{"id":1591032,"date":"2022-05-25T17:34:27","date_gmt":"2022-05-25T16:34:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1591032"},"modified":"2022-05-25T17:36:47","modified_gmt":"2022-05-25T16:36:47","slug":"chomsky-um-das-klima-zu-retten-darf-unsere-moral-nicht-mehr-unserer-intelligenz-hinterherhinken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2022\/05\/chomsky-um-das-klima-zu-retten-darf-unsere-moral-nicht-mehr-unserer-intelligenz-hinterherhinken\/","title":{"rendered":"Chomsky: Um das Klima zu retten, darf unsere Moral nicht mehr unserer Intelligenz hinterherhinken"},"content":{"rendered":"<p><strong>Diese Woche warnte die WMO (World Meteorological Organization) davor, dass die Erderw\u00e4rmung von 1,5 Grad gegen\u00fcber dem vorindustriellen Niveau in den n\u00e4chsten 5 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% erreicht sein wird. Selbst jene, f\u00fcr die das Glas halb voll ist, erkennen nun tendenziell an, dass die bisher von den L\u00e4ndern der Welt unternommenen Anstrengungen zur Bek\u00e4mpfung der Klimakrise, wenn sie auch teilweise signifikant waren, nicht genug sind. Denn die globale Wirtschaft st\u00fctzt sich weiter extensiv auf fossile Brennstoffe, die nach wie vor ca. 80% der Energieversorgung ausmachen.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von <a href=\"https:\/\/truthout.org\/authors\/c-j-polychroniou\/\">C.J. Polychroniou<\/a>, <a href=\"https:\/\/truthout.org\/\">Truthout<\/a>, ver\u00f6ffenlicht am 11. Mai 2022<\/em><\/p>\n<p>Im zweiten und dritten Abschnitt der j\u00fcngsten Gutachten zur Klimawissenschaft, die am 28. Februar und 4. April dieses Jahres ver\u00f6ffentlicht wurden, warnte der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) der Vereinten Nationen vor einer drohenden Klimakatastrophe. Diese Warnungen gingen durch den Ukraine-Krieg und die steigenden Energiekosten v\u00f6llig unter.<\/p>\n<p>In den USA war die Antwort der Biden-Administration auf die steigenden Gaspreise die Wiederaufnahme von \u00d6l- und Gasbohrungen auf staatlichem Land und die Ank\u00fcndigung &#8222;der bisher umfangreichsten Freigabe von \u00d6l aus den staatlichen Petroleumreserven&#8220;. Auch der Rest der Welt antwortet mit nur kurzfristigen Denkans\u00e4tzen auf die Folgen des Krieges in der Ukraine.<\/p>\n<p>Der weltbekannte Gelehrte und Aktivist Noam Chomsky hadert in diesem Exklusivinterview f\u00fcr <em>Truthout<\/em> mit den Folgen dieses kurzfristigen Denkens inmitten eskalierender milit\u00e4rischer Spannungen. Chomsky ist der Vater der modernen Linguistik, einer der am h\u00e4ufigsten zitierten Gelehrten der modernen Geschichte und hat an die 150 B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht. Er ist emeritierter Professor f\u00fcr Linguistik am MIT und aktuell Laureatprofessor an der University of Arizona.<\/p>\n<p>Die folgende Abschrift wurde im Sinne der L\u00e4nge und Klarheit leicht bearbeitet.<\/p>\n<p><strong><em>C.J. Polychroniou: Noam, der Krieg in der Ukraine verursacht unvorstellbares menschliches Leid. Er hat jedoch auch globale \u00f6konomische Folgen und ist ein schreckliches Ereignis mit Blick auf den Kampf gegen die Erderw\u00e4rmung. Denn aufgrund der gestiegenen Energiekosten und die Sorge um die Versorgungssicherheit sind die Bem\u00fchungen um eine Reduzierung des CO2-Aussto\u00dfes in den Hintergrund ger\u00fcckt. In den USA hat die Biden-Administration den republikanischen Slogan &#8222;Drill, Baby, Drill&#8220; aufgenommen, Europa setzt auf den Bau neuer Gaspipelines und Importm\u00f6glichkeiten und China plant, die Kapazit\u00e4t seiner Kohleproduktion auszubauen. K\u00f6nnten Sie die Auswirkungen dieser negativen Entwicklungen kommentieren und erkl\u00e4ren, weshalb von den Anf\u00fchrern dieser Welt weiter an kurzfristigen Denkans\u00e4tzen festgehalten wird &#8211; selbst in einer Zeit, in der sich die Menschheit am Rand einer existenziellen Bedrohung befindet?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Noam Chomsky:<\/strong> Die letzte Frage ist nicht neu. In der einen oder anderen Form hat sie sich im Laufe der Geschichte immer wieder gestellt.<\/p>\n<p>Nehmen wir ein Beispiel, das ausf\u00fchrlich untersucht wurde: Warum zogen die politischen F\u00fchrer 1914 in den Krieg, jeder in der festen \u00dcberzeugung, im Recht zu sein? Und warum reihten sich die prominentesten Intellektuellen in jedem kriegf\u00fchrenden Land mit leidenschaftlichem Enthusiasmus zur Unterst\u00fctzung ihres jeweiligen Staates mit ein? Mal abgesehen von einer Handvoll Dissidenten, deren bekannteste inhaftiert wurden (Bertrand Russell, Eugene Debs, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht)? Das war keine existenzielle Krise, aber sie war ernst genug.<\/p>\n<p>Das Muster reicht weit in die Geschichte zur\u00fcck. Und es setzt sich nach dem 6. August 1945 unver\u00e4ndert fort, als wir erfuhren, dass die menschliche Intelligenz so weit fortgeschritten war, dass sie bald in der Lage sein w\u00fcrde, alles auszurotten.