{"id":1760792,"date":"2023-08-21T19:49:06","date_gmt":"2023-08-21T18:49:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1760792"},"modified":"2023-08-21T19:49:06","modified_gmt":"2023-08-21T18:49:06","slug":"wo-die-billigmode-der-generation-tiktok-genaeht-wird-schuften-fuer-shein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2023\/08\/wo-die-billigmode-der-generation-tiktok-genaeht-wird-schuften-fuer-shein\/","title":{"rendered":"Wo die Billigmode der Generation TikTok gen\u00e4ht wird &#8211; Schuften f\u00fcr Shein"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit einer riesigen Palette an unversch\u00e4mt g\u00fcnstigen Artikeln und offensivem Auftritt in sozialen Netzwerken l\u00e4uft der Onlinekleiderh\u00e4ndler Shein Branchengr\u00f6ssen wie H&amp;M und Zara in der Gunst um Geld und Gef\u00fchle junger Frauen den Rang ab.<\/strong><\/p>\n<article>So grell die Marke auftritt, so undurchsichtig bleibt die Firma dahinter. Eine Spurensuche \u2013 bis in die verwinkelten Gassen der chinesischen Millionenstadt Guangzhou, wo Tausende von Arbeiter*innen bis zu zw\u00f6lf Stunden am Tag den Stoff vern\u00e4hen, aus dem die Teenie-Tr\u00e4ume sind.Willie Gomez ist total begeistert. Er finde es grossartig, sagt der Pops\u00e4nger aus der Karibik, dass Shein eine \u00abso inklusive\u00bb Show auf die Beine gestellt habe, eine, in der \u00aballe Ethnien, alle Formen und Gr\u00f6ssen\u00bb vertreten seien. Schnitt. Wir sind jetzt im Backstage, \u00abich bin bereit\u00bb, sagt Willie unter seiner Maske, \u00ablos geht\u2019s\u00bb.Wieder Schnitt. Willie Gomez steigt aus einem Cadillac und schickt sich an, unter grossem k\u00f6rperlichem Einsatz eine Latino-Schnulze zu intonieren \u2013 begleitet von einer rasch wechselnden Schar extravagant gekleideter T\u00e4nzer*innen, sorgsam selektioniert nach der Pr\u00e4misse der Diversit\u00e4t, gross und klein, dick und d\u00fcnn, ein Panorama an Herk\u00fcnften und Hautfarben.<\/p>\n<p>Nach Willy Gomez tritt Blu Detiger auf, eine S\u00e4ngerin und Bassgitarristin aus New York, die findet, Shein revolutioniere das Verst\u00e4ndnis davon, \u00abwas eine Fashion-Show sein kann\u00bb. Der Dancefloor ist begrenzt durch farbige Neonr\u00f6hren, sonst ist alles schwarz, bis auf den riesigen, weissen Shein-Schriftzug am Boden. Publikum gibt es nicht. Dieser Ort k\u00f6nnte \u00fcberall sein \u2013 oder nirgends.<\/p>\n<p>Der \u00abShein X Rock the Runway\u00bb solle \u00abdie Dynamik der Mode, die Energie der Musik und die Kraft des Tanzes\u00bb vereinen, heisst es im Intro der Show, die Ende September live \u00fcber Youtube, Instagram und die App von Shein ausgestrahlt wird.<\/p>\n<p>Auf deren Webseite k\u00f6nnen an den Tagen danach in der Kategorie #SHEINXRockTheRunway bis zu 6000 verschiedene Kleidungsst\u00fccke bestellt werden \u2013 bis der Men\u00fcpunkt zehn Tage nach Ausstrahlung des Streams pl\u00f6tzlich wieder verschwindet.<\/p>\n<p>\u00abDAILY NEW\u00bb: An diesem Tag wurden 8017 neue Produkte in den Shop gestellt.<\/p>\n<p>Doch die Auswahl bleibt beileibe gross genug. An einem Mittwochnachmittag Anfang Oktober finden sich in der Kategorie \u00abFrauenbekleidung\u00bb 259&#8217;264 Produkte. In \u00abPlus Size\u00bb sind es \u00fcber 78&#8217;000, unter \u00abM\u00e4nnerbekleidung\u00bb noch gut 32&#8217;000 Artikel. Auch nach \u00abt\u00e4glichen Neuheiten\u00bb lassen sich die Artikel filtern. Denn, so steht da geschrieben:<\/p>\n<p>Solch schr\u00e4ge Formulierungen finden sich auf der Shein-Webseite zuhauf. Offensichtlich hat diese Firma andere Priorit\u00e4ten, als Maschinen\u00fcbersetzungen zu redigieren.<\/p>\n<p>6753 Produkte sind an diesem Tag neu reingekommen: Zweiteiler und Jeans, Leggins und Tops, pr\u00e4sentiert von kurvigen Frauen mit dicken Lippen und schmalen Taillen, oft in lasziven Posen, zuweilen hart an der Grenze zum Vulg\u00e4ren. Das Tr\u00e4gertop mit Zebrastreifen kostet 8 Franken, die Jeansjacke mit Puff\u00e4rmeln 22. Das teuerste Kleidungsst\u00fcck, das an diesem Tag neu in den Shop gestellt wird, ein Trenchcoat mit Schlangenhautmuster, kostet 65 Franken. Zwei Drittel der Tagesneuheiten sind f\u00fcr weniger als 20 Franken zu haben.<\/p>\n<p>Wo sind wir hier gelandet? Wer ist Shein?