{"id":1269878,"date":"2020-12-30T12:28:39","date_gmt":"2020-12-30T12:28:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1269878"},"modified":"2020-12-30T12:28:39","modified_gmt":"2020-12-30T12:28:39","slug":"wintersport-im-wandel-geht-das-auch-nachhaltig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2020\/12\/wintersport-im-wandel-geht-das-auch-nachhaltig\/","title":{"rendered":"Wintersport im Wandel: Geht das auch nachhaltig?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Skigebiete hier zu Lande sind wieder ge\u00f6ffnet. Auch in dieser Saison sehnen sich einige Menschen nach Sonne, glitzerndem Schnee und dem Adrenalin, das ausgesto\u00dfen wird, wenn man \u00fcber die Piste gleitet. In Zeiten eines globalen Wandels stellt sich aber auch die Frage: Wie nachhaltig ist der Pistenspa\u00df eigentlich? Die Antwort gibt es hier.<\/strong><span id=\"more-20140\"><\/span><\/p>\n<p><em>Von Sandra Czadul<\/em><\/p>\n<p>\u00d6sterreich und seine Berge sind nicht nur im Inland, sondern auch international sehr beliebt. In \u201enormalen\u201c Jahren ist der Wintertourismus in \u00d6sterreich eine wichtige wirtschaftliche Einnahmequelle und so besuchten im Jahr 2019 <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/5720934\/wintertourismus-stosst-beim-umweltschutz-an-seine-grenzen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">20 Millionen<\/a> Winterg\u00e4ste \u00d6sterreichs Skigebiete. Laut <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/295575\/umfrage\/beitrag-der-tourismus-und-freizeitwirtschaft-in-oesterreich-zum-bip\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Statista<\/a> konnte die Tourismusbranche 2019 einen Beitrag von 7,3 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt leisten. Corona \u00fcberschattet aber auch in dieser Saison die Pistengaudi, und macht der Tourismusbranche einen gewaltigen Strich durch die im Vorjahr prognostizierte Rechnung.<\/p>\n<h4><b>Die Klimakrise setzt Skigebiete unter Druck<\/b><\/h4>\n<p>Neben einer globalen Pandemie setzt auch der Klimawandel \u00d6sterreichs Skigebiete zunehmend unter Druck und zwingt sie zu einem Wandel. Denn laut <a href=\"http:\/\/www.ipcc14.de\/berichte-1\/ipcc-arbeitsgruppe-2\/120-skifahren-kuenftig-dann-im-april\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IPCC<\/a> (Intergovernmental Panel on Climate Change) sind die Durchschnittstemperaturen in den letzten 100 Jahren im alpinen Raum doppelt so schnell gestiegen, wie im globalen Mittel. Aus einer weiteren <a href=\"https:\/\/www.the-cryosphere.net\/11\/517\/2017\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie<\/a> geht hervor, dass die Naturschnee-Mengen durch den Klimawandel geringer werden, und die Schneefallgrenze weiter nach oben wandert.<\/p>\n<p>Selbst wenn wir es schaffen, die Erderw\u00e4rmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, w\u00fcrde die Schneemenge um <a href=\"https:\/\/www.the-cryosphere.net\/11\/517\/2017\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">30<\/a> Prozent sinken. Ohne eine Reduktion der CO2 Emissionen k\u00f6nnten es bis Ende des Jahrhunderts sogar <a href=\"https:\/\/www.the-cryosphere.net\/11\/517\/2017\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">70<\/a> Prozent weniger Schnee sein. Die am st\u00e4rksten vom Klimawandel betroffene H\u00f6henzone befindet sich unterhalb von <a href=\"https:\/\/www.the-cryosphere.net\/11\/517\/2017\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1200<\/a> m, wo es gegen Ende des Jahrhunderts kaum noch Schnee