{"id":180310,"date":"2015-04-27T21:23:09","date_gmt":"2015-04-27T20:23:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pressenza.com\/?p=180310"},"modified":"2015-04-29T05:33:18","modified_gmt":"2015-04-29T04:33:18","slug":"gesprach-mit-luz-jahnen-uber-rache-und-versohnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2015\/04\/gesprach-mit-luz-jahnen-uber-rache-und-versohnung\/","title":{"rendered":"Gespr\u00e4ch mit Luz Jahnen \u00fcber Rache und Vers\u00f6hnung"},"content":{"rendered":"<p><em>Luz Jahnen hat eine <a href=\"http:\/\/www.parkschlamau.org\/app\/download\/5919598764\/Rache_Gewalt_Vers%C3%B6hnung_Luz.pdf?t=1411655694\">Studie zum Thema Rache als ein Element der Grundfesten unserer westlichen Kultur und \u00fcber Vers\u00f6hnung als eine Form, diese Rache zu \u00fcberwinden<\/a>, durchgef\u00fchrt. Diese Analyse und seine Erfahrungen hat er in einem Workshop zusammengefasst, den er nun in verschiedenen L\u00e4ndern organisiert. <\/em><\/p>\n<p><strong>Kannst du uns erz\u00e4hlen worum es in deiner Studie geht?<\/strong><\/p>\n<p>Diese Studie versucht, wie der Titel <a href=\"http:\/\/www.parkschlamau.org\/bibliothek-1\/vorstellung-von-monographien-im-park-schlamau\/\">\u201c<\/a><a href=\"http:\/\/www.parkschlamau.org\/app\/download\/5919598764\/Rache_Gewalt_Vers%C3%B6hnung_Luz.pdf?t=1411655694\">Rache, Gewalt und Vers\u00f6hnung<\/a><a href=\"http:\/\/www.parkschlamau.org\/bibliothek-1\/vorstellung-von-monographien-im-park-schlamau\/\">&#8222;<\/a> schon sagt, die Themen Rache, Gewalt und Vers\u00f6hnung von einem bestimmten Gesichtspunkt aus zu vertiefen.<\/p>\n<p>Dabei stehen zwei Dinge im Mittelpunkt. Auf der einen Seite geht es darum, wie Rache in unserem Bewusstseinsapparat funktioniert. Denn wir wissen ja, dass Gewalt sehr mechanisch wirkt&#8230; Es geht also darum zu schauen, wie dieser Mechanismus in unserem Bewusstsein funktioniert.<\/p>\n<p>Der andere Gesichtspunkt untersucht, wie es um das Thema Rache und Gewalt in unserer westlichen Kultur steht. Ich wei\u00df nicht, ob du mich das noch fragen willst, aber eine Frage, die ich gerne vorziehen m\u00f6chte, w\u00e4re, warum ich eigentlich diese beiden Gesichtspunkte gew\u00e4hlt habe?<\/p>\n<p>Das ergab sich durch ein Gespr\u00e4ch, f\u00fcr das ich sehr dankbar bin, das Silo, Mario Rodriguez Cobos mit ein paar Freunden 2008 in Italien hatte. Diese Freunde f\u00fchrten bereits eine geraume Zeit eine Studie zur \u00dcberwindung von Gewalt und Rache in unserer Gesellschaft durch.<\/p>\n<p>Nach einem Jahr der Recherchen zum Thema wollten sie Silo ihre Ergebnisse vorstellen. Mir ist dabei aufgefallen, dass er sich zwar die Resultate dieser Arbeit angeh\u00f6rt hat. Dabei ging es um Beispiele aus S\u00fcdafrika und Israel und auch aus Europa, in denen Menschen, die einen starken Groll hegten oder von starker Gewalt betroffen waren, den Weg der Vers\u00f6hnung gew\u00e4hlt hatten. Aber als meine Freunde Silo dann baten, ihnen mit seiner Weisheit und seinen Erkenntnissen zur Seite zu stehen, um eine Antwort auf die Frage zu finden: &#8211; \u201eWie funktioniert Vers\u00f6hnung in uns?