<\/p>\n<p>Beobachtet man das Muster im Laufe der Zeit eingehend, zeichnet sich offenbar deutlich eine grunds\u00e4tzliche Schlussfolgerung ab: Was auch immer die Politik vorantreibt, es ist nicht die Sicherheit \u2013 zumindest nicht die Sicherheit f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. Dies ist bestenfalls eine Rand\u00fcberlegung und es trifft auch auf existenzielle Bedrohungen zu. Wir m\u00fcssen woanders hinschauen.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Die Politik der Eskalation des Krieges in der Ukraine, anstatt zu versuchen, Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um ihn zu beenden, hat schreckliche Auswirkungen weit \u00fcber die Ukraine hinaus. Die Aufrechterhaltung des Krieges ist schlicht und einfach ein Programm des Massenmords in weiten Teilen des globalen S\u00fcdens.<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Ich denke, ein guter Ausgangspunkt ist das meiner Ansicht nach am besten begr\u00fcndete Prinzip der Theorie internationaler Beziehungen: Adam Smiths Betrachtung, dass die &#8222;Meister der Menschheit&#8220; \u2013 zu seiner Zeit die Kaufleute und Fabrikanten Englands \u2013 die &#8222;wichtigsten Architekten der (staatlichen) Politik&#8220; sind. Sie nutzen ihre Macht, um sicherzustellen, dass ihren eigenen Interessen &#8222;in vollem Ma\u00dfe entsprochen wird&#8220;, ungeachtet dessen, wie &#8222;schmerzhaft&#8220; die Auswirkungen auf andere, einschlie\u00dflich der Bev\u00f6lkerung Englands sind, am gravierendsten jedoch f\u00fcr die Opfer der &#8222;grausamen Ungerechtigkeit der Europ\u00e4er&#8220;. Dabei zielte er insbesondere auf die Brutalit\u00e4t der Briten in Indien, die, damals in den Anf\u00e4ngen stehend, schon erschreckend genug war.<\/p>\n<p>Es \u00e4ndert sich nicht viel, wenn die Krisen existenziell werden. Kurzfristige Interessen behalten die Oberhand. Die Logik ist deutlich in konkurrierenden Systemen, wie es die unregulierten M\u00e4rkte sind. Diejenigen, die das Spiel nicht mitspielen, sind bald raus. Die Konkurrenz unter den &#8222;wichtigsten Architekten der Politik&#8220; zeigt in etwa \u00e4hnliche Merkmale, wir sollten jedoch nicht vergessen, dass man weit davon entfernt ist, die Sicherheit der Bev\u00f6lkerung als Leitprinzip zu sehen, wie die Geschichte nur allzu klar zeigt.<\/p>\n<p>Sie haben v\u00f6llig recht mit den schrecklichen Auswirkungen der kriminellen russischen Invasion in der Ukraine. Die Diskussion in den USA und Europa konzentriert sich vern\u00fcnftigerweise auf das Leiden in der Ukraine, w\u00e4hrend sie gleichzeitig unsere Politik der Beschleunigung des Elends beklatscht, was nicht so vern\u00fcnftig ist. Ich werde noch darauf zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p>Die Politik, den Krieg in der Ukraine eskalieren zu lassen, anstatt Schritte zu seinem Ende zu unternehmen, hat schreckliche Auswirkungen weit \u00fcber die Ukraine hinaus. Wie umf\u00e4nglich berichtet wird, sind die Ukraine und Russland bedeutende Lebensmittelexporteure. Der Krieg hat die Nahrungsmittelversorgung f\u00fcr notleidende Bev\u00f6lkerungsgruppen, vor allem in Afrika und Asien, abgeschnitten.<\/p>\n<p>Nehmen wir als nur ein Beispiel, die laut UN schlimmste humanit\u00e4re Krisenregion der Welt, den Jemen. Mehr als zwei Millionen Kinder leiden laut dem World Food Program unmittelbar an Hunger. Fast 100% des Getreides wird importiert, wobei &#8222;Russland und die Ukraine den gr\u00f6\u00dften Anteil an Weizen und Weizenprodukten (42%) liefern&#8220;. Hinzu kommt wiederausgef\u00fchrtes Mehl und verarbeiteter Weizen aus derselben Region.<\/p>\n<p>Die Krise reicht weit dar\u00fcber hinaus. Lassen Sie uns versuchen, ehrlich zu sein: Die Aufrechterhaltung des Krieges ist schlicht und einfach ein Programm des Massenmords in weiten Teilen des globalen S\u00fcdens.<\/p>\n<p>Und das ist sogar noch das geringste Problem. Es gibt Diskussionen in <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/articles\/the-us-show-it-can-win-a-nuclear-war-russia-putin-ukraine-nato-sarmat-missile-testing-warning-11651067733\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vermeintlich seri\u00f6sen Zeitungen<\/a> dar\u00fcber, wie die USA einen Atomkrieg gegen Russland gewinnen k\u00f6nnen. Solche Diskussionen bewegen sich am Rand des kriminellen Irrsinns. Und leider verf\u00fcgen die USA und die NATO \u00fcber viele m\u00f6gliche Szenarien f\u00fcr ein schnelles Ende der menschlichen Zivilisation. Um hier nur ein Beispiel zu nehmen \u2013 Putin hat sich bisher zur\u00fcckgehalten, die Nachschublinien f\u00fcr schwere Waffen in die Ukraine anzugreifen. Es w\u00e4re keine gro\u00dfe \u00dcberraschung, wenn diese Zur\u00fcckhaltung enden und damit die NATO und Russland n\u00e4her an einen direkten Konflikt geraten w\u00fcrden, einem Wegbereiter f\u00fcr eine Auge-um-Auge und Zahn-um-Zahn Eskalation, die durchaus zu einem schnellen Abschied f\u00fchren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wahrscheinlicher noch, ja sogar sehr wahrscheinlich ist ein langsamerer Tod durch die Vergiftung des Planeten. Der k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte IPCC Report machte es klar und deutlich, dass wir, wenn es noch irgendeine Hoffnung auf eine lebenswerte Welt geben soll, sofort mit der Nutzung fossiler Brennstoffe aufh\u00f6ren und stetig darauf hinarbeiten m\u00fcssen, dass sie bald abgeschafft sind. Wie Sie schon darauf hingewiesen haben, beendet der andauernde Krieg die ohnehin zu schwachen Initiativen und verkehrt sie sogar ins Gegenteil, um damit das Rennen hin zum Selbstmord noch zu beschleunigen.