{"id":1706585,"date":"2023-01-06T17:48:22","date_gmt":"2023-01-06T17:48:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1706585"},"modified":"2023-01-09T15:41:00","modified_gmt":"2023-01-09T15:41:00","slug":"antisemitismus-vorwuerfe-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2023\/01\/antisemitismus-vorwuerfe-teil-1\/","title":{"rendered":"Antisemitismus-Vorw\u00fcrfe Teil 1"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Mai 2019 verabschiedete der Bundestag eine Resolution, in der Argumentationsmuster und Methoden der BDS-Bewegung als antisemitisch bezeichnet wurden (vgl. Wetzel 2019: 76). Ich konnte die BDS-Kampagne \u2013 Boykott des Kaufes von Waren aus israelischen Siedlungsgebieten \u2013 nachvollziehen, daher verunsicherten mich diese Entscheidung und die anschlie\u00dfenden Diskussionen. War ich nun antisemitisch?<\/strong><\/p>\n<p>Im Juni 2019 trat der Direktor des J\u00fcdischen Museums, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peter_Sch%C3%A4fer_(Judaist)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Peter Sch\u00e4fer<\/a>, zur\u00fcck. Er hatte angeblich die Interessen und Perspektiven der Pal\u00e4stinenser*innen im Gegensatz zu denen Israels zu stark vertreten. Ich neigte auch in diesem Fall jenen Wissenschaftler*innen und Autor*innen zu, die sich f\u00fcr Peter Sch\u00e4fer einsetzten (vgl. Bax 2019). Aber wenn so viele Institutionen seine Position als antisemitisch einsch\u00e4tzten \u2013 was sollte ich davon halten?<\/p>\n<p>Im Dezember 2020 erkl\u00e4rten eine Vielzahl von renommierten K\u00fcnstler*innen, Wissenschaftler*innen und Intellektuellen in der Initiative Weltoffenheit den verallgemeinerten Antisemitismus-Vorwurf f\u00fcr falsch, aber auch ihnen gegen\u00fcber \u00e4u\u00dferten anerkannte Pers\u00f6nlichkeiten scharfe Kritik. Ich tendierte zu den in den Medien aufgef\u00fchrten Argumenten der Initiative, wollte mich aber nicht n\u00e4her damit besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Bis zu dem Zeitpunkt, als der Antisemitismus-Vorwurf gegen\u00fcber Amnesty International erhoben wurde: Amnesty, eine Organisation, die die Unterdr\u00fcckung der Meinungsfreiheit und die Ausschaltung unerw\u00fcnschter Stimmen in allen Teilen der Welt anprangert und manchmal auch erreicht, dass mutigen Menschen Gef\u00e4ngnis, Folter, Ermordung erspart bleiben. Im September 2019 hatte Amnesty noch voller Sorge \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.amnesty.de\/informieren\/aktuell\/deutschland-antisemitismus-leise-rauscht-es-mittendrin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zunahme<\/a> des Antisemitismus in Deutschland berichtet, \u00c4hnliches \u00e4u\u00dferte die Organisation im November anl\u00e4sslich des <a href=\"https:\/\/www.amnesty.de\/allgemein\/pressemitteilung\/deutschland-erinnerung-an-opfer-des-nationalsozialismus-antisemitismus-entgegentreten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gedenktages<\/a> f\u00fcr die Opfer des Nationalsozialismus. Und doch galt Amnesty nach dem Erscheinen des Amnesty-Jahresberichts 2021\/22 als antisemitisch. Grund war die Behauptung, Israel praktiziere Apartheid gegen\u00fcber den arabischen Bewohner*innen des Staates Israel und der Siedlungsgebiete. <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2022\/31\/amnesty-international-antisemitismus-israel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zeit Online<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article236605811\/Antisemitismus-Amnesty-erliegt-Verlockungen-der-Schwarzweissmalerei.