Meistens fehlen mir die Worte, um Israels Völkermord im Gazastreifen und das unerbittliche Zerstörungswerk zu beschreiben, das Siedler mit Billigung ihrer Regierung dem palästinensischen Volk im Westjordanland antun. Anstatt noch einen weiteren Artikel zu schreiben, in dem ich meine Empörung und meinen Abscheu zum Ausdruck bringe, habe ich mich für eine unmittelbarere Form entschieden: kurze, atemlose Gedanken, begleitet von Bildern, die keiner Ausschmückung bedürfen. Ich habe 10 solcher Beiträge von meiner Facebook-Seite ausgewählt.
Von Dr. Alon Ben-Meir
Zusammengenommen zeichnen sie ein Bild der Realität, das jedes Gewissen erschüttern sollte: die außerordentliche Grausamkeit, mit der israelische Soldaten und Siedler ungestraft handeln. Das ist keine willkürliche Gewalt. Es ist eine anhaltende Strategie der Gewaltanwendung, deren Ziel schmerzlich klar ist: die Palästinenser ihres Landes zu berauben und ihnen das Leben so unerträglich zu machen, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als zu gehen.
In Israel ist die Wahrheit Landesverrat
NAZA, der Dokumentarfilm von Yuval Abraham und Rachel Szor, hat Israel in Aufruhr versetzt – nicht aus Reue, sondern aus Wut. Anstatt sich mit dem auseinanderzusetzen, was der Film dokumentiert, haben die meisten Israelis ihn verurteilt. Die Regierung hat die beiden Filmemacher als Verräter gebrandmarkt, Minister forderten den Entzug ihrer Staatsbürgerschaft, und sie leben nun unter Todesdrohungen. Das ist schändlich. Aber die noch größere Tragödie ist Israels Weigerung, in den Spiegel zu schauen und zuzugeben, dass in Gaza Verbrechen gegen die Menschlichkeit – Völkermord – begangen wurden. Leugnung ist kein Schutzschild; es ist moralischer Zusammenbruch. Eine Nation, die sich nicht dem stellen kann, was sie den Palästinensern angetan hat, wird dieses Stigma über Generationen hinweg mit sich herumtragen. Wann werden die Israelis endlich aufwachen? Bis sie das tun, wird die Wahrheit warten – und der Preis wird noch viel höher steigen und trotzdem fällig werden.
Netanyahus Gier nach Kriegsverbrechen scheint unersättlich
Premierminister Netanyahus Gier nach Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit scheint unersättlich. Nachdem es ihm nicht gelungen ist, die Hamas, die Hisbollah und die Houthis zu vernichten, und nachdem er katastrophal daran gescheitert ist, einen Regimewechsel im Iran zu erzwingen, richtet er seine Aufmerksamkeit nun zunehmend auf das Westjordanland. Aus Washington kam kein einziges Wort, um ihn aufzuhalten. Schlimmer noch: Die israelische Öffentlichkeit und die Oppositionsparteien äußern sich so gut wie gar nicht zu dieser sich abzeichnenden Farce. Israels Ansehen in der internationalen Gemeinschaft ist bereits am Boden; man fragt sich, was da noch weiter zerstört werden könnte. So begräbt Netanjahu den einstigen Traum eines jüdischen Staates: in Frieden und Sicherheit mit seinen Nachbarn zu leben.
Netanyahus Regierung mit einem Tier zu vergleichen, ist eine Beleidigung für alle Tiere
Die Art und Weise, wie Israel hungernde palästinensische Kinder im Gazastreifen behandelt hat, ist eine Gräueltat, die das menschliche Vorstellungsvermögen übersteigt. Wenn Essen auf den Boden geworfen wird und ausgehungerte Kinder gezwungen sind, sich um die Reste zu balgen – wodurch sie auf das Niveau von Ratten herabgewürdigt werden –, wird ihre Würde nicht nur herabgesetzt, sondern bewusst zunichte gemacht. Kinder, geschwächt durch Hunger, wurden gezwungen, um Lebensmittel zu kämpfen, die für den menschlichen Verzehr ungeeignet sind – nur um am Ende mit wässriger Suppe und leeren Händen dazustehen. Das war keine humanitäre Hilfe; das war kalkulierte Erniedrigung. Diese Netanjahu-Regierung und die Soldaten, die ihre Kriegsverbrechen begangen haben, haben Israels Moral so sehr zerstört, dass es kein Zurück mehr gibt. Ihre brutalen Attacken auf palästinensische Menschen mit denen eines blutrünstigen Tieres zu vergleichen, ist eine Beleidigung für das Tier.
