{"id":1226212,"date":"2020-10-26T15:44:28","date_gmt":"2020-10-26T15:44:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1226212"},"modified":"2020-10-26T15:47:07","modified_gmt":"2020-10-26T15:47:07","slug":"militaerbasen-bleiben-nie-ungenutzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2020\/10\/militaerbasen-bleiben-nie-ungenutzt\/","title":{"rendered":"Milit\u00e4rbasen bleiben nie ungenutzt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wenn Sie so wie ich die uns\u00e4gliche Angewohnheit haben, auf die Verlogenheit der Tatsachen hinzuweisen, die zu den verschiedensten Kriegen f\u00fchren, dann fangen Sie an die Menschen zu \u00fcberzeugen, dass Kriege ja gar nicht der Abschaffung der Massenvernichtungswaffen dienen, die sie verbreiten, oder der Ausschaltung der Terroristen, die sie erschaffen, oder der Verbreitung der Demokratie, die sie ersticken. Die meisten Menschen werden deshalb bald fragen: \u201eNun, wozu sind dann eigentlich Kriege?\u201c<\/strong><\/p>\n<p>An dieser Stelle gibt es zwei h\u00e4ufige Irrt\u00fcmer. Der eine ist es anzunehmen, dass es eine einzige Antwort darauf gibt. Der andere ist es anzunehmen, dass die Antworten alle einen rationalen Sinn ergeben. Eine grundlegende Antwort, die ich unendliche Male gegeben habe ist, dass Kriege f\u00fcr den Profit, f\u00fcr Macht und f\u00fcr Pipelines gef\u00fchrt werden, f\u00fcr die Kontrolle \u00fcber fossile Brennstoffe, \u00fcber Territorien und Regierungen, wegen Wahltaktiken, Karrierestreben und Bewertungen der Medien, f\u00fcr die R\u00fcckzahlung von \u201eBeitr\u00e4gen\u201c zu Wahlkampagnen, wegen der Tr\u00e4gheit des aktuellen Systems und aufgrund einer kranken, sadistischen Machtgeilheit und xenophober B\u00f6swilligkeit.<\/p>\n<p>Wir wissen, dass Kriege nicht mit Bev\u00f6lkerungsdichte oder Ressourcenknappheit in Verbindung stehen oder mit irgendwelchen anderen Faktoren, die von einigen US Oberen benutzt werden, um die Schuld an den Kriegen deren Opfern zuzuschieben. Wir wissen, dass Kriege kaum dort gef\u00fchrt werden, wo die Waffenschmieden stehen. Wir wissen, dass Kriege in engem Zusammenhang mit den Vorkommen an fossilen Brennstoffen stehen. Sie stehen jedoch auch mit einem anderen Faktor in Verbindung, der eine andere Antwort auf die Frage gibt, wof\u00fcr Kriege eigentlich gut sind: St\u00fctzpunkte. Wir alle wissen jetzt seit Jahrzehnten, dass die j\u00fcngsten Dauerkriege der USA vor allem darin bestehen, verschiedene L\u00e4nder mit St\u00fctzpunkten zu \u00fcberziehen und dass die Ziele auch darin bestehen, eine ganze Zahl von permanenten St\u00fctzpunkten und \u00fcberdimensionalen Botschafts-Festungen zu unterhalten. Was aber wenn die Kriege nicht nur von dem Ziel getrieben sind, neue St\u00fctzpunkte zu errichten, sondern auch zum gro\u00dfen Teil von der Existenz der bestehenden?<\/p>\n<p>In seinem neuen Buch \u201eThe United States of War\u201c geht David Vine auf Untersuchungen der US Armee ein, die zeigen, dass seit den 1950er Jahren eine Milit\u00e4rpr\u00e4senz der USA mit dem Beginn milit\u00e4rischer Konflikte durch das US Milit\u00e4r in Zusammenhang steht. Vine schreibt in Anlehnung an einen Satz aus dem Film \u201eField of Dreams\u201c, nicht aber in Bezug auf ein Baseball-Feld, sondern auf Milit\u00e4rbasen: \u201eWenn Du sie errichtest, werden Kriege kommen.\u201c Vine z\u00e4hlt au\u00dferdem zahllose Beispiele f\u00fcr den Teufelskreis Kriege \u2013 St\u00fctzpunkte \u2013 Kriege \u2013 St\u00fctzpunkte auf, die letztlich dann nicht nur noch mehr Kriege mit sich bringen, sondern dar\u00fcber hinaus als Rechtfertigung f\u00fcr die Beschaffung von mehr Waffen und Truppen dienen, um diese St\u00fctzpunkte auszustatten, was gleichzeitig wiederum auf sie zur\u00fcckf\u00e4llt. All diese Faktoren generieren dann die Grundlage f\u00fcr neue Kriege.