{"id":2602206,"date":"2025-05-03T16:49:58","date_gmt":"2025-05-03T15:49:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=2602206"},"modified":"2025-05-03T16:49:58","modified_gmt":"2025-05-03T15:49:58","slug":"ich-glaube-an-das-denkvermoegen-der-menschen-guenter-buhlke-ueber-sozialismus-demokratie-und-die-hoffnung-auf-eine-menschlichere-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2025\/05\/ich-glaube-an-das-denkvermoegen-der-menschen-guenter-buhlke-ueber-sozialismus-demokratie-und-die-hoffnung-auf-eine-menschlichere-welt\/","title":{"rendered":"\u201eIch glaube an das Denkverm\u00f6gen der Menschen\u201c \u2013 G\u00fcnter Buhlke \u00fcber Sozialismus, Demokratie und die Hoffnung auf eine menschlichere Welt"},"content":{"rendered":"<p><strong>G\u00fcnter Buhlke hat \u00fcber 250 Artikel f\u00fcr Pressenza geschrieben, zahlreiche B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht und war Zeit seines Lebens politisch, wirtschaftlich und intellektuell aktiv. Geboren 1934, erlebte er Krieg, Wiederaufbau, DDR, Wende und die neoliberale Neuordnung nach 1990. In diesem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch blickt er zur\u00fcck \u2013 und nach vorn: kritisch, mit jahrzehntelanger Erfahrung, aber auch mit beharrlicher Hoffnung auf Humanismus, soziale Gerechtigkeit und das Denkverm\u00f6gen der Menschen. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Systemfragen, Medienmacht, die Gefahr des Rechtsrucks \u2013 und dar\u00fcber, warum Schreiben f\u00fcr ihn ein Akt der Solidarit\u00e4t ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Reto Thumiger: Lieber G\u00fcnter, ich freue mich sehr, dass wir heute sprechen k\u00f6nnen. Du hast <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/author\/guenter-buhlke\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00fcber 250 Artikel f\u00fcr Pressenza<\/a> geschrieben, du hast B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht, warst beruflich und politisch engagiert, hast so viel erlebt und gedacht. Wie geht\u2019s dir heute \u2013 mit all dem im R\u00fccken?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>G\u00fcnter Buhlke: Also pers\u00f6nlich geht\u2019s mir \u2013 meinem Alter entsprechend \u2013 soweit gut. Klar, man kann den K\u00f6rper nicht j\u00fcnger machen und das eine oder andere Zipperlein geh\u00f6rt eben dazu. Aber alles in allem bin ich zufrieden.<\/p>\n<p>Was mir allerdings zu schaffen macht, ist, dass ich als biologisches Wesen allein lebe. Es fehlt jemand zum t\u00e4glichen Austausch. Auch wenn es mal Streit g\u00e4be \u2013 das geh\u00f6rt ja dazu, so ein bisschen Schimpfen aus F\u00fcrsorge: \u201eDu stolperst gleich \u00fcber deine offenen Schn\u00fcrsenkel!\u201c \u2013 das fehlt eben. Ich lese viel, und mir fehlt jemand, mit dem ich \u00fcber das Gelesene reden kann.<\/p>\n<p><strong><em>Ist das vielleicht das eigentlich Schwierige am \u00c4lterwerden \u2013 dass das pers\u00f6nliche Umfeld kleiner wird, dass man Menschen verliert?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, so ist das. Die Mobilit\u00e4t l\u00e4sst nach, und man kommt nicht mehr so oft zusammen mit Verwandten oder Freunden. Ich sehe, dass viele \u2013 gerade die Kinder, die Bekannten \u2013 stark belastet sind, wenig Zeit haben. Sie sind getrieben, vor allem vom Geld. Ich finde, der Egoismus ist gr\u00f6\u00dfer geworden, das Pflichtbewusstsein kleiner. Das macht sich sogar bis zur Schule bemerkbar. Hier nebenan ist eine Schule \u2013 morgens um acht gehen die Kinder rein, ich sehe sie, wenn ich Br\u00f6tchen hole, auch f\u00fcr meine Nachbarin, die nicht laufen kann. Ich b\u00fccke mich unterwegs nach Bonbonpapier, das auf dem Gehweg liegt. Aber wenn ich einem Kind mal sage: \u201eDas macht man nicht\u201c, kriege ich \u00c4rger \u2013 von Mama oder Papa.<\/p>\n<p><strong><em>Und wie nimmst du die Gesellschaft als Ganzes heute wahr?