{"id":1193289,"date":"2020-09-11T17:26:35","date_gmt":"2020-09-11T16:26:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1193289"},"modified":"2020-09-11T17:26:35","modified_gmt":"2020-09-11T16:26:35","slug":"quilombos-orte-der-selbstermaechtigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2020\/09\/quilombos-orte-der-selbstermaechtigung\/","title":{"rendered":"Quilombos: Orte der Selbsterm\u00e4chtigung"},"content":{"rendered":"<p>Bis heute ist die brasilianische Gesellschaft von einem tief verwurzelten Rassismus gepr\u00e4gt, der auf die Kolonialzeit zur\u00fcckgeht. Als Quilombos bezeichnete man zur Zeit der portugiesischen Kolonisierung die Ansiedlungen geflohener Sklav*innen. Ihre Geschichte ist auch eine Geschichte des Kampfs der Menschen f\u00fcr eigene Territorien und eine rassismusfreie Gesellschaft.<\/p>\n<p><strong>Auflehnung gegen ein menschenverachtendes System<\/strong><\/p>\n<p>In Brasilien geht der Kampf um Land auf das 16. Jahrhundert zur\u00fcck, als die portugiesische Krone das Gebiet kontrollierte. Riesige L\u00e4ndereien befanden sich in den H\u00e4nden einiger weniger Gro\u00dfgrundbesitzer*innen, denen es gelang, durch die Versklavung von Millionen von Menschen aus Angola, \u00c4quatorialguinea, Kongo, Mosambik und Nigeria mit ihren Kaffee-, Zucker- oder Baumwollplantagen enorme Profite machten. Etwa f\u00fcnf Millionen Menschen, die verschiedenen afrikanischen V\u00f6lkern wie Yorub\u00e1, die Kinbundu, Kicongo, Benguela und Mina angeh\u00f6rten, wurden ihren Heimatl\u00e4ndern entrissen und landeten im kolonialen Brasilien. Hier lebten rund 40% der gewaltsam nach Amerika verbrachten Menschen, mehr als in jedem anderen Land. Sklav*innen, die es geschafft hatten zu fliehen und ihre Freiheit wiederzuerlangen, zogen sich in m\u00f6glichst fruchtbare und isolierte Gebiete zur\u00fcck, um dort zu \u00fcberleben. Die so entstandenen Quilombos waren Ausdruck des Widerstands gegen das menschenverachtende System. In vielen Teilen Lateinamerikas fanden \u00e4hnliche Entwicklungen statt: In Mittelamerika wurden die Cimarrones und Garifunas, in Venezuela die Cumbes, in Kolumbien und Kuba die Palenques begr\u00fcndet.<\/p>\n<p><strong>D\u00e1ndara und Zumbi<\/strong><\/p>\n<p>Die verschiedenen Ansiedlungen entwickelten sich unterschiedlich, einige blieben klein, andere hatten nach einiger Zeit Tausende von Einwohner*innen. Der Ethnologe Edson Carneiro \u201c bezeichnete die Quilombos als\u201c Fortsetzung Afrikas auf brasilianischem Boden\u201c. Da die Quilombos Handelsbeziehungen mit den Nachbarst\u00e4dten unterhielten und landwirtschaftliche Produkte gegen Industrieerzeugnisse tauschten, lebten schon bald nicht ausschlie\u00dflich Schwarze, sondern auch einiger Ureinwohner*innen, Deserteure und wei\u00dfer Mestiz*innen dort. Das vielleicht bekannteste Qilombo Palmares\u00a0 war so gro\u00df wie Portugal und hatte etwa 30.000 Einwohner. Unter der F\u00fchrung des Ehepaars D\u00e1ndara und Zumbi, beide selbst ehemalige Sklaven, konnte es fast das gesamte 17. Jahrhundert hindurch seinen Fortbestand sichern. Als der Quilombo nach einer langen Belagerung fiel, wurde Zumbi gefangen genommen und sein Kopf auf einem \u00f6ffentlichen Platz ausgestellt, um andere Aquilombados und Sklav*innen abzuschrecken und zu \u00e4ngstigen. Erst Jahre sp\u00e4ter begann man sich wieder an seine Geschichte zu erinnern. Mittlerweile wird der Tag seiner Hinrichtung als Gedenktag zur W\u00fcrdigung des Kampfs gegen Rassismus und Sklaverei und zur St\u00e4rkung des Schwarzen Bewusstseins gefeiert.