{"id":1204409,"date":"2020-09-28T09:01:59","date_gmt":"2020-09-28T08:01:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1204409"},"modified":"2020-09-28T09:04:25","modified_gmt":"2020-09-28T08:04:25","slug":"apologetische-tautologie-hungertod-durch-corona-schutzmassnahmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2020\/09\/apologetische-tautologie-hungertod-durch-corona-schutzmassnahmen\/","title":{"rendered":"Apologetische Tautologie: Hungertod durch Corona-Schutzma\u00dfnahmen?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Artikel wird der Frage nachgegangen, ob tats\u00e4chlich die Corona-Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr den Hunger im globalen S\u00fcden verantwortlich sind. Diese These geht auf Behauptungen von Publizisten und Corona-Gegnern zur\u00fcck, die immer wieder die Alternative aufstellen, entweder Corona-Schutzma\u00dfnahmen oder Hungertod von hunderten Millionen Menschen im globalen S\u00fcden in Kauf zu nehmen.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Diese undialektische Entgegensetzung birgt die Gefahr in sich, Corona-Schutzma\u00dfnahmen generell abzulehnen. Hier wird eine sarkastische Ursachenzuschreibung f\u00fcr den Hungertod von Millionen Menschen in der Welt aufgemacht, die nicht bewiesen ist, die schockiert, Schuldgef\u00fchle hervorruft und\u00a0 Menschen verachtendes politisches Handeln unterstellt, das dem kalkulierten Hungertod vor dem Corona-Tod pr\u00e4feriert.<\/strong><\/p>\n<p>Wir wollen diese Ansicht am lateinamerikanischen Beispiel \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Die erste Frage sollte sein: Haben die Corona-Ma\u00dfnahmen den Hunger in dieser Region hervorgerufen? Das muss eindeutig mit \u201eNein\u201c beantwortet werden. Hunger existierte auf dem Kontinent schon lange vor Corona und hat wohl etwas mit der extrem ungleichen Verteilung des Reichtums, mit der nachkolonialen untergeordneten Stellung der L\u00e4nder in der internationalen Arbeitsteilung, der wirtschaftlichen und politischen Abh\u00e4ngigkeit von au\u00dfen, der Armut der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung und der hohen Arbeitslosigkeit zu tun, was in 40 Jahren neoliberaler Politik bis ins Extreme gesteigert wurde.<\/p>\n<p>Die SARS-Cov-2-Infektion bedroht besonders Menschen, die hungern, sich schlecht ern\u00e4hren, im informellen Sektor arbeiten und unter Krankheiten leiden. Au\u00dferdem lebt ein Gro\u00dfteil der armen Menschen in engen und unhygienischen Verh\u00e4ltnissen oder in Obdachlosigkeit, die gesundheitliche Schutzma\u00dfnahmen unm\u00f6glich machen. Und arme Menschen, die auf Grund der Pandemie zu Hause bleiben m\u00fcssen und ihrer informellen Besch\u00e4ftigung nicht nachgehen k\u00f6nnen, hungern. So weit, so richtig. Kann man deshalb behaupten, dass Vorsichtsma\u00dfnahmen gegen die Verbreitung eines Virus Schuld am Hunger sind?<\/p>\n<h4><strong>Brasilien<\/strong><\/h4>\n<p>Besch\u00e4ftigen wir uns in der Lesart der o.g. These mit dem brasilianischen Pr\u00e4sidenten Jair Bolsonaro, der sogar trotz eigener Erkrankung mit Covit-19 seinem Unglauben an Corona treu blieb. Er bezeichnet das Virus als \u201eleichte Grippe\u201c und alle o.g. Ma\u00dfnahmen als \u00fcberzogen und sinnlos. Nat\u00fcrlich hat er nicht die Armen im Blick, die arbeiten m\u00fcssen, um leben zu k\u00f6nnen oder die Hungernden, die auf den Stra\u00dfen liegen, oder die Indigenen, die keine Abwehrkr\u00e4fte gegen das Virus haben, er hat die \u201eWirtschaft\u201c, die \u201eweiter laufen m\u00fcsse\u201c im Auge. Er opfert mit seinem \u201eCorona-Atheismus\u201c die Schw\u00e4chsten