{"id":1120556,"date":"2020-05-29T15:54:51","date_gmt":"2020-05-29T14:54:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1120556"},"modified":"2020-05-29T16:18:01","modified_gmt":"2020-05-29T15:18:01","slug":"die-kosten-des-wirtschaftskriegs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2020\/05\/die-kosten-des-wirtschaftskriegs\/","title":{"rendered":"Die Kosten des Wirtschaftskriegs"},"content":{"rendered":"<p class=\"news-item-subtitle\"><strong>Streit um Huawei h\u00e4lt in Berlin an. Washington startet unterdessen Vernichtungsschlag gegen den chinesischen Konzern.<\/strong><\/p>\n<p>Im Schatten des j\u00fcngsten US-Vernichtungsschlages gegen Huawei werden in Berlin erneut Forderungen nach einem Ausschluss des chinesischen Konzerns vom Aufbau der deutschen 5G-Netze laut. Huawei d\u00fcrfe in der Bundesrepublik bei 5G nicht zum Zuge kommen, verlangt der Vorsitzende des Ausw\u00e4rtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert R\u00f6ttgen. Der aktuelle Entwurf der Bundesregierung f\u00fcr die Neufassung des IT-Sicherheitsgesetzes schlie\u00dft eine Beteiligung chinesischer Konzerne nicht prinzipiell aus, enth\u00e4lt aber eine gegen sie nutzbare Gummiklausel (&#8222;Vertrauensw\u00fcrdigkeitspr\u00fcfung&#8220;). W\u00e4hrend in Berlin die Debatte andauert, k\u00fcndigt die Trump-Administration an, k\u00fcnftig d\u00fcrften alle Chiphersteller weltweit, die mit US-Spezialger\u00e4t arbeiten, Huawei allenfalls mit US-Sondergenehmigung beliefern. Wird die Anordnung realisiert &#8211; sie l\u00e4uft faktisch auf die Unterwerfung zentraler Felder der Weltwirtschaft unter US-Kontrolle hinaus -, dann w\u00e4ren laut Sch\u00e4tzung von Experten rund 90 Prozent der Huawei-Ums\u00e4tze bedroht. Folgesch\u00e4den st\u00fcnden auch deutschen Unternehmen bevor.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Gummiklausel &#8222;Vertrauensw\u00fcrdigkeit&#8220;<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Huawei soll vom Aufbau der deutschen 5G-Netze ausgeschlossen werden: Diese Forderung hat der Vorsitzende des Ausw\u00e4rtigen Bundestagsausschusses, Norbert R\u00f6ttgen, am Wochenende wiederholt [1] &#8211; kurz nach dem Bekanntwerden des Berliner Regierungsentwurfs f\u00fcr die Neufassung des IT-Sicherheitsgesetzes. Der Entwurf sieht vor, dass s\u00e4mtliche Unternehmen, die sich am Aufbau der 5G-Netze beteiligen wollen, die entsprechenden Komponenten explizit zertifizieren lassen m\u00fcssen; auch haben die Hersteller eigens eine Erkl\u00e4rung \u00fcber ihre &#8222;Vertrauensw\u00fcrdigkeit&#8220; abzugeben. Hat das Bundesinnenministerium Zweifel daran, kann es die Unternehmen von der Auftragsvergabe ausschlie\u00dfen. Zur Begr\u00fcndung k\u00f6nnen jederzeit Geheimdienstinformationen herangezogen werden.[2] Mit Blick auf die l\u00e4ngst \u00fcbliche Praxis der westlichen M\u00e4chte, au\u00dfenpolitische Aggressionen mit Hilfe unbelegter Behauptungen aus ihren Spionageapparaten zu legitimieren, handelt es sich dabei um eine Art Joker, der jederzeit nach politischem Belieben eingesetzt werden kann. Zugleich h\u00e4lt der Machtkampf um die Zulassung von Huawei an. Vor allem das Ausw\u00e4rtige Amt dringt auf den Ausschluss chinesischer Firmen; deren Beteiligung untergrabe, behauptet Au\u00dfenminister Heiko Maas, &#8222;die Souver\u00e4nit\u00e4t Europas&#8220;.