{"id":1083999,"date":"2020-04-14T11:18:08","date_gmt":"2020-04-14T10:18:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=1083999"},"modified":"2020-06-01T12:48:20","modified_gmt":"2020-06-01T11:48:20","slug":"von-wem-politikerinnen-lernen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2020\/04\/von-wem-politikerinnen-lernen-koennen\/","title":{"rendered":"Von wem Politiker*innen lernen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p><b>Immer noch weigern sich (auch) deutsche Politiker*innen auf EU-Ebene, f\u00fcr solidarische Eurobonds\/Coronabonds <a title=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Troika-stemmt-sich-gegen-Eurobonds-article21694740.html\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Troika-stemmt-sich-gegen-Eurobonds-article21694740.html\">zu stimmen<\/a>. In Lagern auf Lesbos f\u00fcrchten sich Menschen, die nach ihrer Flucht zusammengepfercht <a title=\"https:\/\/mission-lifeline.de\/start-und-landeerlaubnis\/\" href=\"https:\/\/mission-lifeline.de\/start-und-landeerlaubnis\/\">unter unhaltbaren Bedingungen leben<\/a> m\u00fcssen, vor dem Ausbruch der Pandemie und dessen katastrophale Folgen.<\/b><\/p>\n<p>In Berlin hei\u00dft es:<\/p>\n<ul>\n<li>Alle (bis auf Systemrelevante) sollen zuhause bleiben. Wenn sie denn ein Zuhause haben.<\/li>\n<li>Alle (bis auf Systemrelevante) sollen m\u00f6glichst nur einkaufen gehen. Wenn sie denn Geld zum Einkaufen haben.<\/li>\n<li>Alle (vor allem Systemrelevante) sollen sich oft die H\u00e4nde waschen und auch bald alle Mundschutz tragen. Wenn sie freien Zugang zu Wasser und Seife haben \u2013 und sich einen Mundschutz organisieren k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber nicht alle k\u00f6nnen sich diese grundlegenden Auflagen leisten. Obdachlose Menschen, einsame Menschen mit starken psychischen Problemen, Menschen, deren sowieso schon prek\u00e4re Jobs sich in Luft ausgel\u00f6st haben. Einige befinden sich \u2013 mitten im wohlhabenden Deutschland \u2013 in einer existenziell bedrohlichen Situation.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr die einen trotz Angst auch eine Atempause darstellt, Lohnfortzahlung, ein Umstrukturieren auf Home Office, ein schnelles Beantragen und Erhalten von finanzieller Unterst\u00fctzung vom Staat, bedeutet f\u00fcr andere Menschen das Wegbrechen der letzten Strukturen, Hunger, Einsamkeit und Verzweiflung.<\/p>\n<p>Immer finden sich Menschen, die genug Kraft und Kapazit\u00e4ten haben, um zu unterst\u00fctzen, zu vermitteln, sich einzusetzen f\u00fcr Gerechtigkeit \u2013\u00a0oft unb\u00fcrokratisch und sehr effektiv.<\/p>\n<p>Es existieren Gruppen, die solidarisch und vertrauensvoll Strukturen aufbauen, um Unterst\u00fctzung zu koordinieren. Exemplarisch sollen hier die Gabenz\u00e4une beschrieben werden.<\/p>\n<p>Drei Menschen, die die Gabenz\u00e4une in den Bezirken Reinickendorf, Sch\u00f6neberg\/Tempelhof und Neuk\u00f6lln (wo alles begann) organisieren, \u00e4u\u00dfern sich hier zu ihrer Motivation, den Schwierigkeiten und den Erfolgen ihres Engagements.<\/p>\n<p class=\"vspace-top\"><i>Wer seid ihr?