der Gesellschaft der \u201eWirtschaft\u201c. Wie ist es um diese \u201eWirtschaft\u201c bestellt? Schon vor der Pandemie brannte der Amazonas-Regenwald, was die ganze Welt emp\u00f6rte. Die Wirtschaftslobby der Produzenten und Exporteure von genver\u00e4ndertem Soja, von gro\u00dffl\u00e4chiger exportorientierter Rinderzucht und von Tropenholz, der Erd\u00f6lf\u00f6rderung und der Goldsch\u00fcrferei geh\u00f6ren zu den Profiteuren der illegalen Abholzung des Tropenwaldes, den Anh\u00e4ngern des ultrarechten Pr\u00e4sidenten und den \u201eCorona-Ver\u00e4chtern\u201c. Jetzt, w\u00e4hrend der Corona-Krise und der Schlie\u00dfung der indigenen Gebiete, gab ein \u00f6ffentlich gewordener Videomitschnitt einer Kabinettssitzung die wahren Absichten der Regierung bekannt. Das Verbot f\u00fcr Protestveranstaltungen, das durch mehrere Gouverneure erlassen wurde, sollte nach der Meinung des Umweltministers genutzt werden, um die Gesetze zur Einschr\u00e4nkung der Abholzung des Tropenwaldes zu umgehen. Er sagte:\u201eWir haben in diesem Moment die Chance, alle Regelungen zu \u00e4ndern.\u201c <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Dass nun, w\u00e4hrend der Pandemie, die meisten Waldbr\u00e4nde im Amazonas-Gebiet, im Juni 2020 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, verzeichnet wurden, ist Ergebnis der Nutzung der Pandemie, um die eigenen Interessen widerrechtlich durchzusetzen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Das Ergebnis der speziellen Corona-Politik in Brasilien ist, dass das Land nach den USA und Indien den dritten Platz der Infizierten und den zweiten bei den Toten in der Welt einnimmt. Am 24.09.2020 waren in Brasilien viereinhalb Millionen (4.591.364) Menschen mit dem SARS-Cov-19-Virus infiziert und 138.105 Menschen sind daran gestorben.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Wissenschaftler gehen davon aus, dass Brasilien f\u00fcnf Mal so viele Infizierte und entsprechend viele Tote hat, die keiner z\u00e4hlt, da viele Covit-19-Kranke zu Hause oder auf der Stra\u00dfe sterben, ohne getestet zu werden.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> \u00dcberhaupt werden in Brasilien extrem wenige Tests durchgef\u00fchrt. In Brasilien sterben die Menschen wegen der zu sp\u00e4t durchgef\u00fchrten und unvollkommenen Ma\u00dfnahmen am Virus und am Hunger. Die Hungernden und Armen sind aber die ersten, die am Virus sterben.<\/p>\n<h4><strong>Mexiko<\/strong><\/h4>\n<p>In Mexiko, wo der linksliberale Pr\u00e4sident Lopez Obrador st\u00e4rker dem schwedischen Modell folgt und auf freiwilliges Zu-Hause-Bleiben setzt, kann beobachtet werden, dass die Zahl der Infizierten und besonders die der Toten sehr hoch ist und weiter steigt.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Die Todesrate liegt in Mexiko nach Berechnungen der Johns Hopkins University bei 11,9 Prozent nach Italien(14,5 Prozent) und Gro\u00dfbritannien (14 Prozent).<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Der Pr\u00e4sident proklamierte, dass ihm die Armen am Herzen liegen, die arbeiten m\u00fcssen und in beengten Verh\u00e4ltnissen leben und gab die Losung aus \u201eDie Armen zuerst\u201c. Gleichzeitig treibt Obrador Investitionen transnationaler Unternehmen voran. In seinem \u201eAusterit\u00e4tserlass\u201c ordnete er K\u00fcrzungen bei staatlichen Zuwendungen im Menschenrechts- und \u00d6kologiebereich an.