{"id":1362676,"date":"2021-05-16T15:47:19","date_gmt":"2021-05-16T14:47:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1362676"},"modified":"2021-05-16T15:47:19","modified_gmt":"2021-05-16T14:47:19","slug":"zweiter-weltkrieg-was-nie-vergessen-werden-darf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2021\/05\/zweiter-weltkrieg-was-nie-vergessen-werden-darf\/","title":{"rendered":"Zweiter Weltkrieg: Was nie vergessen werden darf"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p class=\"author-meta\"><strong>Der ehemalige tschechische Ministerpr\u00e4sident Ji\u0159\u00ed Paroubek erinnert seine Landleute an politisch verdr\u00e4ngte Wahrheiten.<\/strong><\/p>\n<p><em>Ji\u0159\u00ed Paroubek<\/em>\u00a0<em>f\u00fcr die Online-Zeitung <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/europa\/__trashed-297\/\">INFOsperber<\/a><\/em><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry-content clearfix\">\n<p><em>(Red.\/cm) Die Bekanntgabe am 17. April einer vermuteten Beteiligung des russischen Geheimdienstes an einer Explosion in einem privaten tschechischen Munitionslager vor sieben Jahren hat zu einer dramatischen Verschlechterung der Beziehungen zwischen Prag und Moskau gef\u00fchrt (Infosperber hat dar\u00fcber <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/freiheit-recht\/recht-auf-oeffentlichkeit\/cia-ziel-in-tschechien-erreicht-zum-schaden-tschechiens\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/freiheit-recht\/recht-auf-oeffentlichkeit\/cia-ziel-in-tschechien-erreicht-zum-schaden-tschechiens\/\">berichtet<\/a>). Eine in der Vergangenheit eher latent sp\u00fcrbare Russophobie kommt seit einem guten Jahr immer deutlicher <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/welt\/trotz-covid-19-krise-es-wird-provoziert-und-provoziert-und\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/welt\/trotz-covid-19-krise-es-wird-provoziert-und-provoziert-und\/\">zum Ausdruck <\/a>und hat seit dem 17. April sogar zu grossen Demonstrationen gegen den vermeintlich zu russlandfreundlichen tschechischen Pr\u00e4sidenten Milo\u0161 Zeman gef\u00fchrt. Das hat den ehemaligen Pr\u00e4sidenten der tschechischen Sozialdemokratischen Partei und sp\u00e4teren Ministerpr\u00e4sidenten Ji\u0159\u00ed Paroubek nun veranlasst, seine Landsleute mit einem Artikel zur Geschichte des Endes des Zweiten Weltkrieges am 9. Mai 1945 daran zu erinnern, wie dankbar das Land sein sollte, dass Hitlers Truppen von der Roten Armee in Stalingrad und Kurks in \u00e4usserst verlustreichen Schlachten besiegt wurden \u2013 und wie es gekommen w\u00e4re, wenn Hitlers Truppen siegreich geblieben w\u00e4ren. Infosperber hat Ji\u0159\u00ed Paroubek<\/em>s <em>Artikel \u00fcbersetzt.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00abZur 76. Befreiung der Republik im Mai 1945\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>\u00abAm 8. und 9. Mai feiern die europ\u00e4ischen L\u00e4nder den 76. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Die meisten L\u00e4nder feiern den Jahrestag des Kriegsendes (in Erinnerung an die Kapitulationserkl\u00e4rung in Reims in Frankreich) am 8. Mai, die Russen am 9. Mai. Am 9. Mai 1945 wurde in Berlin von den h\u00f6chsten Vertretern der deutschen Streitkr\u00e4fte, Marschall Keitel und General Jodl, die formelle Kapitulation des deutschen Oberkommandos unterzeichnet.