{"id":1522096,"date":"2022-02-17T20:52:19","date_gmt":"2022-02-17T20:52:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1522096"},"modified":"2022-02-17T20:52:19","modified_gmt":"2022-02-17T20:52:19","slug":"konzerne-mit-schweizer-sitz-betreiben-modernen-kolonialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2022\/02\/konzerne-mit-schweizer-sitz-betreiben-modernen-kolonialismus\/","title":{"rendered":"Konzerne mit Schweizer Sitz betreiben modernen Kolonialismus"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p class=\"author-meta\"><strong>\u00abPublic Eye\u00bb deckt auf, dass Rohstoffhandelsfirmen der lokalen Bev\u00f6lkerung viel Land wegnehmen und Arbeitsrechte verletzen.<\/strong><\/p>\n<p><em>Susanne Aigner f\u00fcr die Online-Zeitung <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/wirtschaft\/konzerne\/konzerne-mit-schweizer-sitz-betreiben-modernen-kolonialismus\/\">INFOsperber<\/a><\/em><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry-content clearfix\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default\"><p><em>\u00abDie grossen Agrarh\u00e4ndler organisieren aus ihren Genfer und Zuger B\u00fcros nicht nur den globalen Handel mit Soja oder Kaffee \u2013 sie sind l\u00e4ngst auch Plantagenbesitzer. Auf einer Fl\u00e4che von mehr als 2,7 Millionen Hektar bauen sie auf \u00fcber 550 Plantagen weltweit Zuckerrohr, Palm\u00f6l, Orangen oder Kautschuk an. F\u00fcr die Missst\u00e4nde in der dortigen Produktion, die von Landgrabbing \u00fcber Arbeitsrechtsverletzungen bis zu Umweltvergehen reichen, sind sie deshalb direkt verantwortlich.\u00bb<\/em><\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>So lautet das Fazit einer\u00a0<a href=\"https:\/\/www.publiceye.ch\/de\/mediencorner\/medienmitteilungen\/detail\/abholzung-einschuechterung-landgrabbing-wie-schweizer-agrarhaendler-als-plantagenbesitzer-agieren\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Recherche von \u00abPublic Eye\u00bb<\/a>\u00a0(fr\u00fcher Erkl\u00e4rung von Bern). Als gr\u00f6sste Handelsdrehscheibe von Agrarrohstoffen weltweit sei die Schweiz Sitzstaat einer risikobehafteten Branche, die dringend reguliert werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p><strong>Vertikal integrierte Agro-Food-Konzerne<\/strong><\/p>\n<p>Die Schweiz ist politisch stabil und verf\u00fcgt \u00fcber einen gut ausgebauten Finanzsektor mit g\u00fcnstigem Steuerklima. F\u00fcr international agierende Agrarrohstoffh\u00e4ndler ist das Alpenland daher als Hauptsitz besonders attraktiv. Mindestens die H\u00e4lfte des globalen Handels mit Getreide und \u00d6lsaaten wie Soja und 40 Prozent des weltweiten Zuckerhandels wird in Schweizer B\u00fcros abgewickelt. Von hier aus wird ein Drittel aller Kaffee- und Kakaobohnen verkauft, ein Viertel des globalen Baumwollhandels wird kontrolliert.<\/p>\n<p>L\u00e4ngst beschr\u00e4nken sich die Handelsunternehmen nicht mehr auf die Verschiffung von Agrarrohstoffen. Sie sind zu vertikal integrierten Agro-Food-Konzernen geworden. Im grossen Stil kauften sie weltweit Plantagen auf. Konzerne wie\u00a0<em>Cargill<\/em>,\u00a0<em>Cofco<\/em>\u00a0oder\u00a0<em>LDC<\/em>\u00a0verwalten mindestens 2,7 Millionen Hektar Ackerland. Die Fl\u00e4che entspricht mehr als dem Sechsfachen des gesamten Schweizer Ackerlandes. In 24 L\u00e4ndern in S\u00fcdamerika, Afrika und Asien bauen die Agrarrohstoffh\u00e4ndler auf mehr als 560 Plantagen Exportfr\u00fcchte an, unter anderem Getreide, Soja, Kaffee, Orangen, Bananen, Kautschuk und Reis. \u00abPublic Eye\u00bb publizierte die Recherche in Januar unter dem Titel\u00a0<a href=\"https:\/\/www.schweizer-plantagen.