[3]<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Teurer Boykott<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Widerstand gegen einen Ausschluss von Huawei kommt vor allem aus der deutschen Wirtschaft sowie aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Zum einen hei\u00dft es, falls Berlin, das erst j\u00fcngst strikte Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr chinesische Investoren eingef\u00fchrt hat [4], nun auch noch &#8222;ein Kronjuwel&#8220; der chinesischen Industrie als &#8222;nicht vertrauensw\u00fcrdig&#8220; einstufe, dann werde Beijing wom\u00f6glich harsch reagieren [5]. Die deutsche Industrie aber ist dringend auf ihr Chinagesch\u00e4ft angewiesen, besonders in der Coronakrise.[6] Zum anderen drohen bei einem Verzicht auf Huawei Verz\u00f6gerungen sowie Mehrkosten beim Aufbau von 5G. Die Deutsche Telekom etwa teilte bereits im Januar 2019 mit, ohne Huawei werde sich der Aufbau der 5G-Netze um zwei Jahre versp\u00e4ten. Der Branchenverband GSMA beziffert die Mehrausgaben, die ohne den chinesischen Konzern entst\u00fcnden, EU-weit auf rund 55 Milliarden Euro.[7] Die Netzbetreiber, die unter Druck stehen, da Deutschland schon bei 4G als schlecht entwickelt gilt und nun auch bei 5G in R\u00fcckstand zu geraten droht, haben mittlerweile begonnen, die 5G-Netze unter Zuhilfenahme von Huawei-Technologie zu errichten. &#8222;5G baut auf 4G auf&#8220;, konstatierte k\u00fcrzlich Dirk W\u00f6ssner, Deutschland-Chef der Deutschen Telekom; bei 4G aber beinhalte die deutsche Infrastruktur auch Huawei-Ger\u00e4t: &#8222;Sollen wir das bestehende 4G-Netz zu einem gro\u00dfen Teil wieder abbauen?&#8220;[8] Die Berliner Politik freilich l\u00e4sst sich immer noch mit der Entscheidung Zeit: Bis das IT-Sicherheitsgesetz endg\u00fcltig in Kraft trete, k\u00f6nnten, so hei\u00dft es, &#8222;noch Monate vergehen&#8220;.[9]<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Der erste Vernichtungsschlag<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Zus\u00e4tzliche Unklarheit schafft der j\u00fcngste Vernichtungsschlag der Vereinigten Staaten gegen Huawei. Die Trump-Administration hatte schon vor einem Jahr die Lieferung von US-Technologie an den chinesischen Konzern untersagt, um diesen in den Zusammenbruch zu treiben und Chinas \u00f6konomischen und politischen Aufstieg zu stoppen: Um dies zu erreichen, sollte Huawei vor allem von der Lieferung bestimmter Halbleiter abgeschnitten werden, die chinesische Konzerne noch nicht selbst produzieren k\u00f6nnen. Der Versuch scheiterte, dies \u00fcbrigens nicht zuletzt daran, dass High-Tech-Konzerne aus den USA Mittel und Wege fanden, das Lieferverbot zu umgehen, um den Verlust von Marktanteilen in China zu vermeiden; die Volksrepublik gilt als wichtigster Chipmarkt der Welt. Tats\u00e4chlich konnte Huawei seinen Umsatz im Jahr 2019 trotz der US-Pressalien um 19,1 Prozent steigern.[10] Erst im ersten Quartal 2020 brach das Umsatzwachstum auf nur noch 1,4 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum ein &#8211; aufgrund der Coronakrise.[11]<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Der zweite Vernichtungsschlag<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Jetzt hat die Trump-Administration nachgelegt und am Freitag erkl\u00e4rt, sie verbiete den Verkauf von Halbleitern an Huawei nicht nur US-Konzernen, sondern allen Unternehmen weltweit, die zur Chipherstellung US-Ausr\u00fcstung nutzen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr TSMC aus Taiwan; der Konzern &#8211; es handelt sich um den gr\u00f6\u00dften Auftrags-Halbleiterproduzenten der Welt &#8211; wickelte zuletzt rund 14 Prozent seiner Verk\u00e4ufe mit der Huawei-Tochterfirma HiSilicon ab.