{"id":2599181,"date":"2025-04-21T14:29:47","date_gmt":"2025-04-21T13:29:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=2599181"},"modified":"2025-04-21T14:32:52","modified_gmt":"2025-04-21T13:32:52","slug":"eugen-drewermann-in-ulm-warum-frieden-mehr-mut-braucht-als-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2025\/04\/eugen-drewermann-in-ulm-warum-frieden-mehr-mut-braucht-als-krieg\/","title":{"rendered":"Eugen Drewermann in Ulm: Warum Frieden mehr Mut braucht als Krieg"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am Karsamstag, den 19. April 2025, sprach der Theologe, Psychoanalytiker und Friedensaktivist Eugen Drewermann auf dem Ostermarsch in Ulm. In einer bewegenden Rede vor mehreren hundert Zuh\u00f6renden wandte er sich gegen die Rhetorik der Aufr\u00fcstung, die Kriegsbereitschaft der Politik und die Entmenschlichung durch milit\u00e4rischen Gehorsam.<\/strong><\/p>\n<p>Mit Bezug auf Jesus, die Bergpredigt, historische Pazifisten und die eigene Familiengeschichte spannte Drewermann einen Bogen von der Bibel bis zu den Kriegen der Gegenwart. Er stellte unbequeme Fragen, prangerte das Vergessen und Verdr\u00e4ngen von Kriegsschuld an \u2013 und appellierte eindringlich an die Menschlichkeit jedes Einzelnen.<\/p>\n<p>Seine Worte sind eine Einladung zum Nachdenken \u2013 \u00fcber Frieden, Schuld, Mitgef\u00fchl und dar\u00fcber, was es hei\u00dft, in dunklen Zeiten Mensch zu bleiben.<\/p>\n<p>Wir dokumentieren die Rede in einer sprachlich \u00fcberarbeiteten Fassung \u2013 nah am Original, mit klarer Gliederung, aber ohne inhaltliche Eingriffe.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Liebe Frau Stellmach,<br \/>\nmeine sehr verehrten Damen und Herren,<br \/>\ndarf ich sagen: Liebe Freundinnen und Freunde des Friedens!<\/p>\n<p>Von ganzem Herzen danke ich f\u00fcr die Einladung, zu Ihnen sprechen zu d\u00fcrfen \u2013 in dem Bewusstsein der Dankbarkeit f\u00fcr Ihr Engagement gegen Kriegsr\u00fcstung und Kriegsbereitschaft und f\u00fcr Ihr Engagement zugunsten des Friedens. Das kostet in unseren Tagen Mut.<\/p>\n<p>Im Ohr habe ich noch den Auftritt von Ex-Kanzler Scholz im August letzten Jahres auf dem Marienplatz in M\u00fcnchen. Im Hintergrund seines Vortrags \u2013 zur Erl\u00e4uterung seiner Politik f\u00fcrs Volk \u2013 sieht er Jugendliche, vor allem mit Plakaten von Friedenstauben. Die f\u00e4hrt er an: \u201eDas sind vielleicht gefallene Engel aus der H\u00f6lle, weil sie dem Kriegstreiber Putin das Wort reden.\u201c Das ist der Stil \u2013 das ist der Stil \u2013, mit dem man Friedensbereitschaft d\u00e4monisiert.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Drewermann Friedensrede Ostermarsch Ulm 2025\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/-fh5deSbU98?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Ich m\u00fcsste kein Theologe sein \u2013 und m\u00fcsste nicht zu Ihnen sprechen \u2013 am Karsamstag vor Ostern, um nicht zu sagen, Herr Scholz: Wenn Sie die Botschaft der Engel \u00fcber den Fluren von Bethlehem derart verteufeln, sind Sie selber dabei, mit allem, was Sie k\u00f6nnen, diese Welt in die H\u00f6lle zu verwandeln.<\/p>\n<p>Sie erkl\u00e4ren stolz, dass Sie ein Atheist sind. Das mag sein, wie es wolle. Aber was davon abh\u00e4ngt, wie man denkt, zeigt sich in einem Beispiel Ihres Vorg\u00e4ngers \u2013 der sch\u00e4tzenswert ist, weil er seine strategischen \u00dcberlegungen zur Politik offen ge\u00e4u\u00dfert und zur Diskussion gestellt hat: Helmut Schmidt.<\/p>\n<p>Es gibt einen Fernsehauftritt gemeinsam mit Jacques Chirac. Die beiden reden buchst\u00e4blich \u00fcber Gott und die Welt, unter anderem auch \u00fcber ihre Stellung zur Religion. Der Franzose bekennt ohne Schwierigkeiten, dass er ein gl\u00e4ubiger Katholik ist. Helmut Schmidt \u2013 genauso ehrlich \u2013 bekennt sich als Atheisten. Wie Helmut fragt Jacques Chirac: \u201eKann ich dir erkl\u00e4ren: 1941, an der Ostfront, am Nachmittag, kommt der Milit\u00e4rgeistliche und erl\u00e4utert, dass auch dieser Krieg in den H\u00e4nden Gottes liegt. Eine Nacht lang hat mich das beruhigt. Am anderen Morgen wusste ich: Er hat Unrecht.\u201c<\/p>\n<p>Wie Helmut Schmidt m\u00f6chte ich fragen: Wenn das so ist \u2013 wie konnten Sie weiter marschieren gegen Moskau? In einem Krieg, von dem Sie wussten, er ist von Wahnsinnigen angezettelt \u2013 und, wie Sie sp\u00e4ter glaubten erkennen zu k\u00f6nnen, von Verbrechern?<\/p>\n<p>Treu Ihrem Fahneneid von 1935: \u201eUnbedingter Gehorsam auf den deutschen F\u00fchrer Adolf Hitler\u201c. Wenn Sie wussten, der Milit\u00e4rpfarrer l\u00fcgt \u2013 h\u00e4tten Sie da nicht sagen k\u00f6nnen: Er verf\u00e4lscht die gesamte Botschaft des Christentums?<\/p>\n<p>Mit Jesus ist kein Krieg zu machen. Das m\u00fcssten Sie sagen. In der Karwoche ist das mehr als bedenkenswert.<\/p>\n<p>Jesus zieht ein in Jerusalem, und man erwartet in ihm messias\u00e4hnliche Attit\u00fcden. Der \u201eSohn Davids\u201c soll jetzt kommen \u2013 und was wird er dann tun? Das heilige, von Gott gegebene Land von den R\u00f6mern befreien? Wie mit einem eisernen Zepter die R\u00f6mer vernichten? Das erwartet man.<\/p>\n<p>Stattdessen f\u00fchrt Jesus \u2013 mit einem Zitat des Propheten Sacharja \u2013 eine ganz andere Geste vor: K\u00e4me je ein Mann von Gott, ritt er ein friedfertig, unbewaffnet, auf einem Esel. Und die erste Ma\u00dfnahme, die er treffen will \u2013 Sacharja, Kapitel 9, zum Nachlesen \u2013 ist: Dass er die Kriegswagen verbrennt und die Bogen zerbricht.