{"id":2555415,"date":"2024-10-17T13:22:24","date_gmt":"2024-10-17T12:22:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=2555415"},"modified":"2024-10-17T13:22:24","modified_gmt":"2024-10-17T12:22:24","slug":"mehr-naivitaet-bitte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2024\/10\/mehr-naivitaet-bitte\/","title":{"rendered":"Mehr Naivit\u00e4t bitte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wer f\u00fcr Frieden eintritt, wenn das Kriegsfeuer lodert, wird immer der Naivit\u00e4t bezichtigt. Man wirft ihm vor, die Gnadenlosigkeit eines Feindes zu untersch\u00e4tzen, der erst Ruhe gibt, wenn wir vernichtet sind. Mit einem unerbittlichen Gegner zu verhandeln, sei der Gipfel der Torheit. Und somit sei ein Verfechter des Friedens nicht nur naiv, sondern ein Verr\u00e4ter. Er untergr\u00e4bt die Entschlossenheit, die sich aus der \u00dcberlebensnotwendigkeit des Kampfes um alles oder nichts ergibt, und spielt nur dem Feind in die Karten.<\/strong><\/p>\n<p class=\"navbar-title\"><em>von Charles Eisenstein<\/em><\/p>\n<p>Gandhis \u201eAppelliere an ihren Verstand und ihr Gewissen\u201c zu folgen sei Quatsch, wenn der Gegner \u00fcber keinerlei derartige Qualit\u00e4ten verf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Okay, aber in <em>diesem<\/em> Fall ist der Gegner wirklich unerbittlich und unverbesserlich. Von welchem Fall spreche ich? Immer von dem Krieg, der gerade stattfindet. F\u00fcr die Kriegstreiber ist der neueste Krieg immer die Ausnahme. Sie haben eine lange Liste von Gr\u00e4ueltaten parat, die belegt, dass mit diesem Feind, dieser Person, dieser Gruppe, dieser Nation eine Vers\u00f6hnung nicht mehr m\u00f6glich ist. Die einzige Sprache, die sie verstehen, ist Gewalt.<\/p>\n<p>Erst vor Kurzem begegnete mir diese Denkweise, als ich mich bem\u00fchte, RFK Jr. und andere gl\u00fchende Zionisten davon zu \u00fcberzeugen, dass sie sich f\u00fcr eine Verhandlungsl\u00f6sung, einen Waffenstillstand und eine friedliche L\u00f6sung f\u00fcr den Konflikt in Pal\u00e4stina einsetzen sollten. Sie hielten mich wirklich f\u00fcr naiv. \u201eWissen Sie nicht, dass der radikale Islam seinen Anh\u00e4ngern verbietet, je mit einem Juden zu verhandeln, au\u00dfer als List?\u201c \u201eWissen Sie nicht, dass die nie zufrieden sein werden, bis sie jeden Juden vom Angesicht der Erde getilgt haben?\u201c Hier haben Sie einige Aussagen, die das best\u00e4tigen. Hier, sehen Sie sich die Hamas-Charta an. Ein Waffenstillstand gibt denen nur Zeit zur Wiederbewaffnung. Sie sind nur auf Zerst\u00f6rung aus.<\/p>\n<p>Menschen mit solchen Ansichten dazu zu bringen, ihre Meinung zu \u00e4ndern, ist schwierig, besonders, wenn sie sehr intelligent sind. Lege einen beliebigen Beweis vor, und sie k\u00f6nnen immer einen Gegenbeweis finden. Sie werden Punkte ausw\u00e4hlen, die in ihr Narrativ passen, und \u2013 aus \u00e4hnlich vern\u00fcnftigen Gr\u00fcnden \u2013 alles ablehnen, was dem widerspricht. Wenn dieses Narrativ umstrittene Themen und Personen betrifft, bekommen sie viel Unterst\u00fctzung, um es aufrechtzuerhalten. Im Falle der (wie ich es sehe) ethnischen S\u00e4uberung Pal\u00e4stinas k\u00f6nnen sie sich auf ein komplettes Propaganda-\u00d6kosystem st\u00fctzen sowie auf eine Gesinnungsgemeinschaft von anderen intelligenten Menschen, die ihnen versichern, Recht zu haben. Dasselbe gilt f\u00fcr jede andere \u00dcberzeugung, die vom Establishment getragen wird.