<\/p>\n<p>In den F\u00fchrungsetagen der Unternehmen, die sich der Zerst\u00f6rung des menschlichen Lebens auf der Erde widmen, herrscht nat\u00fcrlich gro\u00dfe Freude. Nun sind sie nicht nur von Restriktionen befreit und von den N\u00f6rgeleien nerviger Umweltsch\u00fctzer, sondern werden als die Retter der Zivilisation gepriesen, die sie nun noch schneller zerst\u00f6ren k\u00f6nnen. Sie werden nun ermutigt, knappe Ressourcen zu verschwenden, die dringend f\u00fcr humanit\u00e4re und konstruktive Zwecke ben\u00f6tigt w\u00fcrden. Und wie ihre Partner bei der Massenvernichtung, die fossilen Energieunternehmen, scheffeln sie die Gelder der Steuerzahler.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnte noch besser, oder, von einem anderen Standpunkt betrachtet, irrsinniger sein? Wir t\u00e4ten gut daran, uns an die Worte von Pr\u00e4sident Dwight D. Eisenhower in seiner &#8222;Cross of Iron&#8220; Rede 1953 zu erinnern:<\/p>\n<blockquote><p><em>Jede Waffe, die hergestellt wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel l\u00e4uft, jede Rakete, die abgefeuert wird, bedeutet letztendlich einen Diebstahl an jenen, die hungern und nichts zu essen haben, an jenen, die frieren und die nichts zum Kleiden haben. Diese Welt unter Waffen gibt nicht allein nur Geld aus. Sie verbraucht den Schwei\u00df ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler, die Hoffnungen ihrer Kinder. Die Kosten eines schweren Bombers sind diese: eine moderne gemauerte Schule in jeweils mehr als 30 St\u00e4dten. Oder zwei Elektrizit\u00e4tskraftwerke, jedes ausgelegt f\u00fcr die Versorgung einer Stadt mit 60.000 Einwohnern. Oder zwei gute, voll ausgestattete Krankenh\u00e4user. Es sind an die 80 Kilometer asphaltierte Stra\u00dfen. Wir zahlen f\u00fcr einen einzelnen Bomber mit einer halben Million Scheffel Weizen. Wir zahlen f\u00fcr einen einzelnen Zerst\u00f6rer mit neuen H\u00e4usern, in denen mehr als 8.000 Menschen h\u00e4tten wohnen k\u00f6nnen\u2026 Das ist in keinem Fall eine Lebensweise, im wahrsten Sinne des Wortes. Unter den Wolken eines drohenden Krieges ist es die Menschheit, die an einem eisernen Kreuz h\u00e4ngt.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Worte k\u00f6nnten aktuell nicht zutreffender sein.<\/p>\n<p>Kommen wir darauf zur\u00fcck, weshalb die &#8222;Anf\u00fchrer der Welt&#8220; diesen irrsinnigen Kurs verfolgen. Schauen wir zun\u00e4chst, ob wir jemanden finden, der diese Bezeichnung jenseits von Ironie verdient.<\/p>\n<p>G\u00e4be es sie, so w\u00fcrden sie sich daf\u00fcr einsetzen, den Konflikt auf dem einzig m\u00f6glichen Weg zu beenden: durch Diplomatie und Staatskunst. Die Leitlinien einer politischen L\u00f6sung sind seit langem bekannt. Wir <a href=\"https:\/\/truthout.org\/articles\/chomsky-u-s-is-prioritizing-its-jockeying-with-russia-not-ukrainians-lives\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">haben sie bereits er\u00f6rtert<\/a> und auch das Engagement der USA (mit der NATO im Schlepptau) dokumentiert, die Chance f\u00fcr einer diplomatische L\u00f6sung zu untergraben \u2013 ziemlich offensichtlich und mit Stolz. Es sollte nicht n\u00f6tig sein, diese d\u00fcstere Bilanz noch einmal zu wiederholen.<\/p>\n<p>Eine verbreitete Litanei ist, dass &#8222;der irre Vladimir&#8220; so wahnsinnig und so in wilden Tr\u00e4umen von der Wiederherstellung eines Imperiums und vielleicht sogar der Weltherrschaft gefangen ist, dass es \u00fcberhaupt nicht in Frage kommt, sich wenigstens anzuh\u00f6ren, was die Russen zu sagen haben \u2013 das hei\u00dft, wenn man die Zensur in den USA umgeht und einige Bruchst\u00fccke im indischen Staatsfernsehen oder Medien des Mittleren Ostens finden kann. Und man braucht sicher auch nicht \u00fcber ein diplomatisches Engagement mit so einer Kreatur nachzudenken. Darum lasst uns nicht einmal die einzige M\u00f6glichkeit ergr\u00fcnden, den Horror zu beenden und es einfach weiter eskalieren, egal mit welchen Folgen f\u00fcr die UkrainerInnen und die Welt.