geben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Immer wieder m\u00fcssen Skigebiete nicht nur wegen zu <a href=\"https:\/\/noe.orf.at\/v2\/news\/stories\/2636585\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wenig<\/a>, sondern auch wegen zu <a href=\"https:\/\/orf.at\/stories\/3107061\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">viel<\/a> Schnee zusperren, w\u00e4hrend gleichzeitig die Saison immer <a href=\"https:\/\/www.the-cryosphere.net\/11\/517\/2017\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">k\u00fcrzer<\/a> wird. Wirtschaftlich gesehen ist das ein <a href=\"https:\/\/www.bmlrt.gv.at\/tourismus.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Desaster<\/a>. In Summe erh\u00f6ht sich der Konkurrenzdruck f\u00fcr die Skigebiete also und ein Trend zeichnet sich ab: Skigebiete liegen in Zukunft immer h\u00f6her und werden <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000111406367\/oesterreichs-skigebiete-werden-groesser-breiter-und-weiter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">breiter<\/a>. Um international eine Spitzenposition einzunehmen, findet ein <a href=\"https:\/\/kurier.at\/chronik\/skiregionen-im-ausbau-fieber\/222.866.204\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wettr\u00fcsten<\/a> um das gr\u00f6\u00dfte und weitl\u00e4ufigste Skigebiet statt.<\/p>\n<h4><b>Wintersport und die Bev\u00f6lkerung<\/b><\/h4>\n<p>\u00d6sterreich, das Land der Berge, wo Skifahren einst zum Volkssport erkl\u00e4rt wurde, hat sich <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7cJFTBcv1eI\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ver\u00e4ndert<\/a>. Dabei fahren laut diesem Bericht mittlerweile <a href=\"https:\/\/www.freizeitforschung.at\/data\/forschungsarchiv\/2018\/172.%20FT%207-2018_Schifahren%20Preissteigerungen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">63 Prozen<\/a>t der \u00d6sterreicher_innen gar nicht Ski oder Snowboard. Vor allem immer weniger <a href=\"https:\/\/www.bmlrt.gv.at\/dam\/jcr:92570daf-9cbe-4ce9-8400-579957ecbf8c\/Pr_bstl.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">junge<\/a> \u00d6sterreicher_innen suchen den Spa\u00df auf den Brettern. Das mag am fehlenden Skikurs liegen, aber vor allem auch daran, dass Wintersport schon immer Luxus und ein Privileg war. Der Klimawandel k\u00f6nnte auch die Preise weiter nach oben treiben. Denn um mit dem beliebten Kriterium Schneesicherheit werben zu k\u00f6nnen, steigen die Kosten f\u00fcr die Beschneiung und das merken auch die Wintersportler_innen.<\/p>\n<p>Laut dem <a href=\"https:\/\/www.3sat.de\/gesellschaft\/makro\/alpentourismus-vorab-interview-werner-baetzing-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alpenforscher<\/a> Werner B\u00e4tzing sollen vor allem immer mehr Konzerne und Aktiengesellschaften den Alpentourismus dominieren. Immer weniger Hotels und Skilifte werden von Einheimischen betrieben, weil sie sich Erneuerungen der Anlagen und weitere Investitionen nicht leisten k\u00f6nnen. Laut <a href=\"https:\/\/www.addendum.org\/ski\/foerderungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Addendum<\/a> wurden alleine im Winter 2017\/18 insgesamt 582 Millionen Euro von der \u00f6sterreichischen Seilbahnbranche in Anlagen investiert. Eine \u00dcbersicht \u00fcber die H\u00f6he und konkrete Gr\u00fcnde f\u00fcr die F\u00f6rderungen f\u00fcr Skigebiete und Liftbetreiber vom Staat gibt es aber nicht.<\/p>\n<p>Vor allem auch die Auswirkungen des Massentourismus rauben so mancherorts die Nerven. