{"id":1837849,"date":"2024-04-10T16:46:26","date_gmt":"2024-04-10T15:46:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1837849"},"modified":"2024-04-17T18:08:04","modified_gmt":"2024-04-17T17:08:04","slug":"interview-oberst-matos-gomes-ueber-die-nelkenrevolution-vor-50-jahren-in-portugal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2024\/04\/interview-oberst-matos-gomes-ueber-die-nelkenrevolution-vor-50-jahren-in-portugal\/","title":{"rendered":"Interview: Oberst Matos Gomes \u00fcber die Nelkenrevolution vor 50 Jahren in Portugal"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dieser Artikel ist Teil der Serie \u201e<a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/pt-pt\/2024\/03\/serie-da-pressenza-sobre-portugal-50-anos-depois-viva-a-revolucao-dos-cravos\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">50 Jahre danach: Es lebe die Nelkenrevolution<\/a>&#8222;, die PRESSENZA im M\u00e4rz und April 2024 auf Portugiesisch ver\u00f6ffentlicht. Die \u201eNelkenrevolution\u201c von 1974-1975 brachte den Portugiesen nach 48 Jahren Faschismus die Freiheit und den portugiesischen Kolonien in Afrika nach 500 Jahren imperialer Herrschaft die Unabh\u00e4ngigkeit.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_1785218\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1785218\" class=\"wp-image-1785218\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Carlos-Matos-Gomes-300x241.jpg\" alt=\"\" width=\"449\" height=\"361\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Carlos-Matos-Gomes-300x241.jpg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Carlos-Matos-Gomes.jpg 605w\" sizes=\"auto, (max-width: 449px) 100vw, 449px\" \/><p id=\"caption-attachment-1785218\" class=\"wp-caption-text\"><em>(Bild vom Blog https:\/\/medium.com\/@cmatosgomes46)<\/em><\/p><\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/gl.wikipedia.org\/wiki\/Carlos_de_Matos_Gomes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Carlos Matos Gomes<\/a> ist einer der angesehensten Milit\u00e4rs und Historiker des Kolonialkriegs. Er wurde 1946 in Ribatejo, Portugal geboren. Seine milit\u00e4rische Laufbahn begann 1963. Er diente w\u00e4hrend der Kolonialkriege (1961-1974) in Mosambik, Angola und Guinea-Bissau in den Spezialtruppen der Kommandos. In Guinea geh\u00f6rte er zu den Gr\u00fcndern der Bewegung der Hauptleute und war Mitglied des ersten Koordinierungsausschusses der Bewegung der Streitkr\u00e4fte (MFA). Bis 2003 war er aktiver Offizier, heute ist er Oberst der Reserve. Seit 1982 hat er auch eine literarische Karriere unter dem Pseudonym Carlos Vale Ferraz verfolgt. Matos Gomes schreibt regelm\u00e4\u00dfig in <a href=\"https:\/\/medium.com\/@cmatosgomes46\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Blog<\/a>.<\/p>\n<p>Im vorliegenden Interview, das er Pressenza am 28. M\u00e4rz 2024 \u00fcber Zoom gab, sch\u00e4tzte ich sein fundiertes Wissen \u00fcber den 25. April und die Nelkenrevolution sowie die ruhige und diplomatische Art, mit der er selbst die schwierigsten und kontroversesten Themen angeht und Hintergr\u00fcnde erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Der nachstehende Text des Interviews wurde an einigen Stellen leicht gek\u00fcrzt. Das vollst\u00e4ndige Interview kann im Original auf Portugiesisch als Video <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=80aPs1O5F_w\">hier<\/a> oder am Ende dieses Artikels angesehen werden.<\/p>\n<h3><strong>Die koloniale Frage stand im Mittelpunkt des Milit\u00e4rputsches vom 25. April 1974<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Pressenza:<\/strong> <em>Die Kolonialfrage stand im Mittelpunkt des milit\u00e4rischen Staatsstreichs vom 25. April 1974 gegen das faschistische Regime in Portugal, denn die Milit\u00e4rs wussten doch am besten, dass sie die Kriege gegen die Befreiungsbewegungen in Angola, Mosambik und Guinea-Bissau nicht gewinnen konnten.<\/em><\/p>\n<p><em>Unter unseren Lesern gibt es viele Humanisten und Pazifisten. Ich selbst bin Ende der 1960er Jahre als Kriegsdienstverweigerer aus Portugal geflohen, weil ich mich weigerte, den portugiesischen Kolonialismus in Afrika mit Waffen zu verteidigen.<\/em><\/p>\n<p><em>Frage: Wie konnte ein Milit\u00e4r wie Sie, ein Oberst der damals noch als Hauptmann in Guinea k\u00e4mpfte, von heute auf morgen &#8222;ins andere Lager&#8220; wechseln und von der Verteidigung zum Widerstand gegen den Kolonialismus \u00fcbergehen, indem er an der Vorbereitung und Durchf\u00fchrung des Staatsstreichs vom 25. April mitgewirkt hat und Mitglied der MFA wurde (Bewegung der Streitkr\u00e4fte, die den Staatsstreich durchf\u00fchrte und das Land mehrere Jahre lang regierte)?