<\/p>\n<p>Die westlichen Staats- und Regierungschefs und ein Gro\u00dfteil der politischen Klasse sind derzeit von zwei gro\u00dfen Ideen besessen: Die erste ist, dass die milit\u00e4rische St\u00e4rke der Russen so \u00fcberw\u00e4ltigend ist, dass sie bald versuchen k\u00f6nnten, Westeuropa oder sogar dar\u00fcber hinaus anzugreifen. Wir m\u00fcssen deshalb &#8222;Russland da dr\u00fcben bek\u00e4mpfen\u201d (mit den K\u00f6rpern von UkrainerInnen), so dass &#8222;wir Russland nicht hier bek\u00e4mpfen m\u00fcssen&#8220;, in Washington D. C. So warnt der Vorsitzende des House Permanent Select Committee on Intelligence (Geheimdienstausschuss) Adam Schiff &#8211; ein Demokrat.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Entweder zeigen wir, dass unsere moralische F\u00e4higkeit so weit reicht, dass wir unsere technische Zerst\u00f6rungskapazit\u00e4t kontrollieren k\u00f6nnen, oder wir zeigen, dass sie es nicht tut.<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Die zweite Vorstellung ist, dass es sich herausgestellt hat, dass die russische Milit\u00e4rmacht ein Papiertiger ist, so inkompetent und instabil und so schlecht gef\u00fchrt, dass sie noch nicht einmal St\u00e4dte ein paar Kilometer von ihren Grenzen entfernt erobern kann, die gr\u00f6\u00dftenteils von einer Miliz verteidigt werden.<\/p>\n<p>Diese Vorstellung ist Anlass zu gro\u00dfer Schadenfreude. Der erste weckt Angst in unseren Herzen.<\/p>\n<p>Orwell bezeichnete &#8222;Doppeldenk\u201d als die F\u00e4higkeit, zwei sich widersprechenden Vorstellungen anzuh\u00e4ngen und beiden zu glauben \u2013 ein \u00dcbel, dass nur in ultra-totalit\u00e4ren Staaten vorstellbar ist.<\/p>\n<p>Folgen wir der ersten Vorstellung, m\u00fcssen wir uns bis an die Z\u00e4hne bewaffnen, um uns vor den teuflischen Pl\u00e4nen des Papiertigers zu sch\u00fctzen \u2013 und das, obwohl die russischen Milit\u00e4rausgaben nur ein Bruchteil von denen der NATO betragen, selbst wenn man die USA nicht mitrechnet. Diejenigen, die an Ged\u00e4chtnisschwund leiden, werden erfreut sein, dass es Deutschland nun endlich kapiert hat und Russland vielleicht bald in seinen R\u00fcstungsausgaben \u00fcberholt haben wird. Nun wird es sich Putin zweimal \u00fcberlegen, ehe er Westeuropa angreift.<\/p>\n<p>Um das Offensichtliche zu wiederholen: Der Krieg in der Ukraine kann durch eine Vereinbarung auf diplomatischer Ebene beendet werden oder mit der Niederlage einer der beiden Parteien, entweder schnell oder in einer sich hinziehenden Agonie. Diplomatie wird als eine Angelegenheit von Geben und Nehmen definiert. Jede Seite muss es akzeptieren. Daraus folgt, dass man Putin f\u00fcr eine diplomatische Vereinbarung einen Ausweg anbieten muss.<\/p>\n<p>Entweder akzeptieren wir die erste Option oder wir lehnen sie ab. Zumindest das ist nicht umstritten. Lehnen wir sie ab, w\u00e4hlen wir die zweite Option. Da dies die nahezu einhellige Pr\u00e4ferenz im westlichen Diskurs ist und weiter die Politik der USA bestimmt, schauen wir uns an, was das bedeutet.<\/p>\n<p>Die Antwort ist deutlich: Die Entscheidung, nicht auf Diplomatie zu setzen, bedeutet, dass wir uns auf ein Experiment einlassen, in dem wir herausfinden werden, ob sich der verr\u00fcckte Hund in totaler Niederlage still und heimlich verdr\u00fcckt oder ob er die Mittel anwendet, die er mit Sicherheit hat, um die Ukraine zu zerst\u00f6ren und die B\u00fchne f\u00fcr den finalen Krieg zu bereiten.<\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend wir dieses groteske Experiment mit den Leben der UkrainerInnen durchf\u00fchren, stellen wir gleichzeitig sicher, dass Millionen durch die Nahrungsmittelkrise leiden, spielen wir mit der M\u00f6glichkeit eines Nuklearkrieges und zerst\u00f6ren wir weiter enthusiastisch die Umwelt, die unser Leben erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte es sein, dass Putin einfach kapitulieren wird und dass er auf die unter seinem Kommando stehenden Kr\u00e4fte verzichtet. Und vielleicht k\u00f6nnen wir einfach die Aussichten auf einen Einsatz nuklearer Waffen hinweglachen. Alles denkbar, doch wer w\u00fcrde sich auf diese Wette einlassen wollen?<\/p>\n<p>Die Antwort lautet ziemlich deutlich: die westlichen F\u00fchrer, gemeinsam mit der politischen Klasse. Das liegt seit Jahren klar auf der Hand und wurde sogar offiziell kundgetan. Und um sicherzugehen, dass es alle verstanden haben wurde die Position nachdr\u00fccklich im April auf dem ersten monatlichen Treffen der &#8222;Kontaktgruppe&#8220; wiederholt, zu denen die NATO und ihre Partnerl\u00e4nder z\u00e4hlen. Das Treffen fand nicht im NATO-Hauptquartier in Br\u00fcssel statt. Stattdessen wurden alle Masken fallengelassen und das Treffen auf dem Luftwaffenst\u00fctzpunkt der US-Armee in Ramstein abgehalten. Streng genommen also auf deutschem Territorium, aber in der realen Welt den USA geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Verteidigungsminister Lloyd Austin er\u00f6ffnete das Treffen mit der <a href=\"https:\/\/www.stripes.com\/theaters\/europe\/2022-04-26\/austin-ukraine-ramstein-air-base-russia-5804405.