<\/p>\n<p><strong>Abschaffung der Sklaverei: nur ein politischer Schachzug<\/strong><\/p>\n<p>Dreihundert Jahre sp\u00e4ter, 1888, wurde in Brasilien als letztem Land die Sklaverei formell abgeschafft, das hei\u00dft, auf dem Papier. Giv\u00e2nia Silva, Gr\u00fcnderin der Nationalen Koordination der schwarzen Quilombola-Landgemeinden (Conaq), erkl\u00e4rt dazu: \u201eDie Abschaffung der Sklaverei war keine Folge des drei Jahrhunderte w\u00e4hrenden Kampfs der Sklav*innen und ihr vielf\u00e4ltiger Widerstand sondern nur ein politischer Schachzug der Sklavenhalter*innen, angetrieben durch die Modernisierung des Kapitals. Im Fokus standen ausl\u00e4ndische Interessen.\u201c F\u00fcr Giv\u00e2niens These spricht, dass es weitere hundert Jahre dauerte, bis die ehemaligen Sklav*innen und Quilombolas vom Staat anerkannt wurden. \u201eDie Existenz des schwarzen Volkes und der Quilombos wurde weitestgehend ignoriert, es gab kein Gesetz, das sie als politische Subjekte anerkannte, und ihre Geschichte wurde ausgel\u00f6scht\u201c, so die Gr\u00fcnderin des Conaq.<\/p>\n<p><strong>Verfassungsrechtliche Anerkennung<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 1988 erreichte die Bewegung f\u00fcr Schwarzes Bewusstsein schlie\u00dflich, dass den Quilombola-Gemeinschaften und ihren Nachkommen in der neuen Staatsverfassung das Recht der auf das Land, das sie traditionell besetzt hatten, zugesichert wurde, allerdings wieder nur auf dem Papier. Heute besitzen nur neun Prozent der Quilombola-Gemeinden die rechtliche Anerkennung ihrer Gebiete: Die Regierung geht au\u00dferdem von etwa 3447Gebieten aus, w\u00e4hrend der Conaq von mindestens 6000 Quilombos im ganzen Land spricht.<\/p>\n<p>Seit der Einf\u00fchrung der neuen Verfassung ist die Organisation der Quilombola-Nachkommen deutlich gewachsen. In den fr\u00fchen 1990er Jahren wurde der Conaq im Gedenken an den Quilombo de los Palmares gegr\u00fcndet. Seine Aufgabe ist es, f\u00fcr die Rechte der Bewohner*innen einzutreten. So konnten die Quilombos 2003 unter der Pr\u00e4sidentschaft von Lula effektiv Zugang zur \u00f6ffentlichen Politik erhalten. Dazu begannen Tausende von Menschen, sich an Geschichten zu erinnern, die in ihren Familien erz\u00e4hlt wurden und die von den vergessenen und ausgel\u00f6schten K\u00e4mpfen der Quilombos handelten. So auch Edna, die im Quilombo de Gurutuba in Minas Gerais geboren wurde. Ihre Familie entschied sich, die Gemeinde zu verlassen, da es aufgrund einer schweren D\u00fcrre an Arbeit fehlte.