<\/p>\n<p>F\u00fcr unsere Tage hei\u00dft das: s\u00e4mtliche Taurus-Raketen abschaffen, s\u00e4mtliche M\u00f6rsergranaten beseitigen. Einseitige Abr\u00fcstung! Dieses Programm ist gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>H\u00e4tte Helmut Schmidt 1941 gesagt: \u201eIch verweigere meinen eigenen Fahneneid. Ich marschiere nicht gegen Russland in einem derartigen Krieg\u201c \u2013 noch konnte er nicht wissen, dass am Ende 27 Millionen Sowjetb\u00fcrger tot sein w\u00fcrden. Frauen und Kinder vertrieben, mit MGs aus ihren H\u00e4usern gebrannt. Ganze D\u00f6rfer erfroren in der Steppe.<\/p>\n<p>All diese Verbrechen \u2013 haben sie mitbegleitet aus Angst vor dem, was folgen w\u00fcrde? Steht doch in <em>Mein Kampf<\/em> bei Adolf Hitler: \u201eSoldaten k\u00f6nnen sterben \u2013 Deserteure m\u00fcssen sterben.\u201c<\/p>\n<p>Okay. Wir lernen gerade: Man kann den Frieden nur wollen, wenn man den Tod nicht f\u00fcrchtet.<\/p>\n<p>Am Vorabend von Ostern ist das der Kern des ganzen Christentums: Wir glauben nicht l\u00e4nger an das Sterben. Wir wollen ein Leben \u2013 ohne Angst.<\/p>\n<p>Die ganze Serie der Geschichte von Pazifisten im 20. Jahrhundert zeigt, dass es auf Leben und Tod steht. In Frankreich wird der Chef der Sozialisten 1914 \u2013 weil er an den Frieden glaubt \u2013 ermordet. Er h\u00e4lt es nicht f\u00fcr m\u00f6glich: 1908 stehen in Nordfrankreich drei Zechen in Brand nach einer Schlagwetterexplosion \u2013 und deutsche Kumpels kommen mit Masken und Rettungsger\u00e4ten, in Kameradschaft, f\u00fcr die franz\u00f6sischen Kumpels.<\/p>\n<p>Ist das m\u00f6glich? Dass sechs Jahre sp\u00e4ter dieselben Leute mit dem Bajonett aufeinander losrennen? Um sich in den Magen zu sto\u00dfen? Mit Handgranaten die Unterleibe zu zerfetzen? Mit Artilleriefeuer ganze Batterien wegzufegen und in einen Leichenhaufen zu verwandeln? Ist das m\u00f6glich \u2013 unter Arbeitern?<\/p>\n<p>Man muss vielleicht noch nicht einmal Christ sein \u2013 nur ein einfacher Mensch \u2013, um zu begreifen: So geht das nicht. Blo\u00df weil die da oben es so wollen. Aber es bleibt gef\u00e4hrlich, es zufrieden zu sein.<\/p>\n<p>Mahatma Gandhi wird ermordet. Martin Luther King \u2013 weil er gegen den Vietnamkrieg ist \u2013 ist gef\u00e4hrlich f\u00fcr die USA. Beim kolonialen Vietnamkrieg ermordet 1995 ein israelischer General: Rabin \u2013 weil er endlich will, dass die Osloer Vertr\u00e4ge eingehalten werden. Juden und Araber sind beide Kinder Abrahams \u2013 und h\u00e4tten es n\u00f6tig, im Heiligen Land, wenn es denn von Gott gegeben ist, einander zu verst\u00e4ndigen. Daf\u00fcr wird er ermordet. Genau wie vor ihm der \u00e4gyptische Pr\u00e4sident Anwar al-Sadat \u2013 er will Frieden mit Israel. Todesurteil. Schlag auf Schlag geht das so.<\/p>\n<p>In den Tagen, von denen Helmut Schmidt gezeichnet war, finden Sie einen einfachen \u00f6sterreichischen Bauern: Franz J\u00e4gerst\u00e4tter. Er h\u00f6rt sich das Geschw\u00e4tz nicht l\u00e4nger an. Der deutsche F\u00fchrer f\u00fchrt den Krieg gegen den Atheismus, f\u00fcr das Christentum, f\u00fcr die Freiheit gegen den Bolschewismus.<\/p>\n<p>Was er sieht, ist ganz einfach: Es ist ein Wirtschaftskrieg \u2013 f\u00fcr Rohstoffe. Und inzwischen ein Rassenkrieg \u2013 der Germanen gegen die Slawen. Es wird immer verr\u00fcckter.<\/p>\n<p>J\u00e4gerst\u00e4tter weigert sich, in diesen Krieg hineinzuziehen \u2013 mit Berufung auf die Botschaft Jesu. Darauf steht das Todesurteil. Aber die, die ihn ermorden, staunen \u00fcber die innere Ruhe und die Angstfreiheit von J\u00e4gerst\u00e4tter.<\/p>\n<p>Die Friedensbewegung, solange ich sie kenne, hat einen zentralen Fehler begangen \u2013 den wir heute Nachmittag ausr\u00e4umen m\u00fcssten und k\u00f6nnten: Sie hat immer wieder f\u00fcr Frieden pl\u00e4diert \u2013 aus Angst vor dem Krieg. Auch jetzt: \u201eOh Gott, es k\u00f6nnte ja ein Atomkrieg kommen\u2026 oh, wie furchtbar!\u201c<\/p>\n<p>Das war bei der Diskussion um die Pershing II, 1983, f\u00fcr Hunderttausende ein Grund, in Bonn aufzumarschieren \u2013 weil jeder wusste: Bei einem Auseinandersetzungskrieg zwischen Russland und den USA werden die Atombomben nicht in der W\u00fcste von Nevada abgeworfen, sondern just hier \u2013 in Deutschland.<\/p>\n<p>Angst also \u2013 als Grund f\u00fcr Frieden. So aber kann der Frieden nicht kommen. Denn Angst ist immer dialektisch.<\/p>\n<p>Jetzt droht man uns mit dem Aggressor Putin \u2013 so wie ich das kenne, seit 1952 mit dem Aggressor Stalin. Immer war der Russe gef\u00e4hrlich, immer kam er durch ganz Europa, immer wollte er alles besetzen\u2026<\/p>\n<p>Dabei sind \u2013 und waren \u2013 wir selber es, die Deutschen: Zweimal schon in Russland \u2013 und jetzt ein drittes Mal wieder gegen Russland.<\/p>\n<p>Man macht uns Angst \u2013 damit man Krieg f\u00fchren kann. Und die Bev\u00f6lkerung f\u00e4ngt an, es zu glauben: \u201eWir m\u00fcssen stark sein! Wir m\u00fcssen uns wehren!\u201c.<\/p>\n<p>Und pl\u00f6tzlich begeben wir uns in ein Irrenhaus \u2013 mit der Diagnose: Paranoia. Denn die ganze Menschheitsgeschichte \u2013 sehen Sie \u2013 ist gekennzeichnet durch dieses absolute Drama: Wir m\u00fcssen das B\u00f6se bek\u00e4mpfen \u2013 denn das B\u00f6se macht uns Angst.