{"id":1107510,"date":"2020-05-15T09:31:33","date_gmt":"2020-05-15T08:31:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1107510"},"modified":"2020-06-01T12:39:33","modified_gmt":"2020-06-01T11:39:33","slug":"kinderarbeit-auf-kakaoplantagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2020\/05\/kinderarbeit-auf-kakaoplantagen\/","title":{"rendered":"Kinderarbeit auf Kakaoplantagen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vor bald 20 Jahren wurde das unverbindliche Harkin-Engel-Protokoll aufgesetzt, um Kinderarbeit und Kinderhandel in der Kakaoproduktion zu eliminieren.<\/strong><\/p>\n<article>Aber auch um entsprechende Gesetze zu verhindern. Heute steckt die Branche in einer Sackgasse und selbst Kakaofirmen pl\u00e4dieren mittlerweile f\u00fcr eine Regulierung. Wie lange will die Schoggi-Nation Schweiz damit noch zuwarten?Die Aufregung war gross. Besorgte B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen in den USA fragten sich entsetzt: Wird unsere geliebte Schokolade etwa mit Sklavenarbeit hergestellt? Wir schreiben das Jahr 2001 und grosse US-Medien berichten ausf\u00fchrlich \u00fcber Kinderarbeit und Menschenhandel auf westafrikanischen Kakaoplantagen. Die politische Reaktion liess damals nicht lange auf sich warten. Der Abgeordnete Elliott Engel reichte im Kongress einen Gesetzesantrag ein, der die Entwicklung eines \u00abslave free\u00bb-Label f\u00fcr Schokoladeprodukte vorsah. Damit sollte sichergestellt werden, dass die im Land konsumierte Schokolade nicht aus von Kinderh\u00e4nden gepfl\u00fccktem Kakao stammte.Gem\u00e4ss der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gilt Kinderhandel als Sklaverei. Diese wie auch alle anderen T\u00e4tigkeiten, die der Gesundheit, Sicherheit oder Moral von Kindern schaden k\u00f6nnen, fallen unter die \u00abschlimmsten Formen von Kinderarbeit\u00bb, die gem\u00e4ss dem ILO-\u00dcbereinkommen 182 unverz\u00fcglich zu beseitigen sind. Auch deshalb fand Engels Antrag breite Zustimmung und wurde im Kongress mit grosser Mehrheit angenommen.<\/p>\n<h3>Listiges Lobbying gegen griffige Gesetzesgrundlage<\/h3>\n<p>Das versetzte nun die Schokoladeindustrie in helle Aufregung und deren Lobbymaschinerie in vollen Gang. Mit Bob Dole und George Mitchell wurden zwei sehr prominente Ex-Senatoren angeheuert. Deren Verbindungen und Einfluss sollte verhindern, dass die griffige Gesetzesvorlage auch noch den Senat passiert. Zugleich versicherte die damalige Sprecherin des US-Verbands der Schokoladehersteller, man w\u00fcrde doch bereits handeln und br\u00e4uchte kein Gesetz, um mit dem (bei dieser Gelegenheit immerhin erstmals offiziell anerkannten) Problem fertig zu werden.<\/p>\n<p>Das war die Geburtsstunde des Harkin-Engel-Protokolls. Gemeinsam mit diversen US-Regierungsstellen, der ILO, einigen NGOs sowie acht Kakaokonzernen \u2013 darunter auch die Schweizer Barry Callebaut, Nestl\u00e9 und die von der Genferseeregion aus operierende Handelsgesellschaft ADM \u2013wurde unter Leitung von Senator Tom Harkin und dem Abgeordneten Elliott Engel eine Vereinbarung unterzeichnet, die von den Schokoladefirmen konkrete Massnahmen zur Identifizierung und Beseitigung von Kinderarbeit forderte. Die wohl wichtigste war die Entwicklung und Implementierung eines wirksamen Zertifizierungssystems mit unabh\u00e4ngiger \u00dcberwachung und Berichterstattung. Deadline daf\u00fcr war das Jahr 2005.