<b><\/b><\/i><\/p>\n<blockquote><p>Ich bin Bet\u00fcl Torlak, 16 Jahre alt und derzeit Sch\u00fclerin der 10. Klasse. Ich habe den Gabenzaun in Berlin-Reinickendorf eingerichtet und versuche dort t\u00e4glich vorbeizuschauen. (<i>Gabenzaun Reinickendorf \/ seit dem 31. M\u00e4rz 2020) <\/i><\/p>\n<p>Ich bin Theresa Sigusch, 26 Jahre alt, beende derzeit mit Masterstudium des literarischen Schreibens und arbeite als freie Autorin, selbstst\u00e4ndige Lektorin und Schreibberaterin in Berlin. In den letzten Jahren war ich vor allem feministisch aktiv, in einem selbstgegr\u00fcndeten Kollektiv namens artemis, das sich mit der Situation schreibender Frauen auseinandergesetzt hat. (<i>Gabenzaun Tempelhof Sch\u00f6neberg \/ seit dem 22.M\u00e4rz 2020) <\/i><\/p>\n<p>Mein Name ist Nanna, ich bin 37 Jahre alt und arbeite als Sozialp\u00e4dagogin in der Kinder- und <a title=\"www.wasdunichtsiehst.com\" href=\"https:\/\/hpd.de\/artikel\/www.wasdunichtsiehst.com\">Jugendfreizeiteinrichtung Manege<\/a> in Berlin-Neuk\u00f6lln. Zudem bin ich Mitgr\u00fcnderin der MANEGE-Initiative, ein Zusammenschluss von Mitarbeiter*innen, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die alle aus dem Umfeld des Jugendclubs kommen. Mit unserer Initiative setzen wir uns seit 2015 ehrenamtlich f\u00fcr Menschen in prek\u00e4ren Lebenslagen ein und sind gesellschaftspolitisch aktiv. (<i>Nanna ist eine der Gabenzauninitiator*innen, Schwerpunkt Neuk\u00f6lln \/ seit dem 18. M\u00e4rz 2020) <\/i><\/p><\/blockquote>\n<p><i>Was treibt Euch an und welche Motivation habt ihr?<\/i><\/p>\n<blockquote><p>Bet\u00fcl Torlak: Als ich die ersten Gabenz\u00e4une auf Twitter entdeckt habe, war ich ziemlich beeindruckt von der Solidarit\u00e4t und Hilfsbereitschaft der Menschen. In Berlin gr\u00fcndeten sich in k\u00fcrzester Zeit viele neue Gabenz\u00e4une. Irgendwann fiel mir dann auf, dass Reinickendorf einer der einzigen Bezirke in Berlin war, in dem es noch keinen Gabenzaun gab. Das entt\u00e4uschte mich ein wenig, weil wir in unserem Bezirk durchaus Bed\u00fcrftige haben.<\/p>\n<p>Deshalb machte ich dann alle n\u00f6tigen Aush\u00e4nge f\u00fcr einen Gabenzaun fertig, gr\u00fcndete kurzerhand die Organisationsgruppe und ging f\u00fcr den neuen Gabenzaun einkaufen.<\/p>\n<p>Theresa Sigusch: Streng genommen habe ich das Projekt Gabenz\u00e4une nicht mitgegr\u00fcndet, sondern bin kurz nach dem Start des Projektes in Berlin via Telegram hinzugekommen, als ich davon \u00fcber das Manege-Team auf Facebook erfahren hatte. Schnell wurde dann eine Gruppe speziell f\u00fcr Tempelhof-Sch\u00f6neberg gegr\u00fcndet, in der ich von Anfang an dabei war. Weil es so barrierefrei gestaltet war, sich direkt einzubringen, habe ich schnell Initiative ergriffen und zwei Gabenz\u00e4une am Innsbrucker Platz und am Bundesplatz mitgestaltet. Besonders in dieser Zeit, wo soziale Kontakte auf ein Minimum reduziert bleiben m\u00fcssen, hat es mich sehr motiviert, neue Leute in diesen Gruppen kennenzulernen, jedenfalls digital, und mich dadurch \u00fcber ein so wertvolles Projekt verbunden zu f\u00fchlen in meinem Kiez.<\/p>\n<figure class=\"left-aligned\"><img decoding=\"async\" title=\"Gabenzaun in Leipzig\" src=\"https:\/\/hpd.de\/sites\/hpd.de\/files\/media\/2020\/foto_n.h._leipzig.jpg\" alt=\"Gabenzaun in Leipzig\" \/><figcaption>Gabenzaun in Leipzig<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nanna: Am 17. M\u00e4rz haben wir als Initiative ein Online-Plenum abgehalten. Zun\u00e4chst ging es darum, wie wir uns als Initiative w\u00e4hrend der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Einschr\u00e4nkungen organisieren. Zwei unserer j\u00fcngeren Mitglieder brachten das Thema ein, wie sich das Leben zurzeit f\u00fcr Menschen auf der Stra\u00dfe ver\u00e4ndert. Sie waren regelrecht schockiert dar\u00fcber, dass Menschen keine Unterst\u00fctzung erhielten, au\u00dferdem wurde ihnen bewusst wie viele Menschen ohne Zuhause in Berlin leben. Sie beobachteten, dass durch die Pandemie-Ma\u00dfnahmen\u00a0weniger Menschen unterwegs waren und die wenigen, die sich im \u00f6ffentlichen Raum bewegten, den Kontakt zu Menschen ohne Obdach mieden und deshalb keine Spenden gaben.