{"id":1412070,"date":"2021-08-10T17:18:08","date_gmt":"2021-08-10T16:18:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1412070"},"modified":"2021-08-10T17:18:08","modified_gmt":"2021-08-10T16:18:08","slug":"un-welternaehrungsgipfel-hier-entwickeln-multinationale-konzerne-unsere-lebensmittel-und-kontrollieren-unsere-ernaehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2021\/08\/un-welternaehrungsgipfel-hier-entwickeln-multinationale-konzerne-unsere-lebensmittel-und-kontrollieren-unsere-ernaehrung\/","title":{"rendered":"UN-Weltern\u00e4hrungsgipfel: Hier entwickeln multinationale Konzerne unsere Lebensmittel und kontrollieren unsere Ern\u00e4hrung"},"content":{"rendered":"<p>Zur Vorbereitung des UN-Gipfels zu Ern\u00e4hrungssystemen (UNFSS), \u00a0im September in New York fand \u00a0Ende Juli 2021 in Rom ein Vorgipfeltreffen statt. Wie schon bef\u00fcrchtet, lief es in die falsche Richtung.\u00a0<u><a href=\"https:\/\/www.csm4cfs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/EN_CSO-Letter-to-UNSG-on-UN-food-systems-summit.pdf\">Viele Mitglieder der Zivilgesellschaft<\/a><\/u>\u00a0sowie fr\u00fchere und derzeitige\u00a0<u><a href=\"http:\/\/www.ipsnews.net\/2021\/03\/un-food-systems-summit-not-respond-urgency-reform\/\">Berichterstatter f\u00fcr das Recht auf Nahrung<\/a><\/u>\u00a0haben angeprangert,\u00a0<strong>dass dieser Gipfel nur ein weiteres Instrument w\u00e4re, um die Kontrolle der Konzerne \u00fcber Lebensmittel und Landwirtschaft noch zu verst\u00e4rken und gleichzeitig zu versuchen, die Rolle der Zivilgesellschaft in der globalen Ern\u00e4hrungspolitik zu beschneiden.\u00a0<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Der UN-Gipfel zu Ern\u00e4hrungssystemen wurde 2019 von UN-Generalsekret\u00e4r Antonio Guterres als Teil der Ma\u00dfnahmen des Jahrzehnts zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele 2030 angek\u00fcndigt. Die Ank\u00fcndigung folgte auf die Bildung einer\u00a0<u><a href=\"https:\/\/www.tni.org\/en\/article\/un-signs-deal-with-davos-that-threatens-democratic-principles\">strategischen Partnerschaft<\/a><\/u>\u00a0zwischen den Vereinten Nationen und dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Dabei handelt es sich beim\u00a0 Weltwirtschaftsforum um ein privates Gremium, das sich aus \u00fcber tausend der gr\u00f6\u00dften und einflussreichsten multinationalen Unternehmen zusammensetzt. Die anschlie\u00dfende Ernennung von Dr. Agnes Kalibata zur UN-Sondergesandten f\u00fcr den Gipfel best\u00e4tigt nur die\u00a0<u><a href=\"https:\/\/www.frontiersin.org\/articles\/10.3389\/fsufs.2021.661552\/full\">pessimistischsten Erwartungen<\/a><\/u>.<\/p>\n<p>Dr. Agnes Kalibata ist die Pr\u00e4sidentin von AGRA, dem Programm von Bill Gates zur F\u00f6rderung der gescheiterten Gr\u00fcnen Revolution in Afrika, d. h. zur F\u00f6rderung von gentechnisch ver\u00e4ndertem Saatgut, Monokulturen, Agrochemikalien, Biotechnologien und der freien Marktwirtschaft.<\/p>\n<p>Dieses Programm wird jetzt, nachdem es zuvor bereits in der ganzen Welt zahllose Sch\u00e4den angerichtet und soziale und \u00f6kologische Krisen verursacht hat, im Rahmen der \u201eneuen\u201c L\u00f6sungsinitiative nach Afrika exportiert.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel f\u00fcr diese gravierenden Interessenkonflikte ist die Teilnahme von Sean de Cleene, dem aktuellen Leiter der \u201eFuture of Food Initiative\u201c des WEF. Davor war er Vizepr\u00e4sident von AGRA sowie Vizepr\u00e4sident f\u00fcr globale Initiativen, Strategie und Gesch\u00e4ftsentwicklung bei Yara, einem der weltweit gr\u00f6\u00dften Unternehmen f\u00fcr chemische D\u00fcngemittel.<\/p>\n<p>Deutlicher k\u00f6nnte die Botschaft nicht sein. Der Vorbereitungsgipfel in Rom und der Gipfel in New York finden unter der strengen direkten Kontrolle der multinationalen Konzerne statt. Sie, die Herrscher \u00fcber die Lebensmittel, haben die Kontrolle dar\u00fcber und wollen sie auch behalten. Und wenn sie schlie\u00dflich von einem \u201eWandel\u201c sprechen, werden sie diesen auf ihre Weise gestalten und uns davon \u00fcberzeugen, dass ihre L\u00f6sungen \u00f6kologisch genug sind, um das derzeitige Interessensystem zu erhalten.<\/p>\n<p>Denn da gibt es viele \u201eL\u00f6sungen\u201c, sei es die n\u00e4chste Generation von GVO, sein es noch mehr Pestizide, k\u00fcnstliches Fleisch, Geoengineering, Pr\u00e4zisionslandwirtschaft und Datenerfassung.