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erkl\u00e4rung<\/a>, dass &#8222;die Ukraine fest daran glaubt, gewinnen zu k\u00f6nnen und dass dies alle hier Versammelten ebenso tun&#8220;. Deshalb sollten die versammelten W\u00fcrdentr\u00e4ger nicht z\u00f6gern, schwere Waffen in die Ukraine zu liefern und weiter die mit Stolz angek\u00fcndigten anderen Programme verfolgen, um die Ukraine effektiv in das System der NATO einzubinden. In ihrer Weisheit garantieren so die anwesenden W\u00fcrdentr\u00e4ger und ihr Anf\u00fchrer, dass Putin nicht so reagieren wird, wie er es bekannterma\u00dfen kann.<\/p>\n<p>Der Bericht zu den milit\u00e4rischen Planungen f\u00fcr viele Jahre, ja sogar Jahrhunderte zeigt, dass &#8222;jeder hier&#8220; tats\u00e4chlich an diesen bemerkenswerten Annahmen festhalten k\u00f6nnte. Aber ob das nun der Fall ist oder nicht, sie alle sind eindeutig gewillt, das Experiment mit dem Leben der UkrainerInnen und dem k\u00fcnftigen Leben auf der Erde durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Nachdem uns nun von dieser hohen Autorit\u00e4t versichert wurde, dass Russland all das passiv und ohne zu reagieren aufnehmen wird, k\u00f6nnen wir weiter daran arbeiten &#8222;die Ukraine de facto in die NATO zu integrieren&#8220;, in Einklang mit den Zielen des ukrainischen Verteidigungsministeriums und <a href=\"https:\/\/www.stripes.com\/theaters\/us\/2022-04-27\/ukraine-russia-war-howitzers-training-nato-5821871.html?utm_source=sailthru&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=mil-ebb\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mit der Herstellung<\/a> der &#8222;vollen Kompatibilit\u00e4t der ukrainischen Armee mit den Armeen der NATO-L\u00e4nder&#8220; \u2013 und dabei auch garantieren, dass keine diplomatische L\u00f6sung mit irgendeiner russischen Regierung erreicht werden kann, es sei denn, Russland wird zu einer Art Satellitenstaat der USA.<\/p>\n<p>Die aktuelle Politik der USA fordert einen langandauernden Krieg, um &#8222;Russland zu schw\u00e4chen&#8220; und seine totale Niederlage zu sichern. Diese Politik \u00e4hnelt sehr dem afghanischen Modell der 80er Jahre, welches gerade tats\u00e4chlich von hohen Stellen ausdr\u00fccklich bef\u00fcrwortet wird, wie zum Beispiel von <a href=\"https:\/\/www.wefornews.com\/hillary-clinton-compares-ukraine-to-afghanistan\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der fr\u00fcheren Au\u00dfenministerin Hillary Clinton<\/a>.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Es liegt in unserer Macht, die Antwort herbeizuf\u00fchren, die wir uns alle erhoffen, aber wir haben keine Zeit zu verlieren.<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Da es sehr der aktuellen Politik der USA \u00e4hnelt und sogar ein Arbeitsmodell darstellt, lohnt es sich einen Blick darauf zu werfen, was tats\u00e4chlich in den 80er Jahren in Afghanistan geschah, als Russland dort einmarschierte. Zum Gl\u00fcck haben wir jetzt eine <a href=\"https:\/\/www.wefornews.com\/hillary-clinton-compares-ukraine-to-afghanistan\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">detaillierte und ma\u00dfgebliche Darstellung<\/a> von Diego Cordovez, der die erfolgreichen UN-Programme leitete, die den Krieg beendeten, sowie vom renommierten Journalisten und Gelehrten Selig Harrison, der \u00fcber umfassende Erfahrungen in der Region verf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Die Analyse von Cordovez und Harrison widerlegt v\u00f6llig die g\u00e4ngige Version. Sie legen dar, dass der Krieg dank umsichtiger Diplomatie seitens der UN beendet wurde und nicht durch milit\u00e4rische St\u00e4rke. Das sowjetische Milit\u00e4r war uneingeschr\u00e4nkt in der Lage, den Krieg fortzusetzen. Die Politik der USA, zur Bek\u00e4mpfung der Russen die extremistischsten Radikalislamisten zu mobilisieren und zu finanzieren, bedeutete einen &#8222;Kampf bis zum letzten Afghanen&#8220;, so das Fazit der Analyse, &#8211; in einem Stellvertreterkrieg zur Schw\u00e4chung der Sowjetunion. &#8222;Die Vereinigten Staaten taten alles, um einen Einfluss der UN zu verhindern&#8220;, also die umsichtigen diplomatischen Bem\u00fchungen, die zum Ende des Krieges f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Die Politik der USA verz\u00f6gerte erkennbar den russischen R\u00fcckzug, \u00fcber den kurz nach der Invasion nachgedacht worden war. Die Analyse zeigt, dass die Invasion nur begrenzte Ziele hatte und keinesfalls die ungeheuerlichen Pl\u00e4ne einer Weltherrschaft, wie es in der US-Propaganda heraufbeschworen wurde. &#8222;Die sowjetische Invasion war erkennbar nicht der erste Schritt in einem expansionistischen Masterplan einer vereinten Herrschaft&#8220;, schreibt Harrison und best\u00e4tigt damit die <a href=\"https:\/\/arizona.pure.elsevier.com\/en\/publications\/reassessing-soviet-motives-for-invading-afghanistan-a-declassifie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schlussfolgerungen des Historikers<\/a> David Gibbs, die auf Erkenntnissen aus freigegebenen sowjetischen Archiven beruhen.