{"id":1712059,"date":"2023-01-27T13:18:32","date_gmt":"2023-01-27T13:18:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1712059"},"modified":"2023-01-27T13:18:32","modified_gmt":"2023-01-27T13:18:32","slug":"im-focus-die-kriegerischen-90er","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2023\/01\/im-focus-die-kriegerischen-90er\/","title":{"rendered":"Im Focus: Die kriegerischen 90er"},"content":{"rendered":"<p><strong>Als im Februar 2022 Russland die Ukraine angriff, war das Erschrecken gross: \u201eDer Krieg ist nach Europa zur\u00fcckgekehrt\u201c, verk\u00fcndeten Politik &amp; Medien und beklagten das Ende der europ\u00e4ischen Friedensordnung.<\/strong><\/p>\n<article>Bundeskanzler Scholz erinnerte letztes Jahr bei der Gedenkrede zum 8. Mai, dem Tag der Kapitulation des faschistischen Deutschland, an die lange Friedensperiode der Nachkriegszeit und daran, \u201ewie heute, 77 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Scholz-Rede-zum-8-Mai-im-Wortlaut-article23318080.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erneut rohe Gewalt das Recht bricht<\/a>, mitten in Europa\u201c.Aussenministerin Baerbock teilte am Tag der Invasion mit, sie und ihre Kollegen seien \u201eheute in einer anderen Welt aufgewacht&#8230; Mit dem milit\u00e4rischen Angriff auf die Ukraine bricht die russische Regierung vor den Augen der Welt mit den elementarsten Regeln der internationalen Ordnung\u2026 Die Europ\u00e4ische Friedensordnung der letzten Jahrzehnte ist die Grundlage\u00a0<a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/newsroom\/baerbock-ukraine\/2513392\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">f\u00fcr das Leben in Wohlstand und Frieden<\/a>\u201c. Und der Verletzung dieser Ordnung gelte es \u201eentschieden\u201c entgegenzutreten, mit robusten Mitteln, was, wie man mittlerweile weiss, milit\u00e4risch fast alles einschliesst \u2013 bis auf eine direkte NATO-Beteiligung.<\/p>\n<h3>Frieden in Europa?<\/h3>\n<p>Zum Fest des Friedens kamen nat\u00fcrlich wieder, wie fast an jedem Weihnachtsabend, Meldungen \u00fcber die beklagenswerte Unfriedlichkeit auf dem Globus. Am Heiligen Abend fielen z.B. in Europa Sch\u00fcsse \u201enahe einer Nato-Patrouille\u201c, wie die Bildzeitung (27.12.2022) meldete. Eine Situation sei \u201eentstanden, die leicht ausser Kontrolle geraten kann\u201c, kommentierte die FAZ (28.12.2022) und warnte vor einem \u201eWiederaufflammen der Gewalt\u201c, das den \u201eWesten in erheblich Schwierigkeiten st\u00fcrzen\u201c w\u00fcrde \u2013 und von dem Russland, das dieses Mal gar nicht beteiligt war, nat\u00fcrlich profitieren d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Der Schlusssatz macht klar: Es geht nicht um die neue Ostfront in der Ukraine. Die Sch\u00fcsse fielen n\u00e4mlich im Norden des Kosovo, wo schon seit langem die \u201eSpannungen wachsen\u201c (FAZ) und kein wirklicher Frieden herrscht, sondern gilt: \u201eSerbien bereits im Modus der 1990er-Kriegsjahre\u2026 Etwa 3760 Nato-Soldaten halten den fragilen Frieden in der Region aufrecht\u201c (Bild).<\/p>\n<p>Wer es vergessen haben sollte: Zur grossartigen europ\u00e4ischen Friedensordnung geh\u00f6ren allerlei (para-)milit\u00e4rische Konflikte, die mal als separatistische Militanz (siehe Spanien, Belgien) hochkochen oder (siehe Nordirland) einen Dauerzustand darstellen. Auch als Rivalit\u00e4t von Nachbarn (Griechenland und T\u00fcrkei) kennt man potenzielle Kriegsgr\u00fcnde, die immer wieder eingehegt werden m\u00fcssen. Und last but not least hat in Jugoslawien fast ein ganzes Jahrzehnt lang eine heftiger Krieg stattgefunden, der dem Ukrainekrieg das Wasser reichen kann.