<\/p>\n<p>Diejenigen von uns, die f\u00fcr Frieden pl\u00e4dieren, sind nicht blind gegen\u00fcber den Gr\u00e4ueltaten, die die Hamas am 7. Oktober ver\u00fcbt hat. Aber ohne den ideologischen Filter, der sie als unheilbar b\u00f6se darstellt, sind wir in der Lage, das in einem gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang zu sehen. Wir k\u00f6nnen fragen: \u201eWelche Bedingungen f\u00fchren zu so einem Ausbruch von Gewalt? Was verursacht eine solche Verzweiflung?\u201c Wir geben uns nicht zufrieden mit vereinfachenden Erkl\u00e4rungen wie \u201eSie lernen den Hass in der Schule\u201c oder \u201eIhre Religion lehrt Hass\u201c.<\/p>\n<p>In der US-amerikanischen Innenpolitik herrscht dieselbe Dynamik: Das Informations-\u00d6kosystem jeder Seite bietet seinen Anh\u00e4ngern Sinnhaftigkeit, Bedeutung und Identit\u00e4t und l\u00e4sst die andere Seite als b\u00f6se, dumm, unmoralisch, ignorant, kindisch und\/oder krank erscheinen. Tats\u00e4chlich braucht ein Teil der Identit\u00e4t, die aus politischer Loyalit\u00e4t erw\u00e4chst, eine verurteilenswerte Opposition als Gegenpart.<\/p>\n<p>Es gibt bestimmt einige Machthaber, die unerbittlich blutr\u00fcnstig sind, die entweder psychopathisch sind oder so tief in Hass-Ideologien stecken, dass ihr Herz unerreichbar ist. Ich habe ein paar solche Menschen getroffen. An einen denke ich gerade besonders. Eine einflussreiche Person. Mir gefror das Blut in den Adern, als ich seinem Blick begegnete. Es kam mir vor, als sei seine Seele in einer Gruft eingeschlossen. Aber die meisten Menschen, die wir d\u00e4monisieren, sind nicht so.<\/p>\n<p>Wirklich gef\u00e4hrlich f\u00fcr unsere Gesellschaft ist die Unsitte, dieses B\u00f6se einer Person oder Gruppe zuzuschreiben, die dann als der Feind dargestellt wird. Gef\u00e4hrlich ist unsere Empf\u00e4nglichkeit f\u00fcr den Erz\u00e4hlstrang, in dem die Welt vor dem B\u00f6sen gerettet wird, das personifiziert wird durch [Namen hier eintragen]. Das war das Narrativ hinter praktisch jeder Kriegs- oder Umsturzoperation, die mein Land zu meinen Lebzeiten ausgef\u00fchrt hat. Diese spezielle Gewalt-Episode ist notwendig, wissen Sie, weil wir dem n\u00e4chsten Hitler Einhalt gebieten m\u00fcssen. Saddam Hussein. Manuel Noriega. Bashar al-Assad. Muammar Gaddafi. Hugo Chaves. Vladimir Putin. Oder, wenn kein charismatischer F\u00fchrer oder starker Mann zur Verf\u00fcgung steht, ist es eine Ideologie oder Religion oder Volkszugeh\u00f6rigkeit, die aufgehalten werden muss, jetzt, bevor es zu sp\u00e4t ist.<\/p>\n<p>Nun, einige dieser M\u00e4nner waren recht brutale Tyrannen, und manche Ideologien propagieren Hass. Und wie ich schon sagte, laufen wirklich furchterregende menschliche Raubtiere in unserer Welt herum und kommen in Machtsystemen leicht zum Zug. Diese Individuen geben den Farbton \u00a0f\u00fcr die Malen-nach-Zahlen-Palette vor, die Kriegs-Narrative benutzen, um ein Bild von Gut im Kampf gegen B\u00f6se zu malen (Demokratie gegen Faschismus; traditionelle Werte gegen Wokismus; Befreiung gegen wei\u00dfe Vorherrschaft usw. Die Linke und die Rechte sind gleicherma\u00dfen s\u00fcchtig danach).