{"id":1351007,"date":"2021-04-29T15:39:39","date_gmt":"2021-04-29T14:39:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1351007"},"modified":"2021-04-29T15:39:39","modified_gmt":"2021-04-29T14:39:39","slug":"anschuldigungen-zum-chemiewaffeneinsatz-in-syrien-geraten-ins-wanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2021\/04\/anschuldigungen-zum-chemiewaffeneinsatz-in-syrien-geraten-ins-wanken\/","title":{"rendered":"Anschuldigungen zum Chemiewaffeneinsatz in Syrien geraten ins Wanken"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong>Ein Interview mit Piers Robinson von der Organisation for Propaganda Studies. <\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Nachdem die Organisation f\u00fcr das Verbot chemischer Waffen (Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons \u2013 OPCW) Mitte April einen Bericht ver\u00f6ffentlicht hat, wonach es &#8222;hinreichende Gr\u00fcnde f\u00fcr die Annahme&#8220; gibt, dass die syrische Regierung im Februar 2018 einen Chemiewaffenangriff in der Stadt Saraqib durchgef\u00fchrt hat \u2013 was Damaskus vehement bestreitet \u2013 sprachen wir mit Dr. Piers Robinson, einem britischen Akademiker, der den Syrien-Konflikt genau verfolgt. Er stellt immer wieder ausgesprochen unangenehme Fragen an westliche Obrigkeiten, deren Ziel ein Regierungssturz von Bashar Al Assad ist.<\/p>\n<p>In diesem Interview haben wir Piers \u00fcber die Hintergr\u00fcnde des Konflikts befragt, \u00fcber die Probleme innerhalb der OPCW, die dazu gef\u00fchrt haben, dass ihre institutionelle Neutralit\u00e4t immer wieder in Frage gestellt wird, \u00fcber den Mangel an investigativem Journalismus innerhalb der Mainstream-Medien und dar\u00fcber, was die Menschen tun k\u00f6nnen, um sich besser \u00fcber Situationen zu informieren, die letztlich zu Krieg und Zerst\u00f6rung von Hunderttausenden von Leben f\u00fchren.\u00a0 Piers spricht auch \u00fcber die unertr\u00e4glichen Medienangriffe, denen er ausgesetzt war, weil er unangenehme Fragen stellte.<\/p>\n<p>Das vollst\u00e4ndige Transkript finden Sie unterhalb des Videos.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"YouTube video player\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/skw04beM7g4\" width=\"700\" height=\"400\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><em><strong>Pressenza<\/strong>: So, willkommen an alle unsere Zuschauer, die sich heute zugeschaltet haben. Wir werden ein Interview mit Piers Robinson zu einem Thema f\u00fchren, das in dieser Woche ein wenig unter dem Radar gefallen ist, als die OPCW einen Bericht ver\u00f6ffentlichte, der im Grunde die syrische Regierung f\u00fcr einen angeblichen Chemiewaffenangriff im Jahr 2018 in der Stadt Saraqib verantwortlich macht. Das wurde von allen Mainstream-Medien sozusagen akzeptiert, aber wenn man sich umschaut, sieht man, dass es diesbez\u00fcglich Bedenken gibt. Deshalb sprechen wir heute mit Piers Robinson von der Organisation for Propaganda Studies (OPS) in Gro\u00dfbritannien. Er wird uns von seiner Organisation erz\u00e4hlen und hoffentlich ein paar weitere Informationen geben, die uns dabei unterst\u00fctzen, zu entscheiden, ob der OPCW-Bericht, n\u00fctzlich ist oder nicht. Also Piers, vielen Dank, dass Sie unserer Anfrage f\u00fcr ein Interview nachgekommen sind. Wir sind sehr froh, Sie bei uns zu haben. Und bevor wir auf die Details des Chemiewaffenangriffs in Syrien eingehen, k\u00f6nnten Sie uns ein wenig \u00fcber sich, Ihren Hintergrund und auch die Organisation erz\u00e4hlen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Piers Robinson: <\/strong>Gern. Mein Werdegang: Ich war 20 Jahre lang Akademiker, oder 20 Jahre plus, wenn man meine Promotion mitz\u00e4hlt. Ich promovierte an der Universit\u00e4t Bristol, war dann an der Universit\u00e4t Liverpool, Manchester und sp\u00e4ter an der Universit\u00e4t Sheffield. In den letzten zwei Jahren war ich ein unabh\u00e4ngiger Forscher. Ich habe die Organisation for Propaganda Studies (OPS) aufgebaut, die sich immer noch in den Kinderschuhen befindet. Ich war sehr mit Angelegenheiten bzgl. der OPCW besch\u00e4ftigt, was in den letzten zwei Jahren den gr\u00f6\u00dften Teil meiner Zeit in Anspruch genommen hat. Die OPS wurde im Wesentlichen von einer Gruppe von Akademikern und Forschern gegr\u00fcndet. Das Ganze entstand aufgrund meiner eigenen akademischen T\u00e4tigkeit, die mich aus dem Bereich der Au\u00dfenpolitik, der politischen Kommunikation und dem Studium der Medien \u00fcber viele Jahre hinweg zu einer gezielteren Auseinandersetzung mit dem f\u00fchrte, was wir historisch als Propaganda bezeichnen. Heute haben wir eine Reihe von Euphemismen daf\u00fcr: Public Relations, politisches Marketing, strategische Kommunikation usw.