{"id":1497280,"date":"2022-01-01T17:58:34","date_gmt":"2022-01-01T17:58:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1497280"},"modified":"2022-01-01T17:58:34","modified_gmt":"2022-01-01T17:58:34","slug":"worum-es-2022-geht-konservative-durch-progressive-wirtschaftspolitik-abloesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2022\/01\/worum-es-2022-geht-konservative-durch-progressive-wirtschaftspolitik-abloesen\/","title":{"rendered":"Worum es 2022 geht: Konservative durch progressive Wirtschaftspolitik abl\u00f6sen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Konservative Wirtschaftspolitik versucht, die wirtschaftliche Spaltung in Verlierer*innen und Gewinner*innen f\u00fcr weniger sozialen Schutz f\u00fcr Arme und Arbeitslose und geringere Steuern f\u00fcr Reiche zu nutzen. Progressive Politik muss im Gegenteil die \u00c4ngste der Menschen ernst nehmen, Sicherheit geben, Hoffnung auf Verbesserung wecken und mehr Freiheit schaffen. Daf\u00fcr muss sie die Machtfrage stellen.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von <strong>Markus Marterbauer<\/strong>, Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der <a href=\"https:\/\/wien.arbeiterkammer.at\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AK Wien<\/a><\/em><\/p>\n<h3><strong>Verlierer*innen und Gewinner*innen der Krise<\/strong><\/h3>\n<p>Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im Oktober 2021 das Vorkrisenniveau wieder erreicht hat,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wifo.at\/news\/woechentlicher_wifo-wirtschaftsindex\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">f\u00e4llt es im Winter-Lockdown<\/a>\u00a0wieder darunter. Doch die ohnehin schwierige Berechnung der gesamtwirtschaftlichen Lockdown-Kosten darf nicht den Blick auf die eigentlich relevanten Fragen verstellen. Die Covid-Wirtschaftskrise f\u00fchrt f\u00fcr einige soziale Gruppen zu einer massiven, bei manchen auch langfristigen, Verringerung des Wohlstandes, bei anderen hingegen zu hohen Gewinnen.<\/p>\n<p>Die Gruppe der Verlierer*innen besteht aus:<\/p>\n<ul>\n<li>400.000 Arbeitslosen, vor allem den 110.000 Langzeitarbeitslosen, die massive Einkommensverluste erlitten. Drei Viertel der\u00a0<a href=\"https:\/\/awblog.at\/kein-auskommen-mit-dem-arbeitslosengeld\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Langzeitarbeitslosen sind armutsgef\u00e4hrdet<\/a>.<\/li>\n<li>Hunderttausenden prek\u00e4r Besch\u00e4ftigten, deren Arbeitsmarktchancen sich in der Covid-Krise markant verschlechtert haben: Das betrifft junge Menschen, die zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt ins Erwerbsleben einzutreten versuchten, ausl\u00e4ndische Staatsb\u00fcrger*innen, die ohnehin in besonderem Ausma\u00df unter schlechten Arbeitsbedingungen leiden, sowie Frauen in Teilzeitbesch\u00e4ftigung mit geringem Stundenausma\u00df.<\/li>\n<li>Zehntausenden Einpersonenunternehmer*innen, die in der Covid-Krise ohne Einkommen, soziale Absicherung und deshalb auf sp\u00e4t erfolgende und nicht ausreichende Hilfszahlungen aus dem H\u00e4rtefallfonds angewiesen waren.<\/li>\n<li>Hunderttausenden Kindern aus gesellschaftlich benachteiligten Familien, die in besonderem Ausma\u00df unter Schulschlie\u00dfungen, Lockdowns, beengten Wohnverh\u00e4ltnissen, fehlenden sozialen Kontakten, Armutsgef\u00e4hrdung und damit auch langfristig unter negativen Folgen der Covid-Krise leiden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Covid-Krise hat damit in besonderem Ausma\u00df jene sozialen Gruppen getroffen, bei denen die Armuts- oder Ausgrenzungsgef\u00e4hrdung ohnehin sehr hoch ist. Sie f\u00fchrt damit zu einer weiteren Schw\u00e4chung der Schwachen.