{"id":1755804,"date":"2023-08-05T08:32:04","date_gmt":"2023-08-05T07:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1755804"},"modified":"2023-08-05T08:32:04","modified_gmt":"2023-08-05T07:32:04","slug":"friedrich-kniestedt-antifaschist-im-brasilien-der-1930er-jahre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2023\/08\/friedrich-kniestedt-antifaschist-im-brasilien-der-1930er-jahre\/","title":{"rendered":"Friedrich Kniestedt, Antifaschist im Brasilien der 1930er Jahre"},"content":{"rendered":"<h3><strong>\u00dcber die Verheerungen, die der Nationalsozialismus in den entsetzlichen zw\u00f6lf Jahren seiner Herrschaft in Deutschland und Europa angerichtet hat, ist viel geforscht und geschrieben worden.<\/strong><\/h3>\n<p>Wenig bekannt ist hingegen, dass die Nazis in ihrem Bestreben, ihr Terrorregime \u00fcber die Welt auszubreiten, Brasilien eine besondere Rolle zugedacht hatten und dort, auf einem fernen Kontinent, ein \u201eneues Deutschland\u201c errichten wollten. Ihre aggressive und gewaltt\u00e4tige Propaganda im Milieu der Deutschbrasilianer*innen stiess auf den entschlossenen Widerstand einer Gruppe um den deutschst\u00e4mmigen Anarchisten Friedrich Kniestedt.<\/p>\n<p>Am 25. April 1935 gegen acht Uhr abends versammelten sich einige junge Deutschbrasilianer in Hitlerjugenduniform vor einer Buchhandlung in der s\u00fcdbrasilianischen Grossstadt Porto Alegre. Sie wollten die Scheiben einschlagen, aber der Buchh\u00e4ndler Friedrich Kniestedt und seine Nachbarn, darunter drei Deutschbrasilianer, stellten sich ihnen entgegen. Einer der Nachbarn schnappte sich einen der Jugendlichen und brachte ihn zur Polizei. Die anderen Hitlerjungen rannten weg, kamen aber mit dreissig weiteren zur\u00fcck. In der Zwischenzeit hatten sich jedoch schon f\u00fcnfzig Personen versammelt, um die Buchhandlung und die darin befindliche antifaschistische Literatur zu verteidigen. Die Auseinandersetzung war damit beendet. Erst sp\u00e4ter erfuhr Kniestedt, dass die Angriffe von oben geplant worden waren, dass mit weiteren zu rechnen war, und dass sein Name auf einer Todesliste stand. (1)<\/p>\n<p>Von 1933 bis 1938 ging der einzige nennenswerte Widerstand gegen die Nazifizierung im S\u00fcden Brasiliens von einem relativ kleinen Kreis antiautorit\u00e4rer Aktivist*innen in Porto Alegre, der Hauptstadt von Rio Grande do Sul, aus. Im Zentrum dieses Kreises stand Friedrich Kniestedt (1873-1947), ein dickh\u00e4utiger anarchistischer Redakteur, der seit zwanzig Jahren in Brasilien lebte. Zwar gab es in den 1930er Jahren mehrere brasilianische antifaschistische Gruppen, aber Kniestedt konzentrierte sich auf die grosse deutschbrasilianische Gemeinschaft, denn sie war massiver Nazipropaganda ausgesetzt. (2) Dieser Propaganda setzte Kniestedt seinen humanistischen, kosmopolitischen und antiautorit\u00e4ren Aktivismus und seine Vision f\u00fcr die Zukunft entgegen.<\/p>\n<h3>Naziimperialismus in Brasilien<\/h3>\n<p>Um diesen spezifisch deutschen antifaschistischen Widerstand in Brasilien zu verstehen, m\u00fcssen wir uns den Kontext ansehen. Die nationalsozialistische Propaganda in Brasilien war vielgestaltig, gut organisiert und mit reichlich Geld ausgestattet, um sicherzustellen, dass der Nationalsozialismus sehr schnell Fuss fassen w\u00fcrde. Und tats\u00e4chlich war Brasilien, wenngleich \u201enur\u201c 5% der deutschen Staatsangeh\u00f6rigen in Brasilien Mitglieder von Nazi-Organisationen waren, ausserhalb Deutschlands das Land mit den meisten \u2013 n\u00e4mlich 3.000 \u2013 NSDAP-Mitgliedern. (3) Hitler hatte grosse Pl\u00e4ne f\u00fcr Brasilien; er wollte ein neues Deutschland schaffen, um den bestehenden \u201ekorrupten Mestizenstaat\u201c zu ersetzen. (4)<\/p>\n<p>Ausschlaggebend waren