<\/p>\n<p>So kamen wir als Initiative auf die Idee, die Menschen in dieser Zeit unterst\u00fctzen zu wollen. Zun\u00e4chst \u00e4u\u00dferte eines\u00a0unserer j\u00fcngeren Mitglieder, dass es sch\u00f6n w\u00e4re, die Menschen mit Essenspaketen zu versorgen und diese an den S- und U-Bahn-Stationen auszulegen, um direkten K\u00f6rperkontakt zu vermeiden und somit die Anordnung von K\u00f6rperabstand einzuhalten.<\/p>\n<p>Da ich aus Hamburg komme und von dort seit ein paar Jahren den Hamburger Gabenzaun kenne, brachte ich die Idee ein, es wie in Hamburg zu machen, nur mit dem Unterschied, die Idee umzuwandeln in Kiezz\u00e4une, die durch die Anwohner*innen gepflegt und beh\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p>Wir waren alle von der Idee \u00fcberzeugt und initiierten am 18. M\u00e4rz vier Gabenz\u00e4une in Neuk\u00f6lln, Herrfurthstra\u00dfe, S-Hermannstra\u00dfe, Reuterplatz und Boddinplatz. Wir gr\u00fcndeten zwei Telegram-Gruppen f\u00fcr Neuk\u00f6lln und Kreuzberg und machten am n\u00e4chsten Morgen einen Post auf unserer <a title=\"https:\/\/www.facebook.com\/ManegeHILFT\/posts\/2493114254271371?__tn__=K-R\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/ManegeHILFT\/posts\/2493114254271371?__tn__=K-R\">Facebook-Seite<\/a>.<\/p>\n<p>Die Idee verbreitete sich so schnell, dass wir kaum hinterherkamen, all die Nachrichten zu beantworten. Wir entschieden uns, den interessierten Menschen zu raten, sich in Online-Gruppen je Kiez zu organisieren. So entstanden auch weitere Berliner Gruppen, die wir in unserem Post ver\u00f6ffentlichten. Mittlerweile haben wir diese aber wieder gel\u00f6scht, da wir mit Hilfe eines Freundes vor einer Woche <a title=\"www.gabenzaun.de\" href=\"https:\/\/hpd.de\/artikel\/www.gabenzaun.de\">eine Website<\/a> gestaltet haben, auf der wir versuchen, all die uns bekannten Gabenz\u00e4une und Gruppen zu ver\u00f6ffentlichen. Wir selber haben uns nach dieser aufregenden Zeit wieder darauf konzentriert, &#8222;unsere&#8220; Gabenz\u00e4une mit all den anderen lieben Menschen zu pflegen und versorgen.<\/p>\n<p>Wir kochen einmal die Woche und verteilen die Mahlzeit in Einweggl\u00e4sern unter den Menschen oder an den verschiedenen Z\u00e4unen.<\/p><\/blockquote>\n<figure><img decoding=\"async\" title=\"Schillerkiez (Berlin), Herrfurthstra\u00dfe Ecke Weisestra\u00dfe\" src=\"https:\/\/hpd.de\/sites\/hpd.de\/files\/media\/2020\/foto_n.h._schillerkiez_herrfurthstrasse_weisestrasse.jpg\" alt=\"Schillerkiez (Berlin), Herrfurthstra\u00dfe Ecke Weisestra\u00dfe\" \/><figcaption>Schillerkiez (Berlin), Herrfurthstra\u00dfe Ecke Weisestra\u00dfe<\/figcaption><\/figure>\n<p><i>Wie viele Helfer seid ihr? <\/i><\/p>\n<blockquote><p>Bet\u00fcl Torlak: Die Organisationsgruppe mit 13 Mitgliedern ist bisher noch nicht allzu gro\u00df. Ich denke aber, dass so ein Gabenzaun beim Vorbeigehen durchaus Interesse erweckt und hoffe somit, dass es vielleicht auch ein paar mitwirkende Menschen gibt, die nicht in der Organisationsgruppe aktiv sind.