{"id":1702646,"date":"2022-12-28T16:02:12","date_gmt":"2022-12-28T16:02:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1702646"},"modified":"2022-12-28T16:11:47","modified_gmt":"2022-12-28T16:11:47","slug":"das-ignorierte-angebot-russlands-briefe-vom-17-dezember-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2022\/12\/das-ignorierte-angebot-russlands-briefe-vom-17-dezember-2021\/","title":{"rendered":"Das ignorierte Angebot: Russlands Briefe vom 17. Dezember 2021"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/medien\/ueber-die-netzwelt\/das-ignorierte-angebot-russlands-briefe-vom-17-dezember-2021\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leo Ensel f\u00fcr die Onlinezeitung Infosperber<\/a><\/em><\/p>\n<p><strong>Vor einem Jahr wiederholte Russland, es werde die Nato in der Ukraine nicht akzeptieren. Der Westen verweigerte Verhandlungen.<\/strong><\/p>\n<p>Die westliche Ukraine-Berichterstattung weist nicht erst seit Kriegsbeginn eine Reihe weisser Flecken auf. Kein Mensch weiss hierzulande beispielsweise, dass der Westfreund Boris Jelzin schon im M\u00e4rz 1997 \u2013 Jahre bevor Wladimir Putin an die Macht kam \u2013 im Vorfeld der ersten NATO-Osterweiterung gegen\u00fcber dem damaligen US-Pr\u00e4sidenten Bill Clinton <a href=\"https:\/\/www.hoerspielundfeature.de\/russland-und-der-westen-waehrend-jelzin-und-clinton-die-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">deutlich machte<\/a>, sp\u00e4testens mit einem NATO-Beitritt der Ukraine w\u00fcrde f\u00fcr Russland eine rote Linie \u00fcberschritten. Offensichtlich war dies bereits damals in bestimmten US-amerikanischen Kreisen eine sicherheitspolitische Option.<\/p>\n<div class=\"wp-block-infosperber-box is-style-yellow\">\n<hr \/>\n<p><strong>Aufarbeiten der Geschichte<\/strong><\/p>\n<p><em>Red<\/em>. Ein Krieg darf nicht davon abhalten, die Vorgeschichte zu analysieren. Hitler und die Nazis waren f\u00fcr den Zweiten Weltkrieg verantwortlich. Trotzdem weisen Historiker darauf hin, dass die Nazis wohl nicht an die Macht gekommen w\u00e4ren, wenn der Versailler Vertrag nicht so einseitig gewesen w\u00e4re, die Weimarer Republik nicht so schwach und die Politik eine Hyperinflation verhindert h\u00e4tte. Auch der russische Angriff auf die Ukraine hat eine Vorgeschichte. \u00dcber sie gilt es ohne Scheuklappen zu informieren.<\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<p>Wor\u00fcber die westliche \u00d6ffentlichkeit wenig informiert wurde: Kiew ignorierte mit offensichtlicher Duldung des Westens sechs Jahren lang seine zentralen Verpflichtungen aus dem Minsk II-Abkommen vom Februar 2015 \u2013 Verabschiedung einer Verfassungsreform bis Ende 2015 (!) im Sinne einer Dezentralisierung unter Ber\u00fccksichtigung der Besonderheiten der Gebiete Donezk und Lugansk (\u201eS\u00fcdtirol-L\u00f6sung\u201c). Neulich deutete Ex-Bundeskanzlerin\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/ein-jahr-mit-ex-kanzlerin-angela-merkel-das-gefuehl-war-ganz-klar-machtpolitisch-bist-du-durch-a-d9799382-909e-49c7-9255-a8aec106ce9c\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Angela Merkel<\/a>\u00a0den Grund an, den \u201ab\u00f6se Zungen\u2018 l\u00e4ngst vermutet hatten: Es ging darum, Zeit zu gewinnen, um in der Zwischenzeit die ukrainische Armee fit zu machen.<\/p>\n<p>Wenig informiert wurde im Westen auch dar\u00fcber, dass die Ukraine im letzten Jahr \u2013 also vor dem russischen \u00dcberfall \u2013 nicht nur \u00abim Karabachkrieg bestens bew\u00e4hrte\u00bb t\u00fcrkische Kampfdrohnen vom Typ\u00a0<a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/international\/waffenexporte-an-ukraine-erdogans-drohnen-und-der-zorn-des-kremls\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bayraktar TB2<\/a>\u00a0kaufte und diese gegen die Rebellenstellungen bei Donezk im Donbass abfeuerte, sondern auch bereits mit der T\u00fcrkei \u00fcber eine Lizenzproduktion verhandelte.