[12] Weil TSMC jedoch bei der Chipherstellung US-Produkte nutzt, d\u00fcrfte das Unternehmen nach einer \u00dcbergangsfrist von 120 Tagen HiSilicon nur mit Sondergenehmigung aus Washington beliefern. Ob es sie erh\u00e4lt, ist allerdings h\u00f6chst fraglich. Setzt die Trump-Administration ihr Diktat in vollem Umfang durch, dann w\u00e4ren bis zu 90 Prozent des Umsatzes von Huawei betroffen. Unklar ist, inwieweit der chinesische Konzern den drohenden Lieferausfall mit vorhandenen Best\u00e4nden \u00fcberbr\u00fccken und mittel- bis langfristig durch chinesische Eigenproduktion ausgleichen kann.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Folgesch\u00e4den<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">F\u00fcr die deutsche Wirtschaft stellen sich, w\u00e4hrend die Bundesregierung die Entscheidung \u00fcber die Einbindung von Huawei in den Aufbau der deutschen 5G-Netze verschleppt, zweierlei Fragen. Die eine lautet, welche unmittelbaren Sch\u00e4den deutschen Unternehmen durch das US-Diktat drohen. Huawei ist derzeit beispielsweise sechstgr\u00f6\u00dfter Kunde des deutschen Chipherstellers Infineon und kauft auch Produkte des US-Halbleiterproduzenten Cypress, der soeben von Infineon \u00fcbernommen wurde.[13] Ob die Gesch\u00e4fte nun fortgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen oder Infineon empfindliche Einbu\u00dfen hinnehmen muss, ist unklar. Die zweite Frage lautet, welche Gegenma\u00dfnahmen Beijing ergreift &#8211; und in welcher Form sie die Bundesrepublik betreffen. Eine Eskalation des US-Wirtschaftskrieges gegen China, die die Trump-Administration jetzt eingeleitet hat, droht die gesamte Weltwirtschaft zus\u00e4tzlich zu belasten &#8211; dies zu einer Zeit, zu der schon die Coronakrise zu beispiellosen Abst\u00fcrzen f\u00fchrt. Auch die deutsche Wirtschaft k\u00e4me daran nicht vorbei.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/Streit um Huawei h\u00e4lt in Berlin an. Washington startet unterdessen Vernichtungsschlag gegen den chinesischen Konzern. Im Schatten des j\u00fcngsten US-Vernichtungsschlages gegen Huawei werden in Berlin erneut Forderungen nach einem Ausschluss des chinesischen Konzerns vom Aufbau der deutschen 5G-Netze laut. Huawei d\u00fcrfe in der Bundesrepublik bei 5G nicht zum Zuge kommen, verlangt der Vorsitzende des Ausw\u00e4rtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert R\u00f6ttgen. Der aktuelle Entwurf der Bundesregierung f\u00fcr die Neufassung des IT-Sicherheitsgesetzes schlie\u00dft eine Beteiligung chinesischer Konzerne nicht prinzipiell aus, enth\u00e4lt aber eine gegen sie nutzbare Gummiklausel (&quot;Vertrauensw\u00fcrdigkeitspr\u00fcfung&quot;). W\u00e4hrend in Berlin die Debatte andauert, k\u00fcndigt die Trump-Administration an, k\u00fcnftig d\u00fcrften alle Chiphersteller weltweit, die mit US-Spezialger\u00e4t arbeiten, Huawei allenfalls mit US-Sondergenehmigung beliefern. Wird die Anordnung realisiert - sie l\u00e4uft faktisch auf die Unterwerfung zentraler Felder der Weltwirtschaft unter US-Kontrolle hinaus -, dann w\u00e4ren laut Sch\u00e4tzung von Experten rund 90 Prozent der Huawei-Ums\u00e4tze bedroht. Folgesch\u00e4den st\u00fcnden auch deutschen Unternehmen bevor. Gummiklausel &quot;Vertrauensw\u00fcrdigkeit&quot; Huawei soll vom Aufbau der deutschen 5G-Netze ausgeschlossen werden: Diese Forderung hat der Vorsitzende des Ausw\u00e4rtigen