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich habe Schwierigkeiten, mein gesellschaftliches Umfeld einzuordnen \u2013 mit meiner Lebenserfahrung aus neun Jahrzehnten. Ich verfolge die Medien, h\u00f6re genau hin, wie sie berichten \u2013 und empfinde, dass das Leben im Sozialismus schlecht dargestellt wird. Die Medien scheinen mehr Ideologie zu verbreiten als Information. Und Ideologie ist immer gef\u00e4hrlich, weil sie menschliche Grenzen \u00fcberschreitet und Wirklichkeit verzerrt.<\/p>\n<p>Schau dir nur an, wie \u00fcber Russland oder China gesprochen wird \u2013 das sind f\u00fcr viele einfach Feindl\u00e4nder, die man bek\u00e4mpfen muss. Allein das halte ich f\u00fcr eine schreckliche Haltung. Ich versuche immer, als Kompass die Menschenrechte zu nehmen \u2013 diese gro\u00dfe Leistung der Menschheit nach 1945. Eleanor Roosevelt hat da ja ma\u00dfgeblich mitgewirkt.<\/p>\n<p><strong><em>Du bist 1934 geboren \u2013 hast Krieg und Nachkriegszeit als Kind erlebt, bist in der DDR gro\u00df geworden, warst politisch aktiv, hast viel Verantwortung getragen. Gibt es bestimmte Lebensabschnitte oder Erfahrungen, die dich besonders gepr\u00e4gt haben?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, auf jeden Fall. Zum Beispiel die Zeit als junger Au\u00dfenhandelskaufmann. Da schickt mich mein Betrieb nach Kuba \u2013 mit dem Auftrag, einen Vertrag abzuschlie\u00dfen im Wert von zehn Millionen Dollar. Das habe ich erst sp\u00e4ter wirklich begriffen, was f\u00fcr ein Vertrauensvorschuss das war. Oder als ich nach China geschickt wurde, um eine bestimmte Sorte Tabak zu kaufen, den Virginia-Tabak, den es in der sozialistischen Welt nicht gab. Warum sie mir das zugetraut haben, wei\u00df ich bis heute nicht genau \u2013 aber sie haben es getan. Und ich hab\u2019s gemacht. Erfahrungen lassen kommende Aufgaben besser erf\u00fcllen.<\/p>\n<p><strong><em>Du warst auch als Handelsrat f\u00fcr die DDR in Mexiko und Venezuela t\u00e4tig. Wie hast du Lateinamerika erlebt? Was hat dich dort besonders beeindruckt \u2013 politisch, menschlich, kulturell? Hat das deinen Blick auf die Welt ver\u00e4ndert?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, sehr. Diese Zeit hat mein Selbstbewusstsein gepr\u00e4gt. Ich habe gelernt, dass es auch andere Weltbilder des menschlichen Zusammenlebens gibt. Wir waren damals nur zwei oder drei Familien, die das Handelsb\u00fcro aufgebaut haben. Immer wenn wir etwas verkaufen wollten, hie\u00df es in der Heimat, in der DDR: \u201eK\u00f6nnen wir nicht, haben wir nicht, sind \u00fcberlastet.\u201c Also haben wir gesagt: Wir machen eine Industrieausstellung \u2013 damit die Leute aus Produktion und Handel direkt sehen, was wir k\u00f6nnen. Die Ausstellung fand zur Fu\u00dfballweltmeisterschaft 1970 statt \u2013 aber ein Jahr im Voraus war schon alles ausgebucht. Keine Hotelzimmer mehr.<\/p>\n<p>Ich musste also f\u00fcr 120 Leute Unterk\u00fcnfte organisieren \u2013 und habe dann herausgefunden, wer gerade neue Hotels baut. Ich habe mit einer Firma Kontakt aufgenommen, die auch ein Hotel baute. Der Chef sagte: \u201eOkay, du bekommst die Zimmer \u2013 aber ich brauche das Geld jetzt, ein Jahr im Voraus.\u201c F\u00fcr die devisenarme DDR eine echte Herausforderung. Aber es hat funktioniert. Und wenn du sowas hinkriegst, dann bist du stolz &#8211; das pr\u00e4gt.<\/p>\n<p><strong><em>Und wie war es, als Vertreter der DDR in einem kapitalistisch gepr\u00e4gten Umfeld zu agieren \u2013 auch in direktem Kontakt mit westlichen Firmen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Da gab es manchmal unerwartete H\u00fcrden. Einmal wollte ich ein Gesch\u00e4ft an der Grenze zwischen Mexiko und den USA aufziehen \u2013 da fahren im Winter Millionen Autos durch, viele von Kanada kommend. Die Japaner verkauften dort alles M\u00f6gliche: Glas, Spielzeug, Kameras \u2013 Sachen, die auch wir anbieten konnten. Ich hatte gute Gespr\u00e4che mit der Handelskammer, alles schien gut zu laufen. Und am letzten Tag hie\u00df es pl\u00f6tzlich: \u201eGeht nicht. Einer unserer Geldgeber aus den USA hat Nein gesagt \u2013 keine Gesch\u00e4fte mit Leuten aus dem Osten.\u201c<\/p>\n<p><strong><em>Trotzdem wolltet ihr auch wirtschaftlich erfolgreich sein, oder?