<\/p>\n<p>Doch es gibt auch die Gewinner*innen der Krise. Das sind erstens die Milliard\u00e4r*innen und Multimillion\u00e4r*innen, denn Immobilienpreise und Aktienkurse legten j\u00fcngst zu wie selten zuvor. Das <a href=\"https:\/\/www.trend.at\/wirtschaft\/oesterreicher-milliardaere-clans-12143947\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Verm\u00f6gen der \u201eMilliard\u00e4re und Clans\u201c<\/a>\u00a0ist in dieser Krise nochmals kr\u00e4ftig gestiegen.<\/p>\n<p>Zweitens, haben viele Unternehmen von der Krise profitiert. In der Industrie hat die Produktion das Vorkrisenniveau ohnehin rasch wieder \u00fcbertroffen. Die gro\u00dfz\u00fcgigen, wenig zielgerichteten Covid-Wirtschaftshilfen haben ein finanzielles F\u00fcllhorn \u00fcber die Unternehmen ausgesch\u00fcttet, das trotz des tiefsten Wirtschaftseinbruchs nach 1945 sogar zu einem \u00dcberschuss in ihrem Finanzierungssaldo f\u00fchrte. Doppelt- und Dreifachf\u00f6rderungen, bei denen Kurzarbeit mit Umsatz- und Fixkostenersatz sowie Investitionsf\u00f6rderungen in bislang nie gesehenem Umfang kombiniert werden konnten, lie\u00df so\u00a0<a href=\"https:\/\/www.momentum-institut.at\/news\/neuauflage-von-coronahilfen-aus-fehlern-lernen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">manches Unternehmen finanziell deutlich besser dastehen als vor der Krise<\/a>. Viele Unternehmen haben von staatlichen Covid-Auftr\u00e4gen profitiert, manche in einer Art und Weise, die die Korruptionsstaatsanwaltschaft auf den Plan rief.<\/p>\n<h3><strong>Konservative Wirtschaftspolitik: Druck auf Verlierer*innen, F\u00f6rderung der Gewinner*innen<\/strong><\/h3>\n<p>Konservative Wirtschaftspolitik nutzt die soziale und wirtschaftliche Spaltung in Verlierer*innen und Gewinner*innen zweifach. Zum einen verst\u00e4rkt sie den Druck auf die Verlierer*innen, etwa die Arbeitslosen. Diese sind ein beliebtes Opfer konservativer Politik, auch weil ihr Ansehen in der \u00d6ffentlichkeit gering ist: Das Arbeitslosengeld bzw die Notstandshilfe sollte f\u00fcr Langzeitarbeitslose von derzeit 51% des Letzteinkommens gem\u00e4\u00df dem <a href=\"https:\/\/www.puls24.at\/news\/politik\/wirtschaftsbund-will-arbeitslosengeld-unter-40-prozent-senken\/233790\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Vorschlag des \u00d6VP-Wirtschaftsbundes auf unter 40%<\/a>, jenem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.agenda-austria.at\/publikationen\/arbeitssuchengeld\/reformvorschlag\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">von Agenda Austria auf 25%<\/a>\u00a0und\u00a0<a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000129743834\/kleine-und-mittlere-unternehmen-fuer-senkung-derlohnnebenkosten\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">jenem der Neos auf 0%<\/a>\u00a0gesenkt werden. Damit versucht man den Arbeitslosen Angst einzujagen und sie f\u00fcr die Annahme schlechter Jobs bereit zu machen. Angst soll aber auch prek\u00e4r Besch\u00e4ftigten bereitet werden, denen so gezeigt wird, was passiert, wenn sie nicht bereit sind, unfaire Arbeitsbedingungen zu akzeptieren. Die Debatte um eine Versch\u00e4rfung der Zumutbarkeitsbestimmungen und der Abschaffung des geringf\u00fcgigen Zuverdienstes zielen in die n\u00e4mliche Richtung.