{"id":1405796,"date":"2021-07-26T14:24:49","date_gmt":"2021-07-26T13:24:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1405796"},"modified":"2021-07-26T14:28:44","modified_gmt":"2021-07-26T13:28:44","slug":"spezial-was-geschieht-in-kolumbien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2021\/07\/spezial-was-geschieht-in-kolumbien\/","title":{"rendered":"Spezial: Was geschieht in Kolumbien?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nach \u00fcber einem Monat von Streiks nehmen die Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien zu. Die Regierung versucht zu vertuschen was tats\u00e4chlich geschieht, w\u00e4hrend die KolumbianerInnen mit den Protesten strukturelle \u00c4nderungen fordern, um eine gerechtere Gesellschaft zu erwirken.<\/strong><\/p>\n<p>Nach zwei Corona-Wellen 2020 begann das Jahr 2021 mit zahlreichen Ank\u00fcndigungen der Regierung von Iv\u00e1n Duque. Es begann aber auch mit Berichten \u00fcber eine Welle der Gewalt, gewaltsam herbeigef\u00fchrtem Verschwinden von Personen und gewaltsamen Umsiedelungen in Buenaventura, im Valle del Cauca mit 22 Toten und einer noch unbekannten Anzahl verschwundener Personen, da die Einwohner dieser Stadt Angst haben, das Verschwinden ihrer Angeh\u00f6rigen anzuzeigen. Denn in der Region sind verschiedene bewaffnete Gruppen unterwegs und es besteht Misstrauen gegen\u00fcber den Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Diese Situation f\u00fchrte am 12. Februar 2021 zum ersten Protestmarsch des Jahres und verst\u00e4rkte sich noch durch die Unzufriedenheit der EinwohnerInnen von Buenaventura angesichts des Bruchs der mit der Nationalregierung 2017 geschlossenen Vereinbarung, die diese Punkte beinhaltete: medizinische Versorgung und Vorbeugung, Wiederherstellung und Erhaltung der \u00f6kologischen Systeme, Sanierung der grundlegenden Infrastruktur, St\u00e4rkung der lokalen Produktion und Erwerbsgarantie, Zugang zur Gerichtsbarkeit und Entsch\u00e4digung der Opfer.<\/p>\n<p>Inmitten dieser Gewalt hatte die Regierung Ende 2020 eine Reform des Steuersystems, des Gesundheitswesens und eine Arbeitsreform angek\u00fcndigt, die sie 2021 durchf\u00fchren wollte. In diesem Zusammenhang hat sich am 27. April der fr\u00fchere Minister f\u00fcr Finanzen und \u00f6ffentliche Gelder, Alberto Carrasquilla an den Kongress der Republik gewandt, um die Gesetzgeber zu \u00fcberzeugen, der Steuerreform zuzustimmen.<\/p>\n<p>Die Steuererh\u00f6hungen f\u00fcr mittlere Einkommen, die jedoch nicht in der gleichen Relation f\u00fcr die Wirtschaftsunternehmen eingef\u00fchrt wurden, die Besteuerung von Renten, \u00f6ffentlichen Dienstleistungen und im Prinzip auch einiger Grundsicherungen haben die Geduld der unter der Pandemie leidenden Bev\u00f6lkerung \u00fcberstrapaziert und sie auf die Stra\u00dfen getrieben, um eine strukturelle \u00c4nderung einzufordern. Hinzu kam, dass Minister Carrasquilla in den Medien eine \u00c4u\u00dferung von sich gab, die f\u00fcr Spott und Emp\u00f6rung sorgte, denn es stellte sich heraus, dass er keine Ahnung vom Preis einiger Grundnahrungsmittel hatte, wie dem von einer Packung Eier.<\/p>\n<h3><strong>Die KolumbianerInnen forderten: Nie wieder!<\/strong><\/h3>\n<p>Die KolumbianerInnen sind am 28. April auf die Stra\u00dfe gegangen, um von der Regierung die R\u00fccknahme der Steuerreform zu fordern, eine Garantie f\u00fcr die Anf\u00fchrer und f\u00fcr die Grundrechte sowie gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Chancen f\u00fcr die Jugend, deren Arbeitslosenquote bei 25% liegt und von denen ein gro\u00dfer Teil weder Zugang zu einer h\u00f6heren Bildung noch zu einer stabilen Festanstellung hat.<\/p>\n<p>Der landesweite Streik wird von den jungen Menschen angef\u00fchrt. Sie haben die \u00e4lteren Generationen aufgefordert, sich anzuschlie\u00dfen, um auch ihre Rechte einzufordern und somit L\u00f6sungen f\u00fcr Jahre andauernde Probleme zu finden, die sich unter der Regierung Duque und durch die Pandemie noch verst\u00e4rkt haben.