{"id":1267137,"date":"2020-12-24T09:53:06","date_gmt":"2020-12-24T09:53:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1267137"},"modified":"2020-12-24T09:53:06","modified_gmt":"2020-12-24T09:53:06","slug":"schulden-essen-zukunft-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2020\/12\/schulden-essen-zukunft-auf\/","title":{"rendered":"Schulden essen Zukunft auf"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bis in die 1980er Jahre war die Verschuldung der privaten Haushalte und auch die damit verbundene Verschuldung von Privatpersonen kein grosses Thema.<\/strong><\/p>\n<p>Wer kein Verm\u00f6gen hatte, konnte sich auch nicht nennenswert verschulden. Warum? Sehr einfach: nur wer \u201edingliche Sicherheiten\u201c (Immobilieneigentum, Grundeigentum oder eine florierende Firma) sein Eigen nannte, hatte die \u201eChance\u201c gr\u00f6ssere Kredite von Banken zu bekommen.<\/p>\n<p>Heutzutage kaum vorstellbar, aber bis 1982 gab es unter \u00f6sterreichischen Banken ein Agreement, dass f\u00fcr Kredite an Private nicht geworben werden d\u00fcrfe. Eine Bank, die gegen diese Vereinbarung verstiess, konnte mit einer Konventionalstrafe belegt werden \u2013 zumindest in der Theorie. Befl\u00fcgelt durch das Wirtschaftswachstum der Nachkriegsjahre suchte jedoch auch der Finanzsektor nach neuen Produkten und Kundenschichten.<\/p>\n<p>Was lag also n\u00e4her, als die bisher wenig beachteten privaten Haushalte ins Visier zu nehmen. Bei Kreditdienstleistungen gab es aber ein Problem: wer nichts besass, dem konnte nichts weggenommen werden, falls er oder sie den Kredit nicht mehr zahlen konnte \u2013 das Geld der Bank war weg. Um den Banken eine bessere Handhabe gegen s\u00e4umige Schuldner zu geben, wurde 1986 kurzerhand die Exekutionsordnung ver\u00e4ndert: der Zugriff auf Lohn oder Gehalt eines Schuldners wurde deutlich vereinfacht. Die \u201eDrittschuldneranfrage\u201c beim Hauptverband der Sozialversicherungstr\u00e4ger wurde ab 1986 allen Gl\u00e4ubigern erm\u00f6glicht, die einen gerichtlichen Titel vorweisen konnten. Diese Anfrage war davor nur \u201eUnterhaltsgl\u00e4ubigern\u201c (Kindern) vorbehalten.<\/p>\n<article>Auch F\u00f6rderungen aus Steuergeldern, vor allem im Bereich Wohnen, wurden zunehmend nicht nur \u00fcber Banken abgewickelt, sondern konnten nur noch lukriert werden, wenn damit ein Kredit zur\u00fcckgezahlt wurde (\u201eAnnuit\u00e4tenf\u00f6rderung\u201c). Wer eine gef\u00f6rderte Wohnung erhielt, musste zur Bank und bekam dort auch gleich den Konsumkredit f\u00fcr die Einrichtung.Die Statistiken der \u00d6sterreichischen Nationalbank zeigen daher auch sehr deutlich, dass ab 1986 die Finanzprodukte \u201eKonsumkredit\u201c und \u201eKonto\u00fcberziehung\u201c mit j\u00e4hrlich zweistelligen Prozentraten geradezu explosionsartig gewachsen sind.Auf der Kommunikationsebene konnten drei Entwicklungen beobachtet werden:<\/p>\n<ul class=\"liste\">\n<li class=\"liste\">Mit riesigem Werbeaufwand gelang es, den Konsumkredit \u201esalonf\u00e4hig\u201c zu machen. Wer immer die konventionelle Meinung vertrat, dass ein Konsumgut (Fernseher, Einrichtung, KFZ, \u2026) zuerst erspart und erst dann gekauft werden sollte, wurde (und wird nach wie vor!) von der Werbung mehr oder weniger subtil als Hinterw\u00e4ldler oder Spassverderber bezeichnet. Die sofortige Erf\u00fcllung von Konsumw\u00fcnschen mittels Kredit wurde als \u201eNormalzustand\u201c propagiert. Etliche Werbestrategien richteten sich auch ganz eindeutig an \u00e4rmere Bev\u00f6lkerungsschichten: schon 1986 gab es den ber\u00fchmten Werbespruch \u201eAnna, den Kredit hamma\u201c.