{"id":1471265,"date":"2021-11-16T14:06:25","date_gmt":"2021-11-16T14:06:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1471265"},"modified":"2021-11-16T14:06:25","modified_gmt":"2021-11-16T14:06:25","slug":"das-libyen-gaddafis-vom-aufstieg-1969-bis-zum-fall-2011-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2021\/11\/das-libyen-gaddafis-vom-aufstieg-1969-bis-zum-fall-2011-teil-2\/","title":{"rendered":"Das Libyen Gaddafis vom Aufstieg 1969 bis zum Fall 2011 \u2013 Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><strong>Einige Jahrzehnte war der Name Libyen unausweichlich mit dem seines Anf\u00fchrer Muammar Gaddafi verbunden. Gest\u00fctzt auf die immensen \u00d6lvorkommen des Landes entwickelte das libysche Staatsoberhaupt eine vielgestaltige Einflussnahme auf die internationale Szene: Versuch des Zusammenschlusses mit einigen seiner arabischen Nachbarn, Unterst\u00fctzung diverser terroristischer Gruppen auf allen Kontinenten, Finanzierung zahlreicher Projekte in Afrika usw. Seine Beziehungen zum Westen waren wechselhaft aber oft auch angespannt, denn \u00fcber das Land war \u00fcber Jahrzehnte ein Embargo verh\u00e4ngt, bevor es schlie\u00dflich aufgehoben wurde.<\/strong><\/p>\n<p>Das libysche Regime st\u00fcrzte jedoch 2011, nachdem Gaddafi das Land 42 Jahre regiert hatte.<\/p>\n<p>Um diese bewegte Geschichte besser verstehen zu k\u00f6nnen, spricht Pressenza mit dem freien Journalisten Vincent Hugeux, einem bekannten Reporter, der von 1990 bis 2020 im internationalen Einsatz f\u00fcr die Zeitung L\u2019Express war, einem Afrikakenner und Autor einer Biographie des libyschen Machthabers, deren Taschenbuchausgabe im vergangenen M\u00e4rz bei Tempus\/Perrin erschienen ist.<\/p>\n<p><em>Interview mit Vincent Hugeux von Olivier Flumian<\/em><\/p>\n<p><em>Lesen Sie auch: <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2021\/11\/das-libyen-gaddafis-vom-aufstieg-1969-bis-zum-fall-2011-teil-1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Das Libyen Gaddafis vom Aufstieg 1969 bis zum Fall 2011 \u2013 Teil 1<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p><strong><em>Libyen war und ist ein gro\u00dfer \u00d6lproduzent, 58% seines BIP generieren sich aus dessen F\u00f6rderung. Was hat das Regime unter Gaddafi aus diesem \u00d6lreichtum gemacht?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Paradoxerweise sind dem libyschen Machthaber sehr fr\u00fch die negativen Seiten dieser Goldgrube bewusst geworden. Nat\u00fcrlich wusste er genau, was er dem schwarzen Gold zu verdanken hatte: Immense Vorr\u00e4te an Devisen und ein unvergleichliches Machtinstrument, besonders gegen Ende des Jahrtausends, als er sein Land vom Status des globalen Au\u00dfenseiters befreit hatte. Der Beduine hatte jedoch auch verstanden, dass der Besitz eines solchen Schatzes dazu verlocken k\u00f6nnte, die H\u00e4nde in den Scho\u00df zu legen \u2013 eine Haltung, die er w\u00e4hrend seiner Ansprachen mit vernichtendem Zorn anprangerte. Wozu noch gute Arbeit leisten, wenn das Geld in Str\u00f6men flie\u00dft? Warum schuften, wo doch Scharen von Immigranten aus Afrika oder Asien ins Land kommen und die undankbarsten Jobs \u00fcbernehmen? Das Geld aus dem \u00d6l hat ihm jedoch einen beneidenswerten Handlungsspielraum verschafft \u2013 sei es durch Investitionen in das Land (Stra\u00dfen, Flugh\u00e4fen