<\/p>\n<p>Der leitende CIA-Offizier in Islamabad, der die Operationen direkt durchf\u00fchrte, brachte es auf den Punkt: Das Ziel war es, russische Soldaten zu t\u00f6ten und Russland ihr Vietnam zu bescheren, so wie es von hochrangigen US-Offiziellen proklamiert wurde und womit das gewaltige Unverm\u00f6gen aufgedeckt wurde, auch nur irgendetwas von Indochina zu verstehen \u2013 dem Sinnbild jahrzehntelanger US-Politik des Abschlachtens und der Zerst\u00f6rung.<\/p>\n<p>Cordovez und Harrison schrieben, dass die US-Regierung &#8222;von Anfang an gespalten war&#8220;: &#8222;in &#8222;Bluthunde&#8220;, die die sowjetischen Truppen in Afghanistan vernichten und somit Vietnam r\u00e4chen wollten und &#8222;Verhandler&#8220;, die den R\u00fcckzug der Truppen durch eine Kombination aus Diplomatie und milit\u00e4rischem Druck erzwingen wollten&#8220;. Es ist eine Unterteilung, die sehr oft zu Tage tritt. Gew\u00f6hnlich gewinnen die &#8222;Bluthunde&#8220; und verursachen damit immensen Schaden. F\u00fcr &#8222;den Entscheider&#8220;, um W. Bushs Selbstbeschreibung zu verwenden, ist es sicherer, sich hart zu geben, als zu weich zu erscheinen.<\/p>\n<p>Afghanistan ist ein typisches Beispiel. W\u00e4hrend der Carter-Administration z\u00e4hlte Au\u00dfenminister Cyrus Vance zu den &#8222;Verhandlern&#8220; und schlug weitreichende Kompromisse vor, die mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit verhindert oder zumindest stark einged\u00e4mmt h\u00e4tten, was als eine limitierte Intervention angedacht war. Der nationale Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski hingegen war der Bluthund, mit dem Vorhaben, Vietnam zu r\u00e4chen &#8211; was auch immer das in seiner konfusen Weltsicht bedeutete \u2013 und Russen zu killen \u2013 etwas, worauf er sich gut verstand und was er genoss.<\/p>\n<p>Brzezinski setzte sich durch. Er \u00fcberzeugte Carter, die Opposition, die die pro-russische Regierung st\u00fcrzen wollte, mit Waffen zu versorgen und rechnete damit, dass die Russen in einen Vietnam-artigen Sumpf hineingezogen w\u00fcrden. Als das dann geschah, konnte er seine Freude dar\u00fcber kaum verhehlen. Wurde er sp\u00e4ter gefragt, ob er Bedauern empfinde, tat er die Frage als l\u00e4cherlich ab. Er behauptete, dass sein Erfolg, Russland in die afghanische Falle gelockt zu haben, verantwortlich f\u00fcr den Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums und das Ende des Kalten Krieges war \u2013 was gr\u00f6\u00dftenteils Unsinn ist. Und wen k\u00fcmmert es schon, wenn dabei &#8222;einige aufgebrachte Moslems&#8220; zu Schaden kamen, so wie die Millionen Leichen und unter Vernachl\u00e4ssigung solcher Nebens\u00e4chlichkeiten, wie der Zerst\u00f6rung Afghanistans und dem Erstarken des radikalen Islams.<\/p>\n<p>Heute wird die afghanische Analogie \u00f6ffentlich bef\u00fcrwortet und, wichtiger noch, in der Politik angewandt.<\/p>\n<p>Die Unterscheidung zwischen Verhandler und Bluthund ist in au\u00dfenpolitischen Kreisen nichts neues. Ein ber\u00fchmtes Beispiel aus den fr\u00fchen Tagen des Kalten Krieges ist der Konflikt zwischen George Kennan (einem Verhandler) und Paul Nitze (einem Bluthund). Nitze gewann und legte damit die Grundlage f\u00fcr viele Jahre von Gewalt und beinahe Zerst\u00f6rung. Cordovez und Harrison bef\u00fcrworten mit zahlreichen Belegen ausdr\u00fccklich den Ansatz von Kennan.<\/p>\n<p>Ein \u00e4hnlich gelagertes Beispiel wie das von Vance und Brzezinski ist der Konflikt zwischen Au\u00dfenminister William Rogers (einem Verhandler) und dem nationalen Sicherheitsberater Henry Kissinger (einem Bluthund) hinsichtlich der Politik im Nahen Osten in den Jahren der Pr\u00e4sidentschaft von Richard Nixon. Rogers schlug vern\u00fcnftige diplomatische L\u00f6sungen f\u00fcr den israelisch-arabischen Konflikt vor. Kissinger, dessen Unkenntnis \u00fcber die Region monumental war, bestand auf einer Konfrontation, was zum Krieg von <a href=\"https:\/\/oldwebsite.palestine-studies.org\/sites\/default\/files\/jq-articles\/JQ%2054_Exposing%20Israel%27s.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1973<\/a> f\u00fchrte und f\u00fcr Israel fast zur Gefahr eines Atomkriegs wurde.<\/p>\n<p>Diese Konflikte tauchen fast immer wieder auf. Heute sitzen nur Bluthunde auf den hohen Posten. Sie sind so weit gegangen, einen riesigen <a href=\"https:\/\/www.congress.gov\/bill\/117th-congress\/senate-bill\/3522\/all-info\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lend-Lease Act<\/a> (Leih- und Pachtgesetz) in Kraft zu setzen, der fast einstimmig verabschiedet wurde. Dessen Terminologie weckt Erinnerungen an das enorme Lend-Lease Programm, das die USA (wie beabsichtigt) in den Krieg in Europa brachte und die europ\u00e4ischen und asiatische Konflikte (nicht beabsichtigt) in einen Weltkrieg. &#8222;Lend Lease verband die einzelnen K\u00e4mpfe in Europa und Asien, um bis Ende 1941 dahin zu kommen, was wir zutreffend als 2. Weltkrieg bezeichnen&#8220;, schreibt Adam Tooze. Ist es das, was wir in unserer heutigen ziemlich anderen Situation wollen?