<\/p>\n<p>Diese \u201eGame-Changer\u201c L\u00f6sungen sollen das Versagen des industriellen Lebensmittelsystems beheben. Gleichzeitig sind sie\u00a0 sehr profitabel f\u00fcr dieselben multinationalen Unternehmen, die dieses Versagen \u00fcberhaupt erst verursacht haben. Kurz gesagt, das System darf nicht ge\u00e4ndert werden, und seine Logik bleibt dieselbe.\u00a0 Private Interessen d\u00fcrfen nicht untergraben werden, sondern im Gegenteil \u2013sie m\u00fcssen sogar mit \u00f6ffentlichen Mitteln unterst\u00fctzt werden.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Dieselbe Rhetorik, dieselben Interessen und dieselben Misserfolge<\/strong><\/h3>\n<p>Das\u00a0 erkl\u00e4rte Ziel der Vereinten Nationen besteht darin, bis zum Jahr 2030 den Hunger in der Welt zu beenden. Ein lobenswertes Ziel, aber auch eine tragische Ironie, angesichts dessen, dass dieser Slogan auch von der Gr\u00fcnen Revolution verwendet wurde. Diese gr\u00fcne Revolution<a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/seeds-of-sustenance-freedom-vs-seeds-of-suicide-surveillance\/\">\u00a0verfehlte nicht nur ihr Ziel<\/a>, sondern verursachte auch jede Menge negativer externer Effekte. Im Juli 2021 best\u00e4tigte der Bericht der Sonderorganisationen der Vereinten Nationen f\u00fcr Ern\u00e4hrungssicherheit (SOFI) den bereits in den Vorjahren\u00a0<u><a href=\"http:\/\/www.fao.org\/publications\/sofi\/2021\/en\/\">verzeichneten negativen Trend<\/a><\/u>, der durch die\u00a0<u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/earth-day-communique\/\">Covid 19 Pandemie<\/a><\/u>\u00a0noch versch\u00e4rft wurde: 9,9 % der Weltbev\u00f6lkerung (720-811 Millionen Menschen) litten im Jahr 2020 an Hunger, 1,5 % mehr als im Jahr 2019. Im gleichen Jahr hatte jeder dritte Mensch keinen Zugang zu ausreichender Nahrung: Das sind 2,37 Milliarden Menschen, 320 Millionen mehr als im Vorjahr. Die Bek\u00e4mpfung des Hungers in der Welt, die letzte der hochtrabenden Ausreden der multinationalen Konzerne und der mit ihnen verschworenen Regierungen, ist nun bereits seit geraumer Zeit j\u00e4mmerlich gescheitert.<\/p>\n<p><strong>\u00dcberhaupt nicht angesprochen wird dabei, dass das industrielle Lebensmittelsystem nicht nur keines seiner Ziele erreichen kann, sondern obendrein auch noch verheerende Auswirkungen auf die \u00d6kosysteme, die Gesundheit, die lokale Wirtschaft und die Gemeinden hat.\u00a0<\/strong>Stattdessen werden durch die Produktion riesiger Mengen \u201ebilliger\u201c, extrem verarbeiteter Lebensmittel\u00a0<u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/manifesto-food-for-health\/\">zahlreiche versteckte Kosten ausgelagert<\/a><\/u>, insbesondere damit zusammenh\u00e4ngende gesundheitsrelevante Kosten. W\u00e4hrend diese Kosten weiterhin vom Steuerzahler getragen werden, weigern sich die multinationalen Konzerne, die Verantwortung f\u00fcr die Sch\u00e4den zu \u00fcbernehmen, die sie durch Mangelern\u00e4hrung, Pestizide und chronische Krankheiten verursachen.<\/p>\n<p>Die neoliberale\u00a0<u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/the-corporate-war-against-the-planet-people-and-democracy\/\">Ideologie der Agrarindustrie<\/a><\/u>\u00a0hat durch die Auferlegung von Freihandelsvertr\u00e4gen zur Deregulierung strategischer Sektoren und zum Abbau des Arbeitnehmer- und Umweltschutzes auch entscheidend zur Zunahme klimasch\u00e4dlicher Emissionen, zur Verseuchung von B\u00f6den und Grundwasser sowie zum Anstieg der M\u00fcllberge beigetragen. Gleichzeitig hat sie die\u00a0 Waldvernichtung und den Landraub auf Kosten der Landwirte weiter angeheizt. Auf diese Weise werden wirtschaftliche, soziale und kulturelle Krisen gen\u00e4hrt. Doch gerade deshalb, weil die bisher erzielten Ergebnisse ausgesprochen peinlich sind, muss das System heute mehr denn je gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Aber wenn dieses Lebensmittelsystem seine Hegemonie auf den M\u00e4rkten weiter vorantreibt, was passiert dann mit all den bedr\u00e4ngten alternativen Systemen, die auf Agrar\u00f6kologie, Biodiversit\u00e4t und dem Einklang mit der Erde basieren?\u00a0<u><a href=\"https:\/\/grain.org\/article\/entries\/4929-hungry-for-land-small-farmers-feed-the-world-with-less-than-a-quarter-of-all-farmland\">70 % der Nahrungsmittel werden immer noch von kleinen und mittleren Landwirten erzeugt, die nicht mehr als 25 % der Ressourcen nutzen<\/a><\/u>. Das von der UNFSS vorgeschlagene herrschende System marginalisiert sie: Einen Wandel erm\u00f6glichen sie definitiv nur, wenn er auf ihre Weise geschieht.<\/p>\n<h4><strong>Handlungsbereich 1: Unsichere Lebensmittel bringen sichere Gewinne<\/strong><\/h4>\n<p>Zu den Schl\u00fcsselvorschl\u00e4gen der UNFSS geh\u00f6rt die Fokussierung auf \u201enachhaltige\u201c Ern\u00e4hrung als L\u00f6sung f\u00fcr Klimawandel und Unterern\u00e4hrung.