<\/p>\n<p>\u201eJa, aber dieser Krieg ist anders.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDieser Krieg\u201c ist immer anders. Dieser ist immer gerechtfertigt. <a href=\"https:\/\/substack.com\/redirect\/8258e2c1-d6e7-43e1-9cde-421455f66648?j=eyJ1IjoiMjZpdmlyIn0.SPKnvN_yscngCLUoM2MeDFHjd1ImEDcEZHYx1T23iv8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jeder Krieg ist gerechtfertigt.<\/a> Genauso ist jeder Hass gerechtfertigt. Dieses eine Mal ist Soundso wirklich ein Ungeheuer, ein Raubtier, ein Psychopath. In diesem historischen Augenblick sind unsere Gegner wirklich der Inbegriff des B\u00f6sen, und jedes Mittel ist recht, um sie aufzuhalten. Hie und da ist das wahr. Es gibt unter uns Psychopathen, unbarmherzige Triebt\u00e4ter. Aber solche Leute gibt es viel seltener, als es aus der Gut\/B\u00f6se-Sicht scheint. Wei\u00dft du, wie es bei dem Ehepaar in einer erbitterten Scheidung zugeht? Jede Seite glaubt ganz tief, dass die andere endlich ihre wahren, gr\u00e4sslichen Farben gezeigt hat. Wenn die eine Seite einen Vorschlag zur G\u00fcte startet, sieht es die andere als zynische List. Wenn man es mit einer \u201eCluster-B-Pers\u00f6nlichkeit\u201c wie einem Psychopathen oder malignen Narzissten zu tun hat, stimmt das wahrscheinlich. In solchen F\u00e4llen gibt es zum Kampf keine Alternative .<\/p>\n<p>Mit solchen Personen sollte man nicht verhandeln \u2013 au\u00dfer als T\u00e4uschungsman\u00f6ver. Aber du verstehst hoffentlich, wo das Problem liegt. Wenn beide Seiten glauben, dass die andere Seite nur zum Schein verhandelt, wird das zu einer gegenseitigen selbsterf\u00fcllenden Prophezeiung. Jede wird zu dem, was sie in der anderen wahrnimmt. Ironischerweise war es dieses Jahr Israel, das mit der Hamas zum Schein verhandelte und mitten in den Sitzungen seine Verhandlungspartner ermordete. Ebenso waren es die Vereinigten Staaten, die <a href=\"https:\/\/substack.com\/redirect\/0aeaa08d-c1db-492e-b0c5-070341f86e50?j=eyJ1IjoiMjZpdmlyIn0.SPKnvN_yscngCLUoM2MeDFHjd1ImEDcEZHYx1T23iv8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zum Schein mit Russland verhandelten<\/a>, indem sie das Minsker Protokoll unterzeichneten, um Zeit f\u00fcr die Bewaffnung der Ukraine zu gewinnen.<\/p>\n<p>Wer einen Kreuzzug gegen das B\u00f6se f\u00fchrt (oder was auch immer dessen \u00c4quivalent in deren Wortschatz ist \u2013 Kommunismus, Terrorismus, Trumpismus usw.), verk\u00f6rpert am Ende selbst das B\u00f6se. Was sonst k\u00f6nnte es sein, wenn der Gouverneur von Pennsylvania <a href=\"https:\/\/substack.com\/redirect\/1ab74873-50f6-4394-a24b-c08e2223241c?j=eyJ1IjoiMjZpdmlyIn0.SPKnvN_yscngCLUoM2MeDFHjd1ImEDcEZHYx1T23iv8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Josh Shapiro 155mm-Artilleriemunition signiert<\/a>, die dazu bestimmt ist, russische Rekruten zu zerfetzen? Oder wenn <a href=\"https:\/\/substack.com\/redirect\/3401b6ea-6dc9-4dbc-bf14-b643d239ada3?j=eyJ1IjoiMjZpdmlyIn0.SPKnvN_yscngCLUoM2MeDFHjd1ImEDcEZHYx1T23iv8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nikki Haley<\/a>\u00a0und <a href=\"https:\/\/substack.com\/redirect\/431bdfa2-0a43-4dcf-8e07-7e23c41ac077?j=eyJ1IjoiMjZpdmlyIn0.SPKnvN_yscngCLUoM2MeDFHjd1ImEDcEZHYx1T23iv8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mike Pence<\/a>\u00a0dasselbe mit Bomben gegen Gaza tun? Oder wenn das US-Milit\u00e4r in Vietnam dachte, sie m\u00fcssten \u201edas Dorf zerst\u00f6ren, um es zu retten\u201c? Oder wenn eine politische Partei die Demokratie untergr\u00e4bt, um sie zu retten? <em>Alles<\/em> ist gerechtfertigt, wenn die Bedrohung alles andere \u00fcbertrumpft.