<\/p>\n<p>Nahezu unbekannt ist bis heute die Tatsache, dass die USA schon seit Mitte der Neunziger Jahre unter dem Etikett\u00a0<a href=\"https:\/\/pentagonbrief.wordpress.com\/2008\/09\/16\/rapid-trident-2008\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eRapid Trident\u201c (fr\u00fcher: \u201ePeace Shield\u201c)<\/a>\u00a0j\u00e4hrlich auf dem Gebiet der Westukraine Man\u00f6ver mit ukrainischen Truppen durchf\u00fchrten,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.republicworld.com\/world-news\/europe\/rapid-trident-2021-military-exercise-involving-troops-from-15-countries-begins-in-ukraine.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">zuletzt<\/a>\u00a0vom 20. September bis zum 1. Oktober 2021, und zwar zusammen mit Soldaten aus L\u00e4ndern wie Bulgarien, Kanada, Georgien, Deutschland, Grossbritannien, Italien, Jordanien, Moldau, Pakistan und Polen.<\/p>\n<p>Dasselbe gilt f\u00fcr die Marineman\u00f6ver \u00ab<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sea_Breeze_(Man%C3%B6ver)\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sea Breeze<\/a>\u00bb, welche die USA seit 1997 vor der K\u00fcste der Ukraine im Schwarzen Meer durchf\u00fchrten. Im Sommer letzten Jahres waren Einheiten aus nicht weniger als 32 Staaten beteiligt.<\/p>\n<p>Man stelle sich die Reaktionen im Westen vor, h\u00e4tte Russland j\u00e4hrlich zusammen mit Soldaten aus Belarus, Serbien, China, Kuba, Venezuela, dem Iran und anderen Staaten Truppen\u00fcbungen in Mexiko oder Marineman\u00f6ver im gleichnamigen Golf vor der K\u00fcste Floridas unternommen.<\/p>\n<p>Vollkommen unbekannt ist schliesslich die Tatsache, dass der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selensky am 24. M\u00e4rz 2021 \u2013 also genau elf Monate vor dem russischen \u00dcberfall \u2013 das\u00a0<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/ukraine-li.150872\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dekret Nr. 117<\/a>\u00a0unterzeichnete, das die \u00abStrategie zur De-Okkupation und Wiedereingliederung des vor\u00fcbergehend besetzten Gebiets der Autonomen Republik Krim und der Stadt Sewastopol\u00bb des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine vom 11. M\u00e4rz in Kraft setzte. Das Dekret sah vor, Massnahmen vorzubereiten, um \u00abdie vor\u00fcbergehende Besetzung\u00bb der Krim und des Donbass zu beenden. Die ukrainische Regierung erhielt den Auftrag, einen entsprechenden \u00abAktionsplan\u00bb zu entwickeln.<\/p>\n<p>Am 30. August 2021 unterzeichneten die USA und die Ukraine dann einen\u00a0<a href=\"https:\/\/media.defense.gov\/2021\/Aug\/31\/2002844632\/-1\/-1\/0\/US-UKRAINE-STRATEGIC-DEFENSE-FRAMEWORK.PDF\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Vertrag \u00fcber milit\u00e4rische Zusammenarbeit <\/a>und am 10. November 2021 einen Vertrag \u00fcber \u00abStrategische Partnerschaft\u00bb. Hier hiess es u.a. w\u00f6rtlich:\u00a0\u00abDie Vereinigten Staaten beabsichtigen, die Bem\u00fchungen der Ukraine zur Bek\u00e4mpfung der bewaffneten Aggression Russlands zu unterst\u00fctzen, unter anderem durch die Aufrechterhaltung von Sanktionen und die Anwendung anderer relevanter Massnahmen bis zur Wiederherstellung der territorialen Integrit\u00e4t der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen.\u00bb<\/p>\n<p>Russland konnte das so verstehen, Kiew wolle mit Unterst\u00fctzung der USA die annektierte und Russland-freundliche Krim mit dem strategisch wichtigen Milit\u00e4rhafen Sewastopol sowie den von Russland unterst\u00fctzten Donbass milit\u00e4risch zur\u00fcckerobern wollen.<\/p>\n<p><strong>Russland f\u00fchlte sich schon seit mindestens 20 Jahren von der NATO bedroht<\/strong><\/p>\n<p>Auch im direkten bilateralen Verh\u00e4ltnis zu Russland war der Westen aus russischer Sicht jahrzehntelang in Sachen Eskalation aktiv: F\u00fcnf NATO-Erweiterungen seit 1999 bis direkt an die Grenze Russlands mit insgesamt 14 neuen Mitgliedern; Nichtratifizierung bzw. K\u00fcndigung fast aller Vertr\u00e4ge zur Abr\u00fcstung und R\u00fcstungskontrolle wie des A-KSE-Vertrages \u00fcber die Abr\u00fcstung von Streitkr\u00e4ften und Waffensystemen in Europa, des ABM-Vertrages zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen (2001), des INF-Vertrages, der die Herstellung und Stationierung landgest\u00fctzter Raketen und Marschflugk\u00f6rper einer Reichweite zwischen 500 und 5\u2019500 Kilometern verbot (2019) und des