\u00a0<strong>Hinter dem Gerede \u00fcber eine Notwendigkeit eines\u00a0 globalen Ern\u00e4hrungswandels stehen die Konzernaktion\u00e4re. Sie haben den UNFSS gekapert und damit ein trojanisches Pferd f\u00fcr industrielle, extrem verarbeitete Fake-Nahrungsmittel geschaffen. Mit ihnen kann man zwar hohe Gewinne erzielen, aber sie sind die falsche Antwort auf f\u00fcr die Forderungen der Menschen nach einer nachhaltigeren Zukunft. Die Bedeutung lokaler, \u00f6kologischer Lebensmittelsysteme f\u00fcr eine echte Umgestaltung der Lebensmittelsysteme wird dabei v\u00f6llig ignoriert.\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Besonders deutlich wird diese Tendenz im ersten und zweiten\u00a0<u><a href=\"https:\/\/www.un.org\/en\/food-systems-summit\/action-tracks\">Handlungsbereich<\/a><\/u>\u00a0des Gipfels.\u00a0<a href=\"https:\/\/foodsystems.community\/members\/anoukdevries\/activity\/5298\/\">\u00a0Handlungsbereich 1<\/a>, \u201eSicherstellung des Zugangs zu sicheren und nahrhaften Lebensmitteln f\u00fcr alle\u201c, f\u00f6rdert in gro\u00dfem Ma\u00dfstab die Anreicherung von Lebensmitteln als L\u00f6sung f\u00fcr die Unterern\u00e4hrung. Bei der Anreicherung von Lebensmitteln werden einige N\u00e4hrstoffe in bestimmten Pflanzen erh\u00f6ht, entweder durch konventionelle Pflanzenzucht oder durch Biotechnologie und genetische Manipulation. Dabei wird die Rolle eines einzelnen N\u00e4hrstoffs aus dem riesigen Netz der biologischen Vielfalt isoliert, synthetisiert und eine neue Saatgutsorte geschaffen, die dann vermarktet und verkauft wird. W\u00e4hrend diese Technologie im Handlungsbereich als unerl\u00e4sslich beschrieben wird, \u201eum den Mangel an essentiellen Vitaminen und Mineralien in der t\u00e4glichen Ern\u00e4hrung gef\u00e4hrdeter Bev\u00f6lkerungsgruppen zu beheben\u201c, f\u00fchrt sie zu einem\u00a0<u><a href=\"https:\/\/grain.org\/en\/article\/6246-biofortified-crops-or-biodiversity-the-fight-for-genuine-solutions-to-malnutrition-is-on\">konzernbasierten Ansatz<\/a><\/u>, der die F\u00e4higkeit der Gemeinschaften untergr\u00e4bt, ihre lokalen Lebensmittelsysteme auf der Grundlage ihres kulturellen und traditionellen Wissens und ihrer Pr\u00e4ferenzen zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Ein Beispiel daf\u00fcr ist der Goldene Reis, der so ver\u00e4ndert wurde, dass er jetzt Beta-Carotin enth\u00e4lt, um angeblich einem Vitamin-A-Mangel vorzubeugen, obwohl die\u00a0<u><a href=\"https:\/\/www.independentsciencenews.org\/news\/gmo-golden-rice-offers-no-nutritional-benefits-says-fda\/\">FDA feststellte<\/a><\/u>, dass die vorhandenen Mengen keinen nachweisbaren Nutzen f\u00fcr die Ern\u00e4hrung haben. Die\u00a0<u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/bmg-foundation-and-irri-corporate-hijack-of-rice-science\/\">Bill and Melinda Gates Foundation (BMGF) hat bisher 28 Millionen US-Dollar<\/a><\/u>\u00a0zur Finanzierung von Golden Rice zur Verf\u00fcgung gestellt. Der Reis wurde<a href=\"https:\/\/citeseerx.ist.psu.edu\/viewdoc\/download?doi=10.1.1.707.2982&amp;rep=rep1&amp;type=pdf\">\u00a0in direkter Partnerschaft<\/a>\u00a0auch mit der ebenfalls von der BMGF gegr\u00fcndeten und finanzierten Organisation, der Global Alliance for Improved Nutrition (GAIN) finanziert. Biofortifikation und technologische L\u00f6sungen verst\u00e4rken also die Abh\u00e4ngigkeit von einigen wenigen Grundnahrungsmitteln oder einzelnen Zusatzstoffen und ignorieren damit die zentrale Rolle der biologischen Vielfalt in der Ern\u00e4hrung. Die im Handlungsbereich erw\u00e4hnte Jod-Anreicherung im Salz zur Bek\u00e4mpfung von Jodmangel als Beispiel f\u00fcr die Wunder der Anreicherung verschleiert die Profitorientierung bei der Entwicklung neuer Arten von GVO-Pflanzen und fragt nicht danach, warum Lebensmittel \u00fcberhaupt angereichert werden m\u00fcssen.\u00a0<u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/paper-on-springer-nature-development-the-biodiversity-paradigm-building-resilience-for-human-and-environmental-health\/\">N\u00e4hrstoffe wirken selten isoliert<\/a><\/u>, wie das Beispiel der traditionellen Mittelmeerern\u00e4hrung zeigt, die als\u00a0<u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/manifesto-food-for-health\/\">bew\u00e4hrter Schutz gegen verschiedene Krankheiten<\/a><\/u>\u00a0und Mangelern\u00e4hrung gepriesen wird. Es wurde aber auch festgestellt, dass kein einzelner Bestandteil oder N\u00e4hrstoff dieser Ern\u00e4hrung f\u00fcr sich genommen eine nachweisbare Schutzwirkung hat.