<\/p>\n<p>Vines vorhergehendes Buch war \u201eBase Nation: How U.S. Military Bases Abroad Harm America and the World\u201c (Die St\u00fctzpunkt-Nation: Wie US Milit\u00e4rbasen im Ausland Amerika und die Welt sch\u00e4digen) Der volle Titel des aktuellen Buches ist \u201eThe United States of War: A Global History of America\u2019s Endless Conflicts, From Columbus to the Islamic State\u201c (Die Vereinigten Staaten von Kriegen: Eine Geschichte Amerikas endloser Konflikte \u2013 von Columbus bis zum Islamischen Staat). Es ist jedoch keine detaillierte Aufzeichnung jedes Kriegs der USA \u2013 das w\u00fcrde viele Tausend Seiten umfassen. Es ist auch keine Abkehr vom Thema der St\u00fctzpunkte. Es ist vielmehr eine Chronik, welche Rollen bei der Entstehung und Durchf\u00fchrung von Kriegen St\u00fctzpunkte gespielt haben und immer noch spielen.<\/p>\n<p>Am Ende des Buches ist eine lange Liste der Kriege und anderer Konflikte der USA aufgef\u00fchrt, die aus welchem Grund auch immer nicht als Kriege bezeichnet wurden. Es ist eine Liste, die ununterbrochen von noch vor der Gr\u00fcndung der Vereinigten Staaten bis heute reicht und die nicht davon ausgeht, die Kriege gegen die nordamerikanischen Ureinwohner h\u00e4tten nicht existiert oder w\u00e4ren keine ausl\u00e4ndischen Kriege gewesen. Die Liste enth\u00e4lt entfernte Kriege auf der ganzen Welt, weit vor der Vollendung der \u201eoffenkundigen Bestimmung\u201c f\u00fcr die Westk\u00fcste der USA sowie kleinere Kriege, die zeitgleich an zahlreichen Orten und mit der Durchf\u00fchrung gr\u00f6\u00dferer Kriege anderswo ausbrachen. Sie enth\u00e4lt kurze und extrem lange Kriege (so wie den 36 Jahre andauernden Krieg gegen die Apachen), die die st\u00e4ndigen Verk\u00fcndungen, dass der Krieg in Afghanistan der l\u00e4ngste der USA bisher sei, ad absurdum f\u00fchren \u2013 gleichzeitig mit der Vorstellung, die vergangenen 19 Jahre Krieg w\u00e4ren etwas Neues und Anderes. W\u00e4hrend der Research Service des US Kongress einst behauptete, dass die USA elf Jahre in ihrer Geschichte im Frieden gewesen sind, sagen andere Gelehrte, dass die korrekte Zahl der friedlichen Jahre bisher gleich null ist.<\/p>\n<p>Die \u00fcber den Globus als Milit\u00e4rbasen verteilte US Mini-Vorstadtparadise sind geschlossene Communities auf Steroiden (und Apartheid). Ihre Bewohner sind oft vor strafrechtlicher Verfolgung f\u00fcr Taten jenseits der Tore immun. Lokale Besch\u00e4ftigte sind innerhalb nur zugelassen, um die Garten- und Reinigungsarbeiten zu machen. Die Reisen und Annehmlichkeiten bringen gro\u00dfe Verg\u00fcnstigungen f\u00fcr die Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen und f\u00fcr die Kongressmitglieder mit sich, die zum Zwecke der Budgetkontrolle auf \u201eWelttournee\u201c zu den St\u00fctzpunkten reisen. Die Vorstellung jedoch, dass die St\u00fctzpunkte der Verteidigung dienen, dass sie das Gegenteil von dem bewirken, wovor Eisenhower gewarnt hatte, stellt einfach die Realit\u00e4t auf den Kopf. Eines der Hauptprodukte der US-St\u00fctzpunkte in den L\u00e4ndern anderer V\u00f6lker ist der bittere Unmut, der Vine uns daran erinnern l\u00e4sst, wie sich die Bewohner in den nordamerikanischen Kolonien damals angesichts der britischen Milit\u00e4rbesatzung gef\u00fchlt haben m\u00fcssen. Diese britischen Truppen benahmen sich gesetzlos und die Siedler erlebten die gleichen \u00dcbergriffe wie Pl\u00fcnderungen, Vergewaltigungen und Bel\u00e4stigungen, wie die Menschen heute, die seit vielen Jahrzehnten in der N\u00e4he von US Milit\u00e4rbasen leben.