Open-Skies-Vertrag, der im Sinne vertrauensbildender Massnahmen durch \u00dcberflugrechte beiden Seiten \u201aGlasnost\u2018 erm\u00f6glichen sollte (2020); v\u00f6lkerrechtswidrige Angriffskriege gegen die Bundesrepublik Jugoslawien (1999) und den Irak (2003); expansive Auslegung von UN-Mandaten wie im Falle Libyen 2011 oder h\u00f6chst kreative Interpretationen der NATO-Russland-Grundakte (2016), welche die permanente Stationierung westlicher Truppen und Waffensysteme vor der russischen Haust\u00fcre untersagt; Aufbau des\u00a0<em>weltweiten<\/em>\u00a0Raketenabwehrsystems Aegis mit angriffsf\u00e4higen Modulen in Rum\u00e4nien und Polen; Regime Change-Versuche im postsowjetischen Raum, am Offensichtlichsten in der Ukraine (2013\/2014).<\/p>\n<p>Ende letzten Jahres ergriff Russland dann die diplomatische Initiative und definierte gegen\u00fcber der NATO und den USA klar und unmissverst\u00e4ndlich seine sicherheitspolitischen Interessen, einschliesslich Roter Linien.<\/p>\n<p><strong>Was Russland der NATO vorschlug \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Am 17. Dezember 2021 liess Russland der NATO und den USA jeweils einen\u00a0<a href=\"https:\/\/develop.ostinstitut.de\/files\/de\/2021\/Ostinstitut_Vertrag_zwischen_der_RF_und_den_USA_%C3%BCber_Sicherheitsgarantien_OL_2_2021.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Vertragsentwurf<\/a>\u00a0zukommen, der Sicherheitsgarantien f\u00fcr beide Seiten rechtsverbindlich festlegen sollte. \u2013 Die Forderungen Russlands scheinen auch aus heutiger Distanz weder absurd noch unerf\u00fcllbar:<\/p>\n<ul>\n<li>Beide Seiten sollten best\u00e4tigen, sich nicht als Gegner zu betrachten;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>R\u00fcckkehr zu den Prinzipien der \u201egleichen und unteilbaren Sicherheit\u201c;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Verzicht auf die Anwendung und Androhung von Gewalt;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Verzicht, Situationen zu schaffen, die eine Seite als Bedrohung ihrer nationalen Sicherheit ansehen k\u00f6nnte;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Zur\u00fcckhaltung bei milit\u00e4rischen Planungen und \u00dcbungen zur Vermeidung von \u201eDangerous Brinkmanships\u201c (gef\u00e4hrlichen Zwischenf\u00e4llen), insbesondere in der Ostseeregion und \u00fcber dem Schwarzen Meer;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Wiederbelebung des NATO-Russland-Rates und anderer bi- und multilateraler Gespr\u00e4chsformate;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Transparenz bei milit\u00e4rischen \u00dcbungen und Man\u00f6vern;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Einrichtung von Hotlines f\u00fcr Notfallkontakte (Revitalisierung des \u201eRoten Telefons\u201c);<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>R\u00fcckzug der westlichen Streitkr\u00e4fte und Waffensysteme auf das Niveau vor der ersten NATO-Osterweiterung;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Verzicht einer Stationierung landgest\u00fctzter Kurz- und Mittelstreckenraketen in Gebieten, von denen aus sie das Hoheitsgebiet der anderen Partei angreifen k\u00f6nnten;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>keine weitere Ausdehnung der NATO (insbesondere nicht um die, namentlich genannte, Ukraine);<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Verzicht der NATO auf milit\u00e4rische Aktivit\u00e4ten auf dem Gebiet der Ukraine, sowie anderer Staaten Osteuropas, des S\u00fcdkaukasus und Zentralasiens;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Einrichtung eines weitgehend entmilitarisierten Korridors zwischen NATO und Russland.