<\/p>\n<p>Diese Frage stellten sich wohl ziemlich viele Menschen zum ersten Mal im Mai dieses Jahres \u2013 als berichtet wurde, die Shein-App habe in den USA soeben jene von Amazon als die am h\u00e4ufigsten heruntergeladene Shopping-App abgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Von den meisten \u00fcber Dreissigj\u00e4hrigen g\u00e4nzlich unbemerkt hat sich der Konzern in kurzer Zeit zu einem Giganten im Onlinekleidermarkt entwickelt, wie sich auch an Follower-Zahlen auf den sozialen Netzwerken zeigt. Stand Anfang Oktober: 22 Millionen Abonnent*innen auf Instagram und 23 Millionen auf Facebook (je rund halb so viele wie H&amp;M und Zara), 2,8 Millionen auf TikTok (ein Vielfaches der beiden Konkurrentinnen).<\/p>\n<h3>Die Firma<\/h3>\n<p>Shein Hauls\u00bb \u2013 direkt \u00fcbersetzt \u00abShein-Beutez\u00fcge\u00bb \u2013 sind im Netz l\u00e4ngst eine eigene Kunstform: Junge Menschen \u2013 zumeist Frauen \u2013 packen vor der Kamera ihre Bestellung aus, probieren die Teile an und kommentieren, wie sie sich anf\u00fchlen. Auf Youtube werden manche dieser Videos mehrere Millionen Mal angeklickt, auf TikTok wurden Eintr\u00e4ge mit dem Hashtag #sheinhaul insgesamt 3,7 Milliarden mal angesehen. Heisst: Es wird bestellt wie wild.<\/p>\n<p>Shein gibt keine Umsatzzahlen bekannt. Gem\u00e4ss einem chinesischen Bericht vom Dezember 2020, der seither immer wieder zitiert wird, soll die Firma im Jahr 2020 fast zehn Milliarden US-Dollar umgesetzt haben, und f\u00fcr 2021 erwartet ein grosser chinesischer Broker gar einen Umsatz von zwanzig Milliarden.<\/p>\n<p>Auch auf der Webseite erf\u00e4hrt man kaum was \u00fcber den Konzern: Shein sei ein \u00abinternationaler B2C Fastfashion Onlineh\u00e4ndler\u00bb, heisst es dort. \u00abB2C\u00bb, kurz f\u00fcr \u00abBusiness to Consumer\u00bb, bezeichnet die direkte gesch\u00e4ftliche Beziehung zwischen einem Unternehmen und Endkonsument*innen. Sheins Hauptm\u00e4rkte seien \u00abEuropa, USA, Australien, der mittlere Osten und weitere Verbraucherm\u00e4rkte\u00bb, insgesamt sei man \u00abin mehr als 150 L\u00e4ndern und Regionen\u00bb pr\u00e4sent. Woher die Kleider in all diese L\u00e4nder verschickt werden \u2013 das erf\u00e4hrt man nicht. Im Impressum der Schweizer Webseite steht einzig die Adresse der Muttergesellschaft: Sie heisst Zoetop Business und hat ihren Sitz in Hong Kong (was wir \u00fcber die Konzernstruktur herausgefunden haben, hier).<\/p>\n<h3>Die Zutaten des Erfolgs<\/h3>\n<p>Was sich \u00fcber Shein, gest\u00fctzt auf ausf\u00fchrlichste Analysen in einschl\u00e4gigen Portalen, in K\u00fcrze sagen l\u00e4sst: Die Vorg\u00e4ngerfirma wurde 2008 in der ostchinesischen Stadt Nanjing von drei M\u00e4nnern gegr\u00fcndet, unter ihnen Xu Yangtian, ein Spezialist f\u00fcr Suchmaschinenoptimierung. Verkaufte das Unternehmen erst vor allem Brautkleider, begann Xu Yangtian \u2013 nun ohne seine vormaligen Mitstreiter \u2013 ab 2012 unter der Domain Sheinside.com Frauenmode zu vertreiben. Ab 2015 nahm das Gesch\u00e4ft richtig Fahrt auf.<\/p>\n<p>Ein paar der zentralen Erfolgszutaten:<\/p>\n<ul class=\"liste\">\n<li class=\"liste\">Direktversand statt teurer L\u00e4den<\/li>\n<li class=\"liste\">Intensive Nutzung von Onlinetools f\u00fcr die Identifikation von Trends<\/li>\n<li class=\"liste\">Automatisierte Auswertung der K\u00e4ufe und Bewegungen in der App<\/li>\n<li class=\"liste\">Einspannen von Influencer*innen im grossen Stil.<\/li>\n<li class=\"liste\">Ein dichtes Netz an zumeist kleinen Zulieferern im s\u00fcdchinesischen Guangzhou, wohin Shein 2017 sein Hauptquartier verlegt hat.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sie alle sind an die firmeneigene Software angebunden und k\u00f6nnen so automatisiert mit Auftr\u00e4gen und dem daf\u00fcr notwendigen Material versorgt werden \u2013 was es Shein erm\u00f6glicht, ungemein rasch auf Trends zu reagieren.<\/p>\n<p>Galt bislang Zara mit einem Produktionszyklus von drei bis vier Wochen als Inbegriff von Fast-Fashion, soll Shein f\u00e4hig sein, ein Kleid innert einer Woche herzustellen \u2013 vom Design bis zur Verpackung.<\/p>\n<p>Nicht immer konnte Shein mit dem eigenen rasanten Aufstieg Schritt halten. 