{"id":1786282,"date":"2023-12-08T15:40:34","date_gmt":"2023-12-08T15:40:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1786282"},"modified":"2023-12-08T15:40:34","modified_gmt":"2023-12-08T15:40:34","slug":"neustes-zum-maidan-ein-putsch-und-keine-revolution-in-wuerde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2023\/12\/neustes-zum-maidan-ein-putsch-und-keine-revolution-in-wuerde\/","title":{"rendered":"Neustes zum Maidan: Ein Putsch und keine \u00abRevolution in W\u00fcrde\u00bb"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p class=\"author-meta\"><strong>Heute steht fest: Die USA und Faschisten haben den Machtwechsel in Kiew herbeigef\u00fchrt. Manche Medien nehmen es nicht zur Kenntnis.<\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"mailto:gasche@infosperber.ch\">Urs P. Gasche<\/a><\/em>\u00a0<em> f\u00fcr die Online-Zeitung <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/welt\/neustes-zum-maidan-ein-putsch-und-keine-revolution-in-wuerde\/\">INFOsperber<\/a><\/em><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry-content clearfix\">\n<p>Zehn Jahre nach dem Putsch und dem illegalen \u00abRegime Change\u00bb in Kiew verbreiten viele Medien noch immer die Version der heutigen ukrainischen Regierung und der USA, es habe sich um eine \u00abRevolution der W\u00fcrde\u00bb gehandelt (in der BBC und auf Wikipedia \u00abrevolution of dignity\u00bb). Oder es sei einfach eine \u00abproeurop\u00e4ische Revolution\u00bb gewesen. Die Begriffe \u00abproeurop\u00e4isch\u00bb und \u00abRevolution\u00bb h\u00e4ngen dem gewaltsamen Putsch ein sympathisches M\u00e4ntelchen um.<\/p>\n<p>Obwohl unterdessen die meisten Indizien dagegen sprechen, behauptete die ARD-Tagesschau zum zehnten Jahrestag am 21. November 2023: \u00abDas damalige Regime gab den Schiessbefehl\u00bb.<\/p>\n<p>Dem Massaker fielen etwa hundert Menschen zum Opfer. Es f\u00fchrte zum Sturz des demokratisch gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten Janukowitsch. Die Erz\u00e4hlung einer schiessw\u00fctigen Regierung und einer spontanen Machtergreifung des Volkes entspricht schon lange nicht mehr den aufgearbeiteten Tatsachen. Drahtzieher des Machtwechsels waren vielmehr die USA und proeurop\u00e4ische ukrainische Oligarchen. Beide st\u00fctzten sich w\u00e4hrend der entscheidenden Tage auf faschistische Kampfgruppen.<\/p>\n<p>Wer diese Tatsachen ausspricht, muss sich mancherorts noch heute den Vorwurf gefallen lassen, er sei ein \u00abPutin-Versteher\u00bb.<\/p>\n<p>Der Putsch und was darauffolgte, rechtfertigt in keiner Weise den russischen \u00dcberfall auf die Ukraine. Doch man kann feststellen, dass es ohne den Putsch vielleicht nicht zum Krieg gekommen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Wer daran zweifelt, dass der \u00abRegime Change\u00bb von langer Hand vorbereitet wurde, kann sich mit folgenden Zeugenaussagen und Fakten auseinandersetzen. Es sind wenige Ausz\u00fcge aus Patrik Baabs Buch \u00abAuf beiden Seiten der Front\u00bb*. Der fr\u00fchere ARD-Korrespondent recherchierte \u2013 wie kein anderer westlicher Journalist \u2013 auf beiden Seiten der Front. Eine N\u00e4he zum Regime in Russland kann man Baab nicht unterschieben, hatte er doch in der ARD mit Reportagen und Recherchen immer wieder kritisch \u00fcber Russland informiert.<\/p>\n<div class=\"wp-block-infosperber-box\">\n<p><em>Zwischentitel von der Redaktion<\/em><\/p>\n<p class=\"wp-block-heading has-large-font-size\"><strong>Auf beiden Seiten der Front<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_1786285\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1786285\" class=\"wp-image-1786285 size-full\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover-Auf-beiden-Seiten-190x300-1.png\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-1786285\" class=\"wp-caption-text\">Buchcover\u00a0\u00a9 Fifty-Fifty<\/p><\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">*Patrik Baab:<br \/>\n\u00abAuf beiden Seiten der Front\u00bb<br \/>\nFifty-Fifty-Verlag, 2023<br \/>\ngebunden\u00a028.30 CHF;\u00a024 Euro<br \/>\ne-Book\u00a019 Euro.<\/p>\n<div class=\"wp-block-infosperber-box\">\n<div class=\"wp-block-infosperber-box\">\n<p><strong>Nicht der ganze Maidan war gekauft<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"entry-content clearfix\">\n<p>Die Emp\u00f6rung dar\u00fcber, dass der damalige Pr\u00e4sident\u00a0Wiktor Janukowitsch\u00a0das ausgehandelte EU-Assoziierungs-Abkommen nicht unterzeichnen wollte, war echt. \u00dcber ein Jahr lang hatte die Regierung den Menschen erkl\u00e4rt, dass Europa die einzige Perspektive sei, und pl\u00f6tzlich wurde diese Vision zunichtegemacht. Die Wut \u00fcber Korruption und wirtschaftlichen Niedergang trieb viele proeurop\u00e4ische Ukrainer auf den Maidan. Sie richtete sich insbesondere gegen die Familie Janukowitsch, deren masslose Bereicherung zum Ansehensverlust des Pr\u00e4sidenten und der hinter ihm stehenden Donbas-Oligarchen beigetragen hatte.