\u2026<\/p>\n<p>Mein Interesse an dieser Thematik wird in gewisser Weise von einer normativen oder ethischen Besorgnis \u00fcber die Art und Weise angetrieben, in der Propaganda demokratische Prozesse st\u00f6rt. In Demokratien, in denen Propaganda einen starken Einfluss hat, wird es f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit sehr schwierig, ihre Regierung zur Rechenschaft zu ziehen oder eine rationale, informierte Debatte zu f\u00fchren. Die OPS wurde gegr\u00fcndet, weil ich und einige Kollegen das Gef\u00fchl hatten: Viele Wissenschaftler haben einen blinden Fleck, wenn es um Propaganda und Demokratien geht. Der Begriff Public Relations wurde von Eddie Bernays gepr\u00e4gt, um Propaganda umzubenennen, weil Propaganda in den 1950er Jahren einen schlechten Ruf hatte. Und so sind diese Techniken der Manipulation, die T\u00e4uschung und eine Vielzahl anderer Manipulationstechniken einschlie\u00dfen, in den heutigen Demokratien immer noch sehr aktuell, aber wir nennen sie anders. Und weil wir sie anders nennen, sind sich die Leute weniger bewusst, und selbst Akademiker sind sich weniger im Klaren dar\u00fcber, wie bedeutsam diese Prozesse sind.<\/p>\n<p>Die OPS wurde also errichtet, um mit der Zeit ein wachsendes Engagement von Akademikern und der \u00d6ffentlichkeit, f\u00fcr diese Fragen zur Propaganda zu f\u00f6rdern, aber auch die Idee, dass Propaganda nicht nur in autorit\u00e4ren Staaten oder historisch gesehen in Kriegszeiten stattfindet, sondern dass sie tats\u00e4chlich sehr lebendig ist und uns in unseren eigenen Demokratien umgibt.<\/p>\n<p>Das ist die Daseinsberechtigung der OPS, aber wie ich schon sagte, ist es eine junge Organisation, und ich hatte nicht so viel Zeit, mich ihr zu widmen, wie ich es gerne getan h\u00e4tte, weil ich mich in den letzten Jahren wirklich mit der OPCW und der Syrien-Frage besch\u00e4ftigt habe, was den L\u00f6wenanteil meiner Zeit in Anspruch genommen hat.<\/p>\n<p><em><strong>Pressenza:<\/strong> Nun gut, befassen wir uns also n\u00e4her damit, denn diese Woche hat die OPCW, wie ich in der Einleitung sagte, einen weiteren Bericht ver\u00f6ffentlicht, den die syrische Regierung sehr w\u00fctend zur\u00fcckgewiesen hat. Und so bleiben wir mit dem Gef\u00fchl zur\u00fcck, dass einer die Wahrheit sagt, und einer nicht. Aber bevor wir darauf eingehen, was wissen wir eigentlich \u00fcber diesen speziellen Angriff, der 2018 in Saraqib stattfand?<\/em><\/p>\n<p><strong>Piers Robinson:<\/strong> Ja. Der von der OPCW herausgegebene Bericht, ihr Mechanismus zur Schuldzuweisung, das Team, das damit beauftragt wurde, die Urheberschaft f\u00fcr angebliche chemische Angriffe zu ermitteln, was bereits von dem OPCW-eigenen Untersuchungsausschuss \u00fcberpr\u00fcft wurde&#8230; Der Bericht des Ermittlungs- und Identifizierungsteams dieser Woche nimmt also im Wesentlichen den urspr\u00fcnglichen Bericht des Untersuchungsausschusses \u00fcber diesen angeblichen Angriff als Grundlage und weist dann die Schuld zu. Und in diesem Fall, wie Sie richtig anmerken, haben sie tats\u00e4chlich die syrische Regierung beschuldigt. Und das ist es, was diese Woche geschehen ist. In Bezug auf den Versuch, zu verstehen, wie es war, ben\u00f6tigen wir den Kontext. Der Kontext ist, seit dem chemischen Angriff in Ghouta 2013 \u2013 der immer noch umstritten ist \u2013 ist Syrien der Chemiewaffenkonvention beigetreten und f\u00fchrte eine Politik der \u00dcbergabe oder Zerst\u00f6rung aller chemischen und biologischen Waffen durch.<\/p>\n<p>Aber seitdem wurden von westlichen Regierungen und auch von ihren Verb\u00fcndeten vor Ort in Syrien immer wieder Anschuldigungen erhoben, dass die syrische Regierung systematisch chemische Angriffe und einige Angriffe mit dem Nervengift Sarin im Lande durchf\u00fchrt. Und das ist ein regelm\u00e4\u00dfiges Merkmal der Anschuldigungen, die seit 2014 erhoben werden, die, wie Sie zu Recht betonen, die syrische Regierung, die russische Regierung bestreitet, dass sie daf\u00fcr verantwortlich sind. Die westlichen Regierungen sagen, dass sie diese Angriffe durchf\u00fchren. Und mittendrin die OPCW, die damit beauftragt wurde, diese Ereignisse zu untersuchen und dann dar\u00fcber zu berichten.