<\/p>\n<p>Zweitens, zielt konservative Wirtschaftspolitik auf die St\u00e4rkung der Gewinner*innen der Krise: Forderungen nach Senkung der K\u00f6rperschaftssteuer, Erh\u00f6hung des Gewinnfreibetrages, Wiedereinf\u00fchrung einer kurzen Behaltefrist bei der Wertpapier-Kapitalertragssteuer, Senkung der Lohnnebenkosten, immer h\u00f6here staatliche Investitionspr\u00e4mien und immer noch mehr Subventionen. Ein Teil der Forderungen konnte abgewehrt werden, doch einige haben Eingang in die Steuerreform der Regierung gefunden. K\u00fcrzung der Sozialtransfers f\u00fcr Arme und Senkung der Steuern f\u00fcr Reiche, so hat der gro\u00dfe US-\u00d6konom John Kenneth Galbraith einmal neoliberale Wirtschaftspolitik persifliert.<\/p>\n<h3><strong>Progressive Wirtschaftspolitik muss Angst nehmen und Hoffnung wecken<\/strong><\/h3>\n<p>Progressive Wirtschaftspolitik muss das Gegenteil machen. Sie muss zun\u00e4chst genau auf die sozialen Verh\u00e4ltnisse schauen. Sie muss den Verlierer*innen \u00c4ngste nehmen. Sie muss Sicherheit geben. Sie muss Hoffnung machen, indem sie einen Weg der Ver\u00e4nderung, Verbesserung und des Fortschritts aufzeigt. Sie muss Momente der Emanzipation und Freiheit er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1497272 size-full\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/8128DA43-CB54-4D60-BB28-9646ACA14B0B.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1321\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/8128DA43-CB54-4D60-BB28-9646ACA14B0B.png 1920w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/8128DA43-CB54-4D60-BB28-9646ACA14B0B-300x206.png 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/8128DA43-CB54-4D60-BB28-9646ACA14B0B-820x564.png 820w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p>Priorit\u00e4r ist der Kampf gegen Arbeitslosigkeit, Armut und soziale Ausgrenzung. Die Sozialpsychologin\u00a0<a href=\"https:\/\/jbi.or.at\/marie-jahoda\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Marie Jahoda<\/a>\u00a0bemerkte zurecht: Arbeitslosigkeit f\u00fchrt nicht zur Revolution, sondern zu Resignation. Menschen in der Krise Sicherheit zu geben, hei\u00dft zun\u00e4chst ihr Einkommen zu stabilisieren. Eine\u00a0<a href=\"https:\/\/awblog.at\/anhebung-arbeitslosengeld-gesellschaftspolitisch-notwendig\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erh\u00f6hung der Netto<\/a><a href=\"https:\/\/awblog.at\/anhebung-arbeitslosengeld-gesellschaftspolitisch-notwendig\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">e<\/a><a href=\"https:\/\/awblog.at\/anhebung-arbeitslosengeld-gesellschaftspolitisch-notwendig\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">rsatzrate des Arbeitslosengeldes auf 70%<\/a>\u00a0verringert Einkommensverluste und verhindert Armut. Die (Wieder-) Einf\u00fchrung einer armutsfesten Bedarfsorientierten Mindestsicherung bildet ein\u00a0<a href=\"https:\/\/awblog.at\/armutspolitik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">wichtiges zus\u00e4tzliches soziales Netz gegen Armut<\/a>, auch f\u00fcr die Working Poor.