<\/em><\/p>\n<p><strong>Matos Gomes:<\/strong> Vielen Dank f\u00fcr die Gelegenheit, \u00fcber den 25. April zu sprechen, und auch \u00fcber die damaligen gro\u00dfen politischen, strategischen und sozialen Ver\u00e4nderungen sowohl in Portugal als auch in der Welt infolge dieses Staatsstreichs der portugiesischen Kapit\u00e4ne.<\/p>\n<p>Die koloniale Frage ist seit dem 19. Jahrhundert ein zentrales Thema in der portugiesischen Politik, insbesondere seit dem Abschluss der Vertr\u00e4ge der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kongokonferenz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berliner Konferenz 1884-85<\/a> [auf der ganz Afrika unter den europ\u00e4ischen M\u00e4chten aufgeteilt wurde]. Der Kolonialismus stand von da an bis zum Zweiten Weltkrieg im Mittelpunkt der europ\u00e4ischen Politik. Die Dekolonisierung fand erst nach der Niederlage Europas in diesem Weltkrieg statt. Portugal war damals die einzige Kolonialmacht, die nicht auch eine Industriemacht war, und nutzte deswegen die Kolonien nur als Tauschwerte, als &#8222;Rohstoffe&#8220; in seinen internationalen Beziehungen, insbesondere in schwierigen Zeiten. Unser Regime hatte das Bed\u00fcrfnis, die Kolonien zu behalten, aber auf der anderen Seite gab es das allgemeine Recht der V\u00f6lker &#8211; das nach dem Zweiten Weltkrieg anerkannt wurde &#8211; \u00fcber ihr eigenes Schicksal zu entscheiden. Die Erkenntnisse meiner Generation und der Kapit\u00e4ne des Aprils waren ein st\u00e4ndiger Lernprozess, der eng mit den Erkenntnissen der Gesellschaft im Allgemeinen verbunden war. <strong>Mehr als 1 Million junger Portugiesen sind damals vor dem Kolonialkrieg geflohen, das hat uns klar vor Augen gef\u00fchrt, wie sinnlos dieser Krieg war.<\/strong><\/p>\n<p><em>Das zeigt, dass Menschen nicht nur gut oder schlecht sind, sondern auch lernf\u00e4hig sind. Aber war dieser Gesinnungswandel der April-Milit\u00e4rs eher etwas Rationales, weil sie das Gef\u00fchl hatten, die Kolonialkriege nicht gewinnen zu k\u00f6nnen, oder auch etwas Emotionales, weil sie sich mit den f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit k\u00e4mpfenden Befreiungsbewegungen solidarisch zeigen wollten?<\/em><\/p>\n<p>Es war vor allem eine rationale Einsicht. Wenn das Milit\u00e4r in den Krieg zieht, trifft es seine Entscheidungen rational. Auch die Entscheidung der April-Kapit\u00e4ne, das Regime zu st\u00fcrzen, und die Vorbereitungen f\u00fcr diesen Sturz, waren rational. Nur die Haltung des Regimes war irrational.<\/p>\n<p><em>Aber hatten die Kapit\u00e4ne bereits vor, den Kolonien die Unabh\u00e4ngigkeit zu geben, oder wollten sie nur das Problem des Krieges l\u00f6sen, d.h. den Krieg irgendwie beenden, eine Art Kompromiss finden?<\/em><\/p>\n<p>Die milit\u00e4rische Bewegung, die den Staatsstreich ausl\u00f6ste, war in ihren Zielen und Aktionen keine einheitliche Bewegung. Sie war Ergebnis des Zusammenschlusses von zwei unterschiedlichen Visionen: einerseits die der Gruppe, die ich als &#8222;Spinolisten&#8220; bezeichnen w\u00fcrde (um den General <a href=\"https:\/\/pt.wikipedia.org\/wiki\/Ant%C3%B3nio_de_Sp%C3%ADnola\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ant\u00f3nio Sp\u00ednola<\/a> und sein Buch &#8222;Portugal und die Zukunft&#8220;), die in Bezug auf die koloniale Frage eine Gemeinschaft portugiesisch-sprachiger Staaten anstrebten; und anderseits die der Kapit\u00e4nsbewegung, die Portugal in die bereits von den anderen europ\u00e4ischen Kolonialm\u00e4chten unternommene Dekolonisierung einbinden wollte, was nat\u00fcrlich die Anerkennung der Unabh\u00e4ngigkeit von Guinea-Bissau (dessen Unabh\u00e4ngigkeit bereits 1973 erkl\u00e4rt worden war) und Verhandlungen mit den bewaffneten Guerillabewegungen aus Angola (MPLA, FNLA, UNITA) und Mosambik (FRELIMO) \u00fcber deren Unabh\u00e4ngigkeit einschloss.<\/p>\n<p><em>Als Hauptmann, der gerade in Guinea stationiert war: warum haben Sie, nach der Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung von Guinea-Bissau, weiterhin f\u00fcr den Erhalt dieser Kolonie durch die Portugiesen gek\u00e4mpft?<\/em><\/p>\n<p>Zu dieser Zeit k\u00e4mpften die Truppen in Guinea nicht, um den Krieg zu gewinnen, sondern um ihn nicht zu verlieren. Mit anderen Worten: um Zeit zu gewinnen, damit die politische Macht eine L\u00f6sung f\u00fcr den Krieg finden konnte. Dass ein solcher Krieg nicht gewonnen werden konnte, war bereits Teil der portugiesischen Milit\u00e4rdoktrin. Im Handbuch \u00fcber subversive Kriege, das auf den Erfahrungen der Franzosen und Briten basierte, wurden subversive Kriege als unmittelbar politisch definiert. Deshalb mussten auch die Ma\u00dfnahmen zu ihrer Beilegung politisch sein. Der Bruch zwischen den Milit\u00e4rs und der politischen Macht in Portugal kam nur zustande, weil letztere nicht in der Lage war, L\u00f6sungen zu finden.