{"id":2620400,"date":"2025-07-19T11:07:13","date_gmt":"2025-07-19T10:07:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=2620400"},"modified":"2025-07-19T11:13:22","modified_gmt":"2025-07-19T10:13:22","slug":"kurdistan-die-geplatzte-blase-eines-minderheitstraums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2025\/07\/kurdistan-die-geplatzte-blase-eines-minderheitstraums\/","title":{"rendered":"Kurdistan &#8211; Die geplatzte Blase eines Minderheitstraums &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;Staaten haben keine Freunde, nur Interessen.&#8220;<\/strong><br \/>\n(Charles de Gaulle zugesprochen)<\/p>\n<p><strong>&#8222;Keine Freunde au\u00dfer den Bergen&#8220;<\/strong><br \/>\n(verbreitete kurdische Redewendung)<\/p>\n<p>Das Charles de Gaulle zugeschriebene Zitat gilt es in jegliche Erw\u00e4gungen einzubeziehen, die das politische Denken und Handeln staatlicher Akteure bewerten. Es geht um Machtanspr\u00fcche und Verf\u00fcgungsgewalt nach innen und au\u00dfen, um milit\u00e4rische, wirtschaftliche und administrative St\u00e4rke &#8211; um Menschen hingegen ausschlie\u00dflich in der Gemengelage raubgetriebenen Verschlingens und Verschlungenwerdens. Die Kurdinnen und Kurden mussten sich im Laufe ihrer Geschichte immer wieder in die Berge zur\u00fcckziehen, um sich vor Eindringlingen oder durchziehenden Armeen zu sch\u00fctzen. Diese Nutzung der zerkl\u00fcfteten Gebirge als Zufluchtsort half ihnen dabei, als eigenst\u00e4ndige ethnische Gruppe \u00fcber Jahrtausende hinweg zu \u00fcberleben. Sie haben keine strategischen Freunde in Gestalt staatlicher B\u00fcndnispartner, weshalb sie notgedrungen mittels taktischer Verb\u00fcndeter im Kontext rivalisierender Gro\u00df- und Regionalm\u00e4chte zu man\u00f6vrieren trachten.<\/p>\n<p>Angesichts weltweit eskalierender Auseinandersetzungen der Staaten, die zahlreiche Weltregionen mit verheerenden Kriegen und brutalen Umw\u00e4lzungen \u00fcberziehen, scheinen Bedr\u00e4ngnis und K\u00e4mpfe der Kurdinnen und Kurden auf internationaler Ebene kaum noch wahrgenommen zu werden. Vom Regime in Ankara zugleich unter Druck gesetzt und wahltaktisch umworben, von der neuen islamistischen Regierung in Damaskus zur Eingliederung in den syrischen Staat gedr\u00e4ngt, im Iran und Irak massiver Repression ausgesetzt, drohen ihre Selbstverwaltung und Widerstandskr\u00e4fte gebrochen zu werden. Damit ist ein Gesellschaftsentwurf in h\u00f6chstem Ma\u00dfe gef\u00e4hrdet, der dank der Gleichstellung und Mitspracherechte aller Bev\u00f6lkerungsgruppen und Koexistenz verschiedener Ethnien nicht nur in dieser Weltregion beispielhaft sein k\u00f6nnte &#8211; doch gerade deshalb weit \u00fcber Missachtung hinaus Vernichtungsgewalten auf den Plan ruft.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist beim Gebrauch der Bezeichnung &#8222;kurdisch&#8220; Vorsicht geboten, handelt es sich doch um einen ethnischen Sammelbegriff, der keinen Aufschluss \u00fcber regionale Unterschiede und insbesondere gesellschaftliche Widerspr\u00fcche gibt. So k\u00f6nnte die Kluft zwischen einer PKK-K\u00e4mpferin im Kandil-Gebirge und dem t\u00fcrkischen Au\u00dfenminister Hakan Fidan, ehemals Chef des gef\u00fcrchteten Geheimdienstes MIT und selbst kurdischer Herkunft, nicht gr\u00f6\u00dfer sein. Wie wenig hat der Barzani-Clan im nordirakischen Autonomiegebiet als Handlanger Ankaras doch mit den Selbstverteidigungskr\u00e4ften in Rojava gemein. Solange Armut und Reichtum, Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung die Fesseln des sozialen Geflechts festzurren, bleibt unentwegt auszuloten, auf welche Weise eine &#8222;kurdische Position&#8220; zu bestimmen, auszugestalten und durchzusetzen sei.<\/p>\n<p><strong>Streifzug durch die widerspenstige Geschichte Kurdistans<\/strong><\/p>\n<p>Die Kurdinnen und Kurden z\u00e4hlen als eine eigenst\u00e4ndige ethnische Gruppe der iranischen V\u00f6lker zu den \u00e4ltesten Kulturv\u00f6lkern der Erde. Ihr Hauptsiedlungsgebiet liegt seit etwa viertausend Jahren in einer bergigen Grenzregion, wo heute 25 bis 30 Millionen Menschen kurdischer Abstammung leben. Die meisten von ihnen sind sunnitische Muslime, ihre Sprachen &#8211; das Nord-, Zentral- und S\u00fcdkurdische &#8211; geh\u00f6ren zu den indogermanischen Sprachen. Diese Ethnie wurde bereits in fr\u00fchen griechischen und r\u00f6mischen Quellen erw\u00e4hnt und war immer wieder in die gewaltsamen Umw\u00e4lzungen verwickelt, die ihre Region pr\u00e4gten. Das traditionell als Kurdistan bezeichnete Gebiet &#8211; ein Begriff, der auf die Zeit der Seldschuken im 11. Jahrhundert zur\u00fcckgeht &#8211; umfasst eine Fl\u00e4che, die ungef\u00e4hr so gro\u00df wie Deutschland ist, doch sucht man vergeblich nach einem kurdischen Staat auf der Landkarte.<\/p>\n<p>Menschen kurdischer Herkunft sind w\u00e4hrend des \u00fcberwiegenden Teils der modernen Geschichte eine eigenst\u00e4ndige ethnische Gruppe geblieben und haben dem Druck zur Vermischung w\u00e4hrend diverser Eroberungen durch fremde M\u00e4chte widerstanden. Selbst in der islamischen Periode haben sie, obwohl viele den Islam als Religion annahmen, dazu tendiert, Ehen innerhalb ihrer ethnischen Gruppe zu schlie\u00dfen, was ihrem Wunsch nach Autonomie und Unabh\u00e4ngigkeit Ausdruck verlieh. Diese Eigenst\u00e4ndigkeit hat zwangsl\u00e4ufig zu einer Geschichte von Konflikten und Unterdr\u00fcckung durch verschiedene Eroberungsreiche gef\u00fchrt, von den Persern \u00fcber die Araber bis hin zu den T\u00fcrken.<\/p>\n<p>Der Untergang des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg und die Aushandlung des Sykes-Picot-Abkommens zwischen Gro\u00dfbritannien und Frankreich, das den vormals von den Osmanen beherrschten Nahen Osten willk\u00fcrlich in separate Regionen teilte, lie\u00df die Kurdinnen und Kurden hoffen, dass ihr Traum von Autonomie verwirklicht werden k\u00f6nnte. Die europ\u00e4ischen M\u00e4chte brachten jedoch kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die verschiedenen ethnischen Gruppen und die religi\u00f6sen wie kulturellen Unterschiede innerhalb der Gebiete auf. Infolgedessen wurde die Region Kurdistan zwischen den neu entstandenen Staaten Irak, T\u00fcrkei und Syrien aufgeteilt, w\u00e4hrend das restliche Gebiet im von Pahlavi regierten Iran lag.