<\/p>\n<p>Und wieder gilt: Es gibt Zeiten im Menschheits-Drama, wo man einen Kampf um alles oder nichts wagen muss. Das Problem ist <em>nicht<\/em> das K\u00e4mpfen an sich; es ist die <em>Ausrichtung<\/em> aufs K\u00e4mpfen. Es ist eine Haltung, Einstellung, Sichtweise, die von vornherein jeglichen Widerstand gegen einen selbst oder die eigene Nation und jede Gewalt als Ausdruck des B\u00f6sen ansieht. Noch grundlegender ist es eine Betrachtungsweise des Menschen, die von den Rechtswissenschaftlern <a href=\"https:\/\/substack.com\/redirect\/e3fc3dce-89c1-46c5-821a-2e17410ccd87?j=eyJ1IjoiMjZpdmlyIn0.SPKnvN_yscngCLUoM2MeDFHjd1ImEDcEZHYx1T23iv8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hanson und Yosifon<\/a>\u00a0als <em>Dispositionismus<\/em> bezeichnet wird:\u00a0die Vorstellung, dass Menschen b\u00f6se Sachen machen, weil sie b\u00f6se Menschen sind, und gute Sachen, weil sie gute Menschen sind. Die Alternative, die <em>Situationismus<\/em> genannt wird, besagt, dass Menschen aus der Gesamtheit der Umst\u00e4nde heraus handeln. Kommt ein Mensch in eine andere Umgebung, unter andere Leute, wird er selbst zu einer anderen Person. Ganz klar l\u00e4sst der Situationismus mehr Mitgef\u00fchl zu als der Dispositionismus, denn man interessiert sich f\u00fcr die Bedingungen der Person, die man beurteilt. Wenn jemand aus grunds\u00e4tzlicher, nat\u00fcrlicher Bosheit (oder G\u00fcte) handelt, dann gibt es nichts weiter zu verstehen.Die Neigung zu Dispositionismus, zum Bewerten, zur eilfertigen Zuschreibung eines b\u00f6sen Charakters an alle, die uns angreifen oder verletzen, macht die Gesellschaft zu einer leichten Beute von Kriegsnarrativen. Ohne diese Neigung w\u00e4re es nicht m\u00f6glich, die n\u00f6tige Zustimmung zu bekommen. Heute haben Kriegsnarrative den \u00f6ffentlichen Diskurs in den Vereinigten Staaten vereinnahmt. Ich meine damit nicht einen Krieg gegen fremde M\u00e4chte, obwohl diese Narrative auch immer h\u00f6her im Kurs stehen. Ich meine den Krieg gegen uns selbst \u2013\u00a0einen B\u00fcrgerkrieg.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund warne ich vor der D\u00e4monisierung von Donald Trump und seinen Anh\u00e4ngerinnen. Ich tue das nicht aus einer besonderen Zuneigung f\u00fcr den Mann. Ich habe ihn noch nie getroffen, und ich bin mit fast nichts einverstanden, das aus seinem Munde kommt, sowohl was den Inhalt als auch was den Tonfall angeht. Anstatt ihn mit substanziellen Themen zu konfrontieren, verlegen sich seine Gegner auf \u00fcberzogene Zuspitzung, Verdrehung und glatte Erfindung, um ihn als menschliches Ungeheuer darzustellen \u2013 etwas, das er nicht ist \u2013 und seine Anh\u00e4nger als einen Haufen j\u00e4mmerlicher Gestalten \u2013 etwas, das sie nicht sind. Nach zwei Attentatsversuchen ist es sehr beunruhigend zu sehen, dass gew\u00e4hlte Repr\u00e4sentanten seine \u201eBeseitigung\u201c fordern und Kommentarspalten vor Aussagen wie \u201eAller guten Dinge sind drei!