<\/p>\n<p><em>K\u00f6nnte man also sagen, dass diese &#8222;vorzeitige&#8220; Unabh\u00e4ngigkeit Guineas im Jahr 1973 in gewisser Weise den Staatsstreich vom 25. April 1974 in Portugal beschleunigte?<\/em><\/p>\n<p>Die politische Entscheidung der PAIGC [Befreiungspartei von Guinea-Bissau und Kap Verde], die Unabh\u00e4ngigkeit 1973 zu erkl\u00e4ren, verst\u00e4rkte noch die milit\u00e4rische Position, die die PAIGC bereits vorher in 1973 in Guinea erlangen konnte, nachdem sie zwei Garnisonen, eine im Norden und eine im S\u00fcden des Landes, angegriffen und besetzt hatte. Von diesem Zeitpunkt an (Mai 1973) hatte Portugal, allein in einem sehr kleinen Land wie Guinea, schon etwa 70 tote Soldaten zu verzeichnen, was eine ungeheure Zahl darstellte und es in diesem Ma\u00dfe nie zuvor gegeben hatte. Es war eine sehr schwierige Situation, in der \u00d6ffentlichkeit damit umzugehen. Andererseits wurde das neue Land, nach dieser einseitigen Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung der PAIGC, ziemlich schnell von rund 80 L\u00e4ndern der internationalen Gemeinschaft anerkannt. <strong>F\u00fcr das portugiesische Milit\u00e4r vor Ort bedeutete dies, dass wir uns in einer Situation befanden, die einer &#8222;fast sicheren Niederlage&#8220; gleichkam, und wir wurden bereits als Besatzungstruppen in einem fremden Territorium angesehen. Dies erh\u00f6hte nat\u00fcrlich den Druck auf die jungen Kapit\u00e4ne, eine L\u00f6sung zu erzwingen, da unser Regime dazu nicht in der Lage war.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_1836589\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1836589\" class=\"wp-image-1836589\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Matos-Gomes-na-Guine-Bissau-10-Jun-1973-foto-do-entrevistado-300x214.jpg\" alt=\"\" width=\"820\" height=\"585\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Matos-Gomes-na-Guine-Bissau-10-Jun-1973-foto-do-entrevistado-300x214.jpg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Matos-Gomes-na-Guine-Bissau-10-Jun-1973-foto-do-entrevistado-820x584.jpg 820w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Matos-Gomes-na-Guine-Bissau-10-Jun-1973-foto-do-entrevistado.jpg 989w\" sizes=\"auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px\" \/><p id=\"caption-attachment-1836589\" class=\"wp-caption-text\"><em>Matos Gomes (links) in Guinea-Bissau am 10. Juni 1973 (Foto des Interviewten)<\/em><\/p><\/div>\n<h3><strong>Die Nelkenrevolution durch das Volk, begann gleich am 25. April 1974<\/strong><\/h3>\n<p><em>Heutzutage wird der 25. April nur noch als Befreiung des portugiesischen Volkes vom Faschismus gefeiert, dabei wird die antikoloniale Dimension des Tages ausgeblendet. Der 25. April war aber eine doppelte Befreiung! Und wir blenden auch die authentische sozialistische Dimension der Nelkenrevolution aus, die sich gleich danach entfaltete und bis zum 25. November 1975 andauerte. Wir hatten also sogar mit einer dreifachen Befreiung zu tun! Was war f\u00fcr Sie, kurz gesagt, die Nelkenrevolution in Portugal? War sie sozusagen die &#8222;innere Dekolonisierung&#8220;, von der Sie damals sprachen, im Gegensatz zur &#8222;\u00e4u\u00dferen Dekolonisierung&#8220; der Kolonien?<\/em><\/p>\n<p><strong>Der 25. April stand unter dem allgemeinen Motto der drei Ds: &#8222;Dekolonisierung, Demokratisierung und Weiterentwicklung&#8220;<\/strong>.<\/p>\n<p>Die Dekolonisierung ist von grundlegender Bedeutung und h\u00e4ngt mit dem allgemeinen Konzept der Freiheit zusammen. Freiheit war f\u00fcr die Menschen in den Kolonien wichtig, um ihr Schicksal selbst zu bestimmen, und es war auch f\u00fcr die Portugiesen wichtig, um sich f\u00fcr ein Gesellschaftsmodell zu entscheiden, in dem sie besser leben konnten als zuvor &#8211; was mit der Weiterentwicklung des Landes verbunden ist. Der 25. April fiel allerdings in eine Zeit, in der in Europa und in der Welt der Neoliberalismus auf dem Vormarsch war, und stand damit in v\u00f6lligem Gegensatz zu den Moden des &#8222;laissez-faire, laissez-passer&#8220;, des Individualismus, der Verringerung der Macht des Staates und auch der Rolle des Staates in der Gesellschaft. Und genau dieses Modell ist heute immer noch in Kraft und wird von den gro\u00dfen Denkmaschinen reproduziert, projiziert und verkauft. So dreht sich heute alles um die Frage der Freiheit. <strong>Der 25. April spielte eine entscheidende Rolle in der Frage der W\u00fcrde sowohl des portugiesischen als auch der afrikanischen V\u00f6lker, aber er spielte auch die gro\u00dfe &#8211; oft vergessene &#8211; Rolle, Portugal in die Moderne gef\u00fchrt zu haben.