{"id":1335655,"date":"2021-04-06T18:07:22","date_gmt":"2021-04-06T17:07:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1335655"},"modified":"2021-07-27T17:27:12","modified_gmt":"2021-07-27T16:27:12","slug":"finanzpolitik-und-gemeinwohl-ressourcen-sind-endlich-geld-ist-es-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2021\/04\/finanzpolitik-und-gemeinwohl-ressourcen-sind-endlich-geld-ist-es-nicht\/","title":{"rendered":"Finanzpolitik und Gemeinwohl: \u201eRessourcen sind endlich, Geld ist es nicht\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"content-third di-entry-content di-single-contents-typo\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p><strong>Derzeit etabliert sich in der Wirtschaftswissenschaft eine neue Denkschule: die Modern Monetary Theory (MMT). Neu an ihr ist die empirische Betrachtung von Finanzsystem und Makro\u00f6konomie. Eine zentrale Erkenntnis: Der moderne Staat \u2013 bestehend aus Regierung und Zentralbank \u2013 kann unbegrenzt Ausgaben t\u00e4tigen. Was folgt daraus?<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.oekologiepolitik.de\/2021\/04\/01\/ressourcen-sind-endlich-geld-ist-es-nicht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong><em>Ein Interview von \u00d6kologiePolitik mit Dr. Dirk Ehnts<\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00d6kologiePolitik: Herr Dr. Ehnts, was haben Gemeinwohl und \u00d6kologie mit unserem Geldsystem zu tun?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Dirk Ehnts: Geld ist die Grundlage unseres Wirtschaftens und damit auch unseres Umgangs mit begrenzten Ressourcen. Wir k\u00f6nnen unser Wirtschaften nach dem Profit ausrichten \u2013 oder nach dem Gemeinwohl. F\u00fcr das Gemeinwohl ist vor allem der Staat zust\u00e4ndig: von der Verwaltung \u00fcber das Schulsystem und Gesundheitssystem bis hin zum Umweltschutz. F\u00fcr diese Aufgaben muss er Geld ausgeben: f\u00fcr Arbeitskr\u00e4fte, G\u00fcter und Dienstleistungen, Grundst\u00fccke, Maschinen, Rohstoffe und Energie. W\u00fcnsche nach einer Ausweitung der staatlichen Ausgaben werden h\u00e4ufig mit dem Argument zur\u00fcckgewiesen, es w\u00e4re daf\u00fcr nicht gen\u00fcgend Geld da. Das stimmt jedoch nicht. Der Staat hat das Monopol auf seine W\u00e4hrung. Nur er darf Geld erzeugen. Und das bedeutet, dass er so viel Geld ausgeben kann, wie er braucht. Nur seine eigenen politischen Gesetze wie die Schuldenbremse oder die Defizitregeln des Stabilit\u00e4ts- und Wachstumspakts hindern ihn daran. Tendenziell k\u00f6nnten wir aber in unserem Geldsystem die Wirtschaft sehr viel st\u00e4rker am Gemeinwohl ausrichten, als viele das denken. Geld ist gen\u00fcgend da. Entscheidend ist der politische Wille! Ein Green New Deal lie\u00dfe sich auch in Deutschland sofort angehen. Wir brauchen nicht darauf warten, dass die Reichen endlich ihren gerechten Anteil an Steuern zahlen. So viel Zeit haben wir auch nicht. Wir m\u00fcssen unseren Planeten jetzt retten, nicht irgendwann in ferner Zukunft!<\/p>\n<p><strong>Warum sollte der Staat dann \u00fcberhaupt noch Steuern erheben?<\/strong><\/p>\n<p>Der Staat sollte Steuern vor allem deshalb erheben, um die Inflationsrate gering zu halten. Will er zur St\u00e4rkung des Gemeinwohls seine Aktivit\u00e4ten ausdehnen, dann wird er viele Ressourcen kaufen m\u00fcssen. Will auch der private Sektor diese Ressourcen haben, steigen die Preise. Schlauer ist es, die Steuern zu nutzen, um Haushalten und Unternehmen Kaufkraft zu entziehen. Steuern dienen aus makro\u00f6konomischer Sicht zur Inflationsbek\u00e4mpfung, nicht zur Finanzierung des staatlichen Haushalts. Steuern eignen sich aber auch dazu, Einkommen umzuverteilen, wenn die Einkommens- oder Verm\u00f6gensverteilung ungerecht ist. Oder dazu, gesundheitssch\u00e4dlichen Konsum zu verteuern \u2013 wie bei Alkohol und Tabak.