die wirtschaftliche Bedeutung Brasiliens und die eine Million deutschst\u00e4mmiger Brasilianer. Brasilien war Deutschlands wichtigster Lieferant von Wolle, Kaffee und Kautschuk. Die grosse, haupts\u00e4chlich im S\u00fcden des Landes lebende deutschst\u00e4mmige Bev\u00f6lkerungsgruppe in Brasilien versprach eine solide Basis f\u00fcr den Naziimperialismus zu werden. Da die gr\u00f6sste deutsche Einwanderungswelle nach Brasilien erst in den 1920er Jahren stattgefunden hatte, war die Gemeinschaft nicht assimiliert und daher anf\u00e4llig f\u00fcr Loyalit\u00e4ts- und Ideologiewechsel.<\/p>\n<p>Im Bundesstaat Rio Grande do Sul lebten in den 1930er Jahren rund 600.000 deutschst\u00e4mmige Menschen (20 % der Bev\u00f6lkerung), und in der Hauptstadt Porto Alegre waren 12 % deutschst\u00e4mmig. (5) Es schadete auch nicht, dass die populistische Regierung von Get\u00falio Vargas die Aktivit\u00e4ten der Nazis tolerierte und enge Handelsbeziehungen zu Deutschland unterhielt. Aus diesem Grund investierte die Auslandsabteilung der NSDAP so viel in Brasilien. \u201eWir werden nicht wie Wilhelm der Eroberer Truppen landen und Brasilien mit der Waffe in der Hand erobern\u201c, sagte Hitler einmal. \u201eDie Waffen, die wir haben, sieht man nicht.\u201c (6)<\/p>\n<h3>Gleichschaltung und Einsch\u00fcchterung<\/h3>\n<p>Eine dieser Waffen war die Politik der Gleichschaltung aller Schulen, Vereine und der Presse innerhalb der deutschbrasilianischen Gemeinschaft. Gleichschaltung bedeutet \u201eauf Linie bringen\u201c, von oben koordinieren und im Namen der nationalen Einheit konsolidieren. Der Begriff stammt aus der Elektrotechnik, wo alle Schalter auf denselben Stromkreis gelegt werden, so dass alle durch das Umlegen eines Hauptschalters aktiviert werden k\u00f6nnen. Die Instrumente dieser Politik waren beeindruckend: Das deutsche Konsulat in Porto Alegre, das Gelder verteilte (7); die Nazi-Parteizellen mit ihren Jugend- und Frauenorganisationen (8); ein Netz von Gestapo-Agenten, die ihre Befehle direkt aus Berlin erhielten; die Pseudo-Gewerkschaft Arbeitsfront und zahlreiche zivile Informant*innen.<\/p>\n<p>\u201eIch betrachte mich als Gegner dieses Staates, ich halte es f\u00fcr meine Pflicht, das zu tun, was ich immer getan habe, n\u00e4mlich die Wahrheit zu sagen und danach zu handeln.\u201c<\/p>\n<p>So genehmigte beispielsweise 1935 eine Konferenz deutscher Protestant*innen den Bau eines neuen Gymnasiums, in dem die Sch\u00fcler*innen das Horst-Wessel-Lied singen mussten und im Geschichts- und Religionsunterricht antisemitischer Propaganda ausgesetzt waren (9). Zugleich legte die Gestapo in ihrem Hauptquartier in Santa Catarina eine Datenbank mit \u00fcber 1.000 Personen samt Bildern und Biografien an, die gegen den Nationalsozialismus waren oder deren Loyalit\u00e4t zweifelhaft war (10). Die brasilianischen Beh\u00f6rden wussten so gut wie nichts \u00fcber diese ausl\u00e4ndischen Propagandabem\u00fchungen in ihrem Land. Erst nach 1942, als Brasilien sich den Alliierten anschloss, erfuhren die Brasilianer*innen vom Ausmass der Nazi-Propaganda in den 1930er Jahren. (11)<\/p>\n<h3>Souver\u00e4ne Antifaschisten, blamierte Nazis<\/h3>\n<p>Die erste dokumentierte Konfrontation zwischen Kniestedt und den \u00f6rtlichen Nazis ereignete sich im April 1932, als die Nazizelle forderte, den Saal der Sociedade Caixa Beneficente Navegantes (Unterst\u00fctzungskasse Navegantes), der gr\u00f6ssten deutschbrasilianischen Organisation in der Region, nutzen zu d\u00fcrfen. Diese Einrichtung bestand seit 1909 und z\u00e4hlte etwa dreihundert Mitglieder. (12) Kniestedt, der Schatzmeister, und die anderen Vorstandsmitglieder lehnten den Antrag ab. (13) Dies setzte eine Reihe von Infiltrationsversuchen der Nazis in Gang, um die Kontrolle \u00fcber diese Gemeinschaft zu erlangen.