<\/p>\n<p>Und was setzen wir dagegen? Gegen Gewalt? Wir m\u00fcssen st\u00e4rker sein als der B\u00f6se \u2013 indem wir noch b\u00f6ser werden! Und ihn niederzwingen \u2013 mit den Waffen, die er einsetzen k\u00f6nnte, die wir aber schon verbessert haben, ehe er sie einsetzen kann. Und dann werden wir ihn vernichten. Baerbocks Sprache: \u201eRussland ruinieren.\u201c<\/p>\n<p>Ich h\u00f6re sagen \u2013 aus den M\u00fcndern der Politiker: \u201eMan kann mit der Bergpredigt keine Politik machen.\u201c<\/p>\n<p>Ich sage es mit Mahatma Gandhi: Es gibt keinen Weg zum Frieden \u2013 der Weg zum Frieden ist der Friede. Und wer nicht mit ihm anf\u00e4ngt \u2013 kann nicht bei ihm ankommen. Genauso konnte Gandhi sagen: \u201eMan muss mit der Bergpredigt Politik machen \u2013 oder man wird \u00fcberhaupt nie einen Frieden erreichen.\u201c<\/p>\n<p>In M\u00fcnster, beim Treffen der Au\u00dfenminister, fragte mich ein Reporter: \u201eWas werden Sie jetzt sagen?\u201c Ich sage: \u201eLeistet dem B\u00f6sen keinen Widerstand.\u201c \u2013 \u201eWie bitte?\u201c Ich sag: Ja. Matth\u00e4us, 5. Kapitel, Vers 39. \u2013 \u201eDie Bergpredigt versteh ich immer noch nicht.\u201c \u2013 \u201eDeshalb halte ich ja einen Vortrag.\u201c \u2013 \u201eHab ich keine Zeit f\u00fcr!\u201c \u2013 \u201eGut, dann hetzen Sie weiter in Gedankenlosigkeit in das n\u00e4chste Drama des Massenmords. Schreiben Sie in der Zeitung: \u201aMit der Bergpredigt darf man keine Politik machen\u2018 \u2013 weil wir den Frieden nicht wollen. Wir wollen unsere Macht.\u201c Die Demonstration unserer Gewalt. Wir sind die Richtigen und die Guten \u2013 im Kampf gegen die B\u00f6sen. Schreiben Sie jeden Quatsch \u2013 nur berufen Sie sich nicht mehr auf mich! Dabei \u2013 wie recht dieser eine Satz der Bergpredigt hat, und die ganze Welt ver\u00e4ndern k\u00f6nnte\u2026<\/p>\n<p>Die gesamte Politik \u2013 das werden Sie aus eigener Erfahrung kennen. Sie gehen nach Hause \u2013 und Ihr Sohn macht irgendetwas, das Ihnen nicht passt. Dann k\u00f6nnen Sie ihn anfahren: \u201eSolange du deine F\u00fc\u00dfe unter meinen Tisch setzt, geh\u00f6rst du mir! Ich bin der Herr im Hause!\u201c<\/p>\n<p>Wenn Sie Krach haben mit Ihrer Frau, k\u00f6nnen Sie genauso loslegen: \u201eDu bist doch vollkommen\u2026 Ich wei\u00df doch, wie es ist! H\u00f6r jetzt mal zu!\u201c Nach dieser Art \u00fcben Sie Gewalt aus \u2013 und eskalieren den Konflikt bis zum Unl\u00f6sbaren. Genau das Gleiche erleben Sie in unserer Politik.<\/p>\n<p>F\u00fcr P\u00e4dagogen nehme ich ein anderes, kleines Beispiel: Auf dem Pausenhof sind mal wieder zwei Jungs aufeinander losgegangen. Die Klasse schaut zu \u2013 und beide haben ihre Unterst\u00fctzer. Jeder hat da seine Vorstellung, wie man \u201erichtig draufschl\u00e4gt\u201c.<\/p>\n<p>Der eine ist schw\u00e4cher als der andere \u2013 schon von der Statur. Dem muss man helfen. Vielleicht\u2026 ein Taschenmesser k\u00f6nnte helfen. Wenn der ein Taschenmesser hat, braucht der andere ein Bajonett. Wenn der ein Bajonett hat, brauchen wir eine Handgranate. So k\u00f6nnen wir weitermachen\u2026<\/p>\n<p>Kein Lehrer auf dem Pausenhof wird die Eskalation der Gewalt in dieser Weise unterst\u00fctzen. Er wird simpel sagen: \u201eIhr h\u00f6rt jetzt auf!\u201c \u2013 \u201eAber der hat ja angefangen!\u201c \u2013 \u201eEs ist mir v\u00f6llig egal, wer angefangen hat. Ich will jetzt, dass ihr beide aufh\u00f6rt!\u201c<\/p>\n<p>Und dann m\u00fcsst ihr reden \u2013 \u00fcber die Gr\u00fcnde eures Zwistes: Was hasst ihr derart an dem anderen, dass ihr ihn nur verpr\u00fcgeln m\u00f6gt \u2013 statt euch zu verst\u00e4ndigen?<\/p>\n<p>Eines ist in dem Satz Jesu von absolut entscheidender Bedeutung: Wir haben Angst vor dem, was wir auf der Gegenseite als das \u201eB\u00f6se\u201c betrachten. Aber wenn wir in dieser Weise eskalieren \u2013 mit Gewalt dagegen anzugehen \u2013, ignorieren wir die Angst, die wir dem anderen machen. Unsere Angst ist exakt dieselbe, die wir bei demjenigen ausl\u00f6sen, den wir \u201eden Gegner\u201c nennen.<\/p>\n<p>Auch daf\u00fcr noch ein Beispiel: Helmut Schmidt redet mit Breschnew \u00fcber die Dislozierung der Pershing-II-Raketen. Und der Russe sagt: \u201eWenn ihr eure Raketen in Deutschland stationiert \u2013 dicht an den Grenzen Russlands \u2013, haben wir Angst.\u201c<\/p>\n<p>Und Helmut Schmidt sagt: \u201eEure SS-20-Raketen machen uns Angst. Wir sind in Deutschland \u2013 dem dichtest besiedelten Gebiet Europas.\u201c<\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine Chance, frage ich Sie: Wenn die beiden Politiker gesagt h\u00e4tten: \u201eWir h\u00f6ren auf \u2013 mit der Idiotie: Wer macht wem mehr Angst?\u201c Wer beantwortet die eigene Angst mit Angstverbreitung, mit Aufr\u00fcstung, mit immer st\u00e4rkeren Waffen? Wir h\u00f6ren damit auf \u2013 weil da kein Mensch ein Mensch bleiben kann. Sondern jeder wird zum Terroristen der Gegenseite.<\/p>\n<p>Das wird kein Frieden \u2013 sondern bestenfalls am Ende ein Gleichgewicht des Schreckens: Terror der Politik \u2013 angeblich als Frieden. Wir h\u00f6ren damit auf \u2013 das h\u00e4tten wir 1983 haben k\u00f6nnen. Durfte aber nicht sein \u2013 weil Amerika seine Raketen nat\u00fcrlich in Westdeutschland stationieren musste.