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Welt<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amnesty-israel-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutsch-Israelische Gesellschaft<\/a> und die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amnesty-israel-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesregierung<\/a> emp\u00f6rten sich \u00fcber den vermeintlichen Antisemitismus. Der Zentralrat der Juden in Deutschland forderte eine Entschuldigung. <a href=\"https:\/\/www.amnesty.de\/informieren\/aktuell\/menschenrechte-schuetzen-antisemitismussensibilitaet-staerken\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Amnesty<\/a> erkl\u00e4rte, dass die gleichen Kriterien f\u00fcr Israel wie f\u00fcr andere L\u00e4nder gelten und dass daher der Begriff Apartheid f\u00fcr die Behandlung der arabischen Bev\u00f6lkerung durch Israel korrekt sei. Gleichzeitig betonte die Organisation, wie wichtig eine Sensibilisierung gegen Antisemitismus sei. Diesmal war ich nicht verunsichert, sondern emp\u00f6rt \u00fcber den Vorwurf des Antisemitismus. Aber ich wollte nicht in irgendeinen Chor einstimmen, ohne <em>genau<\/em> zu wissen, worum es eigentlich geht. Zun\u00e4chst hielt mich der \u00dcberfall Russlands auf die Ukraine in Atem, dann kamen die Skandale um die Documenta15.<\/p>\n<p>Ich hatte nur wenig \u00fcber diese Documenta gelesen, aber das Wenige erweckte in mir den Eindruck, dass in Kassel etwas Gro\u00dfartiges stattfand: Eine Ausstellung auf deutschem Boden, die den ehemals kolonialisierten globalen S\u00fcden ohne Kontrolle sprechen, dokumentieren, zeigen lie\u00df, wie die Menschen dort die Welt sahen. In den folgenden erregten Diskussionen \u00fcber antisemitische Inhalte der Ausstellung verlangten Kritiker*innen nicht nur R\u00fccktritte der Verantwortlichen, sondern auch die Verlegung der Documenta an einen anderen Ort. Viele bekannte K\u00fcnstler*innen und Autor*innen nahmen Partei f\u00fcr das Konzept (z.B. Menasse 2022; Detjen 2022). Dagegen war die Reaktion von Natan Sznaider ersch\u00fctternd: \u201eWas f\u00fcr uns Juden bleibt, ist, sich von der Illusion zu verabschieden, dass es f\u00fcr Antisemitismus im \u00f6ffentlichen Raum Deutschlands keinen Platz mehr gibt. Es gibt diesen Raum und wir Juden m\u00fcssen lernen, damit umzugehen. Man kann Antisemitismus oder Antiisraelismus nicht einfach wegdenken oder mit der richtigen P\u00e4dagogik von Antisemitismusexperten wegzaubern\u201c (2022:1).<\/p>\n<p>Diese Resignation verst\u00e4rkte meine Verunsicherung. Denn wie konnte es zu dieser erregten Debatte kommen? Wollten nicht alle das Gleiche, n\u00e4mlich keinen Antisemitismus?<\/p>\n<p>Von Kindheit an kamen Juden (1) in meinem Leben vor: Menschen, die meinen Eltern oder auch mir pers\u00f6nlich nahestanden, ohne dass ich den Holocaust st\u00e4ndig reflektierte. Da ich nun jedoch erfuhr, dass ich die Meinungen von Antisemit*innen teilte, f\u00fchlte ich mich pers\u00f6nlich angegriffen. Ich musste den Vorw\u00fcrfen nachgehen.