<\/p>\n<p><strong>Was passiert, wenn der Staat zu wenig Schulden macht?<\/strong><\/p>\n<p>Dann kann er weniger ausgeben. Und in der Wirtschaft l\u00e4sst sich keine Vollbesch\u00e4ftigung erreichen. Wir erleben das in der Eurozone seit Beginn. Die Arbeitslosigkeitsrate lag hier nie unter 7\u00a0%, was ein sehr hoher Wert ist. Die Besch\u00e4ftigung h\u00e4ngt direkt davon ab, wie hoch die Gesamtausgaben von Haushalten, Unternehmen, Staat und Ausland sind. Unternehmen produzieren so viel, wie sie verkaufen k\u00f6nnen. Vor dem Hintergrund der Umwelt- und Klimaproblematik ist das zwar bedauerlich, darf aber nicht ausgeblendet werden. Wenn die Gesamtausgaben nicht hoch genug sind, dann ist das wie die \u201eReise nach Jerusalem\u201c: Es fehlen St\u00fchle: Arbeitspl\u00e4tze! Und einige m\u00fcssen stehen: vor dem Arbeitsamt! Die L\u00f6sung des Arbeitslosigkeitsproblems besteht darin, dass der Staat seine Ausgaben so lange erh\u00f6ht, bis alle einen Arbeitsplatz haben. Alles andere ist Augenwischerei. Wenn es nicht gen\u00fcgend sinnvolle Arbeit gibt oder aus Umwelt- und Klimaschutzgr\u00fcnden die Nutzung der Ressourcen reduziert werden soll, dann kann \u00fcber eine Verk\u00fcrzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich nachgedacht werden. Kurzfristig aber werden zu geringe Staatsausgaben zu erh\u00f6hter Arbeitslosigkeit, geringerer Inflation und mehr Ungleichheit f\u00fchren. Und dann steigen die Staatsschulden trotzdem an, weil die Steuereinnahmen von der wirtschaftlichen Aktivit\u00e4t abh\u00e4ngen \u2013 und sinken, wenn die Wirtschaft schw\u00e4chelt.<\/p>\n<p><strong>Was passiert, wenn der Staat zu viel Schulden macht?<\/strong><\/p>\n<p>Dann werden seine Ausgaben die Wirtschaft an die Grenze ihres Produktionspotenzials f\u00fchren. Dann steigen die Preise. Die Inflation wird allerdings durch unser Steuersystem etwas abgefedert, denn mehr Umsatz bedeutet auch mehr Umsatzsteuer, d.\u00a0h. dem Staat flie\u00dft mehr Geld zu. Japan hat eine Staatsverschuldung von deutlich \u00fcber 200\u00a0% des BIP, hat jedoch nicht zu viel Schulden gemacht. Die Inflation ist dort niedrig. Aktuell herrscht sogar Deflation. Das Preisniveau sinkt auf breiter Front. Bei einer Arbeitslosigkeitsrate von etwa 3\u00a0% w\u00e4re es unverantwortlich, mit Hinweis auf die vermeintlich hohen Staatsschulden die Staatsausgaben zu senken und so die Deflation weiter anzuheizen. Die Arbeitslosigkeitsrate w\u00fcrde hochschnellen. Wozu? Weil eine Statistik bei den Wirtschaftspolitikern ein \u201eungutes Gef\u00fchl\u201c ausgel\u00f6st hat? In keinem anderen Teil unserer gesellschaftlichen Systeme herrscht ein derartiger Aberglaube wie im Bereich der Staatsverschuldung.<\/p>\n<p><strong>Warum ist unser Geld- und Finanzsystem so schwer zu begreifen? Warum gibt es so viele Missverst\u00e4ndnisse?<\/strong><\/p>\n<p>Unser Geld- und Finanzsystem ist nicht schwer zu begreifen. Es ist eigentlich ganz einfach: Der Staat zwingt seine B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, Steuern in einheimischer W\u00e4hrung zu zahlen. Dies erzeugt die Akzeptanz der W\u00e4hrung. Modernes Geld ist also nichts anderes als eine Steuergutschrift. Wir k\u00f6nnen uns damit unserer Steuerschulden entledigen. Die staatliche Zentralbank bekommt das Monopol auf die W\u00e4hrung. Staatliches Geld muss erst ausgegeben werden, bevor die Menschen damit Steuern zahlen k\u00f6nnen. Daher werden die Menschen dem Staat