<\/p>\n<p><strong>Kinder in die erste Reihe<\/strong><\/p>\n<p>Edna lebte lange Zeit au\u00dferhalb des Quilombo, studierte und gr\u00fcndete eine Familie, wusste aber immer, dass sie eines Tages in die Gemeinschaft zur\u00fcckkehren w\u00fcrde. Heute lebt\u00a0 sie dort mit ihren Kindern und ist eine ihrer Sprecherinnen des Quilombo. Vor einigen Jahren begann sie sich an die Geschichten zu erinnern, die ihre Gro\u00dfmutter ihr abends am Feuer erz\u00e4hlte, w\u00e4hrend sie das Maniokmehl zubereitete. Sie begann, sich an ihre Kindheit im Quilombo zu erinnern, an die Spiele und ihre Stoffpuppe, an den Geruch des bl\u00fchenden Baumwollfelds und den Geschmack des von ihrer Mutter zubereiteten Beiju. Obwohl sie zu der Zeit erst wenige Jahre alt war, erinnerte sie sich auch an den Kampf der Gemeinde um das Land, auf dem sie lebten. Es war die Zeit der Grileiros, Menschen, die sich illegal gro\u00dfe Landfl\u00e4chen aneigneten und durch Urkundenf\u00e4lschung zu ihren Besitzern wurden. Diese Praxis entwickelte sich Mitte des 19. Jahrhunderts intensiv und dauert bis heute an. \u201eAls Antonio Pul\u00fa und seine Kompanie kamen, um unser Land mit Waffen einzunehmen, stellten unsere Eltern zur Verteidigung die Kinder in die erste Reihe, dann die Frauen und dahinter die mit ihren Sicheln bewaffneten M\u00e4nner. Ich erinnere mich genau, wie diese Maschine kam und die Pflanzen vor unseren Augen zerst\u00f6rte. Antonio Pul\u00fa schrie, dass der Traktor \u00fcber uns hinweg fahren w\u00fcrde, wenn wir nicht aus dem Weg gingen\u201c, erz\u00e4hlt Edna.<\/p>\n<p><strong>Quilombo de Gurutuba: nur 3% offiziell in den H\u00e4nden der Gemeinschaft<\/strong><\/p>\n<p>In den 1970er und 1980er Jahren waren Konflikte um Land zwischen Quilombolas und Grileiros h\u00e4ufig und manchmal sehr gewaltt\u00e4tig. Nicht selten verloren Menschen ihr Leben, wie Edna erz\u00e4hlt, Gurutubaner deshalb beschlossen h\u00e4tten, sich zur\u00fcckzuziehen und auf die R\u00fcckgewinnung des restlichen Territoriums zu verzichten. Von den 47.000 Hektar, die zum Quilombo von Gurutuba geh\u00f6ren, dem gr\u00f6\u00dften in Minas Gerais, befinden sich nur 3 % offiziell in den H\u00e4nden der Gemeinschaft. \u201eEs ist traurig zu sehen, dass das Land, auf dem unsere Vorfahren lebten, heute den Bauern geh\u00f6rt und als Weideland f\u00fcr die Viehzucht genutzt wird\u201c, erkl\u00e4rt Edna bedauernd.<\/p>\n<p>Oft schlossen die Grileiros und die Landbesitzer einen Pakt mit den Quilombolas, normalerweise lie\u00dfen sie die Felder bearbeiten und behielten den gr\u00f6\u00dften Teil der Produktion, und im Gegenzug erlaubten sie ihnen, auf dem Gebiet zu bleiben, oft waren jedoch Betrug und falsche Versprechungen im Spiel. So auch bei Ednas Familie: \u201eUnser Herkunftsland liegt auf der anderen Seite des Flusses, meine Gro\u00dfmutter erhielt ein Erbe von meiner Urgro\u00dfmutter, und einer der Grileiros schlug vor, das Land zu tauschen und eine Urkunde \u00fcber das neue Land auszustellen, die haben wir jedoch nie bekommen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Titelvergabe verl\u00e4uft schleppend<\/strong><\/p>\n<p>Der Quilombo wartet noch immer auf den Eigentumstitel. Das Titelverfahren ist m\u00fchsam, und wenn sich innerhalb des Quilombola-Gebiets Geb\u00e4ude oder andere Bewohner*innen, Landbesitzer*innen oder Landarbeiter*innen befinden, muss der brasilianische Staat sie enteignen und wirtschaftlich entsch\u00e4digen. Dazu Edna: \u201eDie Verfahren kosten den Staat Geld, auch deshalb l\u00e4sst er sich so lange Zeit, aber es ist auch eine Frage der Priorit\u00e4ten, und unsere Anliegen sind f\u00fcr sie auch einfach nicht von Belang.