<\/p>\n<p>Die T\u00fcrkische Republik, die nach der Niederlage der osmanischen T\u00fcrken gegr\u00fcndet wurde, widersetzte sich erfolgreich dem Vertrag von S\u00e8vres, der eine Bestimmung \u00fcber einen kurdischen Staat enthielt, der einem Referendum unterliegen sollte. Die t\u00fcrkische F\u00fchrung war sich dar\u00fcber im Klaren, dass im Falle eines Referendums ein autonomer kurdischer Staat die Folge gewesen w\u00e4re, der das t\u00fcrkische Staatsgebiet erheblich verkleinert h\u00e4tte. Da dies verhindert wurde, steht Nordkurdistan (Bakur) seither unter der Herrschaft des t\u00fcrkischen Staates. Ostkurdistan (Rojhilat) wird vom Iran kontrolliert. In der Region Kurdistan im Irak (Basur) genie\u00dfen die Kurdinnen und Kurden f\u00f6derale Autonomie. Westkurdistan, die als Rojava bekannte Region in Nordostsyrien, rief 2012 die Selbstverwaltung aus.<\/p>\n<p>Dieser kurze Streifzug durch die kurdische Geschichte d\u00fcrfte nahelegen, was sie auf besondere Weise auszeichnet: Eine Jahrtausende w\u00e4hrende Dauerhaftigkeit in Verteidigung des Autonomieanspruches gegen \u00fcberm\u00e4chtige Heerscharen und Reiche, zwar aus \u00dcberlebensnot geboren und von zahllosen Niederlagen heimgesucht, so doch nie restlos verschlungen und ausgel\u00f6scht. Und wichtiger noch: Wenngleich ein Beharren auf traditionelle Werte und Br\u00e4uche zwangsl\u00e4ufig Gefahr l\u00e4uft, in r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten Strukturen zu erstarren, zeugt doch die j\u00fcngere Geschichte kurdischen Aufbruchs zu transformativen Gesellschaftsentw\u00fcrfen ganz im Gegenteil von einem innewohnenden Potential, den Kampf gegen imperialistische Okkupation, staatliche Repression und patriarchale Unterdr\u00fcckung innovativ zu befl\u00fcgeln.<\/p>\n<p><strong>PKK verk\u00fcndet das Ende des bewaffneten Kampfes<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2620411\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Kurden-Friedensprozess-300x197.jpeg\" alt=\"\" width=\"793\" height=\"521\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Kurden-Friedensprozess-300x197.jpeg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Kurden-Friedensprozess-820x538.jpeg 820w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Kurden-Friedensprozess.jpeg 958w\" sizes=\"auto, (max-width: 793px) 100vw, 793px\" \/><\/p>\n<p>Als die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) Anfang Mai ihre Aufl\u00f6sung bekanntgegeben und das Ende ihres bewaffneten Kampfes verk\u00fcndet hatte, wurde dies weithin mit der Erwartung \u00fcberfrachtet, es handle sich um einen historischen Schritt, der als Wendepunkt in die Geschichte der T\u00fcrkischen Republik eingehen werde. So bahnbrechend diese Entwicklung anmuten mag, w\u00e4re es doch fatal, nunmehr ein Ende des Unterwerfungs- und Vernichtungskriegs gegen kurdische Menschen in greifbarer N\u00e4he zu w\u00e4hnen. Es gilt zun\u00e4chst zu bedenken, dass dies keineswegs der erste Ansatz ist, die bewaffnete Auseinandersetzung zwischen dem t\u00fcrkischen Staat und der PKK zu beenden, die 1984 begonnen hatte. Abdullah \u00d6calan erkl\u00e4rte am 17. M\u00e4rz 1993 erstmals einen einseitigen Waffenstillstand, doch die t\u00fcrkische F\u00fchrung lehnte es ab, sich einer demokratischen L\u00f6sung der kurdischen Frage zu \u00f6ffnen. Wenngleich in der Folge auch weitere Feuerpausen an dieser harten Haltung Ankaras scheiterten, unternahm \u00d6calan im August 1998 einen weiteren Vorsto\u00df zur friedlichen Beilegung des Konflikts. Nach einer monatelangen Odyssee durch Europa wurde er am 15. Februar 1999 im Rahmen einer international koordinierten Geheimdienstoperation aus der griechischen Botschaft in der kenianischen Hauptstadt Nairobi entf\u00fchrt, an die t\u00fcrkischen Beh\u00f6rden \u00fcberstellt und seither auf der Gef\u00e4ngnisinsel Imrali im Marmarameer in Isolationshaft festgehalten.<\/p>\n<p>Aus dem Gef\u00e4ngnis rief \u00d6calan anl\u00e4sslich des Weltfriedenstags am 1. September 1999 zu einem R\u00fcckzug der Guerillakr\u00e4fte aus der T\u00fcrkei auf. Seine damit verbundenen umfassenden Reformvorschl\u00e4ge zogen jedoch auf t\u00fcrkischer Seite keine konkreten Schritte nach sich, so dass die Gefechte 2004 erneut aufflammten. Die prokurdische Partei der Demokratischen Gesellschaft (DTP) konnte 2009 bedeutende Erfolge bei den Kommunalwahlen einfahren, w\u00e4hrend zeitgleich in der norwegischen Hauptstadt Oslo Geheimverhandlungen zwischen der PKK und dem t\u00fcrkischen Geheimdienst begannen, die bis 2011 andauerten. Die Verhandlungen scheiterten zun\u00e4chst, wurden jedoch nach einem heftigen milit\u00e4rischen Zwischenspiel ab Beginn 2013 zwischen \u00d6calan und Vertretern der t\u00fcrkischen Regierung offiziell wieder aufgenommen. Diese als &#8222;Imrali-Prozess&#8220; bekannten Gespr\u00e4che waren bereits weit fortgeschritten, als die t\u00fcrkische Regierung 2015 den Waffenstillstand aufk\u00fcndigte und einen bis heute andauernden Krieg gegen die kurdische Freiheitsbewegung im In- und Ausland entfesselte. [1]<\/p>\n<p>Das Erdogan-Regime betrieb den sogenannten &#8222;Friedensprozess&#8220; nie mit dem Ziel einer tats\u00e4chlichen Vers\u00f6hnung mit der kurdischen Seite und deren vollst\u00e4ndiger Gleichstellung, sondern als taktisches Man\u00f6ver zum Zweck des eigenen Machterhalts mittels Spaltung der Opposition. So unterst\u00fctzte die kurdische Bewegung die landesweiten Gezi-Proteste 2013 nur halbherzig und rettete so der AKP-Regierung den Hals, weil nach Geheimgespr\u00e4chen mit \u00d6calan Hoffnung auf einen Friedensprozess bestand. Im Zuge des &#8222;Imrali-Prozesses&#8220; wurden dann zu Fragen von Amnestie, R\u00fcckkehrrecht und demokratischer Teilhabe detaillierte Vereinbarungen getroffen. Doch als bei den Wahlen im Fr\u00fchjahr 2015 die kurdische HDP unter F\u00fchrung von Selahattin Demirtas ein sensationell gutes Ergebnis erzielte, w\u00e4hrend die AKP ihre absolute Mehrheit verlor, beendete Erdogan den gesamten Verhandlungsprozess mit einem Federstrich und erkl\u00e4rte die Ergebnisse f\u00fcr obsolet. Es folgten heftige K\u00e4mpfe in den kurdisch bewohnten Gebieten im S\u00fcdosten der T\u00fcrkei, die die Armee schlie\u00dflich mit dem massiven Einsatz \u00fcberlegener Waffengewalt beendete. Nach dem gescheiterten Putsch gegen Erdogan 2016 beendete der anschlie\u00dfende Ausnahmezustand \u00fcber Jahre jeden zivilen Widerstand auch in den kurdischen Gebieten des Landes. Die PKK wurde aus der T\u00fcrkei weitgehend milit\u00e4risch verdr\u00e4ngt und zog sich in den Nordirak zur\u00fcck. [2]<\/p>\n<p>Wenn nun abermals die Aussicht auf eine friedliche Einigung als Lockmittel vorgehalten wird, hat das nicht zuletzt etwas damit zu tun, dass sich Erdogan wiederum kurdischer Unterst\u00fctzung zu bedienen hofft. Will er bei den f\u00fcr 2028 vorgesehenen Wahlen noch einmal antreten, muss die Verfassung ge\u00e4ndert werden, wozu kurdische Stimmen ebenso erforderlich sind wie f\u00fcr die Alternative vorgezogener Neuwahlen. Dazu gilt es aus Sicht des Regimes einen Keil zwischen die prokurdische Partei DEM und die kemalistische CHP zu treiben, deren Absprachen \u00fcber Kandidaten bei den Kommunalwahlen 2024 zu einer herben Niederlage der Regierungspartei AKP gef\u00fchrt hatten. W\u00e4hrend nun die Aufl\u00f6sung der PKK in den h\u00f6chsten T\u00f6nen gelobt wird, erfuhr die CHP um den inhaftierten Istanbuler B\u00fcrgermeister Ekrem Imamoglu in den vergangenen Monaten bislang ungekannte Repressionen. [3]<\/p>\n<p>Da sich Erdogan und die AKP freien Wahlen ohne massive Unterdr\u00fcckung der Opposition nicht stellen k\u00f6nnen, ohne dabei entmachtet zu werden, umgarnen sie die kurdische W\u00e4hlerschaft mit Luftschl\u00f6ssern bevorstehenden Friedens, damit diese die gewaltsame Ausschaltung Imamoglus und der CHP hinnimmt. Dar\u00fcber hinaus ist nat\u00fcrlich ein Sieg \u00fcber die PKK seit Jahrzehnten ein vordringliches Ziel jeder t\u00fcrkischen Regierung gewesen, das sich Erdogan nur zu gern ans Revers heften m\u00f6chte. Woher nun der Wind weht, l\u00e4sst sich auch daran ablesen, dass es ausgerechnet Devlet Bahceli, Vorsitzender der ultrarechten MHP und Koalitionspartner Erdogans, war, der im Oktober 2024 im Parlament den Abgeordneten der DEM demonstrativ die Hand sch\u00fcttelte. Ein Mann, der fr\u00fcher geleugnet hat, dass es eine kurdische Ethnie gibt, und dessen Forderung lange Zeit war, \u00d6calan m\u00fcsse hingerichtet werden, hat pl\u00f6tzlich Kreide gefressen. Am 15. Oktober wandte sich Bahceli mit dem beispiellosen Appell an \u00d6calan, er solle die PKK zur Niederlegung der Waffen bewegen. [4]<\/p>\n<p>Wenige Tage sp\u00e4ter erkl\u00e4rte \u00d6calan aus dem Gef\u00e4ngnis, er habe die Macht, den Konflikt und die Gewalt zu beenden und sie auf eine gesetzliche und politische Ebene zu bringen. Das trifft auf zweifache Weise zu: Zum einen genie\u00dft \u00d6calan nicht nur innerhalb der PKK, deren unterst\u00fctzende Basis von K\u00e4mpferinnen und K\u00e4mpfern, Sympathisanten und zivilen Helfern sch\u00e4tzungsweise 60.000 Personen umfasst, sondern auch weit dar\u00fcber hinaus unter kurdischen Menschen im In- und Ausland h\u00f6chstes Ansehen. Zum anderen ist es eben diese Autorit\u00e4t, die ihn zur prominentesten Geisel des Regimes macht, das ihn am Leben, aber seit 26 Jahren weitgehend in Isolationshaft h\u00e4lt, um sich seiner bei Bedarf zu bedienen.<\/p>\n<p>Angesichts dieses Widerspruchs stellt sich nat\u00fcrlich die Frage, was \u00d6calan und die PKK dazu bewogen haben mag, den bewaffneten Kampf f\u00fcr beendet zu erkl\u00e4ren. Neben diversen aktuellen Entwicklungen und damit verbundenen Erw\u00e4gungen, die dabei eine Rolle gespielt haben k\u00f6nnten, d\u00fcrfte im Kern die Erkenntnis stehen, dass der letztendlich stets \u00fcberlegenen Waffengewalt des Staates und seiner internationalen Kollaborateure ein ebensolcher Widerstand nur befristet entgegengesetzt werden kann. Die PKK zog sich zwar ins Kandil-Gebirge im Nordirak zur\u00fcck, von wo aus sie milit\u00e4rische Operationen und Logistik organisierte. Doch selbst die Unwegsamkeit der Berge und ihrer H\u00f6hlensysteme h\u00e4lt einer modernen Kriegsf\u00fchrung insbesondere mit Drohnen, welche die T\u00fcrkei hoch entwickelt hat, nicht auf Dauer stand.<\/p>\n<p>\u00d6calan war \u00fcber die Jahre immer wieder bestrebt, den bewaffneten Widerstand weder zum Selbstzweck mutieren zu lassen, noch den kurdischen Freiheitskampf preiszugeben. Als sich abzeichnete, dass ein kurdischer Staat niemals durchsetzbar sein w\u00fcrde, strich er dieses Ziel aus der Agenda und ging zugleich mit seinem Entwurf einer demokratischen Konf\u00f6deration selbstverwalteter Regionen unter Beibehaltung bestehender Staatsgrenzen konzeptionell dar\u00fcber hinaus. Er machte damit nicht etwa nur aus der Not eine Tugend, sondern drang zu einer grunds\u00e4tzlichen Kritik des Staates vor, dessen Gewaltverh\u00e4ltnis nicht unter kurdischem Vorzeichen wiederholt werden sollte. In diesen Vorschlag flossen weitreichende gesellschaftsver\u00e4ndernde Konsequenzen in Gestalt von Geschlechtergerechtigkeit, Koexistenz verschiedener Ethnien und \u00f6kologischen Ans\u00e4tzen ein, wie sie dann auch in Rojava in Angriff genommen und weltweit mit gro\u00dfer Aufmerksamkeit verfolgt wurden &#8211; von den einen als Leuchtfeuer gesellschaftlicher Emanzipation, von den andern aus ebendiesem Grund als zu vernichtendes Widerstandspotential.