<\/p>\n<p>Vergessen haben die Zust\u00e4ndigen das Konfliktpotenzial nat\u00fcrlich nicht. \u201eIn diesem Moment, in dem die europ\u00e4ische Friedensordnung so stark angegriffen wird wie seit Jahrzehnten nicht mehr\u201c, sei es entscheidend, alle L\u00e4nder der Westbalkanregion in die EU zu bringen, erkl\u00e4rte etwa Aussenministerin Baerbock im Oktober 2022 auf der Berliner Westbalkan-Konferenz: \u201eDas ist eine Priorit\u00e4t f\u00fcr die deutsche Regierung\u201c. So werde der \u201eWeg frei f\u00fcr einen gemeinsamen regionalen Markt der westlichen Balkanstaaten\u201c (Die Welt, 21.10.2022). Und so geh\u00f6rt die Region dann zum festen Besitzstand der EU, die auch ihre Armenh\u00e4user entsprechend bewirtschaftet.<\/p>\n<h3>Ein Blick zur\u00fcck<\/h3>\n<p>Zum kriegerischen Jahrzehnt der europ\u00e4ischen Friedensordnung ist k\u00fcrzlich das Buch \u201eKrieg in Europa \u2013 Der Zerfall Jugoslawiens und der \u00fcberforderte Kontinent\u201c des Journalisten Norbert Mappes-Niediek erschienen, der damals als Korrespondent deutscher und \u00f6sterreichischer Zeitungen auf dem Balkan unterwegs war (daraus, so weit nicht anders vermerkt, die folgenden Zitate). Das Buch sollte Pflichtlekt\u00fcre f\u00fcr alle sein, die sich heutzutage \u00fcber den v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands in der Ukraine beklagen und die Putin die Zerst\u00f6rung der europ\u00e4ischen Friedensordnung zur Last legen. Dass dies eine Mischung aus Heuchelei und dreister L\u00fcge ist, macht das Buch schlagend deutlich.<\/p>\n<p>Zum einen sind ja seit dem Ende des Ost-West-Gegensatzes v\u00f6lkerrechtswidrige Kriege selbstverst\u00e4ndliches Mittel der NATO-Staaten, wenn eine Legitimierung \u00fcber den UNO-Sicherheitsrat nicht zu erhalten ist oder wenn die USA schlicht und ergreifend kein Interesse daran haben, wie von Bush jr. bis Trump explizit verk\u00fcndet, sich supranationalen Autorit\u00e4ten zu unterstellen. Mappes-Niediek, der an die Ausrufung einer \u201eNew World Order\u201c (US-Pr\u00e4sident Bush sr.) nach dem Ende des Ost-West-Gegensatzes erinnert, res\u00fcmiert das kriegstr\u00e4chtige Jahrzehnt der 90er, als sich die \u201eeinzig verbliebene Supermacht\u201c USA \u2013 mit einer weit gehend willf\u00e4hrigen russischen Regierung im Schlepptau \u2013 um die Erneuerung ihrer Weltordnung k\u00fcmmerte: \u201e\u201aRegime Change\u2019 wurde zum Schlagwort des Jahrzehnts. Wenn es nicht mit der Unterst\u00fctzung der Vereinten Nationen geht, dann eben ohne sie: Das blieb die Leitlinie der Vereinigten Staaten.\u201c (362). Der Autor erinnert auch daran (357), dass zwar die Einrichtung eines Internationalen Strafgerichtshofs in Gang kam \u2013 nachdem der Vorwurf der Kriegsverbrechen auf der jeweils anderen Seite die milit\u00e4rische Propaganda befeuert hatte \u2013, dass sich aber die USA gleich davon distanzierten; ja, dass Pr\u00e4sident Trump Sanktionen gegen die Ankl\u00e4ger des ICC verh\u00e4ngte, die gegen verd\u00e4chtige amerikanische Soldaten und Soldatinnen ermitteln wollten.