Bundestagsausschusses, Norbert R\u00f6ttgen, am Wochenende wiederholt [1] - kurz nach dem Bekanntwerden des Berliner Regierungsentwurfs f\u00fcr die Neufassung des IT-Sicherheitsgesetzes. Der Entwurf sieht vor, dass s\u00e4mtliche Unternehmen, die sich am Aufbau der 5G-Netze beteiligen wollen, die entsprechenden Komponenten explizit zertifizieren lassen m\u00fcssen; auch haben die Hersteller eigens eine Erkl\u00e4rung \u00fcber ihre &quot;Vertrauensw\u00fcrdigkeit&quot; abzugeben. Hat das Bundesinnenministerium Zweifel daran, kann es die Unternehmen von der Auftragsvergabe ausschlie\u00dfen. Zur Begr\u00fcndung k\u00f6nnen jederzeit Geheimdienstinformationen herangezogen werden.[2] Mit Blick auf die l\u00e4ngst \u00fcbliche Praxis der westlichen M\u00e4chte, au\u00dfenpolitische Aggressionen mit Hilfe unbelegter Behauptungen aus ihren Spionageapparaten zu legitimieren, handelt es sich dabei um eine Art Joker, der jederzeit nach politischem Belieben eingesetzt werden kann. Zugleich h\u00e4lt der Machtkampf um die Zulassung von Huawei an. Vor allem das Ausw\u00e4rtige Amt dringt auf den Ausschluss chinesischer Firmen; deren Beteiligung untergrabe, behauptet Au\u00dfenminister Heiko Maas, &quot;die Souver\u00e4nit\u00e4t Europas&quot;.[3] Teurer Boykott Widerstand gegen einen Ausschluss von Huawei kommt vor allem aus der deutschen Wirtschaft sowie aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Zum einen hei\u00dft es, falls Berlin, das erst j\u00fcngst strikte Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr chinesische Investoren eingef\u00fchrt hat [4], nun auch noch &quot;ein Kronjuwel&quot; der chinesischen Industrie als &quot;nicht vertrauensw\u00fcrdig&quot; einstufe, dann werde Beijing wom\u00f6glich harsch reagieren [5]. Die deutsche Industrie aber ist dringend auf ihr Chinagesch\u00e4ft angewiesen, besonders in der Coronakrise.[6] Zum anderen drohen bei einem Verzicht auf Huawei Verz\u00f6gerungen sowie Mehrkosten beim Aufbau von 5G. Die Deutsche Telekom etwa teilte bereits im Januar 2019 mit, ohne Huawei werde sich der Aufbau der 5G-Netze um zwei Jahre versp\u00e4ten. Der Branchenverband GSMA beziffert die Mehrausgaben, die ohne den chinesischen Konzern entst\u00fcnden, EU-weit auf rund 55 Milliarden Euro.[7] Die Netzbetreiber, die unter Druck stehen, da Deutschland schon bei 4G als schlecht entwickelt gilt und nun auch bei 5G in R\u00fcckstand zu geraten droht, haben mittlerweile begonnen, die 5G-Netze unter Zuhilfenahme von Huawei-Technologie zu errichten. &quot;5G baut auf 4G auf&quot;, konstatierte k\u00fcrzlich Dirk W\u00f6ssner, Deutschland-Chef der Deutschen Telekom; bei 4G aber beinhalte die deutsche Infrastruktur auch Huawei-Ger\u00e4t: &quot;Sollen wir das bestehende 4G-Netz zu einem gro\u00dfen Teil wieder abbauen?&quot;[8] Die Berliner Politik freilich l\u00e4sst sich immer noch mit der Entscheidung Zeit: Bis das IT-Sicherheitsgesetz endg\u00fcltig in Kraft trete, k\u00f6nnten, so hei\u00dft es, &quot;noch Monate vergehen&quot;.[9] Der erste Vernichtungsschlag Zus\u00e4tzliche Unklarheit schafft der j\u00fcngste Vernichtungsschlag der Vereinigten Staaten gegen Huawei. Die Trump-Administration hatte schon vor einem Jahr die Lieferung von US-Technologie an den chinesischen Konzern untersagt, um diesen in den Zusammenbruch zu treiben und Chinas \u00f6konomischen und politischen Aufstieg zu stoppen: Um dies zu erreichen, sollte Huawei vor allem von der Lieferung bestimmter Halbleiter abgeschnitten werden, die chinesische Konzerne noch nicht selbst produzieren k\u00f6nnen. Der Versuch scheiterte, dies \u00fcbrigens nicht zuletzt daran, dass High-Tech-Konzerne aus den USA Mittel und Wege fanden, das Lieferverbot zu umgehen, um den Verlust von Marktanteilen in China zu vermeiden; die Volksrepublik gilt als wichtigster Chipmarkt der Welt. Tats\u00e4chlich konnte Huawei seinen Umsatz im Jahr 2019 trotz der US-Pressalien um 19,1 Prozent steigern.