<\/p>\n<p>Die f\u00fchrende Figur auf alliierter Seite bei der Kapitulation war Stalins Stellvertreter im sowjetischen Oberkommando, der \u00abArchitekt\u00bb der \u00fcberw\u00e4ltigenden milit\u00e4rischen Siege der Roten Armee w\u00e4hrend des Krieges, Marschall Georgi Schukow. Die Russen machten damit f\u00fcr alle Zeiten klar (nat\u00fcrlich unter Anerkennung ihrer damaligen westlichen Alliierten), wer der Hauptsieger des Zweiten Europ\u00e4ischen Krieges war. Es ist angemessen, eines solchen Jubil\u00e4ums und eines solchen Anlasses zu gedenken. Und weil ich finde, dass ein Artikel, den ich vor einem Jahr (zum Jubil\u00e4um nach 75 Jahren) zu diesem Thema geschrieben habe, so zutreffend ist, wie ich ihn nicht h\u00e4tte besser schreiben k\u00f6nnen, ver\u00f6ffentliche ich ihn nun auch ein Jahr sp\u00e4ter erneut.<\/p>\n<p><strong>Der Kampf um die Interpretation der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs<\/strong><\/p>\n<p>Ich kann mich nicht erinnern, dass es in den letzten dreissig Jahren unseres nun demokratischen Staates derartige Versuche gegeben hat, die Ursachen und Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs falsch zu interpretieren, wie es heute der Fall ist.<\/p>\n<p>Hierf\u00fcr gibt es mehrere Gr\u00fcnde. Es hat keinen Sinn, sie alle zu sehr zu diskutieren, ich werde nur einige davon erw\u00e4hnen. Ein gewisser Teil der sogenannten tschechischen politischen Elite, ich meine damit die traditionelle tschechische Rechte und die neue Partei der \u00abPiraten\u00bb, \u00fcberdeckt ihren v\u00f6lligen Mangel an politischem Programm mit versp\u00e4tetem Antikommunismus und antirussischen Haltungen. Diese Leute haben einfach nichts anderes zu bieten. Deshalb suchen sie nach \u00e4usseren Feinden, b\u00f6sen Imperien usw. und \u00fcbertragen historische Ereignisse auf die heutigen Verh\u00e4ltnisse. Aber die Welt hat sich zwischenzeitlich ver\u00e4ndert. Zum anderen hat sich eine junge Generation von Historikern herausgebildet, die ihre ideologischen Vorstellungen und Vorurteile in die Analyse historischer Ereignisse hineinprojizieren. Und drittens gibt es in unserem Land praktisch kein einflussreiches Medium mehr, das Historikern und Politikwissenschaftlern mit abweichenden Interpretationen und Erkenntnissen in ihrer wissenschaftlichen Analyse Raum und Gelegenheit zur Publikation bietet.<\/p>\n<p>Es ist f\u00fcr die meisten objektiven Beobachter, Politiker, Historiker und Politikwissenschaftler international klar, dass Adolf Hitler und Nazideutschland mit ihrer Aggressions- und Expansionspolitik den Zweiten Weltkrieg verursacht haben. Deutschland hat f\u00fcr diese aktive schreckliche Vergangenheit mit dem Verlust von mindestens zehn Millionen Menschenleben bezahlt, Soldaten, aber auch unter der Zivilbev\u00f6lkerung, und auch mit der Zerst\u00f6rung von unendlich hohen Sachwerten in Deutschland selbst.<\/p>\n<p>Die Sowjetunion befand sich seit Juni 1941 im Kriegszustand mit Deutschland. Nazideutschland hat, zusammen mit seinen Verb\u00fcndeten, die Sowjetunion auf einer Front, die sich von der finnischen Grenze im Norden bis zum Schwarzen Meer im S\u00fcden erstreckte, \u00fcberraschend \u00fcberrannt. Die Sowjetunion verlor in diesem Krieg 27 Millionen Menschenleben. Davon waren \u2039nur\u203a 12 Millionen Soldaten, meist sehr junge Menschen, die die Zukunft ihres Landes repr\u00e4sentierten, so verachtenswert auch immer das damalige Regime war, unter dem sie lebten. Stalin war jedoch vom ersten Moment an, als die Sowjetunion von Hitler milit\u00e4risch angegriffen wurde, ein Verb\u00fcndeter der westlichen Demokratien. Darunter war in erster Linie ein k\u00e4mpfendes und isoliertes Grossbritannien. Der alte Antikommunist Churchill, damals britischer Premierminister, frohlockte, dass er endlich einen f\u00e4higen Verb\u00fcndeten habe. Dies in einer Situation, in der alle kontinentalen Verb\u00fcndeten Grossbritanniens, nicht zuletzt auch Frankreich, zusammengebrochen waren. Ab Juni 1940 hatte Hitler faktisch ganz West- und Mitteleuropa unter seiner Kontrolle.