{"id":1748214,"date":"2023-06-28T09:19:40","date_gmt":"2023-06-28T08:19:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1748214"},"modified":"2023-06-28T09:19:40","modified_gmt":"2023-06-28T08:19:40","slug":"wie-die-ruestungslobby-in-den-usa-die-gesellschaft-durchdringt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2023\/06\/wie-die-ruestungslobby-in-den-usa-die-gesellschaft-durchdringt\/","title":{"rendered":"Wie die R\u00fcstungslobby in den USA die Gesellschaft durchdringt"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p class=\"author-meta\"><strong>Vier Mega-R\u00fcstungskonzerne finanzieren Politiker, Think-Tanks und Kriegsfilme: Gegen China seien noch mehr Milliarden n\u00f6tig.<\/strong><\/p>\n<p><em>Ben Freeman und William D. Hartung\/<a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/welt\/wie-die-ruestungslobby-in-den-usa-die-gesellschaft-durchdringt\/\">INFOsperber<\/a><\/em><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry-content clearfix\">\n<p><em>upg. Die beiden Autoren sind Wissenschaftler am\u00a0<a href=\"https:\/\/quincyinst.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Quincy Institute for Responsable Statecraft<\/a>. Dieser Beitrag der Webseite\u00a0<a href=\"https:\/\/tomdispatch.com\/about\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">TomDispatch<\/a>\u00a0wurde am 4. Mai von\u00a0<a href=\"https:\/\/scheerpost.com\/2023\/05\/04\/the-twenty-first-century-of-profitable-war\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Scheerpost<\/a>\u00a0verbreitet.<\/em><\/p>\n<p>Dem milit\u00e4risch-industriellen Komplex (MIK), vor dem Pr\u00e4sident <em>Dwight D. Eisenhower<\/em>\u00a0die Amerikaner vor mehr als sechzig Jahren\u00a0<a href=\"https:\/\/avalon.law.yale.edu\/20th_century\/eisenhower001.asp\">gewarnt<\/a>\u00a0hatte, geht es besser denn je. Er verschlingt viel mehr Steuergelder und finanziert viel gr\u00f6ssere Waffenproduzenten als zu der Zeit, als Eisenhower 1961 in seiner Abschiedsrede an die Nation den \u00abungerechtfertigten Einfluss\u00bb des MIK kritisierte.<\/p>\n<p class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein Budget von 886 Milliarden Dollar<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry-content clearfix\">\n<p class=\"wp-block-heading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1748215\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Eisenhower-600x275-1-300x138.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"138\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Eisenhower-600x275-1-300x138.png 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Eisenhower-600x275-1.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<\/div>\n<p>Die Zahlen sind atemberaubend. Das f\u00fcr dieses Jahr vorgeschlagene Budget des Energieministeriums f\u00fcr das Pentagon und f\u00fcr Atomwaffen bel\u00e4uft sich auf\u00a0<a href=\"https:\/\/armscontrolcenter.org\/fiscal-year-2024-defense-budget-request-briefing-book\/\">886 Milliarden Dollar<\/a>. Das sind\u00a0\u2013 inflationsbereinigt \u2013 mehr als doppelt so viel wie zur Zeit von Eisenhowers Rede. Das Pentagon verschlingt inzwischen\u00a0<a href=\"https:\/\/ips-dc.org\/the-biden-budget-does-some-good-on-poverty-and-fairness-it-could-do-more-if-it-cut-the-pentagon\/\">mehr als die H\u00e4lfte<\/a>\u00a0des US-Bundeshaushalts, so dass andere Bereiche wie Gesundheit, Umweltschutz, Berufsausbildung und Schulen um den verbleibenden Rest konkurrieren m\u00fcssen. Im Jahr 2020 erhielt Lockheed Martin Pentagon-Vertr\u00e4ge im Wert von 75 Milliarden Dollar. Das waren\u00a0<a href=\"https:\/\/watson.brown.edu\/costsofwar\/papers\/2021\/ProfitsOfWar\">mehr<\/a>\u00a0als das gesamte Budget des Aussenministeriums und der Beh\u00f6rde f\u00fcr internationale Entwicklung zusammen.