{"id":1479142,"date":"2021-11-29T05:57:10","date_gmt":"2021-11-29T05:57:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1479142"},"modified":"2021-11-29T05:57:10","modified_gmt":"2021-11-29T05:57:10","slug":"feminismen-in-der-pandemie-transnationaler-frauen-kampf-geht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2021\/11\/feminismen-in-der-pandemie-transnationaler-frauen-kampf-geht-weiter\/","title":{"rendered":"Feminismen in der Pandemie | Transnationaler Frauen*-Kampf geht weiter"},"content":{"rendered":"<p>2020: Das Jahr der weltweiten Pandemie hat eine Gesundheits- und Wirtschaftskrise ausgel\u00f6st, die benachteiligte Bev\u00f6lkerungsgruppen besonders hart getroffen hat. Die Rechte von \u201e<a class=\"glossaryLink\" style=\"font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: normal; letter-spacing: normal; orphans: auto; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: auto; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; box-sizing: inherit; background-color: transparent; font-family: 'Source Sans Pro', sans-serif; font-size: 14px; text-align: justify; -webkit-tap-highlight-color: rgba(0, 0, 0, 0); -webkit-text-size-adjust: 100%; color: #000000 !important; text-decoration: none !important; border-bottom-width: 1px !important; border-bottom-style: dotted !important; border-bottom-color: #000000 !important;\" href=\"https:\/\/www.npla.de\/lexikon\/frauen-und-dissidentinnen\/\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Frauen* und Dissident*innen&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;(span. mujeres y disidencias) Der Begriff inkludiert auch Identit\u00e4ten, die nicht in der heteronormativen bin\u00e4ren Ordnung von Mann und Frau verortet sind, wie zum Beispiel transgender, intersex, nicht-bin\u00e4re oder queere Menschen. Die Benennung von Frauen* und Dissident*innen erm\u00f6glicht die Einbeziehung aller Identit\u00e4ten, die aufgrund ihrer Abweichung vom patriarchalen heteronormativen System st\u00e4rker von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind.&lt;br\/&gt;&lt;\/div&gt;\">Frauen* und Dissident*innen<\/a>\u201c auf der ganzen Welt wurden beeintr\u00e4chtigt, w\u00e4hrend geschlechtsspezifische Gewalt und F\u00e4lle von Feminiziden zunahmen. Dennoch endete das Jahr 2020 mit einem historischen Meilenstein in der Geschichte der lateinamerikanischen Frauenbewegung: der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in Argentinien. Die so genannte \u201eGr\u00fcne Welle\u201c (span. ola verde) breitet sich aus. In diesem Jahr f\u00e4llte der Oberste Gerichtshof im mexikanischen Bundesstaat Coahuila ein richtungsweisendes Urteil, indem er einstimmig die Kriminalisierung der Abtreibung aufhob. Im US-amerikanischen Bundesstaat Texas wurde hingegen ein Gesetz verabschiedet, das die Abtreibung dort praktisch unm\u00f6glich macht \u2013 mit starker Unterst\u00fctzung der \u201ePro-Life\u201c-Bewegung. Die neue Realit\u00e4t, die wir seit dem Beginn der Corona-Pandemie erleben, ist durch die Zunahme sozialer Ungleichheiten und die Verh\u00e4rtung reaktion\u00e4rer Gruppen gekennzeichnet, doch auch der feministische Widerstand und die K\u00e4mpfe h\u00f6ren nicht auf.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Sendung von Radio Matraca interviewten wir Irene vom Kollektiv Sor Juanas, einer Frauenkommune in Berlin-Wedding, und Christiane Tennhardt, eine deutsche Gyn\u00e4kologin und Aktivistin f\u00fcr die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs. In diesem Artikel berichten wir, welche Wege die Berliner Frauenbewegungen im Zusammenhang mit der Pandemie gegangen sind.