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Die Armen im informellen Sektor, der 70 Prozent der Besch\u00e4ftigten ausmacht, gehen arbeiten und stecken sich an. Besonders schlimm ist es in den Weltmarktfabriken, der sogen. Maquiladora-Industrie, in der drei Millionen Mexikaner t\u00e4tig sind, und sich die transnationalen Betreiber nicht an Schutzma\u00dfnahmen und Hygienebestimmungen halten. Dort gibt es sehr viele Infizierte und etliche Tote.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Auch unter den Migrant*innen in den Auffanglagern grassiert das Virus. Die Lager wurden nach Vereinbarungen mit den USA errichtet, um Fl\u00fcchtlinge aus Zentralamerika, die in die USA abwandern wollen, aufzuhalten. Sie m\u00fcssen von da aus Asylantr\u00e4ge stellen, die die USA nun nicht mehr annehmen. Die Fl\u00fcchtlingslager in Mexiko entwickelten sich zu einer Art Gefangenenlager und zu Hotspots der Pandemie. \u00c4hnlich sieht es in den v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllten Gef\u00e4ngnissen aus, wo sich die Gefangenen und Aufsichtspersonal anstecken und sterben. Die wirtschaftliche und politische Abh\u00e4ngigkeit Mexikos von den USA, das ca. 80 Prozent seiner Produkte in die USA liefert, versch\u00e4rft bei den Corona bedingten Absatzproblemen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten.<\/p>\n<h4><strong>Chile, Peru, Kolumbien<\/strong><\/h4>\n<p>Man k\u00f6nnte nun entgegen halten, dass in Chile, Kolumbien und Peru trotz eines strikten Lockdowns durch die Regierungen, Spitzenwerte bei Infektionen und Toten nachgewiesen werden k\u00f6nnen und in Kolumbien nach anf\u00e4nglichen Erfolgen die Infektionsraten auf sehr hohem Niveau entwickeln.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Die Infektionen stehen also L\u00e4ndern, in denen die Schutzma\u00dfnahmen locker gehandhabt wurden, in nichts nach. Der Hunger in diesen L\u00e4ndern steigt und die Schlussfolgerung liegt nahe, dass die Corona-Schutzma\u00dfnahmen nichts als Elend f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung bringen. In den gen. L\u00e4ndern kann man jedoch beobachten, dass die Lockdowns, insbesondere in den Armenvierteln, nicht eingehalten werden, da die armen Menschen aus Existenzgr\u00fcnden arbeiten gehen m\u00fcssen. Auf der Arbeit, meist im informellen Sektor, in dem ebenfalls 70 Prozent der Bev\u00f6lkerung besch\u00e4ftigt sind, stecken sie sich an. Au\u00dferdem sind Hygiene in den Armenvierteln und eine ausreichende gesundheitliche Versorgung nicht gew\u00e4hrleistet.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Diese Bedingungen f\u00fchren zu den hohen Zahlen der Infizierten und Toten, trotz eines proklamierten strengen Lockdowns.<\/p>\n<p>Die falsche Behauptung ist: der Hungertod kommt durch die Corona-Ma\u00dfnahmen. Richtig ist, dass die Corona-Krise die althergebrachten Probleme Lateinamerikas enorm versch\u00e4rft und wie in einem Brennglas zur Katastrophe werden l\u00e4sst. Der Hunger wird durch die Corona-Ma\u00dfnahmen verst\u00e4rkt, mit und noch mehr ohne Schutzma\u00dfnahmen.<\/p>\n<h4><strong>Venezuela und Kuba <\/strong><\/h4>\n<p>Es gibt jedoch lateinamerikanische Staaten, die offensichtlich von Regierungen gef\u00fchrt werden, die sehr strikte Schutzma\u00dfnahmen durchf\u00fchren. Die obige Behauptung, dass dort die Bewohner am Hunger sterben w\u00fcrden, h\u00e4lt jedoch keiner \u00dcberpr\u00fcfung stand. Besch\u00e4ftigen wir uns mit Venezuela: Gerade Venezuela, dem die internationale Anerkennung eines gro\u00dfen Teils der westlichen Regierung vorenthalten wird und das durch den Wirtschaftskrieg der USA und der EU extremen wirtschaftlichen, sozialen, Ern\u00e4hrungs- und Gesundheitsproblemen ausgesetzt ist, hat sehr umfassende Corona-Schutzma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt, die haupts\u00e4chlich im Bereich der Pr\u00e4vention und Kontrolle liegen. Wie kann es sein, dass gerade in Venezuela die Infektions- und Todesrate niedrig gehalten werden konnte und erst nach der illegalen R\u00fcckkehr der Auslandsvenezolaner anstieg, sich aber immer noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau h\u00e4lt?