\u00a0<u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/1-THE-GOLDEN-RICE-HOAX.pdf\">Somit ignoriert die Biofortifikation direkt die Bedeutung der biologischen Vielfalt in der Ern\u00e4hrung<\/a><\/u>\u00a0als die praktischste L\u00f6sung f\u00fcr die Mangelern\u00e4hrung. Letzten Endes l\u00f6st die blo\u00dfe Erg\u00e4nzung eines N\u00e4hrstoffs nicht das Problem der allgemeinen Mangelern\u00e4hrung. Und es l\u00f6st erst recht nicht die Frage, warum der N\u00e4hrstoffgehalt von Pflanzen und Lebensmitteln \u00fcberhaupt gesunken ist. Hier geht es nur um eine oberfl\u00e4chliche L\u00f6sung f\u00fcr das eigentliche Problem der weltweiten Mangelern\u00e4hrung.<\/p>\n<p>Handlungsbereich 1, der die Bedeutung der Lebensmittelsicherheit hervorhebt, ignoriert au\u00dferdem das gro\u00dfe Gesundheitsrisiko und die Nicht-Nachhaltigkeit, die von toxischen R\u00fcckst\u00e4nden in Lebensmitteln ausgehen und wie sie Krankheiten verursachen. Das von f\u00fchrenden Gesundheitsexperten und \u00d6kologen verfasste Navdanya International\u00a0<u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/manifesto-food-for-health\/\">Manifesto on Food for Health<\/a><\/u>\u00a0(Internationales Navdanya-Manifest \u00fcber Lebensmittel f\u00fcr die Gesundheit) hat Giftstoffe als eine der Hauptursachen f\u00fcr Erkrankungen identifiziert. Die industrielle Landwirtschaft und die industrielle Verarbeitung von Lebensmitteln haben unsere Gesundheit und unsere Ern\u00e4hrung beeintr\u00e4chtigt. Sie haben dem Lebensmittelsystem N\u00e4hrstoffe entzogen, die der menschlichen Gesundheit dienen und sie haben \u00fcber die gesamte Lebensmittelkette \u2013 von der Erzeugung \u00fcber die Verarbeitung bis hin zum Vertrieb \u2013 Chemikalien und Schadstoffe hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p>Ein\u00a0<u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/pesticide-residues-in-foods-in-argentina-implications-for-the-eu-mercosur-deal\/\">k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichter Bericht<\/a><\/u>\u00a0der argentinischen Organisation Naturaleza de Derechos belegt, dass in vielen Obst- und Gem\u00fcsesorten, welche f\u00fcr den internationalen Markt und f\u00fcr den internen Verbrauch bestimmt sind, gro\u00dfe Mengen von Pestizidr\u00fcckst\u00e4nden gefunden wurden, die in der EU wegen ihrer gesundheitlichen Sch\u00e4dlichkeit verboten sind. Agrotoxine sind bekanntlich krebserregend.\u00a0 Sie st\u00f6ren die menschlichen Hormone, hemmen die Cholinesterase und ihre synergetischen Wirkungen sind noch unbekannt.<\/p>\n<p>Die chronische Exposition gegen\u00fcber Pestiziden und die sich daraus ergebenden Risiken f\u00fcr die menschliche Gesundheit k\u00f6nnen selbst bei minimalen Dosen persistente und bioakkumulative Auswirkungen haben. Pestizide wirken sich nicht nur negativ auf die Lebewesen aus, f\u00fcr die sie geschaffen wurden, sondern auf das gesamte \u00d6kosystem und die menschliche Gesundheit. Unter Ber\u00fccksichtigung all dieser Faktoren ist das von der UNFSS behandelte Problem der Lebensmittelsicherheit bestenfalls nur eng gefasst. Es l\u00e4sst die Rolle der Industriechemikalien und der industriellen Verarbeitung als direkte Bedrohung der menschlichen Gesundheit und der \u00f6kologischen Nachhaltigkeit v\u00f6llig au\u00dfer Acht.<\/p>\n<p><strong>Der Handlungsbereich 1 wird von GAIN geleitet. Als erstes Unternehmen f\u00fchrte es das Modell der\u00a0<u><a href=\"https:\/\/www.gainhealth.org\/search\/content?keys=private%20sector\">\u00f6ffentlich-privaten Partnerschaft<\/a><\/u>\u00a0 durch, als es\u00a0<u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/1-THE-DYSTOPIA-OF-THE-GREEN-REVOLUTION-IN-AFRICA.pdf\">2001 von Bill Gates gegr\u00fcndet\u00a0<\/a><\/u>wurde. Seitdem setzt sich GAIN mit Nachdruck f\u00fcr Unternehmensl\u00f6sungen zur Bek\u00e4mpfung von Unterern\u00e4hrung und Ern\u00e4hrungsunsicherheit ein und konzentriert sich dabei ausschlie\u00dflich auf Programme wie Biofortifikation.<\/strong>\u00a0GAIN hat vielfach die gleichen\u00a0<u><a href=\"https:\/\/www.gainhealth.org\/financials\/donors\">Geldgeber<\/a><\/u>\u00a0wie AGRA, z. B. die Rockefeller Foundation, BASF oder Unilever, und erhielt zwischen 2002 und 2014 nicht weniger als\u00a0<u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/THE-DYSTOPIA-OF-THE-GREEN-REVOLUTION-IN-AFRICA.pdf\">251 Mio. USD von der Bill and Melinda Gates Foundation<\/a>.