<\/p>\n<p>Bei meinen Recherchen fand ich zun\u00e4chst in den Unterlagen meines Vaters eine unscheinbare Brosch\u00fcre mit dem Titel \u201eImmer wieder \u2013 \u201aDie Juden&#8217;\u201c. Im Gegensatz zu der durch den Titel geweckten Erwartung, es handle sich bei dem Titel um eine antisemitische Schm\u00e4hschrift, ist dies eine Verteidigungsrede f\u00fcr die Juden in einer antisemitischen deutschen Gesellschaft. Mein Vater hat sie unter dem Pseudonym Lothar Ball 1953 oder 1954 verfasst. Sie war ein Versuch, nach dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Holocaust, Antisemit*innen die Absurdit\u00e4t ihrer Haltung klar zu machen. Ein hilfloser Versuch, denn es war die Zeit, in der die \u201eWiedergutmachung\u201c diskutiert und begonnen wurde. Die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der westdeutschen Bev\u00f6lkerung lehnte sie ab (2). Damals WAR die deutsche Gesellschaft weitgehend antisemitisch.<\/p>\n<p>Aber ich wusste schon als Kind: Wir, das hei\u00dft, die autochthone Bev\u00f6lkerung der BRD, haben mit dem Holocaust eine ungeheure Schuld auf uns geladen. Auch wenn nicht alle Deutschen daf\u00fcr verantwortlich waren, so haben sie es geschehen lassen. Diese Schuld geh\u00f6rt zu unserer Geschichte und ist auch aus der Gegenwart nicht wegzudenken. Selbst wenn alle T\u00e4ter*innen und alle Holocaust-\u00dcberlebenden gestorben sind, werden Deutsche sich an die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes erinnern und der Opfer gedenken m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Und nun die Verunsicherung: Waren meine Einsch\u00e4tzungen von Israel als Kolonialmacht Antisemitismus? War das Etikett \u201eApartheid\u201c f\u00fcr Israel ein Ausdruck von Antisemitismus? Konnte meine Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber zwei kleinen Flecken auf einem St\u00fcck Stoff bei der Documenta als Judenfeindschaft gelten? Auch wenn die <a href=\"https:\/\/www.gg53weltoffenheit.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Initiative Weltoffenheit<\/a> mir aus der Seele sprach \u2013 mein Wissen reichte nicht aus, um eine eigenst\u00e4ndige Perspektive zu entwickeln. Was ist \u00fcberhaupt Antisemitismus?<\/p>\n<h3><strong>Antisemitismus und Juden in Deutschland<\/strong><\/h3>\n<p>Ich begann mit der Frage, als was Antisemitismus heute angesehen wird. Eine allgemein anerkannte Definition von Antisemitismus gibt es allerdings nicht (vgl. a. Antisemitismus in Deutschland 2011: 10).<\/p>\n<p>In den aktuellen Auseinandersetzungen spielten vor allem zwei Definitionen eine Rolle, die der International Holocaust Remembrance Alliance (<a href=\"https:\/\/www.anders-denken.info\/informieren\/%E2%80%9Earbeitsdefinition-antisemitismus%E2%80%9C-ihra\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHRA<\/a>) und die <a href=\"https:\/\/jerusalemdeclaration.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jerusalem Erkl\u00e4rung<\/a>. Erstere wird dem Antisemitismusbericht der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency f\u00fcr 2021 zugrunde gelegt. Viele Staaten und Organisationen beziehen sich auf diese Erkl\u00e4rung, so auch der Deutsche Bundestag bei der Resolution zur BDS-Kampagne.<\/p>\n<p>Die Definition des IHRA wurde ebenso kritisiert (z.B. von Holz\/Haury 2022: 18; Asseburg 2020: 295; Detjen 2022; Neiman 2022) wie die 2021 ver\u00f6ffentlichte sogenannte Jerusalem-Erkl\u00e4rung (z.B. von der <a href=\"https:\/\/www.amadeu-antonio-stiftung.de\/die-jerusalemer-erklaerung-eine-kritik-aus-sicht-der-antisemitismusforschung-69915\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antonio Amadeo Stiftung<\/a> 2022; Grigat 2022b).