<\/strong><\/p>\n<p>Der Faschismus, der Salazarismus, war ein frommes, r\u00fcckst\u00e4ndiges, fast mittelalterliches Regime. Doch nach dem 25. April begannen die jungen Portugiesen, sich mit den jungen Europ\u00e4ern auszutauschen, und die portugiesischen Arbeiter mit den Arbeitern im \u00fcbrigen Europa. <strong>Der 25. April brach also mit einer 500-j\u00e4hrigen Tradition in Portugal &#8211; der Tradition von 500 Jahren au\u00dferhalb Europas &#8211; und f\u00fchrte Portugal wieder in den europ\u00e4ischen Kontinent zur\u00fcck.<\/strong><\/p>\n<p>Und er spielte auch eine andere wichtige Rolle, n\u00e4mlich die Befreiung von zwei anderen Diktaturen, die damals noch existierten: die spanische und die griechische. Sp\u00e4ter spielte er auch eine sehr wichtige Rolle bei der Abschaffung der Apartheid in S\u00fcdafrika. <strong>Und er spielte eine einzigartige Rolle, die leider absichtlich verschwiegen wird, n\u00e4mlich die, dass die Streitkr\u00e4fte (eins der st\u00e4rksten Apparate zur sozialen Unterdr\u00fcckung der Menschen) zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte von der Verteidigung der oligarchischen Gruppen, die die Staaten immer beherrscht hatten, zur Verteidigung der Volksgruppen \u00fcbergingen. Niemand will heute dar\u00fcber sprechen.<\/strong><\/p>\n<p><em>Das war etwas Einmaliges in der Geschichte, nicht wahr?<\/em><\/p>\n<p>Absolut!<\/p>\n<h3><strong>Die Einmischung ausl\u00e4ndischer M\u00e4chte ab dem 11. M\u00e4rz 1975<\/strong><\/h3>\n<p><em>Die Nelkenrevolution war an sich eine friedliche Revolution. Ich betone das gerne, denn wir haben bei Pressenza viele Pazifisten&#8230; Bei Revolutionen kommt es oft (eigentlich fast immer) vor, dass sich ausl\u00e4ndische M\u00e4chte einmischen. Was k\u00f6nnen Sie uns konkret \u00fcber das Eingreifen der Vereinigten Staaten von Amerika, Deutschlands und der damaligen Sowjetunion in diesen revolution\u00e4ren Prozess in Portugal sagen?<\/em><\/p>\n<p>Einer der Erfolgsfaktoren des Staatsstreichs vom 25. April war die Tatsache, dass er \u2013 untypisch f\u00fcr Portugal \u2013 ein rein milit\u00e4rischer Staatsstreich war, ohne Beteiligung ziviler Gruppen, wie es bei fr\u00fcheren Putschversuchen, etwa denen von Humberto Delgado oder anderen in Portugal nach dem Zweiten Weltkrieg, der Fall war. Das Aktionsprogramm wurde heimlich von einer begrenzten Gruppe von Milit\u00e4rs entwickelt, was eine ungest\u00f6rte Durchf\u00fchrung der Milit\u00e4raktion erm\u00f6glichte, ohne das Wissen politischer Gruppen und somit auch ohne das Wissen der ausl\u00e4ndischen M\u00e4chte, mit denen diese eng verbunden waren. <strong>In der ersten Zeit, vom 25. April 1974 bis zum 11. M\u00e4rz 1975, hatten wir eine gro\u00dfe Handlungsfreiheit. Am 11. M\u00e4rz wurden jedoch wichtige Entscheidungen getroffen: die Verstaatlichung der Banken (<\/strong><strong>was in Europa regelrecht als Ketzerei galt und daher dort nicht akzeptiert werden konnte<\/strong><strong>) und der Versuch einer Agrarreform in einem Land, dessen Landwirtschaft v\u00f6llig ruiniert war. In diesen Bereichen sah sich Europa veranlasst, zu intervenieren und die M\u00f6glichkeiten der so genannten Volksmacht, der Basisorganisationen in den Fabriken, auf den Feldern oder in den Schulen zu beschneiden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Dieser externe Druck gipfelte in der Konferenz \u00fcber Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), die im Sommer 1975 in Helsinki stattfand. Dort entschieden die Gro\u00dfm\u00e4chte untereinander, wie die portugiesische Revolution <\/strong><strong>ausgehen sollte. <\/strong>Dort wurde eine \u00dcberwachungsgruppe f\u00fcr die portugiesische Revolution eingesetzt, der Willy Brandt (Deutschland), Giscard d&#8217;Estaing (Frankreich) und James Callaghan (Gro\u00dfbritannien) als Vertreter der drei europ\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chte angeh\u00f6rten, und dort wurde auch die Rolle der Sowjetunion mit Pr\u00e4sident Gerald Ford (USA) verhandelt. Am Ende sagten alle: &#8222;Nun, Portugal muss ein politisches Modell haben, das dem der anderen westeurop\u00e4ischen L\u00e4nder entspricht&#8220;. <strong>Und diese Neuordnung wurde dann durch den Staatsstreich vom 25. November 1975 umgesetzt, der uns gewisserma\u00dfen in einen &#8222;Konfektionsanzug&#8220; zw\u00e4ngte. Durch die internationale Intervention wurde an diesem Tag eine neue Situation etabliert.