<\/p>\n<p>Was die t\u00fcrkische Regierung in den Geheimgespr\u00e4chen als Gegenleistung angeboten hat, ist naturgem\u00e4\u00df nicht bekannt. Abgesandte der DEM durften \u00d6calan auf Imrali mehrfach besuchen und brachten von dort seine Botschaft mit, die PKK m\u00f6ge sich aufl\u00f6sen, was diese dann auch vollzogen hat. Diesen Beschluss von gro\u00dfer Tragweite verbindet \u00d6calan wiederum mit einem Entwurf zur Umgestaltung der Gesellschaft, der er ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben t\u00fcrkischer und kurdischer Menschen anempfiehlt. Dass es sich bei diesem Schritt um eine h\u00f6chst riskante Gratwanderung handelt, geht allein schon daraus hervor, dass die Aufl\u00f6sung der PKK nicht etwa am Ende eines offenen und nachvollziehbaren Verhandlungsprozesses, sondern ungeachtet aller Geheimgespr\u00e4che im Gegenteil an dessen Anfang steht. W\u00e4hrend n\u00e4mlich der kurdische Widerstand sein massivstes Faustpfand aus der Hand gibt, hat die Regierung keinerlei Abmachungen oder Garantien genannt, zu deren Einhaltung sie sich verpflichtet.<\/p>\n<p>Daher lie\u00dfen sich mit den offenen Fragen viele Seiten f\u00fcllen: Wird die PKK-F\u00fchrung im Nordirak bleiben, in irgendein Exil \u00fcbersiedeln oder gar im Zuge einer Amnestie in die T\u00fcrkei zur\u00fcckkehren? Wird sich ein Teil der PKK-K\u00e4mpfer nach Rojava absetzen oder sind die dortigen kurdischen Volks- und Frauenbefreiungseinheiten YPG und YPJ Teil der Abmachung, die Waffen niederzulegen? Wer \u00fcberwacht den Prozess der Entwaffnung, und bilden sich wom\u00f6glich neue militante Gruppen, die den bewaffneten Kampf weiterf\u00fchren? Wie es von kurdischer Seite mit Nachdruck hei\u00dft, sei nun die t\u00fcrkische Regierung am Zuge. Wird sie tausende politische Gefangene freilassen, die wegen angeblicher N\u00e4he zur PKK inhaftiert wurden? Kommen die seit 2016 inhaftierten ehemaligen Vorsitzenden der HDP, Selahattin Demirtas und Figen Y\u00fcksekdag, wie auch die zu Dutzenden abgesetzten kurdischen B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeister frei? Darf der mittlerweile 75-j\u00e4hrige Abdullah \u00d6calan endlich das Gef\u00e4ngnis verlassen? Werden die rund 15 Millionen Kurdinnen und Kurden in der T\u00fcrkei schlie\u00dflich doch als respektierte und akzeptierte Minderheit mit politischen, sprachlichen und kulturellen Rechten anerkannt? Angesichts ihrer Geschichte ist gr\u00f6\u00dfte Skepsis geboten.<\/p>\n<p>Inwieweit ist der Machthaber im Pr\u00e4sidentenpalast bereit, f\u00fcr eine dritte Amtszeit z\u00e4hneknirschend Zugest\u00e4ndnisse zu machen? M\u00f6gliche Absprachen mit \u00d6calan und der PKK unter Verschluss zu halten, k\u00f6nnte nat\u00fcrlich auch dem Interesse Erdogans geschuldet sein, die \u00d6ffentlichkeit nicht zu verprellen, da auch er auf Messers Schneide balanciert, um die Kurdinnen und Kurden einzubinden, w\u00e4hrend er die kemalistische Sozialdemokratie zu liquidieren versucht. Grunds\u00e4tzlich muss man aber davon ausgehen, dass er sich niemals in eine Friedenstaube verwandeln, sondern letztendlich alles daransetzen wird, die kurdische Frage gewaltsam aus der Welt zu schaffen. Zentrale Konstante seiner gesamten Regierungsf\u00fchrung ist ein aberwitzig anmutendes, aber strategisch furchterregendes Man\u00f6vrieren zwischen rivalisierenden M\u00e4chten und Interessengruppen, die er heute aufs \u00dcbelste beschimpft und morgen in seine br\u00fcderlichen Arme schlie\u00dft, ganz wie es sein Instinkt eines Stra\u00dfenschl\u00e4gers gebietet, der sich \u00fcberdies von Gott auserw\u00e4hlt d\u00fcnkt, als Sultan eines wiederauferstandenen Osmanischen Reiches in die Geschichte einzugehen.<\/p>\n<p><strong>Rojava im t\u00fcrkisch-syrischen Zangengriff<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-294896\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Rojava_february2014_2-300x139.png\" alt=\"\" width=\"777\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Rojava_february2014_2-300x139.png 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Rojava_february2014_2-768x355.png 768w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Rojava_february2014_2.png 1124w\" sizes=\"auto, (max-width: 777px) 100vw, 777px\" \/><\/p>\n<p>Syrien war unter der Baath-Herrschaft f\u00fcr den kurdischen Teil der Bev\u00f6lkerung von Unterdr\u00fcckung durch den arabischen Nationalismus und eine Assimilationspolitik gepr\u00e4gt, wobei hunderttausenden Kurdinnen und Kurden selbst die syrische Staatsb\u00fcrgerschaft vorenthalten wurde. Die demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien vollzog sich vor dem Hintergrund des B\u00fcrgerkrieges ab 2011, in dem sich die Kurden weder auf die Seite der repressiven Assad-Regierung noch der islamistisch dominierten Oppositionsgruppen stellten, die in starkem Ma\u00dfe von der T\u00fcrkei unterst\u00fctzt wurden. Unter F\u00fchrung der Partei der demokratischen Union (PYD) wurden Komitees zur Versorgung und Verteidigung der Bev\u00f6lkerung aufgebaut. Als der Krieg auf Rojava \u00fcberzugreifen drohte, nutzte die PYD im Sommer 2012 die Schw\u00e4che des Regimes und mobilisierte die Bev\u00f6lkerung zur Macht\u00fcbernahme und Bildung einer Selbstverwaltung in Form eines R\u00e4tesystems, das die Mehrheit der dort lebenden Menschen nicht nur repr\u00e4sentiert, sondern sie auch zur aktiven Mitwirkung einbezieht.<\/p>\n<p>Bedroht ist die Selbstverwaltung seit ihrer Entstehung, da dieses Experiment von radikaler Demokratie, Geschlechtergerechtigkeit und multiethnischem Zusammenleben kontr\u00e4r zu allen Staaten der Region steht. Rojava war einem Embargo durch die T\u00fcrkei, die syrische Regierung und die kurdische Regionalregierung im Nordirak ausgesetzt, wobei die T\u00fcrkei die gr\u00f6\u00dfte Gefahr darstellte, da sie mehrere Gebiete in Nordsyrien okkupierte und mit ihren dschihadistischen S\u00f6ldnern besiedelte, w\u00e4hrend Kurden, Araber und Assyrer vertrieben wurden. Der Kanton Afrin wurde besetzt und in ein islamistisches Schreckensregime verwandelt, die Gebiete der Autonomieverwaltung \u00fcberzog die T\u00fcrkei mit einem permanenten Krieg niederer Intensit\u00e4t.