2018 wurde bekannt, dass bei einer Cyberattacke die Zugangsdaten und Passw\u00f6rter von \u00fcber 6 Millionen Kund*innen gestohlen worden waren. Im Juli 2020 kam die Firma zweimal innert einer Woche in die Schlagzeilen, weil sie erst eine muslimische Gebetsmatte als \u00abGriechischen Teppich\u00bb verkauft hatte und \u2013 kaum hatte sie sich entschuldigt \u2013 eine Goldkette mit Swastika-Anh\u00e4nger in den Shop stellte. Shein wurde mehrfach vorgeworfen, Online-Rezensionen zu manipulieren, und in zahlreichen F\u00e4llen konnten Designer*innen Shein nachweisen, ihre Entw\u00fcrfe gestohlen zu haben.<\/p>\n<p>Doch keiner dieser Skandale hat das Mindeste daran ge\u00e4ndert: Shein w\u00e4chst und w\u00e4chst \u2013 und bleibt dabei ein Mysterium.<\/p>\n<p>Zu einer der wichtigsten Fragen weiss die \u00d6ffentlichkeit heute immer noch kaum etwas: wo und unter welchen Bedingungen die Artikel der Billigmarke hergestellt werden.<\/p>\n<h3>Die Recherche<\/h3>\n<p>Ende 2020 schicken wir uns bei Public Eye an, das herauszufinden. Wir nehmen Kontakt auf mit einer Organisation, die sich im S\u00fcden Chinas f\u00fcr die Rechte von Arbeiter*innen einsetzt \u2013 und deren Namen hier aus Sicherheitsgr\u00fcnden nicht genannt werden kann. Im April dann beginnen zwei Rechercheurinnen, in Guangzhou \u2013 einer Multimillionenstadt im Perlflussdelta, gut hundert Kilometer n\u00f6rdlich von Hong Kong \u2013 nach Zulieferbetrieben von Shein zu suchen.<\/p>\n<p>In den Wochen darauf gelingt es ihnen, insgesamt 17 Betriebe zu lokalisieren, die f\u00fcr Shein produzieren. Sieben dieser Orte liegen in Nancun, einem Viertel im Stadtbezirk Panyu. Hier kann eine der Rechercheurinnen im Juli Gespr\u00e4che mit drei Arbeiterinnen und sieben Arbeitern f\u00fchren, die ihr Geld in sechs verschiedenen Betrieben verdienen: an N\u00e4h- und Steppmaschinen, in der Abteilung f\u00fcr Qualit\u00e4tskontrolle und Verpackung, am B\u00fcgelbrett oder am Schnitttisch. Alle kommen sie urspr\u00fcnglich aus Provinzen ausserhalb, und alle haben sie jahre- bis jahrzehntelange Erfahrung in der Industrie. In ihrem jetzigen Betrieb arbeiten die meisten jedoch seit weniger als einem Jahr.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Recherchen und die Aussagen der Interviewten erhalten wir schriftlich, in detaillierten Berichten, illustriert mit Mobiltelefonbildern. Wir sehen mit S\u00e4cken \u00fcberstellte Fabrikflure, Arbeiter*innen an Stehtischen, Stapel von s\u00e4uberlich in Shein-Plastiks\u00e4cke verpackten T-Shirts, neonlichterleuchtete Werkst\u00e4tten.<\/p>\n<p>Wie die Rechercheurin selbst aussieht, wissen wir nicht. Als sie uns per Videocall von ihren Eindr\u00fccken berichtet, bleibt die Kamera aus. Zu gross ist das Risiko, auf den Radar des chinesischen \u00dcberwachungsapparats zu geraten.<\/p>\n<p>Was wir \u00fcber sie sagen k\u00f6nnen: Sie ist seit rund zwanzig Jahren als Rechercheurin, Aktivistin und Ausbildnerin f\u00fcr in der Industrie Besch\u00e4ftigte unterwegs, und kennt sich bestens aus im Textilsektor in der Region. Von einer Marke namens \u00abShein\u00bb jedoch hatte sie vor unserer Anfrage noch nie geh\u00f6rt. Sicherheitsm\u00e4ngel im \u00abShein Village\u00bb<\/p>\n<p>Machen wir uns mit ihr auf, und zwar ins Nancun Village, den urspr\u00fcnglichen Standort des einstigen Dorfes namens Nancun. Die meisten der Betriebe hier \u2013 mehrere Dutzend Werkst\u00e4tten finden sich in ein paar wenigen Strassen \u2013 sind in ehemaligen Wohnh\u00e4usern untergebracht. Ein Fabrikbesitzer habe ihr gesagt, im \u00abVillage\u00bb w\u00fcrde praktisch nur f\u00fcr Shein produziert, erz\u00e4hlt die Rechercheurin. Das habe sie \u00fcberrascht. Denn solche kleinen, informellen Fertigungsst\u00e4tten w\u00fcrden normalerweise f\u00fcr lokale Marken herstellen. International ausgerichtete Konzerne bevorzugten in der Regel gr\u00f6ssere, besser regulierte Betriebe.