<\/p>\n<p><strong>8M: \u201cUnser Leben, unser Widerstand \u2013 brich das Schweigen, brich das System\u201c<\/strong><\/p>\n<p>In Berlin fanden am Frauenkampftag 8. M\u00e4rz viele dezentrale Aktivit\u00e4ten statt. Obwohl keine Massendemonstration geplant war, gelang es dem vom B\u00fcndnis Internationalistischer Feministinnen* organisierten Marsch, zahlreiche multikulturelle feministische <a class=\"glossaryLink\" style=\"box-sizing: inherit; background-color: transparent; color: #000000 !important; text-decoration: none !important; border-bottom-width: 1px !important; border-bottom-style: dotted !important; border-bottom-color: #000000 !important;\" href=\"https:\/\/www.npla.de\/lexikon\/flinta\/\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;flinta*&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;steht f\u00fcr Frauen*, Lesben, Inter, Non-bin\u00e4re, Trans &amp;amp; Agender Personen. Im Spanischen wird an Stelle von flinta* h\u00e4ufig von &quot;mujeres y disidencias&quot; (Frauen* und Dissident*innen) gesprochen. Diese Nennung inkludiert ebenfalls Identit\u00e4ten, die nicht in der heteronormativen bin\u00e4ren Ordnung von Mann und Frau verortet sind, wie zum Beispiel Transgender, Intersex, nNcht-bin\u00e4re oder Queere Menschen.&lt;\/div&gt;\">FLINTA*<\/a>-Kollektive unter dem Slogan \u201eUnser Leben, unser Widerstand, brich das Schweigen, brich das System\u201c zusammenzubringen. Das Stadtzentrum war \u00fcberf\u00fcllt mit Frauen* in all ihren Facetten. Die Teilnahme von M\u00e4nnern war in diesem Jahr nicht erlaubt, der Marsch geh\u00f6rte ganz den Frauen*. Besonders Trans*-Frauen, Migrantinnen*, rassifizierte Frauen* und Frauen* aus der Arbeiterklasse waren zur Teilnahme eingeladen.<\/p>\n<p>Die guatemaltekische S\u00e4ngerin Rebeca Lane pr\u00e4sentierte am 8. M\u00e4rz in einer Live-Session f\u00fcr das Impronta-Magazin ihr neues Lied \u201ePara qu\u00e9 llorar\u201c, das von der Pandemie inspiriert ist und eine Antwort auf die neue Normalit\u00e4t darstellt, die Menschen, die nicht in das patriarchalische und neoliberale Lebensmodell passen, verletzt und gewaltsam angreift. \u201eFeministische K\u00e4mpfe, K\u00e4mpfe auf der ganzen Welt, erheben ihre F\u00e4uste und stellen sich dieser Gewalt entgegen, kollektiv, so wie wir es von unseren Gro\u00dfm\u00fcttern, von unseren Vorfahren gelernt haben, dieser Gewalt entgegenzutreten. Und dieser Schrei, der aus der <a class=\"glossaryLink\" style=\"box-sizing: inherit; background-color: transparent; color: #000000 !important; text-decoration: none !important; border-bottom-width: 1px !important; border-bottom-style: dotted !important; border-bottom-color: #000000 !important;\" href=\"https:\/\/www.npla.de\/lexikon\/abya-yala\/\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Abya Yala&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Der Name Abya Yala kommt aus der Sprache der indigenen Guna Yala-Bev\u00f6lkerung des heutigen Panama und Kolumbien. W\u00f6rtlich \u00fcbersetzt bedeutet es \u201eLand in voller Reife\u201c oder \u201eLand des Lebens\u201c. Der Begriff vor der Ankunft von Christoph Kolumbus und der Kolonisierung durch die Europ\u00e4er vergeben. In der Kosmovision indigener Gruppen Lateinamerikas war das Land als untrennbar mit den dieses bewohnenden Menschen verbunden, im Gegensatz zur europ\u00e4ischen Vorstellung, die auf der abstrakten Aufteilung von Grund und Boden als Messobjekt beruht.