<\/p>\n<p>Das ist also der breite Kontext. Es gibt eine Reihe von systematischen Behauptungen und Anschuldigungen, die im Laufe der Zeit erhoben wurden. Sie sind untersucht worden.<\/p>\n<p>Jetzt, wo das alles sehr, sehr kontrovers geworden ist, und obwohl Sie Recht haben, auf den Bericht hinzuweisen, der gerade \u00fcber Saraqib herausgekommen ist, war die wirklich gro\u00dfe Kontroverse in den letzten zwei Jahren \u00fcber den angeblichen Gegenangriff in Duma und was daraus folgte. Und das zugrundeliegende Problem ist, dass das Argument derjenigen, welche die OPCW-Untersuchungen und auch die Behauptungen der westlichen Regierungen in Frage stellen, darin besteht, dass die OPCW bei fast all diesen Vorf\u00e4llen nicht in der Lage war, die Orte selbst zu besuchen. Sie waren in erster Linie darauf angewiesen, dass Gruppen vor Ort Informationen weitergeben, die aus Syrien an die OPCW gehen. Und die Kritik ist, die Informationen, die sie nehmen, um ihre Berichte zu erstellen und um im Wesentlichen ihre Behauptungen \u00fcber den Einsatz chemischer Waffen zu begr\u00fcnden, alles Informationen sind, die von Gruppen geliefert werden, die nicht unabh\u00e4ngig in dem Konflikt sind. Sie sind effektiv mit kriegf\u00fchrenden Gruppen vernetzt, am bekanntesten nat\u00fcrlich die Wei\u00dfhelme, die sich auch als syrischer Zivilschutz bezeichnen. Die Wei\u00dfhelme waren ein wichtiger Teil dieser Informationsweitergabe. Die Kritik lautete, dass es sich dabei nicht unbedingt um verl\u00e4ssliche Informationen handelt, dass man, wenn man sich auf Fakten und Material verl\u00e4sst, das von einer Seite in einem Konflikt produziert wird, um seine Berichte zu erstellen, es sich durchaus um Desinformation handeln k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Und das ist der Kern dieser Besorgnis \u00fcber lange die Zeit hinweg. Seit dem Ghouta-Angriff im Jahr 2013 gab es immer wieder Kritik, wer daf\u00fcr verantwortlich war. Und nat\u00fcrlich hatte die Obama-Regierung 2013 eine rote Linie gezogen und wollte einen Angriff durchf\u00fchren, aber Obama zog sich davon zur\u00fcck, weil es innerhalb der US-Geheimdienste Zweifel gab, wer den Sarin-Angriff durchgef\u00fchrt hatte.<\/p>\n<p>Und Seymour Hersh, der amerikanische Journalist zu dieser Zeit, <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article165905578\/Trump-s-Red-Line.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schrieb<\/a> dar\u00fcber, wie Rebellen- oder Oppositionsgruppen Sarin \u00fcber die T\u00fcrkei besorgt hatten usw. Diese Kontroverse hat es seitdem gegeben, aber dann, mit diesen Missionen des Untersuchungsausschusses und dem Chemiewaffenangriff, hat sich das \u00fcber die Zeit aufgebaut und gipfelte in gewisser Weise mit dem Duma-Zwischenfall \u2013 und ich werde in einer Sekunde aufh\u00f6ren \u2013 im Jahr 2018, als dies ein Gebiet von Damaskus war, das kurz davor war, von den syrischen Regierungstruppen zur\u00fcckerobert zu werden, und dann gab es einen angeblichen Angriff, bei dem etwas mehr als 50 Zivilisten get\u00f6tet wurden. Und was bei diesem Vorfall anders war, abgesehen davon, dass es sofort Behauptungen gab, der Angriff sei inszeniert gewesen, die Russische F\u00f6deration behauptete, es sei ein inszenierter Angriff gewesen und so weiter, was fast sofort passierte, war, dass die syrische Regierung in der Lage war, dieses Gebiet zur\u00fcckzuerobern, und dann wurde zum ersten Mal ein OPCW-Team tats\u00e4chlich vor Ort in Duma zugelassen, um tats\u00e4chlich zu untersuchen, was passierte.