<\/p>\n<p>Das von \u00d6calan entwickelte Konzept der Demokratischen Nation, die sich aus der Vielzahl der in einem Gebiet lebenden ethnischen und religi\u00f6sen Gemeinschaften zusammensetzt, r\u00e4umt jeder dieser Gemeinschaften das Recht ein, sich demokratisch zu organisieren und ihre Forderungen einzubringen, wozu auch das Recht auf ihre Selbstverteidigung geh\u00f6rt. Die Selbstverwaltung in Rojava schlie\u00dft neben Kurden auch Araber, christliche Suryoye, Armenier, Turkmenen und weitere Gruppen ein. So setzen sich die Demokratischen Kr\u00e4fte Syriens (SDF) als Verteidigungseinheiten heute mehrheitlich aus Arabern sowie den kurdischen YPG und YPJ wie auch kleineren assyrischen und armenischen Einheiten zusammen. [5]<\/p>\n<p>Der Sturz des Assad-Regimes und die Macht\u00fcbernahme der pro-t\u00fcrkischen Miliz Hayat Tahrir al-Sham (HTS) sowie der von Ankara ausgebildeten Freien Syrischen Armee (FSA) in Damaskus vollzog sich im Schatten des Nahostkrieges, als die schiitische Achse des Iran durch die israelische Offensive ihre schwerste Niederlage erlitt. Sowohl die US-Administration unter Pr\u00e4sident Biden als auch die NATO gew\u00e4hrte der T\u00fcrkei freie Hand, den Angriff verb\u00fcndeter Oppositionsmilizen gegen das Assad-Regime und dessen Schutzmacht Russland zu unterst\u00fctzen. Die Schw\u00e4chung der russischen Milit\u00e4rpr\u00e4senz in Syrien war zudem ein erkl\u00e4rtes Ziel ukrainischer Offiziere, die an der Ausbildung hochrangiger HTS-Kommandeure beteiligt waren. HTS-Chef Ahmed al-Sharaa dankte als neuer syrischer \u00dcbergangspr\u00e4sident der T\u00fcrkei und insbesondere Erdogan, dessen Hilfe er nie vergessen werde.<\/p>\n<p>Die Selbstverwaltung in Rojava sieht sich damit einem Zangengriff ausgesetzt, da sowohl die T\u00fcrkei als auch die neue syrische Regierung ihre Existenz zu beenden trachten. Hochrangige Beamte aus Ankara begleiten den Integrationsprozess der islamistischen Milizen in die syrische Armee sowie die Neuordnung der staatlichen Beh\u00f6rden. Um Fehler wie jene der USA nach dem Sturz Saddam Husseins im Irak 2003 auszuschlie\u00dfen, vermeidet Ankara einen \u00fcberhasteten Umbruch, wobei Ahmed al-Sharaa den gel\u00e4uterten Staatsmann mimt. So wird die Achse zwischen Ankara und Damaskus gefestigt und die Pr\u00e4senz t\u00fcrkischer Truppen in Syrien durch ein Regierungsdekret offiziell legitimiert.<\/p>\n<p>In welchem Ma\u00dfe die T\u00fcrkei ihren Einfluss auf ganz Syrien ausweiten kann, h\u00e4ngt jedoch ma\u00dfgeblich von den Bedingungen ab, die vor allem Israel und die USA festlegen werden. Washington bef\u00fcrchtet eine R\u00fcckkehr des IS und will seine Pr\u00e4senz im Land bislang nicht aufgeben, wodurch die SDF eine gewisse Unterst\u00fctzung erfahren. Zumindest hat sich Trump, der beste Beziehungen mit Erdogan und Netanjahu pflegt, noch nicht f\u00fcr einen der beiden oder einen vollst\u00e4ndigen Abzug der US-Truppen entschieden. Israel w\u00e4re bereit, eine t\u00fcrkische Pr\u00e4senz in Syrien zu akzeptieren, doch vorerst nur zu Konditionen, die Ankara von sich weist. [6]<\/p>\n<p>Auf amerikanisches Dr\u00e4ngen fanden Verhandlungen zwischen Pr\u00e4sident Ahmed al-Sharaa und dem SDF-Kommandanten Mazloum Abdi statt, die in ein Abkommen m\u00fcndeten. Mit diesem hoffte Abdi, die Unabh\u00e4ngigkeit der Selbstverwaltung gegen die existenzielle Bedrohung durch die T\u00fcrkei zu verteidigen, w\u00e4hrend al-Sharaa, der sich schweren Vorw\u00fcrfen der ethnischen S\u00e4uberung ausgesetzt sah, sich den R\u00fccken freihielt und zugleich seinen Zugriff auf den Nordosten des Landes auszuweiten trachtete. Das Abkommen r\u00e4umt den Kurdinnen und Kurden volle Staatsb\u00fcrgerrechte ein, verpflichtet sie aber zugleich, alle zivilen und milit\u00e4rischen Institutionen der Autonomieverwaltung in die staatliche Administration einzugliedern. Somit w\u00fcrden ihre Streitkr\u00e4fte in die syrische Armee integriert und die \u00dcbergangsregierung bek\u00e4me die Kontrolle \u00fcber Grenz\u00fcberg\u00e4nge, Flugh\u00e4fen sowie \u00d6l- und Gasfelder. Auch erkl\u00e4ren sich die SDF bereit, die Regierung bei der Bek\u00e4mpfung von verbliebenen Anh\u00e4ngern des gest\u00fcrzten Assad-Regimes und jeglicher Bedrohung der Sicherheit und Einheit Syriens zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Das Abkommen k\u00f6nnte also einen Einmarsch der T\u00fcrkei verhindern, macht aber den Traum von Autonomie oder F\u00f6deralismus zunichte. Da das Rahmenabkommen bis Ende des Jahres umgesetzt werden soll, ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass eine gewisse Form von Selbstverwaltung erhalten werden k\u00f6nnte. Im schlimmsten Fall w\u00e4re jedoch der Preis f\u00fcr das \u00dcberleben, den Aufbau einer anderen Gesellschaft, f\u00fcr den Rojava steht und k\u00e4mpft, zu Grabe zu tragen.<\/p>\n<p>Unmittelbar nach Bekanntgabe des Abkommens blieb der Widerspruch aus kurdischen Kreisen noch verhalten. Das \u00e4nderte sich jedoch von Grund auf, als drei Tage sp\u00e4ter der Entwurf einer neuen Verfassung enth\u00fcllt wurde, der von regierungsnahen Expertenteams ausgearbeitet worden war. Darin wird der Pr\u00e4sident zum obersten und alleinigen Herrscher erkl\u00e4rt, der nicht abgesetzt werden kann. Es handelt sich um ein totalit\u00e4res Regime, dessen Hauptquelle der Gesetzgebung die Scharia sein soll, so dass eine theokratische Diktatur in Aussicht steht. Deren Name &#8222;Syrische Arabische Republik&#8220; grenzt die kurdische Minderheit aus, zumal in der Verfassung von ihr keine Rede ist. All dies f\u00fchrte dazu, dass tausende Menschen auf die Stra\u00dfe gingen und den Sturz des neuen Pr\u00e4sidenten forderten. [7]<\/p>\n<p><strong>Israel bedient sich des Feindes seiner Feinde<\/strong><\/p>\n<p>Die Verbindungen zwischen dem Staat Israel und der Region Kurdistan wurzeln in der strategischen