<\/p>\n<p>Da die meisten Diskussionen sich um die Beziehung zu Israel drehen, konzentrieren sich neuere Publikationen von vorneherein auf den Antisemitismus im Hinblick auf Israel (vgl. Rensmann 2021 und Holz\/Haury 2021) W\u00e4hrend Rensmann die verschiedenen Aspekte von Judenfeindschaft bezogen auf Israel benennt, betrachten Holz und Haury \u201eAntisemitismus als eine Selbst- und Weltsicht, in der die Identit\u00e4t eines Ich und Wir in ein Weltverst\u00e4ndnis integriert ist, in dem die angeblichen \u00dcbel \u201aunserer\u2018 Welt den \u201aJuden\u2018 zur Last gelegt werden\u201c (356). Die Autoren insistieren in ihrer grundlegenden Analyse auf der Bedeutung des Kontexts, aus dem heraus und in dem eine Aussage gemacht wird. Aber dazu bedarf es zun\u00e4chst der Kenntnisse \u00fcber Juden in Deutschland und \u00fcber den Staat Israel.<\/p>\n<p>Um zu begreifen, was Antisemitismus bei der j\u00fcdischen Minderheit anrichtet, macht es Sinn, zu fragen, wer in Deutschland als Jude lebt und vom Antisemitismus potentiell betroffen ist. Die Gesamtzahl von Juden in Deutschland wurde 2019 auf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschichte_der_Juden_in_Deutschland#Deutschland_ab_1990\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">225.000<\/a> gesch\u00e4tzt. 2021 geh\u00f6rten in Deutschland <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1232\/umfrage\/anzahl-der-juden-in-deutschland-seit-dem-jahr-2003\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">91.839<\/a> Menschen j\u00fcdischen Gemeinden an, also weniger als die H\u00e4lfte der j\u00fcdischen Minderheit. Innerhalb der religi\u00f6sen wie der nicht religi\u00f6sen Judenschaft gibt es eine gro\u00dfe Heterogenit\u00e4t, die sich aus der Diversit\u00e4t j\u00fcdischer Schicksale und Lebensentw\u00fcrfe speist und sich insofern nicht von der Heterogenit\u00e4t anderer Gesellschaften unterscheidet, in denen Diversit\u00e4t zugelassen ist. Die religi\u00f6sen j\u00fcdischen Gemeinschaften, Israel nahestehende Institutionen und israelische Politiker sind es allerdings, die den Diskurs \u00fcber Juden in Deutschland dominieren. Diese Dominanz fordert die Kritik s\u00e4kularer Juden heraus (z.B. Amtmann 2022; Neiman 2022). Das \u201eMachtmonopol und die damit verbundene Deutungshoheit zentralisierter Institutionen oder die Idee, diese w\u00fcrden f\u00fcr alle J\u00fcd*innen sprechen\u201c schlie\u00dft viele Juden aus (Amtmann 2022: 106). Die Forderung: \u201eJ\u00fcdischkeit und Zugang zu j\u00fcdischer Kultur und Community sollten nicht an die Bedingung von Religiosit\u00e4t oder religi\u00f6ser Zugeh\u00f6rigkeit gekn\u00fcpft sein\u201c (ebenda:108).<\/p>\n<p>Empirische Untersuchungen k\u00f6nnten Belege f\u00fcr die Einsch\u00e4tzungen von Juden zum Antisemitismus erbringen. Die Befragungen der Europ\u00e4ischen Union von Juden zum Antisemitismus (2012 und 2018) hatten jedoch gravierende methodische Fehler: \u201eSelbstbeteiligung, \u00dcberrepr\u00e4sentanz von Teilnehmern, die durch j\u00fcdische Medien motiviert und informiert waren und starke Unterbeteiligung von Nichtmitgliedern j\u00fcdischer Gemeinden und Organisationen \u2013 etwa die H\u00e4lfte der Juden Europas\u201c (Brecher 2020:55f).