<\/p>\n<p>Das historische Verdienst des Sozialstaates ist es, den arbeitenden Menschen Sicherheit zu geben. Er tut dies mithilfe der sozialen Pensions-, Arbeitslosen-, Kranken- und Unfallversicherung sowie der Bereitstellung sozialer Dienste von Gesundheit und Pflege \u00fcber Kindergarten und Schule bis zur Sozialarbeit und Wohnen. Der Sozialstaat ist eines der erfolgreichsten Projekte der Zivilisation, doch\u00a0<a href=\"https:\/\/awblog.at\/sozialstaat-krisenbewaeltigung-fuer-weiterentwicklung-nuetzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">dieses Projekt ist alles andere als abgeschlossen<\/a>.<\/p>\n<p>Am dringlichsten ist die rasche Verbesserung der sozialen Pflegeleistungen f\u00fcr alle, damit sich die Spaltung in arm und reich nicht am Ende des Lebens nochmals in aller Sch\u00e4rfe manifestiert. Eine Zwei-Klassen Medizin muss verhindert werden.\u00a0<a href=\"https:\/\/awblog.at\/beste-kinderbetreuung-und-bildung-leisten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ganztagskinderg\u00e4rten und Ganztagsschulen sind elementar<\/a>\u00a0f\u00fcr die F\u00f6rderung der kognitiven, sozialen und emotionalen F\u00e4higkeiten von allen Kindern, egal woher sie kommen. Leistbare Wohnungen durch Ausweitung des sozialen Wohnbaus und geschickte Regulierung der Mieten sichern das Grundrecht auf Wohnen.<\/p>\n<p>Bessere soziale Leistungen werden auch deutlich mehr kosten, das steht au\u00dfer Frage. Laufende Ausgaben f\u00fcr Sozialtransfers, soziale Dienste und Geh\u00e4lter m\u00fcssen durch laufende Steuereinnahmen finanziert werden. Darauf muss unser Abgabensystem eingestellt werden. Investive Ausgaben wie Wohnungen oder Infrastruktur hingegen sollen kreditfinanziert werden.<\/p>\n<h3><strong>Arbeitszeitverk\u00fcrzung er\u00f6ffnet ein Moment der Freiheit<\/strong><\/h3>\n<p>Eine gute Absicherung bei Arbeitslosigkeit ist wichtig, doch sie reicht nicht. Das Ziel lautet Vollbesch\u00e4ftigung. Wirtschaftspolitik muss die Nachfrage nach Arbeitskr\u00e4ften auf Vollbesch\u00e4ftigungsniveau f\u00fchren. Zukunftsausgaben in Klima, Pflege, Bildung erh\u00f6hen den Wohlstand und als erfreulicher Nebeneffekt entstehen neue Jobs. F\u00fcr\u00a0<a href=\"https:\/\/awblog.at\/warum-oesterreich-eine-gemeinwohlorientierte-jobgarantie-braucht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Langzeitarbeitslose soll eine Jobgarantie<\/a>\u00a0im kommunalen und gemeinn\u00fctzigen Sektor den Weg aus Armut zu Arbeit und Einkommen erm\u00f6glichen. Das AMS braucht mehr Personal und Geld, um Arbeitslose rasch auf offene Stellen vermitteln und f\u00fcr diese qualifizieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch die Schaffung von Jobs, nur um der Besch\u00e4ftigung willen, kann nicht das Ziel sein. Die Menschen brauchen gute Arbeit, das hei\u00dft Besch\u00e4ftigung mit guten Arbeitsbedingungen, M\u00f6glichkeiten der Mitbestimmung, gesicherten Arbeitsrechten, ad\u00e4quaten Arbeitszeiten und einem Einkommen, von dem man gut leben kann. Eine Erh\u00f6hung des niedrigsten Lohnes in allen Kollektivvertr\u00e4gen auf 1.700 \u20ac ist eine gezielte Ma\u00dfnahme, um nicht armutsfeste L\u00f6hne zu beseitigen. Die\u00a0<a href=\"https:\/\/awblog.at\/der-europaeische-mindestlohn-kommt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU-Mindestlohn<\/a><a href=\"https:\/\/awblog.at\/der-europaeische-mindestlohn-kommt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">r<\/a><a href=\"https:\/\/awblog.at\/der-europaeische-mindestlohn-kommt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ichtlinie<\/a>\u00a0zielt darauf ab, die Vorteile kollektivvertraglicher Lohnfindung f\u00fcr ganz Europa zu etablieren und den Niedriglohnsektor zu verkleinern, der in vielen L\u00e4ndern noch gr\u00f6\u00dfer ist als bei uns. Progressive Politik muss die Verbesserung der Lebensbedingungen aller Menschen im Auge haben.