<\/p>\n<p>Zum andern ist die europ\u00e4ische Friedensordnung, die seit Putins Krieg immer wieder als das Opfer russischer Machenschaften beschworen wird, eine Fiktion. Genauer gesagt: Sie hat sich gewissermassen vom ersten Tag an, als die Teilung der Welt aufh\u00f6rte und das \u201eGemeinsame Haus Europas\u201c (Gorbatschow) am Horizont erschien, als eine blutige Realit\u00e4t offenbart. Nicht mit Putins Invasion in die Ukraine ist ja der Krieg nach Europa zur\u00fcckgekehrt, wie es von den neuen Bellizisten immer heisst, sondern mit den milit\u00e4rischen Konflikten auf dem Balkan, die vom Westen kr\u00e4ftig gef\u00f6rdert und betreut, schliesslich auch selber gef\u00fchrt wurden. \u201e\u00dcber acht Jahre zogen sich die Jugoslawienkriege, 135000 Menschen kamen zu Tode, Millionen fl\u00fcchteten oder wurden vertrieben.\u201c (356)<\/p>\n<p>Der Kosovokrieg, den die NATO-Staaten \u2013 unter Bruch des V\u00f6lkerrechts \u2013 f\u00fchrten, sollte der \u201eletzte \u201aKrieg in Europa\u2018 sein\u201c, so der deutsche Aussenminister J. Fischer (357). In Wirklichkeit liess er eine unbefriedete Region zur\u00fcck, wurde zum Auftakt mehrerer Kriege in der europ\u00e4ischen Nachbarschaft und f\u00fchrte Deutschland\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/31580\/auslandseinsaetze-der-bundeswehr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">auf den Weg einer zunehmenden Militarisierung<\/a>. Anfang des neuen Jahrhunderts, unterm deutschen NATO-Generalsekret\u00e4r W\u00f6rner, konnte sich somit der ehemalige Kriegsverlierer als weltweit engagierte Milit\u00e4rmacht pr\u00e4sentieren, wie die Presse stolz vermeldete: \u201eDeutschland ist gr\u00f6sster Truppensteller f\u00fcr Auslandseins\u00e4tze und nach den USA\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/die-nato-braucht-deutschland\/a-1575704\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der zweitgr\u00f6sste Beitragszahler in der Allianz<\/a>\u201c. Diese Karriere begann mit den Kriegen auf dem Balkan. Mappes-Niediek res\u00fcmiert: \u201eIn Jugoslawien wurde gebombt, Deutschland war dabei.\u201c (358)<\/p>\n<p>Und schliesslich ist daran zu erinnern, dass Jugoslawien zum Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr Putins Invasion wurde. Der russische Herrscher verfuhr 2022 genau nach der Logik des Westens. Der hatte sich ja damals die Frage vorgelegt: \u201eDarf man intervenieren, wenn in einem Land Menschenrechte verletzt und B\u00fcrgerkriege gef\u00fchrt werden? Muss man es nicht sogar?\u201c (359) Die Amerikanisierung des V\u00f6lkerrechts \u2013 gefasst als Responsibility to protect \u2013 gab die klare Antwort: Man darf. Mit derselben Legitimation griff Putin 2022 zum Schutz einer bedrohten Volksgruppe in die Ukraine ein. Als er das tat, wurde im Westen nat\u00fcrlich gleich klargestellt: Quod licet Iovi, non licet bovi.<\/p>\n<h3>Krieg in Europa<\/h3>\n<p>\u201eKrieg in Europa: Als der Alarmruf zum ersten Mal\u201c \u2013 und zwar nach einigen Friedensjahrzehnten \u2013 \u201ewieder erklang, traf er auf Entsetzen, mehr aber noch auf ungl\u00e4ubiges Staunen. Krieg, wirklich?