<\/p>\n<p>Die Vielzahl der Protestaktionen und der Druck auf die Regierung haben Duque am 2. Mai dazu gedr\u00e4ngt, die Steuerreform zur\u00fcckzuziehen. Dabei stellte er allerdings klar, dass er eine neue Reform im Konsens mit den politischen Parteien ausarbeiten werde. Dabei spricht er jedoch nur die Arbeitsgruppe der Regierung an, wodurch Vorschl\u00e4ge durch eine fehlende Beteiligung aller Sektoren sowie die Notwendigkeit au\u00dfer Acht gelassen werden, eine Reform im Einklang mit den Staatsfinanzen und der Realit\u00e4t in Kolumbien zu einem guten Ergebnis zu bringen.<\/p>\n<p>Diese Tatsache hat dazu gef\u00fchrt, dass die KolumbianerInnen einen landesweiten Streik ausgerufen haben. Die R\u00fccknahme der Steuerreform und der anschlie\u00dfende R\u00fccktritt von Minister Carrasquilla wurden als erster Schritt angesehen. Die Steuerreform war ein erster Schritt \u2013 was jedoch fordern die Demonstranten?<\/p>\n<p><em><strong>Was fordern die KolumbianerInnen von der Regierung?<\/strong><\/em><\/p>\n<ol>\n<li>Aufgabe des Projektes zur Gesundheitsreform und Verst\u00e4rkung der Impfkampagne gegen Covid-19.<\/li>\n<li>Eine Grundabsicherung mindestens in H\u00f6he eines monatlichen Mindestlohns<\/li>\n<li>Schutz der nationalen Produktion (Landwirtschaft, Industrie, Handwerk, Kleinbauern). Subventionen f\u00fcr kleinste bis mittlere Unternehmen sowie eine Politik, die deren Stellung und Sicherheit der Lebensmittelversorgung verteidigt.<\/li>\n<li>Kostenlose Bildung in den \u00f6ffentlichen Einrichtungen und nein zum Wechselmodell<\/li>\n<li>Keine Privatisierung \u00f6ffentlicher Unternehmen und Aufhebung des Dekrets 1174 (Arbeitsmarktreform, A.d.\u00dc.) von 2020.<\/li>\n<li>Schluss mit der Vernichtung widerrechtlich angebauter Kulturen durch den Einsatz von Glyphosat<\/li>\n<li>R\u00fccknahme der Reform von Icetex, einem Verbund, der die h\u00f6here Bildung finanziert.<\/li>\n<li>Respektierung des Friedensabkommens und Schluss mit der Ermordung der Anf\u00fchrer<\/li>\n<\/ol>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Colombianos marchan para exigir sus derechos\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/IS6javVJy3Y?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><em>Interview mit Paula Mendoza, Pressenza<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_1385847\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1385847\" class=\"wp-image-1385851 \" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG-20210529-WA0036-720x741.jpg\" alt=\"Spezial: Was geschieht in Kolumbien?\" width=\"659\" height=\"678\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG-20210529-WA0036-720x741.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG-20210529-WA0036-292x300.jpg 292w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG-20210529-WA0036-768x790.jpg 768w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG-20210529-WA0036.jpg 1244w\" sizes=\"auto, (max-width: 659px) 100vw, 659px\" \/><p id=\"caption-attachment-1385847\" class=\"wp-caption-text\"><em>Ein Demonstrant beschriftet ein Banner f\u00fcr die Manifestation im Parque de la Resistencia in Medellin. Text des Banners: Viele Orte des Drogenverkaufs in unseren St\u00e4dten. Koexistenz mit den M\u00f6rderbanden. Arbeitslosigkeit\u2026schlechte Bildung\u2026eine unf\u00e4hige Staatsmacht. (Foto: Mauricio \u00c1lvarez \u2013 Pressenza)<\/em><\/p><\/div>\n<h3><strong>Welcher Staat sch\u00fctzt die Rechte?<\/strong><\/h3>\n<p>Seit dem ersten Tag der Proteste hat die Regierung von Iv\u00e1n Duque mit \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Gewalt seitens der nationalen Polizei und der mobilen Eingreiftruppe zur Unterdr\u00fcckung von Aufst\u00e4nden (Esmad) reagiert. Diese Tatsache wurde mit Sorge durch Organisationen wie dem Friedensforschungsinstitut (Indepaz) und der NGO Temblores belegt, die in ihrem Bericht an die Interamerikanische Kommission f\u00fcr Menschenrechte IACHR Gewalt und Vorf\u00e4lle auf rechtlicher Ebene seitens der Staatsmacht gegen die kolumbianische Zivilgesellschaft im Zusammenhang mit den Protesten vom 28. April bis 31. Mai 2021 nachweisen konnten.