\u201c Sie reproduzierten auf diese Weise \u201ebekannte Wahrnehmungsmuster, ohne die beschr\u00e4nkte Aussagekraft dieser Ergebnisse zu betonen\u201c (ebenda).<\/p>\n<p>Die j\u00fcngste Antisemitismus-Studie des Allensbach-Instituts im Auftrag des American Jewish Committee Berlin unter der deutschen Bev\u00f6lkerung hat das Ziel, die Meinungen der Bev\u00f6lkerung zum Antisemitismus zu erheben. Die Ergebnisse zeigen bei den Befragten \u201eeine gro\u00dfe Sensibilit\u00e4t gegen\u00fcber dem Problem des Antisemitismus\u201c (S.7). Antisemitische Einstellungen in der Bev\u00f6lkerung haben nicht stark zugenommen, dieses Ergebnis deckt sich mit dem <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/antisemitismus\/dossier-antisemitismus\/322899\/antisemitische-einstellungsmuster-in-der-mitte-der-gesellschaft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">anderer Untersuchungen<\/a> (3) , aber zwei Drittel der Befragten glauben dies. Die Forscher*innen vermuten aufgrund der Mediennutzung der Befragten, \u201edass das Meinungsbild in dieser Frage zumindest teilweise medienvermittelt ist\u201c (American Jewish Committee 2022: 6).<\/p>\n<p>Die Besonderheit der Befragung liegt in der Gegen\u00fcberstellung von Ergebnissen der Durchschnittsbev\u00f6lkerung und denen muslimischer Befragter. Die Forscher*innen gingen \u2013 vermutlich auf Gehei\u00df der Auftraggeber \u2013 davon aus, dass Muslim*innen eine besondere Gruppe von zu Befragenden darstellen, obwohl wir wissen, dass in Deutschland die gr\u00f6\u00dfte Anzahl von antisemitischen \u00dcbergriffen und vor allem von Gewalttaten von Rechtsextremist*innen ver\u00fcbt werden. Vernachl\u00e4ssigt wird ferner, dass Muslim*innen selbst rassistischen \u00dcbergriffen und Gewalt ausgesetzt sind. Von daher erscheint die durchg\u00e4ngige Unterscheidung des Samples als Vorurteil gegen\u00fcber dieser Bev\u00f6lkerungsgruppe. Dabei sind die Unterschiede zwischen beiden Gruppen h\u00e4ufig gering. Das betrifft z.B. die Antworten auf die Fragen, ob Antisemitismus in Deutschland ein Problem sei und ob angemessen dar\u00fcber gesprochen werde (ebenda, S 8\/9). Nur 43 % der Befragten finden Juden sympathisch, aber immerhin noch 37 % der Muslime. Umgekehrt finden 25 % der Befragten Muslime sympathisch, hingegen 76 % der Muslime. In diesen Ergebnissen spiegelt sich der Kontext der muslimischen Minderheit, der \u201edurch ein \u201arassifiziertes System gesellschaftlicher Arbeitsteilung\u2018 gekennzeichnet (ist), das sie zu Fremden in der Einwanderungsgesellschaft macht \u201c (Holz\/Haury 2021: 206)(4).<\/p>\n<p>Diese Studie unterscheidet sich zwar positiv von den EU-Studien im Hinblick auf Repr\u00e4sentativit\u00e4t. Ein Online-Fragebogen kann jedoch einem so vielschichtigen Problem wie dem Antisemitismus aus methodologischen Gr\u00fcnden nicht gerecht werden. Differenzierte, qualitative Untersuchungen (5), wie sie derzeit im Forschungsverbund fona21 laufen, werden hoffentlich Aufschl\u00fcsse geben, ob und in welcher Weise Juden Antisemitismus erleben.