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=jq-m-qlwQXA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Einheimische<\/a>klagen \u00fcber kilometerlange Staus, stundenlange Wartezeiten und immer mehr Eingriffe in die Natur. Wintersport ist ohne Zweifel eine wichtige Einnahmequelle, doch wo ziehen wir die Grenze, wenn es um die Bev\u00f6lkerung und das \u00d6kosystem Berg geht?<\/p>\n<h4><b>Wintersport und die Auswirkungen auf die Umwelt<\/b><\/h4>\n<p>Pistenplanierungen, Speicherseen, Wasserleitungen \u2013 Ohne Zweifel sind Skigebiete mit gro\u00dfen Eingriffen in die Natur verbunden. Laut <i>WWF <\/i>wurden in <a href=\"https:\/\/www.alpenverein.at\/portal_wAssets\/docs\/news\/2017\/oekologischer-fussabdruck-der-skigebiete_factsheet-wwf.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">44<\/a> Prozent aller Skigebiete in \u00d6sterreich mehr als die H\u00e4lfte der Pistenl\u00e4nge sprengtechnisch oder erdbaulich ver\u00e4ndert und planiert. Bauliche Ma\u00dfnahmen sind lange in der Landschaft sichtbar und Natursch\u00fctzer_innen warnen deshalb vor weiteren, zum Teil auch <a href=\"https:\/\/kurier.at\/chronik\/oesterreich\/kritik-an-gletscher-ehe-mit-massiven-eingriffen-in-die-natur\/400532515\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">illegalen<\/a>, Eingriffen in die Natur.<\/p>\n<h4><b>Wassermangel vs. Wasserverbrauch<\/b><\/h4>\n<p>Die Alpen sind nicht nur ein wichtiges und sensibles \u00d6kosystem, sondern auch das Trinkwasser-Reservoir Europas. Laut der europ\u00e4ischen Umweltagentur kommen <a href=\"https:\/\/www.eea.europa.eu\/de\/articles\/alpen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">40<\/a> Prozent des europ\u00e4ischen S\u00fc\u00dfwassers aus den Alpen.<\/p>\n<p>In Zukunft k\u00f6nnte genug Wasser f\u00fcr die Piste zu <a href=\"https:\/\/www.cipra.org\/de\/alpmonitor\/presentation2\/amo.html#\/A3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wassermangel<\/a> in den Haushalten, den L\u00f6schtanks der Feuerwehr und im <a href=\"https:\/\/static.uni-graz.at\/fileadmin\/rewi-institute\/Oeffentliches-Recht\/Praxisprofessuren\/EisenbergerBlogSkigebiete\/2015IseliKuenstlicheBeschneiung01.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00d6kosystem<\/a> der Pflanzen und Tiere f\u00fchren. Denn das Wasser zum Beschneien setzt sich aus Schmelzwasser und Wasser aus B\u00e4chen zusammen, und wird in k\u00fcnstlich angelegten Speicher Teichen gesammelt. Im Jahr 2009 hat das <a href=\"https:\/\/paradigmaps.geo.uni-halle.de\/klimawandel\/sites\/default\/files\/Beschneiungsanlagen_LfU_Bayern_2008.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bayerische Landesamt f\u00fcr Umwelt <\/a>den Verbrauch f\u00fcr 600 Hektar Beschneiungsfl\u00e4che auf 600.000 Kubikmeter Wasser gesch\u00e4tzt. Das entspricht laut <i>Focus <\/i>dem j\u00e4hrlichen Wasserbedarf von <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/wissen\/natur\/tid-20942\/winter-fakt-4-schneekanonen-sind-energiefresser_aid_588056.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">14.000<\/a> Personen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bund-naturschutz.de\/fileadmin\/Bilder_und_Dokumente\/Presse_und_Aktuelles\/Pressemitteilungen\/2015\/PM_FA_10_15_Der_gekaufte_Winter_19-4-2015_final__1_.