<\/p>\n<p>Anstatt sich also stark auf die Wei\u00dfhelme und die mit den K\u00e4mpfern verbundenen Gruppen f\u00fcr Informationen zu verlassen, konnten sie ein Team vor Ort einsetzen. Und das Team erstellte einen ersten Bericht dar\u00fcber, was geschah. Und der Bericht, der jetzt \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich ist, weil er <a href=\"https:\/\/wikileaks.org\/opcw-douma\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">durchsickerte<\/a>, warf eine Menge sehr ernster Fragen dar\u00fcber auf, ob \u00fcberhaupt ein Angriff stattfand. Als dieser Bericht vom Duma-Team erstellt wurde, kam dann in der letzten Minute vor der Ver\u00f6ffentlichung jemand in der OPCW herein, ver\u00e4nderte heimlich den Bericht und versuchte dann, eine manipulierte Version zu publizieren. Und das f\u00fchrte sofort zu einem Streit innerhalb der OPCW, weil einer der Inspektoren, der an der Erstellung des Berichts beteiligt war, entdeckte, dass er ver\u00e4ndert und manipuliert wurde. Dann gab es einen internen Protest. Und seitdem ist der Rest in gewisser Weise wirklich Geschichte. Es gab diese wachsende Kontroverse \u00fcber die Manipulation der OPCW-Untersuchung im Fall von Duma, die zu undichten Stellen, zu Zeugenaussagen und zu Aussagen ehemaliger OPCW-Wissenschaftler usw. f\u00fchrte, die wirklich das Argument vorbrachten, dass die OPCW-Untersuchungen effektiv von westlichen M\u00e4chten instrumentalisiert wurden, um die Behauptungen zu untermauern, dass es die syrische Regierung ist, die derzeit Angriffe ausf\u00fchrt, und das, denke ich, deckt die wichtigsten Punkte ab, wo wir heute sind. Und nat\u00fcrlich ist dieser Bericht, diese Woche \u00fcber Saraqib, es sind die gleichen Fragen, die sich auf Duma beziehen, auf diesen Bericht anwendbar. Sie haben Fragen dar\u00fcber, was in der OPCW vor sich geht. Leidet sie unter dem unangemessenen Einfluss von Amerika, Gro\u00dfbritannien und Frankreich, von denen ich wei\u00df, dass sie \u00f6ffentlich behaupten, dass sie in dem Konflikt nur Zuschauer sind, aber ich denke, jeder wei\u00df ganz genau, dass Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Amerika schon sehr fr\u00fch, seit 2011, versucht haben, die syrische Regierung zu st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Und das ist es, wo sich die Kontroverse heute abspielt, und zwar andauernd, aber wie Sie sagten, mit allen Parteien, die an ihren Waffen festhalten usw., die OPCW unter zunehmender Kritik, ich sch\u00e4tze, das ist der beste Weg, um es auszudr\u00fccken f\u00fcr das, was vor sich geht.<\/p>\n<p><em><strong>Pressenza:<\/strong> Ja, ich finde das sehr, sehr beunruhigend, weil die OPCW, die als Ergebnis der Chemiewaffenkonvention eingerichtet wurde, eine neutrale Organisation sein sollte, die eine bestimmte Aufgabe, eine Rolle hat, aber nicht Partei ergreift, ob die Schuld einer bestimmten Seite zugewiesen werden sollte oder nicht. Was passierte also innerhalb der OPCW, was diese Manipulation zul\u00e4sst?<\/em><\/p>\n<p><strong>Piers Robinson:<\/strong> Nun, in gewisser Weise ist das nichts Neues. Wenn man sich die Kontroverse um die OPCW anschaut, wird man sehen, dass es eine Reihe von <a href=\"https:\/\/timhayward.wordpress.com\/2019\/11\/18\/opcw-must-come-clean-open-letter-to-states-representatives\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">offenen Briefen<\/a> gab, die von einer Reihe von internationalen Experten unterzeichnet wurden, aber Jos\u00e9 Bustani, der erste Generaldirektor der OPCW, war eine der Pers\u00f6nlichkeiten, die sich zu Wort meldeten und sagten, &#8222;dass in der OPCW etwas schief gelaufen ist, wir m\u00fcssen auf diese Inspektoren h\u00f6ren, die sich innerhalb der Organisation zu Wort melden&#8220;. Nat\u00fcrlich wurde Jos\u00e9 Bustani im Vorfeld des Irak-Krieges von den Amerikanern aus der OPCW verdr\u00e4ngt. Und nat\u00fcrlich, wie die meisten Leute wissen, die Geschichte des Irak-Krieges, die T\u00e4uschung \u00fcber Massenvernichtungswaffen, Bustani, der die OPCW leitete, wurde von den Amerikanern als jemand gesehen, der nicht mitspielte, und sie dr\u00e4ngten ihn aus der Organisation. Und wirklich, ich denke, seither gibt es die Vermutung, dass die OPCW nicht richtig unabh\u00e4ngig von den USA ist, nicht richtig unabh\u00e4ngig von den USA und ihren Verb\u00fcndeten, speziell in Bezug auf den Untersuchungsausschuss in Syrien. Und Sie k\u00f6nnen dies in Aussagen erkennen, die von ehemaligen und hochrangigen Beamten aus der Organisation aufkamen. Eines der Probleme innerhalb der OPCW in Bezug auf Syrien ist, dass die Untersuchung der angeblichen Vorf\u00e4lle in Syrien von einem Ausschuss durchgef\u00fchrt wurde, der nicht direkt der Verifizierungs- und Inspektionsabteilung unterstellt ist, glaube ich. Sie ist direkt dem B\u00fcro des Generaldirektors, der