<\/p>\n<p>Am 30. Januar 1933, dem Tag, an dem Hitler Reichskanzler wurde, organisierte Kniestedt im Saal der Unterst\u00fctzungskasse die wohl erste \u00f6ffentliche antifaschistische Demonstration in Brasilien. (14) Er lud die \u00f6rtlichen Nazis zu einer Debatte ein. Das Ergebnis war eine Niederlage f\u00fcr die Braunhemden; die Mitglieder des Vereins lehnten den Nationalsozialismus rundweg ab. Die Nazis blamierten sich, indem sie herumschrien und die Beleidigten spielten, bevor sie schliesslich abzogen. \u201eKniestedt war der Sieger auf der ganzen Linie\u201c, schrieb ein Berichterstatter, \u201edank seines souver\u00e4nen, gem\u00e4ssigten, ruhigen Vortragsstils, der Polemik vermied und Fakten und Dokumente f\u00fcr sich selbst sprechen liess\u201c.(15)<\/p>\n<p>Als Vergeltung gr\u00fcndeten die Nazis ihre eigenen Gruppen, um den Verein f\u00fcr gegenseitige Hilfe an den Rand zu dr\u00e4ngen, der sich jedoch nicht einsch\u00fcchtern liess und mit der Gr\u00fcndung einer Amateurtheatertruppe, einer Sportgruppe und eines Gesangvereins dagegenhielt. (16) Wichtig war auch, interne Streitigkeiten zu vermeiden, die von den Nazis leicht h\u00e4tten ausgenutzt werden k\u00f6nnen. Im Oktober 1935 appellierte Kniestedt an die Mitglieder, zusammenzuhalten und das Prinzip der gegenseitigen Hilfe zu bewahren und nicht zuzulassen, dass Saboteure von aussen die Organisation zerst\u00f6rten. (17)<\/p>\n<h3>Die Zeitschriften \u201eAktion\u201c und \u201eAlarm\u201c<\/h3>\n<p>Zudem beschloss Kniestedt, die Nazis direkt zu bek\u00e4mpfen. Im April 1933 gr\u00fcndete er die Menschenrechtsliga Porto Alegre als unabh\u00e4ngige internationale Organisation, \u201eum die Menschenrechte durch die Anwendung und Aus\u00fcbung aller notwendigen Mittel zu verteidigen\u201c (18). Eine der ersten Aktionen der Liga bestand darin, die Maifeierlichkeiten der Nazis zu unterminieren, indem Flugbl\u00e4tter an deutsche Arbeiter*innen verteilt wurden mit der Aufforderung, nicht an den Maifeiern teilzunehmen. (19) Einige Wochen sp\u00e4ter gr\u00fcndete Kniestedt die \u201eAktion\u201c als Sprachrohr der Liga.<\/p>\n<p>Sie sollte seine st\u00e4rkste Waffe und die langlebigste antifaschistische Zeitschrift Brasiliens werden. Die erkl\u00e4rte Aufgabe der Zeitung war es, den Faschismus und seine Folgen zu bek\u00e4mpfen, den Opfern des Faschismus beizustehen, den L\u00fcgen des \u201eDritten Reichs\u201c entgegenzutreten, jede Art von Unterdr\u00fcckung zu bek\u00e4mpfen und Wege zur Befreiung der Menschheit zu diskutieren. In diesem Titanenkampf, der sich in einem kleinen Winkel der Welt abspielte, gelang es Kniestedt und seinem Kreis, eine anarchistische Stimme zu erheben und die Diktaturen von Stalin, Mussolini und Hitler blosszustellen. Auf \u201eAktion\u201c folgte sp\u00e4ter \u201eAlarm\u201c. Beide Zeitschriften sind Zeugnisse antifaschistischen Handelns in einem feindlichen Umfeld.<\/p>\n<p>Die Forschung hat diese Publikationen oft untersch\u00e4tzt und ist von einer Auflage von einigen hundert Exemplaren ausgegangen. Hingegen berichtet uns ein Historiker, dass bis 1936 insgesamt 9000 Exemplare der \u201eAktion\u201c gedruckt wurden, von denen 3000 nach Deutschland geschickt wurden. (20) Die Abonnent*innen waren \u00fcber die drei s\u00fcdlichsten Bundesstaaten Brasiliens verteilt, und Vertragsh\u00e4ndler verkauften die Zeitschrift in St\u00e4dten wie Rio de Janeiro, S\u00e3o Paulo, Santos und Curitiba. \u201eAktion\u201c und \u201eAlarm\u201c wurden auch an andere radikale Organisationen im Tausch gegen deren Zeitschriften verschickt, unter anderem an die Menschenrechtsliga in Strassburg, die Internationale Frauenliga f\u00fcr Frieden