G\u00fcter, Dienstleistungen, Arbeit, Grundst\u00fccke, Maschinen etc. anbieten. Der Staat hat Geld und will Ressourcen. Banken haben dann ihren eigenen Geldkreislauf, wobei sie versprechen, dass die von ihnen erzeugten Bankguthaben eins zu eins in Bargeld getauscht werden k\u00f6nnen. Die Zentralbank ist nicht nur Hausbank des Staates, sondern auch Bank der Banken. Diese k\u00f6nnen sich gegen Sicherheiten Geld von ihr leihen. Das brauchen sie aber nur, wenn wir Bargeld halten wollen. Ansonsten reicht es, dass sie bei \u00dcberweisungen ihre Zentralbankguthaben entsprechend umverteilen. All dies war bereits Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt. \u00d6konomen wie Knut Wicksell, John Maynard Keynes, Joseph Schumpeter und Georg Friedrich Knapp w\u00fcrden sich heute sehr wundern \u00fcber die aktuell herrschende Sichtweise. Viele \u00d6konomen h\u00e4ngen gedanklich immer noch in der Zeit des Goldstandards fest und meinen, es sei legitim, eine vermeintlich vereinfachte Theorie zu pr\u00e4sentieren: kein Geld, alle Transaktionen mit G\u00fctern als Realtausch. Da br\u00e4uchte der Staat dann tats\u00e4chlich zuerst Einnahmen in Form von Naturalsteuern, bevor er selber etwas ausgeben kann. Doch diese Sicht der Dinge war nie korrekt und ist gerade heute weit entfernt von der Realit\u00e4t. Der Staat schuldet Geld \u2013 und keine G\u00fcter. Und er kann und muss dieses Geld selbst erzeugen. Die Modern Monetary Theory (MMT) verursacht hier eine kopernikanische Wende. Und dabei gibt es einige Verlierer, die mit den Mythen der \u201eschw\u00e4bischen Hausfrau\u201c, der \u201eschwarzen Null\u201c, der \u201eTrickle-down-\u00d6konomie\u201c und der \u201eGlobalisierung\u201c sehr gut gefahren sind. Alle diese Mythen verlieren nun ihre Wirkungskraft. Allerdings sitzen noch \u00fcberall Leute an den Schalthebeln, die mit ihnen hochgekommen sind. Da sie gegen die MMT mit Argumenten nicht ankommen, stellen sie diese falsch dar und verbreiten viele Missverst\u00e4ndnisse.<\/p>\n<p><strong>Was ist das gr\u00f6\u00dfte Missverst\u00e4ndnis?<\/strong><\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Missverst\u00e4ndnis betrifft die Frage, was die MMT eigentlich ist. Eine Theorie ist nach dem Duden ein \u201eSystem wissenschaftlich begr\u00fcndeter Aussagen zur Erkl\u00e4rung bestimmter Tatsachen oder Erscheinungen und der ihnen zugrunde liegenden Gesetzlichkeiten\u201c. Leider scheinen viele Kollegen zu glauben, dass eine Theorie ein Gleichgewichtsmodell sein muss. Das ist haneb\u00fcchener Unfug. Wenn ich verstehen will, ob eine Zentralbank oder eine Regierung zahlungsunf\u00e4hig werden kann, dann kann ich das nicht mithilfe eines Gleichgewichtsmodells untersuchen. Da viele Kollegen uns nicht als Theoretiker anerkennen, meinen sie, dass die MMT eine Politikempfehlung sei, die man \u201eanwenden\u201c k\u00f6nne. Das ist falsch, wird aber seit Jahren behauptet. Richtig ist: Die MMT ist eine empirisch \u00fcberpr\u00fcfbare Theorie unseres Geld- und Finanzsystems. Sie ist politisch neutral \u2013 und keine Ideologie. Das hei\u00dft nicht, dass aus politischer Sicht nichts folgt. Nat\u00fcrlich fragt sich auch die MMT: Wie erreichen wir Vollbesch\u00e4ftigung und Preisstabilit\u00e4t bei nachhaltiger Ressourcennutzung? Die Antworten sind dann aber andere. Es ist zu erwarten, dass sich durch die MMT der gesamte politische Diskurs in der Achse verschiebt, \u00e4hnlich wie bei der Einf\u00fchrung des Wohlfahrtsstaates in der Bundesrepublik nach Ende des Zweiten Weltkriegs.<\/p>\n<p><strong>Wer \u201eerfand\u201c die MMT?