<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Auf Grund der R\u00fcckkehrer, die die Grenzkontrollen der Regierung umgingen und die aus vom Virus stark betroffenen L\u00e4ndern wie Brasilien und Kolumbien kamen, f\u00fchrte zu einer echten Herausforderung f\u00fcr Venezuela, die die Regierung zu einem erneuten Lockdown veranlasste. Trotz der gro\u00dfen wirtschaftlichen, gesundheitlichen und Migrationsprobleme hatte Venezuela am 24.09.2020 nur 574 Todesf\u00e4lle, was im Vergleich zu den anderen lateinamerikanischen Staaten wenig ist (Kolumbien hat 24.746 Tote). Nach obiger Logik m\u00fcssten in Venezuela nun die Menschen verhungern, da ja nicht so viele an Corona sterben. Auch wenn es auf Grund der Sanktionen der USA einen Versorgungsnotstand gibt, und die westliche Presse eine Hungersnot in Venezuela behauptet, sind der Staat und die Kommunen in der Lage, die Bev\u00f6lkerung vor einer Hungersnot zu bewahren.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel ist Kuba, das ebenso wie Venezuela unter Sanktionen und internationaler Exklusion leidet. Auch in diesem Land sind die Corona-Schutzma\u00dfnahmen durch niedrige Infektions- und Todesraten von Erfolg gekr\u00f6nt und eine Hungerkatastrophe kann nicht beobachtet werden, auch wenn sich vor den Lebensmittelgesch\u00e4ften nach der Zur\u00fccknahme des Lockdowns auf Grund der internationalen Sanktionen gro\u00dfe Schlangen bilden.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p>In beiden Staaten ist nicht wie in den anderen oben angef\u00fchrten lateinamerikanischen L\u00e4ndern das Gesundheitssystem auf neoliberaler Grundlage kaputt gespart worden. Auch wenn in anderen L\u00e4ndern wie Brasilien und Kolumbien oft Privatkliniken gut aufgestellt sind, so kann sich die Masse der Infizierten, die eben haupts\u00e4chlich arm sind, dort nicht behandeln lassen. Hier kommt die Klassenmedizin zum Tragen. Im Gegensatz dazu, ist das Gesundheitssystem in Kuba seit 1959 und in Venezuela seit der Regierung unter Hugo Chavez breitenwirksam ausgebaut worden und auf die allgemeine und umfassende Versorgung der Gesamtbev\u00f6lkerung ausgerichtet. In Kuba existiert zudem eine medizinische Spitzenforschung auf Weltniveau und\u00a0 solidarische internationale Hilfe f\u00fcr die notleidende Bev\u00f6lkerung in anderen L\u00e4ndern.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> In Venezuela errichteten kubanische \u00c4rztebrigaden nach der Regierungs\u00fcbernahme durch Chavez Gesundheitsst\u00fctzpunkte, insbesondere in den Kommunen, wo es zuvor fast keine Versorgung gab. Die Kindersterblichkeit ging in Venezuela daraufhin stark zur\u00fcck und der Gesundheitszustand der Bev\u00f6lkerung verbesserte sich erheblich. Erst unter der Politik des \u201eAushungerns Venezuelas\u201c durch die USA und die EU gab es einen Abw\u00e4rtstrend. Auch nach Brasilien kamen unter den linken Pr\u00e4sidenten Lula und Rousseff kubanische \u00c4rztebrigaden, die Bolsonaro gleich nach seiner Macht\u00fcbernahme als \u201eSpione\u201c nach Hause zur\u00fcck schickte.