<\/p>\n<p>Was Sie jetzt lernen, ist grunds\u00e4tzlich von Belang: Wir bek\u00e4mpfen das B\u00f6se als ein Symptom, und die Gr\u00fcnde, wie es zustande kommt, d\u00fcrfen uns nicht interessieren. So ist einheitlich die Sprache heute: \u201eWir m\u00fcssen uns verteidigen gegen den russischen Angriffskrieg.\u201c<\/p>\n<p>Wie ist er denn zustande gekommen, der Angriffskrieg?<\/p>\n<p>Das darf man nicht denken. Das darf man nicht sagen. \u201eDas ist ja das Narrativ von Putin. Das ist ja wieder mal Russland-H\u00f6rigkeit. Wieder sind wir, 70 Jahre sp\u00e4ter, die n\u00fctzlichen Idioten irgendeines russischen Diktators.\u201c<\/p>\n<p>Aber es ist ganz wesentlich, dass wir die Hintergr\u00fcnde begreifen. 1989 \u2013 aus den H\u00e4nden eines Russen \u2013 lag der Frieden fertig auf dem Tisch. Und die russische Armee tat, was versprochen war: Sie zog sich aus Gesamtdeutschland zur\u00fcck, aus dem Baltikum zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Versprochen war Gorbatschow: Die NATO, wenn sie nicht ganz \u00fcberfl\u00fcssig wird nach dem Abbau des Warschauer Pakts, wird sich keinen Zentimeter nach Osten weiterbewegen.<\/p>\n<p>James Baker sprach das. Helmut Kohl wiederholte es \u2013 in Moskau. Und es war \u2013 von Anfang an \u2013 eine bedachte L\u00fcge. Die NATO hatte damals 17 Staaten. Heute hat sie 34 \u2013 alle aufgenommen, Richtung Osten.<\/p>\n<p>Dazu hat Helmut Schmidt zu Zeiten schon, genauso wie Henry Kissinger, warnend gesagt: \u201eWenn ich Russe w\u00e4re und ich s\u00e4he, wie die NATO von der Oder an die Weichsel, von der Weichsel an die Westgrenze Russlands vormarschiert, h\u00e4tte ich Sorgen.\u201c<\/p>\n<p>Kissinger nennt die NATO-Osterweiterung diplomatisch \u201eeinen schweren Fehler\u201c.<\/p>\n<p>Was sind denn die Gr\u00fcnde f\u00fcr einen Krieg, Herr Scholz, wenn Sie sich mal interessieren w\u00fcrden \u2013 f\u00fcr Philosophie? Wie Sie hier Reden halten \u00fcber Immanuel Kant oder vielleicht sogar \u00fcber Geschichte? Dann k\u00f6nnten Sie wissen, dass im 16. Jahrhundert Machiavelli sagen konnte: \u201eNicht immer ist der schuldig, der einen Krieg beginnt, sondern derjenige, der ihn treibt.\u201c Den Krieg zu beginnen.<\/p>\n<p>Wir kommen aus der Bek\u00e4mpfung des B\u00f6sen nicht anders heraus, als indem wir hineinschauen in die Gr\u00fcnde, die dazu gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>Das ist entscheidend. Die Botschaft der Bergpredigt. Der Anfang jedes wirklichen Friedens: Nicht dem anderen noch mehr Angst machen \u2013 sondern Angst abbauen \u2013 durch Vertrauen.<\/p>\n<p>Einzug in Jerusalem \u2013 zum Frieden. Im Schatten Ihres wunderbaren Doms, geboren aus den Wirren auch des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges, w\u00e4re das die Botschaft von Ostern. Aber wie soll&#8217;s jetzt weitergehen?<\/p>\n<p>Wie reden wir miteinander, so dass Frieden entstehen k\u00f6nnte? Ein zentraler Fehler war nicht nur die NATO-Osterweiterung, sondern die Idee, die dahinterstand.<\/p>\n<p>1989 \u2013 das fertige Friedensangebot: Abr\u00fcstung vom Ural bis zum Atlantik, Konversion der unglaublichen Mittel \u2013 wirtschaftlich, wissenschaftlich, medizinisch, sozial \u2013 zur L\u00f6sung der wirklichen Probleme der Menschheit. Millionen Menschen verhungern. Aber daf\u00fcr haben wir kein Geld. Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen? Daf\u00fcr haben wir kein Geld. Soziale Ma\u00dfnahmen in den L\u00e4ndern, wo Menschen nicht mehr leben k\u00f6nnen? Daf\u00fcr haben wir kein Geld.<\/p>\n<p>F\u00fcr nichts haben wir Geld \u2013 au\u00dfer f\u00fcr R\u00fcstung und f\u00fcr Waffen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Einer, der das noch zu sagen wagt, ist Papst Franziskus. Auf den k\u00f6nnten Katholiken \u2013 oder Friedensbewegungen \u2013 heute mal h\u00f6ren. In seiner Autobiografie <em>\u201eWachet!\u201c<\/em> schreibt er ganz simpel: Welch ein Wahnsinn zu glauben, dass ein Krieg etwas Gutes bringe.<\/p>\n<p>Das Einzige, was der Krieg bringt, ist das Steigern der R\u00fcstungsproduktion f\u00fcr die Industrie. Die m\u00e4stet sich am Blut der Erschlagenen \u2013 wie ein Vampir. Jeder Krieg ist Wahnsinn \u2013 so m\u00fcssten wir die Diagnose stellen.<\/p>\n<p>Immer mehr Waffen, immer mehr Aufr\u00fcstung \u2013 das kann nicht zum Frieden f\u00fchren. Sondern ist wirklich die Psychose einer Paranoia, aus der wir nicht herauskommen \u2013 au\u00dfer durch eine Botschaft, von wo ganz anders her. Wie ich sie gerade vortrage.<\/p>\n<p>Nicht mehr Machtpolitik!<\/p>\n<p>Das hatten wir 1990: Russland \u2013 geschw\u00e4cht, der Warschauer Pakt \u2013 zusammengebrochen. Und was war unsere Chance?<\/p>\n<p>Nicht zum Frieden \u2013 sondern: \u201eWir haben gesiegt!\u201c im Kalten Krieg. Wir sind die einzig verbliebene Gro\u00dfmacht. Und jetzt m\u00fcssen wir verhindern, dass an unserer Seite neue Konkurrenten entstehen: Das w\u00e4re Russland. Das w\u00e4re China. Das muss man verhindern.<\/p>\n<p>1991 \u2013 Dick Cheney, Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz \u2013 sie sitzen zusammen und verk\u00fcnden: \u201eDas 21. Jahrhundert \u2013 das wird ein amerikanisches Jahrhundert.\u201c<\/p>\n<p>Da sind wir mittendrin. Und wie kommen wir da rein? Mit einem Krieg nach dem n\u00e4chsten.<\/p>\n<p>1991: Der Irak-Krieg. Eine Million Tote. Und so soll es weitergehen.<\/p>\n<p>1995: Krieg auf dem Balkan, vor allem gegen Serbien. Ein Bruderkrieg zwischen den Staaten dort. Zur Annexion des gesamten Korridors \u2013 f\u00fcr die NATO.