<\/p>\n<p>Die diesj\u00e4hrigen\u00a0<a href=\"https:\/\/comptroller.defense.gov\/Portals\/45\/Documents\/defbudget\/FY2024\/FY2024_Weapons.pdf\">Ausgaben<\/a>\u00a0allein f\u00fcr das \u00fcberteuerte, leistungsschwache F-35-Kampfflugzeug von Lockheed Martin entsprechen dem gesamten Budget der US-Gesundheitsbeh\u00f6rde CDC. Und wie ein neuer\u00a0<a href=\"https:\/\/ips-dc.org\/report-2023-tax-day-receipt\/\">Bericht<\/a>\u00a0des National Priorities Project am Institute for Policy Studies k\u00fcrzlich aufdeckte, gibt der durchschnittliche Steuerzahler 1087 Dollar pro Jahr f\u00fcr Waffenlieferanten aus, hingegen nur 270 Dollar f\u00fcr Schulen und nur 6 Dollar f\u00fcr erneuerbare Energien.<\/p>\n<p>Die Liste geht weiter \u2013 und weiter und weiter. Pr\u00e4sident Eisenhower charakterisierte solche Verh\u00e4ltnisse in einer weniger bekannten\u00a0<a href=\"https:\/\/www.presidency.ucsb.edu\/documents\/address-the-chance-for-peace-delivered-before-the-american-society-newspaper-editors\">Rede<\/a>\u00a0mit dem Titel \u00abDie Chance auf Frieden\u00bb, die er im April 1953 zu Beginn seiner ersten Amtszeit hielt, folgendermassen: \u00abJedes Gesch\u00fctz, das gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel l\u00e4uft, jede Rakete, die abgefeuert wird, bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu essen haben, an denen, die frieren und nicht gen\u00fcgend gekleidet sind. Diese Welt in Waffen gibt nicht nur Geld aus. Sie gibt den Schweiss ihrer Arbeiter, das Genie ihrer Wissenschaftler, die Hoffnungen ihrer Kinder aus\u2026\u00bb<\/p>\n<p><strong>Neue Begr\u00fcndungen, neue Waffen<\/strong><\/p>\n<p>Der erste und wichtigste Unterschied zwischen der \u00c4ra Eisenhower und der unseren ist vielleicht die schiere Gr\u00f6sse der R\u00fcstungsunternehmen. Vor dem Fusionsboom nach dem Ende des Kalten Krieges in den 1990er Jahre gab es\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/SenWarren\/status\/1629145143289819140?lang=en\">Dutzende\u00a0<\/a>von wichtigen R\u00fcstungsfirmen. Heute gibt es nur noch f\u00fcnf grosse \u2013 nein, riesige! \u2013 Konzerne: Boeing, General Dynamics, Lockheed Martin, Northrop Grumman und Raytheon. Bei so wenigen Unternehmen, die Flugzeuge, gepanzerte Fahrzeuge, Raketensysteme und Atomwaffen herstellen, hat das Pentagon immer weniger Einflussm\u00f6glichkeiten. Diese Konzerne k\u00f6nnen die hemmungslos \u00fcberh\u00f6hten Preise f\u00fcr Produkte verlangen, die dann nicht wie versprochen funktionieren. Allein die \u00abBig Five\u00bb teilen sich routinem\u00e4ssig mehr als\u00a0<a href=\"https:\/\/watson.brown.edu\/costsofwar\/files\/cow\/imce\/papers\/2021\/Profits%20of%20War_Hartung_Costs%20of%20War_Sept%2013%2C%202021.pdf\">150 Milliarden Dollar<\/a>\u00a0an Pentagon-Vertr\u00e4gen pro Jahr: Das sind fast 20 Prozent des gesamten Pentagon-Budgets.<\/p>\n<p>Zu Eisenhowers Zeiten wurde die Sowjetunion, die damalige Hauptgegnerin der USA, als Rechtfertigung f\u00fcr eine immer gr\u00f6ssere und permanentere Aufr\u00fcstung herangezogen. Die heutige\u00a0<a href=\"https:\/\/www.defense.gov\/News\/News-Stories\/Article\/Article\/2641068\/official-talks-dod-policy-role-in-chinese-pacing-threat-integrated-deterrence\/\">\u00abschleichende Bedrohung\u00bb<\/a>, wie sie das Pentagon nennt, ist China, ein Land mit einer weitaus gr\u00f6sseren Bev\u00f6lkerung, einer weitaus robusteren Wirtschaft und einem weitaus entwickelteren technischen Sektor als die Sowjetunion ihn je hatte. Doch anders als die UdSSR ist China f\u00fcr die Vereinigten Staaten vor allem eine wirtschaftliche und keine milit\u00e4rische Herausforderung.