{"id":1330926,"date":"2021-03-31T08:07:05","date_gmt":"2021-03-31T07:07:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1330926"},"modified":"2021-03-31T08:07:05","modified_gmt":"2021-03-31T07:07:05","slug":"wie-diskriminierung-funktioniert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2021\/03\/wie-diskriminierung-funktioniert\/","title":{"rendered":"Wie Diskriminierung funktioniert"},"content":{"rendered":"<p><strong>In ihrem Buch \u201eWhy we matter. Das Ende der Unterdr\u00fcckung\u201c, das heuer im Aufbau-Verlag erschienen ist, erkl\u00e4rt Emilia Roig umfassend und im Detail wie Diskriminierung in allen Lebensbereichen funktioniert und was wir dagegen tun k\u00f6nnen. Ein Buch, das uns helfen kann, die Welt, wie sie ist, zu verstehen und sie besser zu machen.<\/strong><span id=\"more-21112\"><\/span><\/p>\n<p><i>Von Andreea Zelinka<\/i><\/p>\n<figure id=\"attachment_21114\" class=\"wp-caption alignleft\" aria-describedby=\"caption-attachment-21114\"><a href=\"https:\/\/www.unsere-zeitung.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/why-we-matter.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-21114 size-medium\" src=\"https:\/\/www.unsere-zeitung.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/why-we-matter-191x300.png\" sizes=\"auto, (max-width: 191px) 100vw, 191px\" srcset=\"https:\/\/www.unsere-zeitung.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/why-we-matter-191x300.png 191w, https:\/\/www.unsere-zeitung.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/why-we-matter.png 563w\" alt=\"\" width=\"191\" height=\"300\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-21114\" class=\"wp-caption-text\">Emilia Roig \u2013 Why we matter (<a href=\"https:\/\/www.aufbau-verlag.de\/index.php\/why-we-matter.html?fbclid=IwAR0_ALehKdLeHTzS3jWyvtqgbT8reYXxYQmfFfMKViiTmMpm2-KbgJxZstU\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aufbau-Verlag<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Emilia Roig legt eine detaillierte und umfassende Beschreibung sozialer Hierarchien und intersektionaler Unterdr\u00fcckungsmechanismen vor, die unseren Alltag gestalten und unsere Welt(en) beherrschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Gleich zu Beginn: Intersektionalit\u00e4t ist ein Konzept, das die US-amerikanische Juristin Kimberl\u00e9 Crenshaw Ende der 1980er Jahre ma\u00dfgeblich auf den Weg gebracht hat. Es beschreibt, wie die verschiedenen Formen von Unterdr\u00fcckung \u2013 wie z.B. aufgrund der Unterscheidung zwischen Frau\/Mann (Patriarchat), Schwarz\/wei\u00df (Rassismus), gesund\/behindert (Ableismus), Heterosexuell\/LGBTQI (Homo- und Queerphobie), Cis-Geschlechtlich\/Trans-Geschlechtlich (Transphobie), sowie Bourgeoisie\/Proletariat\u00a0 (Klassismus) \u2013 einzigartige und spezifische Erfahrungen von Diskriminierung hervorbringen.<\/p>\n<p>Das ist auch der Grund, warum sich zum Beispiel in den letzten Jahren eine starke feministische Str\u00f6mung entwickelt hat, die sich der Komplexit\u00e4t der gelebten und erlebten Machtverh\u00e4ltnisse, die mit verschiedenen Erfahrungen der \u00dcberlegenheit und Unterlegenheit einhergehen, \u00f6ffnet und mit Hilfe einer intersektionalen Analyse zu verstehen versucht.<\/p>\n<h4><strong>Die verschiedenen Formen der Diskriminierung<\/strong><\/h4>\n<p>Dr. Emilia Roig, Gr\u00fcnderin des <a href=\"https:\/\/www.intersectionaljustice.