<\/u><\/p>\n<h4><strong>Handlungsbereich 2: Hochverarbeitete synthetische Lebensmittel, die mit patentierten Technologien hergestellt werden, um eine Steigerung der Proteinanteile zu erreichen, f\u00fchren nur zu einer Steigerung der Profitrate<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/h4>\n<p><u><a href=\"https:\/\/foodsystems.community\/members\/lujainalq\/activity\/5894\/\">Handlungsbereich 2, \u201eUmstellung auf nachhaltigen Konsum\u201c<\/a><\/u>, zielt auf die F\u00f6rderung stark verarbeiteter k\u00fcnstlicher Tierprodukte auf Pflanzenbasis.\u00a0<strong>Unter dem Deckmantel der \u201eProteinsteigerung\u201c lassen sich mit dieser angeblichen L\u00f6sung ganz einfach, biodiverse und lokale Ern\u00e4hrungsweisen durch synthetische Nahrungsmittel ersetzen. Solche Nahrungsmittel werden mit patentierten Technologien hergestellt,\u00a0<\/strong><u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/bill-gates-his-fake-solutions-to-climate-change\/\">von denen Agrarkonzerne und Milliard\u00e4re profitieren<\/a><\/u>. Mit pflanzlichen und algenbasierten Proteinen versucht man, den Geschmack und die Textur der tierischen Produkte zu imitieren. Das vereinfacht gem\u00e4\u00df dem Handlungsbereich \u201esie in den Alltag zu integrieren, ohne dass man etwas Neues lernen oder sein Kochverhalten \u00e4ndern muss, da sie problemlos in traditionellen K\u00fcchen verwendet werden k\u00f6nnen\u201c. Eindeutig geht es hier darum, diese konzerneigenen Zutaten und Nahrungsmittel auf die Teller aller Menschen zu bringen.\u00a0 Den jeweils regional ans\u00e4ssigen und den indigenen Gemeinschaften, soll ihre eigene traditionelle und nachhaltige Ern\u00e4hrung geraubt werden.\u00a0<u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/cause\/gates-to-a-global-empire-campaign\/\">Wie Navdanya International aufgedeckt hat<\/a><\/u>, basieren extrem verarbeitete gef\u00e4lschte Lebensmittel auf Patenten, auf unsicheren und ungepr\u00fcften Methoden der synthetischen Biologie und dienen Biotech-Konzernen im B\u00fcndnis mit Agrargiganten zur Eroberung eines gr\u00f6\u00dferen Marktes.<\/p>\n<p>Ganz zu schweigen davon,\u00a0<strong>dass synthetische Lebensmittel nach wie vor auf einem industriellen Agrarmodell beruhen. Dabei werden Pflanzen in gro\u00dfem, industriellem Ma\u00dfstab in Monokulturen angebaut, mit Pestiziden behandelt und h\u00e4ufig gentechnisch manipuliert. Diese Art der Lebensmittelproduktion tr\u00e4gt direkt dazu bei, dass die Tierwelt zerst\u00f6rt, Wasser und B\u00f6den verschmutzt und der Planet erw\u00e4rmt wird.\u00a0<\/strong>Da es sich um stark verarbeitete Produkte handelt, die giftige Chemikalien enthalten, haben die pflanzlichen Ersatzprodukte wahrscheinlich auch einige negative Langzeitfolgen f\u00fcr die Gesundheit. Sie liefern einfach nicht den N\u00e4hrstoffbedarf, der von echten, vollwertigen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln gedeckt wird. Genau wie bei der Anreicherung von Lebensmitteln, bringt die einfache Zugabe von isolierten Proteinen, Vitaminen und Mineralien nicht die gleichen gesundheitlichen Vorteile mit sich, wie wenn diese N\u00e4hrstoffe als ganze Lebensmittel aufgenommen werden. Darin sind bereits Tausende von synergetisch wirkenden Verbindungen enthalten.<\/p>\n<div id=\"attachment_23760\" class=\"wp-caption alignnone\">\n<p><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/image003.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-23760 size-full\" src=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/image003.png\" sizes=\"auto, (max-width: 687px) 100vw, 687px\" srcset=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/image003.png 687w, https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/image003-300x113.png 300w, https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/image003-640x240.png 640w, https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/image003-600x225.png 600w, https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/image003-450x169.png 450w, https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/image003-200x75.png 200w\" alt=\"\" width=\"687\" height=\"258\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"wp-caption-text\"><small>EAT hat durch FrESH eine Partnerschaft mit der Junk-Food-Industrie und den gro\u00dfen Agrarunternehmen wie Bayer, BASF, Cargil, Pepsico und anderen.