<\/p>\n<p>Mit diesem Protokoll konnte tats\u00e4chlich das Schlimmste abgewendet werden \u2013 allerdings nicht f\u00fcr die Kinder, sondern f\u00fcr die US-Gesch\u00e4fte der Schokoladefirmen.<\/p>\n<p>Denn da der Deal auf reiner Freiwilligkeit basierte, sahen die US-Bundesbeh\u00f6rden von einer \u00dcberwachung der Produktionsbedingungen ab. Und die Konzerne wiederum sahen sich nicht gen\u00f6tigt, ihren vollmundigen Versprechungen konkrete Taten folgen zu lassen.<\/p>\n<h3>Gebrochene Versprechen und verpasste Fristen<\/h3>\n<p>Die bald 20-j\u00e4hrige Geschichte des Harkin-Engel-Protokolls ist eine der gebrochenen Versprechen und verpassten Fristen. Die durch die Unterschrift der Firmenbosse bekr\u00e4ftige Umsetzungsfrist von 2005 verstrich ohne \u00f6ffentlichen Aufschrei. Vielmehr erwirkte die Schokoladenindustrie einen Aufschub bis 2008, wobei die revidierte Zielsetzung nun pl\u00f6tzlich nur noch die H\u00e4lfte der kakaoproduzierenden Gebiete umfasste.<\/p>\n<p>Doch auch dieser Termin wurde nicht eingehalten. Als sich abzeichnete, dass die daraufhin bis 2010 erstreckte Galgenfrist wieder verpasst w\u00fcrde, kam kurzerhand ein neuer Vorschlag auf den Tisch: The Declaration of Joint Action to Support Implementation of the Harkin-Engel-Protocol. In dieser Vereinbarung war pl\u00f6tzlich nur noch von einer 70-prozentigen Reduktion der Kinderarbeit die Rede \u2013 und zwar bis 2020. Aber selbst dieses deutlich weniger ehrgeizige Ziel, f\u00fcr das es aus menschenrechtlicher Sicht keinerlei Rechtfertigung gibt, wurde nicht erreicht.<\/p>\n<p>Die zahlreichen Recherchen der letzten Jahre haben in erschreckender Regelm\u00e4ssigkeit missbr\u00e4uchliche Kinderarbeit zutage gef\u00f6rdert und best\u00e4tigt, dass Kinderarbeit im Kakaoanbau nach wie vor g\u00e4ngig ist. Als h\u00e4tte es daf\u00fcr noch einen weiteren Beleg gebraucht, befreiten ivorische Beh\u00f6rden Anfang 2020 137 Kindersklaven, die teilweise auf Kakaoplantagen zur Arbeit gezwungen wurden.<\/p>\n<p>2021 j\u00e4hrt sich die Unterzeichnung des Harkin-Engel-Protokolls zum zwanzigsten Mal. Doch laut dem U.S. Department of Labor ist Kinderarbeit in den Hauptproduktionsl\u00e4ndern Ghana und C\u00f4te d\u2019Ivoire ungel\u00f6st.<\/p>\n<p>In Ghana und C\u00f4te d&#8217;Ivoire sind noch immer zwei Millionen Kinder von missbr\u00e4uchlicher Plantagenarbeit betroffen.<\/p>\n<p>Und das im Protokoll geforderte Monitoringsystem zur Bek\u00e4mpfung der Kinderarbeit deckt laut der Internationalen Kakaoinitiative (ICI) heute gerade einmal 15% der Kakaolieferkette in Ghana und der C\u00f4te d\u2019Ivoire ab.<\/p>\n<h3>Mangelnder Wille und fehlende Wirkung<\/h3>\n<p>Die Industrie betont h\u00e4ufig und gerne, das Grund\u00fcbel der Kinderarbeit im westafrikanischen Kakaosektor liege in der dortigen Armut, was nat\u00fcrlich stimmt. Ebenso richtig ist aber, dass eine der Hauptursache daf\u00fcr das Fehlen eines existenzsichernden Einkommens f\u00fcr die allermeisten der rund zwei Millionen Kakaobauern und -b\u00e4uerinnen in Westafrika ist. Dass deren Eink\u00fcnfte nicht f\u00fcr ein menschenw\u00fcrdiges Leben reichen, ist mittlerweile auch in Politik und Wirtschaft unbestritten. Dass dieses Einkommen prim\u00e4r durch jene Abnahmepreise bestimmt