<\/li>\n<li class=\"liste\">Die von den Banken stark beworbene M\u00f6glichkeit, das Konto zu \u201e\u00fcberziehen\u201c, entwickelte sich zu dem am meisten verkauften und teuersten Konsumkredit. Die Marktstrategen schafften es, ihn nicht als \u201eSchuldverh\u00e4ltnis\u201c, sondern als \u201eGoodie\u201c im Bewusstsein der Kunden zu verankern. Die \u201epers\u00f6nliche Einkaufsreserve\u201c (O-Ton Bank Austria) war und ist in Wahrheit vor allem bei vielen jungen Erwachsenen die \u201eEinstiegsdroge\u201c in einen sp\u00e4teren finanziellen Absturz.<\/li>\n<li class=\"liste\">Eine \u201eMeisterleistung\u201c im Missbrauch von Kommunikationsstrategien ist die Brandmarkung aller derjenigen, die sich an Kreditdienstleistungen \u201everschluckten\u201c und in die \u00dcberschuldung gerieten. Waren sie vorher noch die umschmeichelten Kunden, wurden sie im Handumdrehen als gewissenlose Menschen, die \u00fcber ihre Verh\u00e4ltnisse leben, gebrandmarkt. Weitere Versch\u00e4rfungen der Exekutionsordnung (z.B. 1991 Pf\u00e4ndbarkeit auch des Arbeitslosengeldes) unterstrichen die Meinung, dass \u00dcberschuldung ausschliesslich der Schuldner zu verantworten habe. Als dann in \u00d6sterreich \u2013 nachdem bereits zigtausende Haushalte in der Schuldenfalle sassen \u2013 endlich 1995 der Privatkonkurs eingef\u00fchrt wurde, war und ist dieser nach wie vor gepr\u00e4gt von moralischen Termini: so sollen im Absch\u00f6pfungsverfahren nur \u201eredliche Schuldner\u201c die Befreiung von ihren Schulden erlangen \u2013 als ob \u201eunredliche Schuldner\u201c nicht ohnehin vom Strafrecht erfasst w\u00e4ren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zum Thema \u201eMoral\u201c und zahlungsunf\u00e4hige Schuldner melden sich regelm\u00e4ssig die drei Gl\u00e4ubigerschutzverb\u00e4nde KSV von 1870, AKV und Creditreform zu Wort. Sie alle sprechen lieber von der Zahlungsmoral und nicht von steigender oder sinkender Zahlungsf\u00e4higkeit der \u00f6sterreichischen Haushalte.<\/p>\n<p><strong>Nicht nur die privaten Haushalte \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Ein weiteres bedenkliches Resultat dieser Entwicklung seit 1986 war im Bereich der (kleinen) Selbstst\u00e4ndigen, der \u201eKMUs\u201c zu beobachten:<\/p>\n<p>Bei Unternehmen mit pers\u00f6nlich haftenden Betreibern (z.B. Ein-Personen-Unternehmen, OEGs, aber auch \u201eSchein-Selbstst\u00e4ndige\u201c) wurde kaum noch das Unternehmen an sich und seine Erfolgschancen am Markt beurteilt, sondern nur noch, was im Fall des Falles aus der, mit ihrem Privatverm\u00f6gen haftenden, Person \u201erauszuholen\u201c w\u00e4re. Bereits vorhandenes Wissen der Banken zur realistischen Beurteilung von Kleinunternehmen wurde als unn\u00f6tiger Kostenfaktor gesehen und ging sukzessive verloren. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn seit Bestehen der Schuldnerberatungsstellen die \u201eehemals Selbstst\u00e4ndigen\u201c konstant ein Drittel der Ratsuchenden ausmachen.