\u201c (9) schreibt einleitend Mappes-Niediek und meint nat\u00fcrlich nicht das ungl\u00e4ubige Staunen, das am Tag nach der russischen Invasion vom 24. Februar einsetzte und das gleich die erste grosse Kriegsl\u00fcge der neuen Konfliktlage produzierte: die von westlichen Politikern und Medien unisono verbreitete Legende, jetzt, auf Putins Initiative, sei der Krieg nach Europa zur\u00fcckgekehrt. Mappes-Niediek nennt dagegen das korrekte Datum, den Juni 1991, als die deutsche Tagesschau die ersten \u201eK\u00e4mpfe\u201c in Slowenen mit einem toten Soldaten meldete. Dies war der Start des Gemetzels auf dem Balkan, das fast ein Jahrzehnt dauerte und bis heute (siehe Bosnien-Herzogowina oder das Kosovo) zu keinem wirklichen Friedenszustand gef\u00fchrt hat. Stattdessen wird durch eine Art neokoloniales Diktat der EU nur ein fragiler Waffenstillstand aufrechterhalten.<\/p>\n<p>Als damals die Nachrichten die \u00d6ffentlichkeit an einen neuen Kriegszustand in Europa gew\u00f6hnten, handelte es sich nicht um eine Epoche von Hass und V\u00f6lkerfeindschaft, wie der neue R\u00fcckblick betont. Im Gegenteil, als der Ostblock sich aufl\u00f6ste, sahen Lobredner der US-Demokratie wie Francis Fukuyama das \u201eEnde der Geschichte\u201c gekommen: Der Siegeszug der Demokratie sei unumkehrbar und liberale Revolutionen breiteten sich auf dem Globus aus, der so zu einem transnationalen \u201eGlobal Village\u201c zusammenwachse. Das zur selben Zeit aufkommende Modewort \u201eGlobalisierung\u201c bekr\u00e4ftigte das. Jetzt, wo mit dem Ende des \u201eEisernen Vorhangs\u201c den Grenzen das Trennende genommen war, sollte die \u201eEine Welt\u201c zu ihrer Einheit finden, Nationalismus verschwinden und nationalstaatliche Selbstbehauptung ihre Bedeutung verlieren. \u201eNicht nur im Ostblock purzelten die Diktaturen\u201c, vermerkt Mappes-Niediek, \u201eauf der ganzen Welt entschieden sich freie Menschen f\u00fcr friedliche und demokratische Formen des Zusammenlebens\u201c (10). Erinnern kann man sich etwa an die Pinochet-Diktatur in Chile, die 1989 zu Ende ging, oder an das rassistische Apartheidsregime in S\u00fcdafrika, das nach der Wende abdankte.<\/p>\n<p>\u201eDass ausgerechnet in Europa der Triumph der Demokratie einen Krieg mit sich bringen w\u00fcrde, mochte sich auf dem Kontinent der sauber abgegrenzten Nationalstaaten niemand vorstellen.\u201c (10f) D.h. auf einem Kontinent, auf dem sich gerade Europa vereinigte. \u201e1991, das Jahr, als in Jugoslawien Krieg ausbrach, war auch das Jahr, in dem die Europ\u00e4ische Gemeinschaft ein grosses St\u00fcck weiter zusammenr\u00fcckte.\u201c (11) In diesem Jahr \u2013 das war das \u00fcberraschende Programm der Westm\u00e4chte \u2013 sollten nun lauter neue Nationalstaaten auf dem Balkan entstehen, mit sauber abgegrenzten nationalen Populationen (die dann nat\u00fcrlich erst durch \u201eethnische S\u00e4uberungen\u201c herzustellen waren), und wurde die Errichtung neuer Grenzz\u00e4une von den Machthabern, die auf demokratischem Weg aufgestiegen waren, den Betroffenen als ihr neues Gl\u00fcck verkauft \u2013 und von nationalistisch aufgehetzten Massen auch als solches genommen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie Ulrike Gu\u00e9rot in ihrem Essay \u201eEndspiel Europa\u201c 2022 den Traum von Europa mit der bitteren, unfriedlichen, nationalistisch aufgeheizten Konfliktlage des Jahres 2022 konfrontiert, deutet Mappes-Niediek auf den Kontrast zwischen der 1989\/1990 versprochenen Friedensdividende mit ihren Erwartungen eines demokratisch herbeiregierten allgemeinen Wohlstands und einer Realit\u00e4t, die genau das Gegenteil bereithielt. \u201eW\u00e4hrend auf dem Kontinent die Zeichen auf Vereinigung standen, l\u00f6ste Jugoslawien sich auf\u201c (11). Wie bei Gu\u00e9rot klingt auch hier eine \u2013 leider verpasste bzw. unterdr\u00fcckte \u2013 Alternative an, die statt der Schaffung klarer v\u00f6lkischer Verh\u00e4ltnisse im Interesse der \u201eKriegsherren Jugoslawiens\u201c (13) das multiethnische oder -kulturelle Potenzial des ehemaligen Vielv\u00f6lkerstaates bewahrt und von den unter Tito noch verbliebenen nationalistischen Resten befreit h\u00e4tte.