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich. Auch im Sozialismus musst du deine Kosten decken. Marx nennt das nicht Gewinn, sondern Surplus \u2013 der Teil, der f\u00fcr die Weiterentwicklung der Gesellschaft gedacht ist. Aber dar\u00fcber habe ich \u00f6fter mit unseren Parteisekret\u00e4ren gestritten, weil die \u00dcbergewinnlogik f\u00fcr sie ideologisch problematisch war.<\/p>\n<p><strong><em>Gab es auch pers\u00f6nlichen Kontakt mit Menschen in Lateinamerika, der dich gepr\u00e4gt hat?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, sehr. Wir hatten viele Familien, die uns besucht haben, nachdem wir diplomatische Beziehungen aufgebaut hatten. Manche wollten ihre Kinder in die DDR schicken \u2013 wegen der Drogenproblematik. Auch bekannte K\u00fcnstler mit linken \u00dcberzeugungen, etwa aus dem Umfeld von Diego Rivera und Frida Kahlo, waren interessiert. Der Enkel von David Alfaro Siqueiros \u2013 einem kommunistischen K\u00fcnstler \u2013 kam zum Beispiel zu uns. Er sollte in Th\u00fcringen Kunsthandwerk erlernen, aber er hatte schon Drogen im Blut. Und es war damals kein Problem, nach West-Berlin zu kommen \u2013 die Kreise, in denen man an Stoff kommt, lernen sich schnell kennen.<\/p>\n<p><strong><em>Hat dich die Kultur Lateinamerikas auch inhaltlich beeinflusst?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, ich habe gro\u00dfe Hochachtung vor diesen Menschen und ihrer Geschichte. Ihre Grundhaltungen sind dem Sozialismus sehr nah. Die indigene Philosophie \u201eBuen Vivir\u201c \u2013 gut, ausk\u00f6mmlich leben \u2013 hat mit Menschenrechten zu tun: Wohnung, Kleidung, Nahrung. Auch die mexikanische Verfassung von 1917 war damals die fortschrittlichste der kapitalistischen Welt \u2013 Acht-Stunden-Tag, Schutz der Rohstoffe vor Privatisierung. Diese Haltung, dass grundlegende Dinge nicht privatisiert geh\u00f6ren \u2013 Land, Wasser, Rohstoffe \u2013, das verbindet uns.<\/p>\n<p>Ich denke oft: Vielleicht hat Lenin beim Lesen in Z\u00fcrich auch davon gelernt. Es w\u00e4re spannend zu wissen, was er dort alles gelesen hat. Jedenfalls: In Lateinamerika hatte ich das Gef\u00fchl, auf einer menschlichen Ebene wirklich verstanden zu werden. In Deutschland, besonders im Westen, habe ich da h\u00e4ufiger das Gef\u00fchl, sofort in ideologische Debatten verwickelt zu werden. Da fehlt manchmal die Verbindung.<\/p>\n<p><strong><em>Ideologisch, sagst du, findet man oft keine gemeinsame Ebene \u2013 aber wirtschaftlich schon?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, wirtschaftlich gibt es Ankn\u00fcpfungspunkte. Ich arbeite gerade an einem Buch, in dem ich etwa 30 oder 40 Betriebswirtschaftsbereiche vergleiche: Wie werden sie im Kapitalismus geregelt \u2013 und wie im Sozialismus? Was kaum jemand wei\u00df: Die DDR hatte in ihrer Betriebswirtschaft fast alle Elemente integriert, die auch der Kapitalismus verwendet.<\/p>\n<p><strong><em>Das Buch hei\u00dft \u201eZukunft im demokratischen Sozialismus\u201c \u2013 was war der Ansto\u00df daf\u00fcr?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Ideen stammen aus einer Arbeitsgruppe, an der Wissenschaftler aus Westdeutschland, Italien, China und Norwegen beteiligt waren \u2013 ich habe die Gruppe mit organisiert. Es ging darum, die Grundlagen des Sozialismus im 21. Jahrhundert zu diskutieren. Auch Hans Modrow war bei manchen Treffen dabei. Der Austausch war f\u00fcr mich sehr wertvoll.<\/p>\n<p><strong><em>Lass uns \u00fcber die Wende sprechen. Du warst zuletzt in der Plankommission, B\u00fcrochef beim Staatssekret\u00e4r f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder. Wie hast du den Umbruch erlebt \u2013 auch ganz pers\u00f6nlich?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Zuerst einmal war da die Sorge: Was wird jetzt aus der Familie Buhlke? Die Plankommission wurde aufgel\u00f6st. Klar war f\u00fcr mich: Ich will und muss weiterarbeiten. Und ich hatte wieder einmal Gl\u00fcck. Im Mai 1990 suchte Christa Luft, damals Vorsitzende des Haushaltsausschusses der Volkskammer, eine wissenschaftliche Mitarbeit \u2013 zum Recherchieren, zum Analysieren internationaler Erfahrungen. Ich kannte sie schon aus meiner Zeit des Studiums, also bin ich zu ihr gekommen.