<\/p>\n<p><em>Fortsetzung Teil 2: <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2023\/01\/antisemitismus-vorwuerfe-teil-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2023\/01\/antisemitismus-vorwuerfe-teil-2\/<\/a><\/em><\/p>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p>(1) Obwohl Gender-Bef\u00fcrworterin verwende ich das Wort \u201eJuden\u201c, um Aussagen \u00fcber beide bzw. mehrere Geschlechter zu machen. Sowohl vom Sprachlichen wie vom Schriftlichen her ist \u201eJ\u00fcd*innen\u201c aufgrund eines im Begriff \u201eJuden\u201c fehlenden Umlauts m.E. keine L\u00f6sung des sprachlichen Gender-Problems. Mit dem Wort \u201eJuden\u201c sind im Folgenden alle Geschlechter gemeint. Sofern es sich ausschlie\u00dflich um m\u00e4nnliche oder weibliche Juden handelt, wird dies mit dem Zusatz eines Adjektivs kenntlich gemacht.<\/p>\n<p>(2) \u201eLediglich 11 Prozent der Bundesb\u00fcrger bef\u00fcrworteten das Wiedergutmachungsgesetz. 44 Prozent lehnten es rundheraus als \u00fcberfl\u00fcssig ab und bedienten sich hierzu eines ganzen Arsenals antisemitischer Ressentiments\u2026\u201c(Holz\/Haury 2021: 88, Anmerkung 5). vgl. auch die ersch\u00fctternden Ergebnisse zum fehlenden Schuldbewusstsein der Deutschen in Adorno\/Horkheimer 1954.<\/p>\n<p>(3) Die <a href=\"https:\/\/www.fes.de\/index.php?eID=dumpFile&amp;t=f&amp;f=68448&amp;token=c002a3d4daf04abcca8f2e0dfc8e6f7184715818\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eMitte-Studie\u201c<\/a> der Friedrich-Ebert Stiftung ergibt einen nicht eindeutigen Befund. Die <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/sites\/default\/files\/2022-11\/decker-kiess-heller-braehler-2022-leipziger-autoritarismus-studie-autoritaere-dynamiken-in-unsicheren-zeiten_0.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Autoritarismus-Studie<\/a> der Heinrich B\u00f6ll-Stiftung stellt sogar eine Reduzierung des ge\u00e4u\u00dferten Antisemitismus fest. Die Unterschiede der Ergebnisse k\u00f6nnen hier nicht analysiert werden.<\/p>\n<p>(4) Zitat im Zitat: Stender, Wolfram (2010): Konstellationen des Antisemitismus.<\/p>\n<p>Die Ablehnung bestimmter Bev\u00f6lkerungsgruppen ist laut den Ergebnissen der Studie in einigen F\u00e4llen bei der deutschen Bev\u00f6lkerung ausgepr\u00e4gter als bei den Muslimen (z.B. Nordafrikaner*innen, Schwarze, T\u00fcrk*innen). Bei den Sinti und Roma unterscheiden sich beide Gruppen kaum. Der gemeinschaftliche Rassismus und der der deutschen Bev\u00f6lkerung wird nicht thematisiert (S. 17\/18).<\/p>\n<p>(5) Eine tiefer gehende wissenschaftliche Arbeit w\u00fcrde vermutlich schon bestehende qualitative Untersuchungen zutage f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><strong><em>Der Beitrag ist auch auf <a href=\"https:\/\/hildevonballuseck.wordpress.com\/2023\/01\/04\/antisemitismus-vorwurfe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hilde von Ballusecks Blog<\/a> zu finden.<\/em><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Adorno, Theodor W. und Max Horkheimer (1954): Schuld und Abwehr. <a href=\"http:\/\/www.agpolpsy.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/adorno-schuld-und-abwehr.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.agpolpsy.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/adorno-schuld-und-abwehr.pdf<\/a>. Abruf 12.11.22<\/li>\n<li>Amadeu Antonio Stiftung (Hrsg., 2022): Zum Umgang mit Antisemitismus<br \/>\nheute: documenta &amp; Co.. Zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus #10. <a href=\"https:\/\/www.amadeu-antonio-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/zivilgesellschaftliches-lagebild-antisemitismus_10.