\u201c \u00fcberquellen. Solche Stimmungen dr\u00fccken die oben beschriebene Neigung aus.<\/p>\n<p>Ebenso beunruhigend ist der Ausdruck derselben Neigung bei denen, die mit Trump auf einer Linie liegen. Wenn wir das B\u00f6se auf die Verwalter heutiger Machtzentren projizieren \u2013 die Milliard\u00e4re, das World Economic Forum, BlackRock, Vanguard, State Street, die Hedgefonds, die FDA, die CIA, die WHO, die Konzerne, das Stanford Internet Observatory usw. usf. \u2013\u00a0geraten wir in dieselbe Falle von Dispositionismus. Man k\u00f6nnte jede einzelne dieser Personen gegen jemanden aus der \u00f6rtlichen Anarchistenkommune austauschen, und es w\u00fcrde sich wenig \u00e4ndern. Immer wieder wiegeln Regierungen Volksaufst\u00e4nde ab, indem sie ein paar der unbeliebtesten Beamten entlassen. Sie k\u00f6nnten sogar ihre gl\u00fchendsten Kritiker in die Regierung aufnehmen. Egal. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, macht die Stellung die Person aus.<\/p>\n<p>Leute in Machtstellungen haben einen gewissen Entscheidungsspielraum f\u00fcr Ver\u00e4nderungen, aber wenn sie sich zu weit von den Interessen der Matrix der Elite-Institutionen entfernen, wird sich das System, das ihnen Macht einr\u00e4umte, rasch gegen sie richten.<\/p>\n<p>Ich habe Verst\u00e4ndnis f\u00fcr alle, die finden, dass ich v\u00f6llig abgedreht bin zu glauben, Trump k\u00f6nne etwas anderes sein als eine singul\u00e4re Bedrohung f\u00fcr die Demokratie, ein faschistischer starker Mann auf einer Welle von wei\u00dfer Vorherrschaft und Fanatismus. F\u00fcr diejenigen, die tief ins Mainstream-Informationssystem eingebettet sind, erscheint es v\u00f6llig offensichtlich, dass er genau das ist. Folglich muss ich einer moralischen Schw\u00e4che erlegen sein. Vielleicht interessiert mich das Geld. Vielleicht fasziniert mich die N\u00e4he zur Macht. Vielleicht verbinde ich mich, wie ein Kritiker andeutete, lieber mit anderen wei\u00dfen M\u00e4nnern, weil mir nicht wohl ist mit einer schwarzen Frau wie Kamala Harris als Pr\u00e4sidentin. Vielleicht wurde ich vom Rechtsau\u00dfen-Informationssystem hypnotisiert. Das sind ein paar der Theorien, die im Internet mit gro\u00dfer Gewissheit als Kritik ge\u00e4u\u00dfert wurden. Es muss doch irgendetwas geben, um das ansonsten Unerkl\u00e4rliche zu erkl\u00e4ren. Wie anders k\u00f6nnte jemand, der immer f\u00fcr Postkolonialismus, Tiefen\u00f6kologie, alternative Wirtschaftsformen, Indigenen-Rechte und Friedensbewusstsein eingetreten ist, es vers\u00e4umen, den Inbegriff des B\u00f6sen unserer Zeit in Bausch und Bogen zu verurteilen? Das muss verwirren.<\/p>\n<p>Ich kann nat\u00fcrlich nicht v\u00f6llig sicher sein, dass keine der Schatten-Motivationen, die mir zugeschrieben werden, im Hintergrund arbeitet. Ich hoffe sehr, dass dem nicht so ist. Aber ich bestehe ja nicht aus einem besonderen Stoff, der gegen die Einfl\u00fcsterungen von Geld und Macht immun ist. Was ich jedoch sagen kann, ist, dass meine innersten \u00dcberzeugungen dieselben geblieben sind, und dass weder Trump noch Harris diese auch nur im Entferntesten verk\u00f6rpern.