<\/p>\n<p>Insgesamt zeichnet sich die Rechtslage ab 1986 und bis zur Bankenkrise 2007\/2008 dadurch aus, dass den W\u00fcnschen der Banken, m\u00f6glichst risikolos und massenhaft standardisierte Kredite verkaufen zu wollen, zu stark Rechnung getragen wurde. Nach der Bankenkrise wurden von der EU unter dem Stichwort \u201eBasel III\u201c diverse Regelwerke entwickelt, die Banken bez\u00fcglich Kreditvergabe in die Schranken weisen sollten. Genau diese Regelwerkewerden von der EU selbst entwertet: Das seit Jahren von der EZB betriebene \u201eQuantitative Easing\u201c pumpt Geld in die europ\u00e4ischen M\u00e4rkte, mit dem deklarierten Ziel, die Wirtschaft mit billigen Krediten anzutreiben \u2013 sprich, die Verschuldung wiederum anzukurbeln.<\/p>\n<p><strong>Belastung f\u00fcr die Zukunft<\/strong><\/p>\n<p>Die seit den 1980er Jahren stattgefundene \u201eDurchseuchung\u201c der Gesellschaft mit Krediten ist folgenschwer:<\/p>\n<p>Private Haushalte, die verschuldet sind, kommen durch jede Einkommensverschlechterung (auf Grund der drei Ks: Kind, Kurzarbeit, K\u00fcndigung) massiv unter Druck. Sowohl der seit Jahrzehnten volatil gewordene Arbeitsmarkt und nat\u00fcrlich erst recht die Covid-19-Krise, machen Einkommensverschlechterungen zum Standardfall \u2013 R\u00fcckzahlungsverpflichtungen und auch die zitierte Exekutionsordnung nehmen darauf keine R\u00fccksicht.<\/p>\n<p>KMUs, die verschuldet sind, m\u00fcssten deutlich mehr \u201eGewinn\u201c erwirtschaften, um ihre Kreditverpflichtungen erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Hier r\u00e4cht sich die \u00f6sterreichische Praxis aller bisherigen Finanzminister, die Bildung von Eigenkapital in Unternehmen eher behindert und nur die steuerliche Ber\u00fccksichtigung von Kreditraten gef\u00f6rdert haben.<\/p>\n<p>Selbst grosse Unternehmen wurden darauf \u201edressiert\u201c, \u00dcbersch\u00fcsse an die \u201eShareholder\u201c abzugeben, aber notwendige Investitionen \u00fcber Kredite zu finanzieren. Was dazu f\u00fchrt, dass selbst hoch profitable Unternehmen in Krisensituationen schon nach wenigen Wochen mit schlechtem Gesch\u00e4ftsgang die Luft ausgeht und der Weg zum Konkursgericht (oder zum Staat) im Raum steht.<\/p>\n<p><strong>Nutzen von Krediten?<\/strong><\/p>\n<p>Mantraartig wird immer wieder behauptet, dass Kredite den Blutkreislauf unseres Wirtschaftssystems darstellen. Nun, das mag f\u00fcr unser Wirtschaftssystem sogar stimmen. Denn immerhin werden im Bereich der Privathaushalte die Konsumkredite tats\u00e4chlich f\u00fcr Konsum ausgegeben. Und stimulieren damit die Wirtschaft \u2013 das Kaufen, das Wegwerfen, das weit-Fliegen, das weit-Fahren, den Konsum um des Konsums wegen \u2026<\/p>\n<p>Auch im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen, auch KMUs genannt, wird damit der in unserem System postulierte Zwang zu Wachstum, zu Gr\u00f6sse und zur Verdr\u00e4ngung Anderer finanziert. Unsere bisherige \u201eWachstumsgesellschaft\u201c ist ohne Kredite kaum denkbar, auf der Strecke bleiben klarerweise verbrauchte Ressourcen, die Verdr\u00e4ngten, die \u201enicht ganz so cleveren\u201c \u00dcberschuldeten und die Umwelt. Es ist stark zu bezweifeln, dass sich daran demn\u00e4chst etwas \u00e4ndern wird.