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00abRohstoffhandel: Schweizer Plantagen in \u00dcbersee\u00bb<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Zuckerrohr, Palm\u00f6l, Getreide und \u00d6lsaaten<\/strong><\/p>\n<p>Mit 1,4 Millionen Hektar machen Zuckerrohr-Plantagen mehr als die H\u00e4lfte der von Schweizer H\u00e4ndlern kontrollierten Fl\u00e4che aus. An zweiter Stelle steht Palm\u00f6l mit rund einem Viertel der Gesamtfl\u00e4che, gefolgt von Getreide und \u00d6lsaaten.<\/p>\n<p><strong>Von Schweizer Handelsfirmen kontrolliertes Anbauland in Hektaren<\/strong>:<\/p>\n<div id=\"attachment_1522097\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1522097\" class=\"wp-image-1522097 size-full\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Konzerne-und-Anbauland.png\" alt=\"Konzerne mit Schweizer Sitz betreiben modernen Kolonialismus\" width=\"1019\" height=\"679\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Konzerne-und-Anbauland.png 1019w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Konzerne-und-Anbauland-300x200.png 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Konzerne-und-Anbauland-820x546.png 820w\" sizes=\"auto, (max-width: 1019px) 100vw, 1019px\" \/><p id=\"caption-attachment-1522097\" class=\"wp-caption-text\">Von Schweizer Handelsfirmen kontrolliertes Anbauland in Hektaren. Gr\u00f6ssere Aufl\u00f6sung der Grafik hier. \u00a9 Public Eye gem\u00e4ss \u00f6ffentlich zug\u00e4nglicher Daten der Unternehmen, von Zertifizierungsorganisationen oder Datenbanken.<\/p><\/div>\n<p>Die Ernteprodukte verarbeiten die Unternehmen direkt zu Futter-, Lebens- und Genussmitteln weiter. \u00dcber Anbau und Verarbeitung eigener Rohstoffe erhalten die H\u00e4ndler nicht nur einen besseren Zugang \u00fcber die von ihnen ben\u00f6tigte Menge und Qualit\u00e4t, es erleichtert ihnen auch die R\u00fcckverfolgbarkeit der G\u00fcter entlang der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.schweizer-plantagen.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wertsch\u00f6pfungskette<\/a>.<\/p>\n<p>Damit sind die Agrarhandelskonzerne mit Sitz in der Schweiz direkt f\u00fcr die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards vor Ort verantwortlich. Doch bei ihren Gesch\u00e4ften im Ausland kommen sie ihrer Verantwortung ungen\u00fcgend oder gar nicht nach, wie zahlreiche Beispiele zeigen. So deckte \u00abPublic Eye\u00bb Arbeitsrechtsverletzungen,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.publiceye.ch\/de\/themen\/agrarrohstoffhandel\/die-gravierendsten-probleme-im-anbau-und-handel-mit-agrarrohstoffen\/abholzung-und-landraub\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Landgrabbing<\/a>\u00a0und Umweltverschmutzung auf. Ergebnis: Unter Beteiligung von Schweizer Agrarrohstoffh\u00e4ndlern werden vielerorts Menschen vertrieben und unrechtm\u00e4ssig enteignet.<\/p>\n<p><strong>Landgrabbing und Vertreibungen in Uganda und Kambodscha<\/strong><\/p>\n<p>Weltweit bekannt wurde ein Fall von Landgrabbing in Uganda: Im August 2001 vertrieb die ugandische Armee im Bezirk Mubende die Einwohner von vier D\u00f6rfern und zerst\u00f6rte gewaltsam ihre H\u00e4user. Deren Land wurde von der ugandischen Investitionsbeh\u00f6rde (UIA) an die\u00a0<em>Kaweri Coffee Plantation Ltd.<\/em>verpachtet, damit die Tochterfirma der deutschen\u00a0<em>Neumann Kaffee Gruppe<\/em>\u00a0(NKG) Kaffee darauf anbauen konnte. Die Schweizer Niederlassung der NKG wickelt den Rohkaffeehandel ab und ist nebenher auch f\u00fcr das Plantagenmanagement zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Von 4\u2019000 Menschen, die damals aus ihren D\u00f6rfern vertrieben wurden, verstarben etliche inzwischen an den Folgen der Vertreibung. Ein Grossteil der noch Lebenden leidet unter Armut, Mangelern\u00e4hrung und fehlendem Zugang zu Trinkwasser. Familien brechen auseinander, die Kinder haben kaum Bildungschancen. Das berichtet \u00a0<a href=\"https:\/\/fian-ch.org\/de\/news\/massenvertreibung-fuer-kaffee-mit-verbindungen-zur-schweiz-wiedergutmachung-ist-dringend\/11886\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">FIAN Schweiz<\/a>\u00a0\u2013 eine unabh\u00e4ngige Organisation der Ern\u00e4hrungsrechte.