<\/p>\n<h3>\u201eAls in Jugoslawien Krieg ausbrach\u201c<\/h3>\n<p>Zwei Einw\u00e4nde muss man jedoch gegen diesen aufschlussreichen R\u00fcckblick vorbringen, der das Ideal eines friedlich vereinten, multiethnisch ausbalancierten Kontinents unterstellt und dagegen im Klagemodus das Bild einer trostlosen Welt setzt. Erstens: Wenn sich herausstellt, dass die Ideale nichts wert sind, ja dass sich die vom Westen verbreiteten Visionen einer besseren Welt genau in dem Moment der \u201eZeitenwende\u201c von 1989\/90, als ihre Realisierung angestanden h\u00e4tte, in k\u00fcrzester Frist als Sinnest\u00e4uschungen erweisen, dann k\u00f6nnen sie kein ernsthaftes Projekt gewesen sein. Dann w\u00e4re folglich eine Untersuchung angebracht, die die wirkliche Rolle der Friedens- und anderen Idealismen aufsp\u00fcrt. Dann h\u00e4tte es nahe gelegen, sie etwa als \u2013 diplomatisch notwendige, auf Legitimation zielende \u2013 Umgangsformen im modernen Staatenverkehr unter die Lupe zu nehmen, denen man eventuell die wirklich g\u00fcltige Zielsetzung entnehmen kann.<\/p>\n<p>Zweitens gibt es bei Mappes-Niediek grunds\u00e4tzliche Aussagen, die einen aufhorchen lassen. Wie zitiert, kennt der Autor Weltlagen, in denen ein Krieg \u201eausbricht\u201c; oder es kommt dazu, dass sich Jugoslawien \u201eaufl\u00f6st\u201c. Ein Vorgang oder Land figurieren hier als Subjekte, die etwas bewirken und entscheidende Ver\u00e4nderungen in die Welt setzen. Das hat nat\u00fcrlich seine Tradition, aber man stelle sich einmal vor, zum neuesten Krieg in Europa w\u00fcrde es heissen, er sei am 24. Februar ausgebrochen. Nat\u00fcrlich spricht der Autor auch von den Kriegsherren Jugoslawiens, sieht hier etwa den serbischen Nationalismus mit seinem Anf\u00fchrer Milo\u0161evi\u0107 als Hauptkriegstreiber. Es klingt also an, dass es bestimmte Figuren in der politischen Klasse gab, die mit hoheitlicher Gewalt ihren Anhang zu der fatalen Konfrontation hindirigieren konnten.<\/p>\n<p>Aber hier liegt dann gleich ein weiteres Problem. Wenn man den Kriegsverlauf in den Blick nimmt, dann wird eins un\u00fcbersehbar klar: Nicht Jugoslawien l\u00f6ste sich auf, sondern es wurde vom Westen (seinerzeit sogar mit weit gehender Zustimmung Russlands) systematisch in seiner Aufl\u00f6sung betreut und gef\u00f6rdert, am Schluss dann durch direktes milit\u00e4risches Eingreifen \u201ebefriedet\u201c. Ohne die ausw\u00e4rtigen Interessen an dieser Region w\u00e4re es nicht zu der ausgreifenden milit\u00e4rischen Konfrontation gekommen, vielleicht w\u00e4re der Aufbruch in die neue Weltordnung nur mit ein paar v\u00f6lkischen Geh\u00e4ssigkeiten oder separatistischen Militanzaktionen verbunden gewesen, wie man sie aus anderen westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern kennt.<\/p>\n<p>Zur Beurteilung von Kriegsgr\u00fcnden und Kriegsverlauf durch den Journalisten Mappes-Niediek w\u00e4re im Einzelnen einiges anzumerken. Der Autor will auf eine tragische Verkettung in einem \u201edunklen Jahrzehnt\u201c hinaus. Dabei bringt er es fertig, \u00fcber eine parallele Milit\u00e4raktion, mit der damals die NATO-F\u00fchrungsmacht befasst und angeblich von Europa abgelenkt war, zu schreiben: \u201eDer Januar [1991] hatte im Nahen Osten den Zweiten Golfkrieg gebracht.