<\/p>\n<p>In diesem Zeitraum gab es 3789 F\u00e4lle von Gewalt seitens der staatlichen Sicherheitskr\u00e4fte, die Anzahl der verschwundenen Personen nicht mitgez\u00e4hlt. Unter diesen F\u00e4llen konnten 1248 Opfer physischer Gewalt, 45 T\u00f6tungsdelikte, die mutma\u00dflich auf das Konto der Sicherheitskr\u00e4fte gehen, 1646 willk\u00fcrliche Verhaftungen von Demonstranten, 705 gewaltsame Eingriffe in friedliche Protestm\u00e4rsche, 65 F\u00e4lle von Augenverletzungen, 187 Opfer von Sch\u00fcssen sowie 25 Vergewaltigungsopfer identifiziert werden (Temblores und Indepaz, 2021).<\/p>\n<p>Au\u00dferdem benennen die beiden Organisationen die Aktionen der Staatsmacht wie folgt:<\/p>\n<p><strong>Aktionen der Staatsmacht w\u00e4hrend des Nationalstreiks 2021<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Willk\u00fcrlicher Einsatz von Schusswaffen gegen Demonstranten<\/li>\n<li>Folterpraktiken in den Milit\u00e4rst\u00fctzpunkten und Haftzentren<\/li>\n<li>Legitimation von staatlicher Gewalt durch administrative Ma\u00dfnahmen<\/li>\n<li>Anwesenheit von Polizeikr\u00e4ften ohne Dienstausweis bzw. in Zivil auf den Demonstrationen<\/li>\n<li>Willk\u00fcrliche Inhaftierungen durch die nationale Polizei<\/li>\n<li>Unterbrechung von Stromversorgung und Internet und Gebrauch von Schusswaffen<\/li>\n<li>Werfen von Tr\u00e4nengas ins Innere der H\u00e4user<\/li>\n<li>Zensur der sozialen Netzwerke<\/li>\n<li>Durchsuchungen ohne Durchsuchungsbefehl<\/li>\n<li>Gebrauch von Projektil-Abschussvorrichtungen mit Mehrfachprojektilen, Typ \u201eVenom\u201c vom Boden und aus der Luft. Diese sind als Waffen ohne Pr\u00e4zision klassifiziert.<\/li>\n<li>Gebrauch von Waffen gegen K\u00f6rper und Gesichter der Demonstranten mit dem Ziel, die friedlichen Kundgebungen aufzul\u00f6sen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Angesichts der zahlreichen Beschwerden \u00fcber die \u00dcbergriffe seitens der Polizei wurden Stimmen laut, die eine Neustrukturierung der Polizei sowie die Aufl\u00f6sung der Esmad fordern. Diese Stimmen werden bereits seit 2019 immer lauter, als ein Agent dieser Einheit den jungen Dilan Cruz w\u00e4hrend einer Demonstration get\u00f6tet hat, indem er den jungen Studenten mit einem \u201ebean bag\u201c am Kopf getroffen hatte. (A.d.\u00dc. ein Geschoss, das in einem Beutel Schrot aus Blei, Sand oder Stahlkugeln enth\u00e4lt). Der Gebrauch dieser Art von Waffen gegen die Zivilbev\u00f6lkerung ist verboten. Dann im September 2020 t\u00f6tete die Nationalpolizei in einem beispiellosen Akt von polizeilicher Gewalt und Folter den Rechtsanwalt Javier Ord\u00f3nez, nachdem sie ihn in eine Polizeidienststelle, Comando de Atenci\u00f3n Inmediata (CAI), im Stadtviertel Villa Luz im Westen von Bogota gebracht hatte. Dieses Ereignis l\u00f6ste eine Welle der Entr\u00fcstung in Bogota aus, bei der w\u00e4hrend Demonstrationen und Aufst\u00e4nden neun Personen durch die Nationalpolizei get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<p>Nach diesen Ereignissen fordert die Bev\u00f6lkerung eine Reform der Sicherheitskr\u00e4fte einschlie\u00dflich der Aufl\u00f6sung der Esmad sowie die Bestrafung der Angeh\u00f6rigen dieser Institution, und zwar durch ein Zivilgericht und nicht durch ein Milit\u00e4rgericht, bei dem diese F\u00e4lle mit Blick auf \u00e4hnliche Vorkommnisse dieser Art straffrei bleiben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Mittlerweile wurde seitens der Opposition im Zuge der Vorw\u00fcrfe der Gewalt gegen die Demonstranten ein Misstrauensantrag gegen Verteidigungsminister Diego Molano gestellt, angesichts seiner politischen Verantwortung f\u00fcr die Aufstellung und Ausrichtung der bewaffneten Kr\u00e4fte. Dieser Misstrauensantrag wurde jedoch bei 36 Ja-Stimmen durch 109 Abgeordnete zur\u00fcckgewiesen, was die Frage nach der Verantwortung der Regierung, ihrer Vertreter und Institutionen f\u00fcr die zahlreichen Verletzungen der Menschenrechte aufwirft, die sich unter ihrer F\u00fchrung ereigneten und von denen sie Kenntnis haben.