<\/p>\n<p>Die geplante EU-Assoziation war\u00a0<a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/welt\/ohne-hilfe-der-usa-haette-es-keinen-staatsstreich-gegeben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">brisant<\/a>, weil der Vertrag wichtige Bestimmungen zur Verteidigungs- und Aussenpolitik enthielt. Gleichzeitig liefen geheime Verhandlungen \u00fcber einen Transatlantischen Freihandelsvertrag.<sup>1<\/sup>\u00a0Die Priorit\u00e4t lag darin, die Ukraine in den westlichen Einflussbereich zu integrieren und gleichzeitig die Eigentumsrechte der Oligarchen zu festigen.<sup>2<\/sup>\u00a0Auf dem Maidan trafen also die Interessen westlich orientierter Oligarchen sowie die der EU und der USA in eine Richtung zusammen.<\/p>\n<p>[<em>Red<\/em>. Laut einem Bericht in der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kyivpost.com\/post\/7158\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kyivpost<\/a>\u00a0war die ukrainische Bev\u00f6lkerung Anfang Februar 2014 v\u00f6llig gespalten bez\u00fcglich der Maidan-Proteste: 45 Prozent waren f\u00fcr deren Forderungen, 48 Prozent dagegen.]<\/p>\n<p><strong>US-Botschaft schulte Aktivisten<\/strong><\/p>\n<p>Die USA, die EU und die NATO hatten l\u00e4ngst Sorge getragen, um die Lev\u00e9e en masse bei der Hinwendung zum Westen zu unterst\u00fctzen. Sp\u00e4testens seit Anfang M\u00e4rz 2013 hatte die US-Botschaft in Kiew Aktivisten darin geschult, wie man Social Media zur Vorbereitung von Massendemonstrationen nutzen kann.<\/p>\n<p>Am 20. November 2013 enth\u00fcllte Oleh Zarjow, ein f\u00f6deralistisches Mitglied des Parlaments, er habe Informationen dar\u00fcber, dass \u00abmit Unterst\u00fctzung und direkter Beteiligung der US-Botschaft in Kiew das Projekt eines \u2039TechCamps\u203a betrieben\u00bb werde:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default\"><p>\u00abBei diesen Treffen werden Vorbereitungen f\u00fcr einen B\u00fcrgerkrieg in der Ukraine getroffen. Das \u2039TechCamp\u203a bereitet Spezialisten vor auf Informationskriegf\u00fchrung und Diskreditierung der staatlichen Institutionen durch den Einsatz moderner Medien. Potenzielle Revolution\u00e4re sollen organisiert werden, um Proteste zu organisieren und die Regierung zu st\u00fcrzen. Dieses Projekt wird derzeit unter der Verantwortung von US-Botschafter Geoffrey R. Pyatt betreut.\u00bb<sup>3<\/sup><br \/>\n<em>Siehe auch\u00a0<a href=\"https:\/\/rinf.com\/alt-news\/newswire\/new-video-evidence-americas-coup-ukraine-means\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Oleh Zarjow sparte nicht mit Details. F\u00f6deralistische Aktivisten h\u00e4tten sich verdeckt Zugang zu dem Projekt verschafft, bei dem ihnen US-Instruktoren erkl\u00e4rten, wie das Internet und Social Media genutzt werden k\u00f6nnten, um die \u00f6ffentliche Meinung zu manipulieren, Proteste zu organisieren und gewaltt\u00e4tige Unruhen auszul\u00f6sen. Insgesamt seien quer durch die Ukraine bislang f\u00fcnf \u2039TechCamps\u203a durchgef\u00fchrt worden. Die etwa 300 ausgebildeten Aktivisten seien nun\u00a0\u00fcberall in der Ukraine aktiv: \u00abDie letzte Konferenz fand am 14. November 2013 in der US-Botschaft in Kiew statt.\u00bb<sup>4<\/sup><\/p>\n<p><strong>Start des Euromaidan<\/strong><\/p>\n<p>Der Euromaidan begann in der Nacht des 21. November 2013. Rund 2000 Demonstranten hatten sich \u00fcber die Social Media organisiert. Die f\u00fcnf Milliarden Dollar, die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=U2fYcHLouXY#t=504\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Victoria Nuland<\/a>\u00a0(7\u201940\u2033) zufolge in der Ukraine investiert wurden, begannen sich auszuzahlen.<\/p>\n<p>Der heute im Moskauer Exil lebende ukrainische Journalist Dmitrij Wasilez hat diese Vorg\u00e4nge beobachtet. Er arbeitete jahrelang als Reporter f\u00fcr den ukrainischen \u00abKanal-17\u00bb, war Gewerkschafter und Vorsitzender des Medienrats des Informationsministeriums, wo er sich gegen den Versuch der Regierung [Janukowitsch] wehrte, die Presse st\u00e4rker an die Kandare zu nehmen. Seine Erlebnisse auf dem Maidan beschreibt er so:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default\"><p><em>\u00abIch habe auf dem Maidan Leute interviewt. Sie best\u00e4tigten mir, dass sie einer Nichtregierungsorganisation angeh\u00f6ren und f\u00fcrs Demonstrieren bezahlt werden. Sie sagten: \u2039Wir sind auf den Maidan gekommen, bleiben zwei Wochen, dann werden wir ausgetauscht, nach zwei weiteren Wochen kommen wir wieder zu den Protesten.