\u201c &#8211; hat Silo meiner Meinung nach sehr \u00fcberraschend geantwortet. Er sagte, es w\u00e4re gut, eine L\u00f6sung f\u00fcr dieses Thema zu finden, denn die Welt w\u00fcrde laut danach schreien, dieses Thema endlich, nach so viel Geschichte der Gewalt, zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Aber er sagte damals, wenn man es l\u00f6sen m\u00f6chte, sei das in Ordnung&#8230; aber es g\u00e4be einen Schritt davor, man m\u00fcsse zur\u00fcckgehen. Wenn man das Thema l\u00f6sen m\u00f6chte, muss man erst einmal verstehen, wie es funktioniert, wie Gewalt funktioniert, wie Rache funktioniert&#8230; Dies wiederholte er mehrmals, er wiederholte es und beharrte darauf. So wie ich das verstanden habe, hat er bei dieser Gelegenheit, bei dieser Konferenz &#8211; es war eher ein Gespr\u00e4ch mit drei\u00dfig, vierzig Leuten &#8211; die da vor Ort waren \u2013 davon gibt es auch eine <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=e3k6EwkS5cI\">Videoaufzeichnung auf YouTube<\/a>&#8211; es lohnt sich das Video anzuschauen, also f\u00fcr mich hat er da Andeutungen gemacht, es sei interessant, dieses Thema einmal zu studieren.<\/p>\n<p>Du wei\u00dft ja wir sind Leute, die bereits viele Jahre gegen Gewalt k\u00e4mpfen, wir halten seit vielen Jahren die Fahne der aktiven Gewaltfreiheit hoch. Aber das hat mich damals sehr ber\u00fchrt, aus einem Eigeninteresse heraus und f\u00fcr unsere Aktivit\u00e4ten, zu verstehen, wie Gewalt in uns funktioniert und es erschien mir mehr als verst\u00e4ndlich, dass wir die Wurzel dieses Problems suchen m\u00fcssen, wenn wir es \u00fcberwinden wollen.<\/p>\n<p>Wie ich schon kurz erkl\u00e4rt habe, besteht die Wurzel der Rache einfach formuliert, darin, dass wir als Individuen aber auch als Spezies, als menschliches Geschlecht in unserem Bewusstseinsapparat \u00fcber einen sehr alten Verteidigungsmechanismus, einen Mechanismus zum \u00dcberleben verf\u00fcgen, um uns gegen gro\u00dfe Gefahren zu verteidigen, die Folgen davon zeigen sich in dem was wir Rache nennen&#8230; Ich werde angegriffen und ich versuche das Gleichgewicht wieder herzustellen, das von diesem Angriff verursachte Ungleichgewicht wieder auszugleichen, und das nennt man Rache und das, so habe ich bei meinen Studien herausgefunden, gibt es seit der Pr\u00e4historie und es findet sich im Nebel unseres Menschengeschlechts bis zum heutigen Tag.<\/p>\n<p>Einen weiteren sehr interessanten Wink hat uns Negro, Silo bei diesem Gespr\u00e4ch in Grotte noch gegeben, als er sagte: \u201ewenn ihr das studieren wollt, dann konzentriert euch auf eure Kultur, auf die westliche Kultur&#8230;\u201c und dann redete er noch davon, dass da etwas in der Zeit des Hammurabi entstanden ist. In meinen Studien erkannte ich einen, in unserem Bewusstsein verwurzelten Mechanismus, ich wei\u00df nicht bis zu welcher Ebene der reicht (das k\u00f6nnten bestimmte Wissenschaftler uns sagen), vielleicht sogar bis auf eine genetische Ebene, keine Ahnung, ein Mechanismus der Verteidigung, den wir als Menschen verinnerlicht haben.<\/p>\n<p>Das Problem begann in der Zeit von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Codex_Hammurapi\">Hammurabi<\/a>, als eine Art erster moderner Staat aufgebaut wurde, dabei handelte sich um ein sehr gro\u00dfes Gebiet, mit einer Verfassung, viele V\u00f6lker, Sprachen, Religionen, die zusammenlebten, und Wissenschaft und Technologie aufbl\u00fchen lie\u00dfen. Damals war das sehr fortschrittlich, aber f\u00fcr dieses Zusammenleben wurde ein Gesetz verschriftlicht, was die antiken, einfachen, individuellen oder stammesspezifischen Formen der Rache ersetzte und diese gesetzlich festlegte.