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Natursch\u00fctzer_innen<\/a> kritisieren deshalb den Eingriff in den Wasserhaushalt. Laut <a href=\"https:\/\/www.wko.at\/branchen\/transport-verkehr\/seilbahnen\/Oekologie_und_Umwelt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">WKO<\/a> (Wirtschaftskammer \u00d6sterreich) wird der Schutz der Gew\u00e4sser bei der Planung von Beschneiungsanlagen ber\u00fccksichtigt und der Trinkwasserversorgung Vorrang einger\u00e4umt. Eine Studie aus dem Jahr <a href=\"https:\/\/www.vzsb.de\/media\/docs\/Jahrbuch2013\/De_Jong_VZSB_2013_Uebernutzung_es_Wassers_in_den_Alpen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2013<\/a> kritisiert allerdings, dass Wasserentnahmen gerade in Zusammenhang mit dem Wintertourismus oft nur lokal betrachtet werden w\u00fcrden, und es zu Wasser\u00fcbernutztungen und Verst\u00f6\u00dfen gegen die EU-Wasserrahmenrechtlinie komme.<\/p>\n<p>Laut dem <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/dam\/seco\/de\/dokumente\/Standortfoerderung\/Tourismus\/Strategische%20Themen\/Klimawandel\/Klimawandel_Wintertourismus_WSL_2007.pdf.download.pdf\/Klimawandel%20und%20Wintertourismus%20-%20%C3%96kologische%20und%20%C3%B6konomische%20Auswirkungen%20von%20technischer%20Beschneiung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eidgen\u00f6ssischen Institut f\u00fcr Schnee- und Lawinenforschung <\/a>enth\u00e4lt eine Kunstschneedecke im Mittel doppelt so viel Wasser wie Naturschnee. Die zus\u00e4tzlichen Wassermengen bergen deshalb ein gr\u00f6\u00dferes Risiko von Erosion und Erdrutschen. Vor allem planierte Fl\u00e4chen, mit wenig Pflanzen, und bereits vorhandenen Boden Wunden beeintr\u00e4chtigen die Bodenstabilit\u00e4t <a href=\"https:\/\/books.google.at\/books?id=O9QCPQAACAAJ&amp;dq=intitle:Kunstschnee+und+Umwelt+Entwicklung+und+Auswirkungen+der+technischen+Beschneiung&amp;hl=en&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwiukISspOTtAhUODewKHU1QASYQ6AEwAHoECAAQAg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">negativ<\/a>. Wenn ein vorzeitiger W\u00e4rmeeinbruch und Starkniederschl\u00e4ge zusammentreffen, kann es durch das Abschmelzen gr\u00f6\u00dferer Wassermengen auch zu <a href=\"https:\/\/static.uni-graz.at\/fileadmin\/rewi-institute\/Oeffentliches-Recht\/Praxisprofessuren\/EisenbergerBlogSkigebiete\/2015IseliKuenstlicheBeschneiung01.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hochwasserereignissen<\/a> und Abfluss-Problemen f\u00fchren. Ist der Wasserstand ohnehin schon niedrig und es wird trotzdem Wasser zum Beschneien entzogen, kann das die Gew\u00e4sser negativ beeinflussen und manche Gew\u00e4sser k\u00f6nnten sogar die <a href=\"https:\/\/static.uni-graz.at\/fileadmin\/rewi-institute\/Oeffentliches-Recht\/Praxisprofessuren\/EisenbergerBlogSkigebiete\/2015IseliKuenstlicheBeschneiung01.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eignung als Lebensraum <\/a>verlieren.<\/p>\n<h4><b>Unruhe in der Tierwelt<\/b><\/h4>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.wwf.de\/aktiv-werden\/tipps-fuer-den-alltag\/umweltvertraeglich-reisen\/skifahren-\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tiere<\/a> sind vom Ski-Vergn\u00fcgen nur wenig begeistert. Vor allem der L\u00e4rm aber auch das Scheinwerferlicht in der Nacht kann sie in ihren Ruhepausen st\u00f6ren. Besonders Raufussh\u00fchner f\u00fchlen sich durch Licht-und L\u00e4rmverschmutzung der k\u00fcnstlichen Beschneiung <a href=\"https:\/\/www.vetmeduni.ac.at\/Stress-CD\/-pdf%20of%20all%20our%20papers%20-%20faecal%20gc-metabolites\/Thiel-2005-AnnNYAcadSci%201046,96-108.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gest\u00f6rt<\/a>. Folgen davon sind laut <a href=\"https:\/\/www.cipra.org\/de\/news\/schuetzenswerte-dunkelheit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CIPRA<\/a> ein vermehrtes Insektensterben, weniger best\u00e4ubte Pflanzen, orientierungslose Zugv\u00f6gel und gest\u00f6rte Schlafrhythmen der Tiere.