\u203a\u00a0<\/em><br \/>\n<em>Die wichtigste Aufgabe dieser Leute war, den Maidan in den Social Media zu pr\u00e4sentieren, damit der Eindruck entsteht, die Demonstranten vertr\u00e4ten das gesamte ukrainische Volk. Aber faktisch waren es Mitarbeiter von NGOs, die vom Westen und von westlichen Botschaften bezahlt wurden, bis hin zu den Schreibtischt\u00e4tern, die Bilder von den Protesten posteten.\u00a0<\/em><br \/>\n<em>Wie auf Befehl waren alle NGOs, die in der Ukraine mit dem Geld aus den USA und anderen L\u00e4ndern finanziert worden waren, nach Kiew gekommen. Sp\u00e4ter zeigte sich, dass es nicht hunderte, sondern tausende solcher Organisationen gab. Jede bestand aus jungen Leuten, jede hatte Mitarbeiter, die in einer milit\u00e4risch straffen Rotation auf dem Maidan zwei Wochen lebten und dann ausgetauscht wurden. Ihre Hauptaufgabe war, von fr\u00fch bis sp\u00e4t auf dem Maidan zu sein. Damals schon hat vieles darauf hingedeutet: Dies ist kein Volksaufstand, sondern das Volk wurde benutzt. Das war gut orchestriert von Oligarchen.\u00bb<sup>5<\/sup><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p class=\"wp-block-heading\"><strong>Nicht nur finanzielle, auch pers\u00f6nliche politische Einmischungen<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst tarnte sich der Staatsstreich als Happening. Als Cheerleader erschienen auf dem Maidan westliche Politiker wie Victoria Nuland, damals Abteilungsleiterin im US-Aussenministerium, der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle, die damalige Sprecherin der Gr\u00fcnen f\u00fcr Osteuropa-Politik Marieluise Beck, US-Senator John McCain und die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton. Sie feuerten die Demonstranten an und sendeten so ein Signal westlicher Beteiligung und Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Man stelle sich vor, der russische Aussenminister Sergei Lawrow w\u00e4re in Paris erschienen und h\u00e4tte die Gelbwesten-Proteste angefeuert. Anders als in Kiew h\u00e4tte dies zu massiven Reaktionen westlicher Regierungen gef\u00fchrt.337 Auf dem Maidan dagegen konnten westliche Politiker unter den Augen der Regierung die Proteste anheizen. Der scheidende EU-Kommissionspr\u00e4sident Jos\u00e9 Manuel Barroso rief die Demonstranten auf, \u00abden Mut zu haben, aufzustehen und zu k\u00e4mpfen\u00bb.<sup>6<\/sup>\u00a0Vier Jahre sp\u00e4ter sollte Barroso zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates von Goldman Sachs International ernannt werden.<\/p>\n<p><strong>Eskalation der Gewalt<\/strong><\/p>\n<p>Ein unbedachtes und brutales Vorgehen der Sicherheitskr\u00e4fte f\u00fchrte mehrfach zu Eskalationen. Als Reaktion auf das Vorgehen der\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berkut_(Spezialeinheit)#:~:text=Berkut%20(ukr.,die%20dem%20Innenministerium%20unterstellt%20war.\">Berkut<\/a>, einer Aufstandsbek\u00e4mpfungseinheit der Polizei, begannen antirussische Extremisten bewaffnete Gruppen zu bilden, die ihrerseits Angriffe auf die Polizei ver\u00fcbten.<sup>7<\/sup><\/p>\n<p>Doch der zentrale Anlass f\u00fcr das Umschlagen der Proteste in Gewalt kam aus der Politik. Am 16. Januar 2014 verabschiedete das Parlament scharfe Anti-Demonstrations-Gesetze, die drakonische Strafen f\u00fcr \u00abUnruhestifter\u00bb vorsahen. Sie w\u00fchlten die Stimmung unter den Protestierenden zus\u00e4tzlich auf und sorgten f\u00fcr weitere gewaltsame Konfrontationen mit der Polizei.<\/p>\n<p>In der Nacht vom 19. auf den 20. Januar kam es zu gewaltt\u00e4tigen Zusammenst\u00f6ssen, die eine explosive Lage schufen. Am 22. Januar wurde der erste Demonstrant get\u00f6tet. Nun verwandelte sich die Protestbewegung in eine Revolution.<\/p>\n<p><strong>Rechtsextreme \u00fcbernehmen das Zepter<\/strong><\/p>\n<p>Den weiteren Verlauf bestimmten zunehmend rechtsextreme Gruppen. Sie stellten das R\u00fcckgrat der militanten Hundertschaften dar, die Ende November 2013 gebildet wurden.\u00a0T\u00e4glich wurden mehrere Hundert bewaffnete Ultranationalisten aus den Regionen Lwiw, Wolyn und Ternopil nach Kiew gebracht.<sup>8<\/sup><\/p>\n<p>Ab Januar gingen die Rechtsextremen in die Offensive und griffen die Polizei mit Metallstangen, Baseballschl\u00e4gern und Molotowcocktails an. Aus den gepl\u00fcnderten Milit\u00e4r- und Polizeidepots im Westen, vor allem in Lwiw, Ternopil und Iwano-Frankiwsk, stammten \u00abmassive Mengen an Waffen,\u00a0die sp\u00e4ter bei den Zusammenst\u00f6ssen mit der Polizei in Kiew zum Einsatz kamen\u00bb. Das berichtete der ukrainische Soziologe\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berkut_(Spezialeinheit)#:~:text=Berkut%20(ukr.,die%20dem%20Innenministerium%20unterstellt%20war.\">Wolodymyr Ischtschenko<\/a>.<sup>9<\/sup>\u00a0\u00a0[Er arbeitet heute auch f\u00fcr das Osteuropa-Institut in Berlin.]