<\/p>\n<p>Was wurde gesetzlich festgelegt? Ein System der Rache, nat\u00fcrlich etwas moderater. Du schneidest mir ein Ohr ab, dann schneiden wir dir auch ein Ohr ab, es gibt einen Ausgleich. Vielleicht konnte man das damals als einen Fortschritt betrachten, aber an der Wurzel, im Fundament unserer Kultur, in der Form wie wir uns bis heute strukturieren, als Gesellschaft, als Nation, dieses Zusammenleben als B\u00fcrger, die schon sehr an Gesetze gew\u00f6hnt sind, da k\u00f6nnen wir sehen, wie das angefangen hat zum System zu werden, zu einer Institution, Rache als Form des Zusammenlebens. Was aus heutiger Sicht bei den Anf\u00e4ngen \u201eunserer Kultur\u201c fehlt, ist das Interesse an innerem Frieden, an innerer Vers\u00f6hnung.<\/p>\n<p>Denn, wenn wir uns den historischen Prozess anschauen, dann sehen wir, dass in dem Gebiet um Euphrat und Tigris herum erstmals eine Form des Zusammenlebens stattgefunden hat, die wir als Staat bezeichnen k\u00f6nnten und im historischen Prozess k\u00f6nnen wir erkennen, dass sich dieses Modell bis heute fortsetzt. Dieses Gebiet ist sp\u00e4ter auch &#8211; nicht zur selben Zeit &#8211; aber sp\u00e4ter der Geburtsort der drei Religionen, die sich heute sogar Weltreligionen nennen, das Judentum, das Christentum und der Islam und ohne jemanden beleidigen zu wollen, aber in vielen Bildern, Allegorien und Glaubensgewissheiten dieser drei Religionen spiegeln sich viele Elemente jener Nomaden wieder, die vor 4000 Jahren oder noch davor zusammenlebten, einschlie\u00dflich finden wir die Projektion von einem Gott, der schlie\u00dflich, um es mal ein bisschen brutal zu sagen, Rache \u00fcbt, Gerechtigkeit walten l\u00e4sst und richtet.<\/p>\n<p>Die Zeit reicht nicht, um hier ins Detail zu gehen, aber auf jeden Fall kann man in diesen Religionen, die bis heute gegenw\u00e4rtig und auch an den gro\u00dfen uns bekannten Konflikten beteiligt sind, Elemente einer ziemlich ver\u00e4u\u00dferlichten Moral erkennen.<\/p>\n<p><strong>Welche Erfahrungen hast du mit deinem Workshop in den unterschiedlichen L\u00e4ndern gemacht?<\/strong><\/p>\n<p>In diesen Workshops, die mir erm\u00f6glicht wurden, weil Freunde aus den unterschiedlichsten Orten mich eingeladen haben und ich dieser Einladung sehr gerne gefolgt bin, weil es mich sehr interessiert und bewegt&#8230; es ist sogar wichtig, denn ich glaube viele Leute sind heutzutage auf der Suche nach einer Grundlage gegen diese Welt voller Gewalt.<\/p>\n<p>Wenn du gewaltfrei handeln willst, brauchst du eine Grundlage&#8230; denn die Welt ist so schnell, dass sie dich von einem Moment auf den anderen in Konflikte bringt und du deine guten Erfahrungen von gestern vergisst, als du noch geglaubt hast: \u201eIch bin ein sensibler Mensch und ich m\u00f6chte nicht gewaltt\u00e4tig sein\u201c und pl\u00f6tzlich befindest du dich in einer Situation, in der du gewaltt\u00e4tig handelst. Ich glaube in dieser globalen Krise, in der wir leben, m\u00fcssen wir uns st\u00e4rken, nicht nur in unseren entschiedenen Handlungen, sondern auch in unserem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Gr\u00fcnde, warum Gewaltfreiheit die Zukunft ist und was Gewalt eigentlich ist&#8230; und daf\u00fcr m\u00fcssen wir dieses Thema studieren, dar\u00fcber nachdenken, es vertiefen und das ist mein Ziel bei diesen Treffen.<\/p>\n<p><strong>Wie reagieren die Teilnehmer?