und Freiheit in Genf und die Federaci\u00f3n Anarquista Ib\u00e9rica (FAI) in Barcelona. (21)<\/p>\n<p>Kniestedt und seine Mitstreiter*innen nutzten die Liga f\u00fcr Menschenrechte, ihre Zeitschrift\u201eAktion\u201c und Kniestedts Position in der Unterst\u00fctzungskasse, um die nationalsozialistische Propaganda und die Politik der Gleichschaltung zu durchkreuzen, wo immer es m\u00f6glich war. In Curitiba (Paran\u00e1) wurde eine neue Zweigstelle der Liga gegr\u00fcndet, die die Verbreitung antifaschistischer Flugbl\u00e4tter in diesem Bundesstaat intensivierte, und 1935 wurde ein portugiesischsprachiger Zweig gegr\u00fcndet. (22) Da alle deutschen Schulen in Brasilien nationalsozialisiert worden waren, wurde die Liga gebeten, Gelder f\u00fcr den Bau einer freien Schule nach Pestalozzis Grunds\u00e4tzen zu beschaffen, aber daraus wurde nichts. (23) Wenn man schon die Kinder verloren geben musste, war es jedoch immer noch m\u00f6glich, mit Hilfe der Literatur die erwachsenen Deutschbrasilianer*innen zu erreichen. 1936 gr\u00fcndete die Liga eine Leihbibliothek und eine Theatergesellschaft.<\/p>\n<p>Kniestedt betrieb schon seit 1925 eine eigene Buchhandlung, die einige Male verw\u00fcstet wurde, weil sie wahrscheinlich der einzige Ort war, an dem man deutschsprachige Literatur jenseits der Nazi-Zensur erhalten konnte. (24) In den Jahren 1936\/37 scheiterten die Nazis bei ihrem Versuch, den Turnerbund, eine der gr\u00f6ssten deutschen Institutionen im Land, zu \u00fcbernehmen, was zum Teil auf die antifaschistischen Aktivit\u00e4ten der Liga und der \u201eAktion\u201c zur\u00fcckzuf\u00fchren war. Auf einer schlecht besuchten Mitgliederversammlung \u2013 nur 116 der 1200 Mitglieder waren anwesend \u2013 sahen die Nazis die Chance, eine Abstimmung \u00fcber die Nazifizierung der Gesangsgruppe des Turnerbundes zu erzwingen. Als die Mitglieder davon Wind bekamen, beantragten sie erfolgreich eine neue Mitgliederversammlung. Diese verabschiedete mit 364 zu 254 Stimmen mehrere Antr\u00e4ge, die den Turnerbund in Zukunft vor einer \u00dcbernahme durch die Nazis sch\u00fctzen sollten. (25)<\/p>\n<h3>Die Wahrheit sagen und danach handeln\u2026<\/h3>\n<p>Die Wahrheit \u00fcber die Verbrechen des Dritten Reiches und anderer Despotien zu sagen, war eine der wirksamsten (und gef\u00e4hrlichsten) Formen des Widerstands. Die \u201eAktion\u201c druckte Berichte \u00fcber Konzentrationslager, in denen Andersdenkende gefangen gehalten wurden, \u00fcber die Gewalt gegen Juden, \u00fcber die engen Beziehungen zwischen Hitler und den Vertretern der Grossindustrie, aber auch \u00fcber die Moskauer Schauprozesse. Im Sommer 1934 organisierte die Liga eine Kampagne f\u00fcr die Freilassung von Erich M\u00fchsam, Carl von Ossietzky, Ludwig Renn und anderen Opfern des Hitler-Terrors. Sie machte die Verbrechen des Nazistaates \u00f6ffentlich, und sie organisierte Versammlungen f\u00fcr deutsche Fl\u00fcchtlinge in Porto Alegre. (26) Diese \u00f6ffentliche Anprangerung machte die Nazis in S\u00fcdbrasilien nerv\u00f6s. \u201eWir wissen aus zuverl\u00e4ssigen Quellen\u201c, schrieb Willy Keller, einer von Kniestedts engen Mitarbeitern, \u201edass am Tag vor dem Erscheinen der \u201aAktion\u2018 im deutschen Konsulat immer Panikstimmung herrschte\u201c. (27)<\/p>\n<p>Die Nazis dr\u00e4ngten die Anzeigenkunden, ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr die \u201eAktion\u201c zur\u00fcckzuziehen, aber ohne Erfolg. Im Mai 1934 reichten dann zwei Nazizeitungen, der \u201eUrwaldsbote\u201c aus Blumenau und die \u201eNeue Deutsche Zeitung\u201c aus Porto Alegre, vor Gericht eine Verleumdungsklage ein, um die \u201eAktion\u201c als kommunistisches Organ brandmarken zu d\u00fcrfen. (28) Einige Mitglieder