<\/p>\n<p><strong>More of the same<\/strong><\/p>\n<p>Die Antworten der \u00f6sterreichischen Bundesregierung zur \u201eRettung der KMUs\u201c, im Zuge der Covid-19-Krise, m\u00fcssen daher als brandgef\u00e4hrlich bezeichnet werden. Den Banken werden Stundungen von Krediten verordnet, doch was heisst das: Stundung heisst ja nur Aufschub der R\u00fcckzahlungsverpflichtung. Aber was ist, wenn das Gesch\u00e4ft einfach nicht mehr so richtig anspringt?<\/p>\n<p>So richtig gruselig wird es aber, wenn \u2013 wie in der aktuellen Situation \u2013 der Finanzminister die Banken ermuntert, bei der Kreditvergabe lockerer vorzugehen. F\u00fcr die Banken bedeutet das kein zus\u00e4tzliches Risiko, lassen sie sich doch die \u201egrossz\u00fcgigere\u201c Bonit\u00e4tspr\u00fcfung durch staatliche Garantien absichern. F\u00fcr den kleinen Unternehmer bedeutet es jedoch, dass er mehr denn je nur daf\u00fcr arbeitet, die Kredite abzuzahlen. Die Bildung von Eigenkapital \u2013 eigentlich ein wichtiger Faktor f\u00fcr \u201ebetriebliche Resilienz\u201c gegen\u00fcber Krisen aller Art \u2013 wird erst recht und nachhaltig behindert.<\/p>\n<p>Zeitverz\u00f6gert, daf\u00fcr umso h\u00e4ufiger werden daher in den n\u00e4chsten Jahren KMUs in einer Art \u201eSchuldknechtschaft\u201c landen. Viele werden die Notbremse ziehen und aufgeben. Da sich die Meisten aber nicht hinter einer Haftungsbeschr\u00e4nkung \u00e1 la Aktiengesellschaft oder (eingeschr\u00e4nkt) GmbH verstecken k\u00f6nnen, wartet nach dem Unternehmenskonkurs der Privatkonkurs.<\/p>\n<p><strong>Verbaute Zukunft durch Schulden<\/strong><\/p>\n<p>In der Schuldnerberatung Wien werden einmal pro Jahr f\u00fcr ein Monat alle Menschen befragt, deren Schuldensituation nun als \u201egeregelt\u201c gilt. Dabei f\u00e4llt bei wirklich Allen ein Satz, der in etwa lautet: \u201eWenn ich gewusst h\u00e4tte, dass ich kein aussichtsloser Fall bin, dann w\u00e4re ich schon viel fr\u00fcher gekommen.\u201c<\/p>\n<p>Jede Form der Begleichung von Schulden erfordert regelm\u00e4ssige und vor allem ausreichende Einnahmen des Schuldners. Kommt eine \u2013 wenn auch nur kleine \u2013 Zahlungsverz\u00f6gerung zustande, dann wird ein Automatismus in Gang gesetzt, der zu einer absurden Eskalation f\u00fchrt. Der Gl\u00e4ubiger braucht sich nicht darum k\u00fcmmern, warum sich eine Zahlung verz\u00f6gert, sofort kann er die Forderung \u201ef\u00e4llig stellen\u201c, zus\u00e4tzliche Zinsen und Kosten verlangen und seine Forderung bei Gericht einklagen. Einspr\u00fcche sind sinnlos, da das Bestehen des Schuldverh\u00e4ltnisses ausreicht, um den gerichtlichen \u201eTitel\u201c zu erwirken.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens dann wird das Leben eines verschuldeten Menschen zur H\u00f6lle. Sobald ein Schuldverh\u00e4ltnis \u201etituliert\u201c ist, k\u00f6nnen alle M\u00f6glichkeiten der \u201eExekutionsordnung\u201c ausgesch\u00f6pft werden. Das heisst, einerseits wachsen die Schulden durch die erw\u00e4hnten (und betr\u00e4chtlichen) Verzugszinsen, andererseits kann sich der Gl\u00e4ubiger aussuchen, zu welchen Zwangsmitteln der Eintreibung er greift. Er kann Lohn- oder Gehaltspf\u00e4ndung beantragen, den Besuch des Gerichtsvollziehers veranlassen (\u201eFahrnispf\u00e4ndung\u201c), auf das Verm\u00f6gen des Schuldners zugreifen, ja sogar die Verwertung einer \u201egef\u00f6rderten Mietwohnung\u201c betreiben. Alles das ist m\u00f6glich, selbst wenn klar ist, dass durch all diese Massnahmen die Schulden nicht bezahlt werden k\u00f6nnen, da ja stets neue Verzugszinsen und Kosten dazu kommen.