<\/strong><\/p>\n<p>Ich glaube, und das sage ich dir aus meiner Erfahrung heraus, die Leute sind \u00fcberrascht von der Komplexit\u00e4t der Frage. Es reicht nicht zu sagen: \u201emich ekelt es vor Gewalt, darum bin ich ein Aktivist der Gewaltfreiheit\u201c, das reicht nicht aus. Zu verstehen, dass es einen historischen Prozess gibt, der die ganze Menschheit in diesem Thema mit einschlie\u00dft, das scheint mir sehr hilfreich zu sein, um zu verstehen, dass diese Wut, die jeder in gewissen Momenten in sich selbst erkennt, nichts pers\u00f6nliches ist, und man sich nicht damit identifizieren muss, daf\u00fcr gibt es keinen Grund, denn sie ist ein pr\u00e4historischer Reflex. Das Problem ist, wir leben in einer Kultur, die das alles unterst\u00fctzt&#8230; Das ist das gro\u00dfe Problem.<\/p>\n<p><strong>Was ist der Ausweg aus dieser Situation?<\/strong><\/p>\n<p>Ich glaube f\u00fcr alle gewaltfreien Aktivisten auf der Welt ist es sehr wichtig innerlich zu verstehen, wie Gewalt in einem selbst, in uns, in der ganzen Gesellschaft funktioniert.<\/p>\n<p>Das m\u00fcssen wir studieren, das m\u00fcssen wir besser verstehen, darauf beharre ich, du hast mich gefragt wie eine L\u00f6sung aussehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wenn wir einmal verstanden haben, wie dieses Thema der dauerhaften Rache in unserer Gesellschaft, in den Generationen, im zwischenmenschlichen Bereich, ja sogar in den Familien, Partnerschaften usw. wirkt. Wenn wir einmal verstanden haben, welche gro\u00dfe Mechanik das in unserem Bewusstsein ausmacht, wenn wir verstehen, dass dies kein pers\u00f6nliches Problem, nicht mein oder dein Problem ist, sondern eines der Menschheit, dann k\u00f6nnen wir aufh\u00f6ren, uns damit zu identifizieren.<\/p>\n<p>Anders gesagt, geschichtlich gesehen, wenn man mit Gewalt antwortet, dann versucht man das Gleichgewicht wieder herzustellen, indem man auch angreift, weil der andere uns etwas angetan hat. Der Weg um diese nicht enden wollende Mechanik zu stoppen \u2013 denn das wei\u00df heute ja jeder, dass Gewalt noch mehr Gewalt schafft &#8211; liegt darin, nicht nur eine Frage zu stellen und eine Antwort zu geben. Man muss verstehen, dass es in dieser Situation zwei Fragen gibt, nicht nur eine. Diese Fragen w\u00e4ren, auf der einen Seite: Wie schaffe ich es, umgeben von pers\u00f6nlicher Gewalt und umgeben von einer Gesellschaft, die mich attackiert, die Dinge mit mir tut, die ich als Gewalt erlebe, wie schaffe ich es in der Gegenwart und vor allem in der Zukunft, dass man mir diese Dinge nicht wieder antut?\u201c<\/p>\n<p>Das ist die Frage der \u00dcberwindung der Gewalt, das ist ein ganz gro\u00dfes Thema und eine sehr interessante Diskussion.<\/p>\n<p>Das andere hat mit der Gewalt zu tun, die ich erlebt habe und die mir schon zugef\u00fcgt wurde. Das muss man sehr klar haben, dass regelt man nicht, indem man den anderen auch attackiert. Denn es existiert in meinem Ged\u00e4chtnis, es existiert nicht mehr in dir, du hast es an mich weiter gegeben, es ist in mir, in meinem Ged\u00e4chtnis. Da lebt es weiter und verursacht mir Schmerzen. Also diesen zweiten Teil k\u00f6nnen wir so formulieren: \u201eWie kann ich mit dem was mir widerfahren ist umgehen, damit ich wieder inneren Frieden empfinde?\u201c Da sprechen wir dann von der Suche nach innerer Vers\u00f6hnung.