ODG, unterstellt. Und das bedeutet, dass normalerweise, wenn die OPCW etwas untersucht, die Wissenschaftler die Kontrolle \u00fcber die Verifizierungs- und Inspektionsabteilungen haben sollten, aber bei der Syrien Untersuchung wurde sie vom B\u00fcro des Generaldirektors kontrolliert, und als Duma passierte, war der Kabinettschef ein britischer Karrierediplomat, Robert Fairweather. Seitdem ist S\u00e9bastien Braha, ein franz\u00f6sischer Karrierediplomat, der Kabinettschef. Man hat also tats\u00e4chlich ein Potential f\u00fcr politische Einflussnahme auf die Operationen des Untersuchungsausschusses. Sie werden nicht wirklich auf die Art und Weise durchgef\u00fchrt, wie die OPCW normalerweise Untersuchungen durchf\u00fchren w\u00fcrde. Und nat\u00fcrlich, wenn man an das Personal denkt, offensichtlich franz\u00f6sische Diplomaten, britische Karrierediplomaten, \u00f6ffnet das die T\u00fcr f\u00fcr diese Art von politischem Einfluss auf das, was vor sich geht. Und ich denke, strukturell ist das im Kern das Problem. Ich k\u00f6nnte noch mehr sagen, und in der <a href=\"https:\/\/syriapropagandamedia.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arbeitsgruppe,<\/a> in der ich Mitglied bin, haben wir Material dar\u00fcber ver\u00f6ffentlicht, aber es gibt Personen, die eindeutig innerhalb der OPCW sind, aber eindeutig eng mit der britischen Regierung verbunden sind. Also zum Beispiel OPCW-Inspektoren, die auch einen britischen Ritterorden erhalten haben usw. Und wenn man in die Details geht, dann gab es eindeutig ein Problem, ein ernsthaftes Problem mit dem Personal und ihrer Beziehung zu Frankreich, Amerika und insbesondere Gro\u00dfbritannien, in diesem Fall, weil Gro\u00dfbritannien ein besonders wichtiger Akteur im Syrien-Konflikt war, in Bezug auf die strategische Kommunikation, usw. Und ich denke, das ist unser Kernproblem.<\/p>\n<p>Es ist wichtig zu betonen, dass die OPCW zumeist sehr gute Arbeit leistet und die meisten ihrer Mitarbeiter engagiert sind und einen hervorragenden Job machen. Das Problem liegt hier bei den Untersuchungsaussch\u00fcssen f\u00fcr Syrien und der Art und Weise, wie sie eingerichtet wurden, die sie anf\u00e4llig f\u00fcr Einflussnahme gemacht hat, was, denke ich, der Kern ist, warum wir dieses Problem sehen, das wir bei den Vorw\u00fcrfen zu chemischen Waffen sehen, dass es nicht objektiv ist \u2013 es ist nicht wirklich unabh\u00e4ngig. Und nat\u00fcrlich haben die Dinge mit Duma eine Art Siedepunkt erreicht, weil die Inspektoren vor Ort waren, sie kamen zur\u00fcck, sie hatten eine Menge Fragen dar\u00fcber, was wirklich passiert war, und dann wurden sie still gelegt, beiseitegeschoben, Berichte wurden ge\u00e4ndert, und das f\u00fchrt zu dem, was man jetzt hat, n\u00e4mlich dass es zwei Hauptinspektoren gibt, von denen bekannt ist, dass sie im Wesentlichen aufgedeckt haben, was passiert ist. Aber es gibt auch andere Leute innerhalb der Organisation, die auch mit Leuten wie mir und anderen Leuten dar\u00fcber gesprochen haben, was vor sich ging.<\/p>\n<p>Die Instrumentalisierung ist also eindeutig die beste Art, es zu beschreiben, die Instrumentalisierung der syrischen Untersuchungsaussch\u00fcsse durch Frankreich, Gro\u00dfbritannien und die USA, haupts\u00e4chlich. Und nat\u00fcrlich sind sie in dem Konflikt federf\u00fchrend.<\/p>\n<p><em><strong>Pressenza<\/strong>: Was ich auch sehr beunruhigend an dieser ganzen Sache finde, als jemand, der von den unabh\u00e4ngigen Medien kommt, ist, dass ich vielleicht 10 oder 15 Minuten Recherche brauchte, um alle m\u00f6glichen Artikel online zu finden, Seiten, welche die Alarmglocken dar\u00fcber l\u00e4uten lassen, aber irgendwie haben die Mainstream-Medien kein besonderes Interesse daran, das Narrativ zu hinterfragen, das von der OPCW gef\u00fcttert wird, in diesem Fall, aber eindeutig von Frankreich und Gro\u00dfbritannien, die versuchen, diese Berichte zu manipulieren. Was ist da los? Warum sind die Mainstream-Medien nicht daran interessiert, ihren Job zu machen und Themen wie diese hervorzuheben und ins Rampenlicht zu stellen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Piers Robinson:<\/strong> Nun, ich denke, es gibt eine allgemeine Antwort und eine spezifischere Antwort auf diese Frage. Die allgemeine Antwort ist, dass, wenn man sich die politische oder die