<\/p>\n<p>Weit vor ihrer angeblichen Entstehung 1898 wurden ausl\u00e4ndische US St\u00fctzpunkte von der aufstrebenden jungen Nation noch vor der Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung 1776 in Kanada errichtet und breiteten sich von da an rasch aus. In den USA gibt es mehr als 800 aktuelle oder fr\u00fchere Milit\u00e4rgel\u00e4nde mit dem Begriff \u201eFort\u201c in ihren Namen. Sie waren Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte auf fremden Territorium, so wie zahllose andere ohne den Begriff \u201eFort\u201c in ihren aktuellen Namen. Sie gingen den Siedlern in den Kolonien voraus. Sie provozierten Gegenreaktionen. Sie erzeugten Kriege. Und diese Kriege f\u00fchrten zu noch mehr St\u00fctzpunkten, da die Grenze immer weiter nach au\u00dfen verschoben wurde. W\u00e4hrend des Unabh\u00e4ngigkeitskrieges und auch w\u00e4hrend der meisten gr\u00f6\u00dferen bekannten Kriege gingen die Vereinigten Staaten sofort dazu \u00fcber, zahlreiche kleinere Kriege zu f\u00fchren, in diesem Fall zum Beispiel gegen die nordamerikanischen Ureinwohner im Ohio Valley, westlich von New York. In Virginia, wo ich lebe, sind Denkm\u00e4ler, Grundschulen und St\u00e4dte nach Personen benannt, denen der Verdienst zugeschrieben wird, das US-Empire (und das von Virginia) w\u00e4hrend der \u201eAmerikanischen Revolution\u201c nach Westen erweitert zu haben.<\/p>\n<p>Weder die Errichtung von St\u00fctzpunkten noch das F\u00fchren von Kriegen hat je aufgeh\u00f6rt. Im Krieg von 1812, als die USA das kanadische Parlament abbrannten, woraufhin die Briten Washington abbrannten, errichteten die USA Verteidigungsbasen rund um Washington, D.C., die auch nicht ann\u00e4hernd ihren Zweck erf\u00fcllten \u2013 so wie das bei fast allen US St\u00fctzpunkten auf der Welt heute der Fall ist. Sie sind f\u00fcr den Angriff ausgerichtet, nicht f\u00fcr die Verteidigung.<\/p>\n<p>Zehn Tage nachdem der Krieg 1812 endete, erkl\u00e4rte der US Kongress dem nordafrikanischen Staat Algiers den Krieg. Es war schon damals, und nicht erst 1898, dass die US-Marine damit begann, St\u00fctzpunkte f\u00fcr ihre Schiffe auf f\u00fcnf Kontinenten einzurichten, die dann im 19. Jahrhundert f\u00fcr Angriffe auf Taiwan, Uruguay, Japan, Holland, Mexiko, Ecuador, China, Panama und Korea benutzt wurden.<\/p>\n<p>Der B\u00fcrgerkrieg der USA, ausgetragen, weil sich Nord und S\u00fcd lediglich auf eine endlose Expansion einigen konnten, nicht aber auf ihren Umgang mit der Sklaverei in den neuen Territorien, war nicht\u00a0 nur ein Krieg zwischen Nord und S\u00fcd, sondern wurde auch vom Norden gegen die Schoschonen, die Bannnock, die Ute, Apache und Navajo in Nevada, Utah, Arizona und New Mexico gef\u00fchrt. Ein Krieg, der t\u00f6tete, Land okkupierte und Tausende nach Bosque Redondo, ein vom Milit\u00e4r kontrolliertes Lager zwang \u2013 ein Lager der Art, das sich sp\u00e4ter die Nazis zum Vorbild nahmen.<\/p>\n<p>Neue St\u00fctzpunkte bedeuteten neue Kriege jenseits der St\u00fctzpunkte. Presidio in San Francisco wurde von Mexiko \u00fcbernommen und benutzt, um die Philippinen anzugreifen, wo dann die St\u00fctzpunkte benutzt wurden, um Korea und Vietnam zu attackieren. Tampa Bay, den Spaniern abgenommen, wurde benutzt, um Kuba anzugreifen. Guantanamo Bay, von Kuba abgenommen, diente zur Attacke gegen Puerto Rico. Und so weiter. Bis 1844 hatte das US-Milit\u00e4r Zugriff auf f\u00fcnf H\u00e4fen in China. Das Shanghai International Settlement von 1863 zwischen den Briten und den Amerikanern war ein \u201eumgekehrtes Chinatown\u201c \u2013 so wie sich heute die US-St\u00fctzpunkte auf dem gesamten Globus darstellen.