und nicht zu vergessen das Mammutvorhaben des Gro\u00dfen Menschengemachten Flusses (Great-Man-Made-River-Projekt), einem Netz von Kan\u00e4len zur Wasserversorgung der K\u00fcstenst\u00e4dte und zur Bew\u00e4sserung immenser Fl\u00e4chen), sei es durch den \u201eKauf\u201c der Gefolgschaft der einflussreichen Stammesvertreter, sei es durch das verh\u00e4tscheln einer \u00fcberdimensionierten Armee, sei es durch die St\u00e4rkung seines Einflusses besonders auf dem afrikanischen Kontinent durch die Finanzierung des Neubaus von Moscheen, Krankenh\u00e4usern oder Universit\u00e4ten oder die Kassen und Waffenkammern eines Mosaiks antiimperialistischer &#8222;Befreiungsbewegungen&#8220; zu best\u00fccken.<\/p>\n<p><strong><em>Die libysche Gesellschaft hat sich ver\u00e4ndert \u2013 sie ist reicher und urbaner geworden und die Bev\u00f6lkerungszahl stieg innerhalb von vierzig Jahren von 2 auf 6,5 Millionen. Welche Auswirkungen hatte das auf die materiellen Lebensverh\u00e4ltnisse und die sozialen Beziehungen der Libyerinnen und Libyer? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Sie waren zumindest sehr verschieden. Mehr als 90% der Bev\u00f6lkerung lebt entlang der Mittelmehrk\u00fcste. Auf diesem K\u00fcstenstreifen war die Modernisierung der Verh\u00e4ltnisse zwar ungleich verteilt, aber spektakul\u00e4r. In Tripoli wie auch in Sirte wurden gigantische Konferenzzentren errichtet, die in ihren Ausma\u00dfen den kontinentalen Ambitionen Gaddafis entsprachen. Im inneren des Landes jedoch, besonders in den s\u00fcdlichen W\u00fcstenregionen um Fezzan, ist die Lage weitaus zwiesp\u00e4ltiger. Auf dem Papier verf\u00fcgte das d\u00fcnn besiedelte Dschamahirija \u00fcber die Mittel f\u00fcr einen beneidenswerten Wohlstand f\u00fcr seine B\u00fcrger. In Wirklichkeit gab es da aber gar nichts. Jedes Mal, wenn ich ein Stadtzentrum verlie\u00df, um eines dieser Gebiete am Stadtrand oder weiter entfernt zu erkunden, traf ich auf eine mittellose und sehr kritische Bev\u00f6lkerung, die sich entsprechend im Schutz der Anonymit\u00e4t gegen\u00fcber den Vertretern der Macht \u00e4u\u00dferte. Die bereitwillig \u2013 und das nicht ohne Grund \u2013 die Missst\u00e4nde von Korruption, Vetternwirtschaft und B\u00fcrokratie anprangerte. Schaut man auf das Schicksal der libyschen Bev\u00f6lkerung, so zeichnet sich die Bilanz Gaddafis einmal mehr durch Zwiesp\u00e4ltigkeit aus. Er hat unerm\u00fcdlich das Patriarchat zum Schrumpfen gebracht und zweifellos zu Gunsten der \u201eSchwestern\u201c das soziale Korsett der Traditionen gelockert. Und doch weist sein Gr\u00fcnes Buch der Frau vor allem die Rolle als Ehefrau und Mutter zu. Und Gaddafi, beharrlich sexuell \u00fcbergriffig, h\u00f6rte nie damit auf, Frauen zu unterwerfen und zu erniedrigen, die er doch angeblich befreit hatte.<\/p>\n<p><strong><em>Gaddafi blieb 42 Jahre an der Macht. Wie erkl\u00e4rt sich die lange Dauer seines Regimes?