der Liga wollten mit einer \u00e4hnlich schmutzigen Taktik kontern, aber ihre Mitstreiter*innen lehnten das ab. (29) Letztendlich gewann Kniestedt den Prozess, erhielt aber niemals die vom Gericht angeordnete Entsch\u00e4digung f\u00fcr die ihm entstandenen Kosten. Tats\u00e4chlich bestand ein Ziel der Kl\u00e4ger darin, ihn finanziell zu ruinieren. (30)<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter ging der Wunsch der Nazis in Erf\u00fcllung: Im November 1936 wurde Kniestedt von der brasilianischen Polizei verhaftet und die \u201eAktion\u201c beschlagnahmt. Wegen eines gescheiterten kommunistischen Aufstands in Brasilien hatte Vargas den Ausnahmezustand ausgerufen und liess alle kommunistischen Aktivit\u00e4ten unterdr\u00fccken. Kniestedts Zeitschrift war zwar nicht kommunistisch, unterst\u00fctzte aber die republikanischen Truppen, die im Spanischen B\u00fcrgerkrieg gegen Franco k\u00e4mpften. (31) Die \u201eAktion\u201c musste eingestellt werden, aber keine zwei Monate sp\u00e4ter gr\u00fcndete Kniestedt die Zeitschrift \u201eAlarm\u201c, um weiter gegen den Totalitarismus anschreiben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als im August 1937 der antikommunistische Ausnahmezustand aufgehoben wurde, brachte Kniestedt wieder die \u201eAktion\u201c heraus, nur um drei Monate sp\u00e4ter von der brasilianischen Regierung erneut verboten zu werden. (32) Seine verlegerische T\u00e4tigkeit endete im Mai 1938, als Vargas alle politischen Aktivit\u00e4ten von Ausl\u00e4nder*innen verbot. Im Alter von f\u00fcnfundsechzig Jahren schloss er sich der Bewegung \u201eDas andere Deutschland\u201c an, die 1937 von Linkssozialisten wie August Siemsen in Buenos Aires gegr\u00fcndet worden war und zu den einflussreichsten Exilgruppen in S\u00fcdamerika z\u00e4hlte. (33)<\/p>\n<h3>\u2026 trotz Gef\u00e4ngnis, Schikanen und Todesdrohungen<\/h3>\n<p>Die Bem\u00fchungen der Nazis, Kniestedt zum Schweigen zu bringen, zeigen, wie hinderlich er f\u00fcr die Auslandspropaganda der NSDAP war. Der Historiker Ren\u00e9 Gertz schrieb einmal, dass \u201edieser ganze Kampf gegen den Nationalsozialismus als effektiv angesehen werden kann, wenn wir die Reaktion der anderen Seite ber\u00fccksichtigen\u201c (34). Die anfangs geschilderte Konfrontation vor der Buchhandlung war nur ein Beispiel. Kniestedt wurde routinem\u00e4ssig angegriffen und schikaniert \u2013 ob bei Versammlungen oder in der nazifreundlichen Presse, die ihn als Verr\u00e4ter bezeichnete.<\/p>\n<p>Bei den lokalen Beh\u00f6rden wurde er als Kommunistenf\u00fchrer denunziert \u2013 in Vargas\u2019 Brasilien immer ein guter Weg, um jemanden verhaften zu lassen. Als ein Boykott seines Buchladens scheiterte, zerst\u00f6rten jugendliche Nazis die Aush\u00e4ngeschilder und schlugen die Fenster ein. Per Post wurde ihm eine vergiftete Maus geschickt, Stinkbomben wurden geworfen, und zweimal wurde sein Haus nachts mit Gas angegriffen. (35) Er erhielt Morddrohungen. Mehrmals wurde er verhaftet und ins Gef\u00e4ngnis geworfen, was ihm allerdings auch wachsende Bekanntheit bescherte. All diese Schikanen wurden von oben koordiniert. (36)<\/p>\n<h3>Ein herber pers\u00f6nlicher Verlust<\/h3>\n<p>1934 erfuhr Kniestedt, dass der Aussenminister des nationalsozialistischen Deutschlands ihm und siebenundzwanzig anderen im Ausland lebenden Deutschen die Staatsb\u00fcrgerschaft entzogen hatte. Er antwortete, er f\u00fchle sich durch diese Entscheidung geehrt: \u201eIch betrachte mich als Gegner dieses Staates, ich halte es f\u00fcr meine Pflicht, das zu tun, was ich immer getan habe, n\u00e4mlich die Wahrheit zu sagen und danach zu handeln.