<\/p>\n<p>Da die meisten Tiere im Winter weniger Energie zur Verf\u00fcgung haben und einige ihren Stoffwechsel herunter fahren, m\u00fcssen sie gut mit ihrer Energie haushalten. Vor allem beim Tiefschneefahren in nicht markierten Bereichen werden die Tiere aber aufgeschreckt und fl\u00fcchten. Durch den Energieverlust und den Mangel an Nahrung kann es sogar zum <a href=\"https:\/\/www.wwf.de\/aktiv-werden\/tipps-fuer-den-alltag\/umweltvertraeglich-reisen\/skifahren-wintersport-mit-folgen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ersch\u00f6pfungstod<\/a> kommen. Au\u00dferdem k\u00f6nnen durch das Verlassen der Piste junge B\u00e4ume gesch\u00e4digt werden.<\/p>\n<h4><b>B\u00f6den ohne Halt<\/b><\/h4>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.planet-wissen.de\/natur\/gebirge\/lebensraum_hochgebirge\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hochgebirge<\/a> Europas machen nur drei Prozent der Kontinental-Fl\u00e4che aus, sind aber Lebensraum f\u00fcr 20 Prozent der Pflanzenarten und damit wichtig f\u00fcr die Artenvielfalt. Viele Skigebiete sind schon heute auf Kunstschnee angewiesen. Auch wenn Kunstschnee nicht nur negative Seiten hat, sondern den Boden vor mechanischen Sch\u00e4den, zum Beispiel durch die Kanten der Ski, und vor <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Christian_Rixen\/publication\/228663378_Klimawandel_und_Wintertourismus_Okonomische_und_okologische_Auswirkungen_von_technischer_Beschneiung\/links\/0fcfd50804153a5981000000.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frost<\/a> sch\u00fctzt, sind auch negative Begleiterscheinungen erkennbar.<\/p>\n<p>Kunstschnee kann Auswirkungen auf die <a href=\"https:\/\/static.uni-graz.at\/fileadmin\/rewi-institute\/Oeffentliches-Recht\/Praxisprofessuren\/EisenbergerBlogSkigebiete\/2015IseliKuenstlicheBeschneiung01.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bodenchemie<\/a> haben und zu Sauerstoffarmut in den B\u00f6den f\u00fchren, wodurch Pflanzenteile absterben k\u00f6nnen. Das ist vor allem der Fall, wenn die Kunstschneedecke im Fr\u00fchling l\u00e4nger liegen bleibt und es zu Schimmel- und F\u00e4ulnisbildung kommt. Fehlt das Pflanzenleben im Boden, verlieren auch die B\u00f6den ihren Halt und es kann vermehrt zu Ver\u00e4nderung der Artenzusammensetzung, Erosion, aber auch \u00dcberschwemmungen kommen. Bauliche Eingriffe haben einen negativen Effekt auf den Boden und die Pflanzenwelt. Laut dieser <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0048969719305674\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie<\/a> kommt es in gr\u00f6\u00dferen Skigebieten, verglichen mit kleineren, zu einer geringeren Biomasseproduktion und Artenvielfalt.<\/p>\n<h4><b>Umweltfreundlich Skifahren \u2013 geht das \u00fcberhaupt?<\/b><\/h4>\n<p>Tourismus hinterl\u00e4sst immer Spuren. Richtig nachhaltig ist Skifahren deshalb wohl nicht. Laut einer Sch\u00e4tzung des <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.at\/fileadmin\/site\/presse\/news_2018\/Treibhausgasbilanz_UrlaubsreiseVergleich_Factsheet2018.