<\/p>\n<p>Vor dem Zweiten Weltkrieg und selbst zum gr\u00f6\u00dften Teil w\u00e4hrend der Ausweitung der St\u00fctzpunkte w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges, waren viele von ihnen nicht f\u00fcr dauerhaft konzipiert. Einige waren es, andere jedoch, wie die meisten St\u00fctzpunkte in Zentralamerika und der Karibik, wurden als vor\u00fcbergehend angesehen. Der Zweite Weltkrieg sollte all dies \u00e4ndern. Der Status aller St\u00fctzpunkte war nun dauerhaft. Das begann mit Roosevelts Tausch alter Schiffe mit Gro\u00dfbritannien gegen St\u00fctzpunkte in acht britischen Kolonien \u2013 von denen keine in dieser Angelegenheit irgendein Mitspracherecht hatte. Ebenso wenig wie der Kongress \u2013 denn Roosevelt handelte auf eigene Faust und schuf damit einen furchtbaren Pr\u00e4zedenzfall. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges errichteten und okkupierten die USA 30,000 Einrichtungen auf 2000 St\u00fctzpunkten auf jedem Kontinent.<\/p>\n<p>Ein St\u00fctzpunkt in Dhahran in Saudi Arabien war f\u00fcr den Kampf gegen die Nazis geplant. Nach der Kapitulation Deutschlands wurde der Bau jedoch dennoch fertig gestellt. Denn das \u00d6l war ja noch da. Und der Bedarf an Landefl\u00e4chen f\u00fcr Flugzeuge in diesem Teil der Welt war ebenfalls da. Und der Rechtfertigungsbedarf f\u00fcr den Kauf neuer Flugzeuge bestand auch. Und Kriege w\u00fcrden so sicher sein wie das Amen in der Kirche.<\/p>\n<p>Der Zweite Weltkrieg wurde nur zum Teil beendet. Immense Streitkr\u00e4fte blieben dauerhaft im Ausland stationiert. Roosevelts Vizepr\u00e4sident Henry Wallace dachte, dass die St\u00fctzpunkte im Ausland den Vereinten Nationen \u00fcbergeben werden sollten. Stattdessen wurde er rasch von der B\u00fchne verdr\u00e4ngt. Vine schreibt, dass hunderte \u201eBring Back Daddy\u201c (Holt Papa zur\u00fcck) Clubs in den Vereinigten Staaten entstanden. Sie alle scheiterten. Stattdessen begann man mit einer radikalen neuen Vorgehensweise, indem man die Angeh\u00f6rigen zu ihren Familienoberh\u00e4uptern in den St\u00fctzpunkten verfrachtete \u2013 und hatte damit die Reduzierung der Zahl von Vergewaltigungen an der einheimischen Bev\u00f6lkerung im Hinterkopf.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wurde das US-Milit\u00e4r nach dem zweiten Weltkrieg signifikant reduziert, jedoch bei weitem nicht in dem Ma\u00dfe, wie das nach anderen Kriegen der Fall gewesen war. Und vieles wurde wieder hochgefahren, als der Beginn des Koreakrieges auf der Tagesordnung stand. Dieser Krieg lie\u00df die Zahl der US-St\u00fctzpunkte im Ausland um 40% anwachsen. Einige bezeichnen vielleicht den Krieg gegen Korea als unmoralisch, einen Horror oder kriminellen Frevel, w\u00e4hrend andere von einem Klotz am Bein oder einer strategischen Dummheit sprechen. Jedoch im Hinblick auf die Errichtung von St\u00fctzpunkten und die Festigung der Macht der R\u00fcstungsindustrie \u00fcber die US-Regierung war dieser Krieg ein Wahnsinnserfolg \u2013 exakt so wie es Barack Obama w\u00e4hrend seiner Pr\u00e4sidentschaft benannte.<\/p>\n<p>Eisenhower sprach vom milit\u00e4risch-industriellen Komplex, der die Regierung korrumpiert. Eines von vielen Beispielen, die Vine benennt, ist das Verh\u00e4ltnis zwischen den USA und Portugal. Das US-Milit\u00e4r wollte St\u00fctzpunkte auf den Azoren, also erkl\u00e4rte sich die US Regierung bereit, Portugals Diktator zu unterst\u00fctzen, den portugiesischen Kolonialismus sowie die Aufnahme Portugals in die NATO. Und die Menschen in Angola, Mozambique und Cap Verde wurden verdammt \u2013 oder eher sie entwickelten eine Feindseligkeit gegen\u00fcber den USA \u2013 als Preis daf\u00fcr, dass die Vereinigten Staaten von einem weltweiten Netz an St\u00fctzpunkten \u201everteidigt\u201c werden. Vine nennt 17 F\u00e4lle weltweit, in denen durch die Errichtung von US-St\u00fctzpunkten die lokale Bev\u00f6lkerung vertrieben wurde. Eine Tatsache, die Seite an Seite in Lehrb\u00fcchern der USA mit der Behauptung steht, dass das Zeitalter der Eroberungen vor\u00fcber ist.