<\/p>\n<p>Wie Dan Grazier in einem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.pogo.org\/report\/2022\/12\/china-threat-inflation-and-americas-nonsensical-plans\">Bericht<\/a>\u00a0vom Dezember 2022 f\u00fcr das\u00a0<em>Project on Government Oversight<\/em>\u00a0feststellte, geht Washingtons immer st\u00e4rkere Konzentration auf China mit einer erheblichen Inflation milit\u00e4rischer Bedrohungen einher. W\u00e4hrend sich die China-Falken in Washington die H\u00e4nde reiben, weil das Land mehr Marineschiffe als die USA hat, weist Grazier darauf hin, dass die US-Marine \u00fcber eine viel gr\u00f6ssere Feuerkraft verf\u00fcgt. Auch das aktive amerikanische Atomwaffenarsenal ist etwa\u00a0<a href=\"https:\/\/fas.org\/initiative\/status-world-nuclear-forces\/\">neunmal so gross<\/a>\u00a0wie das chinesische, und das Pentagon-Budget ist\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sipri.org\/sites\/default\/files\/2023-04\/2304_fs_milex_2022.pdf\">dreimal so hoch<\/a>\u00a0wie die Milit\u00e4rausgaben Pekings. Das geht aus den j\u00fcngsten Zahlen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts hervor.<\/p>\n<p>Doch f\u00fcr die Auftragnehmer des Pentagon hat Washingtons immer st\u00e4rkere Fokussierung auf einen m\u00f6glichen Krieg mit China vor allem einen Vorteil: Sie ist fabelhaft f\u00fcrs Gesch\u00e4ft. Die reale oder eingebildete Bedrohung durch Chinas Milit\u00e4r wird weiterhin benutzt, um die Milit\u00e4rausgaben erheblich zu steigern, insbesondere f\u00fcr die n\u00e4chste Generation von Hightech-Systemen, die von Hyperschallraketen \u00fcber Roboterwaffen bis hin zu k\u00fcnstlicher Intelligenz reichen.\u00a0Die Geschichte solcher potenziell dysfunktionalen High-Tech-Systeme \u2013 von Pr\u00e4sident Ronald Reagans\u00a0<a href=\"https:\/\/ips-dc.org\/star_wars_revisited_still_dangerous_costly\/\">\u00abStar\u00a0Wars\u00bb-Raketenabwehrsystem<\/a>\u00a0bis hin zur F-35 \u2013 verheisst jedoch nichts Gutes f\u00fcr die Kosten oder die Leistungsf\u00e4higkeit neuer Milit\u00e4rtechnologien.<\/p>\n<p>Eines ist sicher: Dutzende, wenn nicht Hunderte von Milliarden Dollar werden zweifellos in die Entwicklung dieser Technologien fliessen. Zu bedenken bleibt ausserdem, dass sie gef\u00e4hrlich sind, und zwar nicht nur f\u00fcr\u00a0irgendeinen Feind. Wie Michael Klare in einem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.armscontrol.org\/reports\/2023\/assessing-dangers-emerging-military-technologies-nuclear-instability\">Bericht der Arms Control Association<\/a>\u00a0hervorhob: \u00abKI-gest\u00fctzte Systeme k\u00f6nnen auf unvorhersehbare Weise versagen und ein unbeabsichtigtes Abschlachten von Menschen oder eine unkontrollierte Eskalationskrise verursachen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Bald ein Jahresbudget von einer Billion Dollar<\/strong><\/p>\n<p>Trotz einer scheinbar nicht enden wollenden\u00a0<a href=\"https:\/\/www.esquire.com\/news-politics\/politics\/a42491628\/f-35-disaster-defense-spending\/\">Liste<\/a>\u00a0\u00fcberteuerter, leistungsschwacher Waffensysteme, die f\u00fcr ein Pentagon entwickelt wurden, das als einzige US-Bundesbeh\u00f6rde\u00a0<a href=\"https:\/\/www.stripes.com\/theaters\/us\/2022-11-16\/pentagon-financial-audit-8075353.html\">nie eine Rechnungspr\u00fcfung bestanden hat<\/a>, verf\u00fcgt der milit\u00e4risch-industrielle Komplex MIK \u00fcber ein Arsenal an Einfluss, das es immer n\u00e4her an ein Jahresbudget von einer Billion Dollar heranbringt. Kurz gesagt, es betr\u00fcgt die Steuerzahler um mehr Geld als je zuvor, und so ziemlich jeder ist mit von der Partie \u2013 von Lobbyisten in H\u00fclle und F\u00fclle, unz\u00e4hligen politischen Kampagnen und Denkfabriken bis hin zu Hollywood.<\/p>\n<p>Die Dominanz einer Handvoll Megakonzerne in der Waffenproduktion bedeutet ausserdem, dass jeder der f\u00fchrenden Akteure mehr Geld f\u00fcr Lobbyarbeit und Wahlkampfspenden zur Verf\u00fcgung hat. Sie haben auch mehr Produktionsst\u00e4tten und Besch\u00e4ftigte, oft in politisch wichtigen US-Bundesstaaten, auf die sie verweisen k\u00f6nnen, wenn sie Mitglieder des Kongresses davon \u00fcberzeugen wollen, f\u00fcr noch mehr Geld f\u00fcr ihre Waffen zu stimmen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber zwanzig Millionen an Parlamentarier<\/strong><\/p>\n<p>In den letzten beiden Wahlzyklen hat die R\u00fcstungsindustrie insgesamt mehr als 83 Millionen Dollar an politische Kandidaten\u00a0<a href=\"https:\/\/www.opensecrets.org\/industries\/indus.php?Ind=D\">gespendet<\/a>, wobei Lockheed Martin mit 9,1 Millionen Dollar an der Spitze liegt, gefolgt von Raytheon mit 8 Millionen Dollar und Northrop Grumman mit 7,7 Millionen Dollar. Es wird niemanden \u00fcberraschen zu erfahren, dass sich diese Gelder stark auf die Mitglieder der Verteidigungsaussch\u00fcsse im Repr\u00e4sentantenhaus und im Senat konzentrieren.