\u201c Unter der Regierung Lula wurden 75 Titel ausgestellt, unter der Regierung Dilma Rousseff waren es immerhin 94, unter Michel Temer 33 und seit der Amtseinf\u00fchrung von Bolsonaro 14 Titel, die an Quilombos vergeben wurden. Der Kampf um Landbesitz macht viele obdachlos und wird immer noch gewaltt\u00e4tig gef\u00fchrt. Erst vor wenigen Monaten wurde der Gemeindevorsitzende Seu Ant\u00f4nio do Barroso bei der Verteidigung seines Landes ermordet.<\/p>\n<p>Laut dem letzten Bericht des Innenministeriums wurden zwischen 2010 und 2019 6.726 Gewalttaten registriert, wobei in den letzten vier Jahren ein Anstieg zu verzeichnen war. Besonders viele Gewalttaten wurden in den Jahren 2017 und 2019 registriert. Dem Bericht zufolge standen die meisten F\u00e4lle im Zusammenhang mit Landkonflikten. Indigene V\u00f6lker und Quilombola-Gemeinschaften sind dabei am st\u00e4rksten betroffen.<\/p>\n<p><strong>Der kapitalistischen Logik entzogen<\/strong><\/p>\n<p>Der Quilombo Rio Das R\u00e3s im Bundesstaat Bahia ist einer der wenigen, der Eigentumsrechte an seinem Land besitzt. Als sie die Nachricht erhielten, dass das Dokument fertig sei, habe die Gemeinde ausgelost, wer es abholen w\u00fcrde, erz\u00e4hlt Iane. \u201eDas Los fiel auf uns. Meine Eltern, meine Schwester, die gerade erst laufen konnte, und ich holten es ab. Es war ein historischer Moment\u201c. Heute ist Iane in der Quilombo Association aktiv und engagiert sich in der Bewegung Schwarzes Bewusstsein. \u201eAls wir den Titel f\u00fcr das Land erhielten, verbesserten sich die Dinge, weil wir nun eine Sicherheit hatten, keine Bedrohungen nahmen ab, und wir begannen in Frieden zu leben.<\/p>\n<p>Das von der brasilianischen Regierung herausgegebene Dokument lautet auf den Namen des Quilombo-Verbands und befindet sich in kollektivem Besitz. Iane schildert, wie Entscheidungen in der Versammlung und gem\u00e4\u00df den Statuten getroffen werden. Den gesetzlichen Bestimmungen zufolge kann Quilombola-Land, wie das der indigenen V\u00f6lker, nicht verkauft oder aufgeteilt werden, das kollektive Eigentum respektiert den Raum der einzelnen Familien, und der Rest sind Gemeinschaftsfl\u00e4chen f\u00fcr Kultur, f\u00fcr die Aus\u00fcbung der afrikanisch gepr\u00e4gten Religion, f\u00fcr Schulen und sonstige Treffpunkte.<\/p>\n<p>\u201eDie Besonderheit der Quilombola- und der indigenen Gebiete besteht darin, dass sie, sobald sie einmal betitelt sind, nicht mehr auf den Markt zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen, sie werden dem kommerziellen Kreislauf vollst\u00e4ndig, es sind also R\u00e4ume des Widerstands gegen die kapitalistische Logik\u201c, erkl\u00e4rt Ana Gualberto, Expertin f\u00fcr schwarze Gemeinden und Beraterin des Quilombola-Observatoriums der Organisation Koinonia, im Gespr\u00e4ch mit El Salto. \u201eDie Gesetzgebung soll sicherstellen, dass die Gemeinschaften nicht aussterben, und um dies zu erreichen muss jeder Versuch der Kommerzialisierung komplett ausgeklammert werden\u201c, so Gualberto.