<\/p>\n<p>Im Haushaltsausschuss habe ich viel neues gelernt. Ich dachte: Du kannst hier wirklich etwas beitragen. Zum Beispiel habe ich untersucht, wie das Saarland 1935 wieder Teil Deutschlands wurde \u2013 vorher war es ja unter franz\u00f6sischer Verwaltung. Ich habe alles dazu gesammelt, was ich in den Bibliotheken finden konnte. Die kapitalistisch betriebene Wirtschaft des Saarlandes bekam bis zu sechs Jahren Anpassungszeit. Die DDR-Wirtschaft <strong>\u201e<\/strong>Null<strong>\u201c<\/strong> Jahre f\u00fcr das Steuer- und Abgabesystem, die Kreditwirtschaft, die Lohn- und Gehaltstarife sowie die Anpassung an die W\u00e4hrungsverh\u00e4ltnisse mit den L\u00e4ndern des Rates f\u00fcr gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW).<\/p>\n<p><strong><em>Das war also noch vor der offiziellen Wiedervereinigung \u2013 wie ging es dann f\u00fcr dich weiter?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nach der Aufl\u00f6sung der Volkskammer war ich arbeitslos. Keine Abfindung, nichts. \u201eTut uns leid\u201c, hie\u00df es. Und das ging ja nicht nur mir so \u2013 viele aus meiner Generation haben ihren Job verloren und oft auch keinen neuen Anschluss mehr gefunden.<\/p>\n<p><strong><em>Du sprichst von Gl\u00fcck \u2013 warum?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Weil ich \u00fcberhaupt in diese Funktion kam. Und weil ich durch die Arbeit im Ausschuss tiefer verstehen konnte, was eigentlich passiert ist. Hans Modrow, der letzte DDR-Ministerpr\u00e4sident, wurde damals nach Davos eingeladen. Dort war schon 1990 klar: Die DDR wird nicht reformiert \u2013 sie wird angeschlossen. Die Weichen waren l\u00e4ngst gestellt, sp\u00e4testens nachdem Gorbatschow signalisiert hatte, dass der Warschauer Pakt und der Rat der gegenseitigen Wirtschaftshilfe (RGW) aufgel\u00f6st wird.<\/p>\n<p><strong><em>Du hast also gesp\u00fcrt, dass der Anschluss der DDR nicht auf Augenh\u00f6he geschah?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, ganz klar. Das war zwischen den USA und der Sowjetunion l\u00e4ngst entschieden. In der Volkskammer haben wir erlebt, wie westdeutsches Wirtschaftsrecht sofort auf die DDR \u00fcbertragen wurde. Die DDR hatte zu diesem Zeitpunkt zwar noch formal existiert, aber de facto wurden schon alle inneren Strukturen angepasst.<\/p>\n<p>Es gab kein Abfangsystem mehr \u2013 also keine Subventionen, keine Schutzmechanismen f\u00fcr Betriebe. Jeder Betrieb musste noch 1990 eine \u201eDM Er\u00f6ffnungsbilanz\u201c f\u00fcr das Finanzministerium in Bonn aufstellen: basierend auf Marktpreisen statt Planpreisen. Das war eine massive Umstellung, ohne Zeit zur Anpassung. Ich habe gesehen, was das f\u00fcr die Wirtschaft bedeutete \u2013 und wie sehr das von dem abwich, was die Medien erz\u00e4hlt haben.<\/p>\n<p><strong><em>Du hattest also Zugang zu Informationen, die viele in der Bev\u00f6lkerung nicht hatten?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja. Aus meiner Position in der Plankommission wusste ich, was hinter den Kulissen besprochen wurde. Die Bev\u00f6lkerung hatte keine Vorstellung davon, wie ein Staatshaushalt funktioniert oder was die Umstellung konkret bedeutet. Es wurde ihnen erz\u00e4hlt: \u201eJetzt wird alles besser.\u201c Die Realit\u00e4t sah anders aus.<\/p>\n<p><strong><em>Die Erfahrungen der Wendezeit waren f\u00fcr viele in Ostdeutschland traumatisch. Siehst du darin einen Zusammenhang zur heutigen politischen Situation \u2013 zum Beispiel zum Erfolg der AfD?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Direkte Zusammenh\u00e4nge sehe ich weniger. Aber ich erkenne, dass die AfD eine clevere Strategie verfolgt. Kritik am Staat kommt immer gut an. Und sie spielt genau damit: mit dem Gef\u00fchl, dass die Macht eben nicht vom Volk ausgeht \u2013 obwohl es so im Grundgesetz steht. Wer genauer liest, merkt: Die Macht wird durch Wahlen vermittelt, und das ist ein langer, komplexer Weg.<\/p>\n<p>Ich beobachte die AfD genau. Sie ist populistisch, sie kommt beim Volk an \u2013 und genau das macht sie gef\u00e4hrlich. Weil sie \u00fcber Wahlen an die Macht kommen kann. So wie es auch bei Hitler war: Der kam \u00fcber einen Wahlerfolg an die Macht. Ich sage immer: Die AfD ist faschistoid.