<\/p>\n<h3><strong>In vorderster Reihe!<\/strong><\/h3>\n<p>In zahlreichen St\u00e4dten sind jungen Menschen jeden Alters \u2013 jene mit h\u00f6herer Bildung und jene, die nicht die M\u00f6glichkeit dazu hatten, seit dem 28. April 2020 auf die Stra\u00dfen gegangen und haben sich zu dem zusammengeschlossen, was man mittlerweile als \u201eFrontlinie\u201c bezeichnet. Einige von ihnen verteidigen die Demonstranten, indem sie versuchen, die Sicherheitskr\u00e4fte daran zu hindern, illegalerweise die Demonstranten zu verhaften, ihnen k\u00f6rperliche Gewalt zuzuf\u00fcgen, ihnen in Augen oder in den Kopf zu schie\u00dfen oder sie sogar totzupr\u00fcgeln.<\/p>\n<div id=\"attachment_1385161\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1385161\" class=\"wp-image-1385165 \" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG_20210528_121257573.jpg\" alt=\"Spezial: Was geschieht in Kolumbien?\" width=\"832\" height=\"624\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG_20210528_121257573.jpg 1920w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG_20210528_121257573-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG_20210528_121257573-720x540.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG_20210528_121257573-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG_20210528_121257573-1536x1152.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 832px) 100vw, 832px\" \/><p id=\"caption-attachment-1385161\" class=\"wp-caption-text\"><em>Frontlinie in Medell\u00edn. (Foto: Pressenza)<\/em><\/p><\/div>\n<p>Dennoch werden in den meisten F\u00e4llen t\u00e4glich Vertreter der Streitkr\u00e4fte mit ihren Waffen gegen die Demonstranten eingesetzt \u2013 ein Vorgehen, das das internationale Recht verbietet. Es wurde sogar beobachtet, wie die Polizei von Zivilkr\u00e4ften begleitet wurde, die auf die Demonstranten geschossen hat, insbesondere in der Stadt Cali. Diese Vorg\u00e4nge zeigen, dass es unm\u00f6glich ist, das Leben derer zu sch\u00fctzen, die ihr Recht auf Demonstrationen wahrnehmen. Das wurde durch die Medienagentur Cuesti\u00f3n P\u00fablica angeprangert:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"28M: la Polic\u00eda se ali\u00f3 con hombres armados vestidos de civil para disparar contra manifestantes.\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/v4vjhMKu-CU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<div class=\"title\">\n<p><em>Zum Anschauen des Videos mit deutschen Untertiteln: 1. Klicken Sie auf das Symbol Untertitel (wei\u00dfes Rechteck unten rechts in der Men\u00fcleiste). 2. Klicken Sie auf das Symbol Einstellungen (Zahnrad in der Men\u00fcleiste unten rechts), dort auf Untertitel, dann auf Automatisch \u00dcbersetzen. 3. Scrollen Sie in der sich \u00f6ffnenden Liste zu Deutsch.\u00a0 <\/em><\/p>\n<p>Diesen jungen Menschen haben sich kolumbianische M\u00fctter angeschlossen \u2013 im sogenannten Portal des Widerstands, dem Bahnhof Portal las Am\u00e9ricas de Transmilenio im S\u00fcden von Bogot\u00e1. Diesem Beispiel folgten auch M\u00fctter in St\u00e4dten wie Cali, womit sich letztendlich die Zahl der Personen erh\u00f6hte, die angegriffen und verhaftet wurden oder verschwanden. So hat sich eine Gruppe formiert, der sich einige Priester und LehrerInnen anschlossen, und die von der Bev\u00f6lkerung mit Nahrungsmitteln versorgt werden.