Der 26. September wurde von der UN-Generalversammlung zum Internationalen Tag für die vollständige Abschaffung von Atomwaffen (Tag der nuklearen Abrüstung) erklärt. Am 29. September 2026 werden die Nationen der Welt in der Generalversammlung zusammenkommen, um dieses gemeinsame Ziel zu bekräftigen und die Frage zu erörtern: Wie können wir die Gefahr eines Atomkriegs beenden und die weltweite Abschaffung von Atomwaffen erreichen? Fortschritte bei diesen Zielen sind für die Zukunft der Menschheit unabdingbar.
Mehr als 2.000 unterschiedliche Organisationen weltweit sowie namhafte Persönlichkeiten aus 105 Ländern haben einen eindringlichen Appell unterstützt – den Appell zum Tag der nuklearen Abrüstung –, der darauf abzielt, die Beschränkungen gegen jeglichen Einsatz von Atomwaffen zu verstärken und die Abschaffung dieser schrecklichen Waffen spätestens bis 2045 zu erreichen. Dieser Appell wird am 29. September der Weltgemeinschaft in der Generalversammlung vorgelegt.
Am 26. September wird ein weltweites Webinar mit dem Titel Towards a Nuclear Weapons-Free World („Auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt“) an den Tag der nuklearen Abrüstung erinnern und die im Appell formulierten Forderungen erörtern.
Die am 26. September stattfindende Veranstaltung, die sich über alle Zeitzonen erstreckt, wird mit einer Botschaft von H. E. Izumi Nakamitsu, UN-Untergeneralsekretärin und Hohe Vertreterin für Abrüstungsfragen, eröffnet. Zu den Teilnehmern gehören Nobelpreisträger:innen, amtierende und ehemalige hochrangige Politiker:innen, Parlamentarier:innen, Vertreter:innen lokaler Körperschaften, Wissenschaftler:innen und Pädagog:innen, Naturwissenschaftler:innen, medizinische Fachkräfte, Führungspersönlichkeiten aus Glaubensgemeinschaften, der Wirtschaft und Jugendorganisationen, Künstler:innen sowie weitere besorgte Einzelpersonen und Organisationen.
Diese außergewöhnliche Gruppe eint eine ernüchternde Realität, über die sie sich zutiefst besorgt zeigt: Ob durch Unfall, Fehleinschätzung, Fehlinformation, Eskalation einer Krise oder böswillige Absicht – der Einsatz von Atomwaffen ist eine unmittelbare Bedrohung. Wir dürfen diese Gefahr nicht ignorieren.
Im Rahmen des Programms wird außerdem der neue, für einen Oscar nominierte Kurzfilm An Ordinary Insanity erstmals weltweit gezeigt. Der Film mit dem bekannten Whistleblower Daniel Ellsberg wird anschließend mit dem Regisseur und dem Produzenten diskutiert. Bevor Ellsberg zu Zeiten des Vietnamkriegs die streng geheimen Pentagon Papers veröffentlichte, war er als Planer für einen Atomkrieg tätig und hatte Zugang zu geheimen Informationen über die US-amerikanische Nuklearstrategie. Der Film wurde ein Jahr vor seinem Tod im Jahr 2023 gedreht und enthält einen eindringlichen Weckruf Ellsbergs: „Ich habe lange gesagt, dass ich bis zu meinem letzten Atemzug alles tun werde, was ich kann, um das Risiko eines Atomkriegs hinauszuzögern und abzuwenden.“
Wie Ela Gandhi, Ko-Präsidentin von Religions for Peace, Enkelin von Mahatma Gandhi und eine der Redner:innen der Veranstaltung, feststellt: „Atomwaffen sind eine Gefahr für die gesamte Menschheit und sollten deshalb vollständig abgebaut und vom Antlitz unserer Erde, unseres Planeten, unseres Zuhauses, beseitigt werden.“
Der 26. September ist zugleich der Jahrestag eines berüchtigten Vorfalls, bei dem aufgrund von Fehlinformationen beinahe ein Atomkrieg ausgelöst worden wäre. An diesem Tag im Jahr 1983 registrierte eine sowjetische Frühwarnanlage für Atomwaffen einen vermeintlichen Angriff mit ballistischen Raketen aus den USA (der später als Fehlalarm bestätigt wurde). Oberst Stanislav Petrov, der diensthabende Offizier der Anlage, brach das Protokoll, indem er der Führung nicht bestätigte, dass die Frühwarnsatelliten anfliegende Atomraketen registriert hatten. Dadurch verhinderte er möglicherweise einen russischen „Vergeltungsschlag nach dem Prinzip des Abschusses auf Warnung“ (launch-on-warning, retaliatory nuclear strike), der einen Atomkrieg ausgelöst hätte.