<\/p>\n<p>Theresa Sigusch: In unserer Telegram-Gruppe f\u00fcr Tempelhof-Sch\u00f6neberg sind mittlerweile rund 90 Mitglieder, es gibt aber auch Gruppen \u2013 etwa in Neuk\u00f6lln \u2013,\u00a0wo \u00fcber 300 Menschen zusammen kommunizieren und sich beteiligen. F\u00fcr den Standort am Bundesplatz haben wir gerade zehn aktive Helfer*innen, die sich abwechselnd t\u00e4glich um den Zaun k\u00fcmmern. Jedes Mal, wenn ich dort bin, sprechen mich Leute auf den Zaun an, erkundigen sich nach dem Ablauf und bekunden Bereitschaft, sich auch einzubringen. Ich denke, dass der Zaun selbst eine hohe Reichweite hat, weil er direkt neben einer Einkaufsm\u00f6glichkeit gelegen ist und auf dem Weg in den Volkspark liegt. Viele Menschen kommen dort vorbei.<\/p>\n<p>Was die Reichweite bei bed\u00fcrftigen Menschen angeht, zeigt der Bedarf der Gabent\u00fcten, dass t\u00e4glich Menschen ohne Obdach oder mit geringen Mitteln dort Gaben abholen kommen.<\/p>\n<p>Nanna: Die Reichweite der Aktion ist enorm und ein gemeinsamer solidarischer Akt aller Bewohner*innen, die ihren Kiez und die Menschen darin am besten kennen. Der Fokus liegt hier auf der gemeinschaftlichen Verantwortung f\u00fcr und mit allen im eigenen Kiez. Das bedeutet, dass Anwohner*innen gemeinsam daf\u00fcr Sorge tragen, dass &#8218;ihr&#8216; Gabenzaun die Menschen versorgt, die in ihrer direkten Umgebung Bedarf haben.<\/p><\/blockquote>\n<p><i>Welche Herausforderungen seht ihr?<\/i><\/p>\n<blockquote><p>Bet\u00fcl Torlak: In der Gruppe l\u00e4uft es mit der Kommunikation soweit super. Die einzige Schwierigkeit, die der Gabenzaun mit sich bringt, ist die, dass wir leider nie wissen, wie viel noch am Zaun h\u00e4ngt, ohne immer hinzufahren. So f\u00e4llt es uns schwer einzusch\u00e4tzen, wann dringend mehr ben\u00f6tigt wird.<\/p>\n<p>Bei mir dauert der Weg aktuell 20 Minuten und ich schaffe es zeitlich nur einmal am Tag vorbeizuschauen. In der letzten Woche wurde der Gabenzaun etwa zweimal t\u00e4glich frisch best\u00fcckt. Wenn wir ankommen, steht er meistens komplett leer. \u00dcber die Gruppe teilen wir aktuelle Bilder vom Zaun, so dass alle auf dem neusten Stand gehalten werden.<\/p><\/blockquote>\n<figure><img decoding=\"async\" title=\"Reuterplatz\/Reuterstra\u00dfe\/Weserstra\u00dfe\" src=\"https:\/\/hpd.de\/sites\/hpd.de\/files\/media\/2020\/reuterplatz_reuterstrasse_weserstrasse_foto_n.h.jpg\" alt=\"Reuterplatz\/Reuterstra\u00dfe\/Weserstra\u00dfe\" \/><figcaption>Reuterplatz\/Reuterstra\u00dfe\/Weserstra\u00dfe\u00a0<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Theresa Sigusch: Bislang gab es f\u00fcr mich sehr wenige H\u00fcrden oder Probleme in der Organisation der Gabenz\u00e4une. Allerdings wurden am Standort Innsbrucker Platz die Gabenzaun-Schilder an einem Sonntag vor zwei Wochen entfernt, weshalb wir gerade versuchen, einen besseren Zaun am Platz zu finden. Ich denke, dass das fehlende Wissen \u00fcber die Bedeutung und den Zweck der Z\u00e4une etwa bei der Berliner Stadtreinigung oder Parkpflegeunternehmen dazu f\u00fchren k\u00f6nnte, dass Z\u00e4une verschwinden und abmontiert werden, wie es auch schon in Neuk\u00f6lln passiert ist. Allerdings wurde das der Berliner Stadtreinigung kommuniziert, die darauf mit einer Entschuldigung reagiert haben.