<\/p>\n<p>Diese Gruppen wurden auch durch die Minga (Mobilisierung der indigenen Bev\u00f6lkerung Kolumbiens mit Kernforderungen) in verschiedenen Landesteilen, so zum Beispiel in Cauca unterst\u00fctzt. Sie hat sich in Cali zusammengefunden und ist einige Tage an der Universidad del Valle geblieben, wo sie von den Sicherheitskr\u00e4ften angegriffen wurden. Sie hatten dort versucht, eine Zusammenkunft mit der Landesregierung zu organisieren. Die Regierung jedoch ist in den fr\u00fchen Morgenstunden des 10. Mai gekommen, hat sich mit den Beh\u00f6rden getroffen und ist unmittelbar danach nach Bogot\u00e1 zur\u00fcckgekehrt, was ihr Desinteresse an einem Dialog mit den indigenen Gruppen verdeutlicht.<\/p>\n<div id=\"attachment_1385171\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1385171\" class=\"wp-image-1385175 \" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG-20210529-WA0035-720x543.jpg\" alt=\"Spezial: Was geschieht in Kolumbien?\" width=\"829\" height=\"625\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG-20210529-WA0035-720x543.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG-20210529-WA0035-300x226.jpg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG-20210529-WA0035-768x579.jpg 768w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/IMG-20210529-WA0035.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 829px) 100vw, 829px\" \/><p id=\"caption-attachment-1385171\" class=\"wp-caption-text\"><em>Die indigene Minga im Parque de la Resistencia in Medell\u00edn. Foto: Mauricio \u00c1lvarez \u2013 Pressenza<\/em><\/p><\/div>\n<\/div>\n<p>Die F\u00fchrung der indigenen Bev\u00f6lkerung der Antioquia traf sich mit den jungen Menschen, die die Proteste in Medellin organisiert hatten, um ihre Unterst\u00fctzung zum Ausdruck zu bringen, und es ist ihnen gelungen, einen Dialog mit der Regierung herzustellen, der zum Einverst\u00e4ndnis mit den Punkten auf der Liste der Forderungen gef\u00fchrt hat. Die indigenen Gruppen aus Cauca sind nach Bogot\u00e1 gegangen, wo sie sich den Protestz\u00fcgen angeschlossen haben und forderten, dass die Regierung die Friedensvereinbarung einh\u00e4lt, wie Fernando Sarta, Anf\u00fchrer der indigenen Gruppen von Tolima erkl\u00e4rte.<\/p>\n<h3><strong>Die Regierung versucht, die Realit\u00e4t vor der Interamerikanischen Kommission f\u00fcr Menschenrechte (CIDH) zu verbergen <\/strong><\/h3>\n<p>Die zivilen Organisatioen haben angesichts der wiederholten Rechtsverletzungen gegen\u00fcber den Demonstrierenden etliche Appelle an die Interamerikanische Kommission f\u00fcr Menschenrechte gerichtet. Sie haben sogar die Angriffe der Sicherheitskr\u00e4fte gegen die Funktion\u00e4re des B\u00fcros des Vermittlers, gegen die Vertreter der Koexistenz im Rathaus von Bogota, gegen die Menschenrechtsvertreter der Vereinten Nationen und gegen die Journalisten und Fotografen angeprangert, die den Nationalstreik medial begleiten.<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eEs wurden 235 Angriffe auf Journalisten durch die Sicherheitskr\u00e4fte bei der Aus\u00fcbung ihrer T\u00e4tigkeit der Berichte \u00fcber den Nationalstreik verzeichnet\u201c (Freedom of the Press Foundation)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>In der Folge haben die sozialen Organisationen einen Prozess gegen die Regierung von Iv\u00e1n Duque angestrengt, die in der Anfrage eines Besuchs der Interamerikanischen Kommission f\u00fcr Menschenrechte m\u00fcndete. Eine Anfrage, die zun\u00e4chst seitens der Regierung Duque, vertreten durch die Vizepr\u00e4sidentin und Au\u00dfenministerin Marta Luc\u00eda Ram\u00edrez, abgewiesen wurde. Anstatt diesen Besuch zu gestatten, hat die Regierung Videos produziert, die an die Botschaften, Konsulate und internationale Organisationen verbreitet wurden \u2013 mit dem Ziel, die Demonstrationen als eine politische Bewegung der Opposition, insbesondere von Senator Gustavo Petro darzustellen, der als Hauptverantwortlicher dieser ganzen Mobilisierung benannt wird. Au\u00dferdem wurden die Verletzungen der Menschenrechte geleugnet, die seitens der verschiedenen kolumbianischen und internationalen Organisationen, wie <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/es\/americas\/colombia\">Human Rights Watch<\/a>, angeprangert wurden.