wird, die Kakaoh\u00e4ndler und -verarbeiter den Bauernfamilien f\u00fcr ihre Bohnen bezahlen, bleibt von der Industrie jedoch meist unerw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Natacha Thys vom International Labor Rights Fund (ILRF) hat das eigentliche Problem hinter der Kinderarbeit schon vor Jahren auf den wunden Punkt gebracht:<\/p>\n<p>\u00abWhat\u2019s holding back progress on illegal child labor is nothing more than the industry\u2019s unwillingness to exchange a small portion of its massive profits to ensure a sufficient return for farmers and workers.\u00bb<\/p>\n<p>Diese Kritik richtet sich auch an das Harkin-Engel-Protokoll, das es vers\u00e4umt habe, \u00fcberpr\u00fcfbare Schritte einzufordern, die sicherstellen, dass die Bauern und B\u00e4uerinnen faire Preise f\u00fcr ihre Produkte erhalten \u2013 was das wirksamste Mittel gegen Kinderarbeit w\u00e4re.<\/p>\n<p>Aktuelle Zahlen zeigen, wie locker sich die Kakaofirmen das leisten k\u00f6nnten: So erhielten die Aktion\u00e4re von Barry Callebaut 2019 eine im Vergleich zum Vorjahr 8,3% h\u00f6here Dividende, w\u00e4hrend Lindt &amp; Spr\u00fcngli seine Kapitalgeberinnen gar mit einer um 75% h\u00f6heren Dividende am gestiegenen Gewinn begl\u00fcckte. Dass ihr Konzernchef im vergangenen Jahr knapp 3,5 Millionen Franken verdiente, ist da nur noch eine Randnotiz.<\/p>\n<p>Neue Berechnungen des VOICE-Netzwerks (Voice of Organisations in Cocoa) zeigen zudem, dass der f\u00fcr ein existenzsicherndes Einkommen notwendige Abnahmepreis bedeutend h\u00f6her liegt als bisher angenommen. Was nichts anderes heisst, als dass die heute von der Schokoladeindustrie f\u00fcr ihren wichtigsten Rohstoff bezahlten Preise noch viel tiefer und unfairer sind als bislang gedacht. Wobei ein existenzsicherndes Einkommen eben auch nur knapp die Existenz sichert \u2013 mehr nicht. Es erm\u00f6glicht den Bauernfamilien ein einfaches, aber w\u00fcrdevolles Leben mit genug Geld f\u00fcr Nahrung, Kleidung, Medikamente und Schule.<\/p>\n<p>Ein existenzsicherndes Einkommen ist also kein Luxus, sondern ein grundlegendes Menschenrecht.<\/p>\n<p>Seit 20 Jahren versucht die Schokoladeindustrie nun schon vergeblich, ihr im Harkin-Engel-Protokoll abgegebenes Versprechen einzul\u00f6sen. Mit dem \u00f6ffentlichen Druck haben aber auch die Anstrengungen der Unternehmen zugenommen: Neue Initiativen wurden angestossen, Programme ausgeweitet und Projekte lokal besser abgest\u00fctzt. Das Resultat ist dennoch ern\u00fcchternd: Missbr\u00e4uchliche Kinderarbeit bleibt weiter omnipr\u00e4sent im Kakaosektor Westafrikas.<\/p>\n<h3>Zertifiziert heisst nicht nachhaltig<\/h3>\n<p>Daran haben auch die diversen Labels kaum etwas ge\u00e4ndert, egal ob unternehmenseigene oder solche von unabh\u00e4ngigen Organisationen wie Fairtrade oder Rainforest Alliance\/UTZ. Selbst auf zertifizierten Plantagen kommt es immer wieder zu Kinderarbeit, wie der Dokumentarfilm \u00abShady Chocolate\u00bb oder zuletzt eine vom RTS ausgestrahlte Recherche aufdeckten.<\/p>\n<p>Grundlegende Vorbehalte gegen\u00fcber Zertifizierungsprogrammen, wie sie ein aktuelles VOICE-Papier formuliert, betreffen vor allem ihre bescheidene Wirkung auf die b\u00e4uerlichen Einkommen. Dazu kommen gravierende Probleme bei der \u00dcberwachung durch Audit-Firmen. So musste UTZ, dessen Label auf rund 65% allen zertifizierten Kakaos prangt, erst letztes Jahr einr\u00e4umen, dass vier ihrer wichtigsten unabh\u00e4ngigen \u00dcberpr\u00fcfer getrickst hatten. UTZ musste daraufhin die Zertifizierung einiger Produzenten annullieren und hat die weitere Ausdehnung ihres Programms auf Eis gelegt.