<\/p>\n<p>So eng wie in den verwinkelten G\u00e4sschen dieses informell gewachsenen Quartiers ist es auch innerhalb der Produktionsst\u00e4tten. Kleiders\u00e4cke und Stoffrollen versperren G\u00e4nge und Treppen. Und das nicht nur in den zahlreichen kleinen Werkst\u00e4tten, sondern auch bei manchen der paar gr\u00f6sseren Betriebe, die es im \u00abShein Village\u00bb ebenfalls gibt. In jener Firma etwa, zu der gem\u00e4ss Arbeiter*innen sieben nebeneinanderliegende Betriebe geh\u00f6ren, in denen insgesamt mehr als 200 Menschen arbeiten. Gem\u00e4ss einem an die Wand gepinnten Plakat ist das Unternehmen ein \u00abHauptzulieferer von Zoetop\u00bb, der Shein-Muttergesellschaft, und stellt pro Monat 1,2 Millionen Kleidungsst\u00fccke her.<\/p>\n<p>Sie habe hier keinen einzigen Notausgang gesehen, und die Eing\u00e4nge und Treppen seien in keinster Weise darauf ausgerichtet, dass die Arbeiter*innen die R\u00e4ume in kurzer Zeit verlassen k\u00f6nnten, berichtet die Rechercheurin im Gespr\u00e4ch. Zudem seien die Fenster in den oberen Etagen vergittert. \u00abIch m\u00f6chte mir nicht ausdenken, was geschieht, wenn dort ein Brand ausbricht.\u00bb<\/p>\n<p>Im September hat Shein auf seiner US-Webseite erstmals einen Verhaltenskodex f\u00fcr Zulieferbetriebe aufgeschaltet. Darin heisst es unter anderem, diese m\u00fcssten f\u00fcr eine \u00absichere, hygienische und gesunde Arbeitsumgebung\u00bb besorgt sein. Offenbar gibt es da noch einiges zu tun. Zwei Vollzeitjobs in einem<\/p>\n<p>In einem der sieben Betriebe kann die Rechercheurin mit einer Arbeiterin und zwei Arbeitern ein l\u00e4ngeres Gespr\u00e4ch f\u00fchren. Was beim Lesen der Gespr\u00e4chsprotokolle als Erstes auff\u00e4llt: wie viele Stunden die drei arbeiten. Sie geben alle in etwa die gleichen Arbeitszeiten an: morgens von acht bis mittags um zw\u00f6lf, dann von halb zwei bis abends um viertel vor sechs, und dann noch einmal abends von sieben bis zehn oder halb elf. An einem einzigen Tag pro Woche wird nach dem Nachtessen nicht mehr gearbeitet. Und pro Monat haben die Arbeiter*innen gerade mal einen Tag frei.<\/p>\n<p>Insgesamt ergibt das im Schnitt \u00fcber 75 Arbeitsstunden pro Woche.<\/p>\n<p>Das ist nicht nur unvereinbar mit der Forderung nach \u00abangemessenen Arbeitszeiten\u00bb im Shein-Verhaltenskodex, sondern in mehrfacher Hinsicht illegal: Gem\u00e4ss dem chinesischen Arbeitsgesetz darf eine Arbeitswoche maximal 40 Stunden betragen, die \u00dcberzeit darf pro Monat 36 Stunden nicht \u00fcberschreiten, und pro Woche muss es mindestens einen freien Tag geben.<\/p>\n<p>In der Textilindustrie seien solche Arbeitszeiten allerdings gar nicht so ungew\u00f6hnlich, sagt die Rechercheurin. Und sie entspr\u00e4chen dem Wunsch vieler Arbeiter*innen. Denn diese seien ausnahmslos \u00abMigrant Workers\u00bb: Frauen und M\u00e4nner, die aus Provinzen stammen, in denen das Lohnniveau deutlich tiefer ist, die meist nur f\u00fcr eine begrenzte Zeit in der Stadt sind, ohne Familie und ohne Verpflichtungen ausser der, so viel zu verdienen wie m\u00f6glich. \u00abIm B\u00fcro eines Betriebs wirst du vielleicht mal eine Einheimische, einen Einheimischen finden\u00bb, sagt die Rechercheurin, \u00ababer in der Fertigung sind alles Migrant Workers.\u00bb<\/p>\n<p>Und diese k\u00f6nnen \u2013 wenn sie bereit seien, faktisch f\u00fcr zwei zu arbeiten \u2013 tats\u00e4chlich recht hohe Einkommen erzielen. Alle drei Interviewten geben zu Protokoll, sie w\u00fcrden im St\u00fccklohn bezahlt: je komplizierter das Kleidungsst\u00fcck, desto h\u00f6her der Ansatz. Insgesamt sei der Lohn pro St\u00fcck hier zwar tiefer als an anderen Orten, an denen er zuvor gearbeitet habe, sagt einer der Interviewten. Daf\u00fcr seien die Qualit\u00e4tsanspr\u00fcche auch nicht all zu hoch. \u00dcberstundenzuschlag gebe es keinen.<\/p>\n<p>In guten Monaten bringen die drei trotzdem bis zu 10&#8217;000 Yuan oder rund 1400 Schweizer Franken nach Hause, in schlechten Monaten k\u00f6nne es auch mal nur ein Drittel davon sein.<\/p>\n<p>Was auch auff\u00e4llt: Einen Arbeitsvertrag haben die drei ihrer Aussagen nach nicht unterschrieben. \u00abSolche Fabriken wie diese hier\u00bb m\u00fcssten keine Vertr\u00e4ge ausstellen, meinen sie zu wissen.<\/p>\n<p>Dass es in den kleinen, informellen Werkst\u00e4tten keine Vertr\u00e4ge gebe, sei nicht weiter \u00fcberraschend, sagt die Rechercheurin. Dass auch Firmen mit \u00fcber hundert Angestellten keine Arbeitsvertr\u00e4ge abschliessen w\u00fcrden, erstaune sie dagegen sehr. Denn dazu w\u00e4ren sie gem\u00e4ss Arbeitsvertragsrecht verpflichtet. Sie m\u00fcssten den Arbeiter*innen zudem eine Kopie des Vertrags aush\u00e4ndigen. Firmen dieser Gr\u00f6sse gingen in der Regel das Risiko nicht ein, allenfalls hohe Entsch\u00e4digungszahlungen leisten zu m\u00fcssen, wenn sie f\u00fcr dieses Vers\u00e4umnis belangt w\u00fcrden.