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die erbarmungslose Grausamkeit seines Unterdr\u00fcckungsapparats reicht f\u00fcr eine Erkl\u00e4rung nicht aus. In den ersten Jahren seiner \u201eRegentschaft\u201c erfreute sich der junge Offizier einer nicht zu verleugnenden Popularit\u00e4t. Er erscheint wie ein vollkommener Idealist, n\u00fcchtern und aufmerksam dem Schicksal der Benachteiligten gegen\u00fcber. Und er verk\u00f6rpert einen radikalen Bruch mit dieser geschw\u00e4chten Monarchie, die als distanziert, arrogant und dem Diktat des verhassten Westens unterworfen wahrgenommen wird. Unter dieser Voraussetzung hielt die Schonfrist, getr\u00fcbt durch Streitigkeiten innerhalb des Conseil de Commandement de la R\u00e9volution (CCR) sowie echter oder vermeintlicher Komplotte nicht lange an. Wie jeder Autokrat verh\u00e4rtete sich Gaddafi in der Widrigkeit und spielt die Diva, in dem er vorgab sein Volk aufzugeben, das seine vision\u00e4ren Geistesblitze wahrlich nicht verdient hat. Seine au\u00dfergew\u00f6hnliche Widerstandsf\u00e4higkeit ist daher der Effizienz seines Sicherheitssystems und der Spaltung einer unterdr\u00fcckten und zerbrochenen Opposition zu verdanken. Ich habe Gaddafi nie einfach nur als eine verr\u00fcckte Pers\u00f6nlichkeit gesehen. Wie h\u00e4tte sich ein Wahnsinniger vier Jahrzehnte am Steuer des libyschen Kahns halten sollen? Dazu bedurfte es einer Form von politischer Genialit\u00e4t, so grausam diese auch war. Ein Beispiel: Diese angeborene Wissenschaft der Stammes-Alchimie, ohne die ein Anf\u00fchrer aus einem niederen Stamm niemals h\u00e4tte an die Macht kommen k\u00f6nnen. Sp\u00e4ter konnte Gaddafi geschickt mit den westlichen Energiegel\u00fcsten und mit der dschihadistischen Gefahr spielen, um sich von seinem Status des Ausgesto\u00dfenen und dem Wohlt\u00e4ter der Terroristen zu befreien, um so mit Gnade wieder aufgenommen zu werden.<\/p>\n<p><strong><em>Er hat mehrfach versucht, sein Land mit seinen arabischen Nachbarn zusammenzuschlie\u00dfen. Wie waren seine Beziehungen innerhalb der arabischen Welt? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Gaddafi, der danach strebte, der eifrigste J\u00fcnger des Nasserismus zu sein, zeigte diese Leidenschaft f\u00fcr eine Fusion in der schon an anderer Stelle erw\u00e4hnten Entschlossenheit zum Panarabismus. In seinen Augen durfte das Schicksal der Umma nicht durch Grenzen eingeschr\u00e4nkt werden, die gr\u00f6\u00dftenteils aus der Kolonialzeit stammten und k\u00fcnstlich gezogen wurden, um den Preis von Absprachen zwischen den Westm\u00e4chten zu zahlen. Zwischen 1969 und 1989 besiegelt der Machthaber somit ein Dutzend \u201eEhen\u201c. Der gr\u00f6\u00dfte Teil davon war nur von kurzer Dauer, nicht existenzf\u00e4hig, ja sogar rein fiktiv. Und alle gingen in die Br\u00fcche oder endeten sogar in \u201eRosenkriegen\u201c. Als Beispiele dieser \u201eVersprechen\u201c seien \u00c4gypten, Syrien, Tschad, Sudan, Algerien oder das Tunesien unter Habib Bourguiba genannt. 1974 abgeschlossen dauerten sie nur 48 Stunden. Die Zeit, die der \u201eKarthagische L\u00f6we\u201c ben\u00f6tigte, um den passende Verfassungsartikel ausfindig zu machen, um das Projekt zu torpedieren.<\/p>\n<p>Die arabischen Potentaten konnten die Ann\u00e4herungsversuche des von ihrer Jugend verehrten Muammar al-Gaddafi zwar nicht glatt zur\u00fcckweisen, so beunruhigt sie doch sein Dr\u00e4ngen, ja macht sie sogar w\u00fctend. Dies gilt umso mehr, als der Libyer im Laufe der Jahre die &#8222;Laschheit&#8220; oder &#8222;Feigheit&#8220; seiner Amtskollegen \u00f6ffentlich gei\u00dfelt. Und das auch im Rahmen von Gipfeltreffen der Arabischen Liga, die mitunter zum Psychodrama, ja sogar zur Farce wurden. Diese Feindseligkeit erreicht ihren