<\/p>\n<p>So hat Taylor Giorno von OpenSecrets, einer Gruppe, die Wahlkampf- und Lobbying-Ausgaben verfolgt,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.opensecrets.org\/news\/2023\/03\/armed-services-committee-members-received-5-8-million-from-defense-sector-during-2022-election-cycle\/\">herausgefunden<\/a>:<\/p>\n<p>\u00abDie 58 Mitglieder des Ausschusses f\u00fcr Streitkr\u00e4fte des Repr\u00e4sentantenhauses gaben an, im Wahljahr 2022 durchschnittlich 79\u2019588 Dollar aus dem Verteidigungssektor erhalten zu haben, dreimal so viel wie die durchschnittlichen 26\u2019213 Dollar, die andere Abgeordnete im gleichen Zeitraum erhielten.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Mehr als ein R\u00fcstungs-Lobbyist pro Abgeordneter<\/strong><\/p>\n<p>Die Lobbying-Ausgaben aller Teilhaber des MIK sind sogar noch h\u00f6her \u2013 mehr als\u00a0<a href=\"https:\/\/www.opensecrets.org\/industries\/lobbying.php?cycle=2022&amp;ind=D\">247 Millionen Dollar<\/a>\u00a0in den letzten beiden Wahlperioden. Mit diesen Geldern werden\u00a0<a href=\"https:\/\/www.opensecrets.org\/industries\/lobbying.php?cycle=2022&amp;ind=D\">820 Lobbyisten<\/a>\u00a0besch\u00e4ftigt, das heisst mehr als einer f\u00fcr jedes Mitglied des Kongresses. Mehr als zwei Drittel dieser Lobbyisten sind durch die ber\u00fcchtigte Dreht\u00fcr in Washington gegangen, von Jobs im Pentagon oder im Kongress zur Lobbyarbeit f\u00fcr die R\u00fcstungsindustrie. Ihre Kontakte in der Regierung und ihr Wissen \u00fcber undurchsichtige Beschaffungsverfahren tragen dazu bei, dass das Geld f\u00fcr weitere Gewehre, Panzer, Schiffe und Raketen fliesst. Erst letzten Monat\u00a0<a href=\"https:\/\/rollcall.com\/2023\/04\/26\/warren-hundreds-of-former-feds-working-for-defense-corporations\/\">berichtete<\/a>\u00a0das B\u00fcro von Senatorin\u00a0<em>Elizabeth Warren<\/em>, dass fast 700 ehemalige hochrangige Regierungsbeamte, darunter ehemalige Gener\u00e4le und Admir\u00e4le, jetzt f\u00fcr R\u00fcstungsunternehmen arbeiten. W\u00e4hrend einige von ihnen Vorstandsmitglieder oder hochbezahlte F\u00fchrungskr\u00e4fte sind, wurden dem Bericht zufolge 91 Prozent von ihnen Pentagon-Lobbyisten.<\/p>\n<p><strong>Es\u00a0winken lukrative Karrieren\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Diese fieberhaft rotierende Dreht\u00fcr bietet den Mitgliedern des Kongresses, ihren Mitarbeitern und dem Personal des Pentagons einen starken Anreiz, sich mit diesen riesigen Auftragnehmern gut zu stellen, solange sie noch in der Regierung t\u00e4tig sind. Schliesslich winkt nach dem Ausscheiden aus dem Staatsdienst eine lukrative Karriere als Lobbyist.<\/p>\n<p>Aber es sind nicht nur Lobbyisten-Jobs in Washington, die diese R\u00fcstungskonzerne erm\u00f6glichen. Sie bieten auch Arbeitspl\u00e4tze in fast jeder Stadt in den USA an. Das Musterbeispiel daf\u00fcr, wie Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr den Verkauf eines ansonsten fragw\u00fcrdigen Waffensystems benutzt werden, ist die F-35 von Lockheed Martin. Wegen zahlloser Konstruktionsfehler, darunter\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2021-07-13\/lockheed-f-35-s-tally-of-flaws-tops-800-as-new-issues-surface?leadSource=uverify%20wall\">mehr als 800 ungel\u00f6ste M\u00e4ngel<\/a>, die von der unabh\u00e4ngigen Pr\u00fcfstelle des Pentagons festgestellt wurden, wird das System m\u00f6glicherweise nie voll einsatzbereit sein. Aber das Unternehmen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.f35.com\/f35\/about\/economic-impact.html\">beteuert<\/a>, dass sein Programm 298\u2019000 Arbeitspl\u00e4tze in 48 US-Bundesstaaten schaffe, auch wenn die tats\u00e4chliche Zahl\u00a0<a href=\"https:\/\/tomdispatch.com\/congress-has-been-captured-by-the-arms-industry\/\">weniger als die H\u00e4lfte<\/a>\u00a0davon betr\u00e4gt.