<\/small><\/p>\n<\/div>\n<p>Die EAT leitet den Handlungsbereich 2 des Gipfels. Sie trachtet auch danach, die globalen Ern\u00e4hrungsstrukturen nach privaten Interessen zu gestalten. Die F\u00fchrung und der Vorstand von EAT sind mit dem Weltwirtschaftsforum verbunden. Zu ihren\u00a0<a href=\"https:\/\/eatforum.org\/about\/partnerships\/\">Partnern<\/a>\u00a0geh\u00f6ren Nestl\u00e9 und Danone, beides f\u00fchrende Konzerne in der Globalisierung von extrem verarbeiteten Lebensmitteln. Die Empfehlungen, die sie im Handlungsbereich 2 vorschlagen, stammen direkt aus dem EAT-Lancet-Bericht \u201e<u><a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lancet\/article\/PIIS0140-6736(18)31788-4\/fulltext\">Food in the Anthropocene: the EAT-Lancet Commission on healthy diet from sustainable food systems<\/a><\/u>\u201c . (Lebensmittel im Anthropoz\u00e4n: die EAT-Lancet-Kommission f\u00fcr gesunde Ern\u00e4hrung durch nachhaltige Lebensmittelsysteme) Im Bericht wird zwar versucht darzulegen, wie ein nachhaltiger Wandel der Lebensmittelstrukturen durch die F\u00f6rderung \u201egesunder Ern\u00e4hrung\u201c erreicht werden k\u00f6nnte, er l\u00e4sst aber die direkte Rolle der industriellen und chemischen Landwirtschaft bei der Schaffung nicht nachhaltiger und ungesunder Lebensmittelsysteme au\u00dfer Acht.\u00a0<strong>Und es wird nicht zugegeben, dass eine Umstellung auf gesunde Ern\u00e4hrung von einer Abkehr vom Paradigma der chemischen Landwirtschaft abh\u00e4ngt. Hierin liegt\u00a0 die Ursache f\u00fcr die Zerst\u00f6rung der B\u00f6den, des Wassers, der biologischen Vielfalt und des Klimas auf unserem Planeten sowie f\u00fcr die Verbreitung chronischer Krankheiten.\u00a0<\/strong><u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/new-report-sustains-current-non-sustainable-food-system\/\">Stattdessen propagiert der Bericht die grunds\u00e4tzlich nicht nachhaltige Idee der \u201enachhaltigen Intensivierung\u201c\u00a0<\/a><\/u>der derzeitigen Lebensmittelstrukturen und eine\u00a0<u><a href=\"https:\/\/wickedleeks.riverford.co.uk\/opinion\/veganism-meat\/scrutinise-small-print-eat-lancet\">globale Verlagerung auf problematische \u201epflanzliche\u201c Alternativen<\/a><\/u>. Dadurch werden die Rolle und die Verbindung von Grundnahrungsmitteln und globalisierten Lebensmittelm\u00e4rkten verschleiert und es scheint, als ob absichtlich versucht wird, die Aufmerksamkeit von der Agrar\u00f6kologie abzulenken.<\/p>\n<h3><strong>Nahrhafte, biodiverse und vielf\u00e4ltige Ern\u00e4hrung: Mit\u00a0 Lebensmitteldemokratie gegen den Putsch der Konzerne<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/h3>\n<p>W\u00e4hrend die Konzerne und ihre Partner diese falschen L\u00f6sungsans\u00e4tze stillschweigend vorantreiben, um weiterhin eine Vielzahl von gescheiterten Modellen zu f\u00f6rdern, gibt ihnen die von der UNFSS zur Verf\u00fcgung gestellte riesige Plattform nun die direkte Macht\u00a0 zur Gestaltung der globalen Lebensmittelsysteme. Durch die gezielte Umstellung auf den vom\u00a0<u><a href=\"https:\/\/www.frontiersin.org\/articles\/10.3389\/fsufs.2021.661552\/full\">Weltwirtschaftsforum erfundenen \u201eMulti-Stakeholder\u201c-Ansatz<\/a>\u00a0<\/u>und durch die Vermittlung einer scheinbaren Inklusivit\u00e4t haben die Unternehmen nun die Machtskala zu ihren Gunsten verschoben. Wie der\u00a0<u><a href=\"https:\/\/www.csm4cfs.org\/\">Mechanismus der Zivilgesellschaft<\/a><\/u>\u00a0(Civil Society Mechanism, CSM) zeigt,\u00a0<u><a href=\"https:\/\/www.csm4cfs.org\/final-declaration-of-the-counter-mobilization-to-transform-corporate-food-systems\/\">verleiht ein solcher Ansatz einigen Auserw\u00e4hlten viel mehr Macht<\/a><\/u>\u00a0\u00fcber die globale Lebensmittelpolitik, w\u00e4hrend der Rest zum Publikum degradiert wird. Damit werden alle M\u00f6glichkeiten der Rechenschaftspflicht und horizontaler Verhandlungen ausgel\u00f6scht. Letztendlich sollen damit Machtstrukturen und gescheiterte Modelle so erhalten werden, wie sie sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.foodsystems4people.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-23328 size-full\" src=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/EN-Contra-movilizacio%CC%81n-1536x864.png\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" srcset=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/EN-Contra-movilizacio\u0301n-1536x864.png 1536w, https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/EN-Contra-movilizacio\u0301n-1536x864-300x169.png 300w, https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/EN-Contra-movilizacio\u0301n-1536x864-640x360.png 640w, https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/EN-Contra-movilizacio\u0301n-1536x864-768x432.png 768w, https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/EN-Contra-movilizacio\u0301n-1536x864-1024x576.png 1024w, https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/EN-Contra-movilizacio\u0301n-1536x864-900x506.png 900w, https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/EN-Contra-movilizacio\u0301n-1536x864-600x338.png 600w, https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/EN-Contra-movilizacio\u0301n-1536x864-450x253.png 450w, https:\/\/navdanyainternational.