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zentrum f\u00fcr Intersektionale Gerechtigkeit<\/a> in Berlin, nimmt also die Machtverh\u00e4ltnisse in den intersektionalen Blick. Dabei schaut sie sich nicht \u201enur\u201c die Causa der Frauen an, sondern gleichsam die Schwarzer und queerer Personen sowie die von Menschen mit Behinderung und denkt die in sich verwobenen sozialen (Be-)Wertungen der K\u00f6rper, sexueller Orientierung und des Geschlechts konsequent durch.<\/p>\n<p>Gekonnt f\u00fchrt sie uns an die vier Dimensionen der Diskriminierung heran:<\/p>\n<ol>\n<li>der individuellen, basierend auf Merkmalen wie Haarstruktur, Hautfarbe, k\u00f6rperliche Verfasstheit und Sprache, die sich durch rassistische und sexistische Taten und Meinungen \u00e4u\u00dfern und durch unbewusste Vorurteile entstehen;<\/li>\n<li>der historischen, da unsere Gegenwart von den Ereignissen der Vergangenheit geformt ist, so geht z.B. die Unterrepr\u00e4sentation von Frauen in politischen \u00c4mtern mit der sp\u00e4ten Legalisierung politischer Partizipation von Frauen einher oder beruht ein Gro\u00dfteil des Reichtums (und der Macht) mitteleurop\u00e4ischer Familien auf der Enteignung und Zwangsarbeit von Juden und J\u00fcdinnen im 2. Weltkrieg;<\/li>\n<li>der institutionellen, die sich daraus ergibt, dass die Gesamtheit individueller Handlungen und Meinungen zu sozialen Ph\u00e4nomenen wird, wie z.B. der Tatsache, dass Chancengleichheit gesellschaftlich nicht gegeben ist, die Gleichheit der Menschen nur auf dem Papier zu existieren scheint und allzu oft nicht in der Schule, beim Bewerbungsgespr\u00e4ch oder vor Gericht;<\/li>\n<li>und die strukturelle, die sich aus der Gesamtwirkung aller Handlungen ergibt und sodann mit Daten in Bilddiagrammen dargestellt werden kann.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Doch keine Angst, Emilia Roig erkl\u00e4rt verst\u00e4ndlich was sie meint und beschreibt die Verh\u00e4ltnisse anschaulich anhand ihres eigenen Lebensweges. Sie selbst ist Tochter einer Schwarzen Mutter aus Martinique (eine der letzten franz\u00f6sischen Kolonien bzw. ein \u00dcbersee-D\u00e9partement) und eines wei\u00dfen j\u00fcdischen Vaters aus Algerien bzw. der Elfenbeink\u00fcste, aufgewachsen in Frankreich.<\/p>\n<p>Und es wird klar: Machtverh\u00e4ltnisse sind leider nicht immer einfach zu durchschauen, sehr oft ist es notwendig sich eingehend mit Geschichte(n) und ihren Verl\u00e4ufen zu befassen, um die Funktionsweise von Unterdr\u00fcckung und Vorherrschaft zu begreifen. Entgegen des vorherrschenden Diktums der Individualit\u00e4t, das besagt, dass wir unabh\u00e4ngige Einzelpersonen sind, deren Erfahrungen individuell einzigartig sind, macht Roig klar, dass pers\u00f6nliche Erfahrungen immer Teil eines kollektiven Ph\u00e4nomens sind und sich demnach wiederholen.<\/p>\n<p>Man denke nur an das Gesundheitssystem: Solange wir gesund sind, nicht erkranken oder einen Leidensdruck haben, f\u00e4llt es uns nicht auf, doch sobald Bedarfe entstehen, merken wir, dass das System oft \u00fcberlastet ist und \u00c4rzt_innen noch \u00f6fter \u00fcberarbeitet sind, wir daher oft sehr lange auf Behandlungen warten m\u00fcssen oder es langwierig und schwierig sein kann eine ad\u00e4quate Therapie zu finden. Wenn uns so geschieht, kann es sein, dass wir denken, dass es nur uns allein so geht, aber in Wahrheit ist es eine Erfahrung, die viele machen und sich dadurch strukturelle und systemische Missst\u00e4nde aufzeigen, bis hin zu Rassismus, Queerfeindlichkeit oder anderen Diskriminierungsformen.