kritische politische Kommunikationsliteratur der letzten 40-50 Jahre anschaut, immer wieder darauf hingewiesen wird, dass die Mainstream-Medien sehr eng mit der politischen und wirtschaftlichen Macht verbunden sind, und ich sch\u00e4tze, <a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/pdfy-NekqfnoWIEuYgdZl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Noam Chomsky und Edward Hermans Manufacturing Consent<\/a> ist die bekannteste Artikulation dieses Arguments, aber viele andere Kommunikationswissenschaftler haben auch dieses Argument vorgebracht. Und wir wissen, dass die Mainstream-Medien, besonders wenn es um Au\u00dfenpolitik geht, sehr risikoscheu sind. Sie sind sehr zur\u00fcckhaltend, wenn es um Herausforderungen geht. Daf\u00fcr gibt es eine ganze Reihe von Gr\u00fcnden, von Patriotismus bis hin zur Abh\u00e4ngigkeit von offiziellen Quellen. Und das erkl\u00e4rt zum Teil die Tatsache, dass die Mainstream-Medien, wenn es um Krieg und Konflikte geht, dazu neigen, der Linie zu folgen. Und selbst in den kontroversen Kriegen, wenn man sich zum Beispiel den Vietnamkrieg ansieht, dauerte es lange, bis die amerikanischen Medien begannen, den Vietnamkrieg wirklich zu hinterfragen. Und erst nach der <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tet_Offensive\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tet-Offensive<\/a> und danach, als es tats\u00e4chlich eine politische Auseinandersetzung \u00fcber diesen Krieg gab, sah man, wie die amerikanischen Mainstream-Medien anfingen, diesen Krieg kritischer zu sehen.<\/p>\n<p>Das Gleiche gilt f\u00fcr den Irak-Krieg 2003. Ein gro\u00dfer Teil der Mainstream-Medien unterst\u00fctzte die Invasion und die Kontroverse entstand erst, nachdem die Invasion stattgefunden hatte. Wir wissen also, dass die Medien nicht dazu neigen, eine besonders unabh\u00e4ngige Rolle zu spielen, das ist noch milde ausgedr\u00fcckt, wenn es um Au\u00dfenpolitik geht, in diesem Fall, und wenn man Leuten wie <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3DU6RJmNM7o\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Peter Hitchens<\/a> zuh\u00f6rt, der einer der wenigen Mainstream-Journalisten ist, die \u00fcber dieses Thema berichtet haben, sagt er, dass es bemerkenswert ist, dass selbst hier, wo es Whistleblower gibt und man Dokumente hat, eine sehr gro\u00dfe Menge an Dokumenten, die verf\u00fcgbar sind, es bemerkenswert ist, dass die Mainstream-Medien immer noch so z\u00f6gerlich zu sein scheinen, sich damit zu besch\u00e4ftigen. Und die einzige Erkl\u00e4rung, die ich daf\u00fcr habe, ist, dass ich denke, dass die Mainstream-Medien in den letzten Jahren in gewissem Sinne noch intensiver oder enger mit der politischen Macht verbunden sind, als sie es etwa zu Hermans und Chomskys Zeiten oder vor 20 Jahren waren. Wir wissen, dass die Mainstream-Medien eine sehr anf\u00e4llige Branche sind, Journalisten mit kurzfristigen Vertr\u00e4gen, es gibt ein Problem mit &#8222;Churnalismus&#8220;, dem blo\u00dfen Wiederholen von Presse-Briefings. Ich denke, die St\u00e4rke und der Grad an Autonomie, den man zum Beispiel in Vietnam oder im Irak 2003 feststellen konnte, hat sich bei den Mainstream-Medien jetzt fast vollst\u00e4ndig verfl\u00fcchtigt. Und so sind sie sehr zur\u00fcckhaltend.<\/p>\n<p>Ich denke, die andere Seite dieses Arguments ist, dass es bzgl. des Kriegs in Syrien, unabh\u00e4ngig von der eigenen Position zum Krieg, sicherlich der Fall ist, dass die westlichen Medien sehr stark ein bestimmtes Narrativ dar\u00fcber erworben haben. Und das geht nun schon seit sehr langer Zeit so. Und ich denke, dass die Mainstream-Medien, die eindeutig die Behauptungen der westlichen Regierung gest\u00fctzt haben, eine Menge zu verlieren haben. Sie haben eine Menge an Glaubw\u00fcrdigkeit zu verlieren, wenn sie zugeben, dass wir das vielleicht falsch verstanden haben. Es ist nicht wie mit dem Irak, wo die Invasion stattfand und alle Informationen herauskamen und die Medien sagten: &#8222;Nun, wir haben einen Fehler gemacht&#8220;, denn das war nur eine Phase von etwa einem Jahr, nicht wahr, die Vorbereitungen f\u00fcr die Irak-Invasion und dann direkt danach. Das geht schon so lange. Ich glaube also, dass das ein Faktor ist.