<\/p>\n<p>Wenn es das ist, was wir wollen, so wie es offenbar der Fall ist, sollten wir uns wenigstens Gedanken dar\u00fcber machen, was es bedeuten w\u00fcrde. Dies zu wiederholen ist wichtig genug.<\/p>\n<p>Es bedeutet, dass wir die Art der diplomatischen Initiativen zur\u00fcckweisen, die die russische Invasion in Afghanistan beendeten, trotz aller Bem\u00fchungen der USA, sie zu verhindern. Wir lassen uns deshalb auf ein Experiment ein, bei dem wir schauen, ob die Einbindung der Ukraine in die NATO, die totale Niederlage Russlands in der Ukraine und weitere Ma\u00dfnahmen, um &#8222;Russland zu schw\u00e4chen&#8220; von der russischen F\u00fchrung passiv beobachtet werden oder ob sie auf die Mittel der Gewalt zur\u00fcckgreift, die sie unzweifelhaft besitzt, um die Ukraine zu verw\u00fcsten und die B\u00fchne f\u00fcr einen m\u00f6glichen allgemeinen Krieg zu bereiten.<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit und indem wir den Konflikt befeuern anstatt zu versuchen, ihn zu beenden, belegen wir die UkrainerInnen mit drastischen Kosten, treiben Millionen Menschen in den Hungertod und den brennenden Planeten noch schneller in Richtung des sechsten Massenaussterbens und \u2013 wenn wir Gl\u00fcck haben \u2013 entrinnen wir dem finalen Krieg.<\/p>\n<p>Kein Problem, sagt die Regierung und die politische Klasse. Das Experiment ist nicht riskant, weil es sicher ist, dass die russische F\u00fchrung all das mit Gleichmut hinnimmt und still in den Aschehaufen der Geschichte eingehen wird. Was den &#8222;Kollateralschaden&#8220; angeht, so k\u00f6nnen sie sich zu Brzezinskis &#8222;aufgebrachten Muslimen&#8220; gesellen. Um sich einen Ausspruch zu leihen, der durch <a href=\"https:\/\/fair.org\/extra\/we-think-the-price-is-worth-it\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Madeleine Albright<\/a> Ber\u00fchmtheit erlangt hat: &#8222;Das ist eine sehr harte Entscheidung, aber der Preis \u2013 wir glauben, der Preis ist es wert.&#8220;<\/p>\n<p>Seien wir wenigstens ehrlich und erkennen an, was wir sehenden Auges tun.<\/p>\n<p><strong><em>Die globalen Emissionen stiegen 2021 auf ein Rekordhoch, die Welt kehrte also zum &#8222;business as usual&#8220; zur\u00fcck, nachdem die schlimmsten Auswirkungen der COVID-19 Pandemie vor\u00fcber waren \u2013 vorerst. Wie festgefahren ist das menschliche Verhalten? Sind wir f\u00e4hig, moralische Verpflichtungen gegen\u00fcber den Menschen der Zukunft zu haben?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das ist eine tiefgreifende Frage, die wichtigste Frage, die wir uns stellen k\u00f6nnen. Die Antwort kennen wir nicht. Es k\u00f6nnte hilfreich sein, in einem breiteren Kontext dar\u00fcber nachzudenken.<\/p>\n<p>Betrachten wir Enrico Fermis ber\u00fchmtes Paradox: In einfachen Worten, wo sind sie? Als anerkannter Astrophysiker wusste Fermi, dass es eine riesige Anzahl von Planeten innerhalb einer Reichweite f\u00fcr m\u00f6gliche Kontakte gibt, auf denen Bedingungen f\u00fcr Leben und h\u00f6here Intelligenz herrschen. Doch so eifrig wir auch suchen, wir k\u00f6nnen keinerlei Spuren ihrer Existenz finden. Also, wo sind sie?<\/p>\n<p>Eine Antwort, die ernsthaft in Erw\u00e4gung gezogen wird und nicht vernachl\u00e4ssigt werden kann ist, dass sich h\u00f6here Intelligenz unz\u00e4hlige Male entwickelt hat, sich aber als t\u00f6dlich herausstellte: Sie entdeckte die Mittel zur Selbstvernichtung, entwickelte jedoch nicht die moralische F\u00e4higkeit, sie zu verhindern. Vielleicht ist das sogar ein ureigenes Merkmal dessen, was wir als &#8222;h\u00f6here Intelligenz&#8220; bezeichnen.<\/p>\n<p>Wir befinden uns gerade in einem Experiment, mit dem wir herausfinden wollen, ob dieses schreckliche Merkmal auch auf die moderne Menschheit zutrifft, die erst seit kurzem, seit 200.000 bis 300.000 Jahren, die Erde bev\u00f6lkert, was in der Evolutionsgeschichte einem Wimpernschlag gleich kommt. Es bleibt nicht viel Zeit, die Antwort zu finden \u2013 oder genauer, die Antwort zu bestimmen, so wie wir es auf die eine oder andere Art tun werden. Das ist unvermeidbar. Wir werden entweder so handeln, dass wir zeigen, dass unsere moralische F\u00e4higkeit mit unserer technischen F\u00e4higkeit zur Zerst\u00f6rung mithalten kann \u2013 oder dass sie es nicht kann.<\/p>\n<p>Ein au\u00dferirdischer Beobachter, g\u00e4be es ihn, w\u00fcrde mit Bedauern feststellen, dass die Kluft zu gro\u00df ist, um den Selbstmord der Spezies und damit das sechste Massenaussterben noch zu verhindern. Er k\u00f6nnte sich jedoch t\u00e4uschen. Diese Entscheidung liegt in unseren H\u00e4nden.<\/p>\n<p>Es existiert eine grobe Messung der Kluft zwischen der F\u00e4higkeit zur Zerst\u00f6rung und der F\u00e4higkeit, diesen Todeswunsch zu z\u00fcgeln: Die Doomsday Clock (Weltuntergangsuhr) der Zeitschrift Bulletin of Atomic Scientists. Der Abstand der Zeiger bis Mitternacht kann als die Darstellung der Distanz gesehen werden. 