\u201c (37) Einer seiner schmerzlichsten Momente war, als Kniestedt erfuhr, dass sein Sohn vor die Wahl gestellt worden war, der Deutschen Arbeitsfront (DAF) beizutreten oder seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Er entschied sich f\u00fcr seinen Arbeitsplatz, und Kniestedt und seine Frau brachen alle Beziehungen zu ihrem Sohn ab. (38)<\/p>\n<h3>Vereint im Kampf gegen Unterdr\u00fcckung und Faschismus<\/h3>\n<p>Was bleibt? Unter den Deutschbrasilianer*innen hatte Kniestedt einen beachtlichen R\u00fcckhalt und konnte seinen anarchistischen und antifaschistischen Zeitschriften in den 1920er- und 30er-Jahren praktisch durchg\u00e4ngige Unterst\u00fctzung sichern. \u201eUnserem Freund Friedrich Kniestedt in Porto Alegre ist es gelungen\u201c, schreibt Willy Keller, \u201eeinen Kreis von Menschen um sich zu scharen, die durch gegenseitiges Vertrauen zusammengehalten werden. Diese Menschen haben unterschiedliche politische Meinungen, aber das hindert sie nicht, freundschaftlich miteinander umzugehen. Sie sind vereint in ihrem Kampf gegen Unterdr\u00fcckung, soziales Elend, Krieg und Rassenhass.\u201c (39)<\/p>\n<p>Nach Meinung eines der bedeutendsten Kenner der deutschbrasilianischen Geschichte \u201erepr\u00e4sentiert Kniestedt grosse Teile der deutschsprachigen Arbeiterschaft in S\u00fcdbrasilien [\u2026]. Hier war die Solidarit\u00e4t \u00fcber sprachliche und ethnische Grenzen hinweg wichtiger als die Zersplitterung.\u201c (40)<\/p>\n<p class=\"author\">Tom Goyens \/ Artikel aus: Graswurzelrevolution Nr. 480, Sommer 2023, www.graswurzel.net<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fussnoten\"><em><strong>Fussnoten:<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>(1) \u201eMein Kampf, oder besser, der Kampf der Nazis gegen meine Person\u201d, Aktion, 1. Mai 1935, S.5-6.<\/em><\/p>\n<p><em>(2) Izabela Kestler. Die Exilliteratur und das Exil der Deutschsprachigen Schriftsteller und Publizisten in Brasilien (Frankfurt a\/M: Peter Lang, 1992), 133; Rene E. Gertz, \u201eOper\u00e1rios alem\u00e3es no Rio Grande do Sul (1920-1937) ou Friedrich Kniestedt tamb\u00e9m foi um imigrante alem\u00e3o\u201d, Revista Brasileira de Hist\u00f3ria, S\u00e3o Paulo: ANPUH, Vol. 6, Nr. 11 (1986). Einen \u00dcberblick \u00fcber antifaschistische Politik in Brasilien gibt Jo\u00e3o F\u00e1bio Bertonha, \u201eAnti-fascism in Brazil During the Interwar Period\u201d, in: Anti-Fascism in a Global Perspective: Transnational Network, Exile Communities, and Radical Internationalism. Herausgegeben von Kasper Brask\u00e9n, Nigel Copsey und David Featherstone (London, NY: Routledge, 2021), 43-57.<\/em><\/p>\n<p><em>(3) Anna Maria Dietrich; M. Garcia, \u201eJuventude Hitlerista \u00e0 Brasileira\u201d, Hist\u00f3ria Viva Vol. 39 (S\u00e3o Paulo, 2007), 74; Forster, Die deutschsprachige Minderheit.<\/em><\/p>\n<p><em>(4) Zitiert in Dawid Bartelt, \u201e\u2018Fu\u0308nfte Kolonne\u2019 ohne Plan. Die Auslandsorganisation der NSDAP in Brasilien 1931 &#8211; 1939,\u201d Ibero-amerikanisches Archiv, Neue Folge, Bd. 19, Nr. 1\/2 (1993), 1.<\/em><\/p>\n<p><em>(5) Fast 90% aller ethnischen Deutschen in Brasilien waren brasilianische Staatsb\u00fcrger*innen. Siehe \u201eReichsdeutsche Zellen und Deutschbrasilianertum\u201d, Aktion, 18. M\u00e4rz 1935, p.2. Jede*r sechste Einwohner*in von Rio Grande do Sul war geb\u00fcrtige*r Deutsche*r. Siehe Nicolas Forster, Die deutschsprachige Minderheit in Brasilien in der Zwischenkriegszeit (M\u00fcnchen, GRIN Verlag, 2017). https:\/\/www.grin.com\/document\/366369; Michael Mulhall, O Rio Grande do Sul e suas col\u00f4nias alem\u00e3s (Bels, 1974).<\/em><\/p>\n<p><em>(6) Zitiert in Bartelt, \u201e\u2019Fu\u0308nfte Kolonne\u2019 ohne Plan\u201d, S.1. Siehe auch J\u00fcrgen M\u00fcller, Nationalsozialismus in Lateinamerika: die Auslandsorganisation der NSDAP in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko, 1931-1945 (Heinz, 1997).