<\/p>\n<p>1999: Der Gr\u00fcne Joschka Fischer bel\u00fcgt ganz Deutschland. \u201eWir m\u00fcssen Auschwitz verhindern.\u201c Zum ersten Mal also: deutsche Bomber \u00fcber Belgrad. Kann man alles haben. Haben wir mitgemacht.<\/p>\n<p>2001: Krieg in Afghanistan. Die Taliban hatten mit dem Sturz der Twin Towers \u00fcberhaupt nichts zu tun. Aber: Afghanistan grenzt im S\u00fcden an Russland und China. Und es hat eine Menge Rohstoffe. Da m\u00fcssen wir hin. Zwanzig Jahre Krieg. Und wie wirbt man daf\u00fcr?<\/p>\n<p>Da haben Sie die Experten der Psychologie: \u201eWir m\u00fcssen die Frauen gewinnen.\u201c Denn Frauen sind nicht einfach daf\u00fcr, Menschen abzuschlachten oder in Not zu lassen.<\/p>\n<p>Wenn wir also sagen: \u201eWir f\u00fchren den Krieg in Afghanistan, um die afghanischen Frauen zu befreien \u2013 und ihnen die Burka abzunehmen\u201c, dann haben wir sie gewonnen. Diese Idiotie glaubt man in der Bev\u00f6lkerung immer wieder.<\/p>\n<p>So dass man nur Egon Bahr folgen kann, der in einer Schulklasse einmal gesagt hat: \u201eWenn sie wiederkommen \u2013 und haben moralische Gr\u00fcnde f\u00fcr einen Krieg \u2013 glaubt ihnen den Deiwel. Es geht um Macht. Und nichts anderes.\u201c<\/p>\n<p>2003: Der n\u00e4chste Irak-Krieg. Wieder ein verlogener Krieg.<\/p>\n<p>2011: Zerschlagung Libyens. Weil es eine Erd\u00f6lwirtschaft f\u00fcr Afrika aufzubauen drohte \u2013 die den Dollar gef\u00e4hrden k\u00f6nnte. Weg also mit Gaddafi.<\/p>\n<p>Damals hat Putin noch im Weltsicherheitsrat zugestimmt, eine Flugverbotszone einzurichten zwischen Bengasi und Tripolis \u2013 um das Schlimmste zu vermeiden. Nur um mitzuerleben, dass man gar keine andere Absicht hatte, als einen vermeintlichen Diktator zu ermorden \u2013 und Regime-Change durchzusetzen. Und die Waffen aus Libyen gingen gleich weiter \u2013 nach Syrien, um dort das n\u00e4chste Regime-Change-Programm zu starten.<\/p>\n<p>2014: Der Maidan-Putsch.<\/p>\n<p>Ein Land nach dem anderen, das Russland nicht bereit oder nicht f\u00e4hig ist, zu verteidigen \u2013 wird ihm weggenommen: Georgien, Moldawien\u2026 wie immer wir k\u00f6nnen. Das m\u00fcssen wir machen \u2013 aus Machtgr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Und dann \u2013 fragen wir, ganz ruhig: K\u00f6nnen wir verstehen, was die Botschaft Jesu einmal war?<\/p>\n<p>Wenn du Gewalt einsetzt aus Angst, wenn du Krieg akzeptierst als Instrument zum Machtgewinn \u2013 dann kann Frieden prinzipiell nicht entstehen.<\/p>\n<p>Oder sagen wir es ganz simpel: Man kann keine Trauben ernten von Disteln, keine Feigen von Dornb\u00fcschen. Man bekommt, was man s\u00e4t. Und wer Gewalt s\u00e4t \u2013 und will \u2013, wird Gewalt ernten. Immer wieder.<\/p>\n<p>Das Hauptproblem ist: Sie m\u00fcssen hinweggehen \u00fcber immer gr\u00f6\u00dfere Leichenhaufen \u2013 und erkl\u00e4ren: \u201eIch habe gesiegt!\u201c<\/p>\n<p>Indem Sie diese Fahne nehmen und in den Haufen der Leichen hineinbohren \u2013 um zu sagen, wie gro\u00df Sie sind. Je h\u00f6her Sie klettern auf dem Leichenhaufen \u2013 wenn Sie das k\u00f6nnen \u2013, haben Sie aufgeh\u00f6rt, sich als Mensch zu bet\u00e4tigen. Keine Waffe langt aus in dieser Idiotie der Paranoia.<\/p>\n<p>1945 hatten wir den Einsatz der ersten Atombombe. Aber sie hat ihre physikalische Grenze. Denn die Neutronenabstrahlung bei einer bestimmten Menge f\u00fchrt zur unkontrollierten Explosion. Wir brauchen aber eine Waffe, die unbegrenzt physikalisch wirken kann.<\/p>\n<p>Wenn wir die Energie der Sonne auf die Erde holen \u2013 die Verschmelzung von Wasserstoff zu Helium, den Massenverlust in reine Energie verwandeln \u2013 und zu einer Bombe machen: eine Wasserstoffbombe\u2026 Dann haben wir 1000-mal Hiroshima in der Hand.<\/p>\n<p>Hiroshima \u2013 das waren 100.000 Tote in wenigen Sekunden \u2013 mal tausend. Das m\u00fcssen wir haben! Dann sind wir die Gr\u00f6\u00dften. Die St\u00e4rksten. Die Unwiderstehlichen.<\/p>\n<p>Sie m\u00fcssen denken \u2013 mit dem Russen Leo Tolstoi: Wer meint, er k\u00f6nne in dieser Art gro\u00df werden, zeigt nur, wie niedrig er ist, wie gemein und wie verachtenswert.<\/p>\n<p>Ein Staat, der systematisch junge Leute \u2013 18-j\u00e4hrige, inzwischen sogar 16-j\u00e4hrige M\u00e4dchen \u2013 dahin drillt, Massenmordinstrumente einzusetzen, damit sie \u201egro\u00df\u201c sind, damit sie \u201eNational Heroes\u201c werden \u2013 ist nicht mehr menschlich, sondern in sich selbst verbrecherisch.<\/p>\n<p>Und das m\u00fcssten seine eigenen B\u00fcrger ihm deutlich sagen: Das tun wir gerade so nicht \u2013 nicht mit uns!<\/p>\n<p>Dann bleibt das schwierige Problem: Wie bringt man Menschen dahin, keine menschlichen Gef\u00fchle mehr zu haben? Sie sehen vor sich ein H\u00fcndchen oder ein K\u00e4tzchen \u2013 und Sie haben es gern, weil Sie seine Augen sehen. Es ist unm\u00f6glich, dass Sie es t\u00f6ten k\u00f6nnten. Beim Menschen \u2013 gewiss, genauso.<\/p>\n<p>Und dann m\u00fcssten Sie die Angst in den Augen Ihres vermeintlichen Gegners sehen. Das, was in ihm vor sich geht, ber\u00fccksichtigen. Seine Angst \u2013 von innen her verstehen, statt die Symptome mit Gewalt niederzudr\u00fccken, m\u00fcssten Sie die Gr\u00fcnde aufarbeiten. Wir sagen: Man kann das B\u00f6se nicht besiegen \u2013 man muss es \u00fcberlieben.