<\/p>\n<p>Die Arbeitsgesellschaft muss wieder st\u00e4rker auf das Ziel der Freiheit ausgerichtet werden. Der Ruf nach Arbeitszeitverk\u00fcrzung begleitet die Arbeiter*innenbewegung seit ihrer Gr\u00fcndung und er bleibt eines der wichtigsten Ziele progressiver Politik. <a href=\"https:\/\/awblog.at\/arbeitszeitverkuerzung-in-kollektivvertraegen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Arbeitszeitverk\u00fcrzung kann vielf\u00e4ltige Formen annehmen<\/a>, von der gesetzlichen Einf\u00fchrung der 6. Urlaubswoche f\u00fcr alle und der Erm\u00f6glichung l\u00e4ngerer Auszeiten, \u00fcber die Freizeitoption, 4-Tage-Woche, Jubil\u00e4umsurlaube und 35-Stunden-Woche in Kollektivvertr\u00e4gen, bis zu betrieblichen Innovationen wie einer 30-Stunden-Woche und mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit.<\/p>\n<p>Mehr Freiheit will in einer lebenswerten Umwelt verbracht werden. Klimakrise aber auch unsoziale Klimapolitik belasten die \u00f6konomisch Schw\u00e4cheren, w\u00e4hrend die Reichen enorme Klimakosten produzieren. Der dringend erforderliche Umbau der Wirtschaft verlangt deshalb nach\u00a0<a href=\"https:\/\/klimasozial.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">klimasozialer Politik<\/a>. Bessere \u00f6ffentliche Infrastruktur f\u00fcr Mobilit\u00e4t und Wohnen, \u00f6ffentliche R\u00e4ume vom Park bis zum Sportplatz, \u00f6ffentliche Dienste von Gesundheit bis Schule, \u00f6ffentliche Forschungs- und Technologiepolitik sind wichtige Elemente einer erfolgreichen Klimapolitik, die auch die Verteilungsfrage stellt.<\/p>\n<h3><strong>Machtverschiebung am Arbeitsmarkt und in der Verteilungsfrage<\/strong><\/h3>\n<p>Die Erreichung von neuen Jobs, guten Arbeitsbedingungen, k\u00fcrzeren Arbeitszeiten, h\u00f6heren L\u00f6hnen und sinnerf\u00fcllter Arbeit setzt eine Verschiebung der Machtverh\u00e4ltnisse auf dem Arbeitsmarkt voraus. Oder um es mit US-Pr\u00e4sident Joe Biden zu sagen: Unser Ziel ist nicht ein Arbeitsmarkt, auf dem drei, vier, f\u00fcnf Arbeitslose um eine offene Stelle konkurrieren, sondern ein Arbeitsmarkt, auf dem die Unternehmen mit attraktiven Angeboten um die Arbeitskr\u00e4fte konkurrieren. Einen (leichten) Arbeitskr\u00e4ftemangel sehen wir also nicht als Gefahr, sondern als anstrebenswertes Ziel. Wir nennen dieses Ziel Vollbesch\u00e4ftigung und wollen es so rasch wie m\u00f6glich erreichen.<\/p>\n<p>Die Machtverh\u00e4ltnisse m\u00fcssen sich auch in einem zweiten Bereich drehen. Die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.trend.at\/wirtschaft\/oesterreicher-milliardaere-clans-12143947\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Verm\u00f6gen sind so konzentriert<\/a>, dass in \u00d6sterreich 40 Milliard\u00e4r*innen \u00fcber mehr als ein Zehntel des gesamten Verm\u00f6gens aller 3,9 Millionen privaten Haushalte verf\u00fcgen und allein die beiden reichsten Familien nahezu doppelt so viel besitzen wie die untere H\u00e4lfte der Haushalte. Dieser \u00dcberreichtum einer ganz kleinen Gruppe <a href=\"https:\/\/awblog.at\/wie-ungleichheit-die-demokratie-untergraebt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">gef\u00e4hrdet