<\/strong><\/p>\n<p><em>Es gab also eine Verschw\u00f6rung zwischen den europ\u00e4ischen M\u00e4chten und der Sowjetunion! War die Sowjetunion wirklich der Meinung, dass Portugal in das westliche, kapitalistische und neoliberale Europa integriert werden sollte?<\/em><\/p>\n<p>Die Sowjetunion war, wie jede Supermacht, von strategischen \u00dcberlegungen und nicht von Doktrinen geleitet. Das ist keine Frage des Glaubens, des Guten oder Schlechten, Politik l\u00e4sst sich nicht mit Moral vereinbaren. Die Sowjetunion wusste ganz genau, dass Portugal die westliche Grenze Europas war, dass es eine US-Basis war. Und was 1975 ausgehandelt wurde, war ein Vertrag \u00fcber Zusammenarbeit und gute Beziehungen zwischen den beiden gro\u00dfen Bl\u00f6cken. Weder die USA noch die Sowjetunion wollten also wegen eines kleinen Landes wie Portugal eine Weltkrise riskieren. Deshalb fanden sie am 25. November einen Kompromiss nach dem Motto: &#8222;Behalten wir eine b\u00fcrgerliche, neoliberale Demokratie in Portugal bei&#8220;, erschrecken wir Spanien nicht (das bereits eine mittelgro\u00dfe Macht in Europa war), und halten wir Portugal sozusagen &#8222;unter einer Glocke&#8220;, um zu verhindern, dass der portugiesische &#8222;Virus&#8220; auf Spanien und vielleicht den Rest Europas \u00fcbergreift.<\/p>\n<div id=\"attachment_1836587\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1836587\" class=\"wp-image-1836587\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Coronel-Matos-Gomes-durante-a-entrevista-com-a-PRESSENZA-Screenshot-300x174.png\" alt=\"\" width=\"831\" height=\"482\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Coronel-Matos-Gomes-durante-a-entrevista-com-a-PRESSENZA-Screenshot-300x174.png 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Coronel-Matos-Gomes-durante-a-entrevista-com-a-PRESSENZA-Screenshot-820x477.png 820w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Coronel-Matos-Gomes-durante-a-entrevista-com-a-PRESSENZA-Screenshot.png 1111w\" sizes=\"auto, (max-width: 831px) 100vw, 831px\" \/><p id=\"caption-attachment-1836587\" class=\"wp-caption-text\"><em>Oberst Matos Gomes w\u00e4hrend seines Videointerviews mit Pressenza (Bildschirmaufnahme)<\/em><\/p><\/div>\n<h3><strong>Der Gegenputsch (die Verschw\u00f6rung) vom 25. November 1975<\/strong><\/h3>\n<p><em>Der Staatsstreich vom 25. November war &#8222;die Konterrevolution&#8220;, die die Nelkenrevolution beendete. War also das Ergebnis eines internationalen Komplotts, das den Kurs Portugals bestimmen wollte. Folglich haben die Portugiesen nicht selbst \u00fcber ihr eigenes Schicksal entschieden &#8211; stimmt das?<\/em><\/p>\n<p>Die neuen politischen Kr\u00e4fte, die sich nach dem 25. April in Portugal entwickelt haben, kamen zusammen mit den internationalen Kr\u00e4ften, denen sie nahe standen. Dies wird deutlich in Bezug auf die Sozialistische Partei von M\u00e1rio Soares, auf die Kommunistische Partei, aber auch auf Freitas do Amaral und S\u00e1 Carneiro, die mit den Christdemokraten und den konservativen Parteien Europas verbunden waren, welche allerdings damals in Portugal noch eine geringe Bedeutung hatten.<\/p>\n<p><strong>Die bedeutende Anstrengung, die all diese Kr\u00e4fte ab dem Sommer 1975 unternommen haben, zielte darauf ab, die gesamte politische Repr\u00e4sentanz in Parteistrukturen zu zw\u00e4ngen. Das bedeutet, alle Strukturen oder M\u00f6glichkeiten einer direkten Volksvertretung zu eliminieren und die politische Repr\u00e4sentation ausschlie\u00dflich durch politische Parteien zu erm\u00f6glichen, die als leichter kontrollierbare Instrumente gelten, w\u00e4hrend Volksbewegungen aufgrund ihrer Spontaneit\u00e4t unberechenbarer sind<\/strong><strong>. Und diese Kombination setzt sich bis heute fort<\/strong>: bis hin zur europ\u00e4ischen Integration, der Vertretung Portugals in den gro\u00dfen internationalen Konflikten, der Teilnahme an den gro\u00dfen Organisationen wie den Vereinten Nationen, der NATO, und sp\u00e4ter auch der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<p><em>Der 25. November wurde als Staatsstreich durchgef\u00fchrt, um die extreme Linke (links von der PCP, der Portugiesischen Kommunistischen Partei) zu isolieren. Oder wurde er nur vorbereitet &#8211; wie es damals hie\u00df \u2013um einen anderen Staatsstreich zuvorzukommen, der angeblich von eben dieser extremen Linken geplant war, um die gesamte Macht im Staat zu \u00fcbernehmen?