<\/em><\/p>\n<p><em>(7) Rene Gertz, O fascismo no sul do Brasil: germanismo, nazismo, integralismo (Porto Alegre, RS: Mercado Aberto, c1987), 82; Frederik Schulze, Auswanderung als nationalistisches Projekt: \u2018Deutschtum\u2019 und Kolonialdiskurse im s\u00fcdlichen Brasilien (1824\u20131941) (K\u00f6ln, Weimar: B\u00f6hlau Verlag, 2016), 101.<\/em><\/p>\n<p><em>(8) Die Naziparteizelle von Porto Alegre wurde im Dezember 1931 gebildet und z\u00e4hlte 120 Mitglieder.<\/em><\/p>\n<p><em>(9) \u201eGestapo-Agenten,\u201d Aktion, 18. Nov. 1935, S.6. Als ein deutsches Unternehmen den Bau einer Eisenbahnlinie in Rio Grande do Sul \u00fcbernahm, zwang es die Mitarbeiter, auch die nicht deutschen, der Arbeitsfront beizutreten. Jeden Morgen wurde vor Arbeitsbeginn ein milit\u00e4rischer Appell abgehalten.<\/em><\/p>\n<p><em>(10) \u201eGestapo-Agenten,\u201d Aktion, 10. Januar 1936, S.3.<\/em><\/p>\n<p><em>(11) Forster, Die deutschsprachige Minderheit.<\/em><\/p>\n<p><em>(12) \u201eA organiza\u00e7\u00e3o da \u2018Sociedade Caixa Beneficente Navegantes Mitteilungsblatt,\u201d A Federa\u00e7\u00e3o (Porto Alegre), August 4, 1934. Navegantes ist ein deutschbrasilianisch gepr\u00e4gtes Viertel in Porto Alegre.<\/em><\/p>\n<p><em>(13) Kniestedt, Fuchsfeuerwild: Erinnerungen eines anarchistischen Auswanderers nach Rio Grande do Sul, mem\u00f3rias de Friedrich Kniestedt (1873-1947) (Hamburg: Verlag Barrikade, 2013), 170.<\/em><\/p>\n<p><em>(14) Kestler, Die Exilliteratur, 135.<\/em><\/p>\n<p><em>(15) Bericht im katholischen Deutschen Volksblatt, zit. in Kniestedt, Fuchsfeuerwild, 171.<\/em><\/p>\n<p><em>(16) \u201eVereinsnachrichten,\u201d Aktion, 20. M\u00e4rz 1934, S.4.<\/em><\/p>\n<p><em>(17) \u201eAufruf,\u201d Aktion, 10. Oktober 1935, S.5.<\/em><\/p>\n<p><em>(18) \u201eLiga f\u00fcr Menschenrechte,\u201d Aktion, 15. Februar 1935, S.4.<\/em><\/p>\n<p><em>(19) Kniestedt, Fuchsfeuerwild, 148; Imgart Gr\u00fctzmann, \u201eNSDAP-Ortsgruppe Porto Alegre, comemora\u00e7\u00f5es do 1\u00ba de Maio (1933-1937), participantes,\u201d Hist\u00f3ria Unisinos, Vol. 22, Nr. 2 (2018), pp. 274-289. Die Liga organisierte auch einen Vortrag \u00fcber den Haymarket und die Bedeutung des 1. Mai. Siehe Aktion, 1. und 24. Mai 1935, S.6<\/em><\/p>\n<p><em>(20) Kestler, Die Exilliteratur, 135; \u201eR\u00fcck- und Ausblick,\u201d Aktion, 23. Dez. 1935, S.1.<\/em><\/p>\n<p><em>(21) Siehe die \u201eBriefkasten\u201c-Abschnitte in Aktion und Alarm; Brief Kniestedts an Helmut R\u00fcdiger, 19. M\u00e4rz 1937, Dossier &#8218;Bestellungen etc.; Korrespondenz.&#8216; (Pedidos etc.; correspondencia). Correspondencia internacional de Helmut R\u00fcdiger de la Delegaci\u00f3n Permanente de la AIT en Barcelona. Federaci\u00f3n Anarquista Ib\u00e9rica Archives, IISH. Ich danke Dieter Nelles f\u00fcr seinen diesbez\u00fcglichen Hinweis.<\/em><\/p>\n<p><em>(22) \u201eLiga f\u00fcr Menschenrechte,\u201d Aktion, 31. Aug. 1934, S.4; \u201eVereins-Angelegenheiten,\u201d Aktion, 31. Okt. 1935, S.6.<\/em><\/p>\n<p><em>(23) \u201eLiga f\u00fcr Menschenrechte,\u201d Aktion, 15. Dez. 1934, S.4.<\/em><\/p>\n<p><em>(24) Kniestedts Livraria Internacional war Buchhandlung und Leihb\u00fccherei zugleich. Ihr Sortiment umfasste u.a. B\u00fccher oppositioneller Schriftsteller wie Lion Feuchtwanger und Erich Maria Remarque; eine deutsche \u00dcbersetzung von Edgar Ansel Mowrerss Germany Puts The Clock (1933); Sibirische Garnison (1927) des rum\u00e4nischen Schriftstellers Rodion Markovits; eine fr\u00fche Schilderung der NS-Lager unter dem Titel Konzentrationslager: Ein Buch der Greuel! Die Opfer klagen an (1935), aber auch anarchistische Literatur von Autoren wie Kropotkin und Tolstoi.