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hat am 4. Mai der Fl\u00fcgel der demokratischen Kongressabgeordneten der USA unter F\u00fchrung von Gregory Meeks \u00fcber Twitter erkl\u00e4rt, dass &#8222;wenn sich die massive Verletzung der Menschenrechte fortsetzt, werde ich den Kongress auffordern, die Gelder und Unterst\u00fctzung f\u00fcr Kolumbien einzufrieren&#8220;.<\/p>\n<p>Um zu verstehen, was sich in Kolumbien bez\u00fcglich der Menschenrechte w\u00e4hrend der Proteste ereignet, hat Pressenza den Pr\u00e4sidenten von Indepaz, Camilo Gonzalez Posso interviewt:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"\u00bfQu\u00e9 est\u00e1 pasando en Colombia?\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/bWzVymBvVD8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><em>Zum Anschauen des Videos mit deutschen Untertiteln: 1. Klicken Sie auf das Symbol Untertitel (wei\u00dfes Rechteck unten rechts in der Men\u00fcleiste). 2. Klicken Sie auf das Symbol Einstellungen (Zahnrad in der Men\u00fcleiste unten rechts), dort auf Untertitel, dann auf Automatisch \u00dcbersetzen. 3. Scrollen Sie in der sich \u00f6ffnenden Liste zu Deutsch.\u00a0 <\/em><\/p>\n<p>Die internationale Gemeinschaft hat Druck auf die Regierung Duque ausge\u00fcbt, damit der dem Besuch der Interamerikanischen Kommission f\u00fcr Menschenrechte in seinem Land zustimmt. Daraufhin ist die Vizepr\u00e4sidentin und Au\u00dfenministerin Martha Luc\u00eda Ram\u00edrez in die USA gereist, um die demokratischen Abgeordneten davon zu \u00fcberzeugen, dass es keine Verletzungen der Menschenrechte durch die Sicherheitskr\u00e4fte im Zusammenhang mit den Protesten g\u00e4be. Gleichzeitig ist die Abgeordnete Paloma Valencia nach Den Haag gereist, um den Prozess gegen den kolumbianischen Pr\u00e4sidenten zur\u00fcckzuweisen, der angesichts dessen Verantwortung bei der Verletzung des internationalen Strafrechts von den sozialen Organisationen angestrengt worden war.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich musste die Regierung trotz aller Lobbyarbeit zulassen, dass sich vom 8. bis 11. Juni eine Delegation der Interamerikanischen Kommission f\u00fcr Menschenrechte im Land aufhalten durfte. W\u00e4hrend dieses Besuchs trafen sie unter anderem Regierungsvertreter die angaben, dass die betreffenden Personengruppen die Polizei und die Kr\u00e4fte der Esmad seien. Sie haben au\u00dferdem klargestellt, dass die Sicherheitskr\u00e4fte nicht an der Verfolgung der Demonstranten beteiligt seien und gleichzeitig noch w\u00e4hrend des Aufenthalts der Delegation eine Polizeireform angek\u00fcndigt, um die internationale Aufmerksamkeit vom wahren Geschehen im Land abzulenken.<\/p>\n<p>Au\u00dfer der Regierung hat die Kommission auch zivile Organisationen getroffen und von ihnen einen Bericht \u00fcber die Anzahl der Menschenrechtsverletzungen erhalten. Sie hatte au\u00dferdem Gelegenheit, sich mit Opfern dieser Verletzungen, mit dem nationalen Streikkomitee und mit den Jugendlichen und den M\u00fcttern der Frontlinie zu treffen.<\/p>\n<h3><strong>Streitigkeiten innerhalb der Regierung<\/strong><\/h3>\n<p>Eine Reihe von Unstimmigkeiten innerhalb der Vertreter der Regierung Duque hat mitten in der Welle der Proteste nach zwei Vorf\u00e4llen zur Absetzung von Au\u00dfenministerin Claudia Blum gef\u00fchrt. Der erste ereignete sich w\u00e4hrend der Teilnahme der Ministerin an einer Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen \u00fcber ein Friedensabkommen, w\u00e4hrend der sie folgendes erkl\u00e4rte: \u201eBetrachtet man die Einhaltung des Abkommens, kann man nicht ausschlie\u00dflich auf die Aktionen seitens der Regierung als eine der Unterzeichnerinnen schauen. Man muss ebenso die Existenz der FARC -Dissidenten in Betracht ziehen, die sich von der ehemaligen Guerilla abgespaltet und mittlerweile eine politische Partei gegr\u00fcndet haben.