<\/em><\/p>\n<p>Wir wissen, dass es in der Politik keine Zuf\u00e4lle und keine Improvisationen gibt. <strong>Der Prozess, der zum 25. November f\u00fchrte, und die Rechtfertigungen, die gegeben wurden, sind seltsamerweise dieselben, die immer f\u00fcr Interventionen des Westens &#8212; in diesem Fall der USA &#8212; w\u00e4hrend des Kalten Krieges gegeben wurden. <\/strong><strong>N\u00e4mlich die Praxis, alle, die nicht der offiziellen Linie entsprechen, pauschal als &#8222;kommunistisch&#8220; <\/strong><strong>oder als in den Diensten der Kommunisten stehend zu diffamieren, selbst wenn diese Behauptungen v\u00f6llig falsch waren. <\/strong>Dies geschah zum Beispiel im Fall der Dominikanischen Republik; oder im Fall der Griechen, die mit Jugoslawien verbunden waren; oder im Fall der afrikanischen F\u00fchrer wie im Kongo, die nur f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit k\u00e4mpften, und deshalb ersetzt werden mussten; usw. Das &#8222;kommunistische Schreckgespenst&#8220; ist eine Form der Propaganda, die auch hier in Portugal eingesetzt wurde und nicht neu ist. Aber wieder einmal hat es in den Mainstream-Medien funktioniert, die eigentlich als Mittel zur Gestaltung und zur Manipulation der \u00f6ffentlichen Meinung dienen.<\/p>\n<p><em>Vor dem 25. November war also kein Putsch der extremen Linken geplant?<\/em><\/p>\n<p>Es gab weder eine Kommandozentrale noch einen Plan, geschweige dann irgendwelche Truppenbewegungen, um einen linken Putsch durchzuf\u00fchren. Nichts!<\/p>\n<p><em>Es war also etwas Erfundenes&#8230;<\/em><\/p>\n<p>&#8230; alles war eindeutig inszeniert, als der Stabschef der portugiesischen Luftwaffe alle Flugzeuge auf einem einzigen NATO-St\u00fctzpunkt in Cortega\u00e7a (Ovar, zwischen Aveiro und Porto) zusammenzog und ebenso eine Verst\u00e4rkung f\u00fcr die Kommandos (alte Kolonialkriegsk\u00e4mpfer, die den sichtbarsten Teil des 25. November ausf\u00fchrten) angeordnet wurde.<\/p>\n<p><em>Diese Taktik wurde damals systematisch angewandt: Es gab drei \u00e4hnliche Situationen w\u00e4hrend der Revolutionszeit, in denen die Rechte &#8211; und teilweise die extreme Rechte &#8211; einen angeblich von der Linken geplanten &#8222;Staatsstreich&#8220; erfand, um milit\u00e4risch gegen die Nelkenrevolution vorzugehen: am 28. September 1974 (durch Sp\u00ednola), am 11. M\u00e4rz 1975 (wiederum durch Sp\u00ednola), und am 25. November 1975 (durch den gem\u00e4\u00dfigteren Fl\u00fcgel der MFA und die damaligen Politiker mit den meisten internationalen Verbindungen). Stimmt das?<\/em><\/p>\n<p>Ich denke, dies ist die richtige Sichtweise des politischen Prozesses in Portugal vom 25. April 1974 bis zum 25. November 1975. <strong>Seit dem 25. November 1975 geh\u00f6ren wir zum eher konservativen bzw. treuesten Mitl\u00e4ufer-Fl\u00fcgel der europ\u00e4ischen Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik.<\/strong><\/p>\n<p><em>Und wer organisierte die Brandanschl\u00e4ge auf die Zentralen der PCP (Kommunistischen Partei) im ganzen Land im hei\u00dfen Sommer 1975?<\/em><\/p>\n<p>Das waren Aktionen einer terroristischen Bewegung wie die MDLP (<a href=\"https:\/\/pt.wikipedia.org\/wiki\/Movimento_Democr%C3%A1tico_de_Liberta%C3%A7%C3%A3o_de_Portugal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Demokratische Bewegung zur Befreiung Portugals<\/a>), und sie dienten alleine der Destabilisierung eines Prozesses. Intern hatten sie die Unterst\u00fctzung von der katholischen Kirche und von ehemaligen Mitgliedern der kolonialistischen Nationalen Union [die Einheitspartei zur Zeit des Faschismus], welche am 25. November ebenfalls neutralisiert wurden. Diese Bewegung zeigte sich \u00f6ffentlich schon ab Ende September 1974, nach dem R\u00fccktritt von Sp\u00ednola, und wurde kurioserweise sowohl von der spanischen als auch von der brasilianischen Diktatur unterst\u00fctzt. Innerhalb des Landes erhielten sie ideologische, logistische und organisatorische Unterst\u00fctzung von der katholischen Kirche im Norden des Landes, und in finanzieller Hinsicht von den gro\u00dfen portugiesischen Bankiers, insbesondere von Ant\u00f3nio Champalimaud. Ziel der MDLP war die Wiederherstellung des portugiesischen Kolonialreiches und die Unterst\u00fctzung der Apartheid in S\u00fcdafrika.<\/p>\n<h3><strong>Verpasste Alternativen<\/strong><\/h3>\n<p><em>Es ist schade, dass Portugal auf diese europ\u00e4ische Alternative beschr\u00e4nkt wurde. Denn, bis zum 25. April 1974, war Portugal haupts\u00e4chlich in Richtung \u00dcbersee orientiert, es war ein maritimes Land. Es hatte immer noch seine Kolonien, aber auch Brasilien (das schon seit langem unabh\u00e4ngig war), und betrieb Handel mit der ganzen Welt. Mit dem 25. April implodierte Portugal buchst\u00e4blich, und anstatt der Beziehungen zu seinen ehemaligen Kolonien aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen, um einen portugiesisch-sprachigen Wirtschafts- und Kulturraum in der ganzen Welt aufzubauen, kam es einfach in dieses &#8222;Altersheim&#8220;, in dem alle ehemaligen Kolonialm\u00e4chte Europas auch untergebracht sind!