<\/p>\n<p>Dass Audit-Firmen ein Schwachpunkt des Systems sind, zeigt auch die erw\u00e4hnte RTS-Recherche. Ein versteckt gefilmter Auditor in der C\u00f4te d\u2019Ivoire gab unumwunden zu, dass es besser sei, bei den Kontrollen in den Kakaoplantagen nicht so genau hinzuschauen, wenn man im Gesch\u00e4ft bleiben wolle. Die Kunden, sprich die Kakaofirmen, w\u00fcrden strenge Kontrollen nicht besonders sch\u00e4tzen.<\/p>\n<h3>\u00abToo little, too late\u00bb: diskreditierte Freiwilligkeit<\/h3>\n<p>Die Bem\u00fchungen der Unternehmen werden der Dimension der Probleme also in keiner Weise gerecht. Oder wie VOICE das bisherige Industrie-Engagement kommentiert: \u00abtoo little, too late\u00bb. Die Ansicht, dass die Selbstregulierung im Kakaosektor definitiv gescheitert ist, teilen auch die beiden US-Senatoren Brown und Wyden, die sich letzten Sommer mit einem Brief an die US-Zollbeh\u00f6rde wandten. Darin fordern sie ein hartes Durchgreifen beim Import von mit Kinderarbeit produziertem Kakao aus der C\u00f4te d\u2019Ivoire und konstatieren:<\/p>\n<p>\u00abThe last 20 years demonstrate that the travesty of forced child labour in the global supply chain cannot be solved by chocolate companies&#8216; self-regulation.\u00bb<\/p>\n<p>Offenbar haben auch Ghana und die C\u00f4te d\u2019Ivoire, die zusammen rund 60% der globalen Kakaoproduktion auf sich vereinen, den Glauben an freiwillige Massnahmen der Industrie verloren.<\/p>\n<p>2019 k\u00fcndigten die Regierungen der beider L\u00e4nder entsprechend an, ab dem Erntejahr 2020\/21 von den Kakao-Firmen einen Aufpreis von 400 US-Dollar pro Tonne Bohnen zu verlangen. Dieses \u00abliving income differential\u00bb soll den Bauernfamilien zugutekommen und helfen, die Riesenl\u00fccke zu einem existenzsichernden Einkommen etwas zu verkleinern. W\u00e4hrend zivilgesellschaftliche Organisationen den beiden Regierungen zu ihrer mutigen Massnahme gratulierten, \u00e4usserten sich betroffene Unternehmen nur vorsichtig positiv. Man sei nicht grunds\u00e4tzlich gegen dieses Vorhaben, entscheidend sei jedoch dessen Umsetzung.<\/p>\n<h3>Regulierung auf dem Vormarsch<\/h3>\n<p>Vor einem Jahr hat Holland ein Gesetz zur Bek\u00e4mpfung von ausbeuterischer Kinderarbeit in internationalen Lieferketten verabschiedet. Es verpflichtet Unternehmen zur Durchf\u00fchrung einer Sorgfaltspr\u00fcfung bez\u00fcglich Kinderarbeit. Sollten dabei entsprechende Risiken identifiziert werden, m\u00fcssen sie Korrekturmassnahmen vorschlagen und umsetzen. Das voraussichtlich 2022 in Kraft tretende Gesetz ist das erste, das bei Nichteinhaltung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht strafrechtliche Sanktionen vorsieht. Seine Anwendung wird sich zwar nicht auf die Schokoladeindustrie beschr\u00e4nken, diese steht aber im Fokus.