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.amadeu-antonio-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/zivilgesellschaftliches-lagebild-antisemitismus_10.pdf<\/a><\/li>\n<li>American Jewish Committee: Antisemitismus in Deutschland. Eine Repr\u00e4sentativbefragun durchgef\u00fchrt von dem Institut f\u00fcr Demoskopie Allensbach 2022. <a href=\"https:\/\/ajcgermany.org\/system\/files\/document\/AJC\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/ajcgermany.org\/system\/files\/document\/AJC<\/a> Berlin_Antisemitismus in Deutschland_Eine Repr\u00e4sentativbefragung.pdf<\/li>\n<li>Amtmann, Debora (2022): S\u00e4kulare Utopien. In: Caz\u00e9s: 103-11<\/li>\n<li>Antisemitismus in Deutschland. Erscheinungsformen, Bedingungen, Pr\u00e4ventionans\u00e4tze. Bericht des unabh\u00e4ngigen Expertenkreises Antisemitismus. Herausgegeben vom Bundesministerium des Innern: 2011.<\/li>\n<li>Arnold, Sina: Der neue Antisemitismus der Anderen? Islam, Migration und Flucht. In: Heilbronn u.a.: 128-158)<\/li>\n<li>Asseburg, Muriel (2020): Die deutsche Kontroverse um die BDS-Bewegung. In: Benz: 284-298<\/li>\n<li>Ball, Lothar (i.e. Lothar von Balluseck; o.J., vermutlich 1953 oder 1954): Immer wieder \u2013 \u201eDie Juden\u201c. K\u00f6ln: Selbstverlag<\/li>\n<li>B\u00f6hm, Marion (2018): \u00dcber 70 Jahre Krieg. <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/heute\/israeluebersechzigjahrekrieg-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/heute\/israeluebersechzigjahrekrieg-100.html<\/a><\/li>\n<li>Bartov, Omer (2019): Der alte und der neue Antisemitismus. In: Heilbronn u.a.: 28-62<\/li>\n<li>Bax, Daniel (2019): Nicht \u201ej\u00fcdisch genug\u201c? Chronik einer Kampagne. In: Benz: 100-118<\/li>\n<li>Benz, Wolfgang (Hrsg.) (2020): Streitfall Antisemitismus. Anspruch auf Deutungsmacht und politische Interessen. Berlin: Metropol<\/li>\n<li>Brecher, Daniel Cil (2020): Zwischen Stigma und Identit\u00e4t. Antisemitismus, Israel und die Juden in Deutschland. In: Benz: 33-60<\/li>\n<li>Brenner, Michael (2020): Israel. Traum und Wirklichkeit des j\u00fcdischen Staates. M\u00fcnchen: C.H. Beck<\/li>\n<li>Bundesministerium des Innern (2017): Antisemitismus in Deutschland \u2013 aktuelle Entwicklungen. <a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/downloads\/DE\/publikationen\/themen\/heimat-integration\/expertenkreis-antisemitismus\/expertenbericht-antisemitismus-in-deutschland.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/downloads\/DE\/publikationen\/themen\/heimat-integration\/expertenkreis-antisemitismus\/expertenbericht-antisemitismus-in-deutschland.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=9<\/a><\/li>\n<li>Caz\u00e9s, Laura (Hrsg., 2022): Sicher sind wir nicht geblieben. J\u00fcdischsein in Deutschland. Frankfurt a.M.: Fischer<\/li>\n<li>Caz\u00e9s, Laura (2022): Sicher sind wir nicht geblieben. In: Caz\u00e9s: 11-29<\/li>\n<li>Charim, Isolde (2022): Wir alle sind Narzissten. In: Futur Zwei. Nr. 3\/22: 61-65<\/li>\n<li>Croitoru, Joseph (2022): Die Aufarbeitung der Kontakte zwischen Indonesien und Israel w\u00e4hrend der Suharto-Diktatur steht erst am Anfang. <a href=\"https:\/\/www.medico.de\/blog\/documenta-streit-18797\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.medico.de\/blog\/documenta-streit-18797<\/a><\/li>\n<li>Detjen, Marion (2022): Was ist das f\u00fcr eine Wissenschaft? 