<\/p>\n<p>Unterdessen erwirtschaftet die\u00a0<em>Neumann Kaffee Gruppe<\/em>\u00a0Gewinne auf Boden, den sie sich unrechtm\u00e4ssig aneignete. Zwar bot die ugandische Regierung im September 2019 den Vertriebenen eine finanzielle Entsch\u00e4digung an, doch war der Wert des beschlagnahmten Landes darin keineswegs enthalten.<\/p>\n<p>Laut\u00a0<a href=\"https:\/\/www.humanrights.ch\/de\/ipf\/archiv\/international\/nachrichten\/maastrichter-grundsaetze-extraterritorialen-staatenpflichten\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00abMaastrichter Prinzipien zu den Extraterritorialen Staatenpflichten im Bereich der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte\u00bb<\/a>\u00a0m\u00fcssen Staaten, in denen die betreffende Firma niedergelassen ist, Massnahmen ergreifen, um die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte mit rechtlichen Mitteln zu sch\u00fctzen. Als Tochterfirma der NKG mit Sitz in Zug betreut Kaweri die Plantage und vertreibt deren Kaffee, so dass die Schweiz in diesem Fall h\u00e4tte aktiv werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Inzwischen rief\u00a0<a href=\"https:\/\/fian-ch.org\/de\/news\/massenvertreibung-fuer-kaffee-mit-verbindungen-zur-schweiz-wiedergutmachung-ist-dringend\/11886\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">FIAN Schweiz<\/a>\u00a0das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (SECO) sowie das Eidgen\u00f6ssische Departement f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten (EDA) dazu auf, an die Tochterunternehmen der NKG heranzutreten mit der Aufforderung, einen erheblichen Anteil der Entsch\u00e4digung f\u00fcr das beschlagnahmte Land zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<div class=\"wp-block-infosperber-box\">\n<blockquote><p><strong>Landgrabbing oder Landraub<\/strong><\/p>\n<p>Da es keine einheitliche Definition von Landraub gibt, hat die rum\u00e4nische Bauernrechtsorganisation \u00abEcoRuralis\u00bb folgende\u00a0<a href=\"https:\/\/drive.google.com\/file\/d\/0B_x-9XeYoYkWSDh3dGk3SVh2cDg\/view\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Definition<\/a>\u00a0erarbeitet: \u00abLandraub kann definiert werden als das Kontrollieren (sei es durch Eigentum, Pacht, Konzession, Vertr\u00e4ge, Quoten oder allgemeine Macht) von mehr als lokaltypischen Landmengen durch eine Person oder K\u00f6rperschaft (\u00f6ffentlich oder privat, ausl\u00e4ndisch oder inl\u00e4ndisch) auf irgendeine Weise (\u00ablegal\u00bb oder \u00abillegal\u00bb) zum Zwecke der Spekulation, des An- oder Abbaus, der Ressourcenkontrolle oder Kommerzialisierung auf Kosten von Bauern, Agrar\u00f6kologie, Landbewirtschaftung, Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t und Menschenrechten\u00bb.<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p><strong>Kautschukplantagen in Kambodscha<\/strong><\/p>\n<p>Ein anderer Fall von Landgrabbing wurde 2008 in\u00a0<a href=\"https:\/\/fian-ch.org\/de\/news\/landkonflikt-in-kambodscha-zwischen-indigenen-staat-und-schweizer-konzern\/13036\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kambodscha\u00a0<\/a>bekannt. Damals wurde dem in Luxemburg ans\u00e4ssigen Agrarkonzern SOCFIN, der von der Schweiz aus operiert, drei Konzessionsgebiete in der kambodschanischen Provinz Mondulkiri im Umfang von rund 12\u2019400 Hektar zum Anlegen von Kautschukplantagen zugeteilt. Die ortsans\u00e4ssigen Bunong-Gemeinschaften allerdings wurden dar\u00fcber weder informiert, noch gaben sie ihre Zustimmung. Mit den illegal erteilten