<\/p>\n<p>In dieser Situation resignieren viele Menschen, da sie st\u00e4ndig vor Augen gef\u00fchrt bekommen, dass sie ihre Lage nicht mehr im Griff haben. Wie f\u00fchlt man sich, wenn z.B. einem jederzeit ein pers\u00f6nlicher Gegenstand im Zuge einer Fahrnispf\u00e4ndung weggenommen werden kann. Welche pers\u00f6nliche Zukunftsplanung bleibt \u00fcber, wenn alle Kraft f\u00fcr den Schuldendienst aufgewendet werden muss. Welche reale Chancen hat jemand am Arbeitsmarkt, wenn noch im Probemonat eine Lohnpf\u00e4ndung einlangt?<\/p>\n<p>Die Dimension der Verschuldung von Privatpersonen, die \u2013 wie erw\u00e4hnt \u2013 ab den 1980er Jahren begonnen hat, ist gigantisch: Im Vorjahr, also 2019, wurden 618.338 Lohnpf\u00e4ndungen und 729.200 Fahrnispf\u00e4ndungen bei \u00f6sterreichischen Gerichten beantragt (Zahlen des Justizministeriums). Dem gegen\u00fcber stehen jedoch j\u00e4hrlich maximal 10.000 gerichtliche Schuldenregulierungsverfahren (\u201ePrivatkonkurse\u201c).<\/p>\n<p><strong>Wird eine rasche L\u00f6sung verz\u00f6gert?<\/strong><\/p>\n<p>Nun kann der Privatkonkurs nat\u00fcrlich auch nicht als der Weisheit letzter Schluss gesehen werden, aber es ist doch eine Tatsache, dass er derzeit die einzige legale M\u00f6glichkeit darstellt, um aus einer \u00dcberschuldungssituation \u2013 sei sie unverschuldet oder verschuldet entstanden \u2013 wieder heraus zu kommen.<\/p>\n<p>Hier gibt es eine interessante Entwicklung, die \u2013 trotz brennender Aktualit\u00e4t \u2013 fast unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit l\u00e4uft: Am 20. Juni 2019 hat die Europ\u00e4ische Union eine Richtlinie verabschiedet, wonach KMUs (vor allem EPUs, also Ein-Personen-Unternehmen) im Falle eines Scheiterns ein Insolvenzverfahren in Anspruch nehmen k\u00f6nnen, das Schuldenfreiheit bereits nach drei Jahren garantiert. Aktuell gibt es in \u00d6sterreich ein Schuldenregulierungsverfahren, das zwischen f\u00fcnf Jahre (Absch\u00f6pfungsverfahren) und f\u00fcnf bis sieben Jahren (Zahlungsplan) dauert.<\/p>\n<p>Die Umwandlung in nationales Recht muss bis 17. Juli 2021 vollzogen sein. Angesichts der zu erwartenden Covid-19-Pleiten w\u00e4re dies ein Beitrag zur einfacheren Sanierung der gescheiterten KMUs.<\/p>\n<\/article>\n<p class=\"author\">Alexander Maly<br \/>\nstreifzuege.org<\/p>\n<div id=\"emailskopiertclipboardPopupMail\" class=\"emailskopiertHiddenPopup\" style=\"z-index: 1102;\">\n<div id=\"emailskopiertpopupContentToMail\">\n<div id=\"emailskopiertinfoToPopupClipboard\">E-Mail wurde erfolgreich kopiert<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"emailskopiertclipboardPopupMail\" class=\"emailskopiertHiddenPopup\" style=\"z-index: 1102;\">\n<div id=\"emailskopiertpopupContentToMail\">\n<div id=\"emailskopiertinfoToPopupClipboard\">E-Mail wurde erfolgreich kopiert<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis in die 1980er Jahre war die Verschuldung der privaten Haushalte und auch die damit verbundene Verschuldung von Privatpersonen kein grosses Thema. 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