<\/p>\n<p>Ich bin zwar kein Anh\u00e4nger der MAGA (Make America Great Again) Bewegung, sehe darin jedoch das \u2013 noch zu sch\u00f6pfende \u2013 Potenzial, eine wirklich erneuernde Volksbewegung zu werden. In meinem letzten Essay habe ich sechs grundlegende Prinzipien des Mitgef\u00fchls dargelegt, die eine solche Bewegung und ihre F\u00fchrung beherzigen m\u00fcssen. Sie sind die Grundbedingung, um das gr\u00f6\u00dfte Hindernis f\u00fcr die volle Ausbildung einer Volksbewegung zu \u00fcberwinden, n\u00e4mlich \u2013 wie immer \u2013 die k\u00fcnstliche Spaltung der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Kennedys Beteiligung an MAGA lie\u00df einige wichtige einigende Themen sichtbar werden: z. B. chronische Krankheiten, die Verschlechterung der Lebensmittelversorgung, die Opposition gegen Krieg und b\u00fcrgerliche Freiheiten. Sein Beitritt ver\u00e4ndert den Charakter der Bewegung, aber es ist noch ein langer Weg, bevor sie ihr volles Potenzial in der Bev\u00f6lkerung erlangt. Zum einen muss eine wirklich amerikanische Volksbewegung alle ethnischen Gruppen vereinigen. Momentan f\u00fchlt sich eine Mehrheit der wei\u00dfen Arbeiterklasse zu Trump hingezogen. Demokraten haben im Durchschnitt mehr Einkommen, Bildung und Verm\u00f6gen als Republikaner, womit sie den Status Quo der 1980er Jahre umkehren, dennoch erhalten sie mehrheitlich Unterst\u00fctzung von Schwarzen und Latino-W\u00e4hlern (obwohl dieser Vorsprung im Schwinden begriffen ist, besonders unter den weniger Gebildeten). Wenn sich Schwarze, Wei\u00dfe und Latinos, die in immer st\u00e4rkere Abw\u00e4rtsspiralen von Elend, Krankheit, Armut, Sucht und Gewalt geraten, nicht zusammenschlie\u00dfen und stattdessen auf entgegengesetzten Seiten der politischen Spaltung bleiben, gibt es keinerlei Hoffnung darauf, die notwendige transformierende Kraft aufzubringen, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern.<\/p>\n<p>In Amerika haben etablierte Politiker immer die Spannung zwischen den Ethnien ausgen\u00fctzt, um die \u00f6konomische Unterschicht an einer Einigung zu hindern. Kennedy hatte die Gelegenheit, sie zu vereinen, vor dem Hintergrund seiner Geschichte als Streiter f\u00fcr Schwarze und indigene Gemeinschaften als Anwalt f\u00fcr Umweltrecht, ganz zu schweigen vom Einsatz seines Vaters f\u00fcr die B\u00fcrgerrechte. Trump hat keinen derartigen Hintergrund, dennoch l\u00e4sst die Tatsache, dass so viele Schwarze hinter seiner Kandidatur stehen, die M\u00f6glichkeit einer vereinigten Volksbewegung erahnen, die im Entstehen ist. Sie glauben daran, dass weder Trump noch die meisten seiner Anh\u00e4nger b\u00f6sartige Rassisten sind. Sie klatschten ihm Beifall, weil er den First Step Act unterzeichnete und Universit\u00e4ten, die von jeher v. a. von Schwarzen besucht werden, besser finanzierte. Aber Trump und MAGA werden sehr viel mehr tun m\u00fcssen, wenn sie die ethnische Kluft \u00fcberwinden wollen.<\/p>\n<p>Der erste Schritt ist die Frage, die das Mitgef\u00fchl stellt: \u201eWie ist es, du zu sein?\u201c Stelle diese Frage und h\u00f6re der Antwort respektvoll zu, und alle entmenschlichenden Narrative l\u00f6sen sich auf. Wie ist es, ein Teenager in einer Stra\u00dfengang zu sein? Wie ist es, im Gef\u00e4ngnis zu leben? Wie ist es, eine alleinerziehende Mutter zu sein, die von Sozialhilfe lebt? Wie ist es, ein illegaler Einwanderer zu sein? Sobald Menschen gegenseitig in ihre Geschichten eintauchen, finden sie eine gemeinsame Basis.