{"id":1371750,"date":"2021-06-01T10:09:46","date_gmt":"2021-06-01T09:09:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1371750"},"modified":"2021-06-05T10:01:20","modified_gmt":"2021-06-05T09:01:20","slug":"nord-stream-2-us-sanktionen-richten-sich-primaer-gegen-deutsche-wirtschaftsinteressen-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2021\/06\/nord-stream-2-us-sanktionen-richten-sich-primaer-gegen-deutsche-wirtschaftsinteressen-ii\/","title":{"rendered":"Nord Stream 2: US-Sanktionen richten sich prim\u00e4r gegen deutsche Wirtschaftsinteressen (II)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Ringen um das Mega-Energieprojekt Nord Stream 2 ist l\u00e4ngst zu einem Fanal der Geopolitik des 21. Jahrhunderts geworden. Der Kampf um die globale Vormachtstellung, der unter anderem zwischen den USA und Russland gef\u00fchrt wird, hat sich nach dem Machtwechsel in Washington deutlich verh\u00e4rtet. Auch Deutschland und Europa m\u00fcssen die eigenen Interessen mit Kraft verteidigen.<\/strong><\/p>\n<p>Berlin und Br\u00fcssel wurden insbesondere im Verlauf des Baus der zweiten Ostsee-Gasleitung, die sowohl f\u00fcr die Bundesregierung als auch die EU als lukratives Gesch\u00e4ft gilt, damit konfrontiert, sich vehement gegen die US-Diplomatie behaupten zu m\u00fcssen. Denn Washington verfolgt eigene fundamentale Wirtschaftsinteressen und versucht alles zu tun, um den Pipelinebau zu stoppen. Der k\u00fcrzliche Verzicht der Biden-Administration auf Sanktionen gegen den deutschen Betreiber von Nord Stream 2 hat an der grunds\u00e4tzlichen Haltung der USA in dieser Streitfrage aber nichts ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Im ersten Teil von <a href=\"http:\/\/eurobrics.de\/?module=articles&amp;action=view&amp;id=1739&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=8fe59a1d49d5824b54a2d67517bb35a2&amp;NJ=3e5fb21970d4f48e9dda9402e4250ff6&amp;NJ=3e5fb21970d4f48e9dda9402e4250ff6&amp;NJ=3e5fb21970d4f48e9dda9402e4250ff6&amp;NJ=3e5fb21970d4f48e9dda9402e4250ff6&amp;NJ=3e5fb21970d4f48e9dda9402e4250ff6&amp;NJ=3e5fb21970d4f48e9dda9402e4250ff6&amp;NJ=3e5fb21970d4f48e9dda9402e4250ff6&amp;NJ=3e5fb21970d4f48e9dda9402e4250ff6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>&#8222;Nord Stream 2: US-Sanktionen richten sich prim\u00e4r gegen deutsche Wirtschaftsinteressen&#8220;<\/em><\/a> ging es in erster Linie um\u00a0Deutschlands fundamentale Interessen bei der Energiepolitik sowie darum, wie sich die damit in Konkurrenz stehenden wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen der Vereinigten Staaten auf die Umsetzung von Nord Stream 2 auswirken.<\/p>\n<p>Deutsche Wirtschaftsinteressen zielen im Hinblick auf die 9,5 Milliarden Euro teure Ostseepipeline jedoch nicht ausschlie\u00dflich auf den Zugang zu billigeren Ressourcen oder auf eine Senkung der Gaspreise ab, sondern auch darauf, die Gaslieferungen von Russland nach Deutschland und andere EU-L\u00e4nder, basierend auf gegenseitigen wirtschaftlichen Interessen und dem prognostizierten Anstieg der Gasnachfrage auf den EU-M\u00e4rkten, zu erweitern und die Energiesicherheit der EU durch diese sichere Lieferungen zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Washingtons aggressive Energiediplomatie hingegen hat zum Ziel, die Umsetzung von Nord Stream 2 gem\u00e4\u00df den eigenen Interessen zu verhindern und damit die gesamte Strategie der Westeurop\u00e4er umzuwerfen.