\u201c<\/p>\n<p>Diese Erkl\u00e4rung greift die demobilisierten K\u00e4mpfer an, die fr\u00fcheren K\u00e4mpfer und die politische Partei, die sich nach der Entwaffnung der FARC in Einvernehmen mit dem Friedensabkommen gegr\u00fcndet hatte, welches 2016 in Havanna final unterzeichnet worden war.<\/p>\n<p>Der zweite Vorfall an dem Blum beteiligt war ist eine Reihe von Streitigkeiten mit der argentinischen Regierung am 5. Mai. In einem Tweet wies Blum zur\u00fcck, was Pr\u00e4sident Alberto Fern\u00e1ndez und seine Regierung als eine Repression seitens der Sicherheitskr\u00e4fte, ausgel\u00f6st durch die Proteste ansah und die Regierung Duque aufforderte, \u201edie einseitige institutionelle Gewalt\u201c zu beenden.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"es\" dir=\"ltr\">Con preocupaci\u00f3n observo la represi\u00f3n desatada ante las protestas sociales ocurridas en Colombia. Ruego porque el pueblo colombiano retome la paz social e insto a su gobierno a que, en resguardo de los derechos humanos, cese la singular violencia institucional que se ha ejercido. <a href=\"https:\/\/t.co\/ddDutWEfDa\">pic.twitter.com\/ddDutWEfDa<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Alberto Fern\u00e1ndez (@alferdez) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/alferdez\/status\/1390473498234167298?ref_src=twsrc%5Etfw\">May 7, 2021<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzung: Ich beobachte mit Sorge die Repressionen gegen\u00fcber den sozialen Protesten in Kolumbien. Ich bete daf\u00fcr, dass das kolumbianische Volk wieder einen sozialen Frieden erlangen kann und ich fordere seine Regierung auf, die Menschenrechte zu sch\u00fctzen und der einseitigen institutionellen Gewalt ein Ende zu bereiten.<\/em><\/p>\n<p>Als Reaktion auf diesen Tweet hat die fr\u00fchere Au\u00dfenministerin mit einer eigenen Erkl\u00e4rung auf Twitter den Worten des argentinischen Pr\u00e4sidenten widersprochen, indem sie darauf verwies, dass \u201edie Au\u00dfenministerin im Namen der Regierung Kolumbiens die Worte von Pr\u00e4sident Alberto Fernandez energisch zur\u00fcckweist, denn dieser ignoriert, dass tausende KolumbianerInnen im Rahmen unseres Rechtsstaates alle Garantien daf\u00fcr erhalten haben, im gesamten Land eine friedliche Kundgebung abhalten zu k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p>Eine weitere Tatsache, die Zweifel an der Stabilit\u00e4t und der Macht Duques aufkommen lassen, ist die Beeinflussung durch seinen Mentor \u00c1lvaro Uribe V\u00e9lez, der ihm den Weg auf allen Ebenen aufzeigt. Das bedeutet, dass Uribe Macht aus\u00fcbt, die ihm nicht zusteht, ist er doch nicht offiziell Teil der Regierung. Am 22. Dezember 2020 hat er mit Vertretern der nationalen Befreiungsarmee (ELN) Kontakt aufgenommen.<\/p>\n<p>Ein zweites Treffen fand im ersten Quartal 2021 statt, als Uribe auf seiner Hacienda in Monter\u00eda Juan Carlos Cuellar empfing, ehemaligen K\u00e4mpfer der ELN und verantwortlich f\u00fcr den Friedensabschluss mit der Guerilla. Bei beiden dieser Treffen hat Uribe jedoch nicht den Hochkommissar f\u00fcr den Frieden, Migual Ceballos, informiert. Dieser ist beauftragt, die Gespr\u00e4che mit den bewaffneten Gruppen zu leiten, um eine neue Phase der Verhandlungen zu erm\u00f6glichen, nachdem die Regierung den Verhandlungstisch in Quito in Ecuador verlassen hat, als eine Autobombe der Guerilla am 17. Januar 2019 die Polizeischule General Santander in Bogota traf und 23 Personen t\u00f6tete sowie weitere 100 verletzte.