<\/p>\n<p>Ganz einfach und zusammengefasst gesehen, stellt Vers\u00f6hnung nicht einen Schritt zwischen mir und dir dar. Einfach ausgedr\u00fcckt ist der erste Schritt der Vers\u00f6hnung ein innerer Akt, die Vers\u00f6hnung mit mir selbst, mit meinen Erinnerungen. Daf\u00fcr muss ich Dinge \u00fcberpr\u00fcfen, aber das lohnt sich. Wenn ich in meinem Ged\u00e4chtnis Dinge habe, die mir weiter wehtun, dann atme ich durch und versuche nicht zu projizieren&#8230; Wenn ich zur\u00fcckschaue und mir vorstelle demjenigen etwas anzutun, dann ist das keine L\u00f6sung. Das ist primitiv, da gibt es keinen Ausweg, man sollte die Erinnerungen wachrufen und diese Momente anschauen. Welche Elemente gab es, die das in mir hervorgerufen haben, welche Elemente gab es vielleicht in dem Anderen?<\/p>\n<p>Okay ich spreche hier von einem Prozess des Verstehens, auch wenn es sicherlich weh tut, diese Erinnerungen wieder hervor zu rufen, das tut ein wenig weh, ich glaube nicht zu sehr, man muss schauen und verstehen&#8230; Das tr\u00e4gt dann seinen Teil dazu bei, dass ich schlie\u00dflich diese Inhalte in mein Ged\u00e4chtnis integrieren kann und es somit ein ruhigerer Ort wird. Dann ist es nicht mehr eine gro\u00dfe Sache aus meiner Kindheit, Jugend oder heutigen Zeit. Es wird auf ein akzeptables und lenkbares Ma\u00df reduziert und ich kann meinen Weg mit mehr Energie weiter gehen und ich stecke nicht mehr so sehr in meiner Vergangenheit und in all dem was mir angetan wurde, fest.<\/p>\n<p><strong>Beziehst du dich in deinem Workshop auch auf das, was Silo in Punta de Vacas gesagt hat: \u201eWeder vergessen, noch vergeben&#8230; vers\u00f6hnen\u201c?<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=vLfuMWOd-PM\">Silo hat im Mai 2007 \u00fcber Vers\u00f6hnung gesprochen<\/a> und sehr klar gesagt, \u201e<a href=\"http:\/\/www.silo.net\/system\/documents\/62\/original\/Silo_PdeV_2007_germ.doc\">weder vergessen, noch vergeben&#8230;<\/a>&#8222;. Ich glaube, ich habe in meiner Antwort zuvor schon erw\u00e4hnt, die Dinge, die uns weh tun zu vergessen, funktioniert nicht, man muss sie besser im Ged\u00e4chtnis organisieren, darum muss man sich das nochmal anschauen, darum funktioniert das Vergessen nicht.<\/p>\n<p>Das zum Vergessen. Aber warum nicht vergeben? Vergeben ist kulturell als eine sehr gro\u00dfm\u00fctige Tat angesehen, aber eine Art Gro\u00dfmut, bei dem ich mich \u00fcber den anderen stelle und der andere arme Kerl, dem vergebe ich. Siehst du, wie ich mich \u00fcber ihn stelle, aber das geht nicht, das ist erniedrigend f\u00fcr den anderen. Der andere muss sich unterordnen und um Vergebung bitten und ich verzeihe ihm vielleicht gro\u00dfm\u00fctig&#8230; Nein so funktioniert das nicht.<\/p>\n<p><em><strong>Soweit ein Auszug aus dem Interview mit Luz Jahnen, der ma\u00dfgeblich einen Tag der Inspiration und Vers\u00f6hnung im Studien und Reflexionspark Schlamau, in der N\u00e4he von Berlin organisiert.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2015\/04\/tag-der-personlichen-inspiration-und-versohnung\/\">Tag der pers\u00f6nlichen Inspiration und Vers\u00f6hnung<\/a><\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzung aus dem Spanischen von Marita Simon.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Luz Jahnen hat eine Studie zum Thema Rache als ein Element der Grundfesten unserer westlichen Kultur und \u00fcber Vers\u00f6hnung als eine Form, diese Rache zu \u00fcberwinden, durchgef\u00fchrt. 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