<\/p>\n<p>Das Besondere an der Gesundheitspolitik in Kuba und Venezuela ist die haus\u00e4rztliche und Familienbetreuung. \u00c4rzte, Gesundheitspromotoren und Pflegepersonal gehen von Haus zu Haus, was sich in der Corona-Krise als besonders vorteilhaft erwies. Beide L\u00e4nder testen im lateinamerikanischen Vergleich \u00fcberdurchschnittlich viel und beachten auch au\u00dferhalb dessen Covit-19-Symptome, so dass Infektionsketten schnell nachverfolgt und Infektionen rechtzeitig einged\u00e4mmt werden k\u00f6nnen. F\u00fcr eine Einsicht in die Notwendigkeit der Ma\u00dfnahmen durch die Bev\u00f6lkerung spricht, dass die meisten Infizierten zusammen mit ihren Familienangeh\u00f6rigen f\u00fcr 14 Tage freiwillig in medizinische Isolations-Zentren gehen, was die Identit\u00e4t der Bewohner in beiden L\u00e4ndern mit der Corona-Politik belegt, wovon in Venezuela die illegalen R\u00fcckkehrer ausgenommen sind.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass die staatlichen Gesundheitsma\u00dfnahmen eng mit zivilgesellschaftlichem Engagement auf lokaler Ebene verkn\u00fcpft sind. Dies f\u00fchrte in beiden L\u00e4ndern zu einer St\u00e4rkung der Kommunen und deren Bedeutung f\u00fcr den gesamtgesellschaftlichen Entwicklungsprozess. Waren in Kuba Kommunen seit der Revolution, besonders durch die fehlende historische Erfahrung und der st\u00e4ndigen Verteidigungs- und Blockadesituation des Landes durch die USA, nicht sehr entwickelt, hat sich in der Corona-Krise in Kuba ein neues Bewusstsein von kommunaler Selbstst\u00e4ndigkeit herausgebildet und wird auch von der Regierung D\u00edaz-Canel gef\u00f6rdert. In Venezuela war es eines der gr\u00f6\u00dften Verdienste des Pr\u00e4sidenten Chavez, dass er im Rahmen des Konzepts des \u201eSozialismus des 21. Jahrhunderts\u201c die kommunale Selbstverwaltung als einen wichtigen Grundfeiler der Volksmacht betrachtete. Unter den zunehmenden wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten in Venezuela (der vom Westen anerkannten Gegenregierung unter Guiado, der interventionistischen Roll-Back-Strategie der USA und der EU und paramilit\u00e4rischer Attacken) konzentrierte Pr\u00e4sident Maduro die Macht st\u00e4rker beim Staat. Zentralismus und kommunale Organisationen gerieten zunehmend in Konflikt. Fehlende staatliche finanzielle Zusch\u00fcsse f\u00fcr die Kommunen und Kompetenzstreitigkeiten schw\u00e4chten die Kommunen. In der Corona-Krise erlangten die Kommunen nun wieder einen Aufschwung, denn ohne ihre Unterst\u00fctzung w\u00e4re die erfolgreiche Bek\u00e4mpfung der Pandemie und die Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung der Bev\u00f6lkerung nicht m\u00f6glich. So entstanden zwischen den staatlichen Lebensmittelprogrammen (CLAP) und den Selbstversorgungsaktionen der Kommunen, insbesondere der Lieferungen von Lebensmitteln aus landwirtschaftlichen Kommunen, positive Synergieeffekte.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Dieses Zusammenspiel verhinderte in Kuba und Venezuela in der Corona-Krise bei gleichzeitigen Sanktionen eine Hungersnot.<\/p>\n<h4><strong>Fazit<\/strong><\/h4>\n<p>Am lateinamerikanischen Beispiel, das Teil des \u201eGlobalen S\u00fcdens\u201c ist, wird deutlich, dass nicht globale Corona-Schutzma\u00dfnahmen Schuld am Tod von Millionen Hungernden sind, dass die These \u201eCorona-Ma\u00dfnahmen gleich Hungertod von Millionen\u201c keine Option darstellt, sondern dass sowohl die Corona-Krise bek\u00e4mpft, als auch die Bev\u00f6lkerung vor Hunger bewahrt werden muss und kann. Dies kann eindrucksvoll an dem kubanischen und venezolanischen Beispiel nachvollzogen werden. Dass beide Ph\u00e4nomene, Corona und Hunger, erfolgreich bek\u00e4mpft werden k\u00f6nnen, hat etwas mit dem politischen und gesellschaftlichen System in diesen L\u00e4ndern zu tun, das soziale Gleichheit und eine