<\/p>\n<h4><strong>Gef\u00e4hrliche Abh\u00e4ngigkeit vom Gastransit durch die Ukraine<\/strong><\/h4>\n<p>Was die Erweiterung der Gaslieferung und die St\u00e4rkung der EU-Energiesicherheit anbelangt, so w\u00fcrde ein Scheitern von Nord Stream 2 bedeuten, dass Deutschland und Europa weiterhin von dem <a href=\"https:\/\/laender-analysen.de\/ukraine-analysen\/195\/gastransit-durch-die-ukraine-alte-probleme-neue-herausforderungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">problematischen Gastransit durch die Ukraine<\/a> abh\u00e4ngig w\u00e4ren. Dies b\u00fcrgt f\u00fcr Berlin und Br\u00fcssel eine gro\u00dfe Gefahr, da man, falls ein Teil der ukrainischen Gastransitlieferungen nach Europa aufgrund von technischen Problemen oder politischen Spannungen ausf\u00e4llt, nicht ausreichend <a href=\"https:\/\/www.cep.eu\/fileadmin\/user_upload\/cep.eu\/Studien\/cepInput_Die_Gasversorgung_in_der_EU\/cepInput_Die_Gasversorgung_in_der_EU.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">andere Kapazit\u00e4ten<\/a> zur Verf\u00fcgung h\u00e4tte.<\/p>\n<p>F\u00fcr die USA bedeutet dieser Umstand sowie die fortw\u00e4hrende Abh\u00e4ngigkeit der f\u00fchrenden EU-Industriel\u00e4nder von dem Gastransit durch die Ukraine einen langfristigen strategischen Nutzen. F\u00fcr Berlin etwa, das bis 2022 den kompletten Ausstieg aus der Atomkraft realisieren will, ist eine sichere und \u00f6konomisch vertretbare Energieversorgung essentiell. Bei dem besagten Transit k\u00f6nnte dies unter bestimmten Umst\u00e4nden allerdings nicht mehr gew\u00e4hrleistet werden. Eine m\u00f6gliche Reduzierung der russischen Gaslieferungen und der damit verbundene Preisanstieg f\u00fcr Gas w\u00fcrde die deutsche Industrie und damit die gesamte EU-Wirtschaft hart treffen. Hohe \u00f6konomische Verluste f\u00fcr die betroffenen Unternehmen w\u00e4ren die Folge.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt es mehrere Perspektiven: das <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/264707\/kommentar-perspektiven-des-erdgastransits-durch-die-ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">marode Gastransportsystem<\/a> der Ukraine, die <a href=\"https:\/\/www.derstandard.de\/story\/2000123833980\/selenskyj-verbot-drei-oppositionelle-nachrichtensender-in-der-ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">instabile politische Lage<\/a> in dieser verarmten Ex-Sowjetrepublik sowie die h\u00f6chst problematischen <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/heute-im-osten\/projekte\/wir-und-russland\/gasstreit-ukraine-russland-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ukrainisch-russischen Beziehungen<\/a>. Angesichts dessen ist der Transit durch die Ukraine langfristig durchaus mit m\u00f6glichen Zusatzkosten, Lieferstopps, einem Defizit bei dem Transitvolumen, und dadurch zwangsl\u00e4ufig mit h\u00f6heren Gaspreisen f\u00fcr die Endverbraucher verbunden.<\/p>\n<p>Denn Lieferunterbrechungen wirken sich in erster Linie negativ auf die Preisgestaltung f\u00fcr Erdgas aus. Grunds\u00e4tzlich wird der Gaspreis f\u00fcr Haushalte wesentlich von den <a href=\"https:\/\/kostencheck.de\/gas-kosten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beschaffungskosten auf den internationalen Gasm\u00e4rkten<\/a> bestimmt, die laut dem <a href=\"https:\/\/www.bdew.de\/media\/documents\/BDEW-Gaspreisanalyse_no_halbjaehrlich_Ba_online_29012021.