Netanyahus Regierung: Eine Bedrohung für Juden weltweit
Netanyahus Regierung behauptet, für Juden überall auf der Welt zu sprechen, während sie gleichzeitig im Westjordanland und im Gazastreifen Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht. Ihre Politik der Enteignung, der großflächigen Zerstörung, der Vertreibung, der Morde und des Terrors gegen die palästinensische Zivilbevölkerung verrät das moralische Erbe des Judentums. Sie bringt Juden weltweit in Gefahr, indem sie den verheerenden Eindruck erweckt, dass alle Juden an Israels Gräueltaten mitschuldig sind, und damit in beispiellosem Ausmaß Antisemitismus schürt. Die Verbrechen Netanjahus und seiner faschistischen Regierung sind zwar nicht so gewaltig wie das, was die Nazis den Juden angetan haben, aber dennoch entsprechen ihre Denkweise, ihre Unmenschlichkeit und ihre Grausamkeit dem Geist, der Absicht und der Entschlossenheit der Nazis.
Ein Kriegsverbrecher
Die Strategie der Netanjahu-Regierung im Westjordanland zielt nicht nur darauf ab, das palästinensische Volk zu unterwerfen, sondern auch darauf, ihr Leben unerträglich zu machen und sie bis an den Punkt der Ausweglosigkeit zu zermürben. Um ihr Ziel zu erreichen, greift sie zu albtraumhaften Methoden: routinemäßige nächtliche Razzien, routinemäßige Hauszerstörungen, routinemäßige Inhaftierungen und die Vertreibung von Familien aus ihren Häusern. Mehr als 190 Wasser- und Sanitäranlagen wurden in diesem Jahr beschädigt oder zerstört, und der Verlust von sicherem, sauberem Wasser hat Hautkrankheiten und Infektionen unter einer Bevölkerung verbreitet, der ohnehin schon jeglicher Schutz entzogen wurde. Die Geschichte wird dies als eine gezielte Kampagne zur Niederschlagung eines Volkes verbuchen – und sie wird die Schuldigen, die sie angeordnet haben, diejenigen, die sie ausgeführt haben, und diejenigen, die schweigend zugesehen haben, namentlich nennen und verurteilen.
Die Kinder von Gaza werden Israel mit einem ewigen Mal der Schande brandmarken
Was Ärzte aus Gaza berichten, ist jenseits aller Vorstellungskraft: Kinder, die bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, durch Explosionen zerfetzt wurden und blutend auf dem Boden von Krankenhäusern liegen, während Ärzte – überfordert und ohne Versorgung – entscheiden müssen, wen sie retten können. Ein Arzt, der dort gearbeitet hat, sagte, er habe in einer einzigen Woche mehr verkohlte Kinder gesehen als in seiner gesamten medizinischen Laufbahn, in der er in mehreren Kriegsgebieten im Einsatz war. Das sind keine Statistiken. Das sind Kinder – jedes mit einem Namen, einer Familie, einer Zukunft –, die durch Israels unerbittliche, menschenverachtende Gewalt vernichtet wurden. Kein politisches Ziel, kein Verweis auf Sicherheit kann das massenhafte Töten und Verstümmeln von Kindern rechtfertigen. Was Netanjahu und seine üble Regierung den Kindern in Gaza angetan haben, wird Israel mit einem bleibenden Mal der Schande zeichnen.
Europas Feigheit und Mitschuld ermöglichen Israels Gräueltaten
Die europäischen Demokratien sind keine unschuldigen Zuschauer; indem sie sich weigern, echte Strafmaßnahmen gegen Israel zu verhängen, sind sie zu Komplizen seiner Verbrechen geworden. Sie sehen zu, wie Gaza in Schutt und Asche gelegt wird und die Palästinenser:innen im Westjordanland durch den Terror, die Gewalt und die militärische Brutalität der Siedler:innen von ihrem Land vertrieben werden – und reagieren dann mit hohlen Erklärungen, in denen sie ihre „Besorgnis“ zum Ausdruck bringen. Sogar die EU-eigene Untersuchung ergab unbestreitbare Beweise dafür, dass Israel die Menschenrechtsklausel seines Assoziierungsabkommens grob verletzt hat. Dennoch schützt Europa weiterhin Handelsprivilegien, hält die diplomatischen Beziehungen aufrecht und versäumt es, Waffenlieferungen zu stoppen. Europa muss sein Abkommen mit Israel aussetzen, verantwortliche Amtsträger:innen sanktionieren, Botschafter abberufen und ein Waffenembargo verhängen. Schweigen angesichts der Verwüstungen ist empörend; es ist Feigheit – und Mitschuld.