<\/p>\n<p>Die letzte Sache, die ich hinzuf\u00fcgen m\u00f6chte und, ich bin ein gutes Beispiel daf\u00fcr, ein wandelndes Fallbeispiel ein bisschen. Jeder, der Fragen zum Krieg in Syrien stellt, wird in den sozialen Medien auf das Heftigste angegriffen. Ich meine, als ich mit einigen Akademikern eine Arbeitsgruppe bildete, wurden wir sofort als Assadisten, Putinisten, Verschw\u00f6rungstheoretiker, Kriegsverbrecherleugner beschimpft. Und das war wirklich ziemlich grausam. Ich meine, ich habe aufgeh\u00f6rt, die Anzahl der Zeitungsartikel zu z\u00e4hlen, die von <a href=\"https:\/\/www.huffingtonpost.co.uk\/entry\/piers-robinson_uk_5cb5d5b5e4b082aab08c953f\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Huffington Post<\/a> und der <a href=\"https:\/\/www.thetimes.co.uk\/article\/conspiracy-theories-spread-by-academics-with-university-help-9g09xtc73\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Times<\/a> geschrieben wurden, die uns besonders daf\u00fcr angreifen, dass wir Fragen stellen und nachforschen, selbst wenn wir jetzt, ich glaube, den letzten offenen Brief \u00fcber die OPCW mit Admiral Lord West haben, der im <a href=\"https:\/\/isc.independent.gov.uk\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Geheimdienst- und Sicherheitskomitee<\/a> sitzt und ihn unterschrieben hat und \u00f6ffentlich sagt, dass es ein Problem gibt. Er wird nicht als Assadist angegriffen, aber all die kleinen, mickrigen W\u00fcrmchen wie ich, werden schwer angegriffen. Und das ist einsch\u00fcchternd und schreckt viele Leute ab. Ich kenne einen Amerikaner, einen hochkar\u00e4tigen Prominenten \u2013 etwas wurde von dieser Person in den sozialen Medien in Bezug auf Syrien gesagt &#8211; sie hatten noch nie in ihrem Leben und zu irgendeinem anderen Thema ein solches Ausma\u00df an Anfeindungen und Verleumdungen gesehen. Es gibt also eine sehr gut ge\u00f6lte Maschinerie da drau\u00dfen, und wenn man Fragen aufwirft, selbst wenn man nur Fragen stellt, wird man sehr heftig attackiert. Und als Duma am 7. April 2018 passierte, hatte die Arbeitsgruppe, der ich angeh\u00f6re, noch nicht einmal etwas \u00fcber Syrien ver\u00f6ffentlicht. Ich definierte Fragen, die gestellt werden sollten, und an dem Tag, an dem die USA und die Franzosen und die Amerikaner Syrien bombardierten, am 14. April, das ist jetzt drei Jahre her, stand auf der <a href=\"https:\/\/www.thetimes.co.uk\/article\/apologists-for-assad-working-in-british-universities-2f72hw29m\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Titelseite der Zeitung The Times<\/a>: &#8222;Assadisten, die an britischen Universit\u00e4ten arbeiten, Verschw\u00f6rungstheoretiker, die leugnen, dass Assad Chemiewaffenangriffe durchf\u00fchrt&#8220;. Das war auf der Titelseite der Times. Es gibt auch einen Leitartikel, in dem im Wesentlichen gefordert wird, unsere Arbeit einzustellen, und dann waren da unsere Bilder drin, usw. Und das ist ein au\u00dferordentlich konzertierter Angriff auf eine fast unbekannte Gruppe von Akademikern, die einfach sagten, nun, es gibt einige Fragen \u00fcber den syrischen Krieg, die wir stellen m\u00fcssen \u2013 wie es Akademiker tun sollten. Und das Ausma\u00df dessen kann nicht untersch\u00e4tzt werden. Ich habe Akten \u00fcber die Angriffe und die Verleumdungen und einige von ihnen sind sehr unangenehm, Drohungen fast, \u00fcber soziale Medien. Und das schreckt die Leute ab, sich mit dem Thema zu besch\u00e4ftigen. Die Leute denken einfach, ist das wirklich meine M\u00fche wert? M\u00f6chte ich mich wirklich darauf einlassen, \u00fcber diesen Konflikt zu sprechen? Und es hat einen Effekt. Es bringt nicht jeden, aber eine Menge Leute zum Schweigen.<\/p>\n<p>Ich glaube, sie schauen sich den Krieg an und denken einfach, ich habe Wichtigeres zu tun oder es lohnt sich nicht. Dieses Gef\u00fchl habe ich auch bei einigen meiner akademischen Kollegen, die mich gut kennen, mit denen ich seit Jahren zusammenarbeite, die das Thema nicht anfassen. Ich habe einfach das Gef\u00fchl, dass sie denken: &#8222;Da will ich nicht hin&#8220;.<\/p>\n<p><em><strong>Pressenza:<\/strong> Eine vollkommene Cancel Culture! Ich m\u00f6chte das Thema ein wenig wechseln, denn Pressenza, wir sind ein unabh\u00e4ngiges Medium, wir wollen verl\u00e4ssliche Informationen ver\u00f6ffentlichen, Informationen, denen die Menschen vertrauen k\u00f6nnen und die aus dem Blickwinkel kommen, die Vorteile des Friedens und der gewaltfreien Konfliktl\u00f6sung zu zeigen, diese Art von Dingen tun wir, aber was k\u00f6nnen die Menschen, zumindest diejenigen, die ein wenig misstrauisch gegen\u00fcber den Informationen sind, die sie durch die Medien erhalten, was k\u00f6nnen sie tun, um sich besser vor der Propaganda zu sch\u00fctzen, die sie umgibt?