<\/p>\n<p>Was Sie jetzt h\u00f6ren, l\u00e4sst sich am besten wieder von einem Russen lernen \u2013 der, als es darauf ankam, mir pers\u00f6nlich zweimal entscheidend geholfen hat: Fjodor Michailowitsch Dostojewski.<\/p>\n<p>In seinen <em>Aufzeichnungen aus dem Totenhaus<\/em> \u2013 in der Strafkolonie von Omsk \u2013 schreibt er einmal: \u201eEs gibt zwischen Russen und Westeurop\u00e4ern einen gro\u00dfen Unterschied. Wenn in Westeuropa jemand ein Gesetz bricht, nennt man ihn einen Verbrecher \u2013 und bestraft ihn entsprechend der Gr\u00f6\u00dfe seines Vergehens. Wir Russen nennen ihn einen Ungl\u00fccklichen, der unser aller Schuld auf seine Schultern tr\u00e4gt.\u201c<\/p>\n<p>Wenn das \u201erussisch denken\u201c ist \u2013 finden Sie die tiefste Erkl\u00e4rung in den <em>Br\u00fcdern Karamasow<\/em>.<\/p>\n<p>Der M\u00f6nch Aljoscha h\u00f6rt von seinem Lehrmeister Sossima: \u201eAljoscha, wenn sie jemals kommen und sagen: \u201aDu sollst zu Gericht sitzen \u00fcber deinen N\u00e4chsten\u2018 \u2013 sprich als erstes dich selbst schuldig f\u00fcr die Schuld deines Bruders. Frage dich: \u201aWenn ich ein anderer Mensch gewesen w\u00e4re \u2013 h\u00e4tte es dann sein k\u00f6nnen, dass er sein Vergehen begangen h\u00e4tte?\u2018 Nur wenn du dich selbst schuldig sprichst f\u00fcr die Schuld deines Bruders, magst du zu Gericht sitzen \u00fcber deinen N\u00e4chsten.\u201c<\/p>\n<p>Wenn das russisch ist zu denken \u2013 m\u00fcssten wir alles umlernen. Wir m\u00fcssten den Menschen sehen.<\/p>\n<p>Und genau das ist der Punkt, wo ich sage: Es gen\u00fcgt nicht, gegen diesen Krieg zu sein \u2013 und gegen den anderen Krieg. Da haben wir st\u00e4ndig sich bewegende Schaupl\u00e4tze \u2013 und immer wieder neue Aktualit\u00e4ten. Der Protest muss sich richten gegen das Prinzip des Milit\u00e4rs.<\/p>\n<p>Im Grunde: Wie erzieht man \u2013 auf den Kasernenh\u00f6fen der Welt \u2013 mit System Menschen zur Unmenschlichkeit?<\/p>\n<p>Ich sagte eben noch: Wenn Sie in die Augen eines Tieres schauen, ist es unm\u00f6glich, dass Sie es t\u00f6ten k\u00f6nnen. Nicht so beim Milit\u00e4r.<\/p>\n<p>1994, die Explosion der Wasserstoffbombe \u201eBravo\u201c, genannt nach einem Bikini-Atoll \u2013 das man so sexy fand, dass man sp\u00e4ter die Frauenmode danach benannte.<\/p>\n<p>40.000 Wirbeltiere wurden mitgenommen, um zu sehen, wie diese Bombe wirkt: In welchem Abstand platzen die Trommelfelle? Wo verbrennt die Haut? Wie wird das Genmaterial verseucht? Wie viele Missbildungen in wie vielen Generationen sind zu erwarten? Das muss man kennen, um es anzuwenden \u2013 um wirklich Macht auszu\u00fcben.<\/p>\n<p>Noch einmal hat ein anderer Russe recht: \u201eSolange es Schlachth\u00f6fe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.\u201c Wem die Gef\u00fchle lebender Wesen egal sind, wird ein skrupelloser M\u00f6rder.<\/p>\n<p>Und das \u2013 behaupte ich \u2013 ist es, was man auf den Kasernenh\u00f6fen systematisch ein\u00fcbt: Keine Gef\u00fchle. Was die Mutter dir gesagt hat? Was der Pfarrer dir gesagt hat? Egal.<\/p>\n<p>Was der Drills Sergeant dir befiehlt, das z\u00e4hlt: \u201eWenn ich euch sage: Ihr Schei\u00dfer, ihr geht auf diesen H\u00fcgel \u2013 und ihr bringt sie alle um \u2013 habt ihr das geh\u00f6rt? Dann tut ihr das. \u2013 Yes, Sir! Ich h\u00f6r\u2019s nicht laut genug: \u2013 YES, SIR!!!\u201c<\/p>\n<p>Das ist das ganz normale Drillsystem \u2013 auf jedem Kasernenhof: Die Entpers\u00f6nlichung des Menschlichen. Angetreten! In einer Reihe. Linksschwenk \u2013 Marsch!<\/p>\n<p>Der ganze K\u00f6rper nur noch Befehlsempf\u00e4nger. Wie ein Computer, ein Roboter \u2013 in der Industrie des Todes. Kein eigenes Denken. Kein eigenes F\u00fchlen. Keine R\u00fcckkopplung mit dem eigenen Gewissen. Nicht mit dem eigenen K\u00f6rper. Nur noch: \u201eWas hat der Drills Sergeant gesagt?\u201c Das ist die Erkl\u00e4rung f\u00fcr alles, was im Milit\u00e4r geschieht.<\/p>\n<p>Stanley Milgram hat dar\u00fcber nachgedacht: Wie war My Lai m\u00f6glich? Unsere Jungs \u2013 ganz normale Kinder aus New York City oder Alabama \u2013 ermorden 400 unschuldige Menschen in My Lai. Ein Kriegsverbrechen, nat\u00fcrlich. Aber wie kommt es zustande? Irgendwelche Triebe? Versaut? Sexualpathologie? Unsinn.<\/p>\n<p>Stanley Milgram erkl\u00e4rt: Das Prinzip ist ganz einfach \u2013 und von furchtbarer Allgemeinheit: Gehorsam ist der Schl\u00fcssel.<\/p>\n<p>Und in welchem Ausma\u00df, muss ich Ihnen klarmachen \u2013 mit einem Interview von 1995.<\/p>\n<p>G\u00fcnther Jauch \u2013 Sie werden ihn kennen \u2013 sa\u00df damals als Moderator dem Bomberkommandanten von Nagasaki, Major Sweeney, gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Jauch fragte ihn: \u201eMajor Sweeney, es sind jetzt \u00fcber 50 Jahre her, dass Sie \u2013 zusammen mit Ihrem Staffelkameraden Major Tibbets \u2013 mehr Menschen ermordet haben als jeder Mensch in der Geschichte. Wie lebt man damit?\u201c<\/p>\n<p>Als ich Kind war, sagte Drewermann, hat man mir erz\u00e4hlt: Die, die das getan haben \u2013 sind entweder in die Psychiatrie gekommen, oder ins Kloster gegangen, oder haben Selbstmord begangen. Kein Mensch dachte, dass man damit leben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>In Wahrheit aber \u2013 waren Tibbets und Sweeney Nationalhelden. Jedes Jahr \u2013 mit Champagner \u2013 trafen sie sich unter den Fl\u00fcgeln der \u201eEnola Gay\u201c und feierten ihren Triumph \u00fcber Japan.