<\/p>\n<p>Diese beiden Ereignisse f\u00fchrten am 25. Mai 2021 zum R\u00fccktritt des Hochkommissars f\u00fcr den Frieden, Ceballos Ar\u00e9valo. Den Medien erkl\u00e4rte er dazu: \u201eDas hat bei mir nat\u00fcrlich ein bleibendes Unbehagen ausgel\u00f6st, nicht nur deshalb, weil ich nicht konsultiert worden bin, sondern auch, weil es einen Respekt gegen\u00fcber der W\u00fcrde einer solch komplexen Position wie der meinen gibt, in welcher der Kontakt, der zu einem friedensstiftenden Ergebnis f\u00fchrt, ein wesentlicher Teil meiner Aufgaben ist\u201c.<\/p>\n<h3><strong>Das Streikkomitee<\/strong><\/h3>\n<p>Das Streikkomitee hat am 7. Juni den Verhandlungstisch mit der durch Emilio Archila vertretenen Nationalregierung verlassen. Emilio Archila, Berater f\u00fcr die Stabilisierung gab an, dass das Komitee verantwortlich f\u00fcr die Blockaden auf den verschiedenen Stra\u00dfen des Landes sei, wohingegen das Komitee klarstellte, dass die Regierung die Abarbeitung der Liste mit den Forderungen verz\u00f6gert, die Verletzung der Grundrechte ignoriert, die Friedensvereinbarung nicht respektiert hat und den am 24. Mai vereinbarten Vorvertrag nicht unterzeichnen will.<\/p>\n<p>Deshalb hat der Beraterstab um Antonia Urrejeola, Pr\u00e4sidentin der CIDH bei ihrer Ankunft vom Komitee ein Dokument erhalten, das f\u00fcnf Punkte enthielt: die Unterzeichnung und das Inkrafttreten der Vereinbarung zwischen der Nationalregierung und dem Komitee; die Aufforderung an die Delegation, sich sofort und unmittelbar f\u00fcr ein Ende der Polizeigewalt einzusetzen; die Forderung, dass die Nationalregierung zu ihrer Aussage steht, nach der ein Recht auf friedlichen Protest garantiert ist; die Bildung einer unabh\u00e4ngigen Enquete-Kommission, die Informationen zu den Gewaltakten gegen\u00fcber den Demonstranten seit dem 28. April sammeln soll.<\/p>\n<p>Die Nationalregierung hatte gehofft, dass das nationale Streikkomitee w\u00e4hrend einer Pressekonferenz am 10. Juni die Proteste f\u00fcr beendet erkl\u00e4ren w\u00fcrde. Das Komitee hat hingegen erkl\u00e4rt, dass die Proteste so lange weitergehen, bis die Regierung Duque in Verhandlungen tritt, die zu den von den KolumbianerInnen geforderten Ver\u00e4nderungen f\u00fchren.<\/p>\n<p>In den vergangenen Tagen war zu erfahren, dass die Nationalregierung angesichts der Ablehnung des Streikkomitees, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, wenn die in der Vorvereinbarung getroffenen Punkte nicht eingehalten werden, auf regionaler Ebene eine Reihe von Gespr\u00e4chen begonnen hat, was einige Mitglieder des Komitees als ein neues T\u00e4uschungsman\u00f6ver seitens der Regierung ansehen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig haben einige Plattformen und Organisationen, aus denen sich das nationale Streikkomitee zusammensetzt, einen Protest nach Ma\u00df angek\u00fcndigt, das hei\u00dft, dass von Zeit zu Zeit massive Protestaufrufe erfolgen werden und dass man mit Hilfe des Kongresses beginnen werde, an einigen der Forderungen zu arbeiten, die Teil der Vorvereinbarung mit der Regierung vom 14. Mai waren und deren Unterzeichnung durch den Pr\u00e4sidenten laut dem Streikkomitee von der Regierung abgelehnt wurde, wodurch die Verhandlungen wieder von vorne beginnen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><em><strong>Produktion und Edition:<\/strong> Stephan\u00eda Aldana Cabas<\/em><br \/>\n<em><strong>Journalisten:<\/strong> Stephan\u00eda Aldana, Paula Mendoza und Mauricio \u00c1lvarez<\/em><br \/>\n<em><strong>Assistent Bogota:<\/strong> Michael Pedraza<\/em><br \/>\n<em><strong>Die \u00dcbersetzung aus dem Englischen wurde von Silvia Sander vom ehrenamtlichen Pressenza-\u00dcbersetzungsteam erstellt.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/mitarbeiten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wir suchen Freiwillige!<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach \u00fcber einem Monat von Streiks nehmen die Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien zu. 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