<\/em><\/p>\n<p><strong>Piers Robinson:<\/strong> Nun, ich denke, in erster Linie m\u00fcssen die Menschen wirklich lernen, dass die Mainstream-Medien sehr eng nur mit einer wirtschaftlichen Macht verbunden sind. Lesen Sie den klassischen Text, lesen Sie Herman und Chomsky. Lesen Sie auch die Mainstream-Versionen davon von Leuten wie <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/citations?user=Wo71M4sAAAAJ&amp;hl=en\">Lance Bennett<\/a>, dem amerikanischen Akademiker. Verstehen Sie, dass Sie, wenn Sie die Mainstream-Medien sehen, einen Blickwinkel auf dieses Thema bekommen, genauso wie jemand in China, der die chinesischen Staatsnachrichten sieht, einen Blickwinkel bekommt, usw.\u00a0 Es ist vielleicht nicht so propagandistisch, aber es ist immer noch ein Blickwinkel. Erkennen Sie das also zuallererst an. Und zweitens, vor allem wenn man bedenkt, was ich zuvor \u00fcber den Zustand der heutigen Mainstream-Medien gesagt habe, m\u00fcssen die Leute zu unabh\u00e4ngigen Medien wie Ihnen und Alternativen gehen und anfangen, sich umzuschauen und zu erkennen, dass es n\u00fctzliche, wichtige Informationen in einer ganzen Reihe von Medien gibt, sogar in Russia Today und chinesischen und iranischen Medien. Schauen Sie sich das an. Schauen Sie sich die BBC an, aber schauen Sie auch sehr stark auf die Unabh\u00e4ngigen, denn die Unabh\u00e4ngigen sind wahrscheinlich die wichtigste Informationsquelle im Moment. Und nat\u00fcrlich m\u00fcssen die Leute aufh\u00f6ren zu denken, dass sie alle Antworten bekommen, wenn sie sich nur ein oder zwei davon anschauen, aber man f\u00e4ngt zumindest an, die Vielfalt der Meinungen und Argumente zu sehen, die gemacht werden. Ich denke, die meisten Menschen haben die Intelligenz, Informationen zu sichten und sich nach einer gewissen Zeit ein eigenes Urteil zu bilden. Und die Menschen m\u00fcssen wirklich Vertrauen in ihre eigene Intelligenz haben und Vertrauen in ihre eigene F\u00e4higkeit, Informationen zu beurteilen. Und ich glaube, eines der Dinge, die ich in meiner Lehrt\u00e4tigkeit an der Universit\u00e4t gesehen habe, war der R\u00fcckgang des unabh\u00e4ngigen Denkens und der Wunsch der Studenten, gesagt zu bekommen. &#8222;Na, was ist denn da los?&#8220; usw. Aber ich denke, Demokratie erfordert, dass die Leute hart arbeiten, richtig? Die Leute m\u00fcssen f\u00fcr sich selbst denken und nachdenken, aber das k\u00f6nnen sie auch. Und ich denke, wenn die Leute sich von ihrer Hingabe zu den Mainstream-Medien l\u00f6sen, sich diese reiche Vielfalt an unabh\u00e4ngigen Medien da drau\u00dfen ansehen, denken sie f\u00fcr sich selbst. Gehen Sie und schauen Sie sich die Originaldokumente an, die \u00fcber die OPCW im Umlauf sind. Verlassen Sie sich nicht auf das Wort eines Journalisten oder auf mich. Schauen Sie sich einfach die Dokumente an, die verf\u00fcgbar sind, und nutzen Sie dann ihre eigenen Erkenntnisse. Es ist harte Arbeit, aber das ist es, was Demokratie ausmacht. Ich denke, zur Demokratie geh\u00f6rt die harte Arbeit ihrer B\u00fcrger. Wenn wir apathisch sind, verlieren wir die Demokratie, oder nicht?<\/p>\n<p><em><strong>Pressenza:<\/strong> Vielen Dank f\u00fcr diese wirklich faszinierende halbe Stunde. Wir sind sehr dankbar, dass Sie uns f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch zur Verf\u00fcgung standen, und ich bin ziemlich sicher, dass wir in Zukunft wieder mit Ihnen in Kontakt treten werden, um Sie nach anderen Dingen zu fragen, die Sie, Ihre Arbeitsgruppe und die OPS untersuchen. Ich danke Ihnen sehr.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Die \u00dcbersetzung aus dem Englischen wurde von Anita K\u00f6bler <\/em><em>vom ehrenamtlichen Pressenza-\u00dcbersetzungsteam erstellt. <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/mitarbeiten\/\">Wir suchen Freiwillige!\u00a0<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Interview mit Piers Robinson von der Organisation for Propaganda Studies. 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