<\/p>\n<p>Sweeneys Antwort war von brutaler Klarheit: \u201eWas soll die Frage? Befehl ist Befehl. Jeder Soldat der Welt h\u00e4tte dasselbe getan. Au\u00dferdem \u2013 der Schei\u00dfkrieg war dann ja wohl zu Ende.\u201c<\/p>\n<p>Der Schei\u00dfkrieg w\u00e4re l\u00e4ngst zu Ende gewesen, nach dem Abfackeln von hunderttausenden Bambusd\u00f6rfern in Tokio mit Napalm. Man brauchte keine Atombomben. Man brauchte sie, um Stalin zu zeigen, wer der Erbe des japanischen Kolonialreichs im Pazifik sein w\u00fcrde. Das geht bis heute so.<\/p>\n<p>Aber \u2013 wo er recht hat, hat er recht: Major Sweeney sagt: Jeder Soldat der Welt h\u00e4tte dasselbe getan. Befehl ist Befehl.<\/p>\n<p>Wie sich das auswirkt, h\u00e4tten wir in Deutschland gar nicht so weit von Ulm kennenlernen k\u00f6nnen \u2013 1947, beim N\u00fcrnberger Kriegsverbrechertribunal.<\/p>\n<p>Da fragten die Amerikaner die Nazis: \u201eWas habt ihr euch dabei gedacht \u2013 bei diesem Krieg?\u201c<\/p>\n<p>Und alle erkl\u00e4rten dasselbe: \u201eWir haben nur getan, was uns befohlen wurde \u2013 wie alle auf jedem Kasernenhof gelernt haben.\u201c<\/p>\n<p>Damals sagten die amerikanischen Ankl\u00e4ger sinngem\u00e4\u00df: \u201eDas ist doch euer Verbrechen! Befehl ist Befehl? Ihr habt euch selbst als Menschen abgeschafft. Ihr habt kein Gewissen mehr gehabt. Ihr habt nur noch \u2013 mit langen Ohren \u2013 auf die n\u00e4chste befehlsausgebende Instanz gelauscht. Nicht mehr auf euch selbst. Nicht auf eure Gef\u00fchle. Nicht auf euer Mitleid. Nicht auf eure Mitmenschlichkeit. Alles weg \u2013 befohlen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIhr habt euch einen Stahlhelm \u00fcber den Kopf gezogen \u2013 und das Denken eingestellt. Den Koppel \u00fcber den Bauch geschnallt \u2013 und geglaubt, da stimmt, was draufsteht: \u201aGott ist mit uns.\u2018\u201c<\/p>\n<p>\u201eIhr habt aufgeh\u00f6rt, in der Uniform noch Personen zu sein \u2013 weil ihr nur noch eine Nummer wart \u2013 in der Fabrik des Todes. Das ist euer Verbrechen. Alles andere ist nur daraus gefolgt.\u201c<\/p>\n<p>Wenn es so steht \u2013 h\u00e4tte Albert Einstein recht: \u201eEs wird in der Geschichte der Menschheit keine weitere Entwicklung der Kultur geben, solange wir uns als Parallelgesellschaft das Milit\u00e4r halten.\u201c<\/p>\n<p>Solange wir \u2013 wie jetzt geplant \u2013 jeder Generation nacheinander beibringen, dass sie kriegsert\u00fcchtigt werden muss. Dass sie bereit sein muss: Ein 16-j\u00e4hriges M\u00e4dchen \u2013 Panzer fahren zu k\u00f6nnen. Bomberpilot zu sein. Wieviel Machtgef\u00fchl, wieviel Selbstbest\u00e4tigung liegt da drin? \u201eIch bin genauso wie die Kerle auch \u2013 und ich kann\u2019s noch besser.\u201c<\/p>\n<p>So kann es keinen kulturellen Fortschritt geben.<\/p>\n<p>Im Milit\u00e4r ist alles das unter Befehl geboten, was dem Privatmann in Zivil verboten ist: Du sollst nicht morden. Du sollst nicht rauben. Du sollst nicht stehlen. Ja wof\u00fcr f\u00fchren wir denn Krieg \u2013 wenn nicht, um zu morden, zu rauben, zu stehlen? Genau daf\u00fcr! Das musst du tun.<\/p>\n<p>Und es gibt keine Ausreden: \u201eIch war ja nur in der Fabrik, in der man Leopard-2-Panzer bei Rheinmetall herstellt.\u201c<\/p>\n<p>Alles, was im Krieg ist \u2013 und zum Krieg f\u00fchrt \u2013, hat den Endzweck: Wie man Menschen t\u00f6tet.<\/p>\n<p>Wer das begreift, kann nur zu jedem Krieg, zu jeder Kriegsvorbereitung, zu jeder Aufr\u00fcstung, zu jeder Kriegsert\u00fcchtigung, zu dem d\u00e4mlichen Geschw\u00e4tz der Politik \u2013 \u201eEinen Krieg m\u00fcssen wir f\u00fchren \u2013 f\u00fcr den Frieden\u201c \u2013 ein f\u00fcr alle Mal mit: Nein! begegnen.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt: Wir verlieren die Angst. Wir bewahren unsere eigene Pers\u00f6nlichkeit. Wir h\u00f6ren auf unser Gewissen.<\/p>\n<p>Hermann Hesse \u2013 der eben erw\u00e4hnt wurde, weil ich einmal einen Preis mit seinem Namen bekommen habe \u2013 konnte das 1955, bei der Debatte um die Wiederbewaffnung der Bundeswehr, erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Er sagte sinngem\u00e4\u00df: \u201eJetzt werden sie kommen und sagen: Das da dr\u00fcben ist ein Gewehr. Das ist ein Pappkamerad. Leg an. Ziele. Das ist der Abzug \u2013 bewege den Finger \u2013 und du kannst das. Und du machst das. Du bist bereit.\u201c<\/p>\n<p>Dann kommen sie wieder \u2013 und sagen: \u201eDas da dr\u00fcben \u2013 das ist kein Pappkamerad. Das ist ein Russe. Wie im Ersten Weltkrieg: \u201aJeder Schuss ein Russ\u2019.\u2018 Leg an. Ziel genau. Zieh ab \u2013 und du tust es.\u201c<\/p>\n<p>Dann wird die Ortszeitung schreiben: \u201eDa k\u00f6nnen wir sehen, was wir f\u00fcr gute Soldaten haben. Prachtvoll trainiert. Treu ihrem Fahneneid. Tapfer vor dem Feind.\u201c<\/p>\n<p>Der Milit\u00e4rpfarrer wird kommen und dich segnen: \u201eDu bist im Einsatz f\u00fcr Gott. Im Dienst der Gerechtigkeit.\u201c<\/p>\n<p>Und der Kompaniechef wird sagen: \u201eDa k\u00f6nnt ihr sehen, wie ich meine Leute ausbilde!\u201c<\/p>\n<p>Oder aber \u2013 du h\u00f6rst auf die leise Stimme deines Gewissens, die dir sagt: Du sollst nicht t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Dann nimmst du das Gewehr \u2013 und zerbrichst es \u00fcber deinem Knie.<\/p>\n<p>Dann wird die Ortszeitung schreiben: \u201eEin Vaterlandsverr\u00e4ter! Eidbr\u00fcchig! Untreu!