Unterst\u00fctzung potentieller B\u00fcndnispartner zur Schw\u00e4chung und Spaltung des feindlichen arabischen Umfelds gem\u00e4\u00df der &#8222;Peripheriedoktrin&#8220;. Es geht also, wie bereits eingangs hervorgehoben, nicht um Freundschaft mit kurdischen Menschen und deren Bestrebungen um ihrer selbst willen, sondern um israelische Staatsr\u00e4son, die Feinde des Feindes zu st\u00e4rken, sofern und solange dies den eigenen Interessen dient. Der erste nachgewiesene Kontakt fand 1931 statt, als der sp\u00e4tere Direktor des Mossad, Reuven Shiloah, als Hebr\u00e4ischlehrer und Journalist getarnt Kurdistan besuchte. W\u00e4hrend seines Aufenthalts kn\u00fcpfte er Kontakte und legte den Grundstein f\u00fcr Verbindungen zu den nicht-arabischen Gemeinschaften in der Region. Als sich die Beziehungen zwischen Juden und Arabern aufgrund des Pal\u00e4stinakriegs von 1947 bis 1949 weiter verschlechterten, wurden die in arabischen L\u00e4ndern lebenden Juden zunehmend verfolgt. Ab den sp\u00e4ten 1940er Jahren floh der Gro\u00dfteil der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung des Irak \u00fcber Kurdistan nach Israel. 1959 kam es in Genf zum Treffen eines kurdischen Gesandten mit Golda Meir, die bedingungslose Unterst\u00fctzung f\u00fcr ein unabh\u00e4ngiges Kurdistan versprach.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Ersten Irakisch-Kurdischen Krieges (1961-1970) unterst\u00fctzte Israel die kurdischen Peschmerga im Kampf gegen den irakischen Staat und band dazu den iranischen Geheimdienst SAVAK ein. Die weitgehend geheime israelische Unterst\u00fctzung nutzte iranisches Territorium, finanzierte die Kurden, r\u00fcstete sie auf und bildete sie aus. Das Dreierb\u00fcndnis zerbrach erst 1975, als der Iran gem\u00e4\u00df dem Algier-Abkommen mit dem Irak die Unterst\u00fctzung der Peschmerga beendete. In Reaktion darauf erkl\u00e4rte der israelische Premierminister Yitzhak Rabin: &#8222;Der Schah hat die Kurden verraten.&#8220;<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Irakisch-Kurdischen Krieg wurde das B\u00fcndnis bis 1978 schrittweise erneuert, doch h\u00f6rte es nach dem Sturz der Pahlavi-Dynastie und der Gr\u00fcndung der Islamischen Republik Iran auf zu existieren. Trotz der antiisraelischen Haltung der neuen Regierung in Teheran hielt Israel auch nach Ausbruch des Iran-Irak-Krieges im September 1980 seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die pro-iranischen kurdischen Kr\u00e4fte im Irak aufrecht, um letzteren aufzuspalten. Nach der Invasion des Irak im Jahr 2003 war offenbar auch der israelische Geheimdienst vor Ort, um iranischen Stellvertretergruppen entgegenzuwirken. Der Au\u00dfenminister der Region Kurdistan, Falah Mustafa Bakir, erkl\u00e4rte 2010: &#8222;Wir haben keine Probleme mit Israel. Sie haben uns nicht geschadet. Wir k\u00f6nnen sie nicht hassen, nur weil die Araber sie hassen.&#8220;<\/p>\n<p>Im Juni 2014 nahm Israel ungeachtet irakischen Protests erstmals unabh\u00e4ngig verkauftes kurdisches \u00d6l an, und Benjamin Netanjahu erkl\u00e4rte, die Kurden im Irak seien ein &#8222;k\u00e4mpfendes Volk, das politisches Engagement und politische M\u00e4\u00dfigung bewiesen hat und das seiner eigenen politischen Unabh\u00e4ngigkeit w\u00fcrdig ist&#8220;. Im September 2014 legte er mit den Worten nach, Israel unterst\u00fctze &#8222;die legitimen Bem\u00fchungen des kurdischen Volkes um einen eigenen Staat&#8220;. Nachdem ein Referendum in der Region Kurdistan 2017 mit 93 Prozent der Stimmen f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit endete, eroberten die irakischen Streitkr\u00e4fte jedoch gro\u00dfe Teile der kurdischen Gebiete zur\u00fcck. Im Jahr 2017 wurde fast die H\u00e4lfte des aus kurdischen \u00d6lfeldern gef\u00f6rderten \u00d6ls nach Israel exportiert.<\/p>\n<p>Ganz anders verhielt es sich hingegen mit den Beziehungen zwischen Israel und der PKK, die sich eine antizionistische Haltung zu eigen machte und f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser eintrat. Nach ihrer Vertreibung aus der T\u00fcrkei zog die PKK in die libanesische Bekaa-Ebene, wo sie zun\u00e4chst in PLO-Lagern ausgebildet wurde, bis sie sp\u00e4ter eigene Trainingslager gr\u00fcndete. Im Libanonkrieg 1982 k\u00e4mpfte sie an der Seite der PLO gegen Israel und die christlichen Milizen. In diesen Gefechten wurden auch kurdische Kader get\u00f6tet oder gefangengenommen und in Israel inhaftiert. Die Entscheidung pal\u00e4stinensischer Gruppen, der PKK im Bekaa-Tal Schutz zu gew\u00e4hren, hatte enormen Einfluss auf die Ideologie der ersten PKK-Generation, die sich dort von einer kleinen bewaffneten Gruppe zu einer bedeutenden Guerillatruppe entwickelte. Diese Erfahrungen best\u00e4rkten die PKK-K\u00e4mpfer, das marxistische Konzept der V\u00f6lkerfreundschaft mit Leben zu f\u00fcllen.<\/p>\n<p>Unter dem Druck der T\u00fcrkei auf die syrische Regierung beendete die PKK ihre Pr\u00e4senz im Libanon und fand 1992 in Damaskus Schutz. Israel schloss mit der T\u00fcrkei ein Abkommen \u00fcber polizeiliche Zusammenarbeit, das im Rahmen des globalen Anti-Terror-Krieges gegen die PKK vorging. Die Spannungen zwischen der T\u00fcrkei und Syrien versch\u00e4rften sich aufgrund der Beteiligung Israels am t\u00fcrkischen Krieg gegen die PKK. Die T\u00fcrkei \u00fcberzeugte Israel, seinen Einfluss auf den US-Kongress zu nutzen, um die USA dazu zu bewegen, ihre Kritik an der t\u00fcrkischen Unterdr\u00fcckung der Kurden einzustellen.<\/p>\n<p>Die T\u00fcrkei forderte Syrien wiederholt auf, die Beziehungen zur PKK abzubrechen, und verlegte 1998 Truppen an die Grenze, nachdem die Warnungen von Damaskus ignoriert worden waren. Zugleich bedrohten israelische Truppen die syrische Pr\u00e4senz im Libanon und waren bereits an der israelisch-syrischen Grenze stationiert. Da die syrische Regierung keinen Kampf an zwei Fronten f\u00fchren wollte, unterzeichnete Hafez al-Assad das Adana-Abkommen, in dem er die Beziehungen zur PKK abbrach und sie als terroristische Vereinigung einstufte. Daraufhin zog die PKK in die Kandil-Berge um, wo sie sich verst\u00e4rkt auf den Aufstand gegen die T\u00fcrkei und die von der KDP dominierte Region Kurdistan im Irak konzentrierte. An der Festnahme und Verschleppung Abdullah \u00d6calans am 15. Februar 1999 in Nairobi war neben dem t\u00fcrkischen Geheimdienst MIT und der CIA wohl auch der Mossad beteiligt.