<\/p>\n<p>Die NATO erleichterte den USA die Errichtung von St\u00fctzpunkten in Italien. W\u00e4ren sie \u201eUS-St\u00fctzpunkte\u201c genannt worden, h\u00e4tten sich die Italiener sicher niemals damit abgefunden. So wurden sie ihnen unter dem falschen Namen \u201eNATO-St\u00fctzpunkt\u201c verkauft.<\/p>\n<p>Die St\u00fctzpunkte haben sich immer weiter auf dem Globus ausgebreitet, im Allgemeinen begleitet von Protesten. Diese Proteste, oft erfolgreich, oft aber auch nicht, waren und sind ein wesentlicher Teil der Weltgeschichte des vergangenen Jahrhunderts, der in den Geschichtsb\u00fcchern der USA kaum Erw\u00e4hnung findet. Sogar das ber\u00fchmte Friedenszeichen tauchte zum ersten Mal bei einem Protest gegen einen US-Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt auf. Jetzt verbreiten sich die St\u00fctzpunkte \u00fcber Afrika und bis an die Grenzen Chinas und Russlands, w\u00e4hrend sich die Zivilgesellschaft der Vereinigten Staaten immer mehr an Routine-Kriege gew\u00f6hnt, die von \u201eSpezialkr\u00e4ften\u201c oder ferngesteuerten Flugzeugen gef\u00fchrt werden. Atomwaffen werden gebaut wie verr\u00fcckt und der Militarismus wird von keiner der beiden gro\u00dfen politischen Parteien der USA in Frage gestellt.<\/p>\n<p>Wenn Kriege zum Teil wegen der St\u00fctzpunkte gef\u00fchrt werden, sollten wir dann nicht langsam fragen, wof\u00fcr die St\u00fctzpunkte gut sind? Vine bezieht sich auf Untersuchungen des Kongresses mit dem Fazit, dass viele St\u00fctzpunkte auf Grund von \u201eGewohnheit\u201c erhalten bleiben. Und er zitiert verschiedene Offizielle des Milit\u00e4rs, die in Angst \u2013 oder genauer Paranoia ertrinken und das Anzetteln eines Angriffskrieges als Form der Verteidigung sehen. Beides sind sehr reale Ph\u00e4nomene, doch ich denke, dass sie an ein \u00fcberm\u00e4chtiges Streben nach globaler Dominanz und Profit gebunden sind \u2013 verbunden mit einem soziopathischen Willen bzw. Drang, Kriege anzuzetteln.<\/p>\n<p>Etwas, was meiner Ansicht nach in keinem Buch gen\u00fcgend zur Geltung kommt, ist die Rolle des Waffenhandels. Diese St\u00fctzpunkte schaffen Waffen-K\u00e4ufer \u2013 Despoten und \u201edemokratische\u201c Offizielle, die man <a href=\"https:\/\/davidswanson.org\/20dictators\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">bewaffnen, trainieren, sponsern und somit abh\u00e4ngig<\/a> vom US-Milit\u00e4r machen kann \u2013 und die US Regierung noch abh\u00e4ngiger von den Profiteuren der Kriege.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass jede(r) The United States of War liest. Bei World BEYOND War steht der Kampf um die <a href=\"https:\/\/worldbeyondwar.org\/bases\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schlie\u00dfung der St\u00fctzpunkte<\/a> ganz oben auf der Agenda.<\/p>\n<p><em><strong>Die \u00dcbersetzung aus dem Englischen wurde von Silvia Sander vom ehrenamtlichen Pressenza-\u00dcbersetzungsteam erstellt.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/mitarbeiten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wir suchen Freiwillige!<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Sie so wie ich die uns\u00e4gliche Angewohnheit haben, auf die Verlogenheit der Tatsachen hinzuweisen, die zu den verschiedensten Kriegen f\u00fchren, dann fangen Sie an die Menschen zu \u00fcberzeugen, dass Kriege ja gar nicht der Abschaffung der Massenvernichtungswaffen dienen, 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