<\/strong><\/p>\n<p>Vor ziemlich genau 25 Jahren suchte der US-Investor und Automobilkonstrukteur Warren Mosler nach \u00d6konomen, die sich mit Geld und mit dem Staat besch\u00e4ftigen und wie er erkannt hatten, dass der Staat, weil er ein Monopol auf W\u00e4hrung hat, das Preisniveau und die Besch\u00e4ftigung wesentlich bestimmt. Er fand Randall Wray und Bill Mitchell, im Laufe der Zeit kamen noch Pavlina Tcherneva, Fadhel Kaboub, Scott Fullwiler und nicht zuletzt Stephanie Kelton hinzu, deren Buch \u201eThe Deficit Myth\u201c ein Bestseller wurde. Sie beriet zuletzt Bernie Sanders im Wahlkampf, der einen Green New Deal wollte. Berater der Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez hatten diesen ausgearbeitet. Mosler war urspr\u00fcnglich an der Frage interessiert, ob die Regierungen der T\u00fcrkei und Italiens bankrott gehen k\u00f6nnten. Im Endeffekt erkannte er, dass dies nicht der Fall ist, denn solange es keinen festen Wechselkurs oder keine Staatsverschuldung in ausl\u00e4ndischer W\u00e4hrung gibt, kann eine von ihrer Zentralbank unterst\u00fctzte Regierung nicht zahlungsunf\u00e4hig werden. Unterst\u00fctzt die Zentralbank sie nicht, kann die Regierung die Gesetze \u00e4ndern und die Zentralbank zwingen, sie zu unterst\u00fctzen. Die demokratisch legitimierte Regierung ist m\u00e4chtiger als die nicht demokratisch legitimierte Zentralbank. Dies ist eine wichtige Einsicht, gerade vor dem Hintergrund der Austerit\u00e4tspolitik, die insbesondere Europa an den Abgrund getrieben hat.<\/p>\n<p><strong>Wie stie\u00dfen Sie auf die MMT? Und warum wurden Sie ihr Verfechter?<\/strong><\/p>\n<p>Ich wurde 2011 auf die MMT aufmerksam. Damals war ich an der Universit\u00e4t Oldenburg als wissenschaftlicher Mitarbeiter t\u00e4tig und versuchte, die gro\u00dfe Finanzkrise von 2008\/2009 zu verstehen. Ich wollte ein Buch schreiben, das die Geld- und Kreditsch\u00f6pfung so erkl\u00e4rt, dass wir sie wirklich verstehen k\u00f6nnen. Nachdem ich mich eingelesen hatte, wurde mir klar, dass fast nichts von dem stimmte, was mir im Studium \u00fcber Makro\u00f6konomie und Geld beigebracht worden war: Banken sind keine Intermedi\u00e4re, sondern sch\u00f6pfen selber Geld. Staatsausgaben erh\u00f6hen die Ersparnis und erzeugen kein \u201eCrowding out\u201c, wie es in Lehrb\u00fcchern behauptet wird. Eine Erh\u00f6hung der Staatsausgaben f\u00fchrt dabei zu niedrigeren Zinsen, nicht zu h\u00f6heren. Staaten k\u00f6nnen normalerweise nicht pleitegehen. \u201eFiskalischen Spielraum\u201c gibt es gar nicht. Der \u201enat\u00fcrliche Zins\u201c ist ein Mythos. Ebenso wie die Annahme, dass Zentralbanken die Inflation kontrollieren. Erstens k\u00f6nnen sie das nicht. Und zweitens f\u00fchren niedrigere Zinsen zu weniger und nicht zu mehr Inflation. Als ich die MMT damals anhand von empirischen Fakten \u00fcberpr\u00fcfte, wurde mir klar, dass ich eine schwerwiegende Entscheidung treffen muss: entweder die MMT wegschieben und einfach so tun, als ob ich von ihr nichts mitbekommen h\u00e4tte. Oder aber f\u00fcr sie eintreten und sie einem breiteren Publikum bekannt machen. Ich entschied mich f\u00fcr Letzteres. 2014 gr\u00fcndete ich mit dem Rechtsanwalt Erik Jochem und dem Investmentbanker Alex Hoffmann die gemeinn\u00fctzige Pufendorf-Gesellschaft, um die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Funktionsweise des Geld- und Kreditsystems aufzukl\u00e4ren und wissenschaftliche Erkenntnisse zu transferieren.<\/p>\n<p><strong>Wer ist Pufendorf?