<\/p>\n<p>Im Jahr 2017 bezeichnete Netanjahu die PKK abermals als Terrororganisation und forderte die T\u00fcrkei auf, im Gegenzug auch die Hamas als solche zu betrachten. Mustafa Karasu, ein PKK-F\u00fchrer, verurteilte die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA im Jahr 2018, da dort alle Religionen respektiert werden sollten. Nachdem die USA im Mai 2018 ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt hatten, kam es an der Grenze zum Gazastreifen zu Protesten, bei denen israelische Truppen mehrere Pal\u00e4stinenser t\u00f6teten. PKK und HDP verurteilten die Morde und forderten ein Ende der Gewalt. Gefragt nach einer L\u00f6sung des israelisch-pal\u00e4stinensischen Konflikts erkl\u00e4rten f\u00fchrende Kader der PKK, nicht eine Ein- oder Zweistaatenl\u00f6sung, sondern der demokratische Konf\u00f6deralismus sei die einzig m\u00f6gliche Entsch\u00e4rfung aller Konflikte im Nahen Osten. Nur auf diesem Wege k\u00f6nne Frieden zwischen allen Ethnien und Religionen herbeigef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Israel und die T\u00fcrkei arbeiten nach Einsch\u00e4tzung der PKK-F\u00fchrung auf Grundlage eines rassistischen und chauvinistischen Verst\u00e4ndnisses und einer entsprechenden Politik zusammen. Zwar sehe es manchmal so aus, als gebe es grundlegende Widerspr\u00fcche zwischen dem israelischen und dem t\u00fcrkischen Staat. Doch das sei nur ein vordergr\u00fcndiges Geschehen, das die grunds\u00e4tzlichen Beziehungen der beiden Staatsf\u00fchrungen verschleiere und die Bev\u00f6lkerung t\u00e4usche. Gegenw\u00e4rtig sei Israel in den kurdisch-t\u00fcrkischen Konflikt verwickelt, weil der j\u00fcdische Nationalismus mit seinem t\u00fcrkischen Pendant vor\u00fcbergehend um territoriale Anspr\u00fcche streite. Wenngleich Erdogan im Gaza-Krieg eine entschieden pro-pal\u00e4stinensische Haltung zur Schau gestellt habe, unterst\u00fctze er wechselweise jeden, solange ihm das n\u00fctze. Heute stehe er demonstrativ auf der Seite Pal\u00e4stinas, doch morgen schon wieder auf der Israels.<\/p>\n<p><strong>Kein Rastplatz zwischen den M\u00fchlsteinen<\/strong><\/p>\n<p>Wenn es hei\u00dft, der Untergang des Osmanischen Reiches sei ein kollektives Trauma der T\u00fcrkei, dient dieser herbeifantasierte Stachel im Fleisch der Nation dem Machtkalk\u00fcl der politischen Elite, den beklagten historischen Verlust durch eine expansionistische Au\u00dfenpolitik zu kompensieren. &#8222;Die T\u00fcrkei ist gr\u00f6\u00dfer als die T\u00fcrkei&#8220;, deklamiert Pr\u00e4sident Erdogan. &#8222;Als Nation k\u00f6nnen wir unseren Horizont nicht auf 782.000 Quadratkilometer beschr\u00e4nken. Die T\u00fcrkei und die t\u00fcrkische Nation k\u00f6nnen ihrem Schicksal nicht entkommen und sich auch nicht davor verstecken.&#8220; Was diese omin\u00f6se Drohung mit den Schicksalsm\u00e4chten im Klartext bedeuten k\u00f6nnte, zeigen t\u00fcrkische Landkarten, die Teile der Nachbarl\u00e4nder und selbst das Mittelmeer bis nach Libyen der T\u00fcrkei zuschlagen. Damit nicht genug, greift der neoosmanische Traum l\u00e4ngst weit dar\u00fcber hinaus, von der F\u00fchrerschaft aller Turkv\u00f6lker bis nach Zentralasien ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>Ankara unterh\u00e4lt nicht nur zahlreiche Milit\u00e4rbasen im Globalen S\u00fcden, sondern bildet auch nationale Armeen in der &#8222;Terrorismusbek\u00e4mpfung&#8220; aus, liefert Drohnentechnologie sowie hochmoderne R\u00fcstungsg\u00fcter in Krisengebiete und st\u00e4rkt mit gro\u00dfen Infrastrukturprojekten, karitativen Hilfsma\u00dfnahmen sowie Bildungsinitiativen seinen Einfluss auf die Gesellschaften vor Ort. In Syrien k\u00f6nnte sich der Wiederaufbau als Goldgrube zur Rettung der kriselnden t\u00fcrkischen Wirtschaft erweisen, die sich ein gro\u00dfes St\u00fcck vom Kuchen des potentiellen Auftragsmarkts von sch\u00e4tzungsweise rund 100 Milliarden Dollar einverleiben will. Die von langer Hand geplante R\u00fcckkehr syrischer Fl\u00fcchtlinge, die bislang \u00fcberwiegend im t\u00fcrkischen Niedriglohnsektor t\u00e4tig waren, soll im Sinne einer ethnischen S\u00e4uberung insbesondere die widerspenstige kurdische Bev\u00f6lkerung vertreiben und die Vernichtung ihrer grenznahen Selbstverwaltung mitbef\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Syrien, das \u00fcber 400 Jahre Teil des Osmanischen Reiches war, soll Zug um Zug in die t\u00fcrkische Einflusssph\u00e4re gezogen werden, wodurch die T\u00fcrkei per Neuordnung des Nahen Ostens zur f\u00fchrenden Regionalmacht aufsteigen w\u00fcrde. Letzteres hat sich aber auch Israel seit jeher auf die Fahne geschrieben, ein Land ohne festgelegte Grenzen, dessen Vision entuferter Gr\u00f6\u00dfe seine Sicherheitsanspr\u00fcche nach Belieben ausweitet. Daher steuert der beiderseitige \u00dcbergriff auf das gemeinsame Nachbarland zwangsl\u00e4ufig auf Kollisionskurs. Beide waren am Sturz des Assad-Regimes beteiligt, doch weder in Jerusalem noch in Ankara will man dem anderen die Beute ganz und gar \u00fcberlassen. Israel verlangt, dass sich die T\u00fcrkei nicht l\u00e4nger in Gaza und dem Westjordanland einmischt wie auch die Annexion der Golanh\u00f6hen anerkennt. Gefordert wird \u00fcberdies eine entmilitarisierte Zone s\u00fcdlich von Damaskus sowie ein freier Himmel f\u00fcr die israelische Luftwaffe. Im Grunde reklamiert die Regierung Israels den S\u00fcden Syriens f\u00fcr sich, wo sie eine Pufferzone besetzt hat und die \u00dcberreste milit\u00e4rischer Einrichtungen und Arsenale bombardiert. Nichts soll \u00fcbrigbleiben, was die Lufthoheit bis an die Grenze des Iran und die Verhinderung iranischer Unterst\u00fctzung der Hisbollah gef\u00e4hrden k\u00f6nnte. Als Warnschuss vor den Bug Ankaras wurde sogar der T4-Milit\u00e4rflughafen in der zentralsyrischen Provinz Homs, den die T\u00fcrkei zum eigenen Luftwaffenst\u00fctzpunkt ausbauen wollte, von israelischen Kampfjets zerbombt.