\u00a0 Die Verwendung des Namens Abya Yala ist heute in ganz Lateinamerika verbreitet und dr\u00fcckt eine historische und politische Gegenposition zu den europ\u00e4ischen Begriff &quot;Amerika&quot; oder &quot;Neue Welt&quot; aus, die eine europ\u00e4ische &quot;Kolonialisierung der Sprache&quot; untermauern.&lt;br\/&gt;&lt;\/div&gt;\">Abya Yala<\/a> kommt, hat sich \u00fcber die ganze Welt verbreitet. Auch hier in Guatemala sagen wir, dass wir nicht mehr auch nur eine weitere ermordete oder verschwundene Frau betrauern wollen\u201c, so Lane.<\/p>\n<p><strong>Ermordungen von Frauen, weil sie Frauen sind<\/strong><\/p>\n<p>\u201eFeminizid\u201c bezeichnet die Ermordung von Frauen, weil sie Frauen sind. Allm\u00e4hlich wird der Tatbestand auch auf juristischer Ebene anerkannt. Die Anthropologin und Forscherin Marcela Lagarde ist eine Vertreterin aus Mexiko, das als erstes Land dieses Verbrechen juristisch anerkannt hat. Rita Segato hat im Fall Argentiniens einen wichtigen Beitrag zur Debatte geleistet und schl\u00e4gt au\u00dferdem vor, den Begriff \u201eFemigenozid\u201c zu pr\u00e4gen, damit bestimmte Verbrechen auf internationaler Ebene als Verbrechen gegen die Menschheit oder als V\u00f6lkermord beurteilt werden k\u00f6nnen. Nach einer Welle von Femiziden in Mexiko Anfang 2020 hat sich in Berlin die Gruppe Sor Juanas gegr\u00fcndet, um einerseits den mexikanischen feministischen Kampf aus der Ferne mit zu unterst\u00fctzen und andererseits als Migrantinnen hier an den Aktionen gegen geschlechtsspezifische Gewalt teilzunehmen. \u201eDie Gewalt hat in Zeiten der Pandemie und im eigenen Land enorm zugenommen. Die Pandemie h\u00e4lt sie in keiner Weise auf, im Gegenteil. Also muss auch die Mobilisierung weitergehen. Es gibt keinen anderen Weg, wir m\u00fcssen weiter Widerstand leisten. Nicht nur Sor Juanas, sondern Frauen im Allgemeinen\u201d, erz\u00e4hlt uns Irene von Sor Juanas.<\/p>\n<p>In Deutschland ist die Debatte \u00fcber <a class=\"glossaryLink\" style=\"box-sizing: inherit; background-color: transparent; color: #000000 !important; text-decoration: none !important; border-bottom-width: 1px !important; border-bottom-style: dotted !important; border-bottom-color: #000000 !important;\" href=\"https:\/\/www.npla.de\/lexikon\/femizide\/\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Feminizide&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Morde und gewaltsame T\u00f6tungen auf Grund des gelesenen Geschlechts*. Dazu z\u00e4hlen Morde von Lebenspartner*innen, aber auch Unbekannten. Die Unterscheidung der Worte Femizid und Feminizid bezieht sich zum Einen auf geschlechtsspezifische Ursachen der T\u00f6tung und zum Anderen auf eine in der Tat deutlich werdende Systematik von T\u00f6tungen an Frauen, welche auch Komponenten staatlicher Verantwortung hervorhebt. In Lateinamerika sind die Zahlen von Femiziden und Feminiziden in den L\u00e4ndern Mexiko, Honduras, Guatelmala, El Salvador und Argentinien besonders hoch.&lt;\/div&gt;\">Feminizide<\/a> noch nicht sehr weit gediehen. Obwohl Femizide ver\u00fcbt werden, werden sie nicht als solche benannt. Wie Irene berichtet, wurde im November 2020 in Berlin das Netzwerk \u201eRed Anti-Feminicidos, Vivas Nos Queremos\u201c (Netzwerk gegen Feminizid, Wir wollen uns lebendig) gegr\u00fcndet. Siebzehn Kollektive aus Deutschland, darunter Sor Juanas, sind Teil dieses Netzwerks und versuchen unter anderem, den Begriff Feminizid in die \u00f6ffentliche Diskussion zu bringen. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, veranstaltet das Netzwerk offene Aktivit\u00e4ten auf dem Nettelbeckplatz im Berliner Stadtteil Wedding. Der zentrale Platz ist nach einem deutschen Sklavenhalter aus dem sp\u00e4ten 18. und fr\u00fchen 19. Jahrhundert benannt. Neben der Sichtbarmachung von Feminiziden ist es ein weiteres Ziel des Netzwerks, gemeinsam mit anderen Kollektiven die Umbenennung des Platzes in \u201eWiderstandsplatz\u201c durchzusetzen. Das Kollektiv der Frauen*kommune Wedding ist an diesen Aktivit\u00e4ten beteiligt und berichtet uns \u00fcber ihre Arbeit: \u201eZiel unseres Aktionstages ist es, auf das Thema Feminizid aufmerksam zu machen und die Bev\u00f6lkerung zu sensibilisieren, zumal diese Verbrechen in den Kommunikationsmedien generell und speziell in den deutschen Medien oft als Beziehungstat, Eifersuchtsdrama oder Familientrag\u00f6die dargestellt werden. Diese Bezeichnungen sind falsch und bagatellisieren den Ursprung der Gewalt, n\u00e4mlich den Hass des Angreifers auf die Frauen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Rassistische Vorurteile beeinflussen die Wahrnehmung von Feminiziden<\/strong><\/p>\n<p>Irene vom Kollektiv Sor Juanas erkl\u00e4rt die Dimension der Frauenmorde: \u201eFeminizid ist der ultimative Ausdruck von Hass, Gewalt und patriarchaler Unterdr\u00fcckung gegen Frauen. Es gibt sie \u00fcberall, in Mexiko und in Deutschland. (\u2026) In Mexiko sind Feminizide sehr h\u00e4ufig und sehr brutal, daher sind sie im \u00f6ffentlichen Diskurs und in den K\u00f6pfen der Menschen pr\u00e4sent. Das Thema ist auf dem Tisch, und es gibt eine gro\u00dfe Mobilisierung und anhaltende K\u00e4mpfe gegen den Frauenmord. Feminizide sind in Mexiko typisiert und wurden in das Strafgesetzbuch aufgenommen. Es gibt Kartierungen, es gibt Statistiken, es gibt Menschen, die sich der Untersuchung dieser Problematik widmen, und es gibt Frauen, die sich wehren und k\u00e4mpfen. In Deutschland ist der Frauenmord nicht im Strafgesetzbuch verankert und wird weder vom Staat noch in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung als geschlechtsspezifische Gewalt anerkannt. Das Thema ist nicht Gegenstand der \u00f6ffentlichen Debatte. Wenn ein Feminizid geschieht, wird er in der Regel durch Bezeichnungen wie \u201eVerbrechen aus Leidenschaft\u201c oder \u201eFamiliendrama\u201c verschleiert. Frauenmorde werden nicht beim Namen genannt und als Akte geschlechtsspezifischer Gewalt und des Frauenhasses bezeichnet.\u201d<\/p>\n<p>Was in der deutschen Gesellschaft an Diskurs \u00fcber Feminizide stattfinde, sei au\u00dferdem von rassistischen Vorurteilen durchdrungen. Dazu Irene: \u201eDas Argument, dass es hier keine Frauenmorde gebe, in Lateinamerika, in Mexiko und in anderen L\u00e4ndern aber schon, entlarvt den rassistischen Blick auf die in diesem Land stattfindenden Gewaltverbrechen. Wenn in Deutschland z.B. ein Frauenmord ver\u00fcbt wurde, wird das Tatumfeld nach Migrationshintergrund, nicht-wei\u00dfen Gemeinschaften oder \u201eAusl\u00e4nder*innen\u201c gescannt. Au\u00dferdem ist es eine Sache der unteren Schichten. Dass ein Frauenmord in der oberen Mittelschicht ver\u00fcbt worden sein soll, passt nicht ins Bild, und dennoch ist es Realit\u00e4t. Sie sagen, dass Frauenmorde in anderen L\u00e4ndern ein Problem darstellen und dass es deshalb dort so starke Bewegungen gibt, aber das hat mit Rassifizierung zu tun, ich sage es noch einmal. Das ist ein Problem, und das Anti-Feminizid-Netzwerk hat es erkannt. Daran arbeitet das Netzwerk. Wir verfolgen einen antikolonialen, antirassistischen und internationalistischen Ansatz.