\u201c (77) Und die EU-Gr\u00f6ssen trafen sich zur selben Zeit in Br\u00fcssel, wo sie abends die Tagesschau \u00fcber das Geschehen auf dem Balkan mit den ersten Schusswechseln informierte: \u201eDie versammelten Regierungschefs waren sich der Brisanz der Nachricht bewusst. Sofort schickten sie hochrangige Emiss\u00e4re nach Belgrad, um das Schlimmste zu verhindern.\u201c (78)<\/p>\n<p>Kriege brechen aus oder kommen zu einem bestimmten Datum auf die Welt, Regierungschefs m\u00e4chtiger Staaten sehen abends Nachrichten und sind ersch\u00fcttert. Sie wollen eigentlich den Nationalismus abschaffen und die europ\u00e4ischen V\u00f6lker vereinigen, haben dabei alle m\u00f6glichen Probleme am Hals, sodass sie den Aufruhr auf dem Balkan, unmittelbar vor ihrer Haust\u00fcr, nicht richtig wahrnehmen und erst \u2013 hilflos und unabgestimmt \u2013 eingreifen, wenn es zu sp\u00e4t ist. Alles in allem, sind sie Macher eines \u201e\u00fcberforderten Kontinents\u201c. Fast so wie die legend\u00e4ren \u201eSchlafwandler\u201c von 1914. Wer\u2019s glaubt wird selig! Nat\u00fcrlich glaubt auch Mappes-Niediek solche Beurteilungen nicht wirklich. An anderer Stelle weiss er zu berichten, dass \u201eschon im Juli 1990, ein ganzes Jahr vor Kriegsbeginn\u201c (116), in der deutschen Politik \u00fcber eine Sezession Kroatiens diskutiert wurde, dass Deutschland unter Kohl und Genscher vorpreschte; und zwar im Bewusstsein seiner neu errungenen Machtstellung, die bei den \u201ePartnern\u201c misstrauisch be\u00e4ugt wurde, \u201edenn die Begeisterung f\u00fcr eine Wiedervereinigung Deutschlands hielt sich auch bei engen Verb\u00fcndeten in Grenzen.\u201c (117)<\/p>\n<p>Eine sehr diplomatische Formulierung! Deutschland erhob damals einen F\u00fchrungsanspruch bei der Neugestaltung des europ\u00e4ischen Hauses, der bei den anderen EU-Mitgliedern auf Widerspruch stiess. Diese Hindernisse mussten Kohl und Co. erst abarbeiten. Wenn man n\u00e4her hinblickt, offenbart sich also das angeblich Z\u00f6gern und Abwarten des \u201eWestens\u201c als Folge einer Konkurrenzaff\u00e4re: Imperialistischer Staaten kamen sich bei der Neuordnung des Kontinents ins Gehege und mussten Statusfragen kl\u00e4ren. Die Kohl-Regierung setzte sich durch und die verh\u00e4ngnisvollen Daten f\u00fcr die folgenden Kriege. Das Programm, das hierzulande von Medien und politischer Klasse geteilt wurde, sollte eben \u201edas betr\u00e4chtliche Gewicht des wiedervereinigten Deutschland unbedingt einbringen \u2013 nicht aus imperialen Gel\u00fcsten, sondern aus Verantwortungsgef\u00fchl\u201c (125), wie der Balkan-Experte formuliert.<\/p>\n<p>Tja, die Verantwortung! Sich verantwortlich zu f\u00fchlen f\u00fcr die Ordnungsprobleme auf dem Globus, sich zust\u00e4ndig zu erkl\u00e4ren f\u00fcr das Urteil, wo Separatismus, B\u00fcrgerkrieg oder Krieg statthaft sind und wo nicht, sich mit R\u00fcstungsexport, \u201eleading from behind\u201c oder direkter Intervention einzumischen und sich damit Einflusszonen in Form eines gemeinsamen Marktes etc. zu sichern \u2013 all das hat nat\u00fcrlich mit imperialen Gel\u00fcsten nichts zu tun. Woher man das weiss? Ja klar, von \u201eunseren\u201c Politikern, die dauernd sagen, dass es ihnen darum nicht geht: Imperialismus betreibt nur die andere Seite!