<\/p>\n<h4><strong>Das Patriarchat: Ja, das gibt es noch<\/strong><\/h4>\n<p>Das Patriarchat ist nat\u00fcrlich f\u00fcr alle sch\u00e4dlich, nicht nur f\u00fcr Frauen und queere Personen, sondern auch f\u00fcr M\u00e4nner. Eine Welt getrieben und gepeinigt durch das Diktat des Geschlechts, bringt Menschen hervor, die sich nicht aufgrund ihrer individuellen Pers\u00f6nlichkeit in unserer Gesellschaft entfalten d\u00fcrfen, sondern ihnen aufgrund ihres biologischen Geschlechts ihre Rolle zugewiesen wird.<\/p>\n<p>Das macht uns traurig, krank und aggressiv. Letzteres betrifft vor allem M\u00e4nner, denen aufgrund gesellschaftlicher Normen kein Platz f\u00fcr Gef\u00fchle bleibt, ihnen der Atem erstickt, weil auch sie nicht diejenigen sein d\u00fcrfen, die sie nunmal von Natur aus sind: f\u00fchlende Wesen. Die Unterdr\u00fcckung des Mannes im Patriarchat bedeutet oft, dass ein enormer Druck auf m\u00e4nnlich gelesenen und sozialisierten Menschen herrscht, der sie konsequent dazu zwingt Teile ihrer Selbst, die als \u201eweiblich\u201c gelten, zu unterdr\u00fccken, zu verabscheuen und auszuschlie\u00dfen. M\u00e4nner lernen keine Selbstf\u00fcrsorge oder das K\u00fcmmern um die Anderen, weil sie dazu bestimmt sind als Arbeitskraft oder Kanonenfutter verbraucht zu werden.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz profitieren vom Patriarchat die M\u00e4nner, insbesondere wei\u00dfe, unversehrte M\u00e4nner, am meisten und genie\u00dfen die gr\u00f6\u00dften Privilegien. Es sind weiterhin Frauen und queere Personen, insbesondere migrantische und <a href=\"http:\/\/www.migrationsrat.de\/glossar\/bipoc\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bipoc<\/a>, die in ihrer Freiheit und in ihrem Wohlbefinden am meisten eingeschr\u00e4nkt werden. Laut Roig gibt es wertvolle und wertlose Arbeiter_innen und die wertlosen sind meistens Frauen. Sie werden schlechter bezahlt und behandelt und d\u00fcrfen zu oft nicht ihre eigenen Entscheidungen treffen.<\/p>\n<p>Frauen sind dabei in zweierlei Hinsicht f\u00fcr den Fortbestand der Nation zust\u00e4ndig: Anders als die M\u00e4nner, sind sie nicht f\u00fcr den Tod zust\u00e4ndig, sondern f\u00fcr das Leben, n\u00e4mlich Kinder zu geb\u00e4ren und diese (sowie \u00e4ltere Menschen oder Menschen mit Behinderung) zu versorgen. Kapitalistisches Wirtschaften baut dabei grundlegend auf die minimal bis schlecht(er) bezahlte Arbeitskraft der Frauen auf, bis hin zu Arbeit, die \u00fcberhaupt nicht bezahlt wird und einfach als \u201enat\u00fcrlich\u201c angenommen wird, wie eben die Sorgearbeit.<\/p>\n<p>Der Umstand, dass es in Europa \u201ebesser geworden ist\u201c (Zitat jede_r), hei\u00dft nicht, dass die Unterdr\u00fcckung der Frau nicht weiterhin Bestand hat. Sie ist auch ein globales historisches Ph\u00e4nomen. Das Patriarchat gibt es nicht erst seit dem Kapitalismus, aber letzterer hat es sehr gut verstanden dieses Machtverh\u00e4ltnis in sein \u00f6konomisches Prinzip zu integrieren, \u00fcbrigens ebenso wie Rassismus. Roig:<\/p>\n<p>\u201eIronischerweise ruht der Kapitalismus aber auf den Schultern der wertlosen Arbeiter*innen. Ihr Wert wird unter anderem entlang der Linien der globalen sozialen Hierarchien definiert: Geschlecht, Klasse, Hautfarbe, Ethnizit\u00e4t, Nationalit\u00e4t, Behinderung. Das Preissystem der Lohnarbeit wird weitgehend anhand dieser Hierarchien definiert. Bei der Arbeit wirken sich deshalb alle drei Unterdr\u00fcckungssysteme aus: Kapitalismus, Patriarchat und Rassismus.