<\/p>\n<p><strong><em>Du bef\u00fcrchtest also, dass sie \u2013 wenn sie an die Regierung kommt \u2013 die Demokratie abschaffen k\u00f6nnte?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja. Und was mir besonders Sorge macht: Sie schaffen es, gro\u00dfe Massen zu mobilisieren. Diese Bilder von vollen Pl\u00e4tzen, von Menschen, die jubeln \u2013 das erinnert mich an damals. Viele lassen sich blenden. Und ich finde: Die Medien erf\u00fcllen ihre Pflicht zur Aufkl\u00e4rung nicht ausreichend.<\/p>\n<p><strong><em>Wie stehst du zu den vielen Demonstrationen gegen rechts \u2013 sind sie sinnvoll?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, unbedingt. Es w\u00e4re noch schlimmer, wenn alles ohne Widerspruch abl\u00e4uft. Demonstrationen sind ein friedliches Mittel. Wenn Leute protestieren, zeigt das: Da gibt es noch kritisches Denken.<\/p>\n<p><strong><em>Aber manchmal wirkt der Protest inhaltsleer \u2013 man ist \u201egegen rechts\u201c, aber wof\u00fcr eigentlich?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das ist auch meine Kritik. Es reicht nicht, nur \u201egegen\u201c etwas zu sein. Man muss auch sagen, wof\u00fcr man steht. F\u00fcr welche Werte. F\u00fcr welche Form von Gesellschaft. Und wie man diese Werte umsetzen will. Alles andere ist Scheinheiligkeit \u2013 und die ist f\u00fcr mich schwer zu ertragen. Die Proteste nehmen kaum die Charta der Menschenrechte von 1947 und 1966 als Wegweiser.<\/p>\n<p><strong><em>Und was ist f\u00fcr dich die Alternative \u2013 was ist deine Vision?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist der F\u00fcrsorgegedanke zentral. Das Gemeinwohl. Der Staat soll f\u00fcr die Menschen da sein: im Bildungswesen, im Gesundheitswesen, im Verkehr, bei der Unterst\u00fctzung der jungen Generation. Das ist f\u00fcr mich Sozialismus \u2013 und auch Humanismus.<\/p>\n<p>Ich glaube an das Denkverm\u00f6gen der Menschen. An ihre F\u00e4higkeit, Krisen zu bew\u00e4ltigen und friedliche L\u00f6sungen zu finden. Es gab Abr\u00fcstungsabkommen, es gab die KSZE \u2013 das alles zeigt, was m\u00f6glich ist. Leider werden solche Fortschritte oft wieder zur\u00fcckgenommen. Aber ich habe Hoffnung.<\/p>\n<p><strong><em>Die Welt befindet sich seit Jahren in einem gro\u00dfen Wandel, und das Risiko einer globalen Konfrontation nimmt st\u00e4ndig zu. Siehst du das haupts\u00e4chlich als wirtschaftliche Folge der extremen Kapitalakkumulation, die zum Krieg f\u00fchrt, oder gibt es deiner Meinung nach andere wichtige Faktoren?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, ich sehe dieses Risiko. Es ist in meinen Augen in erster Linie eine Folge der wirtschaftlichen Gewinnsucht \u2013 der Gier bestimmter Gruppen, immer mehr Kapital anzuh\u00e4ufen. Der Egoismus spielt dabei eine gro\u00dfe Rolle. Man sieht es an Figuren wie Trump oder anderen F\u00fchrungskr\u00e4ften \u2013 sie lieben die Fleischt\u00f6pfe und wollen ihren Einfluss sichern und ausbauen, ohne R\u00fccksicht auf das Allgemeinwohl.<\/p>\n<p><strong><em>Die Prozesse scheinen sich zu beschleunigen, viele Menschen sind verwirrt. Nach deiner Lebenserfahrung \u2013 ist eine kollektive Bewusstwerdung \u201evon unten\u201c noch m\u00f6glich, um die Erde menschlicher zu gestalten?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, ich denke, dieser Prozess l\u00e4uft l\u00e4ngst \u2013 und zwar schneller, seit das Meinungsmonopol der klassischen Medien durch das Handy durchbrochen wurde. Die ehemaligen Kolonien dr\u00e4ngen auf die Weltb\u00fchne. Europa bestimmt nicht mehr, was in der Welt geschieht.