<\/p>\n<h3>Hochautomatisiert und hyperflexibel<\/h3>\n<p>Auf der chinesischen Plattform WeChat finden sich zahlreiche Anzeigen von Shein, in denen der Konzern Auftr\u00e4ge an Fertigungsbetriebe ausschreibt. Diese kaufen dann die f\u00fcr das gew\u00fcnschte Design ben\u00f6tigten Stoffe selbst ein. Allerdings wiederum bei Zulieferern, die von Shein vermittelt werden. Das erm\u00f6glicht es dem Konzern, die ganze Wertsch\u00f6pfungskette zu kontrollieren \u2013 ohne viel Verantwortung f\u00fcr die Bedingungen in der Produktion \u00fcbernehmen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ob Shein in diesen Betrieben je irgendwelche Inspektionen durchf\u00fchrt, wissen wir nicht. In einem Statement auf seiner US-Webseite beteuert der Konzern, \u00aberhebliche Anstrengungen und Ressourcen\u00bb in sein Audit-System zu investieren. Man habe in der Vergangenheit vorab angek\u00fcndigte Inspektionen durchgef\u00fchrt und werde k\u00fcnftig weitere \u2013 sowohl angek\u00fcndigte wie auch unangek\u00fcndigte \u2013 vornehmen. Von den zehn Arbeiter*innen, mit denen die Rechercheurin l\u00e4ngere Gespr\u00e4che f\u00fchrt, weiss allerdings niemand von einer Inspektion zu berichten.<\/p>\n<p>In den gr\u00f6sseren Fabriken h\u00e4ngen Plakate an den W\u00e4nden, die die Arbeiter*innen daran erinnern, jeweils bei der Arbeit ein- und auszustempeln. Die Fabrikleitung teilt die Daten mit Shein, das Unternehmen vergebe die Auftr\u00e4ge danach entsprechend der Belegschaft, erfahren wir. Erst dieses computergest\u00fctzte, hochflexible Zulieferersystem macht es offenbar m\u00f6glich, die Hunderten von kleinen Fertigungsbetrieben effizient zu organisieren.<\/p>\n<p>Meist besteht eine Shein-Bestellung aus lediglich hundert bis zweihundert St\u00fccken, manchmal sind es noch weniger.<\/p>\n<p>Wird ein Produkt in grosser Zahl bestellt, l\u00e4sst Shein weitere Chargen herstellen \u2013 meist bei jenem Zulieferer, der bereits die erste hergestellt hat.<\/p>\n<p>Das freut dann jeweils auch die Arbeiter*innen, die so ein Kleidungsst\u00fcck herstellen k\u00f6nnen, mit dem sie bereits vertraut sind, wodurch sie schneller vorankommen und schliesslich auch mehr verdienen. Denn etwas vom M\u00fchsamsten, wenn man f\u00fcr Shein arbeite, sei, dass man sich immer wieder mit neuen Schnittmustern herumschlagen m\u00fcsse, beklagt der Zuschneider in einer der Fabriken.<\/p>\n<h3>Hohe Anforderungen<\/h3>\n<p>Die tiefen St\u00fcckzahlen, die daf\u00fcr extrem rasch geliefert werden m\u00fcssen, limitieren auch die M\u00f6glichkeit der Arbeitsteilung. Die N\u00e4her*innen in den Fabriken m\u00fcssen zahlreiche unterschiedliche Arbeitsschritte durchf\u00fchren k\u00f6nnen, an stets wechselnden Mustern. Das erkl\u00e4rt auch, weshalb man vor allem auf Frauen und M\u00e4nner trifft, die jahre-, wenn nicht jahrzehntelange Erfahrung in der Industrie vorzuweisen haben. Unerfahrene w\u00e4ren den Anforderungen schlicht nicht gewachsen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Arbeiter*innen dagegen, die in der Lage seien, relativ einfache Kleidungsst\u00fccke rasch zu n\u00e4hen, g\u00e4be es auf dem prek\u00e4ren Arbeitsmarkt in der chinesischen Textilindustrie wohl wenig andere Jobs, in denen sie mehr verdienen k\u00f6nnten, sagen Expert*innen vor Ort. Die meisten, mit denen sie gesprochen habe, seien mit ihrem Job alles in allem denn auch einigermassen zufrieden gewesen, sagt die Rechercheurin: \u00abIch glaube aber auch nicht, dass sie sich dar\u00fcber sehr viele Gedanken machen.