H\u00f6hepunkt unter Anwar El Sadate, dem Nachfolger Nassers, indem sie im Juli 1977 in einen Blitzkrieg zwischen \u00c4gypten und Libyen f\u00fchrte. Gleichzeitig deutet alles darauf hin, dass Kairo zu diesem Zeitpunkt in den Plan Washingtons mit taktischer Unterst\u00fctzung durch Paris eingeweiht war, Gaddafi zu eliminieren. Ohne Zweifel kann die \u201eAfrikanische Wende\u201c, die von Tripolis am Ende des letzten Jahrhunderts vollzogen wurde, in Teilen mit dem gro\u00dfen Verdruss erkl\u00e4rt werden, den Gaddafi durch die Zur\u00fcckweisungen seiner arabischen \u201eBr\u00fcder\u201c erlebte.<\/p>\n<p><em>\u2013 Gaddafi lie\u00df sich als \u201eK\u00f6nig der traditionellen afrikanischen K\u00f6nige\u201c bezeichnen. Wie waren seine Beziehungen zu Afrika, zu seinen Machthabern und seinen V\u00f6lkern? <\/em><\/p>\n<p>Auch hier m\u00fcssen wir den Anschein, die rhetorischen H\u00f6henfl\u00fcge und die Effekthascherei mit Vorsicht genie\u00dfen. Von der Vergeblichkeit seiner panarabischen Unternehmungen entt\u00e4uscht, setzt der Meister der Dschamahirija entschlossen das Segel gen S\u00fcden, in das Gewand des neuen Messias der Panafrikanismus geh\u00fcllt. Er hat daf\u00fcr die Mittel \u2013 so wie er sowohl auf Zuckerbrot als auch auf Peitsche setzt. Seine zerst\u00f6rerischen Kr\u00e4fte wie auch seine Geldmittel sichern ihm die h\u00e4ufig angstbesetzte Loyalit\u00e4t schwacher Regime. Wie oft habe ich hinter den Kulissen eines Gipfeltreffens der Afrikanischen Union oder in den Vorzimmern der Pr\u00e4sidentenpal\u00e4ste der Subsahara die namhaften Berater des Prinzen seufzen h\u00f6ren: \u201eWas wollt Ihr? Es w\u00e4re selbstm\u00f6rderisch, Gaddafi herauszufordern. Er f\u00fcllt unsere Kassen, baut unsere Moscheen und droht damit, die eine oder andere Rebellion mit Waffen zu unterst\u00fctzen, wenn einer aufm\u00fcpfig wird.\u201c Es ist au\u00dfergew\u00f6hnlich, welche Faszination der Libyer noch nach seinem Tod auf einen erheblichen Teil der afrikanischen Intelligenzia aus\u00fcbt &#8211; in Ermangelung von Ikonen nach dem Tod von Nelson Mandela. Besonders wenn man die diversen Versuche der Annexion des n\u00f6rdlichen Teils des Tschad betrachtet, den er immer als integralen Bestandteil Gro\u00df-Libyens gesehen hat, was ein gro\u00dfer Streitpunkt mit Frankreich unter Val\u00e9ry Giscard d&#8217;Estaing und sp\u00e4ter Fran\u00e7ois Mitterrand war. Privat konnte er seine dunkelh\u00e4utigen Gespr\u00e4chspartner mit Herablassung bis hin zu Missachtung behandeln. In meiner Biografie verweise ich diesbez\u00fcglich auf einen Bericht von Jean Ping aus Gabun, den Leiter der Kommission der Afrikanischen Union zu der Zeit, als Gaddafi deren amtierender Pr\u00e4sident war. Ich war au\u00dferdem besonders im Zeitraum zwischen 1999 und 2000 Zeuge von kleineren Progromen, die gegen die eingewanderten Arbeiter aus der Subsahara gerichtet waren. Sie gingen von libyschen Gesch\u00e4ftsleuten mit dem Wissen und der Duldung passiv bleibender Ordnungskr\u00e4fte aus, wenn sie nicht sogar deren Komplizen waren. Deshalb ist meiner Ansicht nach die Erhebung Gaddafis in den Stand eines panafrikanischen Helden ein reiner Trugschluss.<\/p>\n<p><strong><em>Das Regime erlebte in den vergangenen zwanzig Jahren den \u201eKalten Krieg\u201c und dann die Zeit \u201eNach dem Kalten Krieg\u201c. Wie \u00e4nderte sich Gaddafis Position in den internationalen Beziehungen? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Im Sommer 1969, als sich Gaddafi des Kommandos \u00fcber das Land bem\u00e4chtigte, konnte man ihn mit seiner Verehrung f\u00fcr Nasser und seiner anti-imperialistischen und revolution\u00e4ren Haltung zu den nat\u00fcrlichen Verb\u00fcndeten von Moskau z\u00e4hlen \u2013 zumal die Waffenfabriken der UdSSR den Gro\u00dfteil seiner milit\u00e4rischen Ausr\u00fcstung lieferten. Jedoch mit einigen Einschr\u00e4nkungen. Bekannterma\u00dfen missbilligte Gaddafi den staatlichen Atheismus der Sowjetunion und sah Kapitalismus und Marxismus Seite an Seite, beide aus seiner Sicht \u00fcberholte Doktrinen. Dazu kommt, dass er jenseits seiner Brandreden die gr\u00f6\u00dften amerikanischen \u00d6lfirmen belieferte. Schlie\u00dflich kann er Europa durch seinen Elan, seine Modernit\u00e4t und seine scheinbare Integrit\u00e4t f\u00fcr sich einnehmen. Georges Pompidou, der ihn 1973 im Elys\u00e9e Palast empf\u00e4ngt, spricht zu ihm im Vertrauen als der \u201eHoffnung der arabischen Welt\u201c.<\/p>\n<p>Die Verh\u00e4rtung des Regimes, die finanziellen und milit\u00e4rischen Zuwendungen an diffuse &#8222;Befreiungsbewegungen&#8220; aller Art, einschlie\u00dflich der exotischsten und marginalsten, sowie der Einsatz der Waffe des Terrorismus als Machtinstrument oder als Bestrafung, ruinierten das Wenige an Unterst\u00fctzung, das er vom Westen noch h\u00e4tte erhalten k\u00f6nnen und katapultierten ihn dauerhaft in Richtung der zuk\u00fcnftige \u201eAchse des B\u00f6sen\u201c.<\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, lie\u00dfen, die von der Reagan-Administration angeordneten Angriffe als Reaktion auf das Attentat auf die Berliner Diskothek La Belle, bei der zwei amerikanische GIs ihr Leben verloren, die USA in Gaddafis Augen zum absoluten Feind werden. Er sieht die fatalen Folgen des Embargos, das seinem Land die Luft abschn\u00fcrt. Um die Daumenschrauben zu lockern, akzeptiert er alles, weist dabei aber jegliche Verantwortung von sich. So zahlt er betr\u00e4chtliche Entsch\u00e4digungssummen an die Hinterbliebenen der beiden furchtbaren Attentate, bei denen im Niger die DC10 der UTA und in Schottland die Boeing der Panam zum Absturz gebracht wurden. Im gleichen Sinne beruft er sich auch darauf, schon fr\u00fchzeitig einen internationalen Haftbefehl f\u00fcr Ossama Bin Laden, den Gr\u00fcnder von Al-Qaida erlassen und die islamistischen Gruppen niedergeschlagen zu haben, die in Ost-Libyen operierten.<\/p>\n<p>Der Rest ist bekannt: Muammar al-Gaddafi wurde wieder &#8222;salonf\u00e4hig&#8220; gemacht und von Silvio Berlusconi (Italien), Tony Blair (Gro\u00dfbritannien), Gerhard Schr\u00f6der (Deutschland) und Nicolas Sarkozy (Frankreich) eifrig umworben. Und zwar bis zu seinem Sturz von 2011.<\/p>\n<p><em><strong>Die \u00dcbersetzung aus dem Franz\u00f6sischen wurde von Silvia Sander vom ehrenamtlichen Pressenza-\u00dcbersetzungsteam erstellt.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/mitarbeiten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wir suchen Freiwillige!<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Jahrzehnte war der Name Libyen unausweichlich mit dem seines Anf\u00fchrer Muammar Gaddafi verbunden. 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