Oberst Stanislav Petrovs Begegnung mit der Apokalypse ist nicht der einzige Vorfall dieser Art, bei dem mutige (und manchmal karrierebeendende) Entscheidungen, die vom gesunden Menschenverstand geleitet waren, von Militärangehörigen unter außerordentlichem Stress getroffen wurden. Einige dieser Fälle sind bekannt, andere werden niemals bekannt werden. Die Zukunft der Zivilisation kann jedoch nicht davon abhängen, dass sich mutige Einzelpersonen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort befinden. Staaten müssen zu Vernunft und Besonnenheit finden, um unsere Sicherheit zu gewährleisten.
„Das Risiko eines Atomkriegs – sei er durch einen vorsätzlichen aggressiven Ersteinsatz ausgelöst oder, wahrscheinlich noch eher, durch einen Unfall, einen Systemfehler, Cyber-Sabotage oder menschliches Versagen oder Dummheit – ist heute ebenso groß oder größer als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Höhepunkt des Kalten Krieges“, sagt Hon Gareth Evans, ehemaliger Außenminister Australiens, Vorsitzender des Asia Pacific Leadership Network on Nuclear Non-Proliferation and Disarmament und Redner bei der Veranstaltung am 26. September.
Der Tag der nuklearen Abrüstung macht zudem auf die exorbitanten Budgets für Atomwaffen aufmerksam und zeigt auf, wie diese Mittel besser für Frieden, Umweltschutz, wirtschaftliche Entwicklung und andere menschliche Bedürfnisse eingesetzt werden könnten. Der Appell setzt auf gemeinsame Sicherheit und internationales Recht, um den existenziellen Bedrohungen durch Atomwaffen und den Klimawandel zu begegnen.
„Als Reaktion auf die anhaltende Verbreitung von durch den Menschen verursachten Bedrohungen für die Menschheit – von Atomwaffen bis hin zum Klimanotstand – fungiert das Recht als Schutzschild für die gesamte Menschheit, einschließlich der heutigen und zukünftigen Generationen“, sagt Theresa Amor-Juergenssen von World’s Youth for Climate Justice. „In diesen Fragen ist das Recht eindeutig: Als Spezies müssen wir unsere Anstrengungen bündeln, vorübergehende Interessen zurückstellen, um die Hybris der Menschheit zu stoppen und zu verhindern, dass generationenübergreifende Bedrohungen alles Leben auf der Erde zerstören.“
„Wir müssen Diplomatie, kooperative Führung, gemeinsame Sicherheit und die Rechtsstaatlichkeit stärken, um einen Atomkrieg zu verhindern, internationale Konflikte friedlich zu lösen, das Klima für heutige und künftige Generationen zu schützen und konkrete Prozesse in Gang zu setzen, die den Frieden und die Sicherheit einer atomwaffenfreien Welt verwirklichen“, schließt Bill Kidd, Ko-Präsident von Parliamentarians for Nuclear Nonproliferation and Disarmament und Redner der Veranstaltung.
Der Unterstützer des Appells Michael Douglas, Oscar-prämierter Schauspieler und UN-Friedensbotschafter, fasst unsere Verpflichtung zusammen: „Wir alle müssen unseren Teil dazu beitragen, dass diese Waffen – sei es durch Zufall, Absicht oder Wahnsinn – niemals zum Einsatz kommen. Diese turbulente Zeit erfordert eine klare Botschaft, um die Bedrohung unser aller Lebens und der Zukunft unserer Kinder zu beenden. Nukleare Abrüstung jetzt.“
Bitte nehmen Sie am 26. September an der Veranstaltung teil und nutzen Sie die Gelegenheit zu einer existenziellen Kurskorrektur.
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Organisiert von NuclearAbolitionDay.org, einer globalen zivilgesellschaftlichen Koalition, die 2025 gegründet wurde, um Zusammenarbeit und Wirkung für den Internationalen Tag zur vollständigen Beseitigung von Atomwaffen zu stärken.
Der Originalartikel ist hier zu finden.
Die Übersetzung aus dem Englischen wurde vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!