[10] Erst im ersten Quartal 2020 brach das Umsatzwachstum auf nur noch 1,4 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum ein - aufgrund der Coronakrise.[11] Der zweite Vernichtungsschlag Jetzt hat die Trump-Administration nachgelegt und am Freitag erkl\u00e4rt, sie verbiete den Verkauf von Halbleitern an Huawei nicht nur US-Konzernen, sondern allen Unternehmen weltweit, die zur Chipherstellung US-Ausr\u00fcstung nutzen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr TSMC aus Taiwan; der Konzern - es handelt sich um den gr\u00f6\u00dften Auftrags-Halbleiterproduzenten der Welt - wickelte zuletzt rund 14 Prozent seiner Verk\u00e4ufe mit der Huawei-Tochterfirma HiSilicon ab.[12] Weil TSMC jedoch bei der Chipherstellung US-Produkte nutzt, d\u00fcrfte das Unternehmen nach einer \u00dcbergangsfrist von 120 Tagen HiSilicon nur mit Sondergenehmigung aus Washington beliefern. Ob es sie erh\u00e4lt, ist allerdings h\u00f6chst fraglich. Setzt die Trump-Administration ihr Diktat in vollem Umfang durch, dann w\u00e4ren bis zu 90 Prozent des Umsatzes von Huawei betroffen. Unklar ist, inwieweit der chinesische Konzern den drohenden Lieferausfall mit vorhandenen Best\u00e4nden \u00fcberbr\u00fccken und mittel- bis langfristig durch chinesische Eigenproduktion ausgleichen kann. Folgesch\u00e4den F\u00fcr die deutsche Wirtschaft stellen sich, w\u00e4hrend die Bundesregierung die Entscheidung \u00fcber die Einbindung von Huawei in den Aufbau der deutschen 5G-Netze verschleppt, zweierlei Fragen. Die eine lautet, welche unmittelbaren Sch\u00e4den deutschen Unternehmen durch das US-Diktat drohen. Huawei ist derzeit beispielsweise sechstgr\u00f6\u00dfter Kunde des deutschen Chipherstellers Infineon und kauft auch Produkte des US-Halbleiterproduzenten Cypress, der soeben von Infineon \u00fcbernommen wurde.[13] Ob die Gesch\u00e4fte nun fortgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen oder Infineon empfindliche Einbu\u00dfen hinnehmen muss, ist unklar. Die zweite Frage lautet, welche Gegenma\u00dfnahmen Beijing ergreift - und in welcher Form sie die Bundesrepublik betreffen. Eine Eskalation des US-Wirtschaftskrieges gegen China, die die Trump-Administration jetzt eingeleitet hat, droht die gesamte Weltwirtschaft zus\u00e4tzlich zu belasten - dies zu einer Zeit, zu der schon die Coronakrise zu beispiellosen Abst\u00fcrzen f\u00fchrt. Auch die deutsche Wirtschaft k\u00e4me daran nicht vorbei. Originalartikel hier Mehr zum Thema: Die Schlacht um Huawei (IV). [1] Daniel-Dylan B\u00f6hmer, Christoph B. Schiltz, Thomas Vitzthum: R\u00f6ttgen will Huawei vom Ausbau des 5G-Netzes ausschlie\u00dfen. welt.de 17.05.2020. [2] Huawei muss bangen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 13.05.2020. [3] Moritz Koch: Fall Huawei: Innenministerium will Vertrauensw\u00fcrdigkeit von 5G-Ausr\u00fcstern pr\u00fcfen. handelsblatt.com 11.05.2020. [4] S. dazu Vor der Zerrei\u00dfprobe. [5] Moritz Koch: Fall Huawei: Innenministerium will Vertrauensw\u00fcrdigkeit von 5G-Ausr\u00fcstern