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)<\/a> etwa 40 Prozent des Betrags ausmachen. Fr\u00fcher hatten die Gasversorger auf die H\u00f6he dieser Kosten praktisch keinen Einfluss, weil die Gaspreise an die Entwicklung der \u00d6lpreise gekoppelt waren. Seit der teilweisen Aufl\u00f6sung der <a href=\"https:\/\/www.verivox.de\/gas\/themen\/oelpreiskopplung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00d6lpreisbindung<\/a> in den vergangenen Jahren h\u00e4ngen die Beschaffungskosten nicht mehr einzig von der Entwicklung der \u00d6lpreise ab.<\/p>\n<p>Zudem basiert der Marktpreis f\u00fcr Erdgas, ungeachtet aller Regeln, auf Prognosen, Ger\u00fcchten und externen Gr\u00fcnden, die den Spekulanten in die H\u00e4nde spielen. So k\u00f6nnen selbst kurze Lieferstopps einen enormen Einflu\u00df auf die Preisgestaltung haben, wie der <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/russland-ukraine-gasstreit-zf-20090103-idDEBEE50205Q20090103\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gasstreit zwischen Kiew und Moskau 2009<\/a> gezeigt hatte. Von so einer Unterbrechung w\u00e4ren <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/gasstreit-warum-ein-lieferstopp-keinem-n%C3%BCtzt\/a-3924690\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sowohl Deutschland als auch Russland<\/a> betroffen \u2013 Berlin h\u00e4tte mit Wirtschaftseinbu\u00dfen zu rechnen, Moskau mit fehlenden Einnahmen sowie mit reputationstechnisch negativen Konsequenzen.<\/p>\n<h4><strong>US-LNG statt preiswerteres russisches Pipeline-Gas<\/strong><\/h4>\n<p>Abgesehen von der Ukraine-Problematik halten die Bef\u00fcrworter der Ostseepipeline den Amerikanern entgegen, sie seien nur auf bessere Absatzchancen f\u00fcr ihr Fl\u00fcssiggas\u00a0(LNG, Liquefied Natural Gas) in Europa aus. Der entscheidende Punkt ist aber, dass das russische Gas deutlich billiger und daher \u00f6konomisch vorteilhafter ist, als die verfl\u00fcssigte Alternative.<\/p>\n<p>Experten nach sollen die zuk\u00fcnftigen Preise f\u00fcr Erdgas auf den europ\u00e4ischen Gro\u00dfhandelsm\u00e4rkten haupts\u00e4chlich <a href=\"https:\/\/www.energie.de\/fileadmin\/dokumente\/et\/News\/_Beitrag\/et_000011_ZF_NordStream2_Gaspreise\/et_000011_ZF_NordStream2_Gaspreise.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im Wettbewerb der beiden Angebotsoptionen<\/a> Fl\u00fcssiggas und Pipeline-Gas bestimmt werden. Wichtig zu betonen ist, dass das russisches Pipeline-Gas vielerorts in Europa niedrigere marginale Angebotskosten im Vergleich zu LNG hat, weshalb es bei dem direkten Preisvergleich deutlich besser abschneidet. Man geht bei dem russischen Angebot von einem rund <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/panorama3\/Gasversorgung-Wie-die-USA-Deutschland-bedraengen,nordstream322.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">20 Prozent niedrigeren Preis<\/a> aus als bei dem US-Fl\u00fcssiggas.<\/p>\n<p>Notfalls k\u00f6nnte Moskaus Preisstrategie f\u00fcr Gas sich immer an dem Niveau der LNG-Importpreise zuz\u00fcglich der Transportkosten vom n\u00e4chstgelegenen LNG-Importterminal orientieren und notfalls den eigenen Preis dr\u00fccken.<\/p>\n<p>Die bessere Wettbewerbsposition der Russen war f\u00fcr Washington von Anfang an vermutlich ein wichtiger Grund gewesen, gegen Nord Stream 2 vorzugehen. Es galt dabei Russland so weit wie m\u00f6glich aus dem europ\u00e4ischen Gasgesch\u00e4ft zu verdr\u00e4ngen, um dem Land sowohl einen herben wirtschaftlichen Schaden zuzuf\u00fcgen als auch seine Positionen auf dem europ\u00e4ischen Gasmarkt einzunehmen. Betrachtet man den Umstand, dass schon die Obama-Administration Moskau als den direkten Konkurrenten bei der Gasversorgung Europas betrachtete und dass Washington den russischen <a href=\"https:\/\/www.wingas.com\/rohstoff-erdgas\/woher-bezieht-europa-erdgas.