\u201c<\/p>\n<p>Die Ausbeutung unserer Lebens- und Arbeitskraft betrifft also uns alle, denn jede Person, die das hier liest oder auch nicht, wird in das System entlang der sozialen Hierarchien eingeteilt. Diese Ausbeutung trifft aber nicht nur Menschen, sondern auch andere Lebewesen und Lebensformen, wie Tiere und die Natur.<\/p>\n<h4><strong>Was ist zu tun?<\/strong><\/h4>\n<p>Wenn Roig ihre pers\u00f6nlichen Erfahrungen schildert, dient das nicht nur zur Veranschaulichung und erz\u00e4hlenden Lekt\u00fcre, es ist auch ein politisches Projekt. Nicht nur, weil ihr Buch \u00fcber 370 Seiten soziale Ungleichheiten zum Thema hat, sondern weil sie der Hegemonie westlicher Wissensgenerierung, die vorgibt objektiv zu sein, damit entgegen h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Das Zerst\u00f6ren anderer Wissenssysteme als jene des Westens ist ein zentrales Tool der Kolonialisierung und des Imperialismus. Boaventura de Sousa Santos beschrieb mit dem Begriff Epistemizid, die zivilisatorische Mission der Europ\u00e4er_innen, andere Kulturen, Wissensbest\u00e4nde und Sprachen auszurotten oder zu unterdr\u00fccken (oder sich unreflektiert anzueignen). Damit einher ging die Behauptung, dass nur Wissen, das durch westliche wissenschaftliche Standards hergestellt worden ist, das richtige und zudem noch neutrale Wissen ist.<\/p>\n<p>Das Problem hierbei ist nicht die Wissenschaft, sondern der Umstand, dass anderes Wissen zerst\u00f6rt wurde und damit verloren ging, um Macht zu erlangen. Dies war notwendig, um Universalismen der Aufkl\u00e4rung zu verbreiten, anstatt Pluri- oder Multiversalismen \u2013 also Wissen, Kulturen, Sprachen, die koexistieren \u2013 zu erm\u00f6glichen. Roig erkl\u00e4rt kenntnisreich, wie die Herabw\u00fcrdigung bestimmter Menschengruppen und ihrer Denk- und Lebensweisen entstanden ist und wie sie sich entwickelt hat.<\/p>\n<p>Die Erniedrigung und Entmenschlichung anderer Menschengruppen ist zudem daran gekoppelt, dass ihnen ein geringeres Schmerzempfinden zugestanden wurde. So unterstellten wei\u00dfe Denker und Wissenschaftler der Aufkl\u00e4rung Schwarzen Personen weniger oder gar keine Schmerzen empfinden zu k\u00f6nnen. Heutige Forschungsergebnisse best\u00e4tigen, dass bipoc Menschen weniger Empathie entgegengebracht wird, wie z.B. beim Filmschauen \u2013 da bringen wir dem wei\u00dfen Helden oder der wei\u00dfen Heldin weitaus mehr Empathie entgegen als Schwarzen Figuren.<\/p>\n<p>In eben dieser L\u00fccke der Empathie, die sich aufgrund gelernter Vorurteile zeigt, sieht Roig den Raum f\u00fcr Ver\u00e4nderung. Sie fordert uns dazu auf, diese Empathiel\u00fccke zu schlie\u00dfen und auch dem Fremden oder gar Absto\u00dfenden gegen\u00fcber empathisch zu sein.<\/p>\n<p>Doch in einer privilegierten Position innerhalb der sozialen Hierarchien einer Gesellschaft zu sein, bedeutet nicht automatisch frei von Schmerzen zu sein, denn die Gewalttaten unserer europ\u00e4ischen Vorfahren haben auch in uns Spuren hinterlassen. Wir k\u00f6nnen die Schmerzen und unvergesslichen Taten unser aller globaler Vergangenheit nur \u00fcberwinden, \u201ewenn wir alle zun\u00e4chst verstehen, dass die vitale Kraft der wei\u00dfen Vorherrschaft, des Rassismus, des Sexismus und der Unterdr\u00fcckung in unserem kollektiven Nervensystem liegt.