\u201c<\/p>\n<p>Der Milit\u00e4rpfarrer wird sagen: \u201eDu hast Gott v\u00f6llig falsch verstanden.\u201c<\/p>\n<p>Und der Drills Sergeant wird sagen: \u201eJetzt langt\u2019s mir! Demn\u00e4chst wird so trainiert, dass es keine Ausnahmen mehr geben darf!\u201c<\/p>\n<p>Du kannst w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Wirst du ein Soldat \u2013 oder bleibst du ein Mensch?<\/p>\n<p>Noch einmal anders gesagt: Du musst deinen Gegner sehen.<\/p>\n<p>Pistorius war einmal B\u00fcrgermeister in Osnabr\u00fcck. Dort gibt es ein Museum f\u00fcr Erich Maria Remarque. In seinem Buch <em>Im Westen nichts Neues<\/em> schildert Remarque eine Szene: Ein Mann liegt in einem Granattrichter \u2013 ein deutscher Soldat, an seiner Seite ein schwerverletzter, auf den Tod hin leidender Franzose. Und die beiden \u2013 kommen einander immer n\u00e4her. Der Franzose war im Zivilleben Setzer, und der Deutsche sagt: \u201eWenn der Krieg vorbei ist, will ich auch Setzer werden.\u201c<\/p>\n<p>Er f\u00fchlt sich schuldig. Alles, was da passiert \u2013 h\u00e4tte nie sein d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>\u201eWas kann ich denn daf\u00fcr, dass dieser Mann mit zerfetztem Bein und Unterleib da liegt und auf den Tod hin r\u00f6chelt? Das habe ich nicht gewollt. Und jetzt sehe ich, was ich mitmachen musste\u2026\u201c<\/p>\n<p>Ich mache es dramatisch: Juli 1943. Admiral Harris befiehlt gerade die Operation \u201eGomorrha\u201c \u2013 ein biblisches Gericht \u00fcber die Hansestadt Hamburg. Man hat das ge\u00fcbt: Zuerst Sprengbomben in die H\u00e4userreihen \u2013 danach Brandbomben, damit der Feuersturm sich so entfacht, dass er selbst den Leuten in den Bunkern die Atemluft entzieht. 21. bis 23. Juli 1943 \u2013 \u00fcber 40.000 Menschen sterben allein im Stadtteil Hammerbrook. Scheinbar ein gro\u00dfer Sieg.<\/p>\n<p>Und die M\u00e4nner der Royal Air Force erkl\u00e4rten: \u201eWenn die Nazis Coventry angreifen, m\u00fcssen wir Vergeltung \u00fcben \u2013 in Hamburg. Oder sp\u00e4ter \u2013 wo immer.\u201c<\/p>\n<p>Ein Pilot \u2013 Herold Nash \u2013 sagte: \u201eWir sahen unter uns \u2013 es lag ausgebreitet wie ein dunkles Band aus Samt, bestickt mit Perlen. Aber wir wussten, dass das, was wir da unten anrichten, schlimmer ist als Dantes Inferno.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir sahen nur die Br\u00e4nde \u2013 wir sahen keine Menschen. Sonst h\u00e4tten wir das nicht tun k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Darauf warte ich.<\/p>\n<p>Darauf warte ich, dass man endlich \u2013 bei den Kosten eines Krieges \u2013 begreift: Sie sind unerschwinglich. Denn \u00fcber Leichen kommt kein Frieden.<\/p>\n<p>1941 wird ein junger Deutscher, Rudolf Borchert mit Namen, eingezogen \u2013 an die Ostfront. Er verst\u00fcmmelt sich selbst, um kriegsuntauglich zu werden. Wird dann in ein Strafbataillon versetzt. Und liegt ab 1945 \u2013 mit schwerem Lungenleiden \u2013 sterbend in Basel.<\/p>\n<p>Doch er hinterl\u00e4sst der Menschheit einen Appell, der bis heute gilt. Ich zitiere: \u201eFrau, Mutter in der Ukraine, Mutter in Deutschland: Wenn sie jemals wiederkommen und dir sagen, du sollst Kinder geb\u00e4ren \u2013 M\u00e4dchen f\u00fcr die Spit\u00e4ler als Krankenschwestern, Jungen f\u00fcr die Sch\u00fctzengr\u00e4ben als Soldaten \u2013 dann sag: Nein!\u201c<\/p>\n<p>\u201eMann an der Werkbank: Wenn sie wiederkommen und dir sagen, du sollst statt Wasserrohren und Kochgeschirr Kanonenrohre und Handgranaten fertigen \u2013 dann sag: Nein!\u201c<\/p>\n<p>\u201eForscherin im Labor: Wenn sie wiederkommen und dir sagen, du sollst den neuen Tod erfinden gegen das alte Leben \u2013 dann sag: Nein!\u201c<\/p>\n<p>\u201ePfarrer auf der Kanzel: Wenn sie wiederkommen und dir sagen, du sollst den Krieg heiligen und die Waffen segnen \u2013 dann sag: Nein!\u201c<\/p>\n<p>\u201eDenn wenn ihr nicht Nein sagt \u2013 wird das alles wiederkommen.\u201c<\/p>\n<p>Und eines f\u00fcge ich noch hinzu.<\/p>\n<p>Mein eigener Vater \u2013 August 1914 \u2013 meldete sich freiwillig zur kaiserlichen Armee. Er wurde an die Ostfront verlegt, lief zu Fu\u00df bis Baranowitschi. Abends, wenn das wechselseitige MG-Feuer eingestellt wurde, brach Stille aus in den deutschen Sch\u00fctzengr\u00e4ben. Denn dr\u00fcben \u2013 300 Meter weiter \u2013 fingen die Russen an zu singen. Mein Vater war kein Dichter. Aber das konnte er sagen: \u201eDie hochrussische Seele \u2013 ist eine Nachtigall.\u201c<\/p>\n<p>Ich habe ihn erstaunt gefragt: \u201eUnd darf man Nachtigallen vom Himmel schie\u00dfen?\u201c Darauf \u2013 gab es keine Antwort mehr. Russen haben nicht nur die Seele einer Nachtigall \u2013 auch was sie singen, l\u00e4sst sich h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Dostojewski, kurz vor seinem Tod, hielt eine Rede auf Puschkin, vers\u00f6hnte sich gleichzeitig mit Turgenjew und sagte am Ende: \u201eDer Russe ist ein Mensch, der alles versteht.\u201c<\/p>\n<p>Und wenn Dostojewski recht hat \u2013 dann sage ich: \u201eLasst uns alle Russen werden.\u201c<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen sehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Karsamstag, den 19. April 2025, sprach der Theologe, Psychoanalytiker und Friedensaktivist Eugen Drewermann auf dem Ostermarsch in Ulm. 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