Trump macht sich mitschuldig an Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Mehrere US-Regierungen hintereinander haben Israels Besatzung und die wiederholten Übergriffe auf palästinensische Menschen ermöglicht – mithilfe von diplomatischem Schutz, Militärhilfe und der routinemäßigen Abschirmung Israels vor ernsthafter internationaler Rechenschaftspflicht. Doch Trump hat diese Mitschuld auf ein noch dreisteres Niveau gehoben. In einer Zeit, in der die palästinensische Zivilbevölkerung getötet, vertrieben, ausgehungert und ihr lebenswichtige humanitäre Hilfe verweigert wird, will er Amerikas immensen Einfluss nicht nutzen, um ein sofortiges Ende dieser Gräueltaten zu fordern. Im Gegenteil, seine Genehmigung von zusätzlichen Waffenlieferungen im Wert von 2,8 Milliarden Dollar belohnt und unterstützt Israels verheerende Kriegshandlungen. Die Lieferung von Waffen inmitten solch weitreichender Zerstörung bedeutet aktive Beteiligung und zieht moralische und politische Verantwortung für die Fortsetzung dieser Handlungen nach sich. Es handelt sich um Komplizenschaft bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Israels klügste Köpfe fliehen vor dem moralischen Verfall ihres Landes
Israel vertreibt genau die Menschen, deren Verlust es sich am wenigsten leisten kann. Seit 2023 sind fast 200.000 Israelis aus dem Land ausgewandert, darunter Ärzt:innen, Ingenieure, Wissenschaftler:innen und Hightech-Fachkräfte – ein sich beschleunigender Verlust an Fachkräften, der die Zukunft des Landes schwächt. Sie fliehen nicht vor Unsicherheit oder wirtschaftlicher Ungewissheit. Viele wenden sich von einem Staat ab, der immer tiefer in eine moralische Katastrophe versinkt – eine Katastrophe, die aus der böswilligen Zerstörung des Gazastreifens und der fortlaufenden Enteignung der Palästinenser:innen im Westjordanland resultiert. Eine Nation kann nicht ein anderes Volk brutalisieren, Straflosigkeit zur Normalität machen und gleichzeitig erwarten, dass ihr eigenes moralisches und soziales Gefüge intakt bleibt. Israels Führung zerstört palästinensische Leben und opfert damit ihre besten und klügsten Köpfe, die keine Zukunft mehr sehen, in die sie zurückkehren könnten.
Die Israelis müssen sich erheben, um die in ihrem Namen begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu stoppen
Israels Angriff auf das palästinensische Volk ist eine moralische Katastrophe, die Empörung erfordert, nicht Schweigen. Internationaler Druck ist unerlässlich, aber die Israelis selbst müssen sich erheben und diese in ihrem Namen begangenen Verbrechen kategorisch verurteilen. Ihre Regierung fügt den Palästinensern nicht nur Leid zu; sie zerstört die moralischen Grundlagen, auf denen Israel gegründet wurde, und beschmutzt das Gewissen des jüdischen Volkes überall auf der Welt. Die Entmenschlichung der Palästinenser gefährdet die Zukunft Israels und wirft tiefgreifende Fragen über seine eigene Existenzberechtigung auf. Die Israelis dürfen nicht einfach nur trauern oder stillschweigend widersprechen. Sie müssen sich organisieren, Widerstand leisten, protestieren und streiken. Sie müssen ein sofortiges Ende der staatlichen Brutalität fordern. Wenn sie das nicht tun, bleibt ihnen ein ausgehöhlter Staat, der seines Namens nicht würdig ist, und sie werden den höchsten Preis dafür zahlen.
Dr. Alon Ben-Meir ist Präsident des Instituts für humanitäre Konfliktlösung.
Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Domenica Ott vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!