<\/em><\/p>\n<p><em>(25) \u201eVorbeigelungen\u201c, Alarm, 15. Feb. 1937, S.15. Einigen Kommunisten war Kniestedts Antistalinismus ein Dorn im Auge. 1935 machten sie mehrfach gemeinsame Sache mit den Nazis vor Ort, um die Liga zu unterminieren. Siehe \u201eSieg?\u201d Aktion, 28. Feb. 1935, S.5; \u201eVom Kriegsschauplatz\u201d, Aktion, 18. Apr. 1935, S.5.<\/em><\/p>\n<p><em>(26) \u201eLiga f\u00fcr Menschenrechte\u201d, Aktion, 18. Juni 1934, S.4. \u201eFl\u00fcchtlinge,\u201d Aktion, 31. M\u00e4rz 1935, S.6.<\/em><\/p>\n<p><em>(27) Zit. in Kestler, Die Exilliteratur, 136.<\/em><\/p>\n<p><em>(28) Kniestedt, Fuchsfeuerwild, 180; \u201eProcessos pro crime de injurias impressas\u201d, O Estado (Florianopolis), 9. Juni 1934, S.4.<\/em><\/p>\n<p><em>(29) \u201eLiga f\u00fcr Menschenrechte\u201d, Aktion, 31. Jan. 1935, S.4.<\/em><\/p>\n<p><em>(30) \u201eR\u00fcck- und Ausblick\u201d, Aktion, 23. Dez. 1935, S.1; Kniestedt, Fuchsfeuerwild, 184.<\/em><\/p>\n<p><em>(31) Fuchsfeuerwild, 176; \u201eWarum?\u201d, Alarm, 15. Feb. 1937, S.12.<\/em><\/p>\n<p><em>(32) Kniestedt, Fuchsfeuerwild, 175.<\/em><\/p>\n<p><em>(33) Das andere Deutschland Bd. 5, Nr. 54 (Sept. 1942), 34. Kniestedt war ein offizieller Vertreter der Bewegung.<\/em><\/p>\n<p><em>(34) Gertz, \u201eOper\u00e1rios alem\u00e3es,\u201d 81.<\/em><\/p>\n<p><em>(35) \u201eMein Kampf, oder besser, der Kampf der Nazis gegen meine Person,\u201d Aktion, 1. Mai 1935, S.5-6.<\/em><\/p>\n<p><em>(36) Im Januar 1934 schreibt Kniestedt einen Brief an den deutschen Konsul Walter Mulert und fordert ihn auf, die Bel\u00e4stigungen einzustellen. Siehe Kniestedt, Fuchsfeuerwild, 177.<\/em><\/p>\n<p><em>(37) Kniestedt, Fuchsfeuerwild, 182; \u201eVolkssch\u00e4dlinge,\u201d Aktion, 30. Nov. 1934, S.1; siehe auch Brooklyn Daily Eagle, 4. Nov. 1934; Jornal do Brazil (Rio de Janeiro), 4. Nov. 1934, S.7.<\/em><\/p>\n<p><em>(38) Das andere Deutschland Bd. 5, Nr. 52 (Juli 1942), S.15.<\/em><\/p>\n<p><em>(39) Keller, \u201eIn eigener Sache,\u201d Das andere Deutschland Bd. 70, Nr. 80-1 (April 1944), S.19.<\/em><\/p>\n<p><em>(40) Schulze, \u201eVon verbrasilianisierten Deutschen und deutschen Brasilianern: \u201cDeutschsein\u201d in Rio Grande do Sul, Brasilien, 1870- 1945\u201d, Geschichte und Gesellschaft Bd. 41, 2 (Juni 2015), 223<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die Verheerungen, die der Nationalsozialismus in den entsetzlichen zw\u00f6lf Jahren seiner Herrschaft in Deutschland und Europa angerichtet hat, ist viel geforscht und geschrieben worden. 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f\u00fcr kritischen Journalismus aus dem Grossraum Z\u00fcrich. 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Der inhaltlich und redaktionelle Anspruch liegt unter anderem darin, Synergien innerhalb von linken Str\u00f6mungen herzustellen.","sameAs":["http:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/"],"url":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/author\/untergrund-blaettle\/"}]}},"place":"","original_article_url":"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/lateinamerika\/friedrich-kniestedt-antifaschismus-in-brasilien-7825.html","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1755804","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1556"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1755804"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1755804\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1755806"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1755804"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1755804"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1755804"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}