<\/p>\n<p>Ein Problem k\u00f6nnte f\u00fcr die Zukunft sein, dass es bereitwillige Helfer*innen gibt, die aber selbst gerade finanziell in prek\u00e4re Lagen geraten durch Corona. Da wir f\u00fcr die Lebensmittel selbst aufkommen, versuchen wir\u00a0in Tempelhof-Sch\u00f6neberg gerade nach dem Neuk\u00f6llner Vorbild\u00a0mit der Berliner Tafel zu kooperieren und einen Antrag auf F\u00f6rderung an das Bezirksamt zu stellen. So k\u00f6nnten wir die Best\u00fcckung der Z\u00e4une finanziell unabh\u00e4ngiger gestalten.<\/p>\n<p>Nanna: Um sicherzustellen, dass dieser nachhaltig wirken kann, muss es eine feste und zuverl\u00e4ssige Gruppe an Menschen geben, die Verantwortung f\u00fcr den jeweiligen Zaun \u00fcbernimmt. Manchmal ist es schwer, innerhalb einer gro\u00dfen Gruppe online zu kommunizieren. Teilweise hatte ich das Gef\u00fchl, der Fokus ging in der ganzen Online-Orga-Struktur irgendwie verloren, durch zu viel Gerede und zu wenig Aktion. Leider gibt es auch immer wieder vereinzelt\u00a0Personen, die sich innerhalb der Gruppe zu viel Raum f\u00fcr ihr\u00a0Ego nehmen.<\/p>\n<p>Andererseits sind tolle neue Impulse aufgekommen, so unter anderem der von Anwohner*innen verfasste Antrag beim Neuk\u00f6llner Bezirk, der nun die Gabenz\u00e4une mit 4.000 Euro unterst\u00fctzt. Die Unterteilung der gro\u00dfen Neuk\u00f6lln-Gruppe in einzelne Zaun-Gruppen war dabei durchaus hilfreich.<\/p><\/blockquote>\n<p><i>Welche Hoffnungen habt ihr? <\/i><\/p>\n<blockquote><p>Bet\u00fcl Torlak: Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass mehr Menschen aktiv werden und Dinge am Gabenzaun anbringen. Daf\u00fcr muss man auch nicht zwingend in der Orga-Gruppe sein. Es reicht scho,n beim Vorbeigehen etwas Kleines anzuh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem w\u00fcrde ich mir auch Menschen w\u00fcnschen, die direkt vor Ort am Gabenzaun wohnen und uns den aktuellen Stand mitteilen k\u00f6nnen. So k\u00f6nnten wir besser koordinieren, wann etwas Neues angehangen werden muss.<\/p><\/blockquote>\n<figure><img decoding=\"async\" title=\"\" src=\"https:\/\/hpd.de\/sites\/hpd.de\/files\/media\/2020\/foto_p.a.jpeg\" alt=\"\" \/><\/figure>\n<p>Theresa Sigusch: Ich w\u00fcnsche mir vor allem, dass das Projekt seinen Zweck erf\u00fcllt \u2013 dass die Gaben bei den Menschen ankommen. Ich w\u00fcnsche mir, dass das Projekt \u00fcber Corona hinaus weitergeht. Ich w\u00fcnsche mir, all die tollen Leute, die derzeit an den Gabenz\u00e4unen mitarbeiten, bald pers\u00f6nlich kennenzulernen, wenn sich die Situation beruhigt hat. Ich w\u00fcnsche mir, dass wir weitere Unterst\u00fctzung von Einzelpersonen hier an den Standorten erhalten und dar\u00fcber hinaus finanzielle Mittel der Bezirks\u00e4mter bewilligt bekommen.<\/p>\n<p>Nanna: Es ist ein neues Konzept der geteilten Verantwortung f\u00fcr die direkte Umgebung, welches gerade von allen Beteiligten ausprobiert wird und hoffentlich nachhaltig bestehen bleibt. Denn wir sollten uns bewusst sein, dass Menschen sich auf unser Handeln und die regelm\u00e4\u00dfigen Spenden verlassen.<\/p>\n<p>Gemeinsam zu handeln ist wichtig, denn zusammen l\u00e4sst sich mehr erreichen und alle aus der Nachbarschaft k\u00f6nnen sich mit regelm\u00e4\u00dfigen Spenden beteiligen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer noch weigern sich (auch) deutsche Politiker*innen auf EU-Ebene, f\u00fcr solidarische Eurobonds\/Coronabonds zu stimmen. 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