<\/p>\n<p><strong>Nicht mehr arbeitsintensiv<\/strong><\/p>\n<p>In Wirklichkeit ist der R\u00fcstungssektor \u2013 was man im heutigen Washington nicht vermuten w\u00fcrde \u2013 ein r\u00fcckl\u00e4ufiger Wirtschaftszweig, wenn es um die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen geht, obwohl er fast rekordverd\u00e4chtige Summen an staatlichen Mitteln verschlingt. Laut\u00a0<a href=\"https:\/\/content.ndia.org\/-\/media\/vital-signs\/2021\/vital-signs_2021_digital.pdf?download=1\">Statistiken<\/a>\u00a0der\u00a0<em>National Defense Industrial Association<\/em>\u00a0gibt es derzeit nur 1 Million direkte Arbeitspl\u00e4tze in der R\u00fcstungsindustrie, verglichen mit 3,2 Millionen in den 1980er Jahren.<\/p>\n<p>Outsourcing, Automatisierung und die Produktion von weniger Einheiten in komplexeren Systemen haben zu einer Verschiebung der Arbeitskr\u00e4fte hin zu besser bezahlten Ingenieursberufen und weg von der Produktion gef\u00fchrt \u2013 eine Verschiebung, die mit einem hohen Preis verbunden ist. Das Absaugen technischer und wissenschaftlicher Talente durch die Waffenhersteller bedeutet, dass weniger qualifizierte Menschen zur Verf\u00fcgung stehen, um dringende Probleme wie die \u00f6ffentliche Gesundheit und die Klimakrise anzugehen. Sch\u00e4tzungen zufolge k\u00f6nnten durch\u00a0<a href=\"https:\/\/watson.brown.edu\/costsofwar\/files\/cow\/imce\/papers\/2017\/Job%20Opportunity%20Cost%20of%20War%20-%20HGP%20-%20FINAL.pdf\">Ausgaben<\/a>\u00a0f\u00fcr Bildung, gr\u00fcne Energie, Gesundheitsf\u00fcrsorge oder Infrastruktur 40 bis 100 Prozent mehr Arbeitspl\u00e4tze geschaffen werden als durch Ausgaben f\u00fcr das Pentagon.<\/p>\n<p><strong>Der milit\u00e4risch-industrielle Komplex und seine Denkfabriken formulieren das Narrativ der Elite<\/strong><\/p>\n<p>Eines der m\u00e4chtigsten Instrumente des MIK ist seine F\u00e4higkeit, Elitediskussionen \u00fcber Fragen der nationalen Sicherheit zu beeinflussen: Er finanziert aussenpolitische Denkfabriken sowie dort besch\u00e4ftigte Analysten. Diese Leute sind dann allzu oft die Experten der Wahl, wenn es um die Berichterstattung der Medien \u00fcber Fragen von Krieg und Frieden geht. Ein demn\u00e4chst erscheinender Bericht des\u00a0<em>Quincy Instituts<\/em>\u00a0zeigt, dass mehr als 75 Prozent der f\u00fchrenden aussenpolitischen Think Tanks in den Vereinigten Staaten zumindest teilweise von R\u00fcstungsunternehmen finanziert werden.<\/p>\n<p>Einige, wie das\u00a0<em>Center for a New American Security<\/em>\u00a0und das\u00a0<em>Center for Strategic and International Studies<\/em>, erhalten jedes Jahr Millionen von Dollar von solchen Auftragnehmern und\u00a0<a href=\"https:\/\/responsiblestatecraft.org\/2023\/03\/29\/think-tanks-pushing-for-bigger-dod-budget-dont-disclose-industry-funding\/\">ver\u00f6ffentlichen<\/a>\u00a0dann Artikel und Berichte, in denen sie der Finanzierung der R\u00fcstungsindustrie weitgehend zustimmen.<\/p>\n<p>Manche Denkfabriken bieten sogar Unterst\u00fctzung f\u00fcr die von ihren Geldgebern hergestellten Waffen an, ohne diese eklatanten Interessenkonflikte offenzulegen. Eine Wissenschaftlerin des\u00a0<em>American Enterprise Institute<\/em>\u00a0(AEI) beispielsweise\u00a0<a href=\"https:\/\/www.defensenews.com\/opinion\/commentary\/2023\/03\/20\/superlatives-in-the-fy24-budget-request-wont-cut-it-for-us-forces\/\">kritisierte<\/a>\u00a0den diesj\u00e4hrigen \u2013 fast historisch hohen \u2013 Budgetantrag des Pentagons, der ihrer Meinung nach \u00abdeutlich unter der Inflation\u00bb lag. Sie unterst\u00fctzte gleichzeitig eine Aufstockung der Mittel f\u00fcr eine Reihe von Waffensystemen wie der LRASM-Antischiffsrakete, dem JASSM-Marschflugk\u00f6rper, dem B-21-Bomber und der Interkontinentalrakete Sentinel.