<\/p>\n<p>Protest entsteht immer von unten \u2013 aus der Arbeiterschaft, der Mittelschicht. Die Wissenschaftler k\u00f6nnten dr\u00e4ngender sein. Aber es fehlt die Einheit. Was fr\u00fcher die Heilige Allianz gegen das revolution\u00e4re Frankreich war, ist heute die NATO. Eine humane Gesellschaftsordnung wird nicht mit einem gro\u00dfen Knall kommen. Sie entsteht, Land f\u00fcr Land, denn die gesetzlichen Grundlagen sind national organisiert. Jedes Land muss sich selbst verteidigen \u2013 auch wirtschaftlich. Wer in die Auslandsschuldenfalle ger\u00e4t, verliert seine Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<p>F\u00fcr Deutschland habe ich wenig Hoffnung. Die AfD k\u00f6nnte es schaffen \u2013 unterst\u00fctzt von konservativen Kr\u00e4ften, flankiert von sozialen Medien wie X unter Elon Musk, die der CDU und der Rechten neue Wege \u00f6ffnen. Die konservative Seite ist juristisch und polizeilich hervorragend vorbereitet. Die Linke hat keine Medienmacht \u2013 das ist ein gro\u00dfes Problem.<\/p>\n<p><strong><em>Dein Buch \u201e<a href=\"https:\/\/www.eulenspiegel.com\/verlage\/verlag-am-park\/titel\/hat-die-welt-eine-zukunft.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hat die Welt eine Zukunft?<\/a>\u201c hast du 2020 geschrieben. Hat sich an deiner Einsch\u00e4tzung seitdem etwas ver\u00e4ndert?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Thema ist aktueller denn je. Schon Thomas Morus hatte die Vision, dass das Volk besser leben will \u2013 nicht wie im Feudalismus, sondern menschenw\u00fcrdig. Und das ist ein uralter Traum: das Streben nach einem besseren Leben, nach einem Paradies.<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcberzeugt: Wir Menschen haben zwei Dinge \u2013 Denkverm\u00f6gen und Arbeitsverm\u00f6gen. Alles andere nehmen wir aus der Natur. Unser Denken erm\u00f6glicht Technik, Medizin, Energie, Fortschritt. Und unser Denken kann uns auch davor bewahren, alles zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong><em>Du glaubst also trotz aller R\u00fcckschritte an die Kraft der Vernunft?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, ich glaube an die humane Vernunft. Und ich bin \u00fcberzeugt: Ohne Humanismus geht es nicht weiter. Humanismus hei\u00dft, die Spezies Mensch nicht untergehen zu lassen. Das gilt heute mehr denn je.<\/p>\n<p><strong><em>Du hast nie aufgeh\u00f6rt zu schreiben. Was bedeutet dir das Schreiben?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Schreiben gibt mir Hoffnung. Es ist f\u00fcr mich ein Mittel zur Aufkl\u00e4rung \u2013 ich m\u00f6chte etwas beitragen, etwas bewegen. Es hilft mir auch pers\u00f6nlich: gegen die Einsamkeit, gegen das Gef\u00fchl, nicht gebraucht zu werden. Ich will n\u00fctzlich sein, wie jedes Wesen in seiner Gemeinschaft. So wie Tiere in ihrer Herde, wie Bienen im Schwarm.<\/p>\n<p>Und ich lese sehr viel \u2013 was kluge Menschen fr\u00fcher gedacht und geschrieben haben. Das inspiriert mich, best\u00e4tigt mich und ich lerne st\u00e4ndig dazu.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2602214 size-full\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Guenter_Buhlke_Interview-Kopie.jpg\" alt=\"G\u00fcnter Buhlke beim Interview am 18. April 2025 in Berlin.\" width=\"820\" height=\"615\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Guenter_Buhlke_Interview-Kopie.jpg 820w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Guenter_Buhlke_Interview-Kopie-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px\" \/><\/p>\n<p><strong><em>Gibt es Artikel, die dir besonders wichtig sind?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, einige Texte liegen mir besonders am Herzen: <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2024\/02\/kommt-eine-wende\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Kommt eine Wende?<\/em><\/a>, <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2024\/03\/hoechstspannung-im-anthropozaen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>H\u00f6chstspannung im Anthropoz\u00e4n<\/em><\/a>, <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2024\/03\/tag-und-nachttraeume-eines-alten-mannes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Tag- und Nachttr\u00e4ume eines alten Mannes<\/em><\/a>. Darin beschreibe ich gro\u00dfe Themen, die uns alle angehen. Leider habe ich kein Forum, in dem man diese Themen diskutiert \u2013 das fehlt mir.<\/p>\n<p>Aber das Schreiben macht mir Freude. Und ich denke, der Mensch hat ein Recht darauf, Freude zu empfinden.