\u00bb<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss chinesischen Medienberichten kann Shein allein im Stadtbezirk Panyu nicht nur auf ein Netz von 300 bis 400 Hauptlieferanten z\u00e4hlen, sondern zudem auf rund 1000 Subunternehmen, an die Auftr\u00e4ge weitervergeben werden. Deutliches Zeichen des lebendigen Subunternehmertums sind die vor manchen Fabriken parkierten Lastkarren, mit denen Textilien herumgekarrt werden. In vielen der kleinen Betriebe hier in Nancun Village werden ausschliesslich Abschlussarbeiten ausgef\u00fchrt: letzte F\u00e4den abschneiden, b\u00fcgeln, verpacken, verladen. Auftr\u00e4ge alleine f\u00fcr die Endfertigung aber finden sich auf der WeChat-Plattform keine. Das heisst, dass diese Betriebe ziemlich sicher im Auftrag von Shein-Zulieferern arbeiten \u2013 und sich Shein im Falle eines Unfalls oder ausbleibender Lohnzahlungen wohl erst recht nicht in der Verantwortung s\u00e4he.<\/p>\n<h3>Kein Vertrag, keine Versicherung<\/h3>\n<p>Etwas westlich vom Shein Village, eine knappe halbe Stunde zu Fuss, befindet sich das Honghui Properties Building, ein Geb\u00e4ude voller Kleiderwerkst\u00e4tten. Alles hier ist etwas geregelter, die G\u00e4nge sind breiter, die Notausg\u00e4nge markiert, die Fabriken haben bis zu 200 Arbeiter*innen. Auch hier kann die Rechercheurin eine Arbeiterin und einen Arbeiter aus zwei verschiedenen Betrieben interviewen, und was sie erz\u00e4hlen, unterscheidet sich kaum von den Berichten aus dem Nancun Village:<\/p>\n<p>Bezahlt werden auch sie pro St\u00fcck, ein Grundgehalt gibt es ebenso wenig wie eine \u00dcberzeitentsch\u00e4digung, sie arbeiten elf Stunden am Tag, haben ein bis maximal zwei freie Tage pro Monat, einen Arbeitsvertrag gibt es nicht.<\/p>\n<p>Auch Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge w\u00fcrden keine einbezahlt \u2013 obwohl Beitr\u00e4ge sowohl von Arbeitgebenden wie von Arbeitnehmenden gesetzlich vorgeschrieben w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Dem interviewten Arbeiter macht aber vielmehr Sorgen, dass die St\u00fcckpreise in der letzten Zeit konstant sinken. Und gleichzeitig w\u00fcrden zunehmend nur noch jene St\u00fccke hier gen\u00e4ht, die kompliziert zu fertigen seien. Einfache Auftr\u00e4ge w\u00fcrden immer h\u00e4ufiger in andere Provinzen ausgelagert, nach Jiangxi, Guangxi oder Hunan, wo die Lohnkosten tiefer sind. Tats\u00e4chlich steht vor dem Geb\u00e4ude ein Minivan, an dessen Seiten verschiedene Bezirke in der Provinz Jiangxi vermerkt sind. Eine Art Sammeltaxi f\u00fcr vorgeschnittene Stoffteile, die im Landesinnern zusammengen\u00e4ht werden sollen. Unter welchen Bedingungen und zu welchen L\u00f6hnen dort produziert wird, wissen wir nicht.<\/p>\n<p>Wir folgen unserer Rechercheurin nochmals ein paar Kilometer in Richtung Westen, wo sich zahlreiche weitere Textilfabriken finden; in der Regel sind sie nochmals etwas gr\u00f6sser, besch\u00e4ftigen bis zu 300 Mitarbeitende, verf\u00fcgen \u00fcber leidlich funktionierende Bel\u00fcftungssysteme und etwas ger\u00e4umigere Arbeitspl\u00e4tze, auch Kantinen und Unterk\u00fcnfte f\u00fcr die Angestellten gibt es in der N\u00e4he. Die f\u00fcnf Arbeiter*innen dieser gr\u00f6sseren Betriebe, mit denen die Rechercheurin spricht, schildern jene Arbeitsbedingungen, die wir mittlerweile bestens kennen: elf Stunden pro Tag, kein Arbeitsvertrag, keine Sozialversicherungsabgaben.<\/p>\n<p>In einem der Betriebe stossen wir allerdings auf etwas, das wir bislang noch nicht vorgefunden haben: einen garantierten Mindestverdienst. Auf einem Rekrutierungsplakat vor dem Fabrikeingang sind die Mindesteinkommen angegeben: F\u00e4den abschneiden: 4000 Yuan. Verpacken: 5000 Yuan. B\u00fcgeln: 7000 Yuan. Beim B\u00fcgeln arbeitet man wegen des Dampfes in st\u00e4ndiger Hitze und kann sich kaum mal setzen. So erkl\u00e4rt sich die Diskrepanz.<\/p>\n<h3>Die Bestellung<\/h3>\n<p>In der Fabrikhalle gelingt es der Rechercheurin, einen Schnappschuss eines M\u00e4dchenkleides zu machen. Ein einfaches Teil, blaugebl\u00fcmt auf weissem Grund. F\u00fcr solch ein Kleid erhalte eine N\u00e4herin wohl h\u00f6chstens 3 Yuan pro St\u00fcck, sch\u00e4tzt die Rechercheurin \u2013 43 Rappen. Wir suchen und finden es auf der Homepage von Shein. Es kostet elf Franken und hat bereits \u00fcber 200 Bewertungen erhalten. Letzteres erstaunt nicht, denn wer in der Shein-App gekaufte Artikel kommentiert, erh\u00e4lt daf\u00fcr Punkte, mit denen sich wieder einkaufen l\u00e4sst. Fast alle Kommentare sind in Arabisch verfasst, ein paar wenige in Englisch: \u00abI lovvveeeeeeeee ittttt\u00bb, \u00abMay baby like it so much\u00bb.