1953, als die USA und die Sowjetunion thermonukleare Waffen z\u00fcndeten, wurden die Minutenzeiger auf zwei Minuten vor Mitternacht gesetzt. Diesen Punkt erreichten sie seither nicht mehr bis zu Donald Trumps Pr\u00e4sidentschaft. In seinem letzten Amtsjahr gingen die Analysten von den Minutenzeigern auf Sekunden \u00fcber: Die Uhr steht jetzt bei 100 Sekunden bis Mitternacht. Im Januar n\u00e4chsten Jahres wird sie erneut gestellt. Es ist nicht schwer vorstellbar, dass der Sekundenzeiger noch weiter an Mitternacht heranger\u00fcckt sein wird.<\/p>\n<p>Die d\u00fcstere Frage tauchte am 6. August 1945 mit brillanter Sch\u00e4rfe auf. Dieser Tag hielt zwei Lektionen bereit: 1.) Die menschliche Intelligenz war in ihrer Glorie der F\u00e4higkeit nahegekommen, alles zu zerst\u00f6ren \u2013 eine F\u00e4higkeit, die sie dann 1953 erreichte. 2.) Die moralische F\u00e4higkeit der Menschen hinkte weit hinterher. Kaum jemanden k\u00fcmmerte es, wie sich Menschen meiner Altersgruppe sehr gut erinnern werden. Und angesichts des abscheulichen Experiments und dessen Konsequenzen, dem wir uns heute mit Begeisterung verschrieben haben, kann man kaum von einer Verbesserung sprechen, um es gelinde auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>Das ist keine Antwort auf die Frage. Wir wissen viel zu wenig, um sie zu beantworten. Wir k\u00f6nnen nur den einen Fall von &#8222;h\u00f6herer Intelligenz&#8220;, von dem wir wissen, genau beobachten und uns fragen, welche Antwort sich daraus ergeben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Viel wichtiger ist jedoch, dass wir handeln k\u00f6nnen, um die Antwort zu finden. Es liegt in unserer Macht, die Antwort herbeizuf\u00fchren, auf die wir alle hoffen, aber wir haben keine Zeit zu verlieren.<\/p>\n<p><strong><em>Das Interview gef\u00fchrt von <a class=\"url fn\" href=\"https:\/\/truthout.org\/authors\/c-j-polychroniou\/\" target=\"_blank\" rel=\"author noopener\">C.J. Polychroniou<\/a> f\u00fcr <a href=\"https:\/\/truthout.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Truthout<\/a> erschien unter dem Titel \u201e<a href=\"https:\/\/truthout.org\/articles\/chomsky-to-tackle-climate-our-morality-must-catch-up-with-our-intelligence\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Chomsky: To Tackle Climate, Our Morality Must Catch Up With Our Intelligence<\/a>\u201c. Der Artikel ist copyrightgesch\u00fctzt und darf nur mit ausdr\u00fccklicher Erlaubnis \u00fcbernommen werden.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Wir danken der Redaktion von Truthout f\u00fcr das freundliche Einverst\u00e4ndnis.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Die \u00dcbersetzung aus dem Englischen wurde von Silvia Sander <\/em><em>vom ehrenamtlichen Pressenza-\u00dcbersetzungsteam erstellt. <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/mitarbeiten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wir suchen Freiwillige!<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>C.J. Polychroniou<\/strong> ist Politikwissenschaftler\/politischer \u00d6konom, Autor und Journalist, der an mehreren Universit\u00e4ten und Forschungszentren in Europa und den Vereinigten Staaten gelehrt und gearbeitet hat. Aktuell liegt sein Forschungsschwerpunkt auf der Politik und Volkswirtschaft der USA, der Europ\u00e4ischen Wirtschaftsintegration, der Globalisierung, dem Klimawandel und der Umwelt\u00f6konomie sowie der Dekonstruktion des politisch-\u00f6konomischen Projekts des Neoliberalismus. Er verfasst regelm\u00e4\u00dfig Beitr\u00e4ge f\u00fcr Truthout und ist Mitglied des \u00f6ffentlichen Projekts von Truthout.<br \/>\nEr hat zahlreiche B\u00fccher und mehr als 1000 Artikel ver\u00f6ffentlicht, die in einer Vielzahl von Zeitschriften, Magazinen, Zeitungen und bekannten Nachrichtenwebsites erschienen sind. Viele seiner Publikationen sind in etliche Sprachen \u00fcbersetzt worden, darunter in Arabisch, Chinesisch, Kroatisch, Niederl\u00e4ndisch, Deutsch, Franz\u00f6sisch, Griechisch, Italienisch, Japanisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch und T\u00fcrkisch. Seine j\u00fcngsten B\u00fccher sind Optimism Over Despair: Noam Chomsky On Capitalism, Empire, and Social Change (2017); Climate Crisis and the Global Green New Deal: The Political Economy of Saving the Planet (mit Noam Chomsky und Robert Pollin als Hauptautoren, 2020); The Precipice: Neoliberalism, the Pandemic, and the Urgent Need for Radical Change (eine Sammlung von Interviews mit Noam Chomsky, 2021); sowie Economics and the Left: Interviews with Progressive Economists (2021).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche warnte die WMO (World Meteorological Organization) davor, dass die Erderw\u00e4rmung von 1,5 Grad gegen\u00fcber dem vorindustriellen Niveau in den n\u00e4chsten 5 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% erreicht sein wird. 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