die Demokratie<\/a>\u00a0ebenso wie die soziale und \u00f6kologische Nachhaltigkeit. Mit dem\u00a0<a href=\"https:\/\/wien.arbeiterkammer.at\/interessenvertretung\/verteilungsgerechtigkeit\/Broschuere_Vermoegensverteilung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">konsequenten Aufzeigen der ungerechten Verh\u00e4ltnisse<\/a>\u00a0und konkreten Vorschl\u00e4gen f\u00fcr eine progressive Besteuerung von Verm\u00f6gen, Verm\u00f6genseinkommen und Erbschaften wollen wir Druck f\u00fcr Gerechtigkeit machen. Damit wird auch die Machtfrage gestellt.<\/p>\n<p>Ein langsam Konturen gewinnender Mangel an Arbeitskr\u00e4ften und die in vielen L\u00e4ndern verfochtene Forderung nach progressiver Besteuerung hoher Verm\u00f6gen werden es erm\u00f6glichen, Wirtschaft und Gesellschaft in \u00d6sterreich und Europa zum Besseren zu wenden. Sie werden uns dabei helfen, Armut zu beseitigen, die Gei\u00dfel der Arbeitslosigkeit zu bek\u00e4mpfen, Pflege und Bildung in hoher Qualit\u00e4t f\u00fcr alle zu \u00f6ffnen, die Klimakrise zu bew\u00e4ltigen, Arbeitsbedingungen zu verbessern, L\u00f6hne zu erh\u00f6hen und mit k\u00fcrzeren Arbeitszeiten, guten sozialen Diensten und demokratischer Beteiligung f\u00fcr alle mehr Momente der Freiheit in der Arbeitsgesellschaft zu schaffen. Das Ziel progressiver Wirtschaftspolitik ist\u00a0<a href=\"https:\/\/awblog.at\/ak-wohlstandsbericht-2021\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">nachhaltiges Wohlergehen<\/a>\u00a0f\u00fcr die vielen, nicht die wenigen.<\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"cchover\">\n<div class=\"ccschalter\"><\/div>\n<\/div>\n<div id=\"shr_canvas2\" class=\"shareaholic-canvas shareaholic-resolved-canvas shareaholic-ui\" data-app=\"share_buttons\" data-title=\"Worum es 2022 geht: Konservative durch progressive Wirtschaftspolitik abl\u00f6sen\" data-link=\"https:\/\/awblog.at\/worum-es-2022-geht\/\" data-app-id-name=\"post_below_content\">\n<div translate=\"no\">\n<div class=\"shareaholic-share-buttons-container shareaholic-ui shr-no-print shareaholic-flat shareaholic- shareaholic-wrapped shareaholic- shareaholic- shareaholic-right-align shareaholic-right-align shareaholic-flat shareaholic-wrapped shareaholic-mini\">\n<div class=\"shareaholic-share-buttons-wrapper shareaholic-ui \">\n<div class=\"shareaholic-share-buttons-animation-wrapper \">\n<div class=\"shareaholic-share-buttons-heading shareaholic-custom\">\n<div class=\"shareaholic-share-buttons-heading-text\">\n<p><em>Dieser Beitrag wurde am 28.12.2021 auf dem <a href=\"https:\/\/awblog.at\/worum-es-2022-geht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blog Arbeit &amp; Wirtschaft<\/a>\u00a0unter der\u00a0<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/deed.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA 4.0<\/a>\u00a0ver\u00f6ffentlicht. Diese Lizenz erm\u00f6glicht den Nutzer*innen eine freie Bearbeitung, Weiterverwendung, Vervielf\u00e4ltigung und Verbreitung der textlichen Inhalte unter Namensnennung des*der Urheber*in sowie unter gleichen Bedingungen.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konservative Wirtschaftspolitik versucht, die wirtschaftliche Spaltung in Verlierer*innen und Gewinner*innen f\u00fcr weniger sozialen Schutz f\u00fcr Arme und Arbeitslose und geringere Steuern f\u00fcr Reiche zu nutzen. 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