<\/strong><\/p>\n<p>Samuel von Pufendorf war einer der ganz gro\u00dfen Staatsphilosophen des 17. Jahrhunderts und ein Vordenker der Menschenrechte. Er vertrat die Auffassung, dass der Staat die zentrale Instanz zur Herstellung und Garantie \u00f6ffentlicher G\u00fcter ist. Und dass jedem Menschen durch Geburt bestimmte Rechte zustehen, die er nur dadurch verwirklichen kann, indem er sich mit anderen zu einer organisierten Gemeinschaft, dem Staat, zusammenschlie\u00dft. Die zentrale Aufgabe des Staates ist deshalb, die Freiheit seiner B\u00fcrger und die angemessene Verteilung der G\u00fcter zu gew\u00e4hrleisten. Wir stehen auf seinen Schultern, wenn wir sagen, dass Geld der Kern unseres Gemeinwesens ist und dass wir uns alle \u00fcber die politischen Regeln verst\u00e4ndigen sollten, wie wir sorgsam mit unseren Ressourcen umgehen. Inzwischen hat unser Verein \u00fcber 20 Mitglieder, richtete im Februar 2019 die erste Europ\u00e4ische MMT-Konferenz aus und wird im September 2021 die zweite ausrichten.<\/p>\n<p><strong>Wer w\u00fcrde von einer Wirtschaftspolitik nach der MMT profitieren? Und wer nicht?<\/strong><\/p>\n<p>Arbeitssuchende w\u00fcrden profitieren, denn Vollbesch\u00e4ftigung ist ein Ziel, das sich einfach erreichen l\u00e4sst. Die jetzige Strategie ist, Arbeitssuchende besser zu qualifizieren. Das l\u00f6st aber das Problem nicht, wenn es in den Unternehmen zu wenig Arbeitspl\u00e4tze gibt. Der Staat k\u00f6nnte aber einfach zus\u00e4tzliche Arbeitspl\u00e4tze erzeugen im Rahmen einer Jobgarantie, auf Bundesebene finanziert und auf lokaler Ebene verwaltet. Wer Arbeit sucht und keine findet, bekommt ein lokales Arbeitsangebot aus einer Datenbank. Gezahlt wird ein Grundlohn, der zum Leben ausreicht. Zu tun gibt es genug. Wir haben Krisen in vielen gesellschaftlichen Bereichen und k\u00f6nnten helfende H\u00e4nde fast \u00fcberall gut gebrauchen. Neben den Arbeitsuchenden w\u00fcrden also auch diejenigen profitieren, denen mit der Arbeit geholfen wird. Verlieren w\u00fcrden Unternehmen, die ihre Arbeitskr\u00e4fte schlecht bezahlen, weil denen dann die Arbeitskr\u00e4fte davonlaufen.<\/p>\n<p><strong>Um wie viel soll der Staat seine Ausgaben erh\u00f6hen?<\/strong><\/p>\n<p>Das sollte der Staat letztlich an den Zielen ausrichten, die er erreichen m\u00f6chte. Dazu geh\u00f6rt \u2013 neben der eben erw\u00e4hnten Vollbesch\u00e4ftigung \u2013 vor allem auch die Durchsetzung von Rechten. Es gibt ein Recht auf Bildung, ein Recht auf Gesundheit, ein Recht auf k\u00f6rperliche Unversehrtheit und noch weitere Rechte. Daf\u00fcr muss der Staat Schulen, Universit\u00e4ten, Krankenh\u00e4user, Polizei, Justiz und andere Einrichtungen finanzieren.<\/p>\n<p><strong>Ist eine Wirtschaftspolitik nach der MMT \u00f6kologisch ausrichtbar?<\/strong><\/p>\n<p>Eine Wirtschaftspolitik auf Grundlage der MMT ist auf das Gemeinwohl ausgerichtet. Was das Gemeinwohl genau ist, muss in einem demokratischen Prozess festgelegt werden. Die \u00d6kologie ist heute nat\u00fcrlich von zentraler Bedeutung. Insofern ist die MMT eine gute Grundlage f\u00fcr einen Green New Deal. Alles, was produziert werden kann, ist finanzierbar. Die Ressourcen sind endlich, das Geld ist es nicht. Wenn es an Geld mangelt, dann nur, weil das politisch so gewollt ist. Die MMT erlaubt eine undogmatische Wirtschaftspolitik. Der Staat kann sowohl den privaten Sektor \u00fcber Garantien, Zusch\u00fcsse und K\u00e4ufe einbinden als auch den \u00f6ffentlichen Sektor st\u00e4rken, z.\u00a0B. bei der Verkehrsinfrastruktur oder im sozialen Bereich, um die \u00f6kologische Transformation sozialvertr\u00e4glich zu gestalten. Bei einem Green New Deal muss die gesamte Bev\u00f6lkerung mitgenommen werden, um soziale H\u00e4rten, soziale Unruhen und politische Verwerfungen zu vermeiden.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnte die MMT f\u00fcr Wirtschaftspolitik zur Steigerung der Unternehmensprofite missbraucht werden?