<\/p>\n<p>Eine Freundin von mir, eine nichtbin\u00e4re Frau afrikanischer Abstammung, begegnete einer Frau, die vor einer Abtreibungsklinik an der Westk\u00fcste gegen Abtreibung protestierte. Meine Freundin ging mit aufrichtigem Interesse und gutem Willen auf die Protestierende zu. Ich glaube nicht, dass eine von ihnen ihre Meinung ge\u00e4ndert hat, aber die Hitze ihrer Streitpunkte k\u00fchlte ab bis zu dem Punkt, wo sie Freundschaft schlossen. Die Protestierende ist immer noch gegen Abtreibung, aber sie schikaniert jetzt nicht mehr Menschen vor Abtreibungskliniken. Sie versteht die schwierigen menschlichen Geschichten besser, die zu dem Entschluss f\u00fchren, eine Schwangerschaft abzubrechen. Die Grenzf\u00e4lle von grausamen Sp\u00e4t-Abtreibungen, die so viel Wut entfachen, definieren ihr Narrativ nicht mehr. Dies ist ein ganz fl\u00fcchtiger Blick auf die Wunder an Frieden und Vers\u00f6hnung, die m\u00f6glich werden, wenn die Menschen die Kriegsmentalit\u00e4t ablegen. Eine ernsthafte Friedensgeste ist immer etwas naiv, wenn man aus der Kriegsdenke kommt, die die Welt voller unerbittlicher Feinde sieht, die allenfalls zum Schein verhandeln w\u00fcrden. Wer Frieden macht, kann und muss praktisch sein. Ohne ein kleines bisschen Naivit\u00e4t wird jedoch keine Seite ihr Bollwerk verlassen.<\/p>\n<p>Ich habe in dieser Essayreihe gez\u00f6gert, irgendetwas in der Art meiner obigen Feststellung zu sagen, dass ich mit fast allem nicht einverstanden bin, was aus Trumps Mund kommt. Und zwar, weil ich dem Impuls zum Distanzieren und Anprangern nicht nachgehen wollte. In diesem Moment steht etwas Wichtigeres auf dem Spiel. Die Entmenschlichung von Trump und MAGA stellt eine gr\u00f6\u00dfere Gefahr dar als Trump und MAGA selbst. Beide haben gute und schlechte Seiten. Genauso hat das Establishment gute und schlechte Seiten. Es ist schlie\u00dflich keine monolithische Einheit, sondern eine Matrix aus Menschen, Organisationen, Narrativen und Beziehungen ohne klare Grenzen. Sie beinhaltet mehr oder weniger jedes Mitglied der modernen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Wenn wir nicht damit aufh\u00f6ren, gewohnheitsm\u00e4\u00dfig nach dem \u201eB\u00f6sen\u201c zum Bek\u00e4mpfen Ausschau zu halten, werden wir bis in alle Ewigkeit nach dem einen \u201eB\u00f6sen\u201c gleich das n\u00e4chste sehen. Und wir werden immer k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt und korrekturgelesen von Ingrid Suprayan, Bobby Langer und Vanessa Gro\u00df. Die englische Originalfassung dieses Essays ist <a href=\"https:\/\/substack.com\/redirect\/f7dff379-49ef-49b8-b5f1-3474d81aa3d4?j=eyJ1IjoiMjZpdmlyIn0.SPKnvN_yscngCLUoM2MeDFHjd1ImEDcEZHYx1T23iv8\">hier<\/a> zu finden.<\/em><\/p>\n<p><em>Dieser Artikel ist unter einer Creative-Commons-Lizenz (Namensnennung \u2013 Nicht kommerziell \u2013 Keine Bearbeitungen 3.0 Deutschland) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen darf er verbreitet und vervielf\u00e4ltigt werden.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer f\u00fcr Frieden eintritt, wenn das Kriegsfeuer lodert, wird immer der Naivit\u00e4t bezichtigt. Man wirft ihm vor, die Gnadenlosigkeit eines Feindes zu untersch\u00e4tzen, der erst Ruhe gibt, wenn wir vernichtet sind. 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