<\/p>\n<p>Was wird in dem Beitrag nicht erw\u00e4hnt? Die Unternehmen, die diese Waffen herstellen, Lockheed Martin und Northrop Grumman, waren AEI-Geldgeber. Obwohl es sich bei diesem Institut um eine Denkfabrik handelt, die ihre Geldgeber nicht \u00f6ffentlich bekannt gibt, liess ein Mitarbeiter bei einer\u00a0<a href=\"https:\/\/www.aei.org\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/220419-Bringing-the-DODs-innovative-command-control-to-life.pdf?x91208\">Veranstaltung<\/a>\u00a0im vergangenen Jahr durchblicken, dass die Organisation Geld von diesen beiden Auftragnehmern erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Leider st\u00fctzen sich die Mainstream-Medien \u00fcberproportional auf Kommentare von Experten genau solcher Denkfabriken. Laut einem demn\u00e4chst erscheinenden Bericht des\u00a0<em>Quincy Institute<\/em>\u00a0ist die Wahrscheinlichkeit, dass solche Experten in Artikeln der New York Times, der Washington Post oder des Wall Street Journal zum Ukraine-Krieg zitiert werden, mehr als viermal h\u00f6her als bei jemandem ohne MIK-Finanzierung. Kurz gesagt: Wenn ein Experte einer Denkfabrik zu Fragen von Krieg und Frieden zitiert wird, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass sein Arbeitgeber Geld von der R\u00fcstungsindustrie erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus verf\u00fcgen solche Denkfabriken \u00fcber ihre eigene Version einer sich fieberhaft drehenden Dreht\u00fcr, was ihnen den Beinamen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.brookings.edu\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/chapter-one_-the-fifth-estate.pdf\">\u00abWarmhaltetanks\u00bb\u00a0<\/a>\u00a0f\u00fcr k\u00fcnftige Regierungsbeamte eingebracht hat. Das\u00a0<em>Center for a New American Security<\/em>\u00a0beispielsweise erh\u00e4lt jedes Jahr Millionen von Dollar von R\u00fcstungsunternehmen sowie dem Pentagon und\u00a0<a href=\"https:\/\/www.cnas.org\/press\/press-release\/cnas-experts-and-alumni-selected-for-senior-leadership-positions-in-the-biden-administration\">weist stolz darauf hin<\/a>, dass eine Reihe seiner Experten und Alumni der Biden-Regierung beigetreten sind, zum Beispiel als hochrangige Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums und der CIA.<\/p>\n<p><strong>Der milit\u00e4rische Unterhaltungskomplex gestaltet das \u00f6ffentliche Narrativ<\/strong><\/p>\n<p>Der Actionfilm\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Top_Gun:_Maverick\">\u00abTop Gun: Maverick\u00bb<\/a>\u00a0war ein Blockbuster, dem das begeisterte Publikum eine erstaunliche Punktzahl von\u00a0<a href=\"https:\/\/www.rottentomatoes.com\/m\/top_gun_maverick\">99 Prozent<\/a>\u00a0bei der Film-Webseite\u00a0<em><a href=\"https:\/\/www.rottentomatoes.com\/\">Rotten Tomatoes<\/a><\/em>\u00a0bescherte \u2013 und dieser grosse Erfolg trug dazu bei, dass der Film eine Oscar-Nominierung f\u00fcr den besten Film erhielt. Es war auch ein voller Erfolg f\u00fcr das Pentagon, das eng mit den Filmemachern zusammenarbeitete, \u00abAusr\u00fcstung \u2013 einschliesslich Jets und Flugzeugtr\u00e4ger \u2013, Personal und technisches Fachwissen\u00bb zur Verf\u00fcgung stellte und laut der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/history\/2022\/05\/27\/top-gun-maverick-us-military\/\">Washington Post<\/a>\u00a0sogar die M\u00f6glichkeit hatte, das Drehbuch zu \u00fcberarbeiten. R\u00fcstungsunternehmen waren ebenfalls ein entscheidender Faktor f\u00fcr den Erfolg dieses Films. Tats\u00e4chlich prahlte der\u00a0<a href=\"https:\/\/responsiblestatecraft.org\/2022\/06\/02\/behind-every-scene-in-top-gun-war-inc-steps-up-to-take-its-bows\/\">CEO von Lockheed Martin<\/a>\u00a0damit, dass sein Unternehmen \u00abmit den Produzenten von Top Gun zusammengearbeitet habe, um modernste, zukunftsweisende Technologie auf die grosse Leinwand zu bringen\u00bb.