<\/p>\n<p><strong>Der entscheidende Wendepunkt<\/strong><\/p>\n<p>Am 14. Februar 2014 entliess die Regierung<sup>10<\/sup>\u00a0verhaftete Demonstranten und schlug eine Amnestie f\u00fcr alle kriminellen \u00dcbergriffe w\u00e4hrend der Revolte vor. Doch es war zu sp\u00e4t. Vier Tage sp\u00e4ter, am 18. Februar, warfen Rechtsextreme w\u00e4hrend eines Marsches auf der Institutskaja-Strasse Molotowcocktails auf Polizeieinheiten. Sie setzten die Zentrale der Partei der Regionen in Brand und t\u00f6teten einen Mitarbeiter.<\/p>\n<p>Von nun an war die Anwesenheit bewaffneter Faschisten Bestandteil der Proteste. An diesem Tag wurden 1200 zus\u00e4tzliche Waffen, darunter Kalaschnikow-Sturmgewehre, von den Aufst\u00e4ndischen in Lwiw erbeutet und ein Grossteil davon nach Kiew gebracht. Dies war der entscheidende Wendepunkt, an dem der Aufstand eine paramilit\u00e4rische Form annahm und sich in einen Staatsstreich verwandelte.<sup>11<\/sup>\u00a0Dass auch viele Neofaschisten aus EU-L\u00e4ndern auf den Maidan str\u00f6mten, st\u00f6rte westliche Politiker nicht.348 Aus einer zivilen Protestbewegung war ein bewaffneter Kampf geworden.<\/p>\n<p>Anf\u00fchrer der Selbstverteidigungskomitees, bekannt als \u00abKommandant\u00bb, war der Rechtsextremist\u00a0<a href=\"https:\/\/www.srgd.ch\/de\/aktuelles\/news\/2018\/10\/10\/nichtberichterstattung-von-radio-und-fernsehen-srf-uber-einen-vorfall-der-ukraine-beanstandet\/\">Andrij Parubij<\/a>, einer der Gr\u00fcnder von\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Allukrainische_Vereinigung_%E2%80%9ESwoboda%E2%80%9C\">Swoboda<\/a>. Als die Nacht hereinbrach, waren bereits 28 Menschen erschossen worden, darunter zehn Bereitschaftspolizisten. Der Schusswinkel f\u00fchrte zur Philharmonie, wo Parubij das Kommando hatte. Zwei Tage sp\u00e4ter eskalierte die Gewalt dramatisch. Mindestens 39 Demonstranten und 17 Polizisten wurden von Heckensch\u00fctzen ermordet. Ihre Basis hatten sie im Hotel Ukraina und in anderen Geb\u00e4uden, die unter der Kontrolle von Parubijs Hundertschaften standen.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zur\u00a0westlichen Version, der zufolge das Feuer von der Polizei er\u00f6ffnet worden sei, kommt auch der kanadisch-ukrainische Politikwissenschaftler\u00a0Iwan Katschanowski in einer detaillierten Analyse zu dem Ergebnis, dass \u00abdas Massaker eine Operation unter falscher Flagge war, die wohl\u00fcberlegt, geplant und ausgef\u00fchrt wurde mit dem Ziel, die Regierung zu st\u00fcrzen und die Macht zu \u00fcbernehmen\u00bb. [Red. Siehe auch\u00a0<a href=\"https:\/\/buzzurbia.wordpress.com\/2018\/02\/20\/ukraine-neue-belege-und-zeugen-fuer-scharfschuetzen-einsatz-auf-maidan\/\">\u00abNeue Belege\u00bb<\/a>] Katschanowskis Untersuchung nennt \u00abeine Reihe von Beweisen f\u00fcr die Einbindung einer Allianz rechtsextremer Organisationen, speziell des Rechten Sektors und von Swoboda, sowie oligarchischer Parteien wie Vaterland. Versteckte Sch\u00fctzen und ihre Spotter wurden in mindestens 20 vom Maidan kontrollierten Geb\u00e4uden beziehungsweise Bereichen festgestellt\u00bb.<sup>12<\/sup><\/p>\n<p><strong>Polizisten waren die falschen Angeklagten<\/strong><\/p>\n<p>Im Juli 2015 brach die Anklage gegen zwei Berkut-Polizisten [der gest\u00fcrzen Regierung], sie h\u00e4tten am 20. Februar 2014 39 Demonstranten get\u00f6tet, in sich zusammen. Zeugen sagten aus, dass die Sch\u00fcsse nicht aus Positionen der Berkut abgefeuert wurden, sondern aus Geb\u00e4uden, die von der Opposition besetzt waren. Das Kaliber stimmte mit deren Waffen \u00fcberein.<\/p>\n<p>Doch diese Zeugenaussagen vor Gericht schienen die westliche Presse nicht zu interessieren.<sup>13<\/sup><\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Zeit standen die militanten Kr\u00e4fte kontinuierlich in Kontakt mit Vertretern der EU und den USA. Bevor sie im Hotel Ukraina auf dem Maidan Position bezogen, trafen sich drei georgische Scharfsch\u00fctzen unter anderem mit einem ehemaligen US-Soldaten in der Uniform der 101. Airborne Division der US Army namens Brian Christopher Boyenger, der als Instrukteur mitwirkte. Gleichzeitig hatte US-Botschafter Geoffrey Pyatt st\u00e4ndigen Kontakt mit dem Rechtsextremisten Andrij Parubij, der von Boyenger wusste. Deshalb war auch der US-Botschafter sehr wahrscheinlich informiert.<\/p>\n<p>Der kanadische Menschenrechtsanwalt Christopher Black sieht darin den Beleg, dass die Maidan-Massaker eine milit\u00e4rische Operation waren, an der auch Kr\u00e4fte beteiligt waren, die der NATO nahestehen, und dass sie von US- und NATO-Kr\u00e4ften geplant und organisiert wurden.