<\/p>\n<p>Seit Jahrzehnten erfahren die Deutschen, ihr Land sollte und m\u00fcsste und wollte, weil es sich so sehr gel\u00e4utert hat, mehr Verantwortung \u00fcbernehmen. 1999 erfolgte die definitive Verantwortungs\u00fcbernahme in der Form, dass man sich dem milit\u00e4rischen \u00dcberfall auf Serbien anschloss. Und heute ist klar, dass Deutschland zur Rolle einer milit\u00e4rischen F\u00fchrungsmacht berufen ist \u2013 verantwortlich f\u00fcr kontinentale und globale Ordnungsfragen, bis hin zur Ausschaltung systemischer Rivalen und zur ultimativen Behauptung unserer \u201eregelbasierten Weltordnung\u201c (siehe dazu die Reihe von Manfred Henle). Wie kann man da nur auf Imperialismus kommen?<\/p>\n<\/article>\n<p class=\"author\" style=\"text-align: right;\">Johannes Schillo<\/p>\n<p class=\"fussnoten\"><strong>Nachweise<\/strong><\/p>\n<p>Manfred Henle, Die regelbasierte Weltordnung \u2013 und ihre Feinde, Teil 1-4, Untergrund-Bl\u00e4ttle, Dezember 2022:<br \/>\n<a class=\"fussnoten_links\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ausland\/die-regelbasierte-weltordnung-und-ihre-feinde-7389.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.untergrund-bl\u00e4ttle.ch\/politik\/ausland\/die-regelbasierte-weltordnung-und-ihre-feinde-7389.html<\/a><br \/>\n<a class=\"fussnoten_links\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ausland\/die-nuklearwaffen-frage-global-gestellt-7397.html\">https:\/\/www.untergrund-bl\u00e4ttle.ch\/politik\/ausland\/die-nuklearwaffen-frage-global-gestellt-7397.html<\/a><br \/>\n<a class=\"fussnoten_links\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ausland\/die-regelbasierte-weltordnung-und-ihre-feinde-teil-3-7398.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.untergrund-bl\u00e4ttle.ch\/politik\/ausland\/die-regelbasierte-weltordnung-und-ihre-feinde-teil-3-7398.html<\/a><br \/>\n<a class=\"fussnoten_links\" href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/ausland\/die-regelbasierte-weltordnung-und-ihre-feinde-teil-4-7399.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.untergrund-bl\u00e4ttle.ch\/politik\/ausland\/die-regelbasierte-weltordnung-und-ihre-feinde-teil-4-7399.html<\/a><\/p>\n<p>Norbert Mappes-Niediek, Krieg in Europa \u2013 Der Zerfall Jugoslawiens und der \u00fcberforderte Kontinent. Rowohlt Berlin 2022<\/p>\n<p>Johannes Schillo, Rezension zu Mappes-Niediek, Krieg in Europa, socialnet, 6.1.2023,\u00a0<a class=\"fussnoten_links\" href=\"https:\/\/www.socialnet.de\/rezensionen\/30199.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.socialnet.de\/rezensionen\/30199.php<\/a><\/p>\n<p>Johannes Schillo, Was heutzutage wissenschaftlich untragbar ist, Overton-Magazin, 20.11.2022,\u00a0<a class=\"fussnoten_links\" href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/was-heutzutage-wissenschaftlich-untragbar-ist\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/was-heutzutage-wissenschaftlich-untragbar-ist\/<\/a>.<\/p>\n<div id=\"artikel_footer\">\n<div id=\"social_share\">\n<p class=\"text_diesen_artikel_1\">\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als im Februar 2022 Russland die Ukraine angriff, war das Erschrecken gross: \u201eDer Krieg ist nach Europa zur\u00fcckgekehrt\u201c, verk\u00fcndeten Politik &amp; Medien und beklagten das Ende der europ\u00e4ischen Friedensordnung. 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