<\/p>\n<p>Auch wenn \u00abTop Gun: Maverick\u00bb das erfolgreichste aktuelle Produkt des milit\u00e4rischen Unterhaltungskomplexes war, handelt es sich doch nur um den neuesten Teil einer langen Geschichte der Verbreitung milit\u00e4rischer Propaganda in Hollywood. \u00abDas Pentagon und die CIA haben die direkte redaktionelle Kontrolle \u00fcber mehr als 2500 Filme und Fernsehsendungen ausge\u00fcbt\u00bb, so\u00a0<a href=\"https:\/\/www.latimes.com\/opinion\/story\/2022-05-30\/top-gun-maverick-memorial-day-tom-cruise-pentagon-propaganda\">Professor Roger Stahl<\/a>, der an der\u00a0<a href=\"https:\/\/comm.uga.edu\/directory\/people\/roger-stahl\">University of Georgia<\/a>\u00a0Propaganda und staatliche Gewalt erforscht.<\/p>\n<p>\u00abDas Ergebnis ist eine Unterhaltungskultur, die dahingehend manipuliert wird, relativ wenige Antikriegsfilme und Dutzende das Milit\u00e4r verherrlichende Blockbuster zu produzieren\u00bb,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/opinions\/25-years-later-remembering-how-top-gun-changed-americas-feelings-about-war\/2011\/08\/15\/gIQAU6qJgJ_story.html?itid=lk_inline_manual_42\">erkl\u00e4rte<\/a>\u00a0der Journalist David Sirota, der wiederholt auf die Gefahren des milit\u00e4rischen Unterhaltungskomplexes\u00a0<a href=\"https:\/\/davidsirota.com\/back-to-our-future-how-the-1980s-explain-the-world-we-live-in-now\/\">aufmerksam gemacht<\/a>\u00a0hat. \u00abUnd abgesehen von dem obligatorischen Dankesch\u00f6n der Filmemacher an das Pentagon im Abspann\u00bb,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/opinions\/25-years-later-remembering-how-top-gun-changed-americas-feelings-about-war\/2011\/08\/15\/gIQAU6qJgJ_story.html?itid=lk_inline_manual_42\">f\u00fcgte Sirota hinzu<\/a>, \u00abmerken die Zuschauenden selten, dass sie m\u00f6glicherweise staatlich subventionierte Propaganda sehen\u00bb.<\/p>\n<p><strong>Was kommt als n\u00e4chstes f\u00fcr das MIK?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Mehr als 60 Jahre, nachdem Eisenhower das Problem identifiziert und ihm einen Namen gab, nutzt der milit\u00e4risch-industrielle Komplex weiterhin seinen beispiellosen Einfluss, um Budget- und Politikprozesse zu korrumpieren, die Finanzierung nichtmilit\u00e4rischer L\u00f6sungen f\u00fcr Sicherheitsprobleme zu behindern und daf\u00fcr zu sorgen, dass Krieg immer die wahrscheinlichste \u00abL\u00f6sung\u00bb f\u00fcr die Probleme der USA bleibt. Die Frage ist: Was kann getan werden, um seine Macht \u00fcber unser Leben, unsere Lebensgrundlagen und letztendlich die Zukunft des Planeten zu verringern?<\/p>\n<p>Um den modernen milit\u00e4risch-industriellen Komplex zu bek\u00e4mpfen, muss man alle wichtigen S\u00e4ulen demontieren, auf denen seine Macht und sein Einfluss beruhen. Im Einzelnen w\u00fcrde das bedeuten:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Wahlkampffinanzierung reformieren;<\/li>\n<li>die Dreht\u00fcr zwischen R\u00fcstungsindustrie und Regierung stoppen;<\/li>\n<li>mehr Licht auf die Finanzierung politischer Kampagnen, Denkfabriken und Hollywoodfilme werfen;<\/li>\n<li>in die Arbeitspl\u00e4tze der Zukunft in den Bereichen gr\u00fcne Technologie und \u00f6ffentliche Gesundheit investieren, anstatt immer mehr Waffensysteme anzuh\u00e4ufen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Am wichtigsten ist vielleicht eine breit angelegte \u00f6ffentliche Aufkl\u00e4rungskampagne, um realistischere Perspektiven auf die angebliche chinesische Bedrohung zu \u00f6ffnen und dem aktuellen Klima der Angst entgegenzuwirken, das den Interessen des Pentagons und der riesigen R\u00fcstungsindustrie dient und dabei die Sicherheit von uns allen gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re nat\u00fcrlich kein kleines Unterfangen, aber die Alternative ist ein immer weiter ausuferndes Wettr\u00fcsten, das einen apokalyptischen Konflikt ausl\u00f6sen oder uns daran hindern k\u00f6nnte, existenzielle Bedrohungen wie Klimawandel und Pandemien anzugehen. Und dies ist inakzeptabel.