<sup>14<\/sup><\/p>\n<p>Auch Dmitrij Wasilez hat diese Vorg\u00e4nge beobachtet. Er urteilt kurz und b\u00fcndig:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default\"><p><em>\u00abAuf dem Maidan haben wir einen Staatsstreich, einen milit\u00e4risch durchgef\u00fchrten Putsch erlebt. Im Zentrum von Kiew wurden viele Menschen erschossen. Die Nationalisten haben Regierungsvertreter verfolgt. F\u00fcr mich ist klar, wer auf dem Maidan geschossen hat. Es sind jene, die nachher die Macht ergriffen haben: Parasjuk, Jazenjuk, Turtschinow, Poroschenko. Diese Gruppen waren direkt verbunden mit westlichen Organisationen und Geheimdiensten. Ich habe gesehen, dass bei diesem Staatsstreich Leute an die Macht kamen, denen es nicht\u00a0um die Souver\u00e4nit\u00e4t der Ukraine ging, sondern darum, noch Befehle aus \u00dcbersee auszuf\u00fchren.\u00bb<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>[Red. Der ukrainische Oppositionelle und Journalist Dmitri Wasilez wurde 2015 verhaftet und 2017 zu\u00a0<a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/1746\/auf-allen-kanaelen\/gejagt-und-geschlagen\">neun Jahren Haft<\/a>\u00a0verurteilt. Das ukrainische Gericht warf ihm \u00abSeparatismus\u00bb sowie die Gr\u00fcndung des Sender Noworossija TV vor.]<\/p>\n<p><strong>Verhandlungen, um Janukowitsch zu beruhigen?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 2014 verhandelten die Aussenminister von Deutschland, Polen und Frankreich, Frank-Walter Steinmeier, Rados\u0142aw Sikorski und Laurent Fabius, in Kiew mit Janukowitsch \u00fcber einen Deal, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Die Vereinbarung sah einen sofortigen Waffenstillstand, eine Untersuchung der Gewalttaten und einen Gewaltverzicht aller Seiten vor.<\/p>\n<p>Doch gleichzeitig arrangierten US-Diplomaten die tats\u00e4chliche Macht\u00fcbernahme. Mit dabei war auch die Vertreterin des US-Aussenministeriums Victoria Nuland, die in st\u00e4ndiger Verbindung mit dem NATO-Oberbefehlshaber General Philip Breedlove stand.<\/p>\n<p>Auch die deutsche Seite war eingebunden: Ihr Botschafter in Kiew, Christof Weil, der auch jahrelang bei der NATO in Br\u00fcssel gearbeitet hatte, leitete ein Treffen, an dem US-Botschafter Pyatt, weitere NATO-Diplomaten und Andrij Parubij, Kopf der Maidan-Ultras und Kommandeur ihres 12\u2019000 Mann starken bewaffneten Arms, teilnahmen. Parubij erschien im Kampfanzug mit Sturmhaube und drohte mit weiterer Eskalation, \u00abwenn die westlichen Regierungen keine entschiedenen Aktionen gegen Janukowitsch unternehmen\u00bb.<sup>15<\/sup><\/p>\n<p>Das war keine leere Drohung. Auf dem Maidan drohte einer seiner Staffelf\u00fchrer und Kommandeur einer Heckensch\u00fctzeneinheit,\u00a0<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Volodymyr_Parasyuk\">Wolodymyr Parasjuk<\/a>, vor einer w\u00fctenden Menge mit gewaltsamen Schritten, wenn Janukowitsch nicht bis Samstag, dem 22. Februar, zur\u00fccktrete. Dmytro Jarosch vom Rechten Sektor las eine Liste von Waffen vor, mit der man dieser Forderung Nachdruck verleihen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Das alles schien Teil einer Doppelstrategie zu sein: Die einen wickeln Janukowitsch ein, die anderen wetzen die Messer.<\/p>\n<p>Im Ergebnis wurden 5000 Berkut-Polizisten der Regierung und weitere Spezialkr\u00e4fte aus der Stadt hinaus eskortiert. Die Aufst\u00e4ndischen \u00fcbernahmen die Kontrolle in Kiew und im Parlament.<sup>16<\/sup>\u00a0Am Abend des 21. Februar floh Janukowitsch per Hubschrauber nach Charkiw. Allerdings hatte der russische Geheimdienst erfahren, dass ukrainische Ultras unterwegs waren, um ihn zu ermorden. Daher setzte er seine Flucht nach Russland fort. In Rostow rief er Moskau dazu auf, einzugreifen und seine Macht wiederherzustellen.<\/p>\n<p>Dies w\u00e4re der ideale Zeitpunkt f\u00fcr Putin gewesen, um [legitim] einzumarschieren und die Ukraine unter seine Kontrolle zu bringen \u2013 falls Putin je diese Absicht gehabt h\u00e4tte. Nichts dergleichen geschah. Damit wurde, so die US-Journalistin Diana Johnstone, der Maidan zu einem \u00abperfekt ausgef\u00fchrten Regime Change\u00bb:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default\"><p><em>\u00abDie Massen an Demonstranten lieferten die \u2039demokratische\u203a Rechtfertigung f\u00fcr den Sturz einer gew\u00e4hlten Regierung, w\u00e4hrend die mysteri\u00f6sen Heckensch\u00fctzen f\u00fcr den notwendigen Nebel der Verwirrung sorgten, damit ein nicht verfassungsm\u00e4ssiger Staatsstreich stattfinden konnte.\u00bb<sup>17<\/sup><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Keine der politischen Gruppen, die an der Maidan-Revolte beteiligt waren, hatte einen stabilen R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung \u2013 ausser der rechtsextremen Swoboda in der Westukraine.<sup>18<\/sup><\/p>\n<p>Br\u00fcssel und Washington erkannten die neue Regierung sofort an. Unter Aufsicht bewaffneter Kr\u00e4fte wurde Arsenij Jazenjuk, der den Segen der USA hatte, zum Ministerpr\u00e4sidenten ernannt.