<\/p>\n<p>Ich bestelle das Kleid am 7. September. Dank des Aktionscodes \u00abCH Special\u00bb \u2013 irgendeinen Aktionscode gibt es immer \u2013 reduziert sich der Kaufpreis um 1.10 auf 9 Franken und 90 Rappen. Die Versandkosten betragen stolze 6 Franken und 41 Rappen. Auf Einzelbestellungen ist dieses System offensichtlich nicht ausgelegt. Tags darauf erfahre ich, das von mir bestellte Kleid sei im \u00abInternational Warehouse\u00bb verpackt und das Paket desinfiziert, sterilisiert und verschickt worden. Einen Hinweis darauf, wo sich dieses internationale Warenlager befindet, gibt es nicht \u2013 weder in meiner Bestell\u00fcbersicht noch auf der Webseite von Shein.<\/p>\n<h3>Lange Stunden im Warenlager<\/h3>\n<p>Rechercheur*innen der Organisation, mit der wir in Kontakt sind, gehen auch dieser Frage auf den Grund. Sie finden heraus: Das riesige Hauptlager von Shein heisst Ambo, geh\u00f6rt zum amerikanischen Logistikkonzern Prologis und steht in Foshan, rund eine Autostunde entfernt von den Fabriken in Guangzhou. Es besch\u00e4ftigt rund 10&#8217;000 Arbeiter*innen, der Betrieb l\u00e4uft 24 Stunden am Tag, an 365 Tagen.<\/p>\n<p>Aus den zw\u00f6lf Gespr\u00e4chen, die die Rechercheur*innen mit Arbeiter*innen des Logistikzentrums f\u00fchren, ergibt sich das folgende Bild: Auch hier sind die Arbeitszeiten extrem lang \u2013 um die 12 Stunden pro Tag im Normalfall, bis zu 14 in der Hochsaison. Gearbeitet wird mindestens 22 Tage pro Monat; die meisten aber schuften 24 bis 28 Tage. Das liegt in erster Linie daran, dass sich der St\u00fccklohn ab dem 23. Tag verdoppelt; im Logistikzentrum setzt sich der Lohn aus einem Fixanteil und einem Betrag pro St\u00fcck zusammen. Auch hier gilt also: Wer bereit ist, f\u00fcr zwei zu arbeiten, kann ein ansprechendes Einkommen erzielen: 7000 Yuan (rund 1000 Schweizer Franken) in normalen Zeiten, bis zu 50 Prozent mehr zu Spitzenzeiten. Doch nat\u00fcrlich sind auch diese Arbeitszeiten nicht mit chinesischem Recht vereinbar.<\/p>\n<p>Prologis, der Logistikkonzern aus San Francisco, best\u00e4tigt auf Anfrage, dass er Besitzer der Anlage sei. Aber: F\u00fcr den Betrieb seien alleine die Kunden verantwortlich, die R\u00e4umlichkeiten auf seinem Gel\u00e4nde anmieteten. In Bezug auf die \u00fcberlangen Arbeitszeiten habe man \u00abkeine Hinweise auf Verst\u00f6sse\u00bb.<\/p>\n<p>Neun Tage nach Aufgabe der Bestellung liegt das Kleid bei mir im Briefkasten. Ich nehme es aus dem Plastikbeutel, betaste das Polyester \u2013 und versp\u00fcre umgehend den Drang, den Retourversand auf den Weg zu bringen. Als R\u00fccksendeadresse wird mir nicht etwa das Logistikzentrum im belgischen L\u00fcttich angegeben, in das Retouren aus Europa lange verschickt wurden (und in dem wir uns umgesehen haben), sondern eine Adresse in Hong Kong. Ich schaue online nach, wie viel mich der R\u00fcckversand kosten w\u00fcrde. Selbst falls es mir gel\u00e4nge, das Kleidungsst\u00fcck in ein Briefcouvert zu packen, m\u00fcsste ich immer noch 9 Franken bezahlen \u2013 fast so viel, wie es gekostet hat.<\/p>\n<p>Anders w\u00e4re es verlaufen, wenn ich in Deutschland leben w\u00fcrde. Das weiss ich, weil mein Kollege David Hachfeld das Kleid ebenfalls bestellt hat, an seine Adresse in Deutschland. Auch er hatte es zur\u00fcckschicken wollen \u2013 aber Shein wollte das nicht. \u00abHeute ist Ihr Gl\u00fcckstag\u00bb, beschied man ihm. \u00abBitte behalten Sie den Artikel auf unsere Kosten.\u00bb Der Kaufpreis wurde ihm umgehend zur\u00fcckerstattet. Der Grund f\u00fcr die Ungleichbehandlung: In Deutschland wirbt Shein mit kostenlosem R\u00fcckversand und h\u00e4tte folglich die Portokosten selbst \u00fcbernehmen m\u00fcssen \u2013 was sich offenbar bei einem Kleid f\u00fcr unter 10 Euro nicht lohnt. \u00abMan sieht, dass es schnell gehen musste\u00bb<\/p>\n<p>Wenn wir das Teil schon nicht zur\u00fcckschicken, wollen wir wenigstens wissen, was wir da erworben haben. Und zwar von Fachleuten. Im N\u00e4hwerk IDM in Thun wollen wir von angehenden Bekleidungsgestalter*innen wissen, wie sie die Machart des Kleides einsch\u00e4tzen. Die Shein-Etikette haben wir abgeklebt, in der Hoffnung auf ein m\u00f6glichst neutrales Urteil. Es f\u00e4llt nicht eben positiv aus.