<\/p>\n<p>Einen anderen Weg sind die USA gegangen. Seit den 1930ern ist dort ein Gesetz gegen Importe aus Sklavenarbeit in Kraft, das im Jahr 2000 um Kinderarbeit erweitert wurde. Damit k\u00f6nnen solche Einfuhren beschlagnahmt werden und strafrechtliche Ermittlungen gegen den Importeur ausl\u00f6sen. Im Inland nicht ausreichend zur Verf\u00fcgung stehende G\u00fcter\u2013 wie Kakao \u2013 waren von dieser Regelung ausgenommen, bis Obama diese Gesetzesl\u00fccke 2016 endlich geschlossen hat. Zustimmung in der Branche w\u00e4chst<\/p>\n<p>Eine Reihe von Kakaofirmen, darunter auch solche mit starkem Schweiz-Bezug wie Barry Callebaut, Cargill Cocoa &amp; Chocolate und Nestl\u00e9 Nederland, haben in einem offenen Brief an die holl\u00e4ndische Regierung ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr die neue Regulierung gegen Kinderarbeit signalisiert.<\/p>\n<p>R\u00fcckendeckung durch Teile der Kakaoindustrie gibt es auch f\u00fcr ein h\u00e4ngiges EU-Gesetzesvorhaben mit \u00e4hnlichem Ziel, das allerdings einen breiteren Fokus aufweist. Gemeinsam mit dem Kakaonetzwerk VOICE, Fairtrade und Rainforest Alliance haben drei grosse Schokoladeproduzenten (Barry Callebaut, Mars Wrigley, Mondel\u0113z) in einem Positionspapier einer verbindlichen menschenrechtlichen Sorgfaltspr\u00fcfung grunds\u00e4tzlich zugestimmt.<\/p>\n<p>Doch das wird kein Spaziergang f\u00fcr die Kakaofirmen. Denn ihr Gesch\u00e4ftsmodell ist von der Armut der Bauernfamilien und von Kinderarbeit abh\u00e4ngig. Bei einer ernsthaften Umsetzung der Sorgfaltspr\u00fcfung m\u00fcssten sie also ihr Gesch\u00e4ftsmodell grunds\u00e4tzlich \u00e4ndern. Aber daf\u00fcr d\u00fcrfen ihnen nicht nochmals 20 Jahre einger\u00e4umt werden.<\/p>\n<h3>Schweiz zunehmend im Abseits<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend immer mehr L\u00e4nder und inzwischen selbst Firmen zur Einsicht gelangt sind, dass kein Weg mehr an einer gesetzlichen Regulierung vorbeif\u00fchrt, fr\u00f6nt die Schweiz unverdrossen dem Prinzip Freiwilligkeit. Dies zeigt nicht zuletzt die 2018 ins Leben gerufene Plattform f\u00fcr Nachhaltigen Kakao, eine unverbindliche Multistakeholder-Initiative. W\u00e4hrend Branchenvereinigungen wie die European Cocoa Association oder der europ\u00e4ische Verband der Kakao- und Buiscuitshersteller (CAOBISCO) regulatorische Massnahmen explizit begr\u00fcssen, setzt der Schweizer Verband Chocosuisse weiter auf freiwillige Selbstverpflichtung.<\/p>\n<p>Auch die offizielle Schweiz str\u00e4ubt sich \u2013 trotz ihrer hohen Verantwortung &#8211; weiter gegen griffige regulatorische Massnahmen in diesem Bereich.<\/p>\n<p>Dabei steht die Schweiz mit ihren zahlreichen Schokoladeunternehmen, aber auch als globaler Handelsplatz, \u00fcber den rund ein Drittel des weltweit gehandelten Kakaos l\u00e4uft, besonders in der Pflicht.<\/p>\n<p>Wie lange will die Schoggi-Nation ihren politischen Widerstand gegen griffige Gesetze, welche die Menschenrechte ausgebeuteter Kinder statt Profite ihrer Konzerne sch\u00fctzen, noch aufrechterhalten? Die Antwort interessiert nicht nur die Schoggi-Opfer in Westafrika, sondern auch die Schweizer Konsumierenden immer brennender.<\/p>\n<\/article>\n<article><\/article>\n<article><em>Public Eye<\/em><\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor bald 20 Jahren wurde das unverbindliche Harkin-Engel-Protokoll aufgesetzt, um Kinderarbeit und Kinderhandel in der Kakaoproduktion zu eliminieren. Aber auch um entsprechende Gesetze zu verhindern. 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