<\/p>\n<p><strong><em>Wenn du eine Botschaft an die junge Generation, an die Friedensbewegung oder an Pressenza richten k\u00f6nntest \u2013 was w\u00e4re dir wichtig?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich habe kurz vor der Wahl einen Text geschrieben, <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2025\/01\/happy-future-erstwaehler-zum-bundestag\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gerichtet an die junge Generation<\/a>. Meine Botschaft ist: K\u00fcmmert euch. Lest die Parteiprogramme \u2013 aber richtig. Fragt euch: Was wollen die Parteien wirklich? Die meisten politischen Bewegungen denken in erster Linie daran, wie sie m\u00f6glichst viele Stimmen bekommen, um Gesetze durchsetzen zu k\u00f6nnen. Die gro\u00dfen Ideen f\u00fcr die Gesellschaft werden zu wenig mit den praktischen Ver\u00e4nderungsm\u00f6glichkeiten verbunden. Aufkl\u00e4rung tut not.<\/p>\n<p>Was ich aus meiner Arbeit im Haushaltsausschuss gelernt habe: Eine einzige Stimme Mehrheit reicht, um hundert gute Gedanken abzuw\u00fcrgen. In jedem Ausschuss spiegeln sich die Mehrheitsverh\u00e4ltnisse des Parlaments \u2013 und die Linke hatte nie die Mehrheit. Deshalb sage ich: Besch\u00e4ftigt euch mit den Grundlagen. Und denkt dran: Was heute passiert, hat seine Wurzeln oft weit zur\u00fcck. Das gilt f\u00fcr viele Konflikte \u2013 auch f\u00fcr den Krieg in der Ukraine.<\/p>\n<p><strong><em>Du hast gesagt, die Demokratie, wie wir sie kennen, ist eine Zahlendemokratie. Was meinst du damit?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Unsere repr\u00e4sentative Demokratie funktioniert \u00fcber Mehrheiten \u2013 aber eben auch \u00fcber Macht und Geld. Eine Stimme Mehrheit reicht, um Entscheidungen zu treffen. Das ist formal korrekt, aber es ist nicht genug.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche mir mehr partizipative Demokratie \u2013 also echte Beteiligung der Menschen. In der Theorie war das auch im Sozialismus angelegt, im R\u00e4tesystem. Die Idee: Erst beraten, dann entscheiden. In der Praxis wurde das leider oft pervertiert mit dem Satz: \u201eDie Partei hat immer recht.\u201c Aber der Gedanke an Mitsprache und gemeinsame Verantwortung bleibt wichtig.<\/p>\n<p><strong><em>Wie blickst du auf den Umgang mit der AfD?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die AfD ist f\u00fcr mich eine gro\u00dfe Gefahr \u2013 faschistoid. Sie kommt aus der CDU, viele Gr\u00fcndungsmitglieder waren dort. Und sie sind mitunter noch weiter rechts als die heutige CDU. Ich beobachte das mit Sorge. Wenn eine Politikerin wie Alice Weidel einem Friedrich Merz sagt: \u201eDu hast unser Programm abgeschrieben\u201c, dann sollte das zu denken geben.<\/p>\n<p>Die sogenannte Brandmauer gegen die AfD reicht nicht. Man muss sich inhaltlich mit ihr auseinandersetzen \u2013 zeigen, was sie wirklich wollen. Eine Demokratie lebt vom Diskurs. Und Brandmauern allein ersetzen keine Aufkl\u00e4rung.<\/p>\n<p><strong><em>Siehst du die aktuelle Kriegspropaganda \u2013 das Narrativ vom wertebasierten Westen gegen die Autokraten im Osten \u2013 als logische Fortsetzung des Kalten Krieges?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, auf jeden Fall. Das begann schon 1947 mit der Truman-Doktrin \u2013 sie lautete w\u00f6rtlich: \u201eDen Sozialismus aufhalten und zur\u00fcckdr\u00e4ngen.\u201c Damit wurde der Kalte Krieg eingeleitet. Vor jedem gro\u00dfen Krieg gab es Propaganda: Schuld waren immer die anderen. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren es die Juden, vor dem Ersten Weltkrieg waren es die Engl\u00e4nder und Franzosen, die den Deutschen angeblich \u201ekeinen Platz an der Sonne\u201c lassen wollten. Und heute hei\u00dft es, wir m\u00fcssten uns gegen Russland und China verteidigen.<\/p>\n<p>Dabei werden die sogenannten Werte des Westens \u00f6ffentlich kaum kritisch beleuchtet. Die Menschenrechte \u2013 Frieden, soziale Sicherheit, Bildung, Gesundheit \u2013 wurden meiner Meinung nach im Sozialismus st\u00e4rker verwirklicht. In der DDR gab es keine Arbeitslosen, keine Obdachlosen, keine Bettler. Es gab ein kostenloses Gesundheits- und Bildungswesen. Ja, Reisen in den Westen waren eingeschr\u00e4nkt, und es fehlten oft Luxusartikel \u2013 aber Theater, Museen, Sport \u2013 das alles war auch f\u00fcr den kleinen Geldbeutel erreichbar.