<\/p>\n<p><strong>Beschl\u00fcsse zur F\u00f6rderung der Quilombos werden nicht umgesetzt<\/strong><\/p>\n<p>Die Bedingungen sind in vielen der Quilombos nicht einfach, einige haben weder Trinkwasser noch Internet bzw. \u00fcberhaupt Strom, wie in dem Quilombo, in dem Iane lebt. \u201eIn meinem Haus gibt es kein Wasser, ich muss es von drau\u00dfen holen\u201c. Ein weiteres Problem ist die Isolation. Der Quilombo Rio das R\u00e3s k\u00e4mpft seit 30 Jahren darum, dass der Staat eine Stra\u00dfe anlegt, die sie mit der Hauptstadt verbindet. \u201eWir k\u00f6nnen nicht einfach in die Stadt fahren, um Medikamente zu holen, ins Krankenhaus zu gehen oder einfach Basiseink\u00e4ufe zu erledigen\u201c, erz\u00e4hlt Iane.<\/p>\n<p>Der Mangel an grundlegenden Ressourcen in vielen der l\u00e4ndlichen Gemeinden ist laut Gualberto darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass \u201eviele der \u00f6ffentlichen Beschl\u00fcsse, die das Leben in den Quilombos betrafen und ihre Lebensbedingungen verbessern sollten, unter der Bolsonaro-Regierung zwar nicht zur\u00fcckgenommen, aber einfach nicht umgesetzt bzw. nicht mit den n\u00f6tigen Ressourcen unterf\u00fcttert wurden. Es ist, als ob sie Zumbi wieder t\u00f6ten w\u00fcrden\u201c. Mit dem Besitz des Landes ist jedoch trotzdem etwas sehr Wichtiges erreicht, es bedeutet ein garantiertes Anrecht auf einen Ort zum Leben. Deshalb richten die Quilombos ihre Anstrengungen vorrangig darauf, diese Anerkennung zu erhalten.<\/p>\n<p><strong>Ein Land, das du dein Eigen nennen kannst<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIn dem Quilombo, in dem ich lebe, haben wir trotz allem alle ein Haus, und wenn jemand keins hat, braucht er oder sie das Land nicht zu kaufen, jede Familie kann jedes nicht genutzte St\u00fcck Land f\u00fcr den Ackerbau verwenden, und die Gemeinschaft hei\u00dft alle willkommen, es ist ein Ort zum Leben, ein Ort, den man sein Eigen nennen kann\u201c, sagt Iane. \u201eDie Gemeinschaften haben nicht genug Geld, um das Land zukaufen, auf dem ihre Vorfahren gelebt haben, wir wollen nur die Garantie, dass die sp\u00e4teren Generationen dort leben k\u00f6nnen und dass die Geschichten vom Widerstand der Vorfahren in der Alltagskultur weitergegeben werden, wie es immer schon gemacht wurde.\u201c<\/p>\n<p>Die Art, wie das Land bewirtschaftet wird, der Fluss, an dem die Frauen ihre Kleider wuschen, das Essen, von dem Edna spricht, Ianes Vater beim Capoeira, die Batuque der Gurutubanos, die Gebete und jene Worte, die aus Afrika mitgenommen wurden und die Widerstand bedeuteten, erz\u00e4hlen von einer Kultur, die die Sklaverei \u00fcberdauert hat und in den Gemeinschaften freier Menschen weiterlebt. D\u00e1ndara und Zumbi und viele andere K\u00e4mpfer*innen wandeln noch immer im Land der Quilombolas.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzung: Lui L\u00fcdicke<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis heute ist die brasilianische Gesellschaft von einem tief verwurzelten Rassismus gepr\u00e4gt, der auf die Kolonialzeit zur\u00fcckgeht. Als Quilombos bezeichnete man zur Zeit der portugiesischen Kolonisierung die Ansiedlungen geflohener Sklav*innen. 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