gute Gesundheitsversorgung f\u00fcr alle zum Ziel hat und nicht einer von Abh\u00e4ngigkeit gepr\u00e4gten Kapital- und Profitlogik folgt. Gleichzeitig st\u00e4rkte die Corona-Krise in beiden L\u00e4ndern das zivilgesellschaftliche Engagement, was den Erfolg bei der Virusbek\u00e4mpfung und Vermeidung des Hungers verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Wer die Pandemie ignoriert und Corona als \u201ekleine Grippe\u201c qualifiziert, handelt unverantwortlich und setzt die Menschen einer gro\u00dfen Gefahr mit t\u00f6dlichen Folgen aus. Ein strikter Lockdown unter extrem ungleichen sozialen Verh\u00e4ltnissen ohne ausreichende soziale Abfederung und bei einer Unterordnung unter das transnationale Kapital ist auch nicht m\u00f6glich und f\u00fchrt unter dem Strich zu \u00e4hnlichen Ergebnissen wie beim nachl\u00e4ssigen Umgang mit dem SARS-Cov-2-Virus. Demzufolge ist die These zu Beginn des Artikels tautologischer Unsinn. Sie ignoriert sowohl den dialektischen Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem System und Pandemiebek\u00e4mpfung als auch die ph\u00e4nomenologische Eigenst\u00e4ndigkeit zwischen Pandemie als Naturerscheinung und Hunger als soziale Systemdeterminante.<a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Selent, Karl: Corona-Logik. In: Jens Wernicke\u00a0<a href=\"mailto:jens.wernicke@rubikon.news\">jens.wernicke@rubikon.news<\/a>, 09.07.2020.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Poonal: Gr\u00f6\u00dfte Zahl an Waldbr\u00e4nden seit 13 Jahren. In: Poonal, Washington, 02.07.2020. <a href=\"https:\/\/www.npla.de\/thema\/umwelt-wirtschaft\/groesste-zahl-an-waldbraenden-seit-13-jahren\/\">https:\/\/www.npla.de\/thema\/umwelt-wirtschaft\/groesste-zahl-an-waldbraenden-seit-13-jahren\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> \u201eDer ,Umweltzerst\u00f6rungsminister\u2019: Im Schatten der Corona-Krise werden in Brasilien die Regenw\u00e4lder abgeholzt\u201c, Frankfurter Rundschau Online, 28. Mai 2020.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Johns Hopkins University, Brasilien. CSSE, 24.09.2020. <a href=\"https:\/\/coronavirus.jhu.edu\/map.html\">https:\/\/coronavirus.jhu.edu\/map.html<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Euronews vom 05.06.2020. htts:\/\/de.euronews.com\/2020\/06\/05.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Am 16.07.2020 hatte Mexiko 317. 635 Infizierte und 36.906 Tote. Johns Hopkins University, CSSE, 16.07.2020. <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/gesundheit\/corona-aktuelle-fallzahlen-am-16072020-grafiken-karten-tabellen-ZF7G5L2KOREUFDX5XF4HGGXDFI.html\">https:\/\/www.rnd.de\/gesundheit\/corona-aktuelle-fallzahlen-am-16072020-grafiken-karten-tabellen-ZF7G5L2KOREUFDX5XF4HGGXDFI.html<\/a><\/p>\n<p>[6] Euronews vom 05.06.2020. htts:\/\/de.euronews.com\/2020\/06\/05.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Riesche, Simon (25.06.20), <em>Corona-Angst in Mexiko: \u201eSchlimmer als in New York, Madrid oder der Lombardei\u201c<\/em> (Frankfurter Allgemeine). <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/in-mexiko-wird-kaum-auf-das-coronavirus-getestet-16828330.