<\/strong><\/p>\n<p>Theoretisch w\u00e4re das durchaus m\u00f6glich, aber es ist unwahrscheinlich. Denn die MMT ist mit ihrer Betonung des Gemeinwohls und des demokratisch legitimierten Staates seit jeher ein Gegenentwurf zum seit Jahrzehnten vorherrschenden Wirtschafts- und Politikverst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p><strong>Ist in der Eurozone eine Wirtschaftspolitik nach der MMT \u00fcberhaupt machbar?<\/strong><\/p>\n<p>2014 schrieb ich in der 1. Auflage meines Buches, dass die Institutionen der Eurozone so umgebaut werden sollten, dass das Risiko eines Staatsbankrotts auf null reduziert wird. Und dass dies geschehen k\u00f6nne, indem das Ankaufprogramm der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) genehmigt wird. Im M\u00e4rz 2020 setzte die EZB genau das um, indem sie ein Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) startete. Sie versprach, Staatsanleihen in H\u00f6he von Hunderten von Milliarden Euro anzukaufen \u2013 so viel und so lange wie n\u00f6tig. Nun wissen die Investoren, dass sie immer an die EZB verkaufen k\u00f6nnen. Staatsanleihen sind risikofrei. Die nationalen Regierungen k\u00f6nnen diese immer an Banken verkaufen, weil die damit Geld verdienen k\u00f6nnen. Auch die Defizitregeln des Stabilit\u00e4ts- und Wachstumspakts sind nun au\u00dfer Kraft gesetzt, mindestens noch dieses Jahr, wahrscheinlich auch 2022. Damit k\u00f6nnen die Defizite der Nationalstaaten beliebig hoch ausfallen. Die EU-Kommission und die EZB haben so die Souver\u00e4nit\u00e4t der Nationalstaaten in Bezug auf das Fiskalische wiederhergestellt, auch wenn es hinter den Kulissen Machtspielchen gibt. Die nationalen Regierungen sind aktuell nicht beschr\u00e4nkt in ihren Ausgaben. Erst wenn der Stabilit\u00e4ts- und Wachstumspakt wieder eingesetzt und das PEPP abgewickelt wird, sind die Ausgaben wieder beschr\u00e4nkt. Es ist aber abzusehen, dass sich dann die Eurokrise von 2010 wiederholt. Da Italien und Griechenland auch 2019 noch nicht das BIP von 2007 erreichten, w\u00fcrde eine weitere Talfahrt wohl dazu f\u00fchren, dass diese L\u00e4nder aus dem Euro austreten. Und auch aus der EU. Es spricht also vieles daf\u00fcr, die MMT-Erkenntnisse weiter zu verbreiten und die heutige Situation mit PEPP der EZB und ohne Stabilit\u00e4ts- und Wachstumspakt festzuschreiben. Letztlich sind schon viele Erkenntnisse der MMT umgesetzt, aber die Welt tut sich noch schwer, das \u201eneue Normal\u201c als solches zu akzeptieren. Und zu erkl\u00e4ren, warum das alles gut ist. Die MMT ist die einzige Theorie, die erkl\u00e4ren kann, warum hohe Defizite und hohe Staatsverschuldung mit niedriger Inflation kompatibel sind, warum die Geldpolitik des Inflationsziels am Ende ist und warum die Fiskalpolitik in Zukunft die Wirtschaft stabilisieren wird. Ob es den Leuten gef\u00e4llt oder nicht: Wir leben schon in einer neuen Welt. Es fehlt nur noch die kopernikanische Wende in der Geldtheorie, um das empirisch Beobachtbare auch theoretisch begreifen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Wie gibt denn eigentlich die deutsche Bundesregierung Geld aus?