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u2026 und was Russland den USA vorschlug<\/strong><\/p>\n<p>Der an die Seite der\u00a0<em>USA<\/em>\u00a0gerichtete Vertragsentwurf enthielt dar\u00fcber hinaus folgende Vorschl\u00e4ge:<\/p>\n<ul>\n<li>Bekr\u00e4ftigung der Erkl\u00e4rung, dass ein Atomkrieg keinen Sieger haben kann und dass alle Anstrengungen unternommen werden m\u00fcssen, diese Gefahr abzuwenden;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Verzicht auf gegen die andere Seite gerichtete kriegsvorbereitende Massnahmen auf dem Territorium von Drittstaaten;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Verzicht der USA auf die Einrichtung von Milit\u00e4rst\u00fctzpunkten und eine bilaterale milit\u00e4rische Zusammenarbeit in und mit den Staaten des postsowjetischen Raums, die keine NATO-Mitglieder sind;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>beidseitiger Verzicht auf die Stationierung von Streitkr\u00e4ften und Waffensystemen ausserhalb ihrer Hoheitsgebiete, die die andere Seite als Bedrohung ihrer nationalen Sicherheit ansehen k\u00f6nnte;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Verzicht auf Fl\u00fcge schwerer Bomber und die Anwesenheit von \u00dcberwasserkampfschiffen in Regionen, von denen aus sie Ziele im Gebiet der anderen Vertragspartei treffen k\u00f6nnten;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Verzicht auf die Stationierung von Atomwaffen ausserhalb des eigenen Hoheitsgebietes sowie R\u00fcckf\u00fchrung entsprechender Waffensysteme und Zerst\u00f6rung der entsprechenden Infrastruktur in Drittstaaten;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>keine Schulungen von Personal im Umgang Atomwaffen und keine Milit\u00e4r\u00fcbungen f\u00fcr deren Einsatz in L\u00e4ndern, die diese nicht besitzen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat\u00fcrlich steckte, wie immer bei solchen Vertr\u00e4gen, der Teufel im Detail. Die Vorschl\u00e4ge h\u00e4tten einer intensiven Pr\u00fcfung durch sicherheitspolitische und diplomatische Experten bedurft. Zudem waren die \u00abPaketforderungen\u00ab und der ultimative Ton, in dem die beiden Briefe gehalten waren, sehr undiplomatisch. Die NATO und die USA lasen die beiden Vertragsentw\u00fcrfe nicht als Formulierung russischer Sicherheitsinteressen, die es genauestens zu pr\u00fcfen und als Ausgangspunkt f\u00fcr Verhandlungen zu nutzen galt, deren Ziel eine\u00a0deutliche Verbesserung der Sicherheitslage s\u00e4mtlicher Vertragsstaaten und vor allem Europas h\u00e4tte sein k\u00f6nnen \u2013\u00a0auf m\u00f6glichst niedrigem milit\u00e4rischen Niveau.<\/p>\n<p><strong>Stoltenberg: \u00abJedes Land hat das Recht, der NATO beizutreten\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Am 7. Januar 2022 fand dann ein digitales ausserordentliches Meeting aller 30 NATO-Aussenminister statt und man durfte gespannt sein, ob und gegebenenfalls wie die NATO auf den russischen Vertragsentwurf reagieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Gar nicht. In der abschliessenden Pressekonferenz bediente Generalsekret\u00e4r Stoltenberg \u2013 wie sp\u00e4ter auch US-Pr\u00e4sident Biden \u2013 die altbekannten Positionen: Die NATO werde weiterhin die Ukraine und Georgien unterst\u00fctzen. Im \u00dcbrigen habe jedes Land, unabh\u00e4ngig von seiner Gr\u00f6sse und seinen Nachbarn das Recht, seinen Weg und seine B\u00fcndnispartner selbst zu w\u00e4hlen. Dass dies auf die Ukraine und Georgien gem\u00fcnzt war, war offensichtlich.<\/p>\n<p>Zu dieser Option hatte die ehemalige Moskaukorrespondentin der ARD,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=333YhKG-c7s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gabriele Krone-Schmalz<\/a>, bereits Monate zuvor festgestellt:\u00a0\u00abAlle Staaten haben das Recht, bei der NATO einen Aufnahmeantrag zu stellen. Aber die NATO hat jedes Recht der Welt, Bewerber abzulehnen, wenn \u00fcbergeordnete politische \u00dcberlegungen dagegensprechen!\u00bb<\/p>\n<p>Stoltenberg jedenfalls machte gleich auch noch Finnland und Schweden \u2013\u00a0<em>\u00abPartner, mit denen wir immer mehr eng zusammenarbeiten\u00bb<\/em>\u00a0\u2013 einen Antrag:\u00a0\u00abNATO\u2018s door remains open!\u00bb<\/p>\n<p>Sechs Wochen sp\u00e4ter startete Russland seinen Angriffskrieg auf die Ukraine.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leo Ensel f\u00fcr die Onlinezeitung Infosperber Vor einem Jahr wiederholte Russland, es werde die Nato in der Ukraine nicht akzeptieren. Der Westen verweigerte Verhandlungen. Die westliche Ukraine-Berichterstattung weist nicht erst seit Kriegsbeginn eine Reihe weisser Flecken auf. 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