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anteil von etwa 40 Prozent<\/a> am europ\u00e4ischen Gasverbrauch am liebsten massiv reduzieren und im Gegenzug das eigene LNG bereitstellen w\u00fcrde, dann wird deutlich, dass es auch um viel Geld f\u00fcr alle Beteiligten geht.<\/p>\n<p>Abgesehen von zus\u00e4tzlichen Einnahmen haben die USA offenbar nichts dagegen, die deutsche Industrie langfristig an diesen viel teureren Energietr\u00e4ger aus \u00dcbersee zu binden und die deutschen Firmen damit vor eine kostspielige Produktion zu stellen. Zudem kann der Umstieg auf das Fl\u00fcssiggas, das obendrein noch aus einer Entfernung von 8.000 Kilometern geliefert werden muss, weitere Negativfolgen f\u00fcr die deutsche und anderen europ\u00e4ischen Volkswirtschaften verursachen: Deren Entwicklung k\u00f6nnte sich verlangsamen und die F\u00e4higkeit, mit US-Unternehmen auf den Weltm\u00e4rkten zu konkurrieren, dadurch vermindern.<\/p>\n<h4><strong>Schwierigkeiten bei der LNG-Nutzung<\/strong><\/h4>\n<p>Kritiker von Fl\u00fcssiggas verweisen dar\u00fcber hinaus auf instabile Preisentwicklung und kompliziertes Gesch\u00e4ftsmodell bei der der LNG-Versorgung. Deutlich wurde dies im vergangenen Jahr, als der <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/uk-united-states-lng\/buyers-in-asia-and-europe-cancel-around-20-u-s-lng-cargoes-for-june-loading-sources-idUKKCN2242KY?edition-redirect=uk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nachrichtenagentur Reuters<\/a> zufolge mehrere <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/usa-lng-prices-idUSL1N2CO2NH\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Energie-Giganten in Europa und Asien<\/a> wegen Fl\u00fcssiggas-Bestellungen aus den Vereinigten Staaten mit Problemen konfrontiert worden waren.<\/p>\n<p>Im April 2020 hatten Gro\u00dfkonzerne wie BP, Shell, Enel, Total oder Uniper ihre LNG-Bestellungen in den USA storniert und mussten allerdings trotz des Verzichts auf die Abnahme den vereinbarten Kaufpreis bezahlen. Laut Gesch\u00e4ftsmodell liegt das daran, dass die Kunden immer f\u00fcr den Service der Gasverfl\u00fcssigung aufkommen m\u00fcssen, ob sie das Gas abnehmen oder nicht. Um das Erdgas in gro\u00dfen Mengen auch \u00fcber weite Strecken verschiffen zu k\u00f6nnen, wird das Gas auf <a href=\"https:\/\/www.cleanenergywire.org\/factsheets\/liquefied-gas-does-lng-have-place-germanys-energy-future\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">minus 162 Grad Celsius heruntergek\u00fchlt<\/a>, sodass es fl\u00fcssig wird und nur noch ein Sechshundertstel seines urspr\u00fcnglichen Volumens hat. In den LNG-Terminals wird das verfl\u00fcssigte Gas nach dem Transport wieder in seinen Urzustand zur\u00fcckversetzt und \u00fcber das bestehende Pipelinesystem verteilt. Im \u00dcbrigen verdienen die Verfl\u00fcssigungsanlagen weniger am Gas selbst, sondern vorrangig an der Verfl\u00fcssigung als Dienstleistung. Nach dem <a href=\"https:\/\/www.ost-ausschuss.de\/de\/erdgasmarkt-der-coronakrise\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aufgrund der Corona-Krise verursachten massiven R\u00fcckgang<\/a> des Gasverbrauchs in Europa war es f\u00fcr die Kunden offenbar \u00f6konomischer geworden, das Gas dennoch nicht abzunehmen.