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn die Bundesregierung Ausgaben t\u00e4tigt, wird die Bundesbank im Auftrag f\u00fcr sie t\u00e4tig und erh\u00f6ht den Kontostand der Bank des Empf\u00e4ngers. Die staatliche Zentralbank \u2013 Bundesbank und EZB \u2013 ist schlie\u00dflich Sch\u00f6pferin des Geldes und hat ein Monopol auf den Euro. Entgegen der landl\u00e4ufigen Meinung werden alle Ausgaben der Bundesregierung von der Bundesbank get\u00e4tigt, immer im Auftrag des Bundesfinanzministeriums. Staatliche Schulden entstehen aufgrund der politischen Regel, dass staatliche Ausgaben das Zentralkonto des Bundes reduzieren, welches am Ende des Tages ausgeglichen sein muss. Hier landen unter anderem die Steuereinnahmen. Reichen die nicht aus, kann die Bundesregierung Staatsanleihen verkaufen an Banken, die mit Zentralbank-Guthaben bezahlen. Diese Staatsanleihen stellen die \u201eSchulden\u201c des Staates da. Letztlich handelt es sich dabei aber lediglich um \u2013 momentan negativ \u2013 verzinste Steuergutschriften. Solange die Bundesregierung nicht durch politische Regeln behindert wird, f\u00fchrt dies zu keinem Problem. Es ist nicht vorgesehen, die Staatsverschuldung in Zukunft abzubauen. Dies ginge ja auch nur \u00fcber Steuererh\u00f6hungen oder eine K\u00fcrzung der \u00f6ffentlichen Ausgaben bei gleichzeitig stabiler Wirtschaft. Die Austerit\u00e4tspolitik seit 2010 hat gezeigt, dass das nicht zusammenpasst. Ausgabenk\u00fcrzungen des Staates bringen Wirtschaft und Steuereinnahmen zum Einbrechen. Und am Ende ist die Staatsverschuldung h\u00f6her und nicht niedriger. Unsere Wirtschaftspolitik sollte sich an der Realit\u00e4t orientieren und nicht mehr an einer offensichtlich falschen Theorie bzw. Ideologie. Die MMT ist der Realit\u00e4t sehr viel n\u00e4her.<\/p>\n<p><strong>Herr Dr. Ehnts, herzlichen Dank f\u00fcr das interessante Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Buchtipps<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5016 alignleft img-fluid\" src=\"https:\/\/www.oekologiepolitik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/OeP185_Ehnts_Buchcover1_100x150.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"150\" data-wp-pid=\"5016\" data-pin-nopin=\"nopin\" \/>Dirk Ehnts<br \/>\n<strong>Geld und Kredit:<br \/>\neine \u20ac-p\u00e4ische Perspektive<\/strong><br \/>\nMetropolis,<br \/>\nNeuauflage September 2020<br \/>\n282 Seiten, 19.80 Euro<br \/>\n978-3-7316-1433-3<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5017 alignleft img-fluid\" src=\"https:\/\/www.oekologiepolitik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/OeP185_Ehnts_Buchcover2_100x160.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"160\" data-wp-pid=\"5017\" data-pin-nopin=\"nopin\" \/>Maurice H\u00f6fgen<br \/>\n<strong>Mythos Geldknappheit<br \/>\n<\/strong>Modern Monetary Theory<br \/>\noder Warum es am Geld nicht scheitern muss<br \/>\nSch\u00e4ffer-Poeschel, September 2020<br \/>\n283 Seiten, 24.95 Euro<br \/>\n978-3-7910-4959-5<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Onlinetipps<\/h2>\n<p><strong>Samuel-Pufendorf-Gesellschaft<br \/>\n<\/strong>f\u00fcr politische \u00d6konomie e.V.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.pufendorf-gesellschaft.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.pufendorf-gesellschaft.org<\/a><\/p>\n<p>Dana Mori\u00dfe, Maurice H\u00f6fgen<br \/>\n<strong>Ohne Staatsschulden kein Klimaschutz<br \/>\n<\/strong>Jacobin, 26.01.2021<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.t1p.de\/riyb\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.t1p.de\/riyb<\/a><\/p>\n<p>Chris Vielhaus<br \/>\n<strong>Der Staat braucht dein Geld gar nicht. Du brauchst seins<\/strong><br \/>\nPerspective Daily, 16.11.2020<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.t1p.de\/3pkz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.t1p.de\/3pkz<\/a><\/p>\n<p>Chris Vielhaus<br \/>\n<strong>Wie die Schwarze Null unsere Zukunft zerst\u00f6rt<\/strong><br \/>\nPerspective Daily, 22.10.2020<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.t1p.de\/2wfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.t1p.de\/2wfw<\/a><\/p>\n<p>Oliver