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/in-mexiko-wird-kaum-auf-das-coronavirus-getestet-16828330.html<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Gerth, Sonja: Etatk\u00fcrzungen in Mexiko wegen der Coonakrise gef\u00e4hrden die Menschenrechte. In: amerika21 vom 05.06.2020. <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2020\/06\/240417\/mexiko-menschenrechtsarbeit-etatkuerzung\">https:\/\/amerika21.de\/2020\/06\/240417\/mexiko-menschenrechtsarbeit-etatkuerzung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> RNP, Nationales Journalistinnennetzwerk: Mexiko: Covit-19-Ausbr\u00fcche in Fabriken bef\u00fcrchtet. Amerika21, 13.06.2020. <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2020\/06\/240704\/mexiko-maquilas-corona\">https:\/\/amerika21.de\/2020\/06\/240704\/mexiko-maquilas-corona<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Am 16.07.2020 hatte Chile 321.205 Infizierte und 7.186 Tote, Peru 337.751 und 12.417 Tote, Kolumbien 159.898 und 5.969 Tote. Johns Hopkins University, CSSE, 16.07.2020. <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/gesundheit\/corona-aktuelle-fallzahlen-am-16072020-grafiken-karten-tabellen-ZF7G5L2KOREUFDX5XF4HGGXDFI.html\">https:\/\/www.rnd.de\/gesundheit\/corona-aktuelle-fallzahlen-am-16072020-grafiken-karten-tabellen-ZF7G5L2KOREUFDX5XF4HGGXDFI.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Ehringfeld, Klaus: Chile in der Coronakrise \u201eWie die Titanic vor dem Eisberg\u201c. In: Spiegel.de,\u00a0 01.06.2020. <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/chile-in-der-corona-krise-wie-die-titanic-vor-dem-eisberg-a-f5c2a3ed-1771-44a0-8eda-d5943dc2f50d\">https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/chile-in-der-corona-krise-wie-die-titanic-vor-dem-eisberg-a-f5c2a3ed-1771-44a0-8eda-d5943dc2f50d<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Am 29.06. gab es \u00fcber 5.000 Infizierte und 44 Tote bei einer Einwohnerzahl von 32 Millionen. In: Venezuelanalysis.com: Venezuela Tightens Quarantine in COVID-19 Hotspots amid Record Daily Case Count. <a href=\"https:\/\/venezuelanalysis.com\/news\/14924\">https:\/\/venezuelanalysis.com\/news\/14924<\/a>. Der Anstieg der Infizierten geht auf die R\u00fcckkehrer aus dem Ausland zur\u00fcck, die oftmals illegale \u00dcberg\u00e4nge benutzen und die Kontrollen umgehen. Die \u00d6ffnung des gesellschaftlichen Lebens wurde r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht und ein erneuter Lockdown eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> In Kuba gab es am 16.07.2020 2438 Infizierte und 87 Tote. Johns Hopkins University, CSSE, 16.07.2020. <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/gesundheit\/corona-aktuelle-fallzahlen-am-16072020-grafiken-karten-tabellen-ZF7G5L2KOREUFDX5XF4HGGXDFI.html\">https:\/\/www.rnd.de\/gesundheit\/corona-aktuelle-fallzahlen-am-16072020-grafiken-karten-tabellen-ZF7G5L2KOREUFDX5XF4HGGXDFI.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Yaffe, Helen: Mit gutem Beispiel voran gehen: Kuba in der Covit-19 Pandemie. Die Antwort des sozialistischen Kuba auf die weltweite Covit-19- Pandemie ist au\u00dfergew\u00f6hnlich, sowohl hinsichtlich des internen Umgangs damit, wie auch des internationalen Beitrags. In: amerika21, 23.06.2020. <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/240999\/kuba-der-covid-19-pandemie\">https:\/\/amerika21.de\/analyse\/240999\/kuba-der-covid-19-pandemie<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Pressenza: Die Menschen an der Basis retten das Land. 29.06.2020. <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2020\/06\/die-menschen-an-der-basis-retten-das-land\/\">https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2020\/06\/die-menschen-an-der-basis-retten-das-land\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Artikel wird der Frage nachgegangen, ob tats\u00e4chlich die Corona-Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr den Hunger im globalen S\u00fcden verantwortlich sind. 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