesicht politischer Kontrolle. Die Konzerne, die \u00fcber Saatgut und Getreide herrschen, sind heute mehr wert als ganze Nationen. Ihre Macht liegt nicht in Traktoren, sondern in Daten. Bis 2050 werden jene, die die Felder \u00fcber Satelliten und Klima-Algorithmen steuern, dar\u00fcber entscheiden, wer isst \u2013 und wer flieht.<\/p>\n<p>Das Brot der Welt darf kein Gesch\u00e4ft bleiben. Es muss zu einem Pakt werden. Wenn das Jahrhundert des Wassers Krieg und das Jahrhundert des Lithiums Energie repr\u00e4sentiert, dann wird das Jahrhundert der Nahrung Gerechtigkeit bedeuten \u2013 oder Barbarei. Weizen hat keine Flagge. Aber Hunger hat ein Gesicht.<\/p>\n<ol start=\"13\">\n<li><strong> Nahrung als Waffe<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Nahrung ist zur leisesten und wirksamsten Waffe globaler Macht geworden. Man muss keine Rakete abfeuern, um Chaos auszul\u00f6sen \u2013 es reicht, einen Hafen zu schlie\u00dfen, eine Weizenladung zur\u00fcckzuhalten oder den Maispreis zu erh\u00f6hen. Hunger, aus Konzernzentralen und staatlichen B\u00fcros gesteuert, unterwirft ganze V\u00f6lker, ohne einen Schuss abzufeuern. Was ein Grundrecht sein sollte, ist zu einem unsichtbaren Schlachtfeld geworden, auf dem die \u00c4rmsten immer verlieren. Gaza zeigt das in seiner brutalsten Form: Das Blockieren von Nahrung und Wasser wurde zur Kriegsmethode, die eine eingeschlossene Zivilbev\u00f6lkerung bestraft \u2013 mit Hunger nicht als Konsequenz, sondern als bewusster Strategie.<\/p>\n<p>Doch die Zukunft ist noch nicht verloren. Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t ist m\u00f6glich, wenn Menschen die Kontrolle \u00fcber ihr Land, ihre Saaten und ihre M\u00e4rkte zur\u00fcckgewinnen.<br \/>\nNachhaltige Landwirtschaft \u2013 verwurzelt in Natur und b\u00e4uerlicher Arbeit \u2013 kann den Planeten ern\u00e4hren, ohne ihn zu zerst\u00f6ren. Regionale Zusammenarbeit kann Importabh\u00e4ngigkeit durch solidarische Produktions- und Verteilungsnetzwerke ersetzen. Technologische Innovation, ethisch genutzt, kann Ern\u00e4hrungssicherheit st\u00e4rken, statt sie in wenigen H\u00e4nden zu konzentrieren.<\/p>\n<p>Hunger als Waffe funktioniert nur, solange Abh\u00e4ngigkeit akzeptiert wird. Sobald Menschen erkennen, dass Nahrung keine Ware, sondern Leben ist, verliert Erpressung ihre Macht. Die Geschichte zeigt: Kein Imperium w\u00e4hrt ewig. Und auch keine Kette h\u00e4lt f\u00fcr immer.<\/p>\n<p>Die Zukunft wird im Boden entschieden, im Wasser und im Samen. Wer das Brot kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer Land und Saatgut verteidigt, verteidigt das Leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Quellenverzeichnis<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>FAO \u2013\u00a0<em>The State of Food Security and Nutrition in the World<\/em>\u00a0\u2013 2024<\/li>\n<li>Weltbank \u2013\u00a0<em>Agricultural Outlook and Food Systems Report<\/em>\u00a0\u2013 2024<\/li>\n<li>OECD\u2013FAO \u2013\u00a0<em>Global Agricultural Outlook 2023\u20132032<\/em><\/li>\n<li>WFP \u2013\u00a0<em>Global Hunger Report<\/em>\u00a0\u2013 2024<\/li>\n<li>IWF \u2013\u00a0<em>World Economic Outlook<\/em>\u00a0\u2013 2024<\/li>\n<li>UNEP \u2013\u00a0<em>Food Systems and Climate Change Report<\/em>\u00a0\u2013 2023<\/li>\n<li>IPCC \u2013\u00a0<em>AR6 Climate Change and Land Use Report<\/em>\u00a0\u2013 2023<\/li>\n<li>SIPRI \u2013\u00a0<em>Food Security and Geopolitical Stability<\/em>\u00a0\u2013 2024<\/li>\n<li>UNCTAD \u2013\u00a0<em>Trade and Development Report<\/em>\u00a0\u2013 2024<\/li>\n<li>IFPRI \u2013\u00a0<em>Global Food Policy Report<\/em>\u00a0\u2013 2024<\/li>\n<li>FAOSTAT \u2013\u00a0<em>Agricultural Production and Trade Data<\/em>\u00a0\u2013 2024<\/li>\n<li>World Bank Data \u2013\u00a0<em>Commodity Prices and Food Index<\/em>\u00a0\u2013 2024<\/li>\n<li>Oxfam \u2013\u00a0<em>Hunger and Inequality Report<\/em>\u00a0\u2013 2023<\/li>\n<li>ILO \u2013\u00a0<em>Rural Employment and Poverty Trends<\/em>\u00a0\u2013 2023<\/li>\n<li>WWF \u2013\u00a0<em>Food, Land and Biodiversity Atlas<\/em>\u00a0\u2013 2024<\/li>\n<li>EAT\u2013Lancet Commission \u2013\u00a0<em>Planetary Health Diet Update<\/em>\u00a0\u2013 2024<\/li>\n<li>Vereinte Nationen \u2013\u00a0<em>SDG Progress Report \u2013 Goal 2 Zero Hunger<\/em>\u00a0\u2013 2024<\/li>\n<li>Global Footprint Network \u2013\u00a0<em>Agricultural Land Use Indicators<\/em>\u00a0\u2013 2024<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Die \u00dcbersetzung aus dem Englischen wurde vom ehrenamtlichen Pressenza-\u00dcbersetzungsteam erstellt. <\/em><\/strong><a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/mitarbeiten\/\"><strong><em>Wir suchen Freiwillige!<\/em><\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eHunger ist kein Mangel an Nahrung, sondern zu viel Macht in zu wenigen H\u00e4nden.\u201c \u201eWer den Weizen kontrolliert, kontrolliert den Frieden. 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