<\/p>\n<div class=\"wp-block-infosperber-box\">\n<blockquote>\n<p class=\"wp-block-heading\"><strong>Professor Nicolai Petro \u00fcber den 19. und 20. Januar 2014 auf dem Maidan<\/strong><\/p>\n<p>Kaum ein Nicht-Ukrainer kennt die Ukraine und Russland auch aus eigener Anschauung so gut wie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.npetro.net\/2.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nicolai Petro<\/a>, Professor an der US-University Rhode Island. Aus seinem 2023 erschienen Buch\u00a0<a href=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/9783110743371\/html?lang=en\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00abThe Tragedy of Ukraine\u00bb<\/a>\u00a0(S.\u00a087-89, 96):<\/p>\n<p>\u00abAm 19. Januar wurden die regionalen Verwaltungen in mehreren westlichen Regionen des Landes von rechten, dem Maidan treuen Gruppen \u00fcbernommen. Diese Aktion bezeichnete Maidan-Kommandant Andrij Parubij sp\u00e4ter als koordinierten Versuch, das Regime zu st\u00fcrzen. Die Waffenlager mehrerer Polizeistationen wurden gepl\u00fcndert und der Inhalt an die Demonstranten auf dem Maidan verteilt [\u2026] Im Nachhinein haben wir den Einfluss der extremen Rechten, die nicht nur das bisherige politische Establishment, sondern das gesamte politische System hinwegfegen wollte, grob untersch\u00e4tzt [\u2026]<\/p>\n<p>Aber zu diesem Zeitpunkt waren bereits fast hundert Menschen bei einer weiteren Schiesserei get\u00f6tet worden. Die Sch\u00fcsse kamen, wie sich jetzt herausstellte, aus Geb\u00e4uden, die von den Maidan-Truppen kontrolliert wurden.<\/p>\n<p>Zwei Tage sp\u00e4ter verzichtete ein demoralisierter Janukowitsch auf seine pr\u00e4sidialen Vollmachten und stimmte vorgezogenen Pr\u00e4sidentschaftswahlen zu [\u2026]<\/p>\n<p>\u00dcber Nacht wurden die Partei der Regionen und alle Parteien der linken Mitte f\u00fcr illegal erkl\u00e4rt und damit die H\u00e4lfte der W\u00e4hlerschaft des Landes ihrer Rechte beraubt. Die neue Ad-hoc-Regierung wurde bewusst mit Westukrainern besetzt, welche die Idee einer \u2039Regierung der nationalen Einheit\u203a ablehnten.<\/p>\n<p>Der Maidan 2014 war ein Wendepunkt in der ukrainischen Politik, ein Moment, in dem sich die nationale Politik von einem Streben nach Konsens zu einem Streben nach expliziter politischer und kultureller Dominanz der Westukraine wandelte. Das erkl\u00e4rt, warum so viele\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleinrussland\">Kleinrussland-Ukrainer<\/a>\u00a0den Maidan damals als Staatsstreich ansahen.<\/p>\n<p>Schon bald wurden die Ukrainer Zeugen zahlreicher Gewalttaten bewaffneter nationalistischer Milizen, die sich offen \u00fcber die Justiz, die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden, den Pr\u00e4sidenten und das Parlament hinwegsetzten [\u2026]<\/p>\n<p>Heute scheint es, dass die Eskalation der Gewalt auf dem Maidan von Swoboda und dem Rechten Sektor koordiniert wurde, die gemeinsam \u2039als Einheitsfront\u203a agierten.\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p><strong>Faschisten mit Einfluss in der neuen Regierung<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Etablierung der neuen Regierung wurden die Regeln der Verfassung mehrfach verletzt. Die vorgesehene Dreiviertelmehrheit f\u00fcr ein Amtsenthebungsverfahren wurde nicht erreicht. Von den 21 Mitgliedern des neuen Kabinetts kamen lediglich zwei aus dem S\u00fcden und Osten der Ukraine. Dadurch war der russisch-ukrainische Teil des Landes faktisch nicht mehr repr\u00e4sentiert. Die neofaschistische Swoboda, die nur acht Prozent der Parlamentssitze besass, stellte f\u00fcnf der 21 Kabinettsangeh\u00f6rigen sowie f\u00fcnf Gouverneure, die ein F\u00fcnftel des Landes abdeckten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-heading\"><strong>Rechtsextreme Minister<\/strong><\/p>\n<p>Stellvertretender Ministerpr\u00e4sident wurde der Neofaschist Oleksandr Sych. Andrij Parubij, Mitbegr\u00fcnder der faschistischen SNPU und Anf\u00fchrer des bewaffneten Aufstands, der am 20. Februar die Macht\u00fcbernahme mit den US- und NATO-Botschaftern ausgehandelt hatte, wurde zum Sekret\u00e4r des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungskomitees ernannt und war somit f\u00fcr die Aufsicht \u00fcber das Verteidigungsministerium, die Streitkr\u00e4fte, die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden und die Geheimdienste verantwortlich. Arsen Awakow wurde Innenminister und Kommandeur der Freiwilligenmilizen, die aus den Selbstverteidigungseinheiten des Maidan rekrutiert wurden. Er war als Verwalter in der Region Charkiw ber\u00fcchtigt worden, weil er gegen seine Gegner Hooligans einsetzte.