<\/p>\n<p>Anfang Dezember 1941 wurden die USA von Japan in Pearl Harbour brutal \u00fcberfallen. Dadurch verlagerte sich der Krieg auf einen anderen Kontinent und wurde zu einem echten Weltkrieg. Bald darauf erkl\u00e4rte Deutschland auch den Vereinigten Staaten in grossem Stil den Krieg. Dennoch muss Hitler klar gewesen sein, dass das wirtschaftliche Potenzial der Vereinigten Staaten von Amerika um ein Vielfaches gr\u00f6sser war als das von Deutschland. Deutschland spielte jedoch ein anderes Spiel. Deutschland erwartete, dass Japan im Rahmen seiner Verpflichtungen aus dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Antikominternpakt\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Antikominternpakt\">Antikominternpakt<\/a> mit Nazideutschland von 1936 milit\u00e4risch in der Region Primorje im \u00e4ussersten S\u00fcdosten gegen die Sowjetunion vorgehen w\u00fcrde, um die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, w\u00e4hrend die deutschen Armeen vor Moskau standen und Leningrad einkesselten. Die japanische Armee war jedoch bereits stark gebunden, vor allem in China, wo sie sowohl Soldaten als auch modernste milit\u00e4rische Ausr\u00fcstung hatte und wo auch blutige Schlachten geschlagen wurden.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens ist dieses ferne Schlachtfeld den Europ\u00e4ern auch nach mehr als f\u00fcnfundsiebzig Jahren noch nahezu unbekannt. Die meisten von uns haben keine Ahnung, dass bis zu 20 Millionen Chinesen im Kampf gegen die Japaner umgekommen sind. China, wie auch die Sowjetunion, erlitt durch die Schlachten des Weltkrieges unermesslichen wirtschaftlichen Schaden. Allerdings machten die Japaner mit ihren Operationen in China einen schweren strategischen Fehler. Sie hatten nicht gen\u00fcgend Potenzial, um die grossen Zentren dieses Landes mit damals 550 Millionen Einwohnern zu kontrollieren und gleichzeitig eine Expansion der Kriegsf\u00fchrung in Indochina, Indonesien, den Philippinen und anderen Gebieten zu betreiben. Es war deshalb positiv f\u00fcr den Ausgang des Krieges in Europa, dass Japan es unter diesen Umst\u00e4nden nicht wagte, auch die Sowjetunion anzugreifen, w\u00e4hrend bereits vier Millionen seiner Truppen in China gebunden waren. Sicherlich, wenn Moskau gefallen w\u00e4re, w\u00e4ren auch die Japaner zum Angriff auf die Sowjetunion ermutigt worden. Aber weil sie diesen Angriff nicht riskieren konnten und weil der milit\u00e4rische Zusammenbruch der chinesischen Kuomintang und der chinesischen Kommunisten auf den fern\u00f6stlichen Kriegsschaupl\u00e4tzen nicht wie erwartet stattfand, konnten die Japaner den Deutschen nicht helfen. So konnten Marschall Schukow und Stalin frische und hervorragend bewaffnete und ausgebildete sibirische Divisionen zur Hilfe nach Moskau verlegen.