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Umweltbundesamtes<\/a> sind die Emissionen, die durch den Skiurlaub im Vergleich zu anderen Urlaubsarten entstehen, aber gering. Wie wir anreisen macht laut der <a href=\"http:\/\/www.ridegreener.com\/de\/about\/who-we-are\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00d6ko Ski-Initiative Ride Greener<\/a> jedoch einen gro\u00dfen Unterschied. Demnach setzt sich der individuelle CO2 Fu\u00dfabdruck zu 70 bis 80 Prozent aus der Anfahrt zusammen. Vor allem wenn man mit dem Bus oder der Bahn anreist, kann man deshalb den \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck stark reduzieren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.skigastein.com\/de\/preise-zeiten\/ski-specials\/oebb\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Positiv<\/a> ist anzumerken, dass Skigebiete mit Verkehrsunternehmen zusammen arbeiten und Angebote schaffen, um den PKW Verkehr zu reduzieren. Grunds\u00e4tzlich gilt aber: Je n\u00e4her ein Wintersportgebiet ist, desto geringer die Umweltbelastung durch die Anreise. Laut <a href=\"https:\/\/www.wko.at\/branchen\/transport-verkehr\/seilbahnen\/Oekologie_und_Umwelt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">WKO<\/a> setzen \u00d6sterreichs Skigebiete au\u00dferdem immer mehr auf erneuerbare Energien. 90 Prozent der Energie f\u00fcr Beschneiungsanlagen stammen demnach aus erneuerbaren Energiequellen.<\/p>\n<p>Auch beim Hotel kann man auf Ressourcenschonung achten, indem man zum Beispiel mit dem <a href=\"https:\/\/www.umweltzeichen.at\/de\/suche?q=Wintersport&amp;activeSection=ORGS&amp;submit=&amp;orgFilter=&amp;prodFilter=&amp;tag=\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00f6sterreichischen Umweltzeichen <\/a>zertifizierte Unterk\u00fcnfte oder Bio-Bauernh\u00f6fe, w\u00e4hlt. Au\u00dferdem macht es einen Unterschied, ob man f\u00fcr einen Tag oder eine ganze Woche anreist. Die Empfehlung lautet: Lieber einmal lang, statt \u00f6fter und k\u00fcrzere Winterurlaube. In Zukunft braucht es aber wohl auch mehr Flexibilit\u00e4t. Denn wer auf Kunstschnee verzichten m\u00f6chte muss dann wahrscheinlich nicht nur auf h\u00f6here Gebiete ausweichen, sondern auch einen anderen Zeitpunkt w\u00e4hlen. Denn <a href=\"https:\/\/journals.sagepub.com\/doi\/abs\/10.5367\/te.2013.0272\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Forschungen<\/a> zeigen, dass man zu Ostern bald besser Ski fahren kann als zu Weihnachten.<\/p>\n<h4><b>Wie nachhaltig ist Wintersport also?<\/b><\/h4>\n<p>Hat man die Wahl zwischen einem Urlaub mit Flugreise ins Ausland, und einem Skiurlaub in \u00d6sterreich, dann ist es was die CO2 Emissionen betrifft besser, in \u00d6sterreich Winterurlaub zu machen. Wintertourismus als nachhaltig zu bezeichnen geht aber zu weit. Denn problematisch ist vor allem, wenn weitere Gebiete f\u00fcr den Wintertourismus genutzt, bauliche Ma\u00dfnahmen get\u00e4tigt und somit in \u00d6kosysteme eingegriffen wird.<\/p>\n<p>Massentourismus ist weltweit ein Problem, dem man sich widmen muss. Nicht nur f\u00fcr die Umwelt und die Tiere, sondern auch die Einheimischen. Egal ob Sommer oder Wintertourismus: Es braucht nachhaltige Angebote, die nicht nur wirtschaftliche Gewinne, sondern auch \u00f6kologische Verluste in die Rechnung miteinbeziehen. F\u00fcr viele Skigebiete wird es essentiell sein, auch saisonunabh\u00e4ngige Freizeitm\u00f6glichkeiten zu schaffen, um die Existenz zu sichern. Klar ist aber: Die Tourismusbranche \u00fcberlebt nur dann, wenn die Natur intakt ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Skigebiete hier zu Lande sind wieder ge\u00f6ffnet. Auch in dieser Saison sehnen sich einige Menschen nach Sonne, glitzerndem Schnee und dem Adrenalin, das ausgesto\u00dfen wird, wenn man \u00fcber die Piste gleitet. 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