{"id":1521752,"date":"2022-02-16T15:05:52","date_gmt":"2022-02-16T15:05:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1521752"},"modified":"2022-02-16T15:08:57","modified_gmt":"2022-02-16T15:08:57","slug":"der-konzern-repsol-muss-sich-fuer-die-oelpest-verantworten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2022\/02\/der-konzern-repsol-muss-sich-fuer-die-oelpest-verantworten\/","title":{"rendered":"Der Konzern Repsol muss sich f\u00fcr die \u00d6lpest verantworten"},"content":{"rendered":"<div class=\"lan-post__item-teaser\">\n<p><strong>Das spanische \u00d6lunternehmen Repsol versucht sich f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte \u00d6lkatastrophe, die Peru je erlebt hat, aus der Verantwortung zu stehlen. Die peruanische Regierung k\u00fcndigte an, Sanktionen zu pr\u00fcfen.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"lan-post__item-author\"><em>Von Kiva Drexel und Moritz Aschemeyer<\/em><\/div>\n<div>\n<p>Am 15. Januar 2022 verursachte starker Wellengang durch den Vulkanausbruch in Tonga die schlimmste \u00d6lpest in der Geschichte Perus. Nach dem Entladen von Roh\u00f6l von einem Schiff an der Repsol-Raffinerie Pampilla waren 6.000 Barrel \u00d6l ausgelaufen. Mittlerweile erstreckt sich die \u00d6lpest \u00fcber 7,1 Millionen Quadratmeter des Meeres, so das peruanische Umweltministerium. Von der Katastrophe sind bis zu 3.000 Arbeitspl\u00e4tze betroffen, haupts\u00e4chlich in der Fischerei. Der gesch\u00e4tzte Verlust f\u00fcr die Tourismusbranche bel\u00e4uft sich auf 52 Millionen US-Dollar. Die \u00f6kologische Katastrophe dagegen ist bisher noch nicht absch\u00e4tzbar. Sicher ist, dass zwei Naturschutzgebiete und zahlreiche gesch\u00fctzte Tierarten unmittelbar betroffen sind.<\/p>\n<p>Repsol wird von Seiten der Regierung und Umweltorganisationen vorgeworfen, den f\u00fcr solche Unf\u00e4lle vorgesehenen Notfallplan nicht ordnungsgem\u00e4\u00df und schnell genug umgesetzt zu haben. Zudem soll das Unternehmen falsch informiert haben: So hatte der \u00d6lkonzern zu Beginn behauptet, es seien nur 25 Liter Roh\u00f6l ausgelaufen, nicht einmal ein Prozent der tats\u00e4chlichen Menge. Der Pr\u00e4sident von Repsol Peru, Jaime Fern\u00e1ndez-Cuesta, gestand das versp\u00e4tete Eingreifen zwar ein, versuchte diesen Umstand gegen\u00fcber\u00a0<em>Latina TV<\/em>\u00a0mit einer Fehleinsch\u00e4tzung seitens der Schiffbesatzung zu rechtfertigen: \u201eEs ist eine optische Einsch\u00e4tzung, es gab einen Wahrnehmungsfehler\u201c.<\/p>\n<p>Nun ermittelt die peruanische Marine, welche Vorg\u00e4nge zu dem Ausma\u00df der Katastrophe gef\u00fchrt haben. Gleichzeitig k\u00fcndigte am 22. Januar Julio Guzm\u00e1n, der Staatsanwalt des Umweltministeriums, gegen\u00fcber dem Umweltportal Mongabay an, dass die peruanische Regierung eine Zivilklage gegen Repsol vorbereite. In mehreren St\u00e4dten, darunter der Hauptstadt Lima, fanden zudem Protestkundgebungen gegen den \u00d6lkonzern statt.<\/p>\n<p>Fischereigewerkschaften streben bereits Verhandlungen zu Entsch\u00e4digungszahlungen f\u00fcr s\u00e4mtliche betroffene Fischer*innen an. \u201eGestern boten sie an, den Fischern einen Scheck \u00fcber 500 Soles (umgerechnet etwa 116 Euro, Anm. d. Red.) zu geben, aber das entsch\u00e4digt sie \u00fcberhaupt nicht\u201c, so Alejandro Bravo, Generalsekret\u00e4r der F\u00f6deration f\u00fcr Integration und Vereinigung der handwerklichen Fischer Perus (Fiupap) am 23. Januar gegen\u00fcber der digitalen Plattform\u00a0<em>Salud con lupa<\/em>.<\/p>\n<p>\u201eWir haben in Peru etwa drei- bis viertausend Lecks pro Jahr\u201c, berichtet\u00a0<a href=\"https:\/\/lateinamerika-nachrichten.de\/artikel\/der-koerper-der-gesellschaft-ist-anfaelliger-geworden\/\">Guillermo Mart\u00ednez Pinillo<\/a>, ehemaliger Leiter der NGO Instituto Ambientalista Natura in Chimbote. \u201eIn Cabo Blanco in Piura beispielsweise wird eigentlich konstant auf die Umweltverschmutzung hingewiesen, dort bestehen kleinere Lecks seit Jahren, ohne dass etwas passiert.\u201c Erwartungen, dass sich nun grunds\u00e4tzlich etwas \u00e4ndert, hat er daher wenig.<\/p>\n<p>Die Raffinerie La Pampilla war bereits aus den vergangenen Jahren f\u00fcr Fehlinformationen hinsichtlich entstandener Sch\u00e4den bekannt. Das Portal\u00a0<em>Salud con lupa<\/em>\u00a0hat zwischen 2009 und 2021 32 Verst\u00f6\u00dfe gegen die Vorschriften gez\u00e4hlt. Die verh\u00e4ngten Strafen sind angesichts eines Konzerns, der im Jahr 2020 in 29 L\u00e4ndern einen Umsatz von fast 57 Milliarden US-Dollar verzeichnete, minimal. So wurde 2013 gegen die Raffinerie ein Bu\u00dfgeld von 65.000 US-Dollar verh\u00e4ngt, da sie falsche Angaben \u00fcber die Menge des beim Entladen eines Schiffes ausgelaufenen Kraftstoffs gemacht hatte. Damals meldete die Raffinerie, dass nur sieben F\u00e4sser ausgelaufen waren, tats\u00e4chlich waren es jedoch 190.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das spanische \u00d6lunternehmen Repsol versucht sich f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte \u00d6lkatastrophe, die Peru je erlebt hat, aus der Verantwortung zu stehlen. Die peruanische Regierung k\u00fcndigte an, Sanktionen zu pr\u00fcfen. Von Kiva Drexel und Moritz Aschemeyer Am 15. 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