<\/p>\n<p><strong>US-orientierte Oligarchen geh\u00f6rten zu den Gewinnern<\/strong><\/p>\n<p>Unter den Oligarchen waren vor allem die US-orientierten Ihor Kolomojsky, Petro Poroschenko und Wiktor Pintschuk die Gewinner. Auch Achmetow hatte Janukowitsch im entscheidenden Moment die Unterst\u00fctzung entzogen. Dmytro Firtasch wurde Mitte M\u00e4rz ausgeschaltet, als er in Wien aufgrund eines US-Auslieferungsbegehrens verhaftet wurde.<\/p>\n<p>Kolomojsky wurde nach dem Putsch zum Gouverneur von Dnipropetrowsk ernannt, und die Schl\u00fcsselministerien f\u00fcr Finanzen und Energie wurden mit seinen Vertrauten besetzt. Sie richteten ihre Politik an den Forderungen des IWF aus, k\u00fcrzten Renten, schafften das Kindergeld ab und entliessen Beamte.<sup>19<\/sup><\/p>\n<div class=\"wp-block-infosperber-box\">\n<blockquote>\n<p class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00abDiese Proteste waren gekauft\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Denis Simonenko ist Schriftsteller und verdient sein Geld als Journalist beim Sender \u00abSebastopol 1 TV\u00bb auf der Krim. Er erinnert sich an jene bitterkalten Wintermonate in Kiew:<\/p>\n<p>\u00abFreunde von mir haben geglaubt, dass auf dem Maidan ein Volksaufstand stattfindet, und sind nach Kiew gefahren. Dort machte sich Ern\u00fcchterung breit. Denn sie haben erlebt, dass ihnen Geld angeboten wurde, dass unter den Demonstranten Thermo-Unterw\u00e4sche verteilt wurde, Winterkleidung, dicke Socken, Schuhe mit Heizplatten, damit sie nicht frieren. Das hat eine Menge Geld gekostet. Es wurde meinen Freunden sofort klar, dass dies von amerikanischen Stiftungen finanziert wurde. Das haben alle begriffen, die auf dem Maidan waren. Sie haben erlebt, dass nur eine kleine Gruppe zum Umsturz aufgerufen hat. Die meisten kamen aus der westlichen Ukraine. Diese Westukrainer aus Lwiw waren sehr aggressiv. Von anderen Regionen waren nur wenige Demonstranten auf dem Maidan. Diese Proteste waren gekauft. Meine Freunde haben als klardenkende Menschen sofort begriffen, von wem und wof\u00fcr das organisiert wurde. Es richtete sich gegen Russland, und man liess sich das Ganze richtig viel Geld kosten.\u00bb<sup>20<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>Eine \u00abRevolution der W\u00fcrde\u00bb?<\/p>\n<h5>_________________<br \/>\n<strong>FUSSNOTEN<\/strong><\/h5>\n<h5 class=\"has-small-font-size\"><sup>1<\/sup>\u00a0van der Pijl, Kees: Der Abschuss. Flug MH17, die Ukraine und der neue Kalte Krieg, K\u00f6n: PapyRossa 2018, S. 150-153<br \/>\n<sup>2<\/sup>\u00a0Sakwa, Richard: Frontline Ukraine: Crisis in the Borderlands, London u. New York: I.B. Tauris 2016, S. 11; 57<br \/>\n<sup>3<\/sup>\u00a0\u00ab\u2026a \u2039TechCamp\u203a project i under way in which preparations are beeing made for a civil war in Ukraine. The \u2039TechCamp\u203a projects prepares specialists for information warfare and for the discreditijg of state institutions (the Government) using modern media \u2013 potential revolutionaries for organizing protests and the toppling of the government.\u00bb Zitiert n. Zuesse Eric: New Video Evicence of America\u2019s Coup in Ukraine \u2013 and what it means. In: Washington\u2019 Blog vom 8. Februar 2015 https:\/\/rinf.com\/alt-news\/newswire\/new-video-evidence-americas-coup-ukraine-means\/ (abgerufen am 24.7.2023)<br \/>\n<sup>4<\/sup>\u00a0Zit. n. Zuesse, Eric:\u00a0<a href=\"https:\/\/rinf.com\/alt-news\/newswire\/new-video-evidence-americas-coup-ukraine-means\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">New Video Evidence of America\u2019s Coop in Ukraine \u2013 and what it mean<\/a>s. In: Washington\u2019s Blog vom 8. Februar 2015.<br \/>\n<sup>5<\/sup>\u00a0Interview Dmitrij Wasilez am 2. Oktober 2022 in Moskau<br \/>\n<sup>6<\/sup>\u00a0van deer Pijl, Kees: Der Abschuss. Flug MH17, die Ukraine und der neue Kalte Krieg, K\u00f6n: PapyRossa 2018, S. 172<br \/>\n<sup>7<\/sup>\u00a0Kudelia, Serhiy:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/epdf\/10.1080\/10611940.2015.1160707\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">The Donbas Rift<\/a>. In: Russian Politics and Law Nr. 54 vom 13. Jumi 2026, S. 7.und Ishchenko, Volodymyr:<a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/33401339\/Far_right_participation_in_the_Ukrainian_Maidan_protests_an_attempt_of_systematic_estimation\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00a0Far right participation in the Ukrainian Maidan protest: an attempt of systematic estimation<\/a>. In: European Politics and Society. London: Routledge 2016 S. 459. (abgerufen am 24.7.2023)<br \/>\n<sup>8<\/sup>\u00a0Sakwa, Richard: Frontline Ukraine, Crisis in the Borderlands, London u. New York: I.B. Tauris 2016, S. 83. Und Kudelia, Serhiy:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/epdf\/10.1080\/10611940.2015.1160707\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">The Donbas Rift<\/a>. In: Russian Politics and Law Nr. 54 vom 13. Juni 2016, S. 7<br \/>\n<sup>9<\/sup>\u00a0Ishchenko, Volodymyr: Far right participation in the Ukrainian Maidan protests: an attempt of systematic estimation. In: European Politics and Society. London: Routledge 2016 S. 459. Und Ishchenko, Volodymyr: Ukraine\u2019s Fractures. In: New Left Review Nr. 87 vom Mai\/Juni 2014. Und Hahn, Gordon: The Ukrainian Revolutions\u2019s Neo-Fascist Problem. In: Fair Observer vom 23. September 2014.