<\/p>\n<p><strong><em>Was gibt dir heute noch Kraft? Was hat dich durch dein Leben getragen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Schwer zu sagen. Vielleicht: der Wille, anderen zu helfen. Die Hilfsbereitschaft. Ich bin ein Fan von Pflichten. Heute wird viel von Rechten gesprochen \u2013 aber wer spricht noch von den Pflichten? Auch in der Bildung \u2013 Kinder sollten lernen, Verantwortung zu \u00fcbernehmen, f\u00fcr ihre Familie, f\u00fcr die Gemeinschaft.<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t geh\u00f6rt f\u00fcr mich unbedingt dazu. Die Franz\u00f6sische Revolution hatte drei gro\u00dfe Prinzipien: Freiheit, Gleichheit, Br\u00fcderlichkeit. Aber heute redet man fast nur noch von der Freiheit. Die anderen beiden sind unter den Tisch gefallen.<\/p>\n<p>Ich habe viele kluge Menschen getroffen, vom Facharbeiter bis zum Wissenschaftler. Aber viele waren in ihrer Rolle nur eine Nummer \u2013 abh\u00e4ngig von einer Gehaltsstelle. Sie hatten keine echte Freiheit. Das ist ein Widerspruch, den ich oft erlebt habe.<\/p>\n<p><strong><em>Du hast viel \u00fcber Gesellschaft, Politik und Wirtschaft gesprochen. Aber wenn ich nach dem Pers\u00f6nlichen frage: Bist du mit deinem Leben vers\u00f6hnt?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, ich bin vers\u00f6hnt. Ich denke, ich habe meine Aufgaben gut erf\u00fcllt \u2013 und sie haben auch anderen gen\u00fctzt. Ich musste mir keinen neuen Anzug kaufen, um irgendwo zu gl\u00e4nzen. Aber ich bedauere manches \u2013 dass ich fr\u00fcher nicht genug gelesen habe oder nicht alle Fragen gestellt habe, die ich h\u00e4tte stellen sollen.<\/p>\n<p><strong><em>Und auf der Gef\u00fchlsebene?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Da ist es schwieriger. Ich denke manchmal, ich h\u00e4tte mehr f\u00fcr Ruth <em>[seine verstorbene Ehefrau und Lebenspartnerin]<\/em> tun k\u00f6nnen. Sie hat so viel geleistet, und ich sehe das jetzt deutlicher. Es ist nicht immer einfach, sich das einzugestehen. Aber ich versuche, selbstkritisch zu bleiben.<\/p>\n<p>Was mir wichtig ist: Ich f\u00fchle mich nicht \u00fcberlegen. Ich sehe oft, wie Akademiker auf ihrem Gebiet gl\u00e4nzen \u2013 aber auf anderen v\u00f6llig hilflos sind. Die Leistung anderer anzuerkennen, das ist eine wichtige F\u00e4higkeit. Und manchmal hilft es schon, einfach mal \u201eDanke\u201c zu sagen.<\/p>\n<p><strong><em>Vielen Dank f\u00fcr das interessante und sehr offene Gespr\u00e4ch, lieber G\u00fcnter!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nachwort:\u00a0G\u00fcnter Buhlke geh\u00f6rt zu jenen Menschen, die mit ihrem Denken, Schreiben und Handeln \u00fcber Jahrzehnte hinweg einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag geleistet hat \u2013 und in den letzten zehn Jahren auch zur Arbeit von Pressenza. Sein politisches und menschliches Engagement, seine unerm\u00fcdliche Lust am Forschen, Formulieren und Verstehen \u2013 all das macht ihn zu einer Stimme, die weit \u00fcber seine Generation hinaus Bedeutung hat.<\/p>\n<p>In diesem Gespr\u00e4ch spricht ein Mensch, der nicht nur Geschichte erlebt hat, sondern sie zu deuten versucht \u2013 offen, kritisch und mit der Hoffnung auf eine friedlichere, gerechtere Welt. Wer G\u00fcnter zuh\u00f6rt, h\u00f6rt einen Zeitzeugen, einen Humanisten \u2013 und einen wachen Geist voller Hingabe.<\/p>\n<p>\u201eIch glaube an das Denkverm\u00f6gen der Menschen\u201c \u2013 dieser Satz ist mehr als ein Interviewtitel. Er ist ein Verm\u00e4chtnis. Und eine Einladung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00fcnter Buhlke hat \u00fcber 250 Artikel f\u00fcr Pressenza geschrieben, zahlreiche B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht und war Zeit seines Lebens politisch, wirtschaftlich und intellektuell aktiv. Geboren 1934, erlebte er Krieg, Wiederaufbau, DDR, Wende und die neoliberale Neuordnung nach 1990. 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