<\/p>\n<p>Dieser israelischen Diplomatie ruchloser Taten und brachialer Waffengewalt setzte Ankara kaum minder schwere Gesch\u00fctze entgegen. Sich von der pal\u00e4stinensischen Frage zur\u00fcckzuziehen, sei unm\u00f6glich f\u00fcr die T\u00fcrkei, erkl\u00e4rte Au\u00dfenminister Hakan Fidan. &#8222;Die Beendigung der israelischen Besatzung und die Errichtung eines pal\u00e4stinensischen Staates auf der Grundlage der Grenzen von 1967 sind die einzige L\u00f6sung f\u00fcr dieses Problem.&#8220; Wenngleich heute kein Mensch mehr ernsthaft davon ausgehen d\u00fcrfte, dass diese Forderungen jemals erf\u00fcllt werden k\u00f6nnten, gibt die Formel noch immer den Leim \u00f6ffentlich zelebrierter B\u00fcndnisse und Anspr\u00fcche in dieser Region ab. &#8222;Wer fragt, was die T\u00fcrkei in Libyen, Syrien und Somalia unternimmt, versteht diese Eins\u00e4tze m\u00f6glicherweise nicht. Wir m\u00fcssen die Mission erkennen und akzeptieren, die uns die Geschichte als Nation zugewiesen hat, und entsprechend handeln&#8220;, erkl\u00e4rte Pr\u00e4sident Erdogan nach dem Sturz Baschar al-Assads. Die T\u00fcrkei werde keine Schritte zulassen, die ihre nationale Sicherheit und Interessen gef\u00e4hrden w\u00fcrden. Denn die &#8222;separatistische Terrororganisation&#8220; wolle die Gunst der Stunde nutzen, womit Erdogan nat\u00fcrlich die autonome Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien meint.<\/p>\n<p>Dem entgegnete der israelische Au\u00dfenminister Gideon Sa&#8217;ar bei einer Pressekonferenz: &#8222;Ich habe betont, dass die Sicherheit der kurdischen Minderheit in Syrien gew\u00e4hrleistet werden muss, die immer noch Angriffen ausgesetzt ist. Die Kurden haben tapfer gegen die Terrormiliz IS gek\u00e4mpft und die internationale Gemeinschaft muss ihren Schutz vor Angriffen radikaler Islamisten gew\u00e4hrleisten.&#8220; [8]<\/p>\n<p>D\u00fcrfen die Menschen in Rojava also darauf hoffen, dass sie den Konflikt der rivalisierenden Regionalm\u00e4chte zu ihren Gunsten nutzen k\u00f6nnen und ihnen Israel im Falle eines t\u00fcrkischen Generalangriffs beisteht? Dagegen spricht ein Treffen hochrangiger Milit\u00e4rdelegationen aus der T\u00fcrkei und Israel im aserbaidschanischen Baku, wo \u00fcber einen Mechanismus zur Vermeidung von Konflikten in Syrien beraten wurde. Gegenstand der Verhandlungen war die Aufteilung von Einflusszonen, worauf israelische Medien den Vergleich zum Sykes-Picot-Abkommen von 1916 zogen, mit dem britische und franz\u00f6sische Diplomaten im Ersten Weltkrieg ihre kolonialen Interessengebiete im Nahen Osten abgrenzten. Aus der willk\u00fcrlich gezogenen &#8222;Linie im Sand&#8220; folgten bis heute blutige Konflikte. Dementsprechend d\u00fcrfte auch die Verst\u00e4ndigung zwischen der T\u00fcrkei und Israel dazu f\u00fchren, dass Syrien fragmentiert und instabil bleibt, woraus neue Kriege zu resultieren drohen. [9]<\/p>\n<p>Die von Washington vorangetriebene Neuordnung des Mittleren Ostens schafft ein Tr\u00fcmmerfeld, in dem die T\u00fcrkei und Israel das Zerst\u00f6rungswerk fortsetzen. Mit \u00fcber 100.000 K\u00e4mpferinnen und K\u00e4mpfern verf\u00fcgen die SDF zwar \u00fcber ein bedeutendes Verteidigungspotential, das jedoch mangels schweren Kriegsger\u00e4ts und insbesondere einer Luftwaffe auf Unterst\u00fctzung wie jene der USA angewiesen ist. Die Hilfe staatlicher B\u00fcndnispartner geht jedoch nie \u00fcber deren Interesse hinaus, sich der kurdischen Kampfkraft wie bei der Zerschlagung des IS befristet zu bedienen. Russen wie Amerikaner lie\u00dfen Rojava bei den t\u00fcrkischen Angriffen weitgehend im Stich, was auch f\u00fcr Israel gelten w\u00fcrde, das sich als Freund der Kurden inszeniert, de facto aber auf ein zerst\u00fcckeltes Syrien setzt. Im Zeitalter weltweiter Restauration des R\u00fcckzugs auf nationalstaatliche Machtprojektionen sieht sich die kurdisch inspirierte Selbstverwaltung, so beispielhaft sie auch anmuten mag, gerade wegen ihrer Errungenschaften massiveren Bedrohungen denn je ausgesetzt.<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten:<\/p>\n<p>[1] https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/495222.t%C3%BCrkei-und-kurden-warten-auf-ankara.html<\/p>\n<p>[2] https:\/\/taz.de\/Kurden-in-der-Tuerkei\/!6084470\/<\/p>\n<p>[3] https:\/\/www.zeit.de\/2025\/20\/aufloesung-pkk-tuerkei-kurden-abdullah-oecalan-frieden<\/p>\n<p>[4] https:\/\/www.dw.com\/de\/t%C3%BCrkei-und-pkk-41-jahre-blutiger-konflikt-gehen-zu-ende\/a-72514187<\/p>\n<p>[5] https:\/\/staatstheater-hannover.de\/de_DE\/nick-brauns<\/p>\n<p>[6] https:\/\/www.ipg-journal.de\/regionen\/naher-osten\/artikel\/wettstreit-um-die-vorherrschaft-8060\/<\/p>\n<p>[7] https:\/\/www.israelheute.com\/erfahren\/historisches-abkommen-zwischen-den-kurden-und-syrien-hoffnung-oder-unterwerfung\/<\/p>\n<p>[8] https:\/\/www.fr.de\/politik\/israel-bekennt-sich-deutlich-zu-den-kurden-eskalation-in-syrien-befuerchtet-zr-93459841.html<\/p>\n<p>[9] https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/497991.ein-hauch-von-sykes-picot.html<\/p>\n<p>ver\u00f6ffentlicht in der Schattenblick-Druckausgabe Nr. 183 vom 5. Juli 2025<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Staaten haben keine Freunde, nur Interessen.&#8220; (Charles de Gaulle zugesprochen) &#8222;Keine Freunde au\u00dfer den Bergen&#8220; (verbreitete kurdische Redewendung) Das Charles de Gaulle zugeschriebene Zitat gilt es in jegliche Erw\u00e4gungen einzubeziehen, die das politische Denken und Handeln staatlicher Akteure bewerten. 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