19.09.22, in: 10 nach 8 von ZEIT ONLINE &lt;noreply@news.10nach8.mailing.zeit.de&gt;:<\/li>\n<li>Fona21: Forschungsnetzwerk Antisemitismus im 21. Jahrhundert. <a href=\"https:\/\/www.fona21.org\/verbundprojekte\/ae3g\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.fona21.org\/verbundprojekte\/ae3g<\/a><\/li>\n<li>Friedrichs, Nils\/Storz, Nora 2022: Antimuslimische und antisemitische Einstellungen im Einwanderungsland \u2013 (k)ein Einzelfall? SVR-Studie 2022-2, Berlin<\/li>\n<li>Grigat, Stephan (2022a): Arabische Juden: eine vergessene Fluchtgeschichte. In: wochentaz 26. November-2. Dezember, S. 39 f.<\/li>\n<li>Grigat, Stephan (2022b): Kritik des Antisemitismus heute. CARS Working Papers #001<\/li>\n<li>Heilbronn, Christian, Doron Rabinovici, Natan Sznaider (Hrsg., 2019): Neuer Antisemitismus? Fortetzung einer globalen Debatte. Frankfurt a.M.: Suhrkamp<\/li>\n<li>Holz, Klaus und Tomas Haury (2019): Antisemitismus gegen Israel. Hamburg: Hamburger Edition.<\/li>\n<li>Initiative Weltoffenheit (2022); <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Initiative_GG_5.3_Weltoffenheit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Initiative_GG_5.3_Weltoffenheit<\/a><\/li>\n<li>Kugelmann, Yves (2022): Judenstaat wird \u201eJudenstaat\u201c. In: taz, 27.12.22: 10<\/li>\n<li>K\u00fcntzel, Matthias (2019): Von Zeesen bis Beirut: Nationalsoszialismus und Antisemitismus in der arabischen Welt. In: Heilbronn u.a.: 182-218<\/li>\n<li>McWhorter, John (2022): Die Erw\u00e4hlten. Wie der neue Antirassismus die Gesellschaft spaltet. Hamburg: Hoffmann und Campe<\/li>\n<li>Menasse, Eva (2022): Tugendbesoffenes Raunen. In: Neimann\/Widt: 19-30<\/li>\n<li>Neiman, Susan im Gespr\u00e4ch mit Judith Elisabeth Weiss und Herbert Kopp-Oberstebrink (2022): Die politische Instrumentalisierung des Antisemitismus. Anmerkungen zum gegenw\u00e4rtigem Kulturkampf. Aus bd. 284, Arkadien in der Krise. Kunstforum International.<\/li>\n<li>Neiman, Susan\/Widt, Michael (Hrsg., 2022): Historikerstreiten. Gewalt und Holocaust-Debatte. Berlin:<\/li>\n<li>Oz, Amos (2020): Die letzte Lektion. Frankfurt a.M.: Suhrkamp<\/li>\n<li>Pirotte, Philippe (2022) im Gespr\u00e4ch mit Ludwig Greven: Der Antisemitismus-Vorwurf wurde instrumentalisiert. In: Politik und Kultur 9: 20<\/li>\n<li>Rensmann, Lars (2021): Israelbezogener Antisemitismus. Formen, Geschichte, empirische Befunde. <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/antisemitismus\/dossier-antisemitismus\/326790\/israelbezogener-antisemitismus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bpb.de\/themen\/antisemitismus\/dossier-antisemitismus\/326790\/israelbezogener-antisemitismus\/<\/a><\/li>\n<li>Stein, Shimon und Moshe Zimmermann (2019): Wegweiser f\u00fcr die Verwirrten. In: Benz 2019: 19-32<\/li>\n<li>Sznaider, Natan (2022): Projektionsbilder statt Kunst. Documenta fifteen und die j\u00fcdische Frage. In: Politik und Kultur 09\/22:1<\/li>\n<li>Wetzel, Juliane (2020): Kampagnen um die Deutungshoheit \u00fcber Antisemitismus. In: Benz 61-81<\/li>\n<li>Wiedemann, Charlotte (2022): Den Schmerz der Anderen begreifen. Holocaust und Weltged\u00e4chtnis. Berlin: Propyl\u00e4en<\/li>\n<li>Zang, Johannes (2021): Erlebnisse im Heiligen Land. 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