\u201c<\/p>\n<p>Daher schreibt Roig: \u201eWenn es uns gelingt, eine Gesellschaft zu kultivieren, die uns alle vor Schaden und Schmerz bewahrt, werden wir erleben, wie Kooperation den Wettbewerb ersetzt, Beratung die Autorit\u00e4t, gegenseitige Hilfe die Polizeiarbeit und sozialer Frieden das Misstrauen.\u201c<\/p>\n<p>Das bedeutet aber auch, dass wei\u00dfe Menschen und M\u00e4nner Privilegien abgeben m\u00fcssen. Das erfordert Mut und Entschlossenheit und die Bereitschaft, es sich unbequem zu machen. Wir sind keine schlechten Menschen, wenn wir uns eingestehen, dass die Welt nicht gerecht ist und auch wir unseren unbewussten Anteil an der Erhaltung sozialer Hierarchien haben, indem diskriminierende Ideen in uns unbewusst \u00fcberdauern.<\/p>\n<p>Mehr Empathie ist gleichbedeutend mit mehr Bewusstsein \u2013 je mehr wir uns dar\u00fcber klar werden, wie unsere Welt funktioniert und welche Rolle wir in ihr spielen, desto eher k\u00f6nnen wir bewusste Entscheidungen treffen, um anders zu denken und zu handeln wie bisher. Dieser Prozess ist schmerzhaft, denn es gilt die f\u00fcnf Stufen nach Paul Gilroy zu durchleben \u2013 Verleugnung, Schuld, Scham, Anerkennung und Wiedergutmachung \u2013 bildet aber die Grundlage f\u00fcr das, was dekoloniale Denker_innen, indigene Aktivist_innen und Schwarze Feminist_innen als Heilung bezeichnen.<\/p>\n<p>Unser Trauma ist nicht nur individuell, sondern ebenso strukturell und politisch, als auch unsere Genesung nicht nur einen pers\u00f6nlichen, sondern auch einen kollektiven Prozess beschreibt. Um gemeinsam heilen zu k\u00f6nnen und das Ende der Unterdr\u00fcckung einzuleiten, schl\u00e4gt Roig vor, unsere Sichtweise auf die Welt und unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen und anderen Lebewesen und Lebensformen zu \u00e4ndern. Empathie, Mitgef\u00fchl, N\u00e4chstenliebe \u2013 Konzepte, die uns bekannt sind, da sie zentraler Bestandteil spiritueller und religi\u00f6ser Glaubenss\u00e4tze sind, und die uns erm\u00f6glichen Hierarchien abzubauen und neue gef\u00fchlvolle Beziehungen zueinander einzugehen.<\/p>\n<p>\u201eWhy we matter\u201c ist ein Buch, das wir inhalieren sollen, das wir immer und immer wieder lesen sollen, bis wir es bis in unsere Fingerspitzen verstanden haben. Es ist ein Monument und ein Ratgeber zugleich. Ein Monument f\u00fcr die Liebe zur Diversit\u00e4t und der Freude am Leben, ein Ratgeber, um eine bessere Welt zu erschaffen und in dieser gleichwohl komplexeren Welt zu navigieren.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Emilia Roig \u2013 Why we matter<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.aufbau-verlag.de\/index.php\/why-we-matter.html?fbclid=IwAR0_ALehKdLeHTzS3jWyvtqgbT8reYXxYQmfFfMKViiTmMpm2-KbgJxZstU\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aufbau-Verlag<\/a> \u2013 2021, 397 Seiten<br \/>\nISBN: 978-3-351-03847-2<\/p>\n<p><strong>Titelbild (Collage):<\/strong> <em>Unsere Zeitung<\/em>\/Moritz Ettlinger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In ihrem Buch \u201eWhy we matter. Das Ende der Unterdr\u00fcckung\u201c, das heuer im Aufbau-Verlag erschienen ist, erkl\u00e4rt Emilia Roig umfassend und im Detail wie Diskriminierung in allen Lebensbereichen funktioniert und was wir dagegen tun k\u00f6nnen. 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