Stock<br \/>\n<strong>\u201eNur Diktaturen begrenzen Geldmenge\u201c: \u00d6konom k\u00e4mpft f\u00fcr Ende des Schulden-Mantras<\/strong><br \/>\nFocus\/WirtschaftsKurier, 08.09.2020<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.t1p.de\/i6g5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.t1p.de\/i6g5<\/a><\/p>\n<p>Interview mit Dirk Ehnts<br \/>\n<strong>Experte erkl\u00e4rt: Eine Geldflut der Notenbanken wird unser Leben besser machen<\/strong><br \/>\nFocus\/Deutsche Welle, 12.02.2020<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.t1p.de\/bqa6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.t1p.de\/bqa6<\/a><\/p>\n<p>Dirk Ehnts<br \/>\n<strong>Modern Monetary Theory \u2013 eine fiskalische Theorie der Stabilisierung der Wirtschaft<\/strong><br \/>\nVortrag, 12.12.2019<br \/>\n<a href=\"http:\/\/y2u.be\/tAqlyNGiUn8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/y2u.be\/tAqlyNGiUn8<\/a><\/p>\n<p>Dirk Ehnts<br \/>\n<strong>Die L\u00f6sung liegt in h\u00f6heren Staatsausgaben<\/strong><br \/>\nFAZ, 11.05.2019<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.t1p.de\/3fdw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.t1p.de\/3fdw<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"di-singletags\"><\/div>\n<div class=\"post-about-author\">\n<div class=\"post-author-avatar\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"avatar avatar-96 photo wp-post-image img-fluid\" src=\"https:\/\/www.oekologiepolitik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/OeP185_Ehnts_Portrait_300x300-190x190.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 96px) 100vw, 96px\" srcset=\"https:\/\/www.oekologiepolitik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/OeP185_Ehnts_Portrait_300x300-190x190.jpg 190w, https:\/\/www.oekologiepolitik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/OeP185_Ehnts_Portrait_300x300.jpg 300w, https:\/\/www.oekologiepolitik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/OeP185_Ehnts_Portrait_300x300-90x90.jpg 90w\" alt=\"\" width=\"96\" height=\"96\" data-wp-pid=\"5018\" data-pin-nopin=\"nopin\" \/><\/div>\n<div class=\"post-author-texts\">\n<p class=\"post-author-name\"><a class=\"author url fn\" title=\"Artikel von Dr. Dirk Ehnts\" href=\"https:\/\/www.oekologiepolitik.de\/author\/dr-dirk-ehnts\/\" rel=\"author\">Dr. Dirk Ehnts<\/a><\/p>\n<p class=\"post-author-description\">Jahrgang 1977, studierte Volkswirtschaftslehre, promovierte und forschte \u00fcber Geldtheorie, Makro\u00f6konomie, Finanzm\u00e4rkte, Wirtschaftsgeografie und Ungleichheit. Als Gastprofessor lehrte er an mehreren Hochschulen und Universit\u00e4ten. 2014 gr\u00fcndete er die Pufendorf-Gesellschaft mit und ist seither ihr Vorstandssprecher. \u00dcber die MMT ver\u00f6ffentlichte er zahlreiche Fachartikel und zwei B\u00fccher.<\/p>\n<p class=\"post-author-description\"><a href=\"http:\/\/www.dirk-ehnts.de\/\" rel=\"nofollow\">http:\/\/www.dirk-ehnts.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Das Interview erschien erstmals auf <a href=\"https:\/\/www.oekologiepolitik.de\/2021\/04\/01\/ressourcen-sind-endlich-geld-ist-es-nicht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00d6kologiePolitik<\/a>. Wir bedanken uns f\u00fcr die freundliche Genehmigung zur Publikation.<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Derzeit etabliert sich in der Wirtschaftswissenschaft eine neue Denkschule: die Modern Monetary Theory (MMT). Neu an ihr ist die empirische Betrachtung von Finanzsystem und Makro\u00f6konomie. 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