<\/p>\n<p>Im Dezember 1941 kam es vor Moskau mit einer grossen russischen Gegenoffensive zur ersten Niederlage der deutschen Bodentruppen im Krieg. Sp\u00e4ter im Krieg, nach den \u00fcberw\u00e4ltigenden Niederlagen in der ersten Phase des Krieges 1941 und 1942, siegten die Russen aber in ph\u00e4nomenaler Weise in der Schlacht von Stalingrad und in der Panzerschlacht von Kursk und schafften es, unter enormen menschlichen und materiellen Kosten das zweitgr\u00f6sste Zentrum des Landes, Leningrad, zu verteidigen. Ab Mitte 1943, also ab dem Wendepunkt der Schlacht von Kursk und nach dem Sturz von Mussolinis faschistischem Regime in Italien (im Herbst 1943) und der anschliessenden Besetzung Italiens durch die Deutschen (siehe <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Italienische_Sozialrepublik\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Italienische_Sozialrepublik\">\u00abRepubblica Sociale Italiana\u00bb, genannt \u00abRepubblica di Sal\u00f2\u00bb<\/a>), war es nur noch eine Frage der Zeit, bis Deutschland besiegt war. Die sowjetischen Armeen r\u00fcckten unaufhaltsam nach Westen vor, auch weil die Sowjetunion 1942 zum ersten Mal Deutschland im Umfang ihrer Kriegsproduktion \u00fcberholt hatte. Ein grandioser Kraftakt, denn vorausgegangen war eine Verlagerung des Schwerpunkts der industriellen Produktion und der Produktionsst\u00e4tten aus dem Westen des Sowjetlandes nach Sibirien und Zentralasien \u2013 mitsamt all den Arbeitern und ihren Familien.<\/p>\n<p>Auch russische Frauen spielten eine wichtige Rolle bei der Kriegsf\u00fchrung. In keiner anderen Armee der Welt gab es so viele Soldatinnen wie in der Roten Armee. Dar\u00fcber hinaus arbeiteten sowjetische Frauen oft unter unertr\u00e4glichen Bedingungen in der Kriegsindustrie und zur Ern\u00e4hrungssicherung auch in der Landwirtschaft. Die Armeen der westlichen Alliierten zerst\u00f6rten nach und nach den Widerstand der Deutschen und Italiener in Nordafrika. Sie fielen in Sizilien und S\u00fcditalien ein. Im Juni 1944 kam es schliesslich zur gigantischen Invasion in der Normandie. Diese Invasion der Alliierten war die gr\u00f6sste Kriegsoperation ihrer Art in der Geschichte der Menschheit. Sie erm\u00f6glichte es, den Schwerpunkt der K\u00e4mpfe nach Frankreich zu verlagern, und innerhalb weniger Monate nach der Befreiung Frankreichs erreichten die Truppen der Westalliierten die deutsche Grenze. Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa r\u00fcckte n\u00e4her.<\/p>\n<p>Der Krieg endete faktisch mit der sowjetischen Einnahme von Berlin im April und Mai 1945. Im belagerten Berlin mussten die sowjetischen Soldaten von Haus zu Haus k\u00e4mpfen, wo die verbissenen Nazis und vor allem die SS unglaublichen Widerstand leisteten. Am 8. Mai 1945 unterzeichnete die deutsche F\u00fchrung die bedingungslose Kapitulation mit den Alliierten in Reims. Am folgenden Tag wurde dieser Akt\u00a0in Anwesenheit von Marschall Keitel und General Jodl und von Marschall Schukow, dem stellvertretenden Oberbefehlshaber der sowjetischen Armeen und Chefstrategen der Sowjetarmee, direkt in Berlin wiederholt. In Anbetracht dieser endg\u00fcltigen Kapitulation in Berlin trug die Sowjetunion als Hauptsieger dann auch die Hauptlast des Krieges. Dies allein schon deshalb, weil die K\u00e4mpfe an der Ostfront in ihrer Brutalit\u00e4t, Unerbittlichkeit und Unnachgiebigkeit alles \u00fcbertrafen, was man w\u00e4hrend des Krieges anderswo gesehen hat. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Sowjetunion als Folge von Hitlers \u00abPolitik der verbrannten Erde\u00bb alle wichtigen Industriezentren der Vorkriegszeit in den vom Krieg betroffenen Gebieten westlich des Urals infolge der Zerst\u00f6rung durch die Nazis verloren hatte. Auch die Brutalit\u00e4t der deutschen Armee, vor allem der Soldaten der SS, aber auch der UPA-K\u00e4mpfer (in der Ukraine) gegen\u00fcber der Zivilbev\u00f6lkerung war in Europa nicht wirklich bekannt.