Konzessionen verloren die indigenen Einwohner nicht nur landwirtschaftliche Anbaufl\u00e4chen, Viehweiden und W\u00e4lder, sondern auch ihre heiligen Kult- und Grabst\u00e4tten. Bis heute wirken sich diese Verluste auf ihr t\u00e4gliches Leben, ihre Kultur und ihre Beziehung zur Natur aus. Die Schweizer Niederlassungen von SOCFIN, die sowohl f\u00fcrs Handelsgesch\u00e4ft wie auch das Plantagenmanagement zust\u00e4ndig sind, sind ihrer Verantwortung nie gerecht geworden, schreibt \u00abPublic Eye\u00bb. Auch in diesem Fall unterst\u00fctzt die FIAN Schweiz die Interessen der\u00a0<em>Bunong Indigenous People Association<\/em>\u00a0(BIPA). Ihr Ziel ist ein sofortiger Schutz ihres verbliebenen Gemeinschaftslandes und die \u00dcberpr\u00fcfung der Landkonzessionen.<\/p>\n<p><strong>Schweizer Regierung dr\u00fcckt sich vor der Verantwortung<\/strong><\/p>\n<p>Missst\u00e4nde im Zusammenhang mit dem Agrarrohstoffhandel fanden zu lange zu wenig bis gar keine Beachtung.<br \/>\nSchweizer H\u00e4ndler st\u00fcnden unter\u00a0<em>indirekter Aufsicht der Banken<\/em>, welche sie finanzieren, heisst es von Seiten des Bundesrates. Deshalb bed\u00fcrfe es keiner Regulierung des Rohstoffsektors durch die Regierung.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sind Schweizer Geldinstitute jedoch nur zu 1 bis 4 Prozent beteiligt. Den Rest der Kredite beziehen die H\u00e4ndler von internationalen Bankinstituten.<\/p>\n<p>Zwar erkennt der Bundesrat inzwischen an, dass im Rohstoffsektor \u00abgewisse Herausforderungen\u00bb in Bezug auf Menschenrechte und Umwelt bestehen. Doch der Fokus der ohnehin schwachen Gegenmassnahmen liegt vor allem im Sektor Energie und Mineralrohstoffe. F\u00fcr \u00abPublic Eye\u00bb ist klar: Der Bundesrat dr\u00fcckt sich bisher vor jeglicher Kontrolle oder Regulierung der Arbeits- und Produktionsbedingungen vor Ort.<\/p>\n<p><strong>\u00abZahnloser Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Der Gegenvorschlag zur knapp abgelehnten Konzernverantwortungsinitiative sei \u00abzahnlos\u00bb, schreibt \u00abPublic Eye\u00bb. Denn er fokussiere einseitig auf Kinderarbeit anstatt auch auf Arbeitsrechtsverletzungen und Umweltvergehen.<\/p>\n<p>Unternehmen in Industriel\u00e4ndern des globalen Nordens m\u00fcssen dortige Umwelt- und Sozialstandards einhalten, schrecken jedoch in den armen Produktionsl\u00e4ndern nicht davor zur\u00fcck, Menschen aus ihrem eigenen Land, aus ihren eigenen D\u00f6rfern zu vertreiben.<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte die von FIAN Schweiz koordinierte \u00abArbeitsgruppe Transnationale Konzerne und Menschenrechte\u00bb einen<a href=\"https:\/\/www.humanrights.ch\/cms\/upload\/pdf\/220117_Mitteilung_UN-Abkommen_TNCs_und_Menschenrechte_Siebte_Session_AGr.pdf?fbclid=IwAR1l4h3aMaiaq7poxe9lOsZs8EGuAhFjDbJEkujuI_P7tR0L8f9Mt_GsohM\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00a0Bericht\u00a0zur Siebten Session der Zwischenstaatlichen UN-Arbeitsgruppe zu Transnationalen Konzernen und Menschenrechte<\/a>. Darin geht es um nichts weniger als um die v\u00f6lkerrechtliche Verpflichtung, sowie darum, dass mittels Abkommen Menschenrechte eingehalten und kontrolliert werden. Die Schweiz war an dieser Arbeitsgruppe\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/fian.suisse.schweiz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">bisher nicht beteiligt<\/a>.<\/p>\n<p>Mit dem Abkommen wird das Recht auf Nahrung zusammen mit vielen anderen Menschenrechten vor massiven Beeintr\u00e4chtigungen durch transnationale Konzerne\u00a0\u00a0gesch\u00fctzt. Es ist die Basis daf\u00fcr, dass bei Verst\u00f6ssen Wiedergutmachung geleistet wird und Strafen verh\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p>Die Schweizer Regierung sollte ihre Unternehmen zwingen, Arbeitsbedingungen vor Ort zu protokollieren und Missst\u00e4nde offenzulegen, fordert FIAN Schweiz. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssten Nachweise zur Behebung der Missst\u00e4nde erbracht werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr \u00abPublic Eye\u00bb sind \u00abverbindliche Sorgfaltspflichten \u00fcberf\u00e4llig\u00bb. Denn: \u00abWas bleibt, ist ein intransparenter Hochrisikosektor, der bez\u00fcglich Menschenrechts- und Umweltrisiken fast g\u00e4nzlich unreguliert aus der Schweiz heraus operiert.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_1522107\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1522107\" class=\"wp-image-1522107 size-full\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Agrarkonzerne-1024x810-1.png\" alt=\"Konzerne mit Schweizer Sitz betreiben modernen Kolonialismus\" width=\"1024\" height=\"810\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Agrarkonzerne-1024x810-1.png 1024w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Agrarkonzerne-1024x810-1-300x237.png 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Agrarkonzerne-1024x810-1-820x649.png 820w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-1522107\" class=\"wp-caption-text\">Agrarhandelsfirmen mit Sitz in der Schweiz, welche in Produktionsl\u00e4ndern Plantagen besitzen. Gr\u00f6ssere Aufl\u00f6sung der Grafik hier. \u00a9 Public Eye<\/p><\/div>\n<p>____________________________<\/p>\n<p><strong><em>Stellungnahmen von zitierten Unternehmen<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Etliche Agrarh\u00e4ndler haben zu den von \u00abPublic Eye\u00bb erhobenen Vorw\u00fcrfen Stellung genommen. Die Konzerne beteuern in erster Linie ihre guten Absichten und Richtlinien, nehmen aber nur selten zu ganz konkreten Vorw\u00fcrfen Stellung.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.business-humanrights.org\/de\/neuste-meldungen\/swiss-commodity-traders-control-27-million-hectares-of-land-yet-fail-to-take-sufficient-responsibility-for-human-rights-environment-research-alleges\/\"><strong>Hier klicken<\/strong><\/a><strong>.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>____________________________<\/p>\n<p>Das aktuelle Public-Eye-Magazin zum Thema \u00abRohstoffhandel \u2013 Schweizer Plantagen in \u00dcbersee\u00bb (Januar 2022) ist in G\u00e4nze\u00a0<a href=\"https:\/\/www.publiceye.ch\/fileadmin\/doc\/Magazin\/2022-01_PublicEye_Magazine_No33_DE_72dpi.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>hier<\/strong>\u00a0<\/a>nachzulesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abPublic Eye\u00bb deckt auf, dass Rohstoffhandelsfirmen der lokalen Bev\u00f6lkerung viel Land wegnehmen und Arbeitsrechte verletzen. Susanne Aigner f\u00fcr die Online-Zeitung INFOsperber \u00abDie grossen Agrarh\u00e4ndler organisieren aus ihren Genfer und Zuger B\u00fcros nicht nur den globalen Handel mit Soja oder Kaffee&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1855,"featured_media":1522117,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9161,9157,9168,9158],"tags":[99344,99343,16862,34132,56143,30244],"class_list":["post-1522096","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-menschenrechte","category-oekologie-und-umwelt","category-politik","category-wirtschaft","tag-fian-de","tag-handel","tag-kolonialismus","tag-konzerne","tag-rohstoffe","tag-umwelt"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.1.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Konzerne mit Schweizer Sitz betreiben modernen Kolonialismus<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"\u00abPublic Eye\u00bb deckt auf, dass Rohstoffhandelsfirmen der lokalen Bev\u00f6lkerung viel Land wegnehmen und Arbeitsrechte verletzen. 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