<\/em><\/p>\n<p><strong>Die Furcht der portugiesischen Eliten vor der Welt, die im Grunde die Furcht dieser Eliten vor den Portugiesen selbst war, f\u00fchrte dazu, dass diese Eliten versuchten, die Diener der gro\u00dfen geopolitischen R\u00e4ume zu werden, zun\u00e4chst des nordamerikanischen und dann des europ\u00e4ischen Raums.<\/strong> Und das f\u00fchrte dazu, dass der Rest der Welt, der dieser Hierarchie nicht untergeordnet ist, zu dem Schluss kam, dass Portugal nichts Besonderes mehr repr\u00e4sentiert &#8211; und so h\u00f6rten sie auf, sich auf Portugal zu verlassen. Warum sollten Angola oder Brasilien eine privilegierte Beziehung zu Portugal haben, wenn unsere Au\u00dfenpolitik die gleiche wie die der USA ist, insbesondere in Bezug auf gro\u00dfe Konflikte? So war es in Serbien, im Irak oder in Libyen, so ist es heute in der Ukraine und in Gaza, und so ist es auch in Mali, wo Portugal blo\u00df die Interessen Frankreichs und der Europ\u00e4ischen Union vertritt. Alle diese L\u00e4nder haben direkte Verbindungen zu den Zentren der Welt, sei es in Washington oder Br\u00fcssel, und Portugal ist nur ein kleines Bauernopfer ohne besonderen Wert in den internationalen Beziehungen. <strong>Ich sage oft, dass es in Portugal zwei Ministerien gibt, die vollkommen \u00fcberfl\u00fcssig sind: das Au\u00dfenministerium und das Verteidigungsministerium. Jeder Sekret\u00e4r k\u00f6nnte die Angelegenheiten telefonisch kl\u00e4ren: f\u00fcr au\u00dfenpolitische Angelegenheiten, wenden Sie sich bitte an die USA oder Br\u00fcssel; und f\u00fcr Verteidigungsangelegenheiten, wenden Sie sich bitte direkt an das NATO-Hauptquartier!<\/strong><\/p>\n<p><em>Die MFA beschloss ganz bewusst die F\u00fchrer des ehemaligen faschistischen \u201eEstado Novo\u201c nicht zu verfolgen, zu verhaften oder strafrechtlich anzuklagen, sondern schickte sie lieber ins Exil und schwieg \u00fcber ihre Verbrechen. Wir haben in Portugal auch nie eine &#8222;Wahrheits- und Vers\u00f6hnungskommission&#8220; eingerichtet, wie es S\u00fcdafrika sp\u00e4ter nach der Abschaffung der Apartheid tat&#8230; Hat dieses Unterlassen \u00f6ffentlicher Diskussionen \u00fcber die Vergangenheit und die Nichtbew\u00e4ltigung der durch den Faschismus verursachten Traumata nicht den sp\u00e4teren Wiederaufstieg der extremen Rechten in Portugal ohne gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten beg\u00fcnstigt, wie wir es bereits bei den letzten Wahlen im vergangenen Monat gesehen haben?<\/em><\/p>\n<p>Ich habe damals argumentiert, dass es so ablaufen sollte, wie es ablief. <strong>Denn ich glaube nicht an die Urteile der Geschichte: Das Urteil der Geschichte ist immer das Urteil des Siegers \u00fcber den Besiegten, und es \u00e4ndert nichts, das hei\u00dft, es diskreditiert immer die Justiz. <\/strong>Die N\u00fcrnberger Prozesse waren in der Nachkriegszeit ohne Bedeutung; auch die Prozesse durch die Juden gegen die Nazis haben nichts an der Denkstruktur des Staates Israel ge\u00e4ndert und die Gewalt nicht verringert, wie wir es gerade sehen. Es liegt in der Natur des Menschen, dass gesellschaftliche Gruppen nach ihren jeweiligen Interessen handeln. Gerechtigkeit ist immer eine Frage der momentanen Umst\u00e4nde. Die Justiz h\u00e4ngt immer von den Umst\u00e4nden ab. Was wir tun m\u00fcssen, ist, Situationen zu untersuchen, aber in ihrem Rahmen und Kontext. Und das geschieht durch Aufkl\u00e4rung und durch konkrete politische Ver\u00e4nderungen. Ehemalige F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten vor Gericht zu stellen, w\u00e4re f\u00fcr die Medien zwar sehr aufregend und profitabel, aber nicht sehr effektiv, geschweige denn von der M\u00f6glichkeit, dass diese Leute Jahre sp\u00e4ter sich auch noch als Opfer darstellen k\u00f6nnen. Das ist es, was jetzt mit diesen populistischen Bewegungen geschieht. Populistische Bewegungen entstehen nicht dadurch, dass wir nicht verstehen, was im Nationalsozialismus passiert ist: Was tats\u00e4chlich abl\u00e4uft ist eine Wiederholung der Bedingungen, unter denen bestimmte soziale Gruppen in Phasen von Verzweiflung und Irrationalit\u00e4t geraten. Der Umgang mit diesen neuen Bewegungen ist schwierig, und die Gesellschaft der Demokraten muss sich mit ihnen auseinandersetzen &#8211; aber nicht mit der Vorstellung, dass sie nur entstanden sind, weil ihre Gro\u00dfeltern nicht verurteilt wurden. [&#8230;] Gl\u00fccklicherweise werden viele Werke \u00fcber die Verbrechen der Vergangenheit ver\u00f6ffentlicht, es gibt gen\u00fcgend Material, aber leider gibt es nur sehr wenige Leser f\u00fcr diese Werke, wenig Interesse f\u00fcr sie: <strong>Nach unserer Generation entstanden gesellschaftliche Gruppen, die sich von der Geschichte abgekoppelt haben und ihre Gegenwart so leben, als ob es keine Vergangenheit gegeben h\u00e4tte und es auch keine Zukunft g\u00e4be. Das ist das Thema, das mich am meisten beunruhigt: die Kurzfristigkeit und die Unmittelbarkeit im Verhalten vieler Menschen.