<\/p>\n<p>Im Dezember f\u00fchrte eine massive Nachfrage nach Treibstoff wegen einem K\u00e4lteeinbruch in weiten Teilen Asiens sowie der Anstieg der Spotpreise f\u00fcr Fl\u00fcssiggas auf ein 6-Jahreshoch zur <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/global-lng-prices-idUSL4N2IW21S\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Versch\u00e4rfung einer Versorgungskrise<\/a> in den wichtigsten schnell wachsenden Schwellenl\u00e4ndern auf dem Kontinent. Die LNG-Preise hatten laut Reuters einen Punkt erreicht, an dem die Abnahme f\u00fcr einige preissensible K\u00e4ufer nicht mehr rentabel wurde. Aus Sorge, dass hohe Gaspreise die Inputkosten bei der Produktion erh\u00f6hen und die Energie f\u00fcr die Verbraucher teurer machen k\u00f6nnten, sagten mehrere asiatische Unternehmen zum Beispiel aus Pakistan und China daher einen Gro\u00dfteil ihrer LNG-Importe ab.<\/p>\n<h4><strong>Wie geht es mit dem Energieprojekt weiter?<\/strong><\/h4>\n<p>Ungeachtet der genannte Probleme sehen die Aussichten f\u00fcr die Realisierung von Nord Stream 2 inzwischen g\u00fcnstig aus. Aus technischer Sicht ist die 1230 Kilometer lange Gasleitung zu 95 Prozent fertiggestellt. Die Arbeit an dem verbliebenen Abschnitt l\u00e4uft zudem unentwegt weiter, damit der Bau bis sp\u00e4testens September dieses Jahres vollendet wird.<\/p>\n<p>Auch politisch scheint der Weg frei zu sein: Nachdem die US-Regierung bereits vergangene Woche offiziell auf das Verh\u00e4ngen von Sanktionen gegen die deutsche Betreibergesellschaft der Pipeline <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nord-stream-2-usa-deutschland-joe-biden-1.5298850?reduced=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">verzichtet<\/a> hatte, stellte US-Staatschef Joe Biden am 26. Mai in Aussicht, <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/joe-biden-ueber-nord-stream-2-keine-weiteren-sanktionen-17359247.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">keine neuen Beschr\u00e4nkungen<\/a> gegen Nord Stream 2 einzuf\u00fchren. Er sei &#8222;von Anfang an&#8220; gegen das Projekt gewesen, aber nun sei die Pipeline fast fertig, sagte Biden in Washington. Zudem w\u00e4ren Sanktionen zur Verhinderung der bereits fast fertiggestellten Pipeline &#8222;kontraproduktiv&#8220; f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis zu Europa.<\/p>\n<p>Den deutschen und europ\u00e4ischen Verbrauchern sollte das recht sein. Vor allem f\u00fcr die\u00a0 Bundesrepublik, die bis zum vollst\u00e4ndigen Austritt aus der Atomkraft im kommenden Jahr in jedem Fall das Problem der Versorgung ihrer Einwohner mit Energie l\u00f6sen muss. Und weil der Anteil der &#8222;gr\u00fcnen Energie&#8220; am Gesamtverbrauch derzeit bei weitem nicht ausreichend ist, wird die zweite Ostseepipeline mit einer Gesamtkapazit\u00e4t von 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr insofern definitiv zu einem wichtigen Aspekt bei der Energiesicherheit Deutschlands und Europas.<\/p>\n<p><strong><em>Von Alexander M\u00e4nner erschienen auf <a href=\"http:\/\/eurobrics.de\/?module=articles&amp;action=view&amp;id=1743\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EuroBRICS<\/a> unter Creative Commons-Lizenz <\/em><span class=\"cc-license-identifier\"><em>4.0.<\/em> <\/span><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ringen um das Mega-Energieprojekt Nord Stream 2 ist l\u00e4ngst zu einem Fanal der Geopolitik des 21. Jahrhunderts geworden. 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