<\/p>\n<p>______________<br \/>\n<em>\u00dcbersetzung von Klaus Mendler<\/em><\/p>\n<div class=\"wp-block-infosperber-interests\">\n<hr \/>\n<p><em>Themenbezogene Interessenbindung der Autorin\/des Autors<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Ben Freeman<\/em><\/strong><em>,\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/tomdispatch.com\/how-to-make-a-gulf-monarchy-all-american\/\"><em>Stammautor bei TomDispatch<\/em><\/a><em>, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Quincy Institute for Responsible Statecraft und Autor eines demn\u00e4chst erscheinenden Berichts \u00fcber die Finanzierung von Denkfabriken durch Pentagon-Auftragnehmer.\u00a0<\/em><br \/>\n<strong><em>William D. Hartung<\/em><\/strong><em>,\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/tomdispatch.com\/what-price-defense-2\/\"><em>Stammautor bei TomDispatch<\/em><\/a><em>, ist leitender Forschungsmitarbeiter am Quincy Institute for Responsible Statecraft und Autor von\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.amazon.com\/dp\/1568586973\/ref=nosim\/?tag=tomdispatch-20\"><em>\u00abProphets of War: Lockheed Martin and the Making of the Military-Industrial Complex\u00bb\u00a0<\/em><\/a><em>.<\/em><br \/>\n_____________________<br \/>\nMeinungen in Beitr\u00e4gen auf Infosperber entsprechen jeweils den pers\u00f6nlichen Einsch\u00e4tzungen der Autorin oder des Autors.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"wp-block-infosperber-box\">\n<blockquote>\n<p class=\"wp-block-heading\"><strong>F\u00fcr Putins Krieg gegen die Ukraine gibt es keine Entschuldigung<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die die betroffenen Menschen ist ein Krieg das Schlimmste: Komplett zerst\u00f6rte Infrastrukturen und Wohnh\u00e4user, kein Wasser, kein Strom, viele Tote und noch mehr schwer Verletzte und Vertriebene. Rachegef\u00fchle halten sich jahre- oder sogar jahrzehntelang.<\/p>\n<p>Pr\u00e4ventiv gef\u00fchrte Kriege gegen angebliche oder tats\u00e4chliche Bedrohungen verstossen gegen das V\u00f6lkerrecht und gegen die UNO-Charta. Weder feindliche Raketen an der Grenze noch Faschistengruppen noch diktatorische Verh\u00e4ltnisse noch Attentate rechtfertigen einen Krieg oder die Aneignung eines fremden Territoriums. Das gilt f\u00fcr Russland in der Ukraine genauso wie f\u00fcr die T\u00fcrkei in Syrien, f\u00fcr die saudische Koalition in Jemen oder wie fr\u00fcher f\u00fcr die USA im Irak und in Afghanistan.<\/p>\n<p>Nichts, aber auch\u00a0<a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/nichts-aber-auch-gar-nichts-rechtfertigt-den-angriffskrieg\/\">gar nichts rechtfertigt<\/a>\u00a0den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.<\/p>\n<p>V\u00f6lkerrechtlich sind milit\u00e4rische Kampfhandlungen nur zur Selbstverteidigung erlaubt, falls ein Land \u2013 wie die Ukraine \u2013 milit\u00e4risch angegriffen wird. Dann k\u00f6nnen und d\u00fcrfen andere L\u00e4nder dem angegriffenen Land helfen, sich gegen den Aggressor zu wehren.<\/p>\n<p>Wie bei jedem Krieg sollten alle Seiten bestrebt sein, ihn mit einem Waffenstillstand und einer Verhandlungsl\u00f6sung zu beenden. Ein erstes Nachgeben liegt beim Aggressor.<\/p>\n<p><em>Die Redaktion<\/em><\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vier Mega-R\u00fcstungskonzerne finanzieren Politiker, Think-Tanks und Kriegsfilme: Gegen China seien noch mehr Milliarden n\u00f6tig. Ben Freeman und William D. Hartung\/INFOsperber upg. Die beiden Autoren sind Wissenschaftler am\u00a0Quincy Institute for Responsable Statecraft. Dieser Beitrag der Webseite\u00a0TomDispatch\u00a0wurde am 4. Mai von\u00a0Scheerpost\u00a0verbreitet. 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