<\/p>\n<p>\u00abUps, da wurde der Stoff nicht mitgesteppt\u00bb, bemerkt eine Studentin, als sie den Saum inspiziert. \u00abBei den N\u00e4hten sollte es nicht so faltig sein, da wurde nicht geb\u00fcgelt\u00bb, bem\u00e4ngelt eine Kollegin. Weitere Kritikpunkte: \u00abDie Fadenspannung ist schlecht.\u00bb \u00abDie N\u00e4hte sind nicht regelm\u00e4ssig.\u00bb \u00abDiese F\u00e4den h\u00e4tten abgeschnitten werden sollen.\u00bb<\/p>\n<p>Die Beurteilung der Ausbildnerinnen, denen wir auch noch ein paar weitere Shein-Artikel vorlegen, f\u00e4llt nicht ganz so negativ aus. Die Verarbeitung sei mal besser und mal schlechter, insgesamt aber wohl etwa Fast-Fashion-Standard. Die Materialien aber, sagen sie, seien zum Teil so billig, dass man in einem Laden wohl M\u00fche h\u00e4tte, sie an die Kund*innen zu bringen.<\/p>\n<h3>Die Bilanz<\/h3>\n<p>Gehen wir zum Schluss noch einmal gut 9000 Kilometer ostw\u00e4rts \u2013 vom St\u00e4dtchen Thun in die Megacity Guangzhou \u2013 und versuchen, eine Bilanz zu ziehen. Wer aufgrund der Preise von Shein-Artikeln ultratiefe L\u00f6hne in den Produktionsst\u00e4tten erwartet hatte, d\u00fcrfte auf den ersten Blick erstaunt sein: Wer f\u00fcr Shein Kleider herstellt, kann ein Einkommen erzielen, das deutlich \u00fcber den 5410 Yuan pro Monat liegt, welche die Asia Floor Wage Alliance, ein B\u00fcndnis aus Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen des Globalen S\u00fcdens, als Existenzlohn berechnet hat.<\/p>\n<p>Nur: Dieser Vergleich hinkt gewaltig. Denn s\u00e4mtliche zehn Arbeiter*innen, mit denen wir sprachen, verrichten faktisch eher zwei Jobs als einen.<\/p>\n<p>Sie arbeiten elf, zw\u00f6lf, manchmal dreizehn Stunden, meist sieben Tage die Woche, ohne Aufschlag f\u00fcr \u00dcberzeit.<\/p>\n<p>Shein macht es sich systematisch zunutze, dass diese Arbeiter*innen bereit sind, auf ein Mindestmass an Sicherheit, Freizeit und Lebensqualit\u00e4t zu verzichten \u2013 weil sie kaum eine Alternative haben.<\/p>\n<p>Keine und keiner der Befragten hat einen Arbeitsvertrag vorzuweisen, gem\u00e4ss unseren Informationen werden f\u00fcr niemanden von ihnen irgendwelche Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge eingezahlt, und viele Betriebe lassen selbst die rudiment\u00e4rsten Sicherheitsstandards vermissen.<\/p>\n<p>All das sind Verst\u00f6sse gegen chinesische Gesetze \u2013 und damit gegen Sheins Verhaltenskodex.<\/p>\n<p>Im Kodex verlangt Shein von seinen Zulieferern, dass sie \u00abdie lokale Gesetzgebung (\u2026) vollumf\u00e4nglich einhalten\u00bb.<\/p>\n<p>Als wir Shein mit unseren gesammelten Erkenntnissen konfrontieren, erhalten wir flugs eine automatische Best\u00e4tigung: Das Nachhaltigkeitsteam von Shein habe \u00abunsere Vorschl\u00e4ge und R\u00fcckmeldungen\u00bb erhalten und werde diesen \u00abso schnell wie m\u00f6glich nachgehen\u00bb. Dann h\u00f6ren wir nichts mehr, auf eine Nachfrage erhalten wir die gleiche computergenerierte Meldung noch einmal. Ob unser Mail je von einem Menschen gelesen wurde, wissen wir nicht.<\/p>\n<p>Nachdem Shein von Redaktionen namhafter Medien mit unseren Rechercheergebnissen konfrontiert worden ist, meldet sich am Tag vor der Ver\u00f6ffentlichung doch noch jemand bei uns: der \u00abVizepr\u00e4sident f\u00fcr \u00d6ffentlichkeitsarbeit in den USA\u00bb bei \u00abShein Technology\u00bb. Wir leiten ihm unseren Fragekatalog weiter \u2013 und erhalten einige Stunden sp\u00e4ter eine kurze Nachricht: \u00abShein gibt zum jetzigen Zeitpunkt keinen Kommentar ab, da wir auf eine Kopie des Berichts und eine Gelegenheit zur \u00dcberpr\u00fcfung warten. Wir nehmen alle Belange der Lieferkette sehr ernst und freuen uns, wieder von Ihnen zu h\u00f6ren.\u00bb<\/p>\n<p>Wie heisst es auf dem Kapuzenpullover, der im Shein-Shop in sechs verschiedenen Farben f\u00fcr 9 Franken erstanden werden kann?<\/p>\n<\/article>\n<p class=\"author\">Public Eye<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einer riesigen Palette an unversch\u00e4mt g\u00fcnstigen Artikeln und offensivem Auftritt in sozialen Netzwerken l\u00e4uft der Onlinekleiderh\u00e4ndler Shein Branchengr\u00f6ssen wie H&amp;M und Zara in der Gunst um Geld und Gef\u00fchle junger Frauen den Rang ab. 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