<\/p>\n<p>In Asien, insbesondere in China, verhielten sich die japanischen Truppen jedoch \u00e4hnlich. So wurden nach der Einnahme von Nanking nicht nur die 30\u2019000 gefangenen Kuomintang-Soldaten, sondern auch Zehntausende wehrlose Zivilisten auf oft \u00e4usserst brutale Weise abgeschlachtet (es ist die Rede von bis zu 300\u2019000 Opfern des japanischen Terrors). Und Zehntausende chinesische Frauen wurden w\u00e4hrend des sechsw\u00f6chigen Amoklaufs durch japanische Soldaten in Nanking vergewaltigt.<\/p>\n<p>Die Tschechoslowakei verlor im Zweiten Weltkrieg 365\u2019000 ihrer B\u00fcrger, vor allem Juden. Diese Opferzahlen sind vergleichbar mit denen viel gr\u00f6sserer L\u00e4nder wie Frankreich (562\u2019000 Tote), den USA (419\u2019000 Tote) und Grossbritannien (450\u2019000 Tote).<\/p>\n<p>Das heutige Russland ist verst\u00e4ndlicherweise stolz auf seine Leistungen im Zweiten Weltkrieg, da es sich zu Recht als Hauptsieger dieses Krieges betrachtet. Deshalb reagieren die Russen sehr empfindlich darauf, dass in einigen L\u00e4ndern ihr Beitrag zum Sieg \u00fcber das verbrecherische Naziregime im Zweiten Weltkrieg heute in Frage gestellt wird. Es ist peinlich, Stalins Regime mit dem Nazi-Regime zu vergleichen, wie es einige Politiker und ideologisierte Historiker heute versuchen. Stalin war ein Verb\u00fcndeter des Westens. Und f\u00fcr unser Land (also Tschechien) hat das kommunistische Regime zwar nicht das gebracht, was sich die breiten Schichten der tschechischen und slowakischen Bev\u00f6lkerung nach dem Krieg erhofft hatten, aber es fand kein V\u00f6lkermord an der slawischen Bev\u00f6lkerung statt. H\u00e4tten die Nazis den Krieg gewonnen, w\u00e4re der V\u00f6lkermord an den Juden in Europa vollendet worden. Es w\u00e4re dann zum V\u00f6lkermord an den nicht germanisierbaren Teilen der slawischen V\u00f6lker gekommen. Ein Teil dieser V\u00f6lker, darunter auch die Tschechen und Slowaken, w\u00e4ren aus Mitteleuropa in neue Siedlungen in Sibirien oder Zentralasien vertrieben worden. Ein Teil von ihnen w\u00e4re eingedeutscht und ein Teil w\u00e4re liquidiert worden. (Siehe Reinhard Heydrichs Absichtserkl\u00e4rung in <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/europa\/die-hitler-verehrer-sind-zurueck-erneut-auch-in-prag\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00abDie Hitler-Verehrer sind zur\u00fcck \u2013 erneut auch in Prag<\/a>\u00bb, auf Infosperber).<\/p>\n<p>Es ist gut f\u00fcr alle unsere Geschichtsrevisionisten, sich dessen bewusst zu sein, bevor sie zu ihrer endg\u00fcltigen politischen Bewertung kommen.\u00bb<\/p>\n<p>\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013<\/p>\n<p>Dieser Artikel erschien zuerst in tschechischer Sprache auf <a href=\"http:\/\/vasevec.parlamentnilisty.cz\/komentare\/k-76-osvobozeni-republiky\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/vasevec.parlamentnilisty.cz\/komentare\/k-76-osvobozeni-republiky\">\u00abvasevec.parlamentnilisty\u00bb<\/a> (\u00dcbersetzung durch Infosperber)<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ehemalige tschechische Ministerpr\u00e4sident Ji\u0159\u00ed Paroubek erinnert seine Landleute an politisch verdr\u00e4ngte Wahrheiten. 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