\u201c<\/p>\n<p><strong>Legaler Schwangerschaftsabbruch, sofort!<\/strong><\/p>\n<p>Ein weiterer feministischer Kampf in Deutschland betrifft die Paragraphen 218 und 219 des Strafgesetzbuchs, die den Schwangerschaftsabbruch regeln. Schwangerschaftsabbr\u00fcche sind in Deutschland gesetzlich verboten und werden kriminalisiert. Nur in bestimmten Situationen ist ein Schwangerschaftsabbruch m\u00f6glich. Dies f\u00fchrt zu einer Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs und erschwert den Zugang zu Informationen, nicht nur f\u00fcr diejenigen, die einen Abbruch vornehmen wollen, sondern auch f\u00fcr das medizinische Personal, das den Abbruch vornimmt. Die Bereitstellung konkreter Informationen \u00fcber Verfahren und Methoden des Schwangerschaftsabbruchs wird durch diese Gesetzesartikel kriminalisiert. Abtreibungsgegner*innen nutzen die Paragraphen 218 und 219, um medizinisches Personal zu denunzieren, zu schikanieren und zu verfolgen. Christiane, eine deutsche Gyn\u00e4kologin und Aktivistin, erz\u00e4hlt uns davon: \u201eAls Gyn\u00e4kologin darf ich nicht ver\u00f6ffentlichen, dass ich Schwangerschaftsabbr\u00fcche durchf\u00fchre und welcher Art diese sind. Erst k\u00fcrzlich gab es dann doch eine minimale \u00c4nderung, jetzt kann ich sagen \u201eOk, ich mache es\u201c, aber ich kann nicht sagen, mit welcher Methode. (\u2026) Und wir schreiben das Jahr 2021! Das ist unm\u00f6glich! F\u00fcr jeden anderen medizinischen Eingriff kommen die Frauen in meine Praxis, und ich erkl\u00e4re ihnen, was wir machen. F\u00fcr jeden Eingriff wird auf unserer Website erkl\u00e4rt, wie der Ablauf ist, was die Patientinnen mitbringen m\u00fcssen etc. Und gerade bei dieser f\u00fcr Frauen so wichtigen Angelegenheit verbietet mir das Gesetz, das zu tun. (\u2026) Die Bewegung gegen Schwangerschaftsabbr\u00fcche ist sehr einflussreich, sie hat viel Geld und ist international sehr aktiv. (\u2026) In Berlin hatten wir nie ein Problem, aber jetzt stehen sie auch vor den H\u00e4usern, in denen \u00c4rzt*innen Abtreibungen vornehmen. Sie sprechen mit den Frauen, die zur Operation kommen. Diese Bewegung gegen die Abtreibung w\u00e4chst leider zunehmend\u201c.<\/p>\n<p>Zwischen Fortschritten und R\u00fcckschl\u00e4gen k\u00e4mpft sich die feministische Bewegung weiter durch den patriarchalen Normalzustand. Selbst in der aktuellen pandemischen Situation, oder gerade jetzt, h\u00f6rt der feministische Kampf nicht auf.<\/p>\n<p>Einen Beitrag von Radio Matraca zu diesem Thema findet ihr <a href=\"https:\/\/www.npla.de\/thema\/feminismus-queer\/feminismos-y-pandemia-la-lucha-transnacional-por-las-mujeres-continua\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2020: Das Jahr der weltweiten Pandemie hat eine Gesundheits- und Wirtschaftskrise ausgel\u00f6st, die benachteiligte Bev\u00f6lkerungsgruppen besonders hart getroffen hat. Die Rechte von \u201eFrauen* und Dissident*innen\u201c auf der ganzen Welt wurden beeintr\u00e4chtigt, w\u00e4hrend geschlechtsspezifische Gewalt und F\u00e4lle von Feminiziden zunahmen. 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