<br \/>\n<sup>10<\/sup>\u00a0Interview Dmitrij Wasilez am 2. Oktober 2022 in Moskau<br \/>\n<sup>11<\/sup>\u00a0Katchanovski, Ivan: The Separatist War in Donbas: A Violent Break-up of Ukraine? In; European Politics and Society vom 16, M\u00e4rz 2016, S. 478. Und Ishchenko, Volodymyr: Far right participation in the Ukrainian Maidan protests: an attempt of systematic estimation. In: European Politics and Society. London; Routledge 2016, S. 460. Und Higgins, Andrew u. Kramer, Andrew E.: Urkaine Leadeer was defeated even before he was ousted. In: The New York Times vom 3. Januar 2015. Und Hahn, Gordon: The Ukrainian Revolution\u2019s Neo-Fascist Problem. In: Fair Observer vom 23. September 2014.<br \/>\n<sup>12<\/sup>\u00a0Katchanovski, Ivan: The \u00abSnipers Massacre\u00bb on the Maidan in Ukraine. Paper, American Political Science Association annual meeting, San Francisco, 3.-6. September 2015: \u00abThis academic investigation concludes that the massacre was a faals flag operation, which was rationally planned and carrried out with a goal of the overthrow of the government and seizure of power. It found various evidence of the involvement of an alliance of the far righet organizations, specifically the Right Sector and Svoboda, and Oligarchic parties, such as Fatherland, concealed shooters and spotters were located in at least 20 Maidan-controlled buildings or areas.\u00bb<br \/>\nNach Ver\u00f6ffentlichung dieser Untersuchung wurde das Haus von Katchanovski in der Ukraine enteignet.<br \/>\n<sup>13<\/sup>\u00a0Katchanovski, Ivan: The Maidan massacre in Ukraine: revelations from trials and investigations. In MR online vom 11. Dezember 2021. Und Hahn Gordon: The Ukrainian Revolutions\u2019s Neo-Fascist Problem. In Fair Observer vom 23. September 2014.<br \/>\n<sup>14<\/sup>\u00a0Black, Christopher: The Maidan Massacre: US Army Orders: Sow Chaos. In: New Eatern Outlook vom 15. Dezember 2017: \u00abThe massacre at Maidan, therefore, is revealed to be a carefully planned military operation organized in detail, with teams of snipers brought in from various NATO allied countries, unknown to each other, but organized on arrival, given orders and assignments and each sniper team beeing assigned spotters to help n their deadly work. This is a tactic military sniper teams use so it has to be assumed that each of the sniper teams was controlled by the same people as the team the Italians (journalists) talked to, that is by American soldiers trained in these techniques and who themselves operate in teams. This operation therefore had to be planned and organized on a high level by American forces and allied NATO governments.\u00bb<br \/>\n<sup>15<\/sup>\u00a0Zit, nach Higgins, Andrew u. Kramer, Andrew E.: Ukraine Leader was defeated even bevore he was ousted In: The New York Times vom 3. Januar 2015. Siehe auch van der Pijl, Kees: Der Abschuss. Flug MH17, die Ukraine und der neue Kalte Krieg. K\u00f6ln: PapyRossa 2018, S. 143.<br \/>\n<sup>16<\/sup>\u00a0Higgins, Andrew u. Kamer Andrew E.: Ukraine Leader was defeated even before he was ousted. In: The New York Times vom 3. Januar 2015. Und Ishchenko, Volodymyr: Ukraine\u2019s Fractures. In: New Left Review Nr. 87 vom Mai\/Juni 2014. Und van der Pijl, Kees: Der Abschuss. Flug MH17, die Ukraine und der neue Kalte Krieg, K\u00f6n: PapyRossa 2018, S. 175-177.<br \/>\n<sup>17<\/sup>\u00a0Johnstone, Diana: Queen of Chaos. The Misadventures of Hillary Clinton. Petrol CA: Counter Punch 2015, S. 154.<br \/>\n<sup>18<\/sup>\u00a0Ishchenko, Volodymyr: Far right participation in the Ukrainian Maidan protests: an attempt of systematic estimation. In: European Politics and Society. London: Routledge 2016, S. 469.<br \/>\n<sup>19<\/sup>\u00a0Matuszak, Volodymyr: The Oligarchic Democracy. The Influence of business Groups on Ukrainian Politics, OSW Studies Nr. 42, Warsaw.<br \/>\n<sup>20<\/sup>\u00a0Interview Denis Simonen am 30. September 2022 in Simferopol.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute steht fest: Die USA und Faschisten haben den Machtwechsel in Kiew herbeigef\u00fchrt. Manche Medien nehmen es nicht zur Kenntnis. Urs P. 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