pr\u00fcfen. handelsblatt.com 11.05.2020. [6] S. dazu &quot;Krisen verschieben die Kr\u00e4fte&quot;. [7] Thomas Heuzeroth: Ein deutscher Huawei-Verzicht h\u00e4tte dramatische Folgen. welt.de 03.01.2020. [8] &quot;Ohne Huawei bleiben Funkl\u00f6cher&quot;. Frankfurter Allgemeine Zeitung 02.05.2020. [9] Moritz Koch: Fall Huawei: Innenministerium will Vertrauensw\u00fcrdigkeit von 5G-Ausr\u00fcstern pr\u00fcfen. handelsblatt.com 11.05.2020. [10] Arjun Kharpal: Huawei says US blacklisting led to $12 billion revenue shortfall in 2019 as profit growth slowed. cnbc.com 31.03.2020. [11] Ryan Browne: Huawei\u2019s revenue growth slows sharply as US blacklisting and coronavirus outbreak bite. cnbc.com 21.04.2020. [12] TSMC to pay close attention to U.S. policy changes on Huawei. focustaiwan.tw 16.05.2020. [13] Infineon deal scrutiny raises trade threat to Europe tech firms. businesstimes.com.sg 09.03.2020.\"><em>Originalartikel hier<\/em><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"row\">\n<div class=\"col-md-8\">\n<p class=\"western\">Mehr zum Thema: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8191\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Schlacht um Huawei (IV)<\/a>.<\/p>\n<p class=\"western\">[1] Daniel-Dylan B\u00f6hmer, Christoph B. Schiltz, Thomas Vitzthum: R\u00f6ttgen will Huawei vom Ausbau des 5G-Netzes ausschlie\u00dfen. welt.de 17.05.2020.<\/p>\n<p class=\"western\">[2] Huawei muss bangen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 13.05.2020.<\/p>\n<p class=\"western\">[3] Moritz Koch: Fall Huawei: Innenministerium will Vertrauensw\u00fcrdigkeit von 5G-Ausr\u00fcstern pr\u00fcfen. handelsblatt.com 11.05.2020.<\/p>\n<p class=\"western\">[4] S. dazu <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8120\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vor der Zerrei\u00dfprobe<\/a>.<\/p>\n<p class=\"western\">[5] Moritz Koch: Fall Huawei: Innenministerium will Vertrauensw\u00fcrdigkeit von 5G-Ausr\u00fcstern pr\u00fcfen. handelsblatt.com 11.05.2020.<\/p>\n<p class=\"western\">[6] S. dazu <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8256\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&#8222;Krisen verschieben die Kr\u00e4fte&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p class=\"western\">[7] Thomas Heuzeroth: Ein deutscher Huawei-Verzicht h\u00e4tte dramatische Folgen. welt.de 03.01.2020.<\/p>\n<p class=\"western\">[8] &#8222;Ohne Huawei bleiben Funkl\u00f6cher&#8220;. Frankfurter Allgemeine Zeitung 02.05.2020.<\/p>\n<p class=\"western\">[9] Moritz Koch: Fall Huawei: Innenministerium will Vertrauensw\u00fcrdigkeit von 5G-Ausr\u00fcstern pr\u00fcfen. handelsblatt.com 11.05.2020.<\/p>\n<p class=\"western\">[10] Arjun Kharpal: Huawei says US blacklisting led to $12 billion revenue shortfall in 2019 as profit growth slowed. cnbc.com 31.03.2020.<\/p>\n<p class=\"western\">[11] Ryan Browne: Huawei\u2019s revenue growth slows sharply as US blacklisting and coronavirus outbreak bite. cnbc.com 21.04.2020.<\/p>\n<p class=\"western\">[12] TSMC to pay close attention to U.S. policy changes on Huawei. focustaiwan.tw 16.05.2020.<\/p>\n<p class=\"western\">[13] Infineon deal scrutiny raises trade threat to Europe tech firms. businesstimes.com.sg 09.03.2020.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Streit um Huawei h\u00e4lt in Berlin an. Washington startet unterdessen Vernichtungsschlag gegen den chinesischen Konzern. 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