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/EN-Contra-movilizacio\u0301n-1536x864-200x113.png 200w\" alt=\"\" width=\"1536\" height=\"864\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Die UNFSS bietet nicht den Paradigmenwechsel und den dringend notwendigen ganzheitlichen Ansatz, um Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t, Klimaresilienz und ein gerechteres Ern\u00e4hrungssystem zu erreichen. Im Gegenteil, sie h\u00e4lt die gleichen Machtstrukturen aufrecht und f\u00fchrt zu einer weiteren Kolonialisierung indigener Lebensmittel und Ern\u00e4hrungsweisen.<\/strong><\/p>\n<p>Es ist h\u00f6chste Zeit, die Konzerne und alle unterst\u00fctzenden Organisationen f\u00fcr ihr Handeln verantwortlich zu machen und sich f\u00fcr eine wirklich \u00f6kologische und nachhaltige biodiverse Ern\u00e4hrung einzusetzen, die lokale und indigene Gemeinschaften st\u00e4rkt und nahrhafte und gesunde Lebensmittel produziert. Wir brauchen einen\u00a0 echten Wechsel zu einem agrar\u00f6kologischen Paradigma, das die biologische und kulturelle Vielfalt, die lokale Lebensmittelwirtschaft und die Regeneration des Planeten als Kernpunkte f\u00fcr jede Art der Transformation der Lebensmittelsysteme ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p><u><a href=\"https:\/\/www.csm4cfs.org\/hundreds-of-grassroots-organizations-to-oppose-the-un-food-systems-summit\/\">Graswurzelorganisationen auf der ganzen Welt<\/a><\/u>\u00a0bem\u00fchen sich um einen echten agrar\u00f6kologischen Wandel, der die Nahrungssouver\u00e4nit\u00e4t ins Zentrum stellt und die wichtige Rolle von Kleinbauern, Frauen und indigenen V\u00f6lkern sowie regionale Lebensmittel f\u00fcr die Ern\u00e4hrungsstrukturen anerkennt. Als Reaktion auf die Konzern\u00fcbernahme globaler Lebensmittelstrukturen\u00a0<strong>haben die Graswurzelorganisationen einen\u00a0<u><a href=\"https:\/\/www.foodsystems4people.org\/\">Gegengipfel<\/a><\/u>\u00a0organisiert, um zu zeigen, wie Lebensmittelsysteme tats\u00e4chlich aussehen sollten.<\/strong><\/p>\n<p>Eine echte Transformation der Lebensmittelsysteme bedeutet, sich wieder auf ein agrar\u00f6kologisches und biodiversit\u00e4tsbasiertes Paradigma auszurichten, das auf den vielf\u00e4ltigen, unterschiedlichen und \u00f6kologischen Pfaden aufbaut, durch die sich die Lebensmittel- und Landwirtschaftssysteme in verschiedenen Kulturen \u00fcber Jahrtausende hinweg entwickelt haben und sich auch in Zukunft weiterentwickeln k\u00f6nnen.\u00a0<strong>Dabei wird ber\u00fccksichtigt, wie sich traditionelle Ern\u00e4hrungs- und Wissenssysteme im Laufe der Jahrtausende entwickelt haben, und es werden bestimmte Agrar\u00f6kosysteme und die damit gewachsenen Kulturen eingehend betrachtet.\u00a0<\/strong>Ganz unmittelbar entwickelte sich daraus eine widerstandsf\u00e4hige und n\u00e4hrstoffreiche biologische Vielfalt. Dabei wurde gezielt so gewirtschaftet, dass Ern\u00e4hrungsbed\u00fcrfnisse sowie die Verf\u00fcgbarkeit von Nahrungsmitteln zu allen Jahreszeiten gew\u00e4hrleistet waren, und zwar im Einklang mit der Erhaltung und Erneuerung des \u00d6kosystems.<\/p>\n<p>Es sind genau diese Systeme, mit denen die Widerstandsf\u00e4higkeit und Langlebigkeit eines gesunden Planeten f\u00fcr neue Generationen sichergestellt werden.<\/p>\n<p>Der von der UNFSS eingeschlagene Weg der industriellen Lebensmittelsysteme\u00a0<u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/the-future-of-our-daily-bread-regeneration-or-collapse\/\">f\u00fchrt uns weiter in Richtung Zusammenbruch des Planeten<\/a><\/u>, unserer Gesundheit, unserer Wirtschaft und unserer Demokratie. Der \u00f6kologische und demokratische Weg, der von\u00a0<u><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/the-future-of-food-farming-with-nature-cultivating-the-future\/\">Kleinbauern<\/a><\/u>, G\u00e4rtnern und lokal organisierten Lebensmittelgemeinschaften aufgezeigt wird, f\u00fchrt hingegen zur Regeneration unseres Planeten, unserer B\u00f6den, unserer biologischen Vielfalt, unserer l\u00e4ndlichen Wirtschaft, unserer Gesundheit und unserer Demokratie.