<\/strong><\/p>\n<p><em>Eine letzte Frage: 1975, kurz bevor die letzten portugiesischen Kolonien ihre Unabh\u00e4ngigkeit erkl\u00e4rten, gab es etwa eine halbe Million &#8222;R\u00fcckkehrer&#8220; (Menschen haupts\u00e4chlich portugiesischer Herkunft), die aus Afrika nach Portugal zur\u00fcckkehrten, weil sie sich damals daf\u00fcr entschieden, ihre portugiesische Staatsangeh\u00f6rigkeit zu behalten, anstatt eine neue afrikanische Staatsangeh\u00f6rigkeit anzunehmen. Wie haben diese R\u00fcckkehrer sp\u00e4ter die portugiesische Gesellschaft beeinflusst, sowohl positiv als auch negativ?<\/em><\/p>\n<p>Einige von ihnen waren nicht einmal R\u00fcckkehrer, sie waren vorher noch nie in Portugal gewesen\u2026<\/p>\n<p>Aber als der Krieg in Angola begann, gab es dort nur etwa 80.000 Siedler portugiesischer Herkunft, und in Mosambik etwa 35.000. W\u00e4hrend des Kolonialkrieges stieg die Zahl der Siedler deutlich an, so dass sie meist erst seit kurzem in diesen L\u00e4ndern verwurzelt waren. Als sie nach Portugal zur\u00fcckkehrten, brachten sie daher die Erfahrung eines Neuanfangs mit, die sehr wichtig war: Sie kehrten zur\u00fcck, um die Erfahrungen zu reproduzieren, die sie in den Kolonien gesammelt hatten. Und sie brachten neue Faktoren der politischen und sozialen Dynamik, und sogar neue Verhaltensweisen nach Portugal mit.<\/p>\n<p>Und es gibt noch einen weiteren wichtigen Aspekt, n\u00e4mlich den des Ressentiments: Die sp\u00e4teren R\u00fcckkehrer hatten vorher gehofft, in den Kolonien ein besseres Leben zu beginnen, und diese Hoffnung wurde mit der Dekolonisierung zunichte gemacht, so dass sie dazu neigten, das neue Regime (das die Unabh\u00e4ngigkeit zugelassen hatte) f\u00fcr ihre ideellen und materiellen Verluste verantwortlich zu machen. Deshalb reagierten sie mit der Unterst\u00fctzung von Bewegungen, die in gewisser Weise f\u00fcr den Erhalt des Kolonialismus waren. Ich glaube jedoch, dass die aktuellen Ph\u00e4nomene des Rechtsradikalismus in Portugal nicht auf diese Gruppen zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, nicht zuletzt weil mittlerweile ein oder zwei Generationen vergangen sind. Die erste Generation der R\u00fcckkehrer hat sich tats\u00e4chlich relativ gut in die portugiesische Gesellschaft integriert.<\/p>\n<p><strong>Das gegenw\u00e4rtige Aufkommen und die Entwicklung der rechtsextremen Bewegungen, ist auf die innere Situation in Europa und auch in den Vereinigten Staaten zur\u00fcckzuf\u00fchren. Es hat mit der Tatsache zu tun, dass es keine Hoffnung, keine Utopie mehr gibt, f\u00fcr die es sich zu k\u00e4mpfen lohnt. Die Menschen ziehen in sich selbst zur\u00fcck und suchen Zuflucht in ihren Gemeinschaften und in dem, was sie am besten kennen, n\u00e4mlich im Konservatismus: Angst vor dem Anderen, Angst vor Offenheit, Angst vor dem Risiko. Diese Bewegungen sind einfach ein Ausdruck von &#8222;Feigheit&#8220;!<\/strong><\/p>\n<p><em>Vielen Dank, Herr Oberst, f\u00fcr dieses interessante Interview!<\/em><\/p>\n<p>Die Freude war ganz auf meiner Seite!<\/p>\n<p><strong><em>Die \u00dcbersetzung aus dem Portugiesischen wurde von Vasco Esteves <\/em><em>vom ehrenamtlichen Pressenza-Team erstellt. <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/mitarbeiten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wir suchen Freiwillige!<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Das vollst\u00e4ndige Interview auf Portugiesisch als Video:<\/strong><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Entrevista com o Coronel Matos Gomes a 28\/3\/2024 sobre a Revolu\u00e7\u00e3o dos Cravos em Portugal.\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/80aPs1O5F_w?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel ist Teil der Serie \u201e50 Jahre danach: Es lebe die Nelkenrevolution&#8222;, die PRESSENZA im M\u00e4rz und April 2024 auf Portugiesisch ver\u00f6ffentlicht. 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