<\/p>\n<p><strong><small>\u00a9 Navdanya International 2021<\/small><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Referenzen:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.csm4cfs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/EN_CSO-Letter-to-UNSG-on-UN-food-systems-summit.pdf\">CSO Letter to UNSG on UN food systems summit<\/a>, CSM4CFS, March 2020<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipsnews.net\/2021\/03\/un-food-systems-summit-not-respond-urgency-reform\/\">The UN Food Systems Summit: How Not to Respond to the Urgency of Reform<\/a>, Michael Fakhri, Hilal Elver and Olivier De Schutter, IPS News, March 2021<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fao.org\/publications\/sofi\/2021\/en\/\">The State of Food Security and Nutrition in the World<\/a>, FAO, 2021<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/seeds-of-sustenance-freedom-vs-seeds-of-suicide-surveillance\/\">Seeds of Sustenance &amp; Freedom vs Seeds of Suicide &amp; Surveillance<\/a>, Navdanya, 2019<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/earth-day-communique\/\">Earth Day Communiqu\u00e9<\/a>, Navdanya, Health of Mother Earth Foundation, Naturaleza De Derechos, 2020<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/manifesto-food-for-health\/\">Food for Health Manifesto<\/a>, Navdanya International, 2019<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/the-corporate-war-against-the-planet-people-and-democracy\/\">The Corporate War Against The Planet, People and Democracy<\/a>, Navdanya, 2016<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/gates-to-a-global-empire\/\">Gates to a Global Empire<\/a>, Navdanya International, 2020<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/grain.org\/article\/entries\/4929-hungry-for-land-small-farmers-feed-the-world-with-less-than-a-quarter-of-all-farmland\">Hungry for land: small farmers feed the world with less than a quarter of all farmland<\/a>, GRAIN, 2014<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/grain.org\/en\/article\/6246-biofortified-crops-or-biodiversity-the-fight-for-genuine-solutions-to-malnutrition-is-on\">Biofortified crops or biodiversity? The fight for genuine solutions to malnutrition is on<\/a>, GRAIN, 2019<\/p>\n<p>Shroff, R., Cort\u00e9s, C.R. The Biodiversity Paradigm: Building Resilience for Human and Environmental Health.\u00a0<i>Development<\/i>\u00a0(2020).\u00a0<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1057\/s41301-020-00260-2\">https:\/\/doi.org\/10.1057\/s41301-020-00260-2<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/pesticide-residues-in-foods-in-argentina-implications-for-the-eu-mercosur-deal\/\">Pesticide Residues in Foods in Argentina: Implications for the EU Mercosur Deal<\/a>, Navdanya International and Naturaleza De Derechos, 2021<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/bill-gates-his-fake-solutions-to-climate-change\/\">Bill Gates &amp; His Fake Solutions to Climate Change<\/a>, Navdanya International, 2021<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/new-report-sustains-current-non-sustainable-food-system\/\">A new report sustains unsustainable food systems<\/a>, Dr Vandana Shiva, 2019<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.csm4cfs.org\/hundreds-of-grassroots-organizations-to-oppose-the-un-food-systems-summit\/\">Hundreds of grassroots organizations to oppose the UN Food Systems Summit<\/a>, CSM4CFS, July 2021<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.csm4cfs.org\/final-declaration-of-the-counter-mobilization-to-transform-corporate-food-systems\/\">Opening Declaration of the Counter-Mobilization to Transform Corporate Food Systems<\/a>, CSM4CFS, July 2021<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/the-future-of-our-daily-bread-regeneration-or-collapse\/\">The Future of our Daily Bread: Regeneration or Collapse<\/a>, Navdanya, 2018<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/navdanyainternational.org\/publications\/the-future-of-food-farming-with-nature-cultivating-the-future\/\">The Future of Food \u2013 Farming with Nature, Cultivating the Future<\/a>, Navdanya International, 2019<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00dcbersetzung: Regina Schwarz<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2021